Der Titel sagt exakt, worum es in dem Dokumentarfilm von Simone Bitton, einer aus Marokko stammenden Jüdin geht: Um eine Mauer. Es ist diejenige, die Israel derzeit zwischen sich und den palästinensischen Gebieten errichtet. Die Filmemacherin greift damit eines der politisch brisantesten Themen der Welt auf und sucht doch einen Zugang, der so unpolitisch und so nahe am Leben ist wie möglich. In einem klassisch dokumentarischen Ansatz folgt der Film der Mauer der Trennung, die eine der historisch bedeutendsten Landschaften zerstört, indem sie das eine Volk einsperrt und das andere eingrenzt. Auf der Baustelle dieser irrsinnigen Mauer trotzen tägliche Ansprachen und heilige Gesänge – auf Hebräisch und Arabisch – dem Diskurs des Krieges inmitten des ohrenbetäubenden Lärms der Bulldozer. MUR erlaubt dem Zuschauer einen letzten Blick auf die Schönheit dieser Landschaft und die Menschlichkeit seiner Bewohner, bevor sie hinter der Mauer verschwinden.