Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Nordwand

AUT/CH/DEU

2008

Philipp Stölzl

Benno Fürmann, Florian Lukas, Johanna Wokalek

„Mordwand“ wird sie auch genannt, die Eiger Nordwand in den Berner Alpen. Sie ist der Schauplatz für ein Drama, das sich 1936 tatsächlich ereignete: Toni Kurz und Andi Hinterstoisser möchten unbedingt die ersten sein, die sie bezwingen. Als Belohnung winken Ruhm, sozialer Aufstieg und eine olympische Goldmedaille. Die beiden Kletterer machen sich, gefolgt von zwei Österreichern, an den Aufstieg, beobachtet von der Weltöffentlichkeit und von Tonis Jugendliebe Luise. Als das Wetter umschlägt, beginnt der Kampf auf Leben und Tod. Der bekannte Opern-, Videoclip-, Werbe- und Spielfilmregisseur Philipp Stölzl hat eine aufgeladene Atmosphäre inszeniert und packende Bilder für die dramatische Geschichte geschaffen.

Barracuda – Vorsicht Nachbar

FRA

1997

Philippe Haïm

Jean Rochefort, Guillaume Canet

Nachdem Comiczeichner Luc seine neue Wohnung bezogen hat, lädt ihn sein kauziger Nachbar, Monsieur Clément, zum Essen ein. Luc nimmt die Einladung aus Höflichkeit an. Dass diese Entscheidung verhängnisvoll ist, ahnt er bereits, als Clément ihm seine Frau vorstellt: Violette ist eine Schaufensterpuppe. Als Luc sich verkomplimentieren will, ist die Tür verschlossen, er bekommt eine Karaffe auf den Kopf, wird bewusstlos und wacht im Badezimmer auf – an das Waschbecken gefesselt… BARRACUDA ist ein skurriles Horrorkammerspiel, das mit gekonnter Kamera und subtilem Spannungsaufbau überzeugt. Insbesondere Rocheforts brillante Darstellung des vereinsamten Psychopathen macht dieses, sicher nicht jedem Geschmack entsprechende Werk, zu einem makabren Vergnügen.

Die kanadische Reise

FRA/CAN

2016

Philippe Lioret

Pierre Deladonchamps, Gabriel Arcand, Catherine de Léan, Marie-Thérèse Fortin

Der 33-jährige Franzose Mathieu erhält eines Tages einen Anruf aus Quebec, in dem er erfährt, dass sein leiblicher, ihm jedoch zeitlebens unbekannter Vater Jean verstorben ist. Mathieu reist ins fremde Land und versucht sich seiner unbekannten Familie, zu der auch seine Halbbrüder Sam und Ben gehören, anzunähern. Das gestaltet sich jedoch schwierig: Pierre, der beste Freund des verstorbenen Vaters, rät Mathieu, sich nicht als Familienmitglied zu offenbaren. Getarnt als Freund von Pierre lernt Mathieu seine fremde Familie kennen – und gerät in diverse ungeahnte Konflikte.
Präzise Dialoge und intensive Schauspielleistungen: Philippe Lioret (DIE FRAU DES LEUCHTTURMWÄRTERS) gelingt ein kraftvolles Drama. Beinahe unmerklich entwickelt sich stetig eine unerwartete Intensität, die in einem ungeheuer emotionalen und ergreifenden Ende gipfelt.

Welcome

FRA

2009

Philippe Lioret

Firat Ayverdi, Vincent Lindon, Audrey Dana

Welcome ist – das wird schnell klar – ein überaus ironischer Filmtitel. Denn der 17-jährige Kurde Bilal, der sich nichts sehnlicher wünscht, als zu seiner Freundin nach England zu gelangen, hängt im Behördenstau der französischen Hafenstadt Calais fest – und ist dort alles andere als willkommen. Schnell erfährt er, dass er als illegaler Immigrant das französische Festland nicht verlassen darf. So entschließt er sich, den Ärmelkanal schwimmend zu überqueren und kommt dadurch in Kontakt mit dem örtlichen Schwimmtrainer Simon. WELCOME zeigt, wie westliche Demokratien mit Flüchtlingen umgehen und zu welch unvorstellbaren Maßnahmen diese greifen, um ihr Ziel zu erreichen. Ein gewaltiges, grandioses Werk aus Frankreich, dessen Aussage überall Geltung hat.

Johann – Eine Liebe In Paris Im Sommer 1975

FRA

1976

Philippe Vallois

Jean-Paul Doux, Philippe Vallois, Jean-Lou Duc

Eigentlich hätte Johan der Hauptdarsteller eines Films sein sollen. Doch Johann sitzt im Gefängnis. Die Suche nach einem geeigneten Ersatz führt den Regisseur ins homosexuelle Milieu des Paris der 70-er Jahre: zu Freunden und Feinden von Johann. Aber nachdem er die gesamte Schwulenszene abgesucht und tiefschürfende Diskussionen mit seiner Schwulen-Freundin und seiner Mutter geführt hat, kommt er zu dem unausweichlichen Schluss: Der schöne, geheimnisvolle Johann ist durch niemanden zu ersetzen. Der Film startete 1975 nur zensiert in den Kinos.

Long Walk Home

AUS

2002

Phillip Noyce

Kenneth Branagh, Everlyn Sampi

Der Film beleuchtet ein dunkles Kapitel australischer Rassenpolitik und erzählt eine wahre Geschichte: Die gewaltsame Trennung dreier Aborigine-Mischlingskinder von ihren Müttern und deren Flucht aus dem Umerziehungslager, quer durch Wüste und Busch, 1.500 Meilen zurück nach Hause. Nach 15 Jahren Hollywood-Kino kehrt der versierte Geschichtenerzähler Phillip Noyce in seine Heimat zurück und berührt mit dem bewegenden wie anspruchvollen Road Movie das Herz. Nach dem Buch „Follow the Rabbit-Proof Fence“, geschrieben von der Tochter der Protagonistin Molly Craig. Parallel zur Fotoausstellung ‚Hijacked 2’ in Zephyr C4.9.

Cartouche der Bandit

FRA/ITA

1962

Phillippe de Broca

Jean-Paul Belmondo, Claudia Cardinale, Jean Rochefort, Marcel Dalio

Louis-Dominique Bourguignon verdient im Frankreich des 18. Jahrhunderts sein Geld als Dieb in der Bande von Malichot. Doch dann legt er sich mit dem Boss an und startet unter dem Decknamen Cartouche ein eigenes Unternehmen: Er bestiehlt die Reichen und verteilt die Beute unter den Armen, was ihn bei der einfachen Bevölkerung beliebt macht. Gemeinsam mit der Diebin Vénus wird er zum erfolgreichsten Räuber Frankreichs – doch nicht nur die Ordnungskräfte machen Jagd auf Cartouche, auch Malichot ist hinter ihm her, hat er doch eine ganz andere Auffassung vom Gaunerdasein.
Der bunte, schmissige Abenteuerfilm bietet mit Jean-Paul Belmondo in einer Paraderolle als verwegener Banditenheld und Claudia Cardinale als seine diebische Gefährtin zwei europäische Superstars der 1960er und 1970er Jahre auf.

Die siebte Ciné-club-Staffel wurde im März durch die Corona-Pandemie unterbrochen. Doch wir freuen uns, zumindest den angekündigten Abschlussfilm „Cartouche, der Bandit“ im Rahmen unseres Sommerkino Open Airs zeigen zu können: Auf der Dachterrasse des Cinema Quadrat unter freiem Himmel!

Einführung: Cosima Besse M. A., deutsch-französische Sprach- und Kulturvermittlerin
Ort: Dachterrasse des Cinema Quadrat im dritten Stock des K1-Gebäudes; im Rahmen des Sommerkino Open Air

Alles gut

DeU

2016

Pia Lenz

Djaner findet Deutschland toll, weil er hier nicht mehr verprügelt wird wie in seiner Heimat Mazedonien und endlich wie die anderen Kinder in die Schule gehen kann. In derselben Flüchtlingsunterkunft wie Djaner lebt der Familienvater Adel, der seine Familie aus Syrien nach langer Wartezeit hat nachholen können. Seine elfjährige Tochter Ghofran aber hat Heimweh und lehnt ihre neue Umgebung vehement ab. Während die Roma-Familie von Djaner einen Abschiebebescheid erhält, gibt es auch für die syrische Familie große Probleme, insbesondere bei der Wohnungssuche in Hamburg. Ghofran unterdessen findet selbst das Fahrradfahren für Mädchen nicht mehr frevelhaft.
Alles gut? Auch die Hilfsbereitschaft von Sozialarbeiter*innen kann gegen die institutionellen und gesetzlichen Hürden schwer ankommen.
Diskussionspartner*innen: Jovica Arvanitelli, Landesverband der Sinti und Roma Baden Württemberg, Ali Ungan, Musiker und Mitbegründer der Orientalischen Musikakademie Mannheim (OMM)

Im Alter Von Ellen

DEU

2010

Pia Marais

Jeanne Balibar, Stefan Stern, Julia Hummer

Als die Flugbegleiterin Ellen erfährt, dass ihr langjähriger Freund Florian mit einer anderen Frau ein Kind erwartet, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie muss weg – aus ihrem Alltag und aus dem Flugzeug, das in Kürze abheben soll. Sie verlässt ihren Arbeitsplatz und schließt sich einer Gruppe von Tierschutzaktivisten an, die sie bald kennen lernt. Einer von ihnen ist Karl, der auf der Flucht vor dem Wehrdienst ist und selbst auf dem Weg in ein neues Leben. Was sich zwischen den beiden entwickelt, ist eine außergewöhnlich intensive Beziehung… Ein in Frankreich gedrehter Film in deutscher Sprache.

Accatone - Wer Nie Sein Brot Mit Tränen Ass

ITA

1961

Pier Paolo Pasolini

Franco Citti, Silvana Corsini, Franca Pasut

Für seinen Debütfilm arbeitete Pasolini mit Laiendarstellern, die er auch an der Drehbuch-Arbeit beteiligte. Nicht zuletzt deswegen gelang ihm mit ACCATTONE eine eindrucksvolle Milieustudie. Im Mittelpunkt steht der junge Vittorio, von allen nur „Accattone“ genannt, was so viel wie „Schmarotzer“ bedeutet. Er lebt in einem armen Viertel Roms und versucht sich als Zuhälter. Als aber seine einzige Hure ausfällt, geht es immer weiter bergab mit ihm. Erst die Begegnung mit der unschuldigen und hübschen Stella scheint daran etwas ändern zu können.

Das 1. Evangelium - Matthäus

ITA

1967

Pier Paolo Pasolini

Enrique Irazoqui, Susanna Pasolini, Margherita Caruso

Als der Film auf dem Festival in Venedig Premiere hatte, gab es ein großes Pfeifkonzert: Was hatte der als Atheist bekannte Regisseur mit Jesus zu schaffen? In Italien waren Pasolinis Filme nie bloß cineastische Ereignisse, sondern immer auch gesellschaftliche, begleitet von ideologischen Debatten und politischen Spekulationen. Doch wer einen Skandal erwartet hatte, wurde enttäuscht. Der Film folgt streng dem Bibeltext von der Verkündigung bis zum Tod am Kreuz. Entgegen dem Trend drehte Pasolini aber keinen Monumentalschinken, sondern einen Film über die soziale Realität der damaligen Zeit.

Das 1. Evangelium Matthäus

ITA/FRA

1964

Pier Paolo Pasolini

Enrique Irazoqui, Margherita Caruso

Pasolinis Jesus stammt aus einer archaischen Welt, einem Kosmos von Bauern, Fischern und Handwerkern, der sich in den verarmten Regionen des italienischen Mezzogiorno, in Kalabrien, Apulien, der Basilikata und Sizilien über die Zeiten hinweg erhalten hatte. Pasolini besetzte den Film mit Laiendarstellern aus der Region und übernahm für den Dialog den Text des Matthäus-Evangeliums fast unverändert. Der Wortlaut der Reden Jesu, die kargen Landschaften, die schlichte Geometrie der Bauten und die prägnanten Gesichter lassen ein Jesus-Bild entstehen, das eine packende Authentizitäts-Illusion erzeugt. Die Nähe zum Originaltext und seine künstlerische Integrität haben dem Film einen selten einmütigen Beifall von Theologie und Kirche eingebracht, von konservativen Kreisen abgesehen, die an Pasolinis Marxismus und seiner Homosexualität Anstoß nahmen. In ungewöhnlicher Klarheit wird in Pasolinis Film-Evangelium auch die umstürzlerische Botschaft Jesu deutlich, ein prophetischer Aufruf zur Umkehr, der bis heute nichts von seiner provokativen Kraft verloren hat.
Im Anschluss Diskussion mit Ilka Sobottke und Karsten Visarius.

Das Erste Evangelium Matthäus

Italien

1964

Pier Paolo Pasolini

Enrique Irazoqui, Susanna Pasolini, Mario Socrate, Alessandro Clerici

Als DAS ERSTE EVANGELIUM (kein Bindestrich) MATTHÄUS 1964 auf dem Festival in Venedig zur Erstaufführung kam, gab es zuvor ein großes Pfeifkonzert: Was hatte der als Atheist bekannte Regisseur mit Jesus zu schaffen? In Italien waren Pasolinis Filme nie bloß cineastische Ereignisse, sondern immer auch gesellschaftliche, die von ideologischen Debatten und politischen Spekulationen begleitet wurden. Doch wer einen Skandal erwartet hatte, wurde enttäuscht. Der Film folgt streng dem Bibeltext von der Verkündigung bis zum Tod am Kreuz. Entgegen einem damals aktuellen Trend der Filmindustrie drehte Pasolini keinen Monumentalfilm mit Pappmaché-Staffage. Sein Interesse galt der sozialen Realität, den Menschen zur Zeit Christus‘, dem Volk, seiner Armut, seinen Landschaften. Diese fand er in Süditalien, in Apulien und Kalabrien. Pasolini stellt Jesus in eine ländliche Gesellschaft, wie sie zweitausend Jahre vorher auch nicht viel anders gewesen sein mag. Die Gesichter, die Werkzeuge, die Hütten sind Ausdruck Jahrhunderte alter Geschichte, sie zeugen ebenso von Elend und Unterdrückung wie von Stolz und Selbstbehauptungswillen. Pasolinis Christus bekam stark autobiographische Züge: der Außenseiter, der mit der Gesellschaft und stellvertretend für sie leidet, der die Armen, das Volk liebt und die Mächtigen haßt.

Edipo Re

ITA

1967

Pier Paolo Pasolini

Silvana Mangano, Franco Citti, Alida Valli

Immer wieder hat Pasolini sich mit antiken Mythen beschäftigt – hier mit Ödipus, dem Drama um einen jungen Mann, der zum Vatermörder wird, besessen ist von der Liebe zu seiner Mutter und sich am Ende durch die Zerstörung seiner Sehkraft bestraft. Es sei sein am meisten autobiografischer Film, hat Pasolini einmal bekannt. In EDIPO RE stellt er eine moderne Ödipus-Figur aus dem Bologna des 20. Jahrhunderts der antiken Sagengestalt des Sophokles gegenüber.

Mamma Roma

ITA

1962

Pier Paolo Pasolini

Anna Magnani, Ettore Garofalo, Franco Citti, Silvana Corsini.

Als ihr Zuhälter und Vater ihres Kindes eine andere Frau heiratet, versucht „Mamma Roma“ die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben anzufangen: Sie zieht mit ihrem 16-jährigen Sohn, der auf dem Land in einem Internat aufgewachsen ist, in eine bürgerliche Gegend und betreibt einen Gemüsestand. Das neue gemeinsame Leben entpuppt sich als spannungsgeladener als geplant, und plötzlich erscheint auch der Zuhälter Carmine wieder, inzwischen von seiner neuen Frau getrennt, und stellt sie vor ein Ultimatum.
Wir zeigen den großartigen Klassiker Mamma Roma in restaurierter Fassung als zweifache Hommage: zum 50. Todestag der unvergleichlichen Anna Magnani, die hier eine ihrer eindrucksvollen Rollen spielte, und zum 101. Geburtstag von Pier Paolo Pasolini.
Pier Paolo Pasolini über seinen Film:
In MAMMA ROMA ist die Protagonistin die reine Verkörperung des städtischen Subproletariats mit ländlichem Ursprung. Sie beherrscht perfekt die Regeln und Gesetze der Unterschicht, die ewig am Rand lebt; und gleichzeitig hat sie eine verzweifelte Sehnsucht nach der Mitte: nach dem Leben der Reichen, der Guten, der „Weißen“. In ihrem subproletarischen Elend und kleinbürgerlichen Ideal sollte es für sie eigentlich kein Licht geben. Stattdessen führt die Liebe zu ihrem Sohn, einem unehelichen Kind, einem zarten Spross armer Leute, sie trotz allem zu einer Erfahrung, die über die Normen ihres Schicksals hinausgeht. Sie wächst über ihr Schicksal hinaus und gelangt sogar zu einem moralischen und sozialen Gewissen, das zwar nur ein Schrei ist, aber ein Schrei, der, wie ich hoffe, die Massen von Millionen glückseliger Angehöriger der oberen „Klassen“ aufregen und verstören wird.
Pier Paolo Pasolini (1922-1975): Nach dem Studium der Kunstgeschichte an der Universität von Bologna ist er als Volksschullehrer im Ort Casarsa im Friaul tätig. 1950 zieht er nach Rom, wo er als Romanautor („Ragazzi di vita“, 1955) und politischer Essayist zu arbeiten beginnt. Anfang der 1960er Jahre beginnt mit ACCATONE (1961), MAMMA ROMA, IL VANGELO SECONDO MATTEO (DAS 1. EVANGELIUM – MATTHÄUS, 1964) seine Arbeit als Filmregisseur. Weitere Filme: UCCELLACCI e UCCELLINI (GROSSE VÖGEL, KLEINE VÖGEL, 1966), EDIPO RE – BETT DER GEWALT (1967), TEOREMA (1968), PORCILE (DER SCHWEINESTALL, 1969), MEDEA (1969), IL DECAMERON (1971), I RACCONTI DIE CANTERBURY (PASOLINIS TOLLDREISTE GESCHICHTEN, 1972), IL FIORE DELLE MILLE E UNA NOTTE (EROTISCHE GESCHICHTEN AUS 1001 NACHT, 1974). Sein letzter Spielfilm entstand in seinem Todesjahr: SALÀ O LE 120ß GIORNATE DI SODOMA (DIE 120 TAGE VON SODOM, 1975).
Weitere Infos: https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=4

Medea

ITA

1969

Pier Paolo Pasolini

Maria Callas, Giuseppe Gentile, Massimo Girotti

Jason, Sohn von König Aison, ist auf der Suche nach dem Goldenen Vlies, mit dessen Kraft er seinen Onkel Pelias vom unrechtmäßig erworbenen Thron stoßen will. In Kolchis trifft er auf Medea, die sich sofort in ihn verliebt und ihm hilft, das Vlies zu bekommen. Zurück in Jasons Heimat heiraten die beiden. Medea schenkt ihrem Mann zwei Kinder, doch das Glück währt nicht lange. Aus Ehrgeiz verlässt Jason seine Familie, um Glauke, die junge Tochter des Königs von Korinth, zu heiraten. Medea ist blind vor Eifersucht und nimmt grausame Rache… Pasolinis packende, emotionale Inszenierung der antiken Argonautensage beeindruckt vor allem durch Operndiva Maria Callas in der Rolle der verstoßenen Medea, die aus Rache ihre eigenen Kinder ermordet.

Salò - Die 120 Tage Von Sodom

Italien

1975

Pier Paolo Pasolini

Paolo Bonacelli, Giorgio Cataldi

In der Republik von »Salò«, dem letzten Refugium italienischer Faschisten kurz vor dem Ende der Mussolini-Herrschaft, veranstaltet eine Gruppe sadistischer Grossbürger eine menschenverachtende Lustorgie: Junge Männer und Frauen werden missbraucht, erniedrigt und schließlich zu Tode gequält. In seinem letzten Film entwirft Pasolini, jenseits von spekulativen Intentionen und ästhetischer Gefälligkeit, eine schockierende Vision menschlicher Machtbesessenheit und barbarischer Zerstörungslust inmitten hochgeistiger kultureller Verfeinerung. Der nach einem Roman des Marquis de Sade entwickelte Stoff ist im Jahr 1944 angesiedelt, dient jedoch auch als Kommentar zur hedonistischen Konsumgesellschaft der Nachkriegszeit. Der Film wurde im Erscheinungsjahr 1975 verboten. Am Morgen des 2. November 1975 fand man Pasolini tot auf einem Bolzplatz, mit zerbrochenem Schädel und von seinem eigenen Auto überfahren. Ein Tod wie in einem seiner Filme. Ein rechtsradikaler Anschlag wurde nicht ausgeschlossen. Zwei Monate darauf gelangte DIE 120 TAGE VON SODOM, der Zensur unterworfen, in die Kinos.

Salò Oder Die 120 Tage Von Sodom

FRA

1975

Pier Paolo Pasolini

Paolo Bonacelli, Giorgio Cataldi, Uberto P

In der Republik von „Salò“, dem letzten Refugium italienischer Faschisten kurz vor dem Ende der Mussolini-Herrschaft, veranstaltet eine Gruppe sadistischer Großbürger eine menschenverachtende Orgie: Junge Männer und Frauen werden missbraucht, erniedrigt und zu Tode gequält. In seinem letzten Film entwirft Pasolini eine schockierende Vision menschlicher Machtbesessenheit und barbarischer Zerstörungslust inmitten hochgeistiger kultureller Verfeinerung. Der Film wurde verboten – und im Herbst des Entstehungsjahres 1975 fand man Pasolini mit zerbrochenem Schädel, von seinem eigenen Auto überfahren.

Teorema

Italien

1968

Pier Paolo Pasolini

Terence Stamp, Silvana Mangano, Massimo Girotti

Ein Gott inmitten einer bourgeoisen Familie, der Einbruch des Heiligen in eine materialistische und heillose Welt, das ist das Theorem, das der Film in klaren, fast mathematischen Schritten entwickelt: Ein schöner, schweigsamer junger Mann kommt als geheimnisvoll angekündigter Besuch in eine Mailänder Industriellenfamilie. Er erweckt bei allen Hausbewohnern – den Eltern, den beiden erwachsenen Kindern, dem bäuerlichen Hausmädchen – bisher verdrängte und verborgene Wünsche, die sich zuerst als sexuelles Begehren kundtun. Nachdem jeder auf seine Weise diese ersehnte Vereinigung mit dem Unbekannten erfahren hat, verschwindet er wieder – aber nach dem Besuch ist nichts wie vorher. Formale Strenge, Farbe, Star-Schauspieler und gehobenes Milieu: Pasolini überraschte 1968 damit, daß er die Probleme der Bourgeoisie in den Mittelpunkt stellte und die Kritik an dieser Klasse auch noch im Namen des Heiligen vortrug. TEOREMA provozierte sowohl die Marxisten als auch die Katholiken. Mit einem Vortrag von L. Katz nd G. Schneider zu dem Thema „Die Gegenwart des (Ganz-) Anderen“.

Teorema - Geometrie Der Liebe

ITA

1968

Pier Paolo Pasolini

Terence Stamp, Silvana Mangano, Massimo Girotti

Unser Gast im März ist der Galerist Angelo Falzone, der seine Karriere als unermüdlicher Vermittler von Kunst und Künstlern in dem wunderbaren Kunstraum „Halskratz“ begann, woran sich hoffentlich noch viele erinnern. 1965 geboren, hatte er von Anfang an sehr gute Kontakte nach Italien, stellt aber auch zeitgenössische deutsche Kunst aus. Wichtig war seine Entwicklung des Terminus „Ironischer Italienischer Konzeptualismus“ zur Beschreibung avantgardistischer Kunst aus Italien, der mittlerweile ein fester Begriff in der italienischen Kunstgeschichte geworden ist. Der Film seiner Wahl ist: TEOREMA. Ein schöner, schweigsamer junger Mann kommt wie ein Gott als geheimnisvoll angekündigter Besuch in eine Mailänder Industriellenfamilie. Er erweckt bei allen Hausbewohnern – den Eltern, den beiden erwachsenen Kindern, dem bäuerlichen Hausmädchen – bisher verdrängte und verborgene Wünsche, die sich zuerst als sexuelles Begehren kundtun. Nachdem jeder auf seine Weise diese ersehnte Vereinigung mit dem Unbekannten erfahren hat, verschwindet er wieder – aber nach dem Besuch ist nichts wie vorher. Formale Strenge, Farbe, Star-Schauspieler und gehobenes Milieu: Pasolini überraschte 1968 damit, dass er die Probleme der Bourgeoisie in den Mittelpunkt stellte und die Kritik an dieser Klasse auch noch im Namen eines Heiligen vortrug. TEOREMA provozierte sowohl die Marxisten als auch die Katholiken.

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