Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die Russische Hochzeit

Pawel Lungin

Marat Basharov, Maria Mironova, Andrei Panine

Tanja kommt nach Jahren aus Moskau zurück in ihr kleines Heimatdorf. Sie behauptet, dort Model gewesen zu sein, die Dorfbewohner glauben jedoch etwas anderes. Dem naiven Mischa macht das nichts aus. Er war schon als Junge in sie verliebt und sie stimmt im Scherz einer Hochzeit zu. Die Sehnsucht nach einem glücklicheren Leben in Moskau, der zum Festessen gehörende Fisch, Wodka und Musik bis zur Bewußtlosigkeit – Lungin spielt mit den Versatzstücken russischer Identität.Doch was zunächst noch folkloristisch anmutet, wandelt sich schon bald zum zwanghaften Delirium, mit dem man die öde Wirklichkeit verdrängt. Wie in den Vorgängerfilmen TAXI BLUES und LUNA PARK lässt Lungin seine diesmal digitale Kamera hautnah und rasant durch die Szenerien streifen. Dem Zorn über die politischen und wirtschaftlichen Zustände in Rußland fügt er eine gehörige Portion Humor und Derbheit hinzu, die sich aus den Dorfstukturen ergeben, wo jeder jeden kennt, die Braut zwischenzeitlich entführt werden muß und eine gestohlene Dienstpistole beinahe eine Katastrophe auslöst.

Ida

POL

2013

Pawel Pawlikowski

Agata Kulesza, Agata Trzebuchowska

Polen 1962: Die junge Anna ist als Waise bei Nonnen aufgewachsen Im Noviziat steht sie kurz vor dem Ordensgelübde, als sie ihre einzige lebende Verwandte, ihre Tante Wanda, besucht. Von ihr erfährt sie, dass sie in Wahrheit Jüdin ist und Ida heißt. Gemeinsam begeben sich die beiden Frauen auf eine Reise in ihre verborgene und tragische Familiengeschichte. Sie scheinen sich immer mehr von sich selbst zu entfremden. Ein Film von selten konzentrierter Kraft, ein sensibles Drama über die Unmöglichkeit des Vergessens. In poetischen Schwarz-Weiß-Bildern, gerahmt im Retro-Format 4:3 erreicht er die visuelle Eindringlichkeit alter Fotografien, samt ihrer in die Vergangenheit weisenden Sogwirkung. In Frankreich feierte »Ida« nach wenigen Tagen einen Besucherrekord.
19. – 21.06. in deutscher Synchronfassung
22. – 24.06. Original mit Untertiteln

Last Resort

GBR

2000

Pawel Pawlikowski

Dina Korzum, Artiom Strelnikov, Paddy Considine

Tanja kommt aus Liebe nach England. Und findet sich wieder am Ort der ‘letzten Zuflucht’. Die Russin Tanja und ihr Sohn Artiom werden bei ihrer Ankunft in England von der Einwanderungsbehörde sofort beargwöhnt. Mark, den sie zu heiraten hofft, ist nicht wie versprochen am Flughafen erschienen. Um der unverzüglichen Rückführung nach Moskau zu entgehen, beantragt Tanja politisches Asyl. Sie und Artiom werden in einem gesichtslosen Betonbau in Stonehaven einquartiert, wo sie mit dutzenden Anderen dem ungewollten Asylverfahren entgegensehen. Am Ende Ihrer Reise steht Tanja vor der Entscheidung, ob sie mit Alfie, einer neuen Liebe, ein neues Leben beginnt oder nach Russland zurückkehren will.

Die Hälfte der Stadt

DEU

2015

Pawel Siczek

Regisseur Pawel Siczek zeigt in seinem beeindruckenden Dokumentarfilm die lange verschollen geglaubten Porträtaufnahmen des jüdischen Fotografen und Regionalpolitikers Chaim Berman. Dieser dokumentierte wie Deutsche, Polen und Juden friedlich zusammenlebten, doch Berman richtete auch das Objektiv auf seine Umgebung, als sich die Lage nach 1930 verschlechterte. Verlassen wollte er seine Heimat jedoch nicht. DIE HÄLFTE DER STADT nimmt den Zuschauer mit wunderbar animierten Sequenzen mit auf eine Reise durch die Gezeiten eines turbulenten europäischen Jahrhunderts, und erzählt die bewegende Geschichte eines Mannes, dessen Überzeugungen fortschrittlicher waren, als die Welt in der er lebte.
Mitgliederakion: am 13.03. ist der Eintritt für Mitglieder des Cinema Quadrat e.V. frei.

Lunana. Das Glück liegt im Himalaya

BTN

2020

Pawo Choyning Dorji

Sherab Dorji, Ugyen Norbu Lhendup, Pem Zam

Der junge Ugyen träumt davon, im Ausland als Musiker Karriere zu machen – doch er wird für sein letztes Ausbildungsjahr als Lehrer aus der bhutanischen Hauptstadt Thimphu ins Lunana-Tal an den Hängen des Himalaya versetzt. Im Dorf Lhedi auf 4.000 Meter Höhe liegt die wohl abgelegenste Schule der Welt: Hier warten ein Dutzend Kinder wissbegierig auf den Unterricht… Ein Film aus Bhutan: Das ist eine Seltenheit. Wenn er dann noch so gelingt wie LUNANA, ist es ein Glück: Der arrogante Stadtmensch, der auf das einfache Leben in der Bergwelt trifft, bietet große Möglichkeiten für diese Komödie, die fast dokumentarisch nah am Leben ist, ohne falscher Romantik anzuhängen.
Die Sektion KINDERFILMFESTIVAL des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg bietet im Festivalzeitraum vom 16. bis 26.11. Vorstellungen für Schulen an. Im Rahmen der Open Teacher Night findet um 17.15 Uhr eine Informationsveranstaltung für Pädagog*innen im Kinosaal statt.
Der Eintritt ist frei! Reservierungen für die Informationsveranstaltung und den Film unter kinderfilmfest@iffmh.de
Mi. 14.06., 17:15 Informationsveranstaltung, 17:30 Uhr Film

All We Imagine as Light

IND/FRA/NLD/LUX

2024

Payal Kapadia

Kani Kusruti, Divya Prabha, Chhaya Kadam, Hridhu Haroon

In Mumbai gerät der Alltag der Krankenpflegerin Prabha aus den Fugen – sie hat sich von ihrem in Deutschland lebenden Ehemann entfremdet, versucht, die Vergangenheit zu vergessen, als sie von ihm ein unerwartetes Geschenk erhält. Währenddessen sucht ihre jüngere, frisch verliebte Mitbewohnerin Anu einen Platz für intime Zweisamkeit mit ihrem Freund. Zufällig entdecken die Frauen am Strand einen Ort, an dem sich ihre Sehnsüchte erfüllen sollen, ein mystischer Wald, ein Raum der Freiheit, der den Frauen zur Verwirklichung ihrer Träume verhilft.

Mit großer Eindringlichkeit und Sensibilität begleitet Regisseurin Payal Kapadia ihre Protagonistinnen durch den Alltag und liefert so ein wahrhaftiges, poetisches Porträt des Lebens von Frauen im Zwiespalt zwischen dem Streben nach Autonomie, selbstbestimmter Liebe und den Fesseln der Tradition im heutigen Indien. Ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury in Cannes!

Alles über meine Mutter

ESP/FRA

1999

Pedro Almodóvar

Cecilia Roth, Marisa Paredes, Antonia San Juan, Penélope Cruz

Die Krankenschwester Manuela verliert nach einem tragischen Unfall ihren 17-jährigen Sohn Esteban und begibt sich auf eine Reise von Madrid nach Barcelona, um den anderen Elternteil ihres Kindes zu finden. Sie trifft auf ihrem Weg alte Freundinnen und wird mit der Vergangenheit konfrontiert, der sie 17 Jahre zuvor entflohen ist. ALLES ÜBER MEINE MUTTER ist ein intensives Melodram; eine Hommage an Frauen, die kreativ in einer von Männern dominierten Welt ihre Ziele erreichen. Oscar für den besten fremdsprachigen Film!

Das Kloster zum Heiligen Wahnsinn

ESP

1983

Pedro Almodóvar

Cristina Sánches Pascual, Julieta Serrano, Carmen Maura, Lina Canalejas

Die drogenabhängige Nachtclubsängerin Yolanda sucht Zuflucht in einem Kloster, das sich um „gefallene Mädchen“ kümmert. Auf ganz eigene Weise: Schwester Straßenratte schreibt Schundromane, Schwester Chaos hält sich den Tiger Eros als Haustier, Schwester Kot gibt LSD aus… Und die Mutter Oberin plant nicht nur eine Erpressung, sondern ist auch Yolanda obsessiv verfallen.

Almodóvars dritter Spielfilm wurde in Cannes wegen seines Umgangs mit Religion nicht gezeigt, nach der Venedig-Premiere wurde ihm Blasphemie vorgeworfen. „Wild, frech, absurd und gerne auch den guten Geschmack in den Müllschlucker gestopft: Pedro Almodóvar darf hier noch voll anarchisches Kind sein und ballert ungehemmt drauf los.“ (Moviebreak.de)

Die Haut In Der Ich Wohne

ESP

2011

Pedro Almodóvar

Elene Anaya, Antonio Banderas, Penélope Cruz

Vera, eine bildhübsche Frau, wird Tag und Nacht in der Schönheitsklinik von Professor Roberto Ledgard bewacht. Er ist ein brillanter Schönheitschirurg, der von tragischen Ereignissen der Vergangenheit verfolgt wird. Ledgard hat eine synthetische Haut erschaffen, die jedem Schaden Stand hält. Vera ähnelt Ledgards verstorbener Frau und ist der Schlüssel zu seiner Besessenheit. Mitten im Film, gibt es einen furiosen Bruch der den Zuschauer desorientiert – neuer Stil, neuer Look, neues Personal, dann fügen sich die disparaten Stücke zusammen. Aber Almodóvar, der provokationsfreudige, Oscar-prämierte spanische Starregisseur, darf es. Denn er kann es. Vorgestellt von Mechthild Zeul.

High Heels - Die Waffen einer Frau

ESP

1991

Pedro Almodóvar

Victoria Abil, Marisa Paredes, Miguel Bosé, Féodor Atcin, Javier Bardem

Rebeca hatte einst, als Kind, ihrer Mutter zur Karriere als Sängerin verholfen: Sie hat dem Stiefvater Schlafmittel gegeben, die Mutter konnte in Amerika groß rauskommen; die Tochter Rebeca und ihren Liebhaber Manuel ließ sie in Spanien. 15 Jahre später sind Rebeca und Manuel verheiratet, als die Mutter zurückkehrt. Dann wird Manuel erschossen – und Rebeca, tatverdächtig, findet sich in einem verwirrenden Chaos aus Transvestiten, geheimnisvollen Richtern, zänkischen Geliebten und einer Mutter, die sie vielleicht doch liebt, wieder…

Vielschichtig, abgründig, grellbunt: Almodóvar präsentiert die schrille Geschichte eines Mutter-Tochter-Konflikts. „Knalliges Pop-Art-Melodram um Liebe, Leidenschaft und Tod in einer von Egoismus geprägten Gesellschaft, konzipiert als ein von schwarzem Humor, Ironie und Hysterie durchtränktes Psychogramm.“ (Filmdienst)

Julieta

ESP

2016

Pedro Almodóvar

Emma Suárez, Adriana Ugarte, Rossy de Palma, Daniel Grao

Julieta, Anfang 50, trifft eine ehemalige Jugendfreundin ihrer Tochter Antía wieder. Aufgewühlt von dieser Begegenung schreibt sie ihre Erinnerungen auf: Als ihr Mann Xoan, ein galizischer Fischer, auf See starb, blieb sie mit ihrer Tochter allein zurück. Die Frauen trauern um den Ehemann und Vater, doch der Schmerz eint sie nicht, sondern treibt sie immer weiter auseinander. An ihrem 18. Geburtstag lässt Antía die am Boden zerstörte Julieta allein und verzweifelt zurück – über Jahre weiß sie nichts von ihrer Tochter, erkennt nur, wie wenig sie sie kennt.
Basierend auf drei Kurzgeschichten von Alice Munro inszeniert Almodóvar ein Melodram der Erinnerungen, der Trauer, der Schuldgefühle – und verdeutlicht in den komplexen Beziehungsgeflechten des Films, wie sehr Ausschnitte der Wahrheit in der eigenen Perspektive verabsolutiert werden.
Referentin: Angelika Gilliard

La Mala Educación

ESP

2004

Pedro Almodóvar

Gael García Bernal, Fele Martinez, Daniel Gimenez Cacho

Madrid zu Beginn der 80er: Der gesellschaftlichen Aufbruchstimmung zum Trotz leidet Regisseur Enrique unter einer kreativen Blockade. Da klopft, nach sechzehn Jahren Abwesenheit nicht nur äußerlich verändert, sein alter Schulkamerad Ignacio an die Tür und weckt Erinnerungen an die alten, keineswegs immer guten Zeiten im katholischen Knabenheim des zudringlichen Padre Manolo. Ignacio hat ein Drehbuch über diese Zeit verfasst, dessen Umsetzung schon bald alte Wunden aufreißt und neue schafft… Ex-Klosterschüler Almodovar widmet sich in diesem kunstvoll verschachtelten, sehr persönlichen Werk der Kirche und ihren schwärzesten Schafen – leider hochaktuell…

Labyrinth Der Leidenschaften

ESP

1992

Pedro Almodóvar

Cecilia Roth, Imanol Arias, Helga Liné

Im tabubrechenden Film LABYRINTH DER LEIDENSCHAFTEN kommt Prinz Riza Niro inkognito nach Madrid. Seine Mutter Toraya sucht ihn, muslimischen Verschwörer verfolgen ihn. Sexilia, die nymphomanische Tochter eines impotenten Arztes, der die künstliche Befruchtung erfunden hat, bekehrt den schwulen Prinzen zur Heterosexualität.

Leid und Herrlichkeit

ESP

2019

Pedro Almodóvar

Antonio Banderas, Penélope Cruz, Asier Etxeandia, Leonardo Sbaraglia, Nora Navas, Julietta Serrano

Drei Epochen eines Lebens entfaltet Pablo Almodóvar in diesem schillernden Vexierspiel zwischen Fiktion und autobiografischem Erzählen: Regisseur Salvador Mallo ist ganz unten, von Alter und Hypochondrie gezeichnet, von der Heroinsucht beherrscht. Aufgewachsen war er in ärmlichen Verhältnissen in den 1960er Jahren, in den 1980ern zog es ihn nach Madrid, wo er zum gefeierten Filmemacher aufstieg. Er reflektiert nicht nur sein Leben, die Begegnungen, die er hatte, die liebevolle Beziehung zur Mutter und zu seiner großen Liebe Federico, nein: Er erlebt sie körperlich nach…
Almodóvar lässt sein Alter Ego von Antonio Banderas, den Star seiner frühen Filme, spielen, zart und verletzlich: So wird der Film zur Bestandsaufnahme eines Lebens voll labyrinthischer Leidenschaften; ein Alterswerk, das vor Vitalität sprüht.
Vorgestellt von: Edeltraut Tilch-Bauschke

Live Flesh

Spanien

1997

Pedro Almodóvar

Liberto Rabal, Javier Bardem, Francesca Neri, Angela Molina

Am Anfang stehen die Ereignisse einer Nacht in Madrid: Der junge Victor will sich mit der Zurückweisung durch die schöne Elena nicht abfinden. Er streitet mit ihr, die beiden Polizisten Sancho und David kommen hinzu, im folgenden Handgemenge fällt ein Schuß. Die Kugel verursacht bei dem Polizisten David eine Querschnittslähmung und Victor landet für sechs Jahre im Knast. Die drogenabhängige Elena kompensiert ihre Schuldgefühle gegenüber dem versehrten Polizisten, indem sie ihn heiratet und der Sucht entsagt. Doch Victor plant im Gefängnis eine Rache der besonderen Art: Er will der beste Liebhaber der Welt werden, Elena eine unvergeßliche Nacht bereiten und sie dann verstoßen. Die komplizierte Story wirkt, sobald man sie sieht, glaubhaft und stringent. Nach einem Buch der Krimiautorin Ruth Rendell entstanden, ist der Film eigentlich kein Krimi, aber doch sehr spannend. Für einen Film von Almodóvar ist LIVE FLESH erstaunlich wenig schrill. Hier geht es nicht um Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, sondern um energiegeladene Männer, die auf eher ernsthafte Art und Weise ins Bild gesetzt werden. Vor allem Javier Bardem als Behinderter begeistert durch seine Präsenz. Der Elan und die Zielstrebigkeit, mit der er sich nach seiner Verletzung durchs Leben kämpft, sind faszinierend. „Ein Film voll Lebenskraft und Energie – Krimi und Melodram zugleich. Freude, Lust, Schuld, Leidenschaft, Tragik und Komik bedingen einander und wechseln sich ab. Es ist ganz einfach ein großer Film.“ (Cahiers du cinéma)

Parallele Mütter

ESP

2021

Pedro Almodóvar

Penélope Cruz, Milena Smit, Israel Elejalde, Aitana Sánchez-Gijon, Rossy de Palma

Zwei Frauen, zwei Schwangerschaften, zwei Leben. Janis und Ana erwarten beide ihr erstes Kind und lernen sich zufällig im Krankenhaus kurz vor der Geburt kennen. Beide sind Single und wurden ungewollt schwanger. Janis, mittleren Alters, bereut nichts, Ana ist ein Teenager, verängstigt, reumütig, traumatisiert. Monate später findet Janis heraus, dass ihre Tochter nicht von ihr ist. Und Ana ist in ihre Nachbarschaft gezogen…
In größter stilistischer und erzählerischer Meisterschaft verbindet Almodóvar sein emotional-spannendes Drama um parallele Elternschaft mit der Suche nach einem Massengrab aus dem spanischen Bürgerkrieg, für die sich Janis engagiert: Sein Film spreche „über Vorfahren und Nachkommen, über die Wahrheit der historischen Vergangenheit und die intimste Wahrheit der Figuren“, so Amodóvar. Penélope Cruz wurde in Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet.
Referentin: Renate Kramer

Sprich mit ihr

ESP

2002

Pedro Almodóvar

Javier Camara, Dario Grandinetti, Rosariao Flores

In einem Krankenhaus kümmern sich zwei unterschiedliche Männer um zwei Patientinnen im Wachkoma: Der naive Krankenpfleger Benigno widmet sich der Ballettschülerin Alicia, die Opfer eines Verkehrsunfalls geworden ist, und spricht mit ihr. Der skeptische Journalist Marco sitzt Tag und Nacht trauernd und schweigsam am Bett der von einem Stier verletzten Matadorin Lydia. Das gemeinsame Schicksal verbindet die beiden unterschiedlichen Charaktere und es entwickelt sich eine enge Freundschaft. Bis Marco auf einer Auslandsreise erfährt, dass Benigno in U-Haft sitzt, da er in Verdacht steht, Alicia geschwängert zu haben. „SPRICH MIT IHR ist ein Film über die unerfüllte Sehnsucht, über die destruktive Kraft der Leidenschaft und die Einsamkeit der Liebe. Seine kalten Szenarien erzählt der Film mit warmen, lebendigen Farben; und wie immer ist Almodóvar ein Magier, der aus den Elementen der Trauer am Ende einen Regenbogen der Hoffnung zaubert.“ (Filmdienst 16/2002)

The Room Next Door

ESP

2024

Pedro Almodóvar

Julianne Moore, Tildas Swinton, John Torturro, Alex Høgh Andersen

Ingrid, Bestsellerautorin, erfährt bei einer Signierstunde ihres neuen Buches „On Sudden Deaths“ von der schweren Krebserkrankung ihrer alten Freundin Martha. Die beiden begegnen sich wieder, lassen die Freundschaft wieder aufleben. Und Martha tritt mit einer Bitte an Ingrid heran: Sie hat sich eine Pille besorgt, in einem Landhaus will sie selbstbestimmt sterben. Und sie will dabei nicht allein sein.

Pedro Almodóvar, der „Maestro des Melodrams“ (kino-zeit.de), zeigt in seinem ersten englischsprachigen Langfilm seine ganze Meisterschaft im Entfalten der Geschichte, im Porträt der Charaktere, in der Eleganz der Bilder: „THE ROOM NEXT DOOR fließt wie eine Ballade und ist in seiner Form wie ein Sonett: das Leben, die Krankheit, der Tod, dann die Stille danach.“ (kino-zeit.de)

Volver - Zurückkehren

ESP

2006

Pedro Almodóvar

Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas, Blanca Portillo

Als Putzfrau Raimunda nach Hause kommt, findet sie ihre verstörte Tochter und ihren in Notwehr erstochenen Mann vor. Er hat betrunken die Tochter missbrauchen wollen. Während Raimunda die Leiche beseitigt, reist ihre Schwester Sole in das Heimatdorf in La Mancha – und hat auf der Rückkehr den Geist der verstorbenen Mutter Irene im Gepäck. Sole gibt die verstorbene Mutter als russische Obdachlose aus, Raimunda eröffnet ein Restaurant, wo die Leiche in der Tiefkühltruhe liegt. Und Mutter Irene will und muss ein altes, grausames Familiengeheimnis ansprechen…

Farben- und lebensfroh verknüpft Almodóvar schwere Themen und leichte Inszenierung – Drehbuch und Darstellerinnen-Ensemble wurden in Cannes ausgezeichnet. Der Regisseur über seinen Film: „In VOLVER spreche ich von den Frauen rings um mich herum, als ich ein Kind war. Ich wurde von Frauen erzogen, die Männer, die ich praktisch nie sah, waren in den Feldern. VOLVER erzählt von der Art, wie ich aufwuchs und diesen Frauen zuhörte.“

Vitalina Varela

PRT

2019

Pedro Costa

Vitalina Varela, Ventura, Manuel Tavares Almeida, Francisco Brito, Imídio Monteiro

„Einer der bedeutendsten Filme in der Geschichte des Kinos.“ (Filmmakers); „Der wahrscheinlich schönste Film des Jahres.“ (Film Comment); „Das neue Meisterwerk eines Künstlers, der sich der Größe des Kinos und dem menschlichen Geist verschrieben hat.“ (Otroscines.com); in Locarno als bester Film und für die besten Darstellerin ausgezeichnet: Weltweit wird der Film als herausragendes Kinowerk gefeiert, die Geschichte einer Witwe, die von der ehemaligen portugiesischen Kolonie Kap Verde nach Lissabon reist. Ihr Mann war Jahrzehnte zuvor, kurz nach der Hochzeit, hierher gekommen, um Arbeit zu finden. Nun begibt sie sich auf Spurensuche, trifft Bekannte ihres unbekannten Ehemannes. In unvergesslichen Bildern, wie aus Schatten und Licht gemalt, streift Costa mit Vitalina durch die Slums: ein hypnotischer Bilderstrom, in den die Lebensgeschichten der Laiendarsteller einfließen.

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