Körper, die herausfallen aus der dramatischen Handlung und der filmischen Bewegung, die versuchen, sich im Fallen zu halten, Haltung und Würde zu bewahren: Kein anderes filmisches Genre hat solche Situationen genauer beschrieben als das komische: die Burleske, die Komödie. Und kein anderer Affekt enttarnt den wahren „Körper des Kinos“ besser als das Lachen. Der Vortrag folgt (mit vielen Filmbeispielen) der – durchaus diskutablen – These des französischen Filmkritikers Serge Daney, dass sich diese fallenden, herausfallenden oder auffälligen Körper der Komödie vom Stummfilm bis in die Gegenwart zunehmend immobilisieren: Von Buster Keaton und Charlie Chaplin bis zur Stand-up-Comedy der JOKER-Filme.
Philipp Stadelmaier ist Filmkritiker und Autor. Studium der Komparatistik in Frankfurt a.M., Promotion in Filmwissenschaft in Frankfurt und Paris. Schreibt seit 2012 für die Süddeutsche Zeitung und andere Medien. Sein Essay „Die mittleren Regionen“ (Verbrecher Verlag) wurde mit dem Clemens Brentano Preis ausgezeichnet. 2019 erschien sein Romandebüt „Queen July“ (Verbrecher Verlag), 2023 seine Dissertation zu Serge Daney und Jean-Luc Godard, „Die Kommentatoren des Post-Cinema“ (Transcript Verlag)