Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Visitor Q

Japan

2000

Takashi Miike

Kenichi Endo, Shungiku Uchida

Takashi Miike ist ein obsessiver und skrupelloser Filmemacher. Bis zu vier Filme dreht der Japaner pro Jahr. Durch seine Entscheidung, preiswerte B-Filme zu machen, kann er sich künstlerische Freiheiten erlauben, die Regisseure von kostenintensiven Produktionen nicht haben. Mit VISITOR Q präsentiert Miike ein extremes Familiendrama: Die minderjährige Tochter bessert ihr Taschengeld als Nutte auf. Der Sohn wird von Mitschülern misshandelt und revanchiert sich, indem er seine Mutter verprügelt. Die wiederum beruhigt ihre Nerven mit Heroin. Mit dem arbeitslosen Gatten läuft im Bett nichts mehr. Er vergewaltigt lieber Leichen und lässt sich dabei filmen, um mit Reality-TV zurück ins Fernsehgeschäft zu kommen. All das wird derart hautnah gezeigt, dass man meint, eine Liveshow aus der Hölle zu sehen. Miike lotet die Abgründe der japanischen Seele aus, betreibt mit tiefschwarzem Humor Kulturkritik und Mediensatire auf hohem filmhandwerklichem Niveau.

Kids Return

Japan

1996

Takeshi Kitano

Masanobu Ando, Ken Kaneko

„In meinen früheren Filmen ging es darum auf die richtige Art zu sterben. Diese Figuren hier haben eine härtere Aufgabe: sie müssen leben.“ (Takeshi Kitano) Masaru und Shinji schwänzen die Schule und vertreiben sich die Zeit, indem sie ihre Lehrer tyrannisieren und ihre Mitschüler erpressen. Eines Tages wird Masaru vom Beschützer eines Opfers zusammengeschlagen, der es versteht, richtig zu boxen. Das läßt Masaru nicht auf sich sitzen und beginnt zu trainieren. Shinji folgt seinem Freund und fängt auch an zu boxen, dabei stellt sich heraus, daß Shinji das größere Talent hat. Masaru gibt das Boxen auf und schließt sich der Yakuza an. Beide geraten aber bald in Schwierigkeiten: Shinji gerät an den falschen Trainer und Masaru wird von den Yakuza-Gangstern ausgeschlossen. Wie kann man ohne Talent in einer Welt zu überleben, die für Verlierer keinen Platz hat? Den Kitano schildert den Weg der beiden Jungen in eine Sackgasse elegant und melancholisch. Bei guten Milieuzeichnungen und jeder Menge Action fehlen auch in diesem Film nicht Kitanos Gütezeichen: sein stoischer Humor und eine ultratrockene Darstellung von alltäglicher Brutalität. Übrigens ist Kids Return auch einer der besten Box-Filme überhaupt. „KIDS RETURN is Takeshi Kitano’s hardest and most confrontational film“ (Sight and Sound)

Kikujiros Sommer

JAP

1999

Takeshi Kitano

Takeshi Kitano, Kayoko Kishimoto

In seinem achten Film präsentiert Kitano einen verspielten Travelogue, in dem ein kleiner Junge bei der sommerlangen Suche nach seiner Mutter von einem Ex-Yakuza begleitet wird. Eine wunderschöne und komische Reise per Anhalter beginnt, aus einem ungleichen Paar werden Freunde. „Für mich ist dieser Film eine Art Bilderbuch mit Märchencharakter“, erläuterte Regisseur und Schauspieler Kitano beim Filmfestival in Cannes den europäischen Journalisten, die bisher nur seine harten Gangster-Geschichten (Hana-Bi) kannten und sich mit KIKUJIROS SOMMER an ein völlig neues Gesicht des japanischen Superstars gewöhnen mussten.

My Days of Mercy

USA/GBR

2017

Tali Shalom-Ezer

Ellen Page, Kate Mara, Amy Seimetz, Brian Geraghty, Charlie Shotwell

Lucy reist mit ihrer Schwester Martha und ihrem kleinen Bruder Ben regelmäßig durchs Land: Sie ist Aktivistin gegen die Todesstrafe. Die Geschwister haben ein persönliches Motiv: Ihr Vater sitzt in der Todeszelle, weil er seine Frau umgebracht haben soll. Er bestreitet die Tat, und seine Kinder versuchen ihn nach Kräften zu unterstützen. Auf einer Todesstrafen-Demo in Kentucky lernt Lucy die Anwältin Mercy kennen. Die beiden verlieben sich ineinander. Nur: Mercy gehört zu den Befürwortern der Todesstrafe.
Tali Shalom-Ezer verbindet in ihrem vielschichtigen Drama die in den USA heftig geführte Debatte um die Todesstrafe mit einer lesbischen Liebesgeschichte, der Ellen Page und Kate Mara eine unmittelbare emotionale Schlüssigkeit verleihen.

The Cemetery Club

ISR

2006

Tali Shemesh

Nationalfriedhof Mount Herzl in Israel. Jeden Samstag morgen die gleiche Prozession: Bestückt mit Plastik-Klappstühlen und Essensboxen zieht eine Gruppe älterer Menschen an dem Grabstein des Wegbereiters des politischen Zionismus vorbei, um es sich unter dem Schatten einer ausladenden Kiefer bequem zu machen. Die „Mount Herzl Academy“ tagt. Fünf Jahre lang hat die Filmemacherin Tali Shemesh die Gruppe begleitet, deren Zweck, neben der Diskussion kultureller und zeitgeschichtlicher Fragen laut Satzung darin besteht, der Vereinsamung im Alter vorzubeugen. Mit „The Cemetery Club“ gelingt der Regisseurin ein ergreifendes, sehr persönliches und unerwartet humorvolles Portrait der Holocaust Generation, wie wir es so noch nie gesehen haben.

Life in Stills

ISR

2011

Tamar Tal

Diese Doku hat auf internationalen Festivals ein gutes Dutzend Preise eingeheimst: Das Photohouse, das Miriam 1940 mit ihrem Mann in Tel Aviv eröffnete, ist eine Institution. Hier findet sich die Geschichte Israels auf fast einer Million Fotos. Die Negative vom Tag der israelischen Unabhängigkeitserklärung lagern bei ihr zu Hause: Ihr Mann war der einzige Fotograf, der die Zeremonie dokumentieren durfte. Rudi Weissenstein ist eine Legende. Nach seinem Tod führte Miriam das Fotogeschäft alleine weiter, bis sich Enkel Ben mit ihr engagierte. Doch der Film erzählt viel mehr und von vielem – auch von den schweren Dingen: Von der erschütternden Familientragödie, oder von der Impertinenz, mit der Miriam ignoriert, dass Ben schwul ist. In LIFE IN STILLS verknüpfen sich all diese Aspekte zu einem lebendigen Film, der tief unter die Oberfl äche geht und eine wichtige Erinnerung bildet: Miriam Weissenstein ist noch vor der internationalen Premiere 2011 im Alter von 98 Jahren verstorben. Ben hat ihr versprochen, den Laden weiterzuführen. So lange er lebt.

Der Herr der Unterwelt

DEU

2015

Tamara Spritzing

Eine Reportage über die Helden des Alltags im Mannheimer Abwasserkanalnetz: Marlon Gamer, Abwassermeister bei der Mannheimer Stadtentwässerung, betreut ein Kanalnetz von mehr als 800 km Länge, ein Wunderwerk der Technik. Mit dem Bau wurde bereits im 19. Jahrhundert begonnen, und so wie die Stadt immer weiter wuchs, ist auch das unterirdische Abwassersystem immer größer geworden. Zum ersten Mal begleitet ein Filmteam die Männer in Röhren, die gerade einmal einen Meter niedrig sind – im wahrsten Sinne eine Knochenarbeit, die Knie und Gelenke strapaziert. Trotz allem liebt Marlon Gamer seinen Job, die Vielfalt und die erstaunliche Technik, die hinter dem Abwassersystem steckt. Der Film ist eine Expedition in eine Welt, die vollkommen unbekannt ist, obwohl jeder von uns täglich damit zu tun hat. Und über die Helden des Alltags, die dafür sorgen , dass ES läuft …
Anschließend Diskussion mit der Regisseurin, dem Filmteam und den Darstellern.
In Kooperation mit der Stadtentwässerung Mannheim und dem SWR.

Meine Mutter, ein Krieg und ich

DEU

2014

Tamara Trampe u. Johann Feindt

1942: Eine junge russische Krankenschwester wird von den Wehen überrascht und bringt auf einem Feld an der Wolga ihre Tochter Tamara zur Welt, allein und bei eisigen Temperaturen. In ihrem bisher persönlichsten Film widmet sich das Regieduo Tamara Trampe und Johann Feindt der Familiengeschichte von Tamara Trampe. Die Suche nach dem unbekannten Vater, der als russischer Offizier die junge Krankenschwester schwängerte, gestaltet sich kompliziert, denn die Mutter hat ihr Kriegstrauma nie überwunden. Aber so leicht gibt die Regisseurin nicht auf…

Die Chinesischen Schuhe

VRC/DEU

2004

Tamara Wyss

Auf den Spuren ihrer Großeltern begibt sich Tamara Wyss den Jangtse flussaufwärts, durch die Drei Schluchten bis in die großen Städte Sichuans. Gedreht wenige Wochen vor der Fertigstellung des Staudamms, treffen wir überall auf Zeichen eines großen und historischen Umbruchs. Der Film richtet sein Augenmerk immer wieder auf die Menschen, denen Tamara Wyss während ihrer Reise begegnet. Mit erstaunlicher Offenheit und einer überraschenden Gelassenheit berichten sie von den Verwerfungen chinesischer Geschichte und den Folgen aktueller Politik für ihr Leben.

Sehnsucht

J

1992

Tamasaburo Bando

Sayuro Yoshinaga, Toshiyuki Nagashima, Kyoko Kataoka

Vor zehn Jahren entstand SEHNSUCHT und erregte 1993 im Wettbewerb der Berlinale Aufsehen. Jetzt endlich ist das kleine Meisterwerk auch in deutschen Kinos zu sehen. Nach dem Tod ihres Geliebten arbeitet Frau Onami in einem Tokioter Bordell, um ihre verarmte Familie und ihre Tochter Otane zu versorgen. Als Onami erfährt, dass ihre Tochter, die bei Pflegeeltern untergebracht ist, schlecht behandelt wird, sucht sie nach einem Ausweg aus dem Freudenhaus. Sie arbeitet noch härter, um genügend Geld für ein Leben bei ihrer Tochter zu verdienen.. Bandos zweite Regiearbeit orientiert sich am Kabuki, dem japanischen Theater. Die streng stilisierten schwarz-weißen Bilder, mit denen der Regisseur das Leben der Kurtisanen auf die Leinwand zaubert, erinnern in ihrer Schönheit an Tuschezeichnungen. Beleuchtung, Vertonung, Gewänder und Perücken führen den Zuschauer an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, als erstmals Einflüsse westlicher Kulturen auf die fernöstlichen Traditionen stießen.

Tandem – in welcher Sprache träumst du? - Langue étrangère

FRA/DEU/BEL

2024

Claire Burger

Lilith Grasmug, Josefa Heinsiuis, Nina Hoss, Chiara Mastroianni, Jalal Altawil

Seit Jahren haben die schüchterne Fanny und die aufbrausende Lena eine Brieffreundschaft. Bei ihrer ersten Begegnung in Leipzig springt der Funke nicht über, doch schon bald fühlen die Beiden eine tiefe Verbundenheit, die vielleicht sogar mehr als nur Freundschaft ist. Bei den gegenseitigen Besuchen lernen sie nicht nur die großen und kleinen Unterschiede in Alltag, Kultur und Schule kennen, sondern auch, wie man diese überbrücken kann.

Wie Weit Noch?

ECU

2006

Tania Hermida

Cecilia Vallejo, Tania Martínez, Pancho Aguirre

Das einzigartige Roadmovie um die zwei jungen Frauen Esperanza und Teresa war in Ecuador ein Überraschungserfolg der Regisseurin Tania Hermida. Esperanza kommt aus Spanien und will mit dem Reiseführer in den Anden eine neue Welt entdecken. Teresa kommt aus der Hauptstadt Quito und kann es nicht leiden, wenn ihr Land als das von Reiseführern verbreitete Klischee betrachtet wird. Die beiden treffen zufällig in einem Reisebus zusammen. Erfolgreichster einheimischer Film aller Zeiten in Ecuador! (also leider ab 18)

Das Zelig

DEU

2022

Tanja Cummings

In der Region München leben ca. 1.200 oft hochbetagte Überlebende der Shoah. Im Café Zelig finden sie einen Ort der Begegnung. Hier wird gelacht, gefeiert, politisch gestritten, aber auch geschwiegen und getrauert. Einige von ihnen, auch ihre Kinder, machen sich auf den Weg zurück in ihre Vergangenheit, in ihre alte polnische Heimat, und sie zeigen, wie schwer es war und ist, wieder zurück ins Leben zu finden – in Deutschland, im Land der Täter.
Das jiddische Wort „zelig“ bedeutet „gesegnet“, ist aber auch mit Gefühlen von Heimat, Zugehörigkeit und Leichtigkeit verknüpft. Das Café, getragen von der israelischen Kultusgemeinde München/Oberbayern, bietet seit 2016 die Möglichkeit, in einem geschützten Raum zu Kaffee und Kuchen zusammenzukommen und kulturelle Angebote anzunehmen, damit der Einsamkeit zu entgehen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit zu bewältigen – und die Lebenslust zu feiern.
In Anwesenheit der Regisseurin Tanja Cummings und der Protagonistin Brigitte Buskzpan.

Finding North

USA

1997

Tanya Wexler

John Benjamin Hickey, Wendy Makkena

Gerade noch will sich Travis von der Brooklyn Bridge stürzen, da befindet er sich auch schon auf einem turbulenten Trip quer durch die Vereinigten Staaten. Sein Ziel ist Denton, Texas. Mit der Reise will er seinem verstorbenen Lover Bobby den letzten Wunsch erfüllen. In seiner Begleitung befindet sich Rhonda, eine Nervensäge im Plüsch-Look. Für Travis ist sie eigentlich eine Unbekannte, doch sie ist fest davon überzeugt, ihn „retten“ zu müssen. Tanya Wexlers Debüt ist ein vergnüglicher Selbsterfahrungstrip über die Liebe und das Leben. Eine romantische Komödie mit einer guten Portion schwarzen Humors, die einmal mehr beweist, daß wir zwar selten wissen, wonach wir suchen, aber glücklicherweise bemerken, wenn wir es finden.

Eagles of the Republic

SWE/FRA/DNK/DEU

2025

Tarik Saleh

Fares Fares, Lyna Khoudri, Zineb Triki, Amr Waked, Cherien Dabis

„Pharao der Leinwand“ wird er genannt: Schauspieler George Fahmy sonnt sich in der Vergötterung, die ihm seine Fans entgegenbringen. Etwas zu sehr: Zu verlockend sind die Reize der jungen Frauen, zu süß das mondäne Leben im pulsierenden Kairo. Um seine Reputation wiederherzustellen, übernimmt er die Hauptrolle in einem staatlich finanzierten Propagandafilm. Er gerät in die innersten Zirkel der Macht – und zwischen die Fronten.

Der ägyptischstämmige schwedische Regisseur schuf einen hochspannenden Politthriller, der in virtuoser Erzählweise autoritäre Strukturen attackiert: „Komplexes Sittenbild der ägyptischen Gesellschaft, in der Religion als Machtinstrument einer Militärdiktatur fungiert.“ (epd Film)

The Cell

USA

2000

Tarsem Singh

Jennifer Lopez, Vincent D’Onofrio

Was geht im Hirn eines brutalen Serienmörders vor? Mit dieser Frage setzt sich der spannende Thriller des indischen Regisseurs Tarsem Singh auseinander. Singh entwirft ein futuristisches Szenario, in dem eine Psychoanalytikerin, brillant gespielt von Jennifer Lopez, sich mit Hilfe geheimnisvoller energetischer Verfahren mental in die verstörte und verstörende Gedankenwelt des Mörders begibt. Sie unterstützt dadurch die bisher ergebnislose Suche der Polizei, der es mit ihrer Hilfe gelingt, den Täter zu erkennen und zu stellen. Singh, der in seinem Film Sigmund Freuds Traumdeutungen aufgreift, entfesselt einen sinnlichen, bizarren Bilderrausch. Aufmerksame Zuschauer entdecken im schizophrenen Gedankenkosmos des Mörders viele Zitate großer Kunstwerke – von Leonardo da Vinci über Piranesi bis hin zur hinduistischen Götterwelt. Einführung: Dr. des. Anne Vieth. Veranstaltungsort: Kunsthalle

The Fall

USA /GBR/IND

2006

Tarsem Singh

Lee Pace, Justine Waddell, Daniel Caltagirone. Set-Design: Riccardo Pugliese, Cynthia Sleiter. Kostüme: Eiko Ishioka. Maske: Leon von Solms

Im Los Angeles der 1920er Jahre erzählt in einem Krankenhaus der verletzte Stuntman Roy der achtjährigen Alexandria eine Geschichte von sechs Helden auf Rachefeldzug gegen einen bösen Gouverneur. Im Gegenzug versorgt ihn die kleine Alexandria mit Morphin…
Fiktion und Imagination verschwimmen in der Erzählung eines heroischen Abenteuers, während Roy, der Erzähler, sich in der Rahmenhandlung nach Erlösung durch den Tod sehnt. Die fantasievollen, exzentrischen Traumwelten des visuell erstaunlichen Films wurden in realen Kulissen aufgenommen, gedreht über einen Zeitraum von vier Jahren.
Einführung: Dorothee Höfert
Vom 6. bis 8. Oktober findet im Mannheimer Cinema Quadrat das 37. Filmsymposium statt, in dem diesmal die überaus spannenden Arbeitsfelder beleuchtet werden, die prägend für Atmosphäre und Stil eines Filmes sind: Die Referentinnen und Referenten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Themenfeld Setdesign, Masken- und Kostümbild. In vier Vorträgen, vier Werkstattberichten, fünf Filmvorführungen, vielen Diskussionen und auf zwei Empfängen Filmgeschichte wird damit ein Seitenblick aus den Kulissen Filmgeschichte einmal ganz anders betrachtet, nämlich anhand von Production Design, Kostümen und Make-up.

Antônia

BRA

2006

Tata Amaral

Negra Li, Cindy Mendes, Leilah Moreno

Der mitreißende Spielfilm aus Brasilien erzählt mit authentischer Kraft die Geschichte von vier Freundinnen, die für ihren Traum von einer gemeinsamen Musikkarriere kämpfen. Preta, Barbarah, Mayah und Lena leben in einem Elendsviertel von São Paulo. Gemeinsam gründen sie die Rap-Band ANTÔNIA und stellen sich mit Talent, Leidenschaft und Kampfgeist den Herausforderungen des Musikgeschäfts. Als ihr Ziel zum Greifen nahe ist und sie die ersten Erfolge feiern, wird ihr unerschütterlicher Zusammenhalt und ihr Siegeswille auf eine harte Probe gestellt. Der bittere Alltag in den Favelas droht ihre Träume zu zerstören. Jetzt wird sich zeigen, ob sie bereit sind für ihren großen Traum alles zu geben, und ob ihre Freundschaft dem Druck standhält. Diskussionspartnerin: Janiana Klabes, Clustermanagement Musikwirtschaft der Metropolregion Rhein-Neckar

Eine Flexible Frau

DEU

2010

Tatjana Turanskyj

Mira Partecke, Katharina Bellena, Laura Tonke

Greta, eine Frau in Berlin mit einer postmodernen, brüchigen Architektinnenbiografie, verliert ihren Job. Wie Don Quichotte kämpft sie gegen unheimliche Mächte an und nicht zuletzt gegen die eigene Paranoia und Statusangst, eine Frau ohne Auftrag zu sein. Eine ebenso komplexe wie interessante Auseinandersetzung mit der Leistungsgesellschaft.

There is a Stone

JPN

2022

Tatsunari Ôta

An Ogawa, Tsuchi Kanô

Eine Frau reist in eine Kleinstadt, sucht eine Burg, die es nicht gibt, spaziert zum Fluss. Dort trifft sie einen Mann, der geschickt Steine übers Wasser springen lässt. Sie gehen gemeinsam am Fluss entlang, blicken auf die Landschaft, spielen Spiele wie Kinder. Ein zufälliges Aufeinandertreffen am Fluss, ein flüchtiges Zusammensein, ein Tag Auszeit: Tatsunari Ôta reduziert Handlung und Geschichte auf Zeit, Bewegung, Begegnung. Sein Film erkundet eine Welt ohne Produktivität und feiert Müßigkeit und Verspieltheit, den Traum vom Zeithaben – wunderschön in seiner Beiläufigkeit, überraschend in Details. „Ein Haiku fürs Kino.“ (Süddeutsche Zeitung)

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