Die Verschmelzung von Mensch und Maschine ist eines der zentralen ästhetischen Motive des Körper-Kinos – ein Motiv, das gleichermaßen Hoffnung auf Befreiung wie Angst vor Kontrollverlust hervorbringt. Dieser Vortrag untersucht die filmische Inszenierung techno-organischer Körper am Beispiel des japanischen Underground-Films TETSUO: THE IRON MAN (1989) von Shin’ya Tsukamoto sowie David Cronenbergs VIDEODROME (1983). Beide Werke thematisieren das Spannungsfeld zwischen technophiler Utopie und technophober Dystopie. Der Vortrag verbindet – in der Arbeit mit den exemplarischen Filmen – medienästhetische und filmtheoretische Perspektiven und versteht sich als Beitrag zu einer interdisziplinären Kartografie technologischer Ästhetik im Zeitalter hybrider Körper und Cyberphobie.
Niklas Michels ist Festivaldirektor und Kurator des Filmfest Aachen sowie freier Autor für das Filmkritik-Magazin Kino-Zeit. Neben seiner Arbeit in der Filmlandschaft arbeitet er am Lehrstuhl für Angewandte Ethik der RWTH Aachen University und am Fraunhofer-Institut IEM im Schnittfeld von Ästhetik und Künstlicher Intelligenz. 2025 präsentierte er in einem TEDx Talk die vielschichtigen Beziehungen zwischen KI und Kunst. Im Rahmen des Transhumanismus-Symposiums an der John Cabot University in Rom stellte er eine Verbindung zwischen Body Horror und Technikpessimismus vor. Michels beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Sichtbarkeit durch Kuration und wurde für seine Arbeit von der Stadt Aachen als „Morgenmacher“ ausgezeichnet.