Takashi Miike ist ein obsessiver und skrupelloser Filmemacher. Bis zu vier Filme dreht der Japaner pro Jahr. Durch seine Entscheidung, preiswerte B-Filme zu machen, kann er sich künstlerische Freiheiten erlauben, die Regisseure von kostenintensiven Produktionen nicht haben. Mit VISITOR Q präsentiert Miike ein extremes Familiendrama: Die minderjährige Tochter bessert ihr Taschengeld als Nutte auf. Der Sohn wird von Mitschülern misshandelt und revanchiert sich, indem er seine Mutter verprügelt. Die wiederum beruhigt ihre Nerven mit Heroin. Mit dem arbeitslosen Gatten läuft im Bett nichts mehr. Er vergewaltigt lieber Leichen und lässt sich dabei filmen, um mit Reality-TV zurück ins Fernsehgeschäft zu kommen. All das wird derart hautnah gezeigt, dass man meint, eine Liveshow aus der Hölle zu sehen. Miike lotet die Abgründe der japanischen Seele aus, betreibt mit tiefschwarzem Humor Kulturkritik und Mediensatire auf hohem filmhandwerklichem Niveau.