Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät

GBR

1969

Peter Hunt

George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Gabriele Ferzetti, Ilse Steppat, Angela Scoular

In den Schweizer Alpen versucht James Bond – einmalig verkörpert von George Lazenby – als verdeckter Ermittler herauszubekommen was sich hinter den Allergieforschungen verbirgt, die der Comte de Bleuchamp alias Ernst Stavro Blofeld (Telly Savalas) dort mit hübschen Frauen aus aller Welt betreibt. Der Schauspielerwechsel wird im Film humorvoll kommentiert: „Dem anderen wäre das nie passiert.“, sagt Bond in der Eröffnungsszene. Ein weiteres Novum: James Bond heiratet das Bondgirl Tracy (Diana Rigg), was aber nicht gut gehen kann, denn 007 muss für alle Frauen der Welt ein erreichbarer Wunschtraum bleiben.

Heavenly Creatures

NZL/GBR/DEU

1994

Peter Jackson

Melanie Lynskey, Kate Winslet, Sarah Peirse

Die Teenager Pauline Parker und Juliet Hulme (Kate Winslet in ihrer ersten Kinorolle!) sind immer zusammen, entwickeln gegen die Langeweile ihres Daseins Fantasiewelten, schwärmen für den Opernsänger Mario Lanza und den Schauspieler Orson Welles, kurz: Sie sind beste Freundinnen. Oder sogar mehr? Im Neuseeland Mitte der 1950er gilt Homosexualität als psychische Krankheit, die geheilt werden muss. Die Eltern beschließen, die beiden zu trennen – und Pauline entwickelt einen mörderischen Plan.
Am 22. Juni 1954 erschlugen die Freundinnen die Mutter von Pauline – diese hatte der Tochter verboten, zusammen mit Juliet nach Südafrika auszuwandern. Peter Jackson, der zuvor spaßige Splatterfilme gedreht hatte und danach die HERR DER RINGE-Trilogie erschaffen sollte, wurde mit diesem einfühlsamen Teenager-Kriminaldrama international bekannt – er gewann in Venedig den Goldenen Löwen.
Einführung: Manuel Hugenschmidt

Weisser Oleander

USA

2002

Peter Kosminsky

Michelle Pfeiffer, Renée Zellwegger, Robin Wright Penn

Als die exzentrische Künstlerin Ingrid erfährt, dass ihr Lebensgefährte Barry sie verlassen will, dreht sie durch: Sie vergiftet den Geliebten mit einem Oleanderextrakt. Hauptleidtragende dieses Verbrechens aus Leidenschaft ist ihre Tochter Astrid, auf die nach der Verhaftung der Mutter die typische Karriere eines Waisenkindes wartet.

Namibia Crossings

CH

2004

Peter Liechti

Zwölf Musiker aus Namibia, Angola, Simbabwe, Russland und der Schweiz gründen die "Hambana Sound Company", reisen durch ein Land von archaischer Schönheit, voll bizarrer Gegensätze und Widersprüche und spielen mit lokalen Musikern. Zwölf verschiedene Träume unterwegs in einem Land, das sich genauso wie das frisch gegründete Ensemble von Grund auf neu erfi nden muss: Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika. Die gemeinsame Suche nach den tieferen Quellen von Musik wird mehr und mehr zur Grenzerfahrung jedes Einzelnen… Nominiert für den Schweizer Filmpreis. (also leider ab 18)

Vaters Garten

CH

2013

Peter Liechti

Ein persönlicher Film über eine schwindende Generation, respektvoll und einfühlsam: Der Schweizer Peter Liechti porträtiert die Ehe seiner Eltern, Max und Hedy Liechti. Der Vater verbringt seine Zeit am liebsten in seinem Schrebergarten, während die Mutter seine Hemden bügelt und über Einsamkeit spricht. Die beiden sind grundverschieden, haben keine Gemeinsamkeiten – und führen doch seit 62 Jahren eine Ehe. Streitszenen werden mit Hasenfiguren nachinszeniert – eine wilde Mischung aus Sound-Effekten und Musik ergänzt kommentierend die skurrile, sehr berührende Aufarbeitung.

Camilo - Der Lange Weg Zum Ungehorsam

DEU

2007

Peter Lilienthal

Camilo Mejia aus Nicaragua, und dem Mexikaner Fernando Suarez, der seinen Sohn im Irak verlor. Thematisiert wird nicht nur die „Legitimität“ des Krieges im Irak, sondern auch die Fragen: Wer sind die Opfer? Warum lassen Väter ihre Söhne in den Krieg ziehen? Was bewegt junge Menschen dazu, in die US Armee einzutreten? In Zusammenarbeit mit DFG-VM und Friedensplenum:

Ein Sommersandtraum

CH

2011

Peter Luisi

Fabian Krüger, Irene Brügger

Benno ist kein liebenswerter Mensch. Er mogelt sich durchs Leben und lässt seinen Frust an Café-Besitzerin Sandra aus, die ihn jede Nacht mit musikalischer Lärmbelästigung quält und dafür bitterböse Beleidigungen einstecken muss. Plötzlich beginnt es aus Benno herauszurieseln. Er hinterlässt überall kleine Sandhäufchen und verliert zusehends an Gewicht. Mediziner und Psychologen sind ratlos. Widerwillig muss Benno erkennen, dass die Lösung seines Problems nur bei Sandra liegen kann… Die absurde Tragikomödie kombiniert Situationskomik und Leichtigkeit mit sarkastischen Beobachtungen, schrägen Figuren und viel Lust am anarchischen Witz und wurde beim Max Ophüls-Festival 2011 zum Publikumsliebling.

Das schwarze Quadrat

DEU

2021

Peter Meister

Bernhard Schütz, Jacob Matschenz, Sandra Hüller, Pheline Roggan

„Das Schwarze Quadrat“: eine Ikone der Malerei, von Kasimier Malewitsch ab 1915 in verschiedenen Versionen gemalt. Die Kunsträuber Vincent und Nils haben sich das Gemälde gekrallt, immerhin 60 Millionen Dollar wert; die Übergabe an den Auftraggeber des Raubes findet an Bord eines Kreuzfahrtschiffs statt. Doch den Plan durchzuführen, ist nicht so einfach: die beiden landen als Elvis Presley- und David Bowie-Imitatoren auf der Showbühne – und ihre Beute verschwindet. Während der junge Nils mit seinen Kunstambitionen flugs das Malewitsch-Werk kopiert – ist ja nur ein schwarzes Quadrat –, bändelt der ältere und erfahrene Vincent mit einer kunstsinnigen Dame an. Doch diese, gespielt von einer gewieft auftretenden Sandra Hüller (TONI ERDMANN), ist tatsächlich ebenfalls Kunstdiebin, und sie ist beileibe nicht die einzige, die dem Bild hinterherjagt.
Eine deutsche Komödie, die richtig lustig ist? Gibt es: „Schräge Komödie auf den Spuren von Billy Wilder und Blake Edwards“, meint Blickpunkt:Film zu DAS SCHWARZE QUADRAT, und die taz beschreibt den Film als „hochkomisch und zugleich klug.“ Peter Meister bietet Timing und Turbulenz im Quadrat, lässt klug konturierte Charaktere zwischen Selbstüberschätzung und Naivität ums Viereck tanzen – und stellt hintergründig Fragen nach Kunstwert und Originalfälschungen.

Sacco und Vanzetti

USA

2006

Peter Miller

Sie waren italienische Immigranten, sie waren Anarchisten, sie wurden 1921 wegen Raubmordes verurteilt und 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet: Im August jährte sich der Todestag von Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti zum 90. Mal, weshalb dieser aufrüttelnde Dokumentarfilm von 2006 erstmals in die deutschen Kinos kommt. Es geht um soziale Ungleichheit, es geht um Rassismus, es geht um politische Justiz, es geht um nonkonformistische Pazifisten, deren linksrevolutionäres Denken in den krisengeschüttelten USA zum Verhängnis wird. Ein Raubüberfall wird als Anlass zur Verhaftung von Sacco und Vanzetti genommen, fragwürdige Indizien führen zur Verurteilung. Den Leidensweg vom Leben zum Tod zeichnet dieser Film nach – und die Auswirkungen, die dieses Unrecht weltweit hatte in Bürgerrechtsbewegung, Kunst und Musik. 1977 wurden Sacco und Vanzetti rehabilitiert.

Blut muss fließen - Undercover unter Nazis

DEU

2012

Peter Ohlendorf

Sänger grölt Gewaltparolen, Neonazis toben, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß. Der sehenswerte Film von Regisseur Peter Ohlendorf bietet tiefe Einblicke in die rechte Szene und zeigt, wie viele junge Menschen sich tatsächlich von Rechtsrock und seiner radikalen Ideologie ködern lassen. In Anwesenheit des Regisseurs.
Do. 10.04., 17:00 Uhr: Veranstaltung nur für Multiplikatoren aus Jugend- und Sozialarbeit, Lehrpersonal usw. Anmeldung erforderlich unter: info@mannheim-gegen-rechts.de. Ort: Cinema Quadrat.
Do., 10.04., 20:00 Uhr Öffentliche Vorstellung im Jugendkulturzentrum Forum.
Fr. 11.04., 09:00 Uhr, Schulvorstellung. Anmeldung erforderlich unter juergen.brecht@mannheim.de. Ort: Cinema Quadrat

Gott Ist Brasilianer – Erlebnisse Eines Kameramanns

BRA

1985

Peter Overbeck

Der 1927 in Mannheim geborene Regisseur Peter Overbeck ist zu Gast im Cinema Quadrat und liest Passagen aus seiner Autobiografie „Gott ist Brasilianer – Erlebnisse eines Kameramanns“ vor. Peter Overbeck und seine Frau Ruth Sborowitz sind profunde Kenner Südamerikas und haben jahrzehntelang als politische Aktivisten und FilmemacherInnen in Brasilien und Chile gelebt. Vor Beginn der Lesung zeigen wir Overbecks Dokumentarfilm SIE ZERSTÖRTEN UNSERE HÄUSER UND PFLANZTEN ZUCKERROHR der die Auswirkungen des „Pro Alcool“ – Programm der brasilianischen Regierung festhält. Ein Erlass der die Umwandlung riesiger Gebiete, die ursprünglich von Kleinbauern mit Grundnahrungsmitteln bebaut wurden, in Anbauflächen für Zuckerrohr für die Erzeugung von Benzin verordnete.

Sand

DEU

1971

Peter Palitzsch

Valentin Jeker, Malte Jäger, Peter Kaufmann

Karl Ludwig Sand war Student, Burschenschaftler, Mitorganisator des Wartburgfestes 1817, ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen reaktionäre Politik und für Einheit und Freiheit. Im Februar 1819 reiste Sand nach Mannheim, suchte am 23. März die Wohnung des streitbaren und umstrittenen Publizisten August von Kotzebue auf und erstach ihn: „Hier, du Verräter des Vaterlandes!“
SAND ist die erste filmische Darstellung dieses historischen Mordes mit heftigen Auswirkungen: Sand wurde hingerichtet und als Märtyrer gefeiert, politisch war das Attentat Anlass für die Karlsbader Beschlüsse, in denen Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt, Burschenschaften verboten und das restriktive Metternich-Regime des Vormärz gefestigt wurden.
Der Film entstand nach einem Buch von Tankred Dorst, Regisseur Peter Palitzsch wurde auch durch das studentische Aufbegehren seiner Zeit inspiriert. Die Kamera führte Michael Ballhaus. Der Film wurde bei der Mannheimer Filmwoche 1971 uraufgeführt.
Einführung zu allen Vorstellungen: Dr. Peter Bär, Cinema Quadrat

Untersuchung An Mädeln

Peter Payer

Elke Winkens, Anna Thalbach

Zwei Tramperinnen werden von einem Autofahrer sexuell mißbraucht. Weil der plötzlich verschwunden ist, ist man sich im Dorf sicher: Die beiden haben ihn umgebracht. Zwischen die Verhöre auf dem Polizeirevier sind Rückblenden geschnitten, die nicht nur über das Sexualleben der Angeklagten Auskunft geben, sondern vor allem über die frauenfeindliche Doppelmoral in einem kleinen Dorf in den Siebzigern. Die rabenschwarze Kriminalsatire ist Adaption von Albert Drachs gleichnamigen Roman. Regisseur Peter Payer läßt die Kamera konsequent einen männlichen, Frauen verachtenden Blickwinkel einnehmen, sie unter den Rock und in den Ausschnitt linsen. Dazu nimmt der von Harry Rowohlt gesprochene Off-Kommentar bissig das Kriminalisten-Amtsdeutsch auf die Schippe. Und die Wahrheit über den vermeintlichen Mord? Nichts ist, wie es scheint. „…eine süffisante Abrechnung mit Vorurteilen über Männer und Frauen…“ (Blickpunkt Film)

Leningrad - Der Mann der singt

DEU/RUS

2009

Peter Rippl

„Leningrad“ heißt die russische Band, die landesweit als bekannteste Alternativ-Gruppe gilt. Trotz des Verbots durch Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow, oder vielleicht gerade deswegen, kann „Leningrad“ mit ihren Texten und ihrem Mix aus Punk, Ska und Chanson große Erfolge verbuchen. Die Liedtexte sprechen insbesondere die Außenseiter der Gesellschaft an. Nachdem Leadsänger Sergej „Shnurov“ 2008 die Auflösung der Band bekanntgab, wurde das Portrait der Musiker unter der Regie von Peter Rippl gedreht.

Camp X-Ray

USA

2014

Peter Sattler

Kristen Stewart, Peyman Moaadi

Eigentlich hatte sich Amy Cole von ihrem Beitritt zur US-Armee versprochen, endlich der Enge ihrer Kleinstadt zu entkommen. Doch zu ihrer Überraschung verschlägt sie ihr erster Auftrag nicht wie erhofft in den Irak, sondern ausgerechnet in das Gefangenenlager in Guantánamo Bay, genannt Camp X-Ray, wo sie die Insassen zu beaufsichtigen hat. Entgegen der Anweisungen beginnt sie, sich mit einem der Inhaftierten auszutauschen. Der Kontakt zu Ali, der seit Jahren auf seinen Prozess wartet, löst bei Amy ein Umdenken über ihr eigenes Verständnis von Gut und Böse aus…
In Kooperation mit Zephyr und Amnesty International

Caspar David Friedrich - Grenzen der Zeit

DEU/FRA

1986

Peter Schamoni

Helmut Griem, Sabine Sinjen, Otto Sander

In einer Mischung aus Dokumentar- und Spielszenen nähert sich der Film dem Leben und Werk des berühmten Landschaftsmalers, der erst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod als Meister gewürdigt wurde. Entsprechend ist Caspar David Friedrich hier durch seine Bilder und die Menschen, die ihn umgeben, präsent. Sein Blick auf die Landschaft wird zur Inspiration für die Kameraarbeit. Schamonis Film zeichnet sich durch große Nähe zum Werk des Malers aus. Das heißt zuallererst, dass es Schamoni und seinem exzellenten Kameramann Gerard Vandenberg gelungen ist, in Filmbildern, die in Gemälde Friedrichs überblenden, die Landschaften kongenial wiederzufinden, neu zu schaffen, die Friedrich einst inspirierten.
Einführung: Dr. Anne Vieth

Fernando Botero - Geboren in Medellin

DEU

2008

Peter Schamoni

Seine farbenfrohen Bilder zeigen Toreros und Priester, Kopien alter Meister und das Grauen von Abu Ghraib. Üppige Proportionen sind das Markenzeichen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero, dessen Leben und Werk Peter Schamoni zum 75. Geburtstag des Künstlers porträtiert. Der Mann aus Medellin, der die europäische Kunstgeschichte erobert und zum gefeierten Star einer globalen Kunstszene wird. Sein Werk ist in über 70 Einzelausstellungen von Museen aus aller Welt, von Tokio über Stockholm und Washington bis Caracas gezeigt worden. Seine monumentalen Skulpturen haben Menschen aller Kontinente begeistert. Mit einer Einführung von Dr. Mathias Listl

Max Ernst – Mein Vagabundieren, Meine Unruhe

BRD

1991

Peter Schamoni

Der Film zum 100.Geburtstag von Max Ernst leistet das, was eine Ausstellung nicht bieten kann. Zusammengesetzt aus dokumentarischen und historischen Aufnahmen und Gesprächen mit Max Ernst präsentiert er seine phantastischen Bildvisionen. Max Ernst erklärt die verschiedenen Phasen seines revolutionären Werkes und läßt die Stationen seines unruhigen Vagabundierens lebendig werden: Aufrührerische DADA-Zeit in Köln – Max Ernst als Mittelpunkt der Surrealisten in Paris – Rückzug in die Provence – Flucht nach New York – Aufenthalt im Land der Hopi-Indianer, Arizona – Rückkehr nach Europa. „Ein unschätzbares biographisches Dokument mit Sequenzen von bemerkenswerter Suggestivität.“ (Stuttgarter Zeitung)

Max Ernst. Mein Vagabundieren - Meine Unruhe

DEU

1991

Peter Schamoni

Max Ernst: Intellektueller, Erfinder, Maler, Bildhauer, Poet, Sammler; Dadaist, Surrealist, Romantiker; gefeiert, verfolgt, interniert, rehabilitiert. Regisseur Peter Schamoni setzt in seinem Dokumentarfilm zum 100. Geburtstag von Max Ernst eine Fülle von Archivmaterial und eigene Aufnahmen zu einer kunstvollen Collage zusammen. In der kaleidoskopartigen Aneinanderreihung von Bildern und Szenen nimmt Schamoni ein von Max Ernst selbst angewandtes schöpferisches Prinzip auf. Ihm gelingt eine kongeniale filmische Annäherung an eine brillante Künstler-Persönlichkeit. Auch der Künstler selbst kommt zu Wort und erklärt die verschiedenen Phasen seines revolutionären Werkes, wie die aufrührerische DADA-Zeit in Köln oder den Surrealismus in Paris. Einführung: Kunsthistorikerin Dr. Dorothee Höfert. Grußwort: Klaus Heuser, Max-Ernst-Gesellschaft. Ort : Kunsthalle

Niki De Saint Phalle – Wer Ist Das Monster Du Oder Ich?

BRD

1995

Peter Schamoni

Niki de Saint Phalle, in Paris geboren und in New York aufgewachsen, ist die Tochter einer alten französischen Adelsfamilie. Ihre ersten Kunstwerke, die sie Tirs nannte, waren wie ein Aufbegehren gegen Rollenverteilungen und Zwänge: Gezielte Schüsse auf reliefartige Gips-Assemblagen brachten verborgene Farbbeutel zur Explosion, die sich mit grellen Farbströmen über den fahlen Gips ergossen. Doch erst die Nanas machten Niki de Saint Phalle einem breiten Publikum bekannt. Seit 1979 arbeitet sie an einem Tarot-Garten in der Toskana. Das Hantieren mit ihren Lieblingsmaterialien löste bei der Autodidaktin eine schwere Krankheit aus, die sie an ein Sauerstoffgerät fesselt. Peter Schamonis Porträt der faszinierenden Künstlerin überzeugt durch experimentelle Kameraführung und Schnitt, die den knallig bunten Kunstwerken der auf filmische Weise entsprechen. Auch Jean Tinguely, der lange mit Niki de Saint Phalle zusammenlebte, und seine ‚Maschinen‘ haben ihren Platz in Schamonis Dokumentation. Wir zeigen den Film in Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim, die zur Zeit die Ausstellung „Stillstand gibt es nicht“ über Jean Tinguely präsentiert.

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