Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Wo ist Rocky II?

FRA/DEU/BEL/ITA

2016

Pierre Bismuth

Nein – es geht hier nicht um Silvester Stallone als Boxer „Rocky“, sondern um ein seltsames Kunstobjekt! „Rocky II“ ist der Name eines künstlichen Felsblocks, der in den 70ern vom weltberühmten US-amerikanischen Maler und Fotografen Ed Ruscha (*1937) aus Kunstharz gegossen und dann irgendwo zwischen echten Felsen in der kalifornischen Mojave-Wüste versteckt wurde. Dass dieses Kunstwerk in keinem Werkkatalog Ruschas auftauchte, erregte die Neugier seines französischen Künstler-Kollegen Pierre Bismuth (Drehbuchmitarbeiter bei Michel Gondrys „Vergiss  mein nicht“ / „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“), der hochmotiviert eine aufwändige Recherche nach dem künstlichen Felsblock startet. Dazu heuert er einen Detektiv und eine ganze Filmcrew an, um die Jagd nach dem Kunstwerk sorgfältig zu dokumentieren. Bismuth ironisiert mit seiner heiter-grotesken Such- und Filmaktion das Genre des Dokumentarfilms und stellt dabei auch Fragen nach Sinn und Unsinn künstlerischer Konzepte und Strategien.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthalle Mannheim

Zurück Auf Los

D

2000

Pierre Sanoussi-Bliss

Pierre Sanoussi-Bliss, Matthias Freihof

Alles beginnt mit einem Unfall: Sam läuft einem Mann vors Auto, aber das scheint ihm völlig egal zu sein. Der Schwarze, ein echter Ossi um die Dreißig vom Prenzlauer Berg, strauchelt durchs Leben, Diagnose HIV positiv. Sam ist schwul, sein Freund Manne, von dem er sich gerade trennt, hat ihn infiziert. Auch sein bester Freund Bastl, kann ihn in dieser Situation nicht unterstützen – er hat als arbeitsloser Tänzer genug mit sich und dem Leben zu kämpfen und obendrein ein veritables Alkoholproblem. Da tritt Rainer in Sams Leben und wirbelt alles gehörig durcheinander. „Sam hat Freunde und noch eine Menge Träume“, sagt Regisseur Sanoussi-Bliss. „Die Homosexualität spielt für ihn und seine Freunde keine Rolle. Er ist halt so und in dem Umfeld, in dem sie sich bewegen, müssen sie keine Diskriminierung fürchten.“ Genau das, so Sanoussi-Bliss, wolle er auch zeigen: „Normale Menschen in einem normalen Alltag, zu dessen Normalität es auch gehört, dass sich die Ereignisse überstürzen.“ Schwächen, Ängste und Defizite der Charaktere werden auf den Punkt gebracht – ohne Zeigefinger, gleichwohl mit Perspektive. Letztere liegt vielleicht in einer Aussage, die ganz nebenbei anklingt: Gemeinsamkeit macht stark. Wenn „Community“ als Begriff realistisch ist, dann vielleicht im Sinne einer schwulen Familie, wie sie in ZURÜCK AUF LOS gezeigt wird.

Thelma

CH

2001

Pierre-Alain Meier

Laurent Schilling, Pascale Ourbih, Nathalia Capo d´Istria, François Germond

Vincent Fleury, einst Boxer, schlägt sich nachts als Taxifahrer durch. Er lebt getrennt von seiner Frau in einem Hotel, seinen Sohn darf er nur noch stundenweise sehen. Er hat somit nicht viel zu verlieren, als eines Abends eine Frau in sein Taxi steigt, die ihm ein ungewöhnliches Angebot macht: für 10.000 Franken soll er sie nach Kreta fahren. Dort wohnt ihr Ex-Liebhaber, mit dem sie noch eine Rechnung offen hat. Die Frau fasziniert ihn von Beginn an, das Geld kann er gut brauchen, und so lässt er sich auf das Abenteuer ein. Unterwegs kommen sie sich schnell näher. Bis Vincent merkt, dass Thelma in Wahrheit ein Mann ist. In seinem Spielfilmdebüt lässt Regisseur Pierre-Alain Meier Vincent als einen „echten Kerl“ von einer Sinnkrise in einen mentalen Kampf mit seiner Geschlechterrolle stürzen, während er die Figur „Thelma“ in ihrem Verhalten und ihren Empfindungen differenziert schildert. Alles mit einer gehörigen Portion Humor, ohne in Lächerlichkeit abzudriften. Und so wurde THELMA im letzten Jahr der Publikumsliebling beim Mannheimer Filmfestival. Die Homepage zum Film: www.thelma.ch

Der Feind In Mir

FRA

2004

Pierre-Erwan Guillaume

Jalil Lespert, Aurélien Recoing, Patrick Rocca

An der Küste eines kleinen Dorfs in der Bretagne wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Die dortige Polizei ist hilflos und fordert Unterstützung an. Nicolas Luhel, frisch von der Polizeischule und gerade Leutnant geworden, wird mit dem Fall betraut. In einem Geflecht aus kleinstädtischer Enge, offen feindseligen Dorfbewohnern und verschlossenen Kollegen soll er dem Verdacht der verzweifelten Mutter nachgehen, ihr Ex-Mann, der Vater des Jungen, hätte den Mord begangen. Vom ersten Aufeinandertreffen an empfindet Nicolas eine unergründliche Faszination für den Verdächtigten Tanguy – dessen körperliche Präsenz, Männlichkeit und Arroganz den jungen, hilflosen Polizisten überfordern. In der Abwehr seiner eigenen Gefühle konfrontiert er den um seinen Sohn trauernden Tanguy mit einem furchtbaren Verdacht… Was zunächst wie ein typisch französischer Krimi mit viel Lokalkolorit und Atmosphäre beginnt, entwickelt sich zu einem bizarren Psychotrip mit surrealen Alptraum-Sequenzen und deutlich erotischer Metaphorik, die bisweilen die Grenzen zur Pornographie streift.

Der letzte Mentsch

DEU/FRA/CHE

2013

Pierre-Henry Salfati

Als 15-jähriger überlebte Marcus mehrere Konzentrationslager, änderte nach der Befreiung seinen Namen und ließ sich in Deutschland nieder. Die Vergangenheit verdrängte er fortan, bis sie den nun über 80-Jährigen wieder einholt. Da er sich nach jüdischer Tradition beerdigen lassen will, braucht er einen Beweis für seine Identität – die eintätowierte Häftlingsnummer genügt den bürokratischen Rabbinern nicht. So chauffiert ihn die junge Deutschtürkin Gül in sein ungarisches Geburtsdorf, wo ihn jedoch keiner mehr kennt. Eine tragikomische Geschichte über eine ungewöhnliche, generationenübergreifende Freundschaft und die Suche nach Identität und Heimat, die Mario Adorf eine weitere Meisterleistung abringt.

Ja Schwester, Nein Schwester

NDL

2002

Pieter Kramer

Loes Luce, Paul R

JA SCHWESTER, NEIN SCHWESTER ist eine höchst unterhaltsame Musical-Komödie – basierend auf der gleichnamigen Fernsehserie aus den sechziger Jahren. In Holland war damals dieses Stück Fernsehunterhaltung mit der resoluten Schwester Klivia, die ihr „Altersheim“ fest in der Hand hat und an das Gute im Menschen glaubt, beliebter als die holländische Königin. Ein hellhöriges Amsterdamer Haus beherbergt vier Bewohner, die etwas unbeholfen im Leben sind. Da ist die naive Jet, die sich in einen Kleptomanen verliebt, und ein Erfinder, der eine Pille entdeckt hat, die aus schlechten gute Menschen macht – allerdings nur auf Zeit. Ihr gemeinsamer Feind ist der hartherzige Hausbesitzer Boordeval, der am liebsten die ganze Gesellschaft los wäre um in den Räumlichkeiten eine profitable Seniorenresidenz eröffnen würde. Richtig pikant wird die Geschichte durch den schwulen Friseur Wouter, der auf der anderen Straßenseite einzieht und nach dem bösen Hausbesitzer lugt…

Hieronymus Bosch - Schöpfer der Teufel

NLD

2015

Pieter van Huystee

Als zum 500. Todestag des Malers Hieronymus Bosch (ca. 1450 – 1516) eine große Ausstellung seiner figurenreichen, bizarren Hauptwerke im niederländischen s’Herzogenbosch vorbereitet wurde, mussten im Vorfeld die leihgebenden Museen, allen voran der Prado in Madrid, überzeugt werden. In s’Hertogenbosch selbst befindet sich nämlich kein einziges Werk des Ausnahmekünstlers, und die Verhandlungen zwischen den Museumsleuten waren durchaus mühsam. Der manchmal absurd-komische Prozess der höchst aufwändigen Ausstellungsvorbereitungen für die (besonders touristisch bedeutsame!) Bosch-Jahrhundertschau wird im Film unterhaltsam dargestellt; zugleich bietet die Dokumentation aber auch spannende Erkenntnisse über den Maler und seine (oft genug!) höllischen Szenen, die in großartigen Detail-Ansichten vor Augen geführt werden. So nah wie die Film-Kamera kommen Museumsgäste jedenfalls niemals an die Gemälde von Hieronymus Bosch heran, die gerade durch ihren wimmelnden Reichtum an miniaturhaften erotischen, monströsen, surrealen, schlichtweg phantastischen Darstellungen bis heute faszinieren.
Einführung: Dr. Peter Bär, Cinema Quadrat

Hieronymus Bosch – Schöpfer der Teufel

NLD

2015

Pieter van Huystee

Engel und Teufel, Menschen und Tiere, Heiligenfi guren und groteske Phantasiewesen bevölkern die Gemälde von Hieronymus Bosch. Anlässlich seines 500. Todesjahres 2016 richtete man in seiner niederländischen Heimatstadt Herzogenbosch die bisher umfangreichste Schau der noch erhaltenen Werke des Künstlers aus. Der Film dokumentiert die aufwändigen Vorarbeiten zur Jubiläumsausstellung: Über einen Zeitraum von fünf Jahren begleiteten die Filmemacher ein internationales Expertenteam auf ihren Reisen zu den in aller Welt verstreuten Kunstwerken, die mit Hilfe modernster Technologie analysiert wurden. Diese Analysen ergaben auch neue Erkenntnisse zur spannenden Frage nach der Eigenhändigkeit seiner weltberühmten Gemälde.
Einführung: Dr. Sebastian Baden

One Night Husband

THA

2003

Pimpaka Towira

Nicole Theriault, Siriyakorn, Worawit Kaewpetch

Sipang und Napat lernen sich kennen, verlieben sich und heiraten so schnell, daß Sipang sich selbst wundert. Doch kurz bevor diese Liebesgeschichte damit endet, daß die beiden glücklich bis an ihr Ende leben, verschwindet Napat nach einem mysteriösen Telefonanruf. Ein spannungsgeladener Film, erzählt aus der Perspektive einer Frau!

Krieg Der Welten - Das Nächste Jahrhundert

Piotr Szulkin

Roman Wilhelmi, Krystyna Janda, Mariusz Dmochowski, Jerzy Stuhr

28. Dezember 1999, in irgendeinem westlichen Land: Vor wenigen Tagen sind die Marsianer gelandet, die Bevölkerung unterwirft sich ihnen eilfertig, sämtliche Institutionen stellen sich in ihren Dienst. Als beliebter Moderator des TV-Senders SBB und dessen Nachrichtensendung „Independent News” verliest Iron Idem die täglichen Verlautbarungen von Freundschaft und Zusammenarbeit und ruft die Zuschauer zu Blutspenden für die Außerirdischen auf. Doch Idem ist unzufrieden und äußert seinen Unmut auch gegenüber der Chefredaktion. Eines Morgens dringt ein Überfallkommando brutal in sein Apartment ein. Seine Frau wird entführt, er selbst mit einer „Friendship Badge” stigmatisiert, einer Metallmarke mit laufender Nummer, die ihn als Freund der Marsianer ausweisen soll. Idem verliert seine Wohnung und muss in einer Notunterkunft Obdach suchen. Alle Versuche, eine Spur seiner Frau zu finden, schlagen fehl. Kollegen und Amtsträger demütigen ihn, allenthalben sieht er sich den Schikanen der Invasoren und ihrer Handlanger ausgesetzt. Wegen seiner öffentlichen Beliebtheit darf Iron Idem dennoch weiter im Fernsehen auftreten. Während eines großen Live-Konzerts zu Ehren der Außerirdischen nutzt er seine Popularität, um vor laufenden Kameras zum Widerstand aufzurufen. Doch die Zuschauer sind bereits gleichgeschaltet und unfähig, seine Botschaft überhaupt aufzunehmen. Er wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf einem der allgegenwärtigen Bildschirme beobachtet Idem seine eigene Erschießung… (also ab 18)

Pepperminta

CH/AUT

2009

Pipilotti Rist

Sabine Timoteo, Elisabeth Orth

Falls Pippi Langstrumpf erwachsen wäre, wäre sie wie Pepperminta – verspielt, anarchisch, kreativ und voller Ideen, die Welt aus ihren Angeln zu heben. Pepperminta, „die vom Typ her an eine Karotte erinnert“, versetzt die Menschen in ihrer Umgebung in einen sinnlichen Rausch aus leuchtenden Farben, so dass selbst schüchterne Stadtneurotiker einen Weg ins Glück finden. Mit Einführung von Stefanie Müller, M.A.

Blick zurück nach vorn: Strategien für die Clubkultur

Black Dju Dibonga

Luxemburg / Belgien / Portugal

1995

Pol Cruchten

Philippe Léotard, Richard Courcet, Patrice-Flora Praxo

Ganz Europa steht im Stau, unablässig fällt Regen – Black Dju Dibonga, ein junger Afrikaner von den Kapverden, ist endlich im gelobten Land angekommen. Er ist auf der Suche nach seinem Vater, dessen Überweisungen in die Heimat auf einmal ausgeblieben sind. Mit Hilfe des Polizisten Plettschette, der wegen Trunkenheit vom Dienst suspendiert ist, gelingt es Dju, erste Fäden eines Knäuels von Verwicklungen aufzunehmen, in die sein Vater offenbar geraten ist. Die Kapverden waren einst der erste Umschlagplatz für Sklaven aus Afrika. Die Auswirkungen der Sklaverei prägen bis heute das Alltagsleben auf dem atlantischen Archipel und sind auch ausschlaggebend für Djus Reise ins kalte Luxemburg. Neben seinem dokumentarischen Inszenierungsstil, der eine Fülle spannender und unverbrauchter Bilder aus Afrika und Luxemburg liefert, ist es vor allem die darstellerische Leistung Philippe Léotards als Inspektor Plettschette, die BLACK DJU DIBONGA sehenswert macht.

Der Russe ist einer, der Birken liebt

DEU

2022

Pola Beck

Aylin Tezel, Slavko Popadic, Sohel Altan Gol, Yuval Scharf

Mascha, Dolmetscherin, ist Kosmopolitin, spricht fließend fünf Sprachen, nur über ihre eigene Geschichte als jüdische Geflüchtete aus Aserbaidschan spricht sie nie. Sie liebt ohne Rücksicht auf Verluste – ihre Sprachen, ihre Freunde und vor allem Elias. Mit ihm ist sie gerade zusammengezogen, als er nach einer an sich harmlosen Sportverletzung stirbt. Ihr Leben gerät aus den Fugen, die Orientierungslosigkeit, die sie in sich trägt, führt Mascha nach Israel, wo sie sich in ein neues Leben stürzen will und sich in Tal, israelische Ex-Soldatin, verliebt.
Pola Beck erzählt ihre emotionale Geschichte von Verlust und Anfang, von Trauer und Selbstorientierung in Zeit- und Ortsprüngen und erreicht so eine starke Dynamik, die die widersprüchlichen Pole in Maschas Persönlichkeit spiegelt und die sich in den starken Kino-Bildern fortsetzt. „Wunderbar nuanciert, stimmungsvoll und bewegend.“ (Die Zeit)

Umrika

IND

2015

Prashant Nair

Suraj Sharma, Tony Revolori

Ein ganzes indisches Dorf ist stolz auf einen jungen Mann, den es Mitte der 80er-Jahre nach Amerika zieht. Detailliert und zuverlässig schickt er Briefe an die Daheimgebliebenen, um ihnen seine Eindrücke zu schildern. Doch eines Tages kommen auf einmal keine Briefe mehr an und niemand weiß warum. Der kleine Bruder des Verschwundenen, Rama und dessen bester Freund Lalu machen sich gemeinsam auf den Weg, um die Spur von Ramas Bruder nachzuverfolgen und ihn wiederzufinden…
UMRIKA – eine witzige wie herzerwärmende Geschichte über die Erfüllung der Träume!

Ninas Himmlische Köstlichkeiten

GBR

2006

Pratibha Parmar

Shelley Conn, Laura Fraser, Kulvinder Ghir, Ronny Jhutti

Gegen den Willen ihrer Mutter übernimmt Nina nach dem Tod des Vaters das Familienrestaurant. „Das Leben ist wie ein perfektes Dinner. Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an!“ Geheimnisvoll klingt der Ratschlag ihres Vaters und genauso magisch und anziehend sind die Blicke der attraktiven Lisa, die mit Nina nicht nur die Leidenschaft für das Kochen teilen will. Gemeinsam wollen sie den angesehenen „Best of the West“-Kochwettbewerb gewinnen. Romantisch, farbenfroh und mit einem charmanten Blick auf die Familie, feiert NINAS HIMMLISCHE KÖSTLICHKEITEN ein Fest des Lebens und beweist einmal mehr, dass die Liebe kein Rezept kennt.

Kurz Und Gut

Preisträger der Wüstenrot-Stiftung

KURZ UND GUT präsentiert die Nachwuchs-Preisträger der Wüstenrot Stiftung beim Euro-päischen Kurzfilmwettbewerb des Filmfestes Stuttgart Ludwigsburg 2001. Gleich zwei Filme des Programms waren für den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzspielfilm“ nominiert: COPY SHOP (2001) des jungen Österreichers Virgil Widrich und MESKA SPRAWA (MÄNNERSACHE) von Slawomir Fabicki (Polen 2001). Seit seiner Premiere auf dem Rotterdamer Festival 2001 gewann COPY SHOP 23 Preise. Der Story vom Copy-Shop-Angestellten, der sich solange vervielfältigt, bis die Welt nur noch aus ihm besteht, entspricht die innovativ experimentelle Form dieses „originalen Kopierfilms“: Widrich fotokopierte an die 18.000 Digitalfilmkader, die er am Tricktisch animierte, um sie danach wieder abzufilmen. Der zweite Oscaranwärter, MESKA SPRAWA zeigt in eindrücklicher Nähe drei Tage aus dem Leben eines polnischen 13-Jährigen, der gegenüber seinen Mitschülern und dem Sport-lehrer verzweifelt zu verbergen versucht, daß sein Vater ihn prügelt. Auch die weiteren vier Tourneefilme von jungen Talenten aus England, Frankreich, der Tschechischen Republik und Deutschland beeindrucken durch ihre Filmsprache, mit der sie Themen wie Gewalt oder Interkulturalität mit Humor und sicherer Hand umsetzen.

Oskar In Shorts

Preisträger und nominierte Kurzfilme

Ähnlich wie Robert Altman, Peter Jackson oder David Lynch wurden auch Virgil Widrich, Michael Dudok de Witt oder Anders Thomas Jensen in diesem oder in den letzten Jahren für den begehrtesten Filmpreis der Welt nominiert. Allerdings in der Kategorie Kurzfilm-Oscar. Unter dem Titel „Oskar in Shorts“ zeigen wir acht für den Oscar prämierte oder nominierte Kurzfilme, u.a.: ERNST UND DAS LICHT (R: Anders Thomas Jensen); Jesus kehrt nach 2000 Jahren auf die Erde zurück, um Ernst zu seinem Ersten Jünger zu machen. Jesus muss jedoch feststellen, dass die Welt sich seit seinem letzten Aufenthalt erheblich verändert hat. FATHER AND DAUGHTER (R: Michael Dudok de Witt); Ein Vater sagt seiner Tochter ‚Auf Wiedersehen‘ und geht. Sie wartet auf seine Rückkehr, Tage, Monate, Jahre… BOB´S BIRTHDAY (R: David Fine / Alison Snowden); Ein Mann freut sich darauf, an seinem Geburtstag mit seiner Frau Essen zu gehen. Sie jedoch hat andere Pläne geschmiedet. COPY SHOP (R: Virgil Widrich); Die Geschichte eines Mannes, der in einem Copy Shop arbeitet und sich solange selbst vervielfältigt, bis die ganze Welt nur noch aus ihm besteht. JOLLY ROGER (R: Mark Baker); Rücksichtslose Piraten zerstören und stehlen soviel sie können. Doch eine weibliche Gefangene will Rache um jeden Preis.

Boy Culture

USA

2006

Q. Allan Brocka

Patrick Bauchau, Derek Magyar, Darryl Stephens, Emily Brooke Hands, Jonathon Trent

X ist ein Edel-Callboy mit nie mehr als zwölf Kunden – seine „Jünger“, wie er sie nennt – in der Kartei. Er teilt sein schickes Loft mit seinen beiden höchst attraktiven Mitbewohnern, dem eben erst volljährig gewordenen Testosteron-Pulverfass Joey, der an X täglich seine Verführungskünste vervollkommnet, aber so schnuckelig der hormongesteuerte Youngster auch sein mag, X hat nur Augen für den knackigen und nicht weniger zügellosen Hunk Andrew, der nach Joey’s Vorbild seine Neigungen lieber mit wechselnden Jungs auslebt. Um das Quartett zu vervollständigen wäre da noch X’s Kunde Gregory, der ihn zu Gefühlen verführt, die er im Job seit Jahren unterdrückt hat: Emotionen. Basierend auf dem vielfach preisgekrönten Roman von Matthew Rettenmund, stellt sich BOY CULTURE den Irrungen und Wirrungen eines jungen Schwulen, der wenig ausgelassen hat und neben aller Abgeklärtheit erkennen muss, dass die Welt Kopf steht, wenn echte Gefühle ins Spiel kommen. BOY CULTURE: Ein erotisches Feuerwerk, ein Bonbon für die Sinne!

Grindhouse - Deathproof

USA

2007

Quentin Tarantino

Sydney Poitier, Kurt Russell, Vanessa Ferlito

Drei Freundinnen feiern und trinken in ihrer Lieblingskneipe. Da tritt der vernarbte Mike in Erscheinung. Zunächst wirkt er sympathisch, was sich jedoch recht bald als Fassade erweist: Der Psychopath lockt Pam in sein aufgepimptes Muscle Car und fährt sie und die anderen Girls mit einem Frontalcrash zu Tode. Als er sein Spiel bei einem anderen Trio wiederholen will, trifft er unerwartet auf Widerstand. Lässige Dialoge, brachiale Gewalt und skurrile Ideen. Neben spektakulären Autoverfolgungsjagden glänzt hier ein vermeintlich schwaches Geschlecht mit vis absoluta.

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