Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Russian Ark

RUS

2002

Aleksander Sokurov

Sergey Dreyden, Mariya Kuznetsova

»Es muss immer einen Grund geben, einen Schnitt zu machen«, soll Stanley Kubrick einmal gesagt haben. Regisseur Aleksandr Sokurov hat sich das gemerkt, das Schneiden gleich ganz gelassen – und mit seinem Film eine Liebeserklärung an die Kunst der mise en scène abgeliefert. In monatelangen Proben wurden mehr als tausend Statisten vorbereitet. Der Gesamtaufwand am Drehort, der Eremitage in Petersburg, war so groß, dass die Aufnahme mit nur einem Take im Kasten sein musste. Dem Film eilt der Ruf voraus, wie man ihn von sensationellen Zirkusnummern kennt: Das muss man gesehen haben! Ein russischer Filmemacher des 18. Jahrhunderts trifft in der Eremitage St. Petersburg auf einen zynischen französischen Diplomaten aus dem 19. Jahrhundert. Während der Marquis und der Regisseur die prachtvollen Flure und Säle des Gebäudes erkunden, werden sie Zeugen der zaristischen Geschichte Russlands. Vor ihren Augen entfalten sich erstaunliche Szenen. Peter der Große peitscht einen seiner Generäle aus, Katharina die Große hetzt bei der Aufführung ihres eigenen Theaterstücks auf die Toilette. Eine gigantische Kulisse, in einem königlichen Ballsaal des Jahres 1913, bevölkert von hunderten tanzenden Gästen. Gigantische Zeitreise durch über 30 Säle der St. Petersburger Eremitage.

Acid

RUS

2018

Aleksandr Gorchilin

Filipp Avdeev, Alexandr Kuznetsov, Arina Schewtsowa, Savva Saveliew.

Vanya, um die 20, ist vom Balkon gesprungen; nach lässiger Aufforderung durch seinen Kumpel Pete. Nach der Beerdigung gehen Pete, Freund Sasha und Freundin Karina erstmal in den Club, feiern. Dort lernen sie den Künstler Vasilisk kennen, der führt den dreien seine Kunst vor: Er löst alte Politiker-Büsten in Säure auf. Aus Langeweile trinkt Pete einen Schluck der Säure: Klinik, dicker Verband um den Mund. Als er wieder zu sprechen beginnt, findet er endlich Worte für das Chaos um sich. ACID zeigt eine Jugend zwischen ökonomischem Wohlstand und emotionaler Verwahrlosung: Das ätzende Porträt einer verlorenen Sex-Drugs-und-Überdruss-Generation im heutigen Russland wurde beim GoEast-Festival als bester Film ausgezeichnet.

Kukushka - Der Kuckuck

RUS

2002

Aleksandr Rogoshkin

Anni-Kristina Juuso, Ville Haapasalo, Viktor Bychkov

KUKUSHKA ist eine „ménage à trois“. Ein Russe und ein Finne, beide von der Front des Zweiten Weltkriegs desertiert, finden Unterschlupf bei der Lappländerin Anni. Die vereinsamte Frau weiß die beiden durchaus für ihre Zwecke zu nutzen, und das nicht nur zum Scheunen- und Saunabau. Die tragische, aber auch und vor allem komische Komponente des Films: Keiner versteht die Sprache des anderen, die drei reden – sehr zu unserem Vergnügen – munter aneinander vorbei. KUKUSHKA ist klug, human und – obgleich er eine Kriegsgeschichte erzählt – lustig. An den Bildern kann man sich kaum satt sehen. Ein Film, der einfach gut tut.

Putoveditel

UKR

2005

Aleksandr Shapiro

Drei in einem: PUTEVODITEL ist Spielfilm, Dokumentarfilm und Chronik. Regisseur Shapiro stellt in knapp zwei Stunden eine Art Gebrauchsanleitung für Kiew in einem ironisch-kühlen Film zusammen. Ein Ehepaar unterhält sich über seinen Wunsch, in eine andere Wohnung zu ziehen. Drei drogenabhängige Jugendliche machen Pläne für den bevorstehenden Abend. In einer Sauna diskutieren zwei entlassene Köche über die Restaurants in Kiew. Insgesamt elf Episoden, die eindrückliche und bewegende Informationen über die ukrainische Hauptstadt bieten. (also ab 18 Jahren)

Francofonia

FRA/DEU/NLD

2016

Aleksandr Sokurov

Bereits 1907 entstand in Den Haag ein Abkommen zum Schutz von Kunstgütern im Falle eines Krieges. Natürlich wurde gegen das Abkommen immer wieder verstoßen – auch während des Zweiten Weltkriegs. Im wehrmachtsbesetzten Paris allerdings erweist sich für den Direktor des Louvre, Jacques Jaujard, der Nazi-Beauftragte des „Kunstschutzes“, der Kunsthistoriker Graf von Wolff-Metternich, als Glücksfall, denn der Graf verzichtet befehlswidrig darauf, die ausgelagerten Museumsstücke nach Paris zurückzubeordern, weil er weiß, dass die kostbaren Kunstwerke in die Privatsammlungen führender Nazis gelangen würden.
Aleksandr Sokurov (*1951), der u.a. einen preisgekrönten Film über die Eremitage in Sankt Petersburg gedreht hat, beschäftigt sich immer wieder mit dem Verhältnis von politischer Macht und Kultur.
Einführung: Antonella Meloni, Kunsthalle Mannheim

Es ist schwer ein Gott zu sein

RUS

2013

Aleksei German

Yuriy Tsurilo, Leonid Yarmolnik

Es ist schwer, ein Gott zu sein. Das lernt ein Team von Historikern auf die harte Tour, als sie auf den Planeten Arkanar entsandt werden, der in seiner Entwicklung wohl noch 800 Jahre brauchen wird, um den Standard der Erde zu erreichen. Die Besucher wollen live dabei sein, wenn die mittelalterähnliche Bevölkerung den Schritt hin zur Renaissance tut. Da sie aber nicht mit Gewalt in die Geschichte eingreifen dürfen, geben sie sich als Nachfahren der örtlichen Gottheiten aus. Doch dann beginnen die „Grauen Truppen“, Gelehrte und Intellektuelle abzuschlachten, und insbesondere Don Rumata fällt es zunehmend schwer, die Grausamkeiten, die um ihn herum geschehen, tatenlos mit anzusehen. Parabelhafter Science-Fiction-Film um Menschen, die als Beobachter auf einem Planeten wirken sollen, auf dem mittelaterliche Verhältnisse herrschen.

Mascarpone

ITA

2021

Alessandro Guida, Matteo Pilati

Barbara Chichiarelli, Carlo Calderone, Eduardo Valdarnini, Giancarlo Commare

Als seine Ehe mit Lorenzo zerbricht, wird dem 30jährigen Antonio der Boden unter den Füßen weggezogen. Er hat nun keine Bleibe, keinen Job, keine Liebe und keine Perspektive mehr. Doch Stück für Stück kommt er wieder auf die Füße, will sich auf sich fokussieren, statt von einer Beziehung abhängig zu sein. Er zieht bei Denis ein, der unkonventionell und ziemlich heiß ist, bekommt einen Job in der Bäckerei des gutaussehenden Luca. Dann lernt er den charmanten Mailänder Thomas kennen. Und Luca und Denis sind auch noch da…
Das Regiegespann Guida/Pilati taucht ein ins Lebensgefühl einer unkonventionell-queeren Community in Rom und erzählt schwungvoll und ausgelassen, aber stets glaubhaft davon, dass ein Neuanfang jederzeit möglich ist. Und sein muss.
Der Film läuft vor dem offiziellen Kinostart.

Cinderella the Cat

ITA

2017

Alessandro Rak, Ivan Cappiello, Marino Guarnieri, Dario Sansone

Der geniale Wissenschaftler Vittorio Basile überlebt seine Hochzeitsnacht nicht: Er wollte den Hafen Neapels wiederbeleben mit seinem technisch hochgerüsteten Schiff. Doch seine frisch angetraute Gemahlin Angelica steckt mit dem Unterweltkönig von Palermo unter einer Decke – die mächtigen Geheimnisse seines Schiffes nimmt er mit ins Grab. Jahre später ist seine stumme Tochter Mia den Bosheiten ihrer bösen Stiefmutter und deren sechs hinterlistigen Töchter ausgesetzt – ein Aschenputtel in retrofuturistisch gezeichneter Umgebung: Ein Märchen-Animationsfilm für Erwachsene. „Mit prunkendem, rauschhaft flink dargebotenem Einfallsreichtum stellt das Regiequartett das Märchen vom Kopf auf die Füße“, schreibt epd Film: „Die Regisseure tragen die Fabel mit großem Elan in eine Gegenwart, die nicht erlöst ist vom Vermächtnis jahrzehntelanger Korruption.“ Und der Filmdienst sekundiert: „In einer Mischung aus Krimi, Mafia-Thriller und Science-Fiction-Extravaganza entwickelt der Film einen visuell eigentümlichen, aus der Zeit gefallenen Genrezwitter, der vage mit dem japanischen Steampunk-Anime kokettiert.“

Allein Unter Nachbarn

ESP

2000

Alex de la Iglesia

Carmen Maura, Eduardo Antuna, Jesús Bonilla

Als Julia in der Wohnung eines verstorbenen alten Mannes 300 Mio Pesetas findet, wähnt sie sich im Glück. Doch auch ihre skurrilen Nachbarn haben es auf das Geld abgesehen. Und sie sind bereit über Leichen zu gehen. Mit ALLEIN UNTER NACHBARN ist dem spanischen Kultregisseur Alex de la Iglesia (DER TAG DER BESTIE) eine bitterböse Satire über Habgier, Neid und Heuchelei gelungen. Mit visueller Raffinesse und einer ausgeklügelten Tonspur gelingt es ihm, eine ebenso bedrohliche wie aberwitzige Atmosphäre zu schaffen. Es wimmelt nur so von verschrobenen Charakteren und unerwarteten Wendungen – bis hin zum überraschenden Finale.

La Comunidad – Allein Unter Nachbarn

Spanien

2000

Alex de la Iglesia

Carmen Maura, Emilio Guttiérrez Caba, Sancho Gracia

„La Comunidad“ bezeichnet in Spanien die Gemeinschaft der Eigentumsbesitzer in einem mehrstöckigen Wohnhaus und ist gleichzeitig ein Synonym für endlose quälende Diskussionen über Aufzüge, Treppenhausreinigung und Fassadenputz. Nach einem geplatzten Rendezvous stößt die Maklerin Julia in solch einem Haus in einem ihrer Objekte auf eine Leiche und 300 Millionen Peseten. Das Märchen vom unverhofften Reichtum verwandelt sich schnell in einen Albtraum, denn die Hausgemeinschaft spekuliert schon seit langem auf den Lottogewinn des verstorbenen Nachbarn. Die fünfte Produktion des Kultfilmers Alex de la Iglesia war in Spanien einer der großen Kassenerfolge des Jahres 2000 und erhielt drei „Goyas“. Carmen Maura (FRAUEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS) glänzt als gehetzte Wohnungsmaklerin und wurde für diese Rolle in San Sebastian als beste Darstellerin ausgezeichnet. „Wir alle sind Nachbarn. Wir alle sind bösartige und schäbige Wesen, bloß daß manche es zugeben und andere wiederum nicht.“ (Alex de la Iglesia) „eine rasante, genresprengende, energiegeladene Fingerübung“ (Variety)

Mad Circus - Eine Ballade Von Liebe Und Tod

ESP/FR

2010

Álex de la Iglesia

Carlos Areces, Antonio de la Torre, Carolina Bang

Der spanische Faschismus fungiert in dieser furiosen Groteske als Exploitationkino. Beim Festival in Venedig entzückte die Mischung aus Horror, Splatter und Drama Quentin Tarantino als Jury-Präsident und wurde mit "Beste Regie" und "Bestes Drehbuch" preisgekrönt. Ein Junge erlebt, wie sein Vater, Zirkusclown und Widerstandskämpfer gegen den Faschismus, im Bürgerkrieg von Franco-Anhängern getötet wird, und tritt als trauriger Clown in seine Fußstapfen. Mit einem fröhlichen Clown kämpft er um die Zuneigung einer betörenden Trapezkünstlerin. Durch Entwürdigung und Demütigung wird er zu einem Monster ohne Moral, das nicht nur seinem Rivalen das Gesicht zerfetzt, sondern auch sich selbst übelst zurichtet. (ab 18)

Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod

ESP/FRA

2010

Álex de la Iglesia

Carlos Areves, Antonio de la Torre, Carolina Bang

1937: Im spanischen Bürgerkrieg zwingen Republikaner die Beschäftigten eines Zirkus, gegen die Franco-Truppen zu kämpfen. Ein Clown im Kostüm metzelt die Faschisten mit einer Machete nieder, bis er hingerichtet wird, vor den Augen seines Sohnes Javier. 1973: Javier ist der traurige Clown in einem Wanderzirkus. Ein blutiges Eifersuchtsdrama führt Javier in einen mörderischen Kampf mit seinem Kollegen und Rivalen, dem brutalen Sergio, um die schöne Akrobatin Natalia, inklusive einer Trompete als Waffe, einem Biss in Francos Hand, Selbstverstümmelung mit Bleiche und Bügeleisen. Und einem heftigen Showdown auf einem 150 Meter hohen franquistischen Kreuz-Monument.
Zirkus als Metapher für den Machtirrsinn des spanischen Faschismus, schmutziges Mitternachtskino voll blutigem Wahnsinn und grell-makabrem, bitterbös-schwarzem Humor: MAD CIRCUS wurde unter anderem in Venedig für die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet.
Einführung: Harald Mühlbeyer

Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod

FRA/ESP

2010

Álex de la Iglesia

Carlos Areces, Antonio de la Torre

1937: In Spanien tobt der Bürgerkrieg. Ein Clown, von Milizen zwangsrekrutiert, findet sich, bewaffnet mit einer Machete, in einem Blutbad gegen die Faschisten wieder. Jahre später tritt dessen Sohn Javier in die Fußstapfen seines Vaters und findet als trauriger Clown in einem Zirkus Arbeit. Dessen Star ist Sergio, ein nach außen hin brillant lustiger Clown, der sich jedoch hinter den Kulissen als brutaler Sadist entpuppt. Darunter leidet vor allem seine Freundin, die Akrobatin Natalia. Als diese Gefallen an Javier findet und Javier in Natalies Bann gerät – was er beinahe mit dem Leben bezahlt – ist dies der Auftakt zu einem mörderischen Amoklauf und einer Geschichte voller Blut und Verderben, die Javier direkt bis zu Diktator Franco führt. Eine fast opernhafte Dramaturgie und eine bis in die Tiefen der Sets überbordende Ausstattung machen den Film zum großartigen cineastischen Spektakel.

Fairness – Zum Verständnis von Gerechtigkeit

GBR

2017

Alex Gabbay

Warum akzeptieren wir Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit auf so vielen Ebenen? Das ist eine der zentralen Fragen, im Leben wie in diesem Film. Bei seinen Versuchen einer Beantwortung untersucht FAIRNESS unser Verständnis von Gerechtigkeit und was es braucht, um ein unfaires System zu ändern. Dabei werden Ungleichheiten in den Gebieten Wirtschaft, Politik und Soziales aufgegriffen, um Denkanstöße und aktuelle Einsichten darüber zu liefern, was Gleichheit tatsächlich für uns bedeutet. Auf seiner Suche nach Fairness, Gleichbehandlung und Gleichberechtigung führt Regisseur Alex Gabbay soziale Experimente an, die darauf hinweisen, dass unsere Bereitschaft, ungleiche Systeme zu unterstützen, weit größer ist als wir oft zugeben mögen. Er beschäftigt sich mit Versuchen, in denen eine Wissenschaftlerin anhand von Kapuzineräffchen beweisen möchte, dass es keine evolutionäre Veranlagung zum Egoismus gibt. Und er besucht verschiedene Länder, um zu sehen, wie ganze Nationen und Volkswirtschaften auf ein faireres Miteinander ausgerichtet werden können.

Ex Machina

GBR

2014

Alex Garland

Domhnall Gleeson, Alicia Vikander, Sonoya MIzuno, Oscar Isaac

Auch, wenn Sie nicht am gesamten Symposium teilnehmen, können Sie Karten für die Spielfilme kaufen. Es gilt dabei freie Platzwahl – bei Online-Reservierung/-kauf müssen Sie aus technischen Gründen dennoch einen Platz auswählen.
Caleb, Programmierer in einem Internetkonzern, erhält von Konzernchef Nathan den Auftrag, an einem geheimen Forschungsprojekt zu Künstlicher Intelligenz mitzuwirken: Er soll die weibliche Androidin Ava einem einwöchigen Turing-Test unterziehen, um ihr menschenähnliches Denkvermögen einzuschätzen. In Gesprächen mit Ava, eingesperrt hinter Panzerglas, lässt er sich immer mehr von ihrer Individualität überzeugen – und entwickelt Gefühle für sie, fatalerweise: denn er ist nur eine Nebenfigur in einem Manipulations-Doppelspiel.
Nach einigen Drehbüchern aus dem Bereich der intelligenten Science Fiction drehte Alex Garland diesen intensiven Thriller um Künstlichkeit und Persönlichkeit, Simulation und Emotion, um Geschlechterrollen und den Machbarkeitswahn von Internetgurus. Für die besten visuellen Effekte wurde der Film mit einem Oscar ausgezeichnet.
Eintrittspreise für die Filme des Mannheimer Filmsymposiums. 10 Euro / erm. und Mitglieder 8 Euro

Enron - The Smartest Guys In The Room

USA

2005

Alex Gibney

Innenansichten eines Großkonzerns: ENRON steht für den größten Finanzskandal der US-Wirtschaftsgeschichte. Der Energie-Konzern, bei dessen Insolvenz 20.000 Menschen ihren Job verloren, gründete sein Geschäft auf konsequentes Bilanzfälschen. Schamlos hatten die verantwortlichen Manager sich persönlich bereichert und dabei zwei Milliarden Dollar an Pensionsfonds ihrer Mitarbeiter vernichtet. Der Dokumentarfilm rekonstruiert die Details dieses Börsenkrimis.

Dark City

USA

1998

Alex Proyas

Jennifer Connelly, William Hurt, Rufus Sewell, Kiefer Sutherland

Nachdem John Murdoch in einem heruntergekommenen Hotelzimmer aufwacht und eine Frauenleiche neben seinem Bett findet, kann er sich an nichts mehr erinnern. Von der Polizei gejagt, hält nur seine Frau Emma zu ihm. Obwohl die Indizien eindeutig gegen ihn sprechen, wird John das Gefühl nicht los, daß etwas nicht stimmt. Ständig ist Nacht und zu einer bestimmten Uhrzeit sind alle Menschen wie tot. Alex Proyas lässt DARK CITY wie einen typischen Film Noir der 40er Jahre beginnen: Ein Mann hat sein Gedächtnis verloren und wird mit einem geheimnisvollen Mord, einer attraktiven Frau und einem unerbittlichen Polizisten konfrontiert.. Die Atmosphäre des Alptraums, in dem der Protagonist gefangen ist, ist surreal. Proyas, der schon in seiner skandalumwitterten Produktion THE CROW in düsterste Gothik schwelgte, versucht auch hier den Geist Kafkas zu beschwören und läßt seinen Helden durch einen Nebel des Grauens schreiten.

Tom Atkins Blues

DEU

2009

Alex Ross

Sebastian Arranz, Petra Marie Cammin, Ingrid von Sicherer

Der Engländer Tommy arbeitet seit vielen Jahren im Spätkauf mitten in Berlin-Prenzlauer Berg. Im Spätkauf kriegt man alles, was man spät am Abend noch braucht. Der Laden läuft – bis sich schließlich der Supermarkt um die Ecke entscheidet, seine Öffnungszeiten bis Mitternacht auszudehnen. Tommy entschließt sich, seinen Laden zu schließen. Die Zeiten haben sich geändert, der Kiez hat sich verändert, und die Stadt hat sich verändert. Und was macht das alles mit den Menschen? Eine spannende Frage, der der Film nachspürt. Mit Songs von Jakob Ilja, dem Gitarristen von Element of Crime. (also leider mal wieder ab 18)

Queen of Earth

USA

2015

Alex Ross Perry

Elisabeth Moss, Katherine Waterston

Sommer am See. Wie jedes Jahr treffen sich die Freundinnen Catherine und Virginia im Haus von Virginias Eltern. Während Virginias Leben gerade unbeschwert dahin plätschert, droht Catherine nach dem Tod ihres Vaters und der Trennung von ihrem Freund in einer persönlichen Krise unterzugehen. Sie hofft auf Ruhe, Entspannung und Geborgenheit, doch die Ereignisse des letzten Jahres überlagern mehr und mehr die Gegenwart. Als Virginia einen neuen Freund mitbringt, kippt die Nähe zwischen den Freundinnen, das „Paradies“ verwandelt sich in einen Ort voller Vorwürfe und Abscheu. Mit diesem Film wollte sich der Regisseur nach eigenem Statement selbst herausfordern. Es geht um Privatsphäre. „Ich habe festgestellt, dass manche Menschen in einem geradezu hoffnungslosen Ausmaß unfähig dazu sind, anderen ihren Raum zu lassen. Die ständige Freude, die Menschen daran finden, Dinge über jeden außer sich selbst zu erfahren, wirkt auf mich wie eine Krankheit der Gesellschaft“, so Ross Perry. Sein Film handelt von der Reaktion einer Frau auf die Weigerung der Welt, sie in Ruhe zu lassen.

Borgman

NDL/BEL/DNK

2013

Alex van Warmerdam

Jan Bijvoet, Jeroen Perceval

Camiel Borgman versteckt sich im Wald in einem Erdloch, denn er wird von bewaffneten Männern gejagt, unter anderem von einem Priester. Borgman gelingt die Flucht. Er kommt in eine wohlhabende Siedlung, geht von Tür zu Tür und fragt, ob er ein Bad nehmen kann. Zunächst wird er abgewiesen, dann öffnet ihm ein Fernsehproduzent und Familienvater. Borgman behauptet, er kenne seine Frau Marina. Bald quartiert Borgmann sich bei der Familie ein und macht ihr das Leben zur Hölle…

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner