Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Free the Mind - Kann ein Atemzug dein Denken Verändern?

DNK

2012

Phie Ambo

Richard Davidson ist international anerkannter Neurowissenschaftler und Anhänger des Dalai Lama. In seiner Forschung beschäftigt sich der Amerikaner mit den Auswirkungen von Meditation auf das menschliche Gehirn. FREE THE MIND dokumentiert eine seiner Studien mit an posttraumatischer Belastungsstörung erkrankten Veteranen und Kindern mit ADHS. Mit Hilfe von Meditation und spezieller Atemtechniken versucht er die emotionale Instabilität der Probanden zu mindern. Interessanter Film über Alternativen zur Pharmakotherapie. In Kooperation mit Universitätsmedizin Mannheim. Diskussionspartner: Mechthild Engelhorn, Florian Herrle und Hardy Reckling. Moderation: Barbara Emilia Schedel

Viel Gutes erwartet uns

DNK

2014

Phie Ambo

Niels lässt bei seiner Landwirtschaft noch Idealismus walten, er räumt seinen Tieren einen Freiraum für ihre natürlichen Bedürfnisse ein. Das macht ihn zu mehr als nur einem "Bio-Bauer". Seine Methoden zahlen sich für den Dänen jedenfalls aus: Seine landwirtschaftlichen Produkte genießen in allen Teilen des Landes einen sehr guten Ruf und werden sogar vom preisgekrönten Nobelrestaurant NOMA in Kopenhagen gepriesen. Allerdings sorgen seine Praktiken auch für Skepsis bei den Kollegen und die Kontrollbehörde droht, ihm die Lizenz zur Viehzucht zu entziehen.
Regisseurin Phie Ambo würdigt die hingebungsvolle Arbeit des alternden Bauern mit ästhetischen Naturaufnahmen und eindringlichen choralen Klängen, die die Schönheit seines Lebenswerks zum Ausdruck bringen. Die Einwände der Behörden, dass die Tiere etwa zu schmutzig seien, bilden den harten Gegensatz zu dieser Idylle. Dabei wird deutlich, dass die Auffassung von ökologischer Landwirtschaft sich gänzlich unterscheiden kann und nicht immer das Wohl des Tieres den alles bestimmenden Maßstab dafür bildet…

Tomorrow Is Always Too Long

DEU/GBR

2014

Phil Collins

Der Künstler Phil Collins schuf mit diesem Film eine außergewöhnliche Liebeserklärung an die Stadt Glasgow. Das Grundgerüst bilden sechs Lieder der walisischen Musikerin Cate Le Bon, die von unterschiedlichsten Menschen verschiedener Altersgruppen interpretiert und zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Auf visueller Ebene schneidet Collins die singenden Protagonisten in variierende Umgebungen, eine animierte Partynacht, dokumentarisches Archivmaterial und kurze Ausschnitte aus abendlichen Fernsehshows gegeneinander. In assoziativen Bilderfolgen und einer sehr eigenen Mixtur aus Musical, Doku und Animationsfilm wird die Besonderheit Glasgows originell eingefangen.

Jump, Darling

CAN

2020

Phil Connell.

Thomas Duplessie, Cloris Leachman, Jayne Eastwood, Linda Kash

Nachdem ihn sein Freund verlassen hat, leidet Russell, der als Drag-Performer durchstarten will, unter Trennungsschmerz und reist zur Großmutter aufs Land, um dem Liebeskummer zu entfliehen. Doch die Gesundheit von Russells Großmutter Margaret nimmt stetig ab. Sie wehrt sie sich mit allen Mitteln gegen den Umzug ins Pflegeheim, während Russell gleichzeitig versucht, seine Karriere als Dragqueen in Gang zu bringen.
Auch, wenn JUMP, DARLING nicht autobiografisch ist, reflektiert die Tragikomödie doch Gespräche des Regisseurs Phil Connell mit seiner erkrankten Großmutter in Verbindung mit seiner eigenen Karriere als Drag-Künstler und LGBTQ-Filmemacher. Die Anfang 2021 verstorbene LGBTQ-Ikone Cloris Leachman ist in einer ihrer letzten Filmrollen zu sehen.
Der Film läuft vor dem offiziellen Kinostart.

Typisch Emil – Vom Loslassen und Neuanfangen

CHE

2024

Phil Meyer

Dokumentarfilm

Emil Steinberger: Der bekannteste Schweizer Kabarettist, inzwischen 92 Jahre alt, prägte wohl wie kein anderer das Bild der Deutschen vom Nachbarland. Nach Bühnenauftritten und Zirkustournee, nach Theaterdirektion und Kinoleitung, nach Grafikbüro und Regieführung und Erfindung des Melitta-Manns, nach einer Auszeit in New York und Bücherschreiben kommt nun der Kino-Dokumentarfilm über den komischen Schweizer, der über die bekannten spießbürgerlichen Bühnenfiguren hinausgeht – der Polizist, der seine Anrufer abbügelt, der Feuerwehrmann, der Mengenlehre erklärt… Der Film – von Steinberger und seiner Frau mitproduziert – schildert die Schatten seiner Kindheit wie auch den Druck des Erfolgs, einen Platz als gefeierter Komiker zu finden – und natürlich bringt das Porträt Emils unvergessliche Auftritte, seinen Humor und seine Sprache auf die Leinwand. „Ziemlich umfassende Biographie eines Mannes, dessen Lebenslauf Höhen und Tiefen hatte – die ausgegrabenen Sketche bleiben unverwüstlich exzellent.“ (outnow.ch)

Junebug

USA

2005

Phil Morrison

Amy Adams, Embeth Davidtz, Alessandro Nivola

Auf dem Weg zu einem exzentrischen Künstler macht die frisch verheiratete Galeristin Madeleine mit ihrem Ehemann George einen Abstecher, um dessen Familie auf dem Land kennen zu lernen: die eifersüchtige Mutter, den wortkargen Vater, den wütenden jüngeren Bruder Johnny, der immer im Schatten des erfolgreichen älteren Bruders stand, und dessen hochschwangere, unschuldig plappernde Ehefrau Ashley. Während Ashley Madeleine sofort für ihre Kultiviertheit und ihr Auftreten bewundert, sind die anderen Familienmitglieder viel reservierter. Unverständnis, Fremdheit und eine Art Galgenhumor bestimmen das Aufeinandertreffen von Großstadt und Provinz… „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Phil Morrison in einem Atemzug mit Jim Jarmusch, Woody Allen und Gus van Sant genannt wird.“ (Newsday) SUNDANCE FILM FESTIVAL 2005 – Sonderjury-Preis für AMY ADAMS

Robot Monster

USA

1953

Phil Tucker

George Nader, Claudia Barrett, George Barrows

Eine Art Gorilla-Körper und eine Art Taucherhelm mit Antennen: Das Robotermonster Ro-Man soll die Menschheit vernichten. Doch dank eines Antibiotikums, das immun macht gegen die Calcinator-Strahlenkanone, gibt es acht Überlebende. Ro-Man durchsucht die amerikanische Wildnis nach ihnen – und entwickelt dabei Gefühle für Alice…
ROBOT MONSTER ist ein absoluter Kultfilm des Trashs und steht Ed Woods PLAN 9 AUS DEM WELTRAUM in nichts nach. Gedreht in nur vier Tagen für etwa 16.000 Dollar, überrascht der frisch restaurierte B-Movie nicht nur mit kompetenter 3D-Kameraarbeit sondern auch mit eigener Filmmusik von Komponisten-Legende Elmer Bernstein. Die perfekte Wahl für einen Kinogang mit Bierchen und Freunden.
Sie können Dauerkarten für das gesamte Pop Out!-3D-Festival kaufen; die Langfilme sind in Double Features eingeteilt; und natürlich sind auch Einzelkarten erhältlich! Im Spielplan auf unserer Homepage können Sie die verschiedenen Varianten aussuchen.

Love Hotel

GBR/FRA

2014

Philip Cox, Hikaru Toda

Täglich besuchen 2,5 Millionen Menschen eines der 37.000 Love-Hotels in Japan. Die Love-Hotels sind keine Bordelle, sondern die einzigen Orte, wo Paare, Geliebte und Einsame aus der strukturierten Gesellschaft ausbrechen können. Hier lebt die japanische Gesellschaft ihre Liebe, Wünsche, Fantasien und Geheimnisse diskret und anonym aus. Diese Doku gibt einen bislang nie dagewesenen Zugang hinter die Kulissen dieser Branche mit ihren grellen, kitschigen Fassaden und verspielt eingerichteten Zimmern. Die Filmemacher haben während eines Jahres Stammkunden des Angelo Love-Hotels in Osaka begleitet. Entstanden ist ein feinfühliges und tiefgründiges Porträt über die verborgene Seite der japanischen Gesellschaft.

Picco

DEU

2010

Philip Koch

Constantin von Jascheroff, Frederick Lau

Die Erniedrigung beginnt für Kevin gleich in den ersten Tagen in der JVA. Für den dominanten Marc und den bedächtig-intellektuellen, aber nicht minder dominanten Andy ist er in der überbelegten Zelle der „Picco“, der Neue, der die Drecksarbeit machen muss. Einzig der sensible Tommy, der Vierte in der Zelle, interessiert sich für den Neuling, er macht ihm aber auch schnell klar, dass sie beide in der Hierarchie des Jugendknasts ganz unten stehen. Wie man trotzdem überlebt in dieser Atmosphäre allgegenwärtiger Gewalt, lernt Kevin schnell – indem die Meute einen noch Schwächeren zum Sündenbock für die eigenen Frustrationen macht. Im Laufe des Films zieht Koch mittels einer immer offensiver werdenden Gewaltdarstellung den Zuschauer in einen Strudel, aus dem es weder für die Beteiligten noch für das Publikum eine Möglichkeit des Entkommens gibt. Basierend auf mehreren realen Fällen, die sich in den letzten Jahren in deutschen Gefängnissen ereigneten, zeichnet der Regisseur ein ebenso realistisches wie niederschmetterndes Bild der Lage in den deutschen Gefängnissen. Auch wenn man es zwischenzeitlich kaum aushält: PICCO ist beileibe keine leichte Kost und zugleich einer der beeindruckendsten deutschen Filme des Jahres 2010, schreibt Joachim Kurz.

Revision

DEU

2012

Philip Scheffner

Nadrensee, Mecklenburg-Vorpommern. Es ist der 29. Juni 1992. Auf einem Maisfeld werden zwei rumänische Staatsbürger, Eudache Calderar und Grigore Velcu, von Jägern erschossen. Ein Unfall, heißt es. Der Prozess ist langwierig, am Ende werden die zwei Schützen freigesprochen. Die Familien der Opfer erfahren davon nichts. Sie bekommen nur die Nachricht, dass der Mann bzw. der Vater tot ist. Zwanzig Jahre später macht sich der Filmemacher Philip Scheffner auf und besucht die Familien der Männer. Eine hochintelligente Studie über die Anfänge und die großen Probleme eines Europas nach der Wende.

The Halfmoon Files

2007

Philip Scheffner

Eine Gespenstergeschichte, ein Dokumentarfilm und eine vielschichtige audiovisuelle Recherche zu den Verflechtungen von Politik, Kolonialismus, Wissenschaft und Medien: Ausgangspunkt des Films ist die Tonaufzeichnung eines Kriegsgefangenen aus Indien, der zur Zeit des ersten Weltkriegs im „Halbmondlager“ in Wünsdorf bei Berlin interniert war. Knisternd erklingt seine Stimme von einer alten Schellackplatte, die, 90 Jahre später, eine unter Hunderten von Stimmen von Kolonialsoldaten des 1. Weltkrieges ist.

Palliativstation

DEU

2025

Philipp Döring

Dokumentarfilm

Wie begegnen schwerstkranke Menschen dem Tod? Und wie kann man ihnen helfen, der verbleibenden Zeit so viel Lebensqualität wie möglich zu geben? Mehrere Monate lang begleitet Philipp Döring den Alltag der Palliativstation des Berliner Franziskus-Krankenhauses: Er beobachtet Ärzte bei der Visite und bei Gesprächen mit Angehörigen, nimmt Teil am internen Austausch des Teams, in dem auch Missstände nicht verschwiegen werden. So kommt der Film dem Sterben nah, und damit auch dem Leben. Mit den Worten von Cicely Saunders, der Gründerin der Hospizbewegung: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heiner-Carow-Preis der Berlinale und dem 3sat Dokumentarfilmpreis.

Luca tanzt leise

DEU

2016

Philipp Eichholtz

Martina Schöne-Radunski, Hans-Heinrich Hardt, Sebastian Fräsdorf, Ruth Bickelhaupt

Luca will auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachholen, nachdem sie einige dunkle Jahre in depressiver Lethargie verbracht hat. Sie muss Mathe pauken, ihrem älteren Sitznachbar Kurt dagegen fällt englisch schwer: in ihm findet sie einen Verbündeten gegen all die Anfechtungen des Lebens. Doch was ist Leben überhaupt? Das Abi zu schaffen? Zu wissen, wann und wie man sich krankschreiben lassen muss? Sich aufdringliche Männer vom Hals zu schaffen? Philipp Eichholtz zeigt in seinem kleinen Film voller Charme und Empathie eine junge Frau mit einem starken Willen, einen Weg aus ihrer Orientierungslosigkeit herauszufinden.
Eichholtz ist Teil der „German Mumblecore“-Bewegung um Axel Ranisch und die Lass-Brüder mit ihren leidenschaftlichen, improvisierten Filme – so verkörpert Ranischs Großmutter Ruth Bickelhaupt, geboren 1921, hier die Großmutter von Luca – einfach wunderbar!

66 Kinos – Eine Reise durch die deutsche Filmlandschaft

DEU

2016

Philipp Hartmann

2014/2015 reiste der Filmemacher Philipp Hartmann mit einem Essayfilm auf Kinotour durch 66 deutsche Programm- und kommunale Kinos. Dabei unterhielt er sich mit den Kinomachern – und kompilierte einen bemerkenswerten und liebevollen Essay über die Praxis des Filmezeigens. Die Kinobetreiber sind stolz auf die Filme, die sie zeigen, sie sind besorgt über die Zukunft, und sie gehen mit viel Kreativität daran, Zuschauer für die Filme, fürs Kino zu begeistern. Andererseits kommen viele Filme nicht in den Verleih – und Filmemacher wie Philipp Hartmann ziehen von Stadt zu Stadt, um ihre Filme persönlich zu präsentieren.
Ein unterhaltsames und erhellendes Porträt der Off-Kinos in Deutschland – „Pflichtprogramm für alle, die noch gerne ins Kino gehen.“ (epd Film)
Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur

Virar mar – Meer werden

DEU/BRA

2020

Philipp Hartmann, Danilo Carvalho

Wasser ist grundlegend für das Leben. Eine Naturgewalt, die den Planeten bestimmt und für die Menschheit unkontrollierbar scheint. Es ist der Mangel, aber auch der Überfluss, die nicht nur die Landschaft, sondern auch die Lebensbedingungen prägen. In doku-fiktionaler Inszenierung entwirft der Film ein assoziatives Bild des Wassers als physische wie metaphysische Grundlage der menschlichen Existenz. Während Dithmarschen den Kampf gegen den steigenden Meeresspiegel aufgibt, verschärfen sich die periodischen Dürren in den Steppen des brasilianischen Sertão. Auf der einen Seite eine sonnengebleichte Wüstenlandschaft, in der Wasser ein rares Gut darstellt, auf der anderen Seite, wie in einem Paralleluniversum, die Evakuierung von Häusern an den sattgrünen Deichen wegen der angekündigten Flut. Drama und Alltag in Zeiten des Klimawandels.
In Anwesenheit von Regisseur Philipp Hartmann!
Philipp Hartmann, geboren 1972 in Karlsruhe, studierte vor seinem Filmstudium Lateinamerika-Wissenschaften und promovierte in Umweltökonomie in Köln und Brasilien. Er arbeitet seit 2000 als Filmemacher (66KINOS, 2017, EL ARGENTINO, 2020).
Danilo Carvalho, geboren 1972 in Fortaleza in Nordost-Brasilien, studierte Musik und arbeitet als Toningenieur und Sounddesigner. Seit 2010 dreht er eigene Filme. Mitglied bei verschiedenen Jazzbands.

Raus

DEU

2018

Philipp Hirsch

Matti Schmidt-Schaller, Milena Tscharntke, Tom Gronau, Matilda Merkel, Enno Trebs

„Unsere Welt ist am Arsch, weil die Falschen am Drücker sind!“ Das ist Glockes Sicht auf die Dinge. Zumindest im Moment. Er ist auf jeden Fall nicht am Drücker. Er versucht sich als Aktivist – gegen Kapitalismus, gegen Ungerechtigkeit in der Welt, für Naturschutz und gegen Tierversuche. Doch eigentlich geht es ihm darum, ein Mädchen zu beeindrucken. So auch, als er einen protzigen Luxuswagen anzündet. Leider wird Glocke dabei erwischt und gefilmt. Er flieht. Und schließt sich einer Gruppe Fremder an: Sie folgen dem Ruf eines Unbekannten, der in den Bergen lebt und in der Rückbesinnung zur Natur den Weg in die Zukunft sieht. Zunächst erleben die jungen (Möchtegern-)Rebellen Tage der Freiheit und des Glücks…
Das Filmdebüt von Philippe Hirsch erzählt in innovativer Bildsprache von Freiheit, Unbehagen und Orientierungslosigkeit und von der Theorie von Aufruhr und Ausbruch, die den Praxistest bestehen muss.

Chilly Gonzales: Shut Up and Play the Piano

DEU/GBR

2018

Philipp Jedicke

Jason Charles Beck heißt er eigentlich. Und stammt eigentlich aus Montreal. Aber seit langem schon ist das Uneigentliche sein Metier: Nach Performancekunst und elektrobegleitetem derbem Rap besinnt er sich auf Solo-Piano, irgendwo zwischen Klassik und Jazz, aber gerne auch ironisch gebrochen. Dabei tritt er als Chilly Gonzales auf die Bühne, ein Genie inkl. Selbstverliebtheit, Großkotzigkeit und Bademantel. Der Entertainer ist schwer zu fassen – dieser Film umzingelt ihn immerhin.

Transnationalmannschaft

DEU

2010

Philipp Kohl

WM 2010. Sommermärchen-Stimmung. Philipp Kohl nutzt die Zeit, um seine Protagonisten übers Deutschsein reden zu lassen. Eine ganze Weltmeisterschaft lang – vom ersten Tor Özils bis zum Ausscheiden der "Transnationalmannschaft", wie der Filmemacher das deutsche Team nennt. Spielerisch und leicht zeigt die Dokumentation anhand der sieben sympathischen Gesprächspartner, was eine multiethnische Gesellschaft ausmacht und wie sie in den Mannheimer Stadtteilen Jungbusch und Filsbach gelebt wird. Diskussionspartner: Philipp Kohl, Regisseur

Freakscene – The Story of Dinosaur Jr.

DEU/USA

2020

Philipp Reichenheim

Dinosaur Jr.: Die Band gilt als eine der einflussreichsten Gruppen der US-Ostküste. 1984 gegründet, inspirierten Sänger und Gitarrist J. Mascis, Bassist Lou Barlow und Drummer Murph Bands wie Nirvana und Sonic Youth und legten in den 1990er Jahren den Grundstein für Grunge und die Slacker-Kultur. Der Dokumentarfilm, bunt und schrill wie die Band selbst, erzählt von den Anfängen bis hinaus über die höchst unwahrscheinliche Reunion in Originalbesetzung im Jahr 2005: Die Gruppenmitglieder redeten irrwitzigerweise nicht miteinander – eine „dysfunktionale Familie“, deren Kommunikation allein durch die Musik erfolgte, und die Philipp Reichenheim doch zum Sprechen und zu seltenen Einblicken bringt: Der Bandleader ist sein Schwager… Wobei es bei Dinosaur Jr. weniger um Spaß als um Blut, Schweiß und Tränen geht – und um unbändige Energie: „Es war egal, ob uns jemand zuhörte. Ich wollte nie auf der Bühne stehen, um vor Publikum zu spielen, sondern um Menschen zu attackieren.

Baby

Deutschland

2002

Philipp Stölzl

Alice Dwyer, Lars Rudolph, Filip Peeters

Die kleine Lilli verliert während des Urlaubs durch einen tragischen Unfall ihre Mutter. Fortan wächst sie bei ihrem Vater Frank und dessen Freund Paul auf. Dreizehn Jahre später hat sich Lilli zu einer berechnenden Lolita entwickelt, die neben einigen Jungen auch Paul verführt und von ihm schwanger wird. Als Frank davon erfährt, überschlagen sich die Ereignisse. Philipp Stölzl wurde bekannt mit den frühen Rammstein-Videos, drehte Clips für Madonna und Garbage und zahlreiche Werbespots. Wer von ihm aber deshalb ein clipartig schnell geschnittenes Werk erwartet, sieht sich überrascht: Stölzls Regiedebüt beeindruckt durch lange, ruhige Einstellungen und exakt komponierte, mitunter fast statische Bilder. Und trotz der Tristesse von Ort und Handlung schwebt BABY mit seltsamer Leichtigkeit dahin. „Brillantes, großes Kino aus Deutschland. Melodram, Krimi oder Komödie – BABY ist vieles, nur kein dröges Kopf-Kino.“ (FILMZ)

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