Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Faat-kiné

Senegal

2000

Ousmane Sembène

Venus Seye, Mama Ndoumbé Diop

Von den Vätern ihrer beiden Kinder verraten und betrogen, hat sich Faat-Kiné ihren wirtschaftlichen Erfolg als beneidete Geschäftsführerin einer Tankstelle in Dakar hart erkämpfen müssen. Einst wurde sie noch von der Schule verwiesen, weil sie schwanger war. Nun haben Tochter Aby und Sohn Djib das Abitur bestanden. Aber noch immer hat sie es nicht leicht. Sowohl ihre Mutter als auch ihre Kinder sind darum bemüht, einen Ehemann für sie zu finden. Als sie vom Erfolg ihrer Kinder hören, tauchen zu allem Überfluss auch noch deren Väter auf… Mit feinem Gespür für Blicke, Mimik und Gesten porträtiert Ousmane Sembène drei Frauen-Generationen einer gut situierten Großfamilie. Mit Humor und harscher Kritik an der patriarchalischen Gesellschaft unterstreicht er, dass es die Frauen sind, die Afrika voranbringen werden. „In every way a sunny film. It ends with the funniest, sexiest close-up of the year.“ (Village Voice, New York)

Mooladé - Bann Der Hoffnung

SEN/FRA

2004

Ousmane Sembene

Fatoumata Coulibaly, Maimouna Hélène Diarra, Salimata Traoré, Dominique Zeïda, Mah Compaoré, Aminata Dao

Als in einem kleinen afrikanischen Dorf die traditionelle Zeit der Beschneiderinnen gekommen ist, flüchten vier kleine Mädchen, an denen die unmenschliche Zeremonie vorgenommen werden soll, in die Obhut von Collé, die vor Jahren ihre eigene Tochter vor dem Eingriff bewahrt hat. Collé gewährt den Mädchen Schutz, indem sie einen Moolaadé, einen Bann, auf ihren Hof legt, so dass weder die Beschneiderinnen noch die Männer des Dorfes das Haus betreten können. Doch dann spitzt sich der Konflikt zu, denn die beiden Traditionen, die der Beschneidung und die andere des Moolaadé, stehen sich unversöhnlich gegenüber und drohen, die fest gefügte Ordnung des Dorfes zu zerstören. Denn immer weitere Frauen schlagen sich auf Collés Seite, so dass die Situation mehr und mehr eskaliert. Gewinner in der Sektion »Un Certain Regard« beim Filmfestival in Cannes 2004.

Verschwörung Der Herzen

Øyvind Sandberg

Kåre Morten und Per, zwei Freunde mit Down-Syndrom, führen im norwegischen Bergen ein ganz normales Leben, bis Kåre Morten sich in Maybritt verliebt. Zwischen Herzklopfen, Liebesbriefen und einer skeptischen Mutter lernt er, mit seinen Gefühlen umzugehen und vor Problemen nicht wegzulaufen. Eine anrührende Geschichte über drei Menschen, die eine ganz konkrete Utopie erlebbar machen: ein selbstbestimmtes Leben inmitten der Gesellschaft. (also ab 18)

Takva - Gottesfurcht

TUR/DEU

2006

Özer Kiziltan

Erkan Can, Güven Kiraç, Meray Ülgen, Öznur Kula, Settar Tanriögen, Erman Saban, Murat Cemcir, Settar Tanriogen

Muharrem lebt in Istanbul ein bescheidenes Leben in strenger Gläubigkeit, bis er gebeten wird, die Mieten der Besitztümer des Klosters einzusammeln. Diese neue Aufgabe ändert sein asketisches Leben in das eines angesehenen Geschäftsmannes, der sich im modernen Istanbul mit all seinen Verlockungen und Reizen zurecht finden muss. Mit TAKVA – GOTTESFURCHT legt Özer Kiziltan ein bildgewaltiges und aufwühlendes Drama vor, das von den inneren Konflikten erzählt, die einen Menschen an seine Grenzen bringen können. Dabei zeichnet er gleichzeitig ein Bild vom Aufeinanderprallen von fanatischem Glauben und westlicher Lebensweise. In der Sektion Panorama der Berlinale 2007 gewann der von Fatih Akins „corazón intenational“ produzierte Film den Fipresci-Preis der Internationalen Filmkritik.

Faust

BRD

1960

P. Gorski, G. Gründgens

Gustaf Gründgens, Will Quadflieg

Der alternde Wissenschaftler Faust ist verzweifelt auf der Suche nach Wissen und Erkenntnis. Um seiner Unwissenheit zu entkommen, verbündet er sich mit dem Teufel. Mephisto, erotisch und diabolisch zugleich, dargestellt von Gustaf Gründgens – bietet ihm zunächst ewige Jugend, die Faust in vollen Zügen genießt, vor allem, um Gretchen zu bezirzen. Faust (Will Quadflieg) ist ein leidender Sklave, der zwei Seelen in seiner Brust trägt. Er verkörpert damit den direkten Gegenpol zu Mephisto, dem Verführer aus der Unterwelt. Mephisto war Gründgens Rolle des Lebens. Unzählige Male über war der umstrittene Schauspieler, Regisseur und Intendant in die Rolle des Teufels geschlüpft. Drei Jahre vor seinem mysteriösen Tod in Manila hat er diesen charismatischen Mephisto der Nachwelt hinterlassen – durch eine Verfilmung seiner legendären Faust-Inszenierung am Hamburger Schauspielhaus.

Blancanieves

ESP

2012

Pablo Berger

Ángela Molina, Daniel Giménez Cacho

Die Schneewittchen-Geschichte auf spanisch – die kleine Carmen wird liebevoll von ihrer Großmutter aufgezogen. Denn ihr Vater, ein berühmter Torero, ist nach einem Unfall in der Arena gelähmt und kann nicht mehr sprechen, und ihre Mutter starb bei ihrer Geburt. Als auch die Oma stirbt, wird sie von ihrer Stiefmutter als Dienstmädchen missbraucht, ein paar Jahre später will diese das Mädchen sogar töten lassen. Doch Carmen findet bei fahrenden Stierkämpfern und Clowns Zuflucht. Carmen wird bald zur Königin der Corridas…
Zauberhaft-spannendes Stummfilm-Märchen in schwarz-weiß, das im Sevilla der 1920er Jahre spielt. In mehreren Kategorien des spanischen Filmpreises Goya ausgezeichnet.

Blancanieves - Ein Märchen von Schwarz und Weiß

ESP/FRA

2012

Pablo Berger

Macarena García, Daniel Giménez Cacho, Maribel Verdú, Sofia Oria

Als Stummfilm und in Schwarz-Weiß erzählt der spanische Regisseur Pablo Berger die „Schneewittchen“-Geschichte der Brüder Grimm neu: Carmencita wird geboren, während ihr Vater als Stierkämpfer in der Arena schwer verletzt wird; ihre Mutter stirbt im Kindbett. Der gelähmte Vater wird von der strengen Stiefmutter strikt von seiner Tochter abgeschirmt; schließlich lässt die Stiefmutter Carmencita von ihrem Geliebten töten. Doch ein Kleinwüchsiger rettet sie. Fortan reist sie mit ihm und seinen sechs Kollegen im Jahrmarktwagen umher und wird zum Startorero bei Schau-Stierkämpfen. Zum Missfallen der Stiefmutter…
Berger überführt auf hochoriginelle Weise den „Schneewittchen“-Stoff in ein einfallsreich inszeniertes Filmdrama. Er reist mit seinem modernen Stummfilm zurück in die Frühzeit des Kinos, verbindet Realität und Phantastik, Tragik und Komik: „furioses Spektakel im Flamenco-Rhythmus.“ (FAZ)
Einführung: Cosima Besse

Las acacias

ARG

2010

Pablo Giorgelli

Germán de Silva, Hebe Duarte

LAS ACACIAS erzählt die Geschichte eines LKW-Fahrers, der eine Frau mitsamt ihrer fünfmonatigen Tochter auf der Strecke von Paraguay nach Buenos Aires mitnimmt. In einem subtilen und sehr zärtlichen Roadmovie liefert der Regisseur eine schwergewichtige Erzählung über Einsamkeit und den Schmerz des Verlustes. Ein wunderbares Stück Menschlichkeit, anrührend und lebensvoll gespielt.
Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme beim Festival de Cannes.

¡no! – Nein

CHL

2012

Pablo Larrain

Gael García Bernal, Antonia Zegers

Ein junger chilenischer Werbefachmann, der bisher weniger durch politisches Engagement als vielmehr durch smarte Kampagnen für Softdrinks aufgefallen ist, gerät eher widerwillig in eine Situation, die ihn zunehmend politisiert: Er soll 1988 durch eine Werbekampagne für genug Nein-Stimmen sorgen, um das Regime des Diktators Pinochet zu beenden. Die Regierung hat die Volksabstimmung eigentlich nur pro forma und zur Beschwichtigung des Auslands angesetzt und rechnet nicht ernsthaft mit Gegenwind, zumal Pinochet die Medien weitgehend kontrolliert. Doch dann entwickelt die Kampagne eine ganz eigene Dynamik…

Neruda

CHL/ARG/FRA/ESP

2016

Pablo Larraín

Luis Gnecco, Gael García Bernal, Alfredo Castro, Mercedes Morán

1948. In einer flammenden Rede bezichtigt Senator Pablo Neruda, berühmter Dichter und Kommunist, die Regierung Präsident Videlas des Verrats – und muss umgehend abtauchen, mitten in der Arbeit an seiner epochalen Gedichtsammlung „Canto General“. Verfolgt vom melancholischen Polizisten Peluchoneau beginnt ein bizarres Katz-und-Maus-Spiel: Immer wieder legt Neruda selbst Spuren, um seinem hartnäckigen Verfolger im letzten Moment zu entkommen. In der imposanten Bergwelt der chilenischen Kordilleren macht sich Neruda schließlich daran, das letzte Kapitel des Duells mit Peluchoneau in Szene zu setzen…
Dichtung und Wahrheit, biographische Erzählung, Fantasie und Fiktion gehen übergangslos ineinander über.

Das letzte Geschenk

ARG/ESP

2017

Pablo Solarz

Miguel Ángel Solá, Ángela Molina, Martin Piroyansky, Natalia Verbeke

Als ihn seine Töchter ins Seniorenheim stecken wollen, steigt Abraham, 88jähriger jüdischer Schneider in Buenos Aires, kurzerhand ins Flugzeug in Richtung Polen: Dort will er einen Jugendfreund suchen, der ihm während des Holocaust das Leben gerettet hat, und ihm ein Geschenk bringen: den letzten von ihm gefertigten Anzug. Der kauzige, eigensinnige Abraham verliert auf seiner Odyssee quer durch Europa seine Fahrkarten, sein Geld und fast auch sein Bein, trifft aber auf schräge Gestalten und besondere Menschen. Und die Reise geht weiter, auch weiter in die Erinnerung an die Gräuel seiner Kindheit hinein.
Die elegant ausbalancierte Tragikomödie gewann auf den Festivals in Miami, Philadelphia und Atlanta jeweils den Publikumspreis, in Seattle wurde Miguel Ángel Solá als bester Hauptdarsteller geehrt.

3/tres

URU

2012

Pablo Stoll

Humberto de Vargas, Sara Bessio

Rodolfo ist Zahnarzt und liebt Fußball. Mit seiner zweiten Frau lebt er in Montevideo. Schon länger allerdings empfindet er keinen Spaß mehr am Leben. Die Freundin erscheint nicht mehr und beim Fußball wird er plötzlich ausgeschlossen. Doch dann liegt ein wichtiges Ereignis an: Der sechzehnte Geburtstag seiner Tochter Ana aus erster Ehe steht unmittelbar bevor. Anstelle des üblichen Telefonats beschließt Rodolfo, seine Ex-Familie spontan zu besuchen. Eine dramatisch eingefärbte Familienkomödie mit glaubwürdigen Figuren.

Leonera - Löwenkäfig

ARG

2008

Pablo Trapatero

Eines Morgens entdeckt Julia beim Duschen eine Wunde an ihrem Hals. Als sie am Abend in ihre Wohnung zurückkehrt, schwant ihr, dass letzte Nacht etwas Furchtbares geschehen sein muss: Sie findet die Körper ihrer beiden Mitbewohner auf dem Boden liegend, einer der beiden ist bereits tot. Sie wird festgenommen, wegen Mordes verurteilt und landet, da sie schwanger ist, im Gefängnis in der Abteilung für Mütter und Schwangere. Dort muss sie lernen, was es heißt, von einem Tag auf den anderen in eine neue Welt geworfen zu werden…

Familia Rodante – Argentinisch Reisen

ARG

2004

Pablo Trapero

Liliana Capurro, Graciana Chironi, Ruth Dobel

Die 84jährige Emilia aus Buenos Aires wird zu einer Hochzeit in ihren Geburtsort im Norden des Landes eingeladen. Emilia mobilisiert ihren Sohn, dieser sein altes Wohnmobil und dann macht sich die 14-köpfige Großfamilie aus vier Generationen auf die über tausend Kilometer lange Reise. Sie sehen imposante Landschaften, kämpfen mit allerlei technischen Problemen und werden auch emotional gehörig durchgerüttelt. Alte Liebschaften brechen auf, Intrigen werden gesponnen… Doch Emilia navigiert die Familie unaufhaltsam weiter auf dem Weg zum großen Fest.

Carmina o Revienta

ESP

2012

Paco Léon

Carmina Barrios, María León

Carmina ist 58 Jahre alt und führt seit vielen Jahren einen eigenen Lebensmittelladen in einem Vorort von Sevilla. Hier verkauft sie iberische Produkte und bringt damit ihre Familie über die Runden. Doch eines Tages wird ihr Geschäft gleich mehrfach überfallen und die Versicherungsgesellschaft weigert sich, sie für ihren Verlust zu entschädigen. Weil sie aber auf die Einnahmen angewiesen ist, schmiedet Carmina einen Plan, um sich ihr Geld auf eigene Faust zurückzuholen. Schön-spanische, preisgekrönte Dramödie zum Leiden und Lachen – con corazón!

Viva

IRL/CUB

2015

Paddy Breathnach

Héctor Medina, Jorge Perugorría, Luis Alberto García

Jesus hat einen Traum: Einmal mit einer Drag-Performance auf der Bühne zu stehen. Als er endlich die Chance seines Lebens bekommt, wird er von einem Gast auf offener Bühne attackiert. Wie sich herausstellt, ist der Angreifer Jesus‘ Vater Angel, den er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Nun müssen sich beide zusammenraufen: Jesus, der unter dem Künstlernamen Viva Travestie-Karriere machen will, und Angel, der sich bei ihm einnistet. VIVA, Publikumsliebling von Sundance und Telluride, wurde komplett an Originalschauplätzen gedreht und zeigt Havanna als pulsierende Metropole mit ausschweifendem Nachtleben. „Mein Ziel war es, die impulsiv-romantische Tonlage der Drag-Performances mit der realistischen Darstellung des Lebens in Kuba zu kombinieren“, erklärt Regisseur Paddy Breathnach – es ist der erste spanischsprachige Spielfilm des irischen Regisseurs. Ein Film über die eigene Stärke, zu der man oft nur über Umwege findet – ein Film, der guttut.

La Singla

ESP/DEU

2023

Paloma Zapata

Dokumentarfilm

Antonia Singla: Als Kind verlor sie nach einer Hirnhautentzündung das Gehör. Sie lernte früh, Flamenco zu tanzen, ohne die Musik zu hören, allein anhand der Gitarrenschläge. In den 1960ern, mit 17 Jahren, galt sie als beste Flamencotänzerin der Welt. Sie ging mit Ella Fitzgerald auf Tour, tanzte für Dalí, war auch in Deutschland höchst erfolgreich; Jean Cocteau sagte über sie, sie „spuckte Feuer aus ihrem Mund und löschte es mit ihren Füßen“. Mit 30 Jahren trat sie von der Bühne ab und verschwand spurlos. 50 Jahre später entdeckt eine Journalistin zufällig Archivmaterial über La Singla. Fasziniert macht sie sich auf Spurensuche: Wie wäre es, die entschwundene Weltklassetänzerin ausfindig zu machen?

Regisseurin Paloma Zapata: „Dieser Film soll eine Frau vor dem Vergessen bewahren, die ihrer Zeit voraus war und zu Unrecht aus der Geschichte verschwunden ist, obwohl sie einen großen Beitrag zum Flamenco, zur Roma-Kultur und zur Gehörlosengemeinschaft geleistet hat.“

An den Ufern der heiligen Flüsse

FRA/IND

2013

Pam Nalin

Das Kumbh-Mela-Fest ist das größte hinduistische Glaubensfest und zieht tausende Menschen aus aller Welt an. Hier kommen spirituelle Größen und außergewöhnliche Menschen zusammen, wie z. B. der Hatha Yogi Baba: Er hat der weltlichen Gesellschaft bereits entsagt, um zurückgezogen als Mönch zu leben, als er eines Tages ein ausgesetztes Baby an seiner Türschwelle findet und sich dessen annimmt. Filmemacher Pan Nalin reiste sehr unvoreingenommen zu dem Glaubensfest, nicht wissend, wen oder was er dort entdecken würde. Er traf individuelle Schicksale, die in religiöser Umgebung aufeinander treffen und im Glauben ihren gemeinsamen Nenner finden. Nalin zeigt, dass in einer Zeit, in der Religion oftmals nur als kommerzieller Trend zelebriert wird, der wahre Glaube mehr denn je durch die Armen dieser Welt in ihrem Kern begriffen wird. Ergreifend, nachdenklich stimmend, besonders.

Be Natural – Die Filmpionierin Alice Guy-Blaché

USA

2018

Pamela B. Green

Sie war nicht nur die erste Filmemacherin, nein: Es gab 1896 auch kaum männliche Regisseure. In der allerersten Zeit des Kinos drehte Alice Guy-Blaché ihren ersten Film; erst wenige Monate zuvor hatten die Lumière-Brüder ihren Kinematographen vorgestellt. Alice Guy war damals Sekretärin bei der Firma Gaumont – und schlug ihrem Chef vor, ins Filmgeschäft einzusteigen. Bis 1906 leitete sie die Gaumont-Produktionen, sie entwickelte Form und Sprache des Spielfilms weiter und drehte selbst. Nach ihrer Heirat mit dem Kameramann Herbert Blaché siedelte sie in die USA über, gründete eine eigene Produktionsfirma – und wurde doch von der (männlich geprägten) Filmgeschichte vergessen.
Erzählt von Jodie Foster führt BE NATURAL diese Filmpionierin auf den ihr zustehenden Platz – und weckt ein Bewusstsein für den wichtigen weiblichen Anteil an der Filmgeschichte. Als Autorin, Regisseurin und/oder Produzenten stand Alice Guy-Blaché hinter mehr als 1000 Filmen.

Ein Tag ohne Frauen

USA/ISL

2024

Pamela Hogan

Dokumentarfilm

Am 24. Oktober 1975 gingen 90 Prozent der isländischen Frauen in Streik: Sie legten ihre Arbeit nieder, verließen ihre Häuser, weigerten sich zu kochen oder sich um die Kinder zu kümmern. Sie wollten nicht hinnehmen, dass ihre Arbeit in Betrieb und Familie unterbewertet wird. Mit ihrem Streik brachten sie das ganze Land zum Stillstand, und Island wurde zum „besten Ort der Welt, um eine Frau zu sein.“ Zum ersten Mal erzählen die Frauen selbst von diesem TAG OHNE FRAUEN, subversiv, humorvoll und mit spielerischen Animationen versehen. „Wir liebten unsere chauvinistischen Schweine“, erinnert sich eine der Aktivistinnen, „wir wollten sie nur ein wenig verändern!“ Heute gilt Island als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt, wenn es um Gleichberechtigung geht, und belegt regelmäßig Platz 1 auf dem Index der Geschlechterparität.

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