Nur wenigen Darstellern gelingt es, ihren Körper wie ein Instrument zu führen. Der Japaner Toshiro Mifune gehört hier in die allererste Reihe. Bei ihm verschmelzen Handeln und Ausdruck auf einzigartige Weise und gewinnen nicht nur eine psychologische, sondern auch eine moralische Dimension. Von ihm soll eine kleine Phänomenologie dieses Schauspielertypus ausgehen, die unterschiedliche Aspekte des Gestischen beleuchtet, darunter Steve McQueens souveräne Beherrschung der Requisiten; die fiebrige Sinnlichkeit, die sich in den Musicals von Cyd Charisse Bahn bricht; die laszive Agilität der Film-Noir-Heroine Gloria Grahame; die athletisch-analogen Stunts von Tom Cruise sowie die Besitznahme des öffentlichen Raums durch Daniel Craig als James Bond.
Gerhard Midding: Filmpublizist mit zahlreichen Veröffentlichungen. Studium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft, arbeitet als Arbeit als freier Journalist, Herausgeber und Übersetzer. Sein Schwerpunkt ist das französische Kino.