Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Rainbow Warriors

NL

2009

Suzanne Raes

1978 setzt die „Rainbow Warrior“, das legendäre Schiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Kurs auf Island. Es ist die erste von vielen Missionen, bei denen die junge Crew ihr Leben riskieren wird. Am 14.7. mit anschließender Diskussion. Kooperationspartner: Greenpeace Jugend Rhein Neckar.

Vermeer – Reise ins Licht

NLD

2023

Suzanne Raes

Der Dokumentarfilm bietet einerseits einen faszinierenden Einblick in die Vorbereitungen einer spektakulären Kunstausstellung und begleitet die beteiligten Museumsleute: Aus aller Welt wurden 2023 die wenigen kostbaren Gemälde des barocken Malers Jan Vermeer zur Jubiläumsausstellung nach Amsterdam gebracht. Das begrenzte Kontingent der Eintrittstickets war online schon nach wenigen Stunden erschöpft. Andererseits holt der Film vor allem die Bilder mit ihren stillen Figuren in lichterfüllten Räumen ganz nah vor das Auge. Vermeer hat selbst ein damals modernes optisches Instrument zur Vorbereitung seiner Werke verwendet, eine Camera Obscura, durch die er die Realität betrachtete. Die Regisseurin demonstriert das sorgfältig: Ein sonnenbeschienener Vorhang wirft nicht nur einen, sondern drei Schatten, wenn man ihn durch den Apparat betrachtet. Die Camera Obscura ist das Vorläufermodell des Fotoapparates und der Filmkamera und Vermeers Darstellungen erscheinen fast wie kleinformatige Fotografien. „Vermeer – Reise ins Licht“ lässt uns eintauchen in eine wunderbare, stille Bilderwelt, deren malerische Entstehungsweise am Anfang unserer heutigen Medienmöglichkeiten steht.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthistorikerin

Hamlet

DEU

1921

Svend Gade, Heinz Schall

Asta Nielsen, Eduard von Winterstein, Mathilde Brandt, Paul Conradi

Um die Thronfolge zu sichern, wird die Tochter am dänischen Hof als männlicher Prinz Hamlet aufgezogen. Im Studium in Wittenberg erreicht sie/ihn die Nachricht, dass der Vater, der König, verstorben ist. Offenbar wurde er vom eigenen Bruder ermordet.

Stummfilmstar Asta Nielsen spielt Hamlet, den Dänenprinzen, so dass es neben Themen wie Macht, Mord und Wahnsinn auch um Geschlechteridentität geht. Einer der größten Kinoerfolge der frühen 1920er!

Ist Das Leben Nicht Wunderbar?

Bulgarien

2001

Svetoslav Draganov

Mit Freunden und Kollegen feiert der 23-jährige Alexander Ivanchev sein zehnjähriges Jubiläum als Friseur. Allmählich aber leert sich das Lokal, bis er alleine zurückbleibt – als einsamer Tänzer. „Die anderen sind mir egal“, wird er am Ende des Films sagen, „ich habe meine Spaß“. Alex ist einer, der sich gerne etwas vormacht. Er nimmt mit großer Begeisterung an jedem Friseurwettbewerb teil, ohne je einen Preis zu gewinnen. Dabei versucht er fast ständig, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wenn die Kamera ihm nach Hause folgt wird deutlich, dass dies seine legitime Flucht vor der deprimierenden Realität ist. Als ältester Sohn bringt er das Geld für den Lebensunterhalt seiner Mutter, seines Pflegevaters und seiner jüngeren Geschwister auf. Zusammen mit ihnen lebt er in einer völlig verwahrlosten Wohnung. In einfachen Bildern versucht dieser ruhige Dokumentarfilm den exzentrischen und gar nicht in sein Umfeld passenden Alexander zu ergründen. Der junge Regisseur Svetoslav Draganov (Jahrgang 1976) erntete für sein Porträt einer freudlosen Jugend in Bulgarien viel Lob: Beim 44. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm wurde der Film mit dem Preis des Mitteldeutschen Rundfunks für einen herausragenden osteuropäischen Dokumentarfilm ausgezeichnet. „’Ist das Leben nicht wunderbar?’ fragt rhetorisch der neue Dokumentarfilm von Draganov, und wer dahinter eine seichte Milieustudie aus einem osteuropäischen Land erwartet, ist selbst schuld. (Blickpunkt:Film)

Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

GBR/USA

2007

Tim Burton

Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Sacha Baron Cohen

Barbier Benjamin Barker, einstmals vom korrupten Richter Turpin verbannt, kehrt unter dem Namen Sweeney Todd zurück nach London. In der Fleet Street eröffnet er ein Barbiergeschäft – doch einem Konkurrenten, der ihn erkannt hat, muss er den Garaus machen. Es wird nicht seine einzige Bluttat bleiben; ganz oben auf der Liste: Richter Turpin, der damals Barker/Todds Frau vergewaltigt und ermordet hatte. Zum Glück gibt es zur Beseitigung der Leichen Mrs. Lovetts Fleischpastetenladen…

Sweeney Todd, der fiktive Serienmörder aus einem Groschenroman von 1846, wurde 1979 Titelheld von Stephen Sondheims Broadway-Musical. Tim Burton verfilmt dieses Musical voller Düsternis und voller makabrer Details, die nur selten von grimmigem Witz aufgelockert werden. Absolut blutig!

Sketches Of Frank Gehry

USA/DEU

2005

Sydney Pollack

Dennis Hopper, Julian Schnabel

Mit SKETCHES OF FRANK GEHRY beleuchtet der Oscar-Preisträger Sydney Pollack den Menschen hinter den architektonischen Meisterwerken: Eine scharfsinnige und humorvolle Betrachtung einer fremden Welt durch einen Laien – so sieht Pollack sich in diesem Fall erklärtermaßen selbst. Über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitete Sydney Pollack den Architekten Frank Gehry mit einer handlichen DV-Kamera und ermöglicht dadurch einen tiefen Einblick in das Leben eines außergewöhnlichen Architekten und seiner einzigartigen baulichen Schöpfungen. Ein einfühlsames Porträt, amüsant, geistreich und unterhaltend.

Aretha Franklin - Amazing Grace

USA

2018

Sydney Pollack, Alan Elliott

Januar 1972, New Temple Missionary Baptist Curch in Los Angeles: Aretha Franklin, die Queen of Soul, damals auf dem Zenit ihrer Karriere, kehrt für zwei Abende zurück zu ihren Wurzeln und nimmt ein Gospel-Album auf, live vor Publikum. Und produziert in inbrünstiger Performance, zwischen Gottesdienst und Popkonzert, die erfolgreichste Gospel-Platte überhaupt. Sydney Pollack filmte die Aufnahmen – die allerdings wegen technischer Probleme nie aus der Postproduktion herauskamen. Erst nach Franklins Tod 2018 konnte Alan Elliott den Film vollenden: berührend und ekstatisch.

Hab Mich Lieb!

DEU

2003

Sylke Enders

Paul Faßnacht, Angelika Ritter, Lennie Burmeister, Franziska Jünger

Der neue Film von Sylke Enders („Kroko“): Kalli ist eine schwierige junge Frau. Bestimmt voller Träume und Sehnsüchte, die sie aber hinter einer ruppig, ironisch-sarkastischen Fassade verbirgt. Ihre einzige Freundin ist die weiche, warmherzige, leicht überdrehte Transsexuelle Christel. Die beiden verbindet eine hierarchische Beziehung: Kalli fühlt sich offenbar Christel überlegen, und läßt sie das auch spüren. Christel ihrerseits akzeptiert diese Rollenverteilung – scheinbar. Das Freundschaftsgefüge der beiden kommt in Bewegung, als sie in der Silvesternacht den rätselhaften Norman kennen lernen. Christel will ihn verführen, Norman fühlt sich aber zu Kalli hingezogen. Und gleichzeitig wird Christels Drang, gegen Kalli zu rebellieren um sich zu befreien, immer stärker – und was als Spiel beginnt, entwickelt sich zu dramatischem Ernst. (somit ab 18 Jahren)

Kroko

Deutschland

2003

Sylke Enders

Franziska Jünger, Alexander Lange

Sie ist das blonde Gift der Hinterhöfe, die Femme Fatale der Weddinger Seitenstraße. Coolness hängt schwer auf ihren Augenlidern. Man könnte es für Langeweile halten – wären da nicht der harte Umgangston und die Bereitschaft, ihre Widersacher aus dem Weg zu schubsen. Ähnlich rabiat verschafft sich Kroko auch ihre Unterhaltung. Bei einem ihrer Joy-Rides mit einem geklauten Wagen verursacht Kroko einen Unfall und das Gericht verurteilt sie zum Sozialdienst in einer Behinderten-WG. KROKO avancierte bei den Hofer Filmtagen 2003 zum Publikums- und Kritikerliebling, 2004 wurde er mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet. Ein lebenspraller, mit prägnanten Dialogen gespickter und von einer gehörigen Portion Situationskomik getragener Film, dessen weibliche Hauptdarstellerin Fanziska Jünger schlicht eine Sensation ist. In Berlin war „Kroko“ monatelang der Renner, in Mannheim ist er bisher untergegangen. „Der beste deutsche Film auf den diesjährigen Hofer Filmtagen ist KROKO von Sylke Enders, der vorführt, dass man auch mit Laien zu einer Inszenierung finden kann, in der jeder Ton sitzt.“ (Michael Althen, FAZ)

Mondkalb

DEU

2007

Sylke Enders

Juliane Köhler, Axel Prahl, Leonard Carow, Ronald Kukulies

Alex zieht ins Haus ihrer verstorbenen Großmutter, um sich zurückzuziehen. Sie will sich raushalten – aus Gesprächen, Beziehungen, dem Leben. Auch der 12jährige Tom ist abgetaucht. Wie ein Geist heftet er sich an Alex’ Fersen. Er lässt sich nicht abwimmeln, genauso wenig wie der redselige Piet der Tom Vater und Mutter zugleich sein muss und der Alex für sich gewinnen möchte. Ganz allmählich beginnen sie sich zu öffnen und einander anzunähern. Das ist ein Anfang – doch dann zündet Tom das Auto seines Vater an… MONDKALB ist das berührende Porträt von Menschen, die in unterschiedlichen Welten leben.

Das große Rennen von Belleville

RA/BEL/CAN/GBR

2002

Sylvain Chomet

Champion ist nirgends glücklicher als auf dem Sattel eines Fahrrads. Unterstützt von seiner Großmutter und dem Hund trainiert er für die Tour de France – doch als er endlich teilnehmen darf, beginnt ein ganz absurdes Entführungsabenteuer… Dieses unkonventionelle Zeichentrick-Meisterwerk des französischen Comic-Designers und Animationskünstlers Sylvain Chomet eroberte die internationalen Filmfestivals mit seiner traditionellen Zeichentechnik und dem unverkennbaren Sound mit seiner atmosphärischen Geräuschkulisse und der Musik aus Staubsaugern und Fahrradspeichen – nicht zuletzt ist der Film auch eine Jaques-Tati-Hommage.
DAS GROSSE RENNEN VON BELLEVILLE läuft als Begleitprogramm für die Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre“ im Technoseum.
Im Vorprogramm: Pasajes, ARG 2012. R: Luis Paris. 02:46 Min.

Die Feinen Unterschiede

DEU

2012

Sylvie Michel

Wolfram Koch, Bettina Stucky

Der erfolgreiche Arzt Sebastian lebt ein gutes Leben. Zu seinem Sohn Arthur hat er ein lockeres Verhältnis, so denkt er zumindest. Seine Putzfrau Jana mit ihrem Kontrollwahn gegenüber ihrer Tochter Vera belächelt der Arzt. Umgekehrt schüttelt Jana den Kopf darüber, wie viele Freiheiten Arthur genießt. Eines Abends gehen die Jugendlichen gemeinsam aus. Ohne Janas Zustimmung. Als Jana am nächsten Morgen davon erfährt und feststellt, dass Arthur und Vera von diesem Ausflug nicht nach Hause gekommen sind, gerät sie in Panik… Genau beobachtet und einfühlsam erzählt, ist DIE FEINEN UNTERSCHIEDE ein hochspannendes Psychodrama über eine zutiefst zerrissene Gemeinschaft.

More Than Strangers

DEU/GRC

2023

Sylvie Michel

Cyril Gueï, Léo Daudin, Smaragda Karydi, Julie Kieffer, Samuel Schneider, Wolfram Koch, Samuel Finz

Fünf Fremde, ein Auto und eine gemeinsame Reise von Berlin nach Paris: eine unkomplizierte Mitfahrgemeinschaft? Nein: ein nervenaufreibendes Abenteuer. Denn einer der Mitfahrer hat ein ernsthaftes Problem, er ist ein „Illegaler“ ohne Visum. Und die zusammengewürfelte Truppe – der französische Fahrer und seine Passagiere aus Deutschland, Griechenland und Ghana – bekommt es plötzlich mit Fragen von Hilfsbereitschaft und Solidarität, von Misstrauen und Gruppendynamik zu tun.

Sylvie Michel inszeniert nicht Tragik, sondern eine Roadmovie-Komödie mit Drama-Einschlag als gesellschaftsspiegelnder Mikrokosmos im Inneren eines Autos – „ein aktuelles und erfreulich boshaftes Bild vom heutigen Europa, wo jede einzelne Person zunächst einmal mit sich selbst beschäftigt ist.“ (programmkino.de)

Bushido: Sie Lieben Und Sie Töten

Japan

1962

Tadashi Imai

Kyôko Kishida, Yoshiko Mita

BUSHIDO ist eine scharfe Kritik an japanischer Obrigkeitshörigkeit. Nach dem Selbstmordversuch seiner Verlobten beginnt ein junger Japaner über den Sinn des Lebens nachzudenken und nimmt die Chroniken seiner Familie zur Hand. Beim Lesen begreift er, daß die Vergangenheit seiner Familie immer mit Leid und Unterdrückung behaftet war. In Rückblenden erzählt Imai einige schockierende Episoden aus dem japanischen Mittelalter und zieht eine direkte Parallele über die Kamikaze-Flieger im Zweiten Weltkrieg zum Gehorsam in der modernen japanischen Gesellschaft. Mit diesem Film brachte Imai das Bild des glorreichen Samurai-Kriegers, der für seinen Fürsten zu leben und zu sterben hat, auf filmisch beachtliche Weise ins Wanken. Der Film gewann 1963 in Berlin den Goldenen Bären. Mit einer Einführung von Dr. Peter Bär.

Ronja Räubertochter

Schweden

1984

Tage Danielsson

Hanna Zetterberg, Dan Hafström

Wo könnte sich ein kleines Mädchen wie Ronja wohler fühlen als auf einer finsteren Burg, inmitten einer Schar Räuber? Und wo sollte es lieber spielen als am Rand der tiefen Schlucht? Vielleicht noch im Mattis-Wald, der nach Ronjas Vater, dem Räuberhauptmann, benannt ist. Bei einem ihrer Abenteuer lernt sie Birk Borkasson kennen, mit dessen Großvater schon ihr Großvater im unversöhnlichen Streit gelegen hatte. Ein Film über Abenteuer, das Heranwachsen und Selbstständigwerden von Kindern, über deren Hoffnungen und Wünsche, ihre Sehnsucht nach einer friedfertigen, freundlichen Welt. Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären bei den Filmfestspielen in Berlin 1985.

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

USA

2016

Taggart Siegel, Jon Betz

Unser Saatgut, eine kostbare Gabe der Natur, wurde über mehrere Jahrtausende sorgfältig kultiviert. Heute ist das Saatgut jedoch ernsthaft in Gefahr. Viele Familiengehöfte und kleinbäuerliche Betriebe sind mechanisierten Agrarbetrieben gewichen, die genetisch identische Monokulturen in gigantischem Ausmaß säen. Mehr als 90 % aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Wenige Biotech-Konzerne kontrollieren mehr als zwei Drittel des globalen Saatgutmarktes, genetisch veränderte Kulturen beherrschen die Felder und Teller auf der ganzen Welt. Für das globalisierte Nahrungsmittelsystem birgt dies unvorhersehbare Risiken.
Doch in den vergangenen Jahren haben Protestmärsche Millionen Menschen mobilisiert, um für die freie Nutzung der Samen zu kämpfen. Immer mehr passionierte Bauern, Gärtner, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer engagieren sich für einen nachhaltigen und freien Umgang mit unserem Saatguterbe.
Diskussionspartnerin:
Sabine Pich, Kulturwissenschaftlerin, Mitglied bei Agrecol e. V.,
Michael Stork, Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V., Regionalgruppe Rhein-Main

Die Regenwand Weicht

Japan

2000

Takashi Koizumi

Akira Terao, Yoshiko Miyazaki

Der Film, entstanden nach einem Drehbuch von Akira Kurosawa, spielt in einer japanischen Burgstadt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nach heftigen Regenfällen führt ein Fluß Hochwasser, und eine Gruppe Reisender sitzt in einem ländlichen Gasthof fest. Zu ihnen gehören auch Misawa Ihei, ein armer Samurai, und seine Frau Tayo. Ihei will ein Fest veranstalten, um so die Stimmung zu verbessern. Um das Fest bezahlen zu können, geht er in die Burgstadt und wettet mit den Meistern des Fechtsaals. In Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut in Köln.

Audition

Japan

1999

Takashi Miike

Ryo Ishibashi, Eihi Shiina, Myuki Matsuda

Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau beschließt der Geschäftsmann Aoyama, eine neue Frau zu suchen. Sein engster Freund, von Beruf TV-Produzent, ist ihm behilflich und veranstaltet eigens ein Vorsprechen attraktiver Kandidatinnen, angeblich für die weibliche Hauptrolle einer geplanten Fernsehserie. Eine eher ausgefallene Art der Partnersuche, die aber mit der ebenso schönen wie rätselhaften Asami „belohnt“ wird. Eine fast zu perfekte Liebesromanze bahnt sich an. Doch bald entdecken die beiden Männer Ungereimtheiten in der Biographie der Erwählten, deren Vergangenheit voller dunkler Geheimnisse erscheint. AUDITION ist Takashi Miikes inhaltlich und ästhetisch ausgereiftester Film, aber auch sein extremster, der die Grenzen des Darstellbaren auf eine Art und Weise neu definiert. Von feministischen Interpretationen bis hin zu Huldigungen als neues Meisterwerk des Horrorfilms reicht die Bandbreite der Lobpreisungen. Aber der Regisseur warnt auch: „a film I know some of you will intensly dislike.“ „A truly shocking film about obsession gone evil, AUDITION is made even more disturbing by its haunting beauty.“ (Variety)

Graveyard Of Honor –

Japan

2002

Takashi Miike

Goro Kishitani, Narimi Arimori, Ryosuke Miki, Shingo Yamashiro

Ishimatsu ist Tellerwäscher in einem von Yakuza-Mitgliedern besuchten Restaurant. Als ein Auftragskiller das Restaurant betritt und wild um sich schießt, schlägt Ishimatsus Stunde. Unbeeindruckt von der Panik um ihn herum nimmt er einen Barhocker und zieht ihn dem Mann über den Schädel: Seine Eintrittskarte ins organisierte Verbrechen. Rasant ist sein Aufstieg in der Hierarchie der japanischen Unterwelt, genauso schnell folgt der Fall. Seine Respektlosigkeit verursacht bald mehr Probleme, als er durch Gewalt lösen kann. Takashi Miikes Remake von Kinji Fukasakus Klassiker aus dem Jahr 1975 verlegt die Geschichte vom blutigen Sturz eines Yakuza von der Nachkriegszeit in den Übergang von den 80ern in die 90er, vor den Hintergrund des wirtschaftlichen Niedergangs und schwerer sozialer Unruhen in Japan. Diese Aktualisierung macht den Film zu viel mehr als einem Remake. Ishimatsu ist nicht nur ein Produkt des Chaos und der Unsicherheit der Gesellschaft, in der er lebt; er ist die Verkörperung eines Landes in Aufruhr. „It’s brutal, it’s raw and it’s uncompromising, but it’s also thoughtful, deeply emotional and rich in significance.“ (Midnight Eye)

The Happiness of the Katakuris

JPN

2001

Takashi Miike

Kenji Sawada, Keiko Matsuzaka, Shinji Takeda, Naomi Nishida, Tetsuro Tamba

Die Katakuris: Eine ganz normal durchgeknallte Familie. Der Vater, kurz vor seiner Pensionierung gekündigt, eröffnet mit seiner fünfköpfigen Familie eine Pension in der Abgeschiedenheit – aber die Gäste bleiben aus. Dann taucht der erste auf – und bringt sich um. Im abergläubischen Japan ganz schlecht. Die Leiche wird weggeschafft. Und die nächste und nächste auch…
Was ein veritabler Horrorfilm sein könnte, inszeniert Takashi Miike – durchaus berühmt dafür, in seinen Filmen keine Gefangenen zu machen – als Musical! Gesang und Tanz zwischen Toten – und der Versuch einer Familie, ein Stück vom Glück abzukriegen: „Die Art von Musical, die Andrew Lloyd Webber schreiben würde, nachdem er ernsthafte Drogen genommen hat.“ (BBC online)

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