Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Nie wieder diese Zeit

DEU

2015

Sofia Samoylova

Im September 1944 wurde in der damaligen Friedrichschule in Mannheim Sandhofen ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof eröffnet. Heute erinnert die KZ-Gedenkstätte in der Gustav- Wiederkehr-Schule daran. Anlässlich des 70. Jahrestags waren vom 28. September bis 2. Oktober fünf ehemalige Häftlinge dieses Lagers in Mannheim zu Besuch. Die Regisseurin Sofia Samoylova begleitete diese fünf Menschen mit der Kamera. Sie nimmt die Jahrestagsveranstaltungen ebenso ins Bild, wie sie auch die fünf Herren zu Wort kommen lässt. Dabei reflektieren sie in aller Offenheit darüber, was sie als junge Männer in Mannheim erleben mussten…
In Kooperation mit dem Stadtarchiv Mannheim. Anschließend Diskussion mit der Regisseurin.

Haus ohne Dach

DEU/IRQ

2016

Soleen Yusef

Mina Özlem Sagdiç, Sasun Sayan, Murat Seven

Ein Roadmovie von Stuttgart nach Dohuk, in der autonomen Region Kurdistan im Irak gelegen: Nach ihrem Tod will die Mutter dort beerdigt werden, neben ihrem Mann. Drei Geschwister machen sich auf, diesen letzten Wunsch zu erfüllen – doch Liya, Jan und Alan sind sich in den letzten Jahren fremd geworden, und so sind sie nicht nur mit der Reise, sondern vor allem mit sich selbst konfrontiert. Zumal einige in der kurdischen Großfamilie die Überführung des Sarges von Deutschland in die alte Heimat mit allen Mitteln verhindern wollen.
Ein Film der deutsch-kurdischen Regisseurin Soleen Yusef, in dem es um Zusammengehörigkeit und Familiengeschichte geht – und ganz nebenbei sind die privaten Konflikte politisch aufgeladen. Ohne direkt von Kampf oder Religion zu erzählen, spielt der Krieg im Norden des Irak im Hintergrund eine wichtige Rolle: Während der Dreharbeiten haben die IS-Truppen Mossul eingenommen, die Front war nur wenige Kilometer entfernt.

Sieger sein

DEU

2024

Soleen Yusef

Dileyla Agirman, Andreas Döhler, Sherine Ciara Merai, Peri Baumeister

Der Film erzählt die Geschichte der elfjährigen Mona, einer talentierten jungen Fußballspielerin. Sie und ihre kurdische Familie waren gezwungen, Syrien aufgrund des Bürgerkriegs und der herrschenden Diktatur zu verlassen, um in Berlin ein sichereres neues Zuhause zu finden. In dieser neuen Umgebung steht Mona vor der Herausforderung, in einem unbekannten Land neu anzufangen und sie muss sich mit den Schwierigkeiten auseinandersetzen, die das Leben als Geflüchtete mit sich bringt. Die abschätzigen Blicke ihrer Mitschüler*innen und das Mobbing machen ihr Leben noch schwieriger, und oft sehnt sich Mona nach den Tagen zurück, in denen sie sich zugehörig fühlte. Inspiriert von Regisseurin Soleen Yusefs eigenen Erfahrungen als Geflüchtete in Deutschland zeigt der Film Fußball nicht nur als Sport, sondern als einen Weg zur interkulturellen Kompetenz, Freundschaft und einem Gefühl der Zugehörigkeit.

Maroa

VEN/SPA

2005

Solveig Hoogesteijn

Yorlis Domínguez, Tristán Ulloa, Elba Escobar

Die venezolanische Hauptstadt Caracas ist die Heimat des Straßenkindes Maroa. Sie kann weder Lesen noch schreiben, hat dafür allerdings eine ausgeprägte Begabung was das Stehlen anbelangt. Zudem verhökert Sie Ikonen für Ihre Großmutter Brigada. Ihr Leben wird mehr oder weniger ausschließlich von dem Leben auf der Strasse, dem Rap, Raub und Telenovelas geprägt, bis sie Musiklehrer Joaquim kennen lernt und Ihre Leidenschaft an der Musik des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart entdeckt. Als Sie schließlich in einem Kinderheim unterkommt, treffen sich die beiden wieder… Ein Drama eines venezolanischen Mädchens der Strasse, rund um Armut, Kriminalität und die Heruntergekommenheit in den Slums.

Sommerpause - Weiter geht es am 11.9. mit dem Film "Bolero"!

Sommerpause

Meister der Träume

FRA/DEU

2017

Sonia Kronlund

Er ist so etwas wie der afghanische Steven Spielberg – oder will es zumindest sein: Salim Shaheen, Schauspieler, Produzent, Regisseur in einer Person, hat weit über 100 Filme inszeniert, inspiriert gleichermaßen vom Bollywood-Stil wie von Sylvester Stallone. Für seine Landsleute ist er nicht nur auf der Leinwand ein Held: Auch in schwierigsten Zeiten von Krieg und Terrorismus schenkt er mit seinen Filmen – ob Musical oder Action – Hoffnung und die Möglichkeit des Träumens. Sonia Kronlund, französische Politik-Korrespondentin in Afghanistan, begleitet den so energischen wie exzentischen Filmemacher. Sie zeigt, wie er und sein Team allen Widerständen getrotzt haben, unter russischer Besatzung wie unter der Herrschaft der Taliban. Sie zeigt aber auch, wie sie selbst sich in einer Männergesellschaft durchsetzen muss, um das Vertrauen von Shaheen zu erlangen. Und dann sind wir mitten dabei, wenn ein Wasserfall als Hintergrund für eine Tanzszene im einen Film wie für eine Schlägerei im nächsten herhalten muss, oder wenn die Kalaschnikows der Sicherheitsmilizen kurzerhand als Requisiten benutzt werden.

Hedi Schneider steckt fest

DEU/NOR

2015

Sonja Heiss

Laura Tonke, Hans Löw, Leander Nitsche, Simon Schwarz

Hedi Schneider, ihr Mann Uli und Sohn Finn haben sich im Leben eingerichtet. Hedi Schneider ist eine lustige, eine lebenslustige Person, doch plötzlich ist alles anders. Sie steckt fest. Erst im Aufzug, dann in ihrem Kopf. Panikattacken führen zu einem Rückzug aus dem Alltäglichen – Hedis und Ulis Welt geht aus den Fugen. Mit großer Leichtigkeit und zärtlichem Humor erzählt Sonja Heiss von Angststörungen – und wunderbarerweise gelingt dieser Balanceakt. Witze über psychische Krisen geraten oft peinlich, geraten oft auf eine sentimentale Betroffenheitsschiene – doch Heiss weiß stets, den richtigen Ton zu treffen, und Laura Tonke spielt den Zwiespalt zwischen (Selbst)Ironie und Panik großartig: „Eine Komödie, die die Depression so ernst nimmt, wie es die meisten Dramen bei all ihrer Anstrengung nicht könnten.“ (kino-zeit.de) Maren Ade fungierte als Produzentin.

Hotel Very Welcome

DEU

2007

Sonja Heiss

: Eva Löbau, Chris O'Dowd, Svenja Steinfelder, Richy Champ, Garreth Llewelyn

Fünf Touristen reisen mit dem Rucksack durch Indien und Thailand auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer: Joshua und Adam, zwei junge Briten, verlieren in der Ekstase von Fullmoonraves ihre Freundschaft. Svenja steckt in einem Hotel fest, weil sie ihren Anschlussflug verpasst hat, und beginnt eine kindische und höchst emotionale Telefonbeziehung mit dem unfähigen Mitarbeiter eines Reisebüros. Der Ire Liam sucht den Kontakt mit dem echten Indien – was ihn aber nicht vor den Problemen zuhause rettet. Und Marion, eine Deutsche, arbeitet in einem Meditationsparadies für westliche Sinnsuchende hart an ihrem Glück. Sonja Heiss‘ Debütfilm – produziert von Maren Ade – ist eine grandiose, halb improvisierte Komödie, die die ziellose Sinnsuche junger Backpacker aufs Korn nimmt, dabei ihre Protagonisten aber nie an Gags verrät: „ein zugleich melancholischer und umwerfend, ja mitunter brüllend komischer Film.“ (taz)

Genderbende

NLD

2017

Sophie Dros

Eine einfühlsame Dokumentation über fünf queere Menschen, die sich niemals männlich oder weiblich gefühlt haben: Jede*r hat den ersten Schritt hinaus aus der Konvention bereits hinter sich und ist dabei, die eigene Identität jenseits der Norm für sich zu entdecken. Konfrontiert mit Reaktionen zwischen Unverständnis, Interesse und offener Abwehr schwanken sie zwischen Trotz, Zweifel und Enthusiasmus über jeden weiteren Schritt. Schließlich gelingt es jede*m von ihnen, sich selbst ein kleines Stückchen näher zu kommen.
GENDERBENDE feiert sie in ihrem Kampf um eine Gesellschaft, in der Gender nicht mehr für zwei einander entgegengesetzte Idealvorstellungen, sondern für eine individuelle und einzigartige Konstruktion im Sinne des Sowohl-als-auch steht.
Diskussionspartner: Rzouga Selmi, LGBTIQ+ Aktivist

Over Your Cities Grass Will Grow

FRA / GBR / NLD

2010

Sophie Fiennes

Wie kaum ein anderer Maler versteht es Anselm Kiefer, die deutsche Vergangenheit in atmosphärisch dichten und intellektuell herausfordernden Bildern heraufzubeschwören. Germanische Mythologie, Heldenverehrung, Nazi-Terror und Holocaust sind die sperrigen Themen, die Kiefer in immer neuen, faszinierenden Installationen aus Malerei, Beton, Blei, Naturmaterialien und Textilien umsetzt. Der Film zeigt, wie Kiefers großformatige Werke aus einem geradezu dramatischen Formungsprozess entstehen, inspiriert von einem Vers des Propheten Jesaja: „Über euren Städten wird Gras wachsen.“ Die Veranstaltung findet im neuen Gebäude der Kunsthalle statt!
Ort: Kunsthalle.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert.

The Pervert's Guide To Cinema

GBR

2006

Sophie Fiennes

Der slowenische Philosoph und Psychoanalytiker Slavoj Žižek wird oft als „akademischer Rock-Star“ bezeichnet. Ein komplexes psychoanalytisches Konzept ist für ihn nur zu verstehen, wenn er es in den „inhärenten Schwachsinn der Populärkultur übersetzt“. In THE PERVERT‘S GUIDE TO CINEMA vermittelt Žižek mit seinen provokant-komischen Film-Beobachtungen über das Kino von Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock oder David Lynch Filmanalyse und Philosophie. Anschließend Vortrag und Diskussion mit Sebastian Leikert: „Zeigt Hitchcock, was Freud nicht sagen kann?“

Tanja - Life in Movement

AUS

2011

Sophie Hyde & Bryan Mason

TANJA – LIFE IN MOVEMENT ist ein Tribut an die begabte deutsche Tänzerin Tanja Liedtke, die als freie Choreografin auch Werke für die Mannheimer Akademie des Tanzes schuf. Mit 29 Jahren stand sie 2007 kurz vor dem Durchbruch, als man sie zur neuen Leiterin der Sydney Dance Company ernannte. Kurz danach wurde sie Opfer eines tragischen Autounfalls. 18 Monate nach ihrem Tod begibt sich die Doku auf Spurensuche: Freunde erzählen von ihr, ihren visionären Ideen und ihrer großmütigen Persönlichkeit. Durch das Tanzen ihrer Choreografien erwecken Kollegen die Künstlerin im Film zum Leben. Sehr berührende Doku über Träume, Visionen, und wie schnell alles vorbei sein kann. Es geht um das Leben und schließlich um die Dankbarkeit dafür. Nicht nur für Ballettbegeisterte.

The Ordinaries

DEU

2022

Sophie Linnenbaum.

Fine Sendel, Jule Böwe, Henning Peker, Noah Tinwa

Ein Film über das Leben von Filmfiguren:
Paula ist angehende Hauptfigur. Ihre Mutter ist zwar nur Statistin, der Vater war aber ein Held, wie er im Drehbuche steht – dementsprechend studiert Paula eifrig Cliffhanger, panisches Schreien, emotionalen Ausdruck und pathetischen Dialog. Die Outtakes aber werden in dieser hierarchisch-autoritären Film-Welt systematisch ausgeschlossen, die Schwarzweißen, die Unscharfen, die Fehlbesetzungen, die falsch Synchronisierten – und Paula gerät ins Ghetto derer, die zwischen den Schnitten leben…
Sophie Linnenbaums Debütfilm führt in die Welt des Filmemachens selbst, taucht mitten hinein in die Traumfabrik, hinter die Filmillusion, und das in angemessen großer und glamouröser Inszenierung. Selten bekommt man einen derart imaginativen, originellen, witzigen und intelligenten Film zu sehen!
Von Anfang Juni bis Mitte August gibt es wieder Open Air-Kino in unserem Innenhof im dritten Stock des K1-Gebäudes! Immer samstags können Sie herrliche Sommerabende mit tollen Filmen unter freiem Himmel verbringen.
Das Sommerkino Open Air ist bestuhlt. Es gilt freie Platzwahl.
Es gibt Brezeln und Sommerdrinks – auch alkoholfrei. Bei schlechtem Wetter laufen die Filme in unserem Kinosaal.
Einlass ab 20:30 Uhr – Eintritt: 10 € / erm. 7 € / Mitglieder 6 €

Marieke Und Die Männer

BEL /DEU

2011

Sophie Schoukens

Hande Kodja, Jan Decleir

Zwölf Jahre ist es her, dass Marieke ihren Vater verlor – damals war sie 8 Jahre alt und den Schock, dass ausgerechnet sie es war, die ihren Vater leblos in der Badewanne auffand, hat sie allenfalls verdrängt, aber nicht verarbeitet. Heute ist sie 20 und findet ihren Weg ins Leben nicht. Noch lebt sie bei ihrer Mutter, geht mehr oder weniger lustlos ihrem Job in einer Pralinen-Manufaktur nach und sucht die Nähe von alten Männern, mit denen sie schläft und die sie immer wieder fotografiert, um anschließend die fragmentarisierten Körper neu anzuordnen. Ihre Mutter bleibt seit dem Tod des Mannes in emotionaler Distanz. Die Erstarrung löst sich, als Jacoby, der frühere Verleger ihres Vaters und Geliebte ihrer Mutter, zurückkehrt. Langsam beginnt sich Marieke daran zu erinnern, über was bislang der Mantel des Schweigens gebreitet war…

Der Mondfisch

Søren Balle

Henrik Birch, Susanne Storm

Kesse ist noch keine 50 Jahre alt, aber in seinem Leben laufen die Dinge nicht mehr so, wie er es gewohnt ist. Wie schon Großvater und Vater vor ihm, fährt er mit dem eigenen Kutter zum Fischen aufs Meer vor der Küste Nordjütlands. Doch die Bestände sind begrenzt, und der Fischfang ist längst zu einem harten Konkurrenzgeschäft geworden. Kesse, der kein Geschäftsmann sein will, wird von der Bank gedrängt, seinen Kutter so schnell wie möglich aufzugeben. Seinen Deckshelfer Lars muss er entlassen, weil er ihn kaum noch bezahlen kann. Hoffnung verspricht die Ankunft der Meeresbiologin Gerd, die im Tausch gegen ein zusätzliches Fangkontingent auf seinem Kutter ihren Forschungen nachgeht. Kesse verliebt sich in Gerd – und steigt zugleich in den Handel mit illegal gefangenen Fischen ein. Sozialdrama über einen Fischer vom alten Schlag, das überzeugt, weil es auf einfache Antworten verzichtet.

Identity Kills

Deutschland

2003

Sören Voigt

Brigitte Hobmeier, Daniel Lommatzsch

Nach einem Psychiatrie-Aufenthalt kehrt die 24-jährige Karen zurück in die gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund Ben. Der hat mittlerweile seine Exfreundin einziehen lassen und nutzt Karens Anstrengungen, von nun an alles richtig zu machen, rücksichtslos aus – bis Karen ihn rausschmeißt. Als ein Hotelmanager sie für eine Jobbewerberin hält, schlüpft Karen in deren Rolle. „In seiner elliptischen Erzählweise führt IDENTITY KILLS den Zuschauer immer wieder aufs Glatteis. Szenen brechen unvermittelt ab, Zeit vergeht sprunghaft in einem Film, der sich glaubwürdig und mit viel Nervenkitzel mehr und mehr zu einem Psychothriller steigert.“ (Frankfurter Rundschau)

Tolle Lage

Deutschland

1999

Sören Voigt

Ill-Young Kim, Henriette Heinze, Paul Faßnacht

Keine Frage, ne tolle Lage ist das ja: mitten im Wald, Naturschutzgebiet, der Ostseestrand direkt vor der Tür. Doch Skiernitzki, der direkt nach der Wende nach Rügen gegangen ist und dort auf das große Geschäft gehofft hat, steht mit seinem Campingplatz Tolle Lage vor dem Aus. Einen Riesenberg Schulden hat er aufgehäuft, außerdem haßt er seine ostdeutschen Sommergäste. So wie die auch den neuen Besitzer verabscheuen mitsamt seiner Überheblichkeit, seinen Wucherpreisen und den beschissenen Brötchen. Die Stimmung gärt, und wenn das Jubiläum des Sparwasser-Tors auch noch mit einem Liveauftritt der Ost-Schlagerikone Michi Fanselow zusammenfällt, scheint eine Meuterei unausweichlich. Henriette Heinze wurde für ihre Rolle als „Anita“ in Saarbrücken mit dem Max Ophüls-Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

Nulpen

DEU

2025

Sorina Gajewski

Bella Lochmann, Pola Geiger, Rio Kirchner, Carl Bagnar

Zwei Teenagerinnen und ein Hitzerekord-Sommertag in Berlin: Nach dem Schulabschluss haben Ramona und Nico nichts zu tun, lassen sich treiben. Pro Forma suchen sie den ausgebüchsten Vogel des Nachbarn, aber eigentlich geht es um die Suche nach sich selbst und nach ihrer Freundschaft – und darum, miteinander zu chillen und zu quatschen und Freizeit und Freiheit zu genießen.

In einer Welt, in der Gegenwart wie Zukunft ungewiss sind, erschafft Sorina Gajewski einen unglaublich direkten, wunderbar verdichteten, zugleich ganz und gar lebensechten und unwahrscheinlich witzigen Film: Wohl kaum ein Film hat die Generation Z bisher so ernst genommen wie NULPEN, der die beiden Freundinnen ganz direkt und nah begleitet, in ihrer Sprache, in ihrem Zukunftsnihilismus – in ihrer Sehnsucht auf Hoffnung und Leichtigkeit.

Yeelen - Das Licht

MLI

1987

Souleymane Cissé

Niamanto Sanogo, Koumba Traore, Balla Moussa Keita, Issiaka Kane, Aoua Sangare

YEELEN (Das Licht) spielt im vorkolonialen Mali, in einer Epoche mächtiger Königreiche. Nianankoro ist zusammen mit seiner Mutter schon seit Jahren auf der Flucht. Er flieht vor seinem Vater, einem mächtigen Priester. Wie die Tradition es fordert, sollte Nianankoro einmal das Wissen seines Volkes bewahren. Doch sein Vater wollte lieber den Sohn töten als seine Macht weitergeben. Die Mutter floh mit dem Kleinkind und nahm den „Flügel des Kôré“ mit, das Symbol für die Schnelligkeit des menschlichen Geistes. Es ist das einzige, was mit dem Wissen ihres Mannes konkurrieren kann. Auf der jahrelangen Flucht reifen Nianankoros Kräfte zum Kampf mit seinem Vater. Preis der Jury in Cannes, 1987. „Yeelen ist der schönste Film der afrikanischen Filmgeschichte.“ (Cahiers du Cinéma)

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