Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

+++ Achtung Programmänderung +++

ISR

2004

Tawfik Abu Wael

“Atash”, Durst, heißt der Film, indem seine Protagonisten Durst haben. Durst nach Liebe, Wissen, Freiheit, Leben. Eine Familie lebt im Nirgendwo der kargen palästinensischen Landschaft, nicht weit vom Dorf. Ein Geheimnis ist der Grund für ihre Isolation. Es schweißt die Familie zusammen und zerstört sie zugleich. Niemand spricht darüber und auch dem Zuschauer wird das Geheimnis erst langsam offenbart. Der Bau einer Wasserleitung zu dem abgelegenen Grundstück, die der Vater vor einer mysteriösen Gefahr verteidigt, hat einen Preis: Die Familie spürt die Freiheit, und die Möglichkeit, ihren “Atash”, ihren Durst, zu stillen. Aber der Vater will oder kann dieses Leben nicht zulassen. Das Publikum wird Teil der komplexen Familienbeziehungen zwischen Liebe und Hass, Einsamkeit und Verschwörung der Gruppe. Aufgrund einer Kolision von Verleihterminen muss die geplante Vorstelltung des Films „Yasmin“ am 27.7. leider entfallen. Statt dessen zeigen wir nochmals „Atash“. Wir bitten um Verständnis.

Atash

Tawfik Abu Wael

“Atash”, Durst, heißt der Film, indem seine Protagonisten Durst haben. Durst nach Liebe, Wissen, Freiheit, Leben. Eine Familie lebt im Nirgendwo der kargen palästinensischen Landschaft, nicht weit vom Dorf. Ein Geheimnis ist der Grund für ihre Isolation. Es schweißt die Familie zusammen und zerstört sie zugleich. Niemand spricht darüber und auch dem Zuschauer wird das Geheimnis erst langsam offenbart. Der Bau einer Wasserleitung zu dem abgelegenen Grundstück, die der Vater vor einer mysteriösen Gefahr verteidigt, hat einen Preis: Die Familie spürt die Freiheit, und die Möglichkeit, ihren “Atash”, ihren Durst, zu stillen. Aber der Vater will oder kann dieses Leben nicht zulassen. Das Publikum wird Teil der komplexen Familienbeziehungen zwischen Liebe und Hass, Einsamkeit und Verschwörung der Gruppe.

I'm Not Him - Ben o degilim

TUR/GRC/DEU/FRA

2013

Tayfun Pirselimoglu

Ercan Kesal, Maryam Zaree, Riza Akin, Mehmet Avci, Nihat Alptekin

Nihat, einsamer Tellerwäscher in einer Cafeteria, beginnt eine Affäre mit einer neuen, mysteriösen Kollegin und übernimmt langsam, aber sicher die Identität ihres inhaftierten Ehemanns. Regisseur Tayfun Pirselimoglu wandelt auf den Spuren von Hitchcocks VERTIGO, minimalistisch, lakonisch, spannend. Mit Ercan Kesal, bekannt aus den Filmen von Nuri Bilge Ceylan, in der Hauptrolle.
“Dies ist ein Originaldrehbuch. Aber wenn man meine Romane und Geschichten aufmerksam liest, finden sich dort Spuren des gleichen Themas. Jemandes Identität zu übernehmen, beziehungsweise zu stehlen, ist eine unwiderstehliche Idee und sie taucht in meinen Geschichten immer wieder auf. Das Drehbuch dieses Films basiert grundlegend auf dieser Idee. … Ich mag keine indiskreten Filme, die ihr Anliegen explizit ausdrücken. Ich empfinde das irgendwie als Misshandlung, es nimmt dem Zuschauer die Chance, seinen eigenen Zugang zur Geschichte zu finden. Jeder der Kino als Kunstform anerkennt, sollte auch anerkennen, dass es viele verschiedene Formen gibt sich auszudrücken. Ich will eine intuitive Ausdrucksform anbieten, keine offensichtliche.” Tayfun Pirselimoglu

Ray

USA

2004

Taylor Hackfor

Jamie Foxx, Kerry Washington, Regina King, Clifton Powell, Harry J. Lennix

Die Geschichte von Ray Charles als großes musikalisch-filmisches Porträt: Der 1930 geborene Ray Charles Robinson erblindete im Alter von sieben Jahren, begann seine musikalische Laufbahn 1947, wurde zum Hohepriester des Soul – die ärmlichen Verhältnisse seiner Kindheit, seine einzigartige Karriere, seine Heirat, seine Geliebten, seine Heroinsucht behandelt der Film, und immer geht es um den Willen, durchzuhalten; sich niemals herumschubsen zu lassen.
Ray Charles begleitete die Entstehung des Films persönlich, große Teile entstanden daher nach den Vorstellungen des Künstlers selbst. Kurz vor Ende der Dreharbeiten starb Ray Charles im Juni 2004.
Referent: Carl Rothenburg

Archipelago Scifi + The Making Of Utopia

Tellervo Kalleinen

Wie wird das Turku Archipel in 99 Jahren aussehen? Wird es sich zu einem Paradies für Pensionäre entwickeln oder etwa ein einzigartiges Freiluftmuseum für wohlhabende Gäste aus fernen Ländern werden? Der Kurzfilm der finnischen Künstlerin Tellervo Kalleinen entstand in Zusammenarbeit mit den Bewohnern der Inselgruppe. Ihre Gedanken, Ängste und Wünsche spiegeln sich in verschiedenen Zukunftsszenarien wider. THE MAKING OF UTOPIA nimmt uns mit nach Australien und gewährt uns Einblicke in vier „utopische“ Gemeinschaften: Bodhi Farm, Dharmananda, Equilibrium und Moora Moora. In Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim anlässlich der 17. Internationalen Schillertage. Filmgespräch mit der Regisseurin.

Shinobi

JAP

2005

Ten Shimoyama

Yukie Nakama, Joe Odagiri, Kippei Shiina

Nach Generationen des Kampfes leben die geheimen Ninja-Clans Iga und Kouga endlich in Frieden. Während Oboro Iga und Gennosuke Kouga ihre Liebe zueinander entdecken, plant der neue Shogun den Machtfaktor der Shinobi in seinem Reich zu beseitigen. Er stellt den Clans eine Aufgabe, die den alten Kampf wieder aufbrechen lässt, die Liebe zwischen Oboro und Gennosuke auf die Probe stellt und die Existenz der beiden Clans bedroht. Diese japanische Variation des Romeo-und-Julia-Motivs überrascht als eine mittelalterliche X-MEN-Variante zwischen HERO und HOUSE OF FLYING DAGGERS, eingebettet in eine fantastische japanische Legendenwelt, deren reiche historische Wurzeln den Film zu einem wirklich beeindruckenden Erlebnis werden lassen.

The Deep Blue Sea

GBR/USA

2011

Terence Davies

Simon Russell, Rachel Weisz

Die 1950er Jahre in London. Die privilegierte Hester, Ehefrau des Richters William Collyer, versucht sich umzubringen. Grund ist ihre heimliche Liebe zum Airforce-Piloten Freddie – denn als diese bekannt wird, weigert sich ihr Mann, der Scheidung zuzustimmen, damit Hester und Freddie nicht zusammen glücklich werden können. Nach Terence Rattigans erfolgreichem Bühnenstück THE DEEP BLUE SEA (1952) schuf der renommierte Drehbuchautor und Regisseur Terence Davies ein exquisites, hervorragend besetztes Film-Melodram.

Blut Für Dracula

GBR

1965

Terence Fisher

Christopher Lee, Barbara Shelley, Andrew Keir

„Vermeidet das Schloß“ warnt der Abt Shandor vom nahegelegenen Kloster die englischen Reisenden, die Karlsbad besuchen wollen. Doch leider führt an Graf Draculas Schloß kein Weg vorbei. So landen die von der Reise Ermüdeten schließlich in dem unheilichen alten Gemäuer. Ein merkwürdiger DIener empfängt die Gäste und serviert ihnen ein reichhaltiges Menü auf einer bereits für sie gedeckten Tafel. Es wurde für sie zubereitet im Namen des Hausherrn, Graf Dracula. Keiner ahnt, daß dieser zu Staub zerfallene Vampir in dieser Nacht durch das Blut eines Ermordeten wiederauferstehen will. Dracula findet genug Opfer- doch in dem Kloster-Abt Shandor auch einen gnadenlosen Gegner… Ein schönes Beispiel für die zahllosen Horrorstreifen mit Kultstatus aus der englischen Blligschmiede „Hammer Films“. Alan: „You forget about all of this in the morning, you’ll see.“ Helen: „There’ll be no morning for us.“

Badlands

USA

1973

Terence Malick

Martin Sheen, Sissy Spacek, Warren Oates, Ramon Bieri, John Carter

Gegen den Willen ihres Vaters verliebt sich die 15-jährige Holly in den zehn Jahre ältere Kit. Als die beiden durchbrennen wollen, erschießt Kit den Vater kurzerhand. Auf der Flucht in die „Badlands“ von Montana setzen sie ihre Mordserie fort, ohne Rücksicht auf Verluste, getrieben vom Freiheitsdrang jenseits gesellschaftlicher Normen.

In seinem Regiedebüt fängt Terrence Malick, der große Filmphilosoph des amerikanischen Kinos, die Ziellosigkeit einer ganzen Generation ein: traumatisiert vom Vietnamkrieg, angeekelt von überholten Moralvorstellungen. Der Engstirnigkeit dieser Gesellschaft stellt Malick die Weite des Landes entgegen, das in seinem Roadmovie wie eine postapokalyptische Kulisse wirkt. „Es war besser, eine Woche mit jemandem zu verbringen, der mich dafür liebte, wer ich war, als jahrelang einsam zu sein“, stellt Holly ungerührt fest. Solch entwaffnend fatalistische Poesie macht BADLANDS zu einer „Film-Meditation von zeitloser Schönheit und zu einem zentralen Werk des New Hollywood Kinos – eine Erweckung” (Sascha Keilholz).

BADLANDS lief 1974 als Deutschlandpremiere im Wettbewerb des IFFMH. Das Festival feiert vom 11. bis 21.11.2021 seine 70. Ausgabe und blickt in der Retrospektive auf Kinoentdeckungen aus der Geschichte des IFFMH.

Einführung: Dr. Sascha Keilholz, Leiter Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg (IFFMH)

Song to Song

USA

2017

Terrence Malick

Ryan Gosling, Michael Fassbender, Rooney Mara, Natalie Portman, Cate Blanchett.

Terrence Malick, der große Mystiker des Hollywood-Independent-Kinos – der mythische Regisseur, der sich jahrelang zurückgezogen hatte – der mysteriöse Zauberer der Leinwand, der unglaubliche Bildwelten mit philosophischen Vernetzungen und charismatischen Stars verbindet. Sein neuer Film, der zugänglichste seit Längerem, spielt in der Musikszene von Austin, Texas, wo sich die hoffnungsvoll aufstrebenden Musiker Faye und BV – Ryan Gosling – auf der Party des Produzentenmoguls Cook kennenlernen. Faye hat eine Affäre mit Cook, BV ist dessen neueste Entdeckung – dennoch bandeln die beiden miteinander an: Der Anfang eines amourösen Reigens, mit großer visueller Kraft als Bewusstseinsstrom aus improvisierten Szenen inszeniert. Und flankiert mit Gastauftritten bekannter Musikstars wie Patti Smith, Iggy Pop oder den Red Hot Chili Peppers.

To the Wonder

USA

2012

Terrence Malick

Ben Affleck, Rachel McAdams, Olga Kurylenko, Javier Bardem

Die junge Pariserin Marina verliebt sich in den Amerikaner Neil, und folgt ihm samt ihrer Tochter in seine ländliche Heimat, doch sie streiten sich bald und auch eine spätere Heirat der Green Card willen kann ihre Beziehung nicht mehr retten. Neil trifft eine Jugendfreundin wieder, die den Tod ihres Kindes nicht verkraftet hat. Der Pfarrer aus Neils Gemeinde hat seinen Glauben verloren, geht aber weiter seinem Job nach, die Armen, Kranken und anderen Hilfesuchenden zu unterstützen.
Viel Stoff für viel Film: Eine Ode an die Vergänglichkeit von Liebe und die Kurzlebigkeit von Glück von Ausnahme-Regisseur Terrence Malick.

12 Monkeys

USA

1995

Terry Gilliam

Brad Pitt, Madeleine Stowe, Bruce Willis

Im Jahre 2035 ist die Erdoberfläche nach einer vernichtenden Seuche nicht mehr bevölkert. Die Überlebenden hausen in unterirdischen Gängen. Sie schicken den Schwerverbrecher James Cole in das Jahr 1996, wo der Ursprung der Katastrophe vermutet wird. Auf Umwegen gelangt der von Visionen Geplagte zu seinem Ziel. Sogleich wird er in einer Anstalt inhaftiert, kommt aber mit Hilfe der Psychiaterin Dr. Kathryn Railly und dem geistig labilen Jeffrey Gaines auf die Spur der „Armee der zwölf Affen“. Ohne es zu erkennen, ist James nur einen Schritt von der Wahrheit entfernt… Ex-Monty Python Terry Gilliam (BRAZIL) entwirft in seinem vielschichtigen Science-Fiction-Thriller ein erschreckendes Szenario. Die Zeitreise bildet lediglich den Grundstein für ein feinmaschiges Netz verwobener Zusammenhänge. Hämisch die Gesellschaft kritisierend, entwirft Gilliam eine in sich geschlossene Utopie, von der wir nur einen Schritt weit entfernt sind, und zugleich eine faszinierende Reflektion über die Zeit. Mit einer Filmanalyse von Dr. Peter Bär, Filmkritiker Mannheim

Brazil

GBR

1985

Terry Gilliam

Jonathan Pryce, Kim Greist, Ian Holm, Robert De Niro, Michael Palin

Sam Lowry, kleiner Angestellter im Informationsministerium, sucht seine Traumfrau und wird zum Terrorismus-Verdächtigten… BRAZIL vereint Kafka, Huxley und Orwell zu einer düsteren Dystopie über Informationsbeschaffung, Bürokratismus, willkürliche Verhaftungen, Unterordnung, Staatsgewalt, und ist zugleich eine pointierte Satire: Regisseur Terry Gilliam ist der geniale Kopf hinter den absurden Monty Python-Animationen und erschafft hier faszinierende retro-futuristische Welten.
In diesem komplexen Meisterwerk liegt das Komische gleich neben dem Erschrecken, und Slapstick und Folter gehen Hand in Hand. Für den amerikanischen Verleih war das zuviel: Universal wollte starke Kürzungen und ein Happy End durchsetzen. Gilliam widerstand dem kommerziellen Zwang und konnte seine Schnittfassung retten.

Das Kabinett des Dr. Parnassus

GBR/CAN

2009

Terry Gilliam

Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell, Christopher Plummer, Lily Cole, Tom Waits, Verne Troyer, Andrew Garfield

Der alte Schausteller Dr. Parnassus hat mit Mr. Nick (Tom Waits als Teufel!) einen Handel geschlossen: Unsterblichkeit gegen seine bald 16jährige Tochter Valentina. Als der charismatische, aber undurchsichtige Tony zu Parnassus‘ Truppe stößt, bietet Mr. Nick eine Vertragsänderung an: Wer zuerst fünf Seelen gewinnt, bekommt Valentina. Denn das Wandertheater von Dr. Parnassus hat etwas Besonderes zu bieten: einen Zauberspiegel, durch den man in seine ganz persönliche Fantasielandschaft eintreten kann; am Ende dieser Reise steht die Wahl zwischen Gut und Böse. Aber eigentlich sind alle hinter Tony her…
Ein überbordendes Bildersog-Spektakel, Kino als Jahrmarkt: Terry Gilliam, der meisterhafte Jongleur von Kinofantasien, schaffte mit diesem Film etwas Unglaubliches. Mitten in den Dreharbeiten verstarb Heath Ledger, doch durch geschicktes Umschreiben des Drehbuchs und perfekte Besetzungscoups geht seine Figur hinter dem Zauberspiegel nahtlos auf Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell über… Und der Film wirkt, als wäre dies alles gewollt!
Einführung: Harald Mühlbeyer

Das Leben des Brian

GBR

1979

Terry Jones

Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin

"Lasst den chönen Pernhard frei!" oder "Welease Woger!" – die Entscheidung, welche Sprachfassung von Monty Pythons Bibelfilmfarce wir zeigen sollen, fiel uns nicht leicht. Der Gedanke, dass der geneigte Fan sich an der – sehr gelungenen – deutschen Synchro bereits zur Genüge ergötzt habe, lässt uns zum Original greifen: Brian, wie er leibt, lebt und englisch spricht auf seinem Weg von der Krippe zum Kreuz.
Monty Python brachte mit DAS LEBEN DES BRIAN so treffende wie urkomische Kommentare auf fanatischen Dogmatismus und menschliche Egozentrik auf den Punkt, dass sich bei religiös Übereifrigen heftiger Unmut regte. Dabei enthält der Film kluge Ratschläge fürs Leben: "Ihr seid alle Individuen!" – "Ja, wir sind alle Individuen!" – "Ich nicht!"

Geständnisse

JAP

2010

Tetsuya Nakashima

Takako Matsu

Eine Lehrerin nimmt grausam Rache für den gewaltsamen Tod ihrer vierjährigen Tochter, für den zwei ihrer Schüler verantwortlich sind. Ein verstörender Psychothriller, der den Zuschauer mit rauschhaft-exzessiven Bildern und Klängen, psychologischer Tiefe und gewaltiger emotionaler Wucht in seinen Bann zieht.

Kokuhaku - Geständnisse

JAP

2010

Tetsuya Nakashima

Masaki Okada, Yoshino Kimura, Yukito Nishii

Lehrerin Yuko versucht, ihren pubertierenden Schülern den Wert des Lebens zu vermitteln. Als Yukos kleine Tochter im Schulpool ertrinkt, macht die Pädagogin dafür zwei ihrer Schüler verantwortlich und nimmt grausam Rache. Sie enthüllt den Jungen, dass sie ihre bereits getrunkene Schulmilch mit dem HIV-Virus infizierte. Keiner der Schüler bleibt verschont. Die kühlen Bilder und das langsame Tempo, ja spektakuläre Slowmotion, pointieren die Essenz der Geschichte. Ein handwerklich hervorragendes, mitreißendes Drama, das mit seinem beklemmenden Soundtrack von Radiohead zu begeistern weiß und bei Japan Academy Prize zum besten Film des Jahres gekürt wurde. Am 18.12. mit einer Einführung von Christian Numrich, Reiss-Engelhorn-Museum.

The World of Kanako

JPN

2014

Tetsuya Nakashima

Kôji Yakusho, Nana Komatsu

In diesem bildgewaltigen und provokativen Thriller findet ein Ex-Cop mehr als ihm lieb ist über seine vermisste Teenager-Tochter heraus. Kanako ist für ihre Klasse und Freundinnen eine Musterschülerin. Eines Tages verschwindet sie spurlos. Ihr Vater, Polizist Akikazu Fujishima, macht sich sofort auf die Suche nach ihr. Doch schon bald findet dieser heraus, dass sich hinter dem Verhalten seiner Tochter ein großes, dunkles Geheimnis verbirgt. Während seiner Suche hofft er darauf, seine Familie wieder für sich gewinnen zu können. Sein cholerisches und brutal agierendes Verhalten war für seine Ex-Frau der Grund für die Scheidung. Als Fujishima herausfindet, welch obskures Doppelleben seine Tochter geführt hat, hat er nur noch ein Ziel, denn von nun an geht es nicht mehr nur darum, Kanako wiederzufinden.

Anaparastasi - Rekonstruktion

GRC

1970

Theo Angelopoulos

Toula Stathopoulou, Yannis Totsikas, Thanos Grammenos, Petros Hoedas

Ein ?ann, der als Fremdarbeiter lange Zeit in der BRD gelebt hat, kehrt zurück in sein entlegenes Heimatbergdorf im Norden Griechenlands – und wird von seiner Frau und deren Liebhaber umgebracht. Wobei das Verbrechen nie gezeigt wird, sondern von den Hauptcharakteren – Justiz, Polizei, Journalisten – rekonstruiert wird. Ist die Tat überhaupt nachzuvollziehen oder gar zu verstehen?
Theo Angelopoulos, der zum wichtigsten griechischen Regisseur werden sollte, stellt in seinem virtuosen, zwischen den Zeiten springenden Langfilmdebüt geschickt das Verbrechen und, mit halbdokumentarischem Blick, die Lebensbedingungen im Dorf gegenüber.

Die Ewigkeit und ein Tag

GRC/FRA/DEU/ITA

1998

Theo Angelopoulos

Bruno Ganz, Isabelle Renauld, Fabrizio Bentivoglio

Eine melodramatische Allegorie über das Altern und den Abschied vom Leben von einem Altmeister des Kinos: Theo Angelopoulos erzählt vom letzten Tag im Leben des krebskranken Poeten Alexander, eine Odyssee in den Tod, voll Erinnerungen und Überlegungen zu Dichtung und Wahrheit und der Essenz des Lebens. Er begegnet einem kleinen Jungen und verbringt mit ihm den Tag.
Angelopoulos formuliert mit Bruno Ganz in d er Hauptrolle philosophische, poetologische, selbstreflexive Betrachtungen, verbindet verschiedene Zeit- und Erzählebenen und stellt existentielle Fragen nach Wahrheit, Zeit und Dasein. Der Film gewann die Goldene Palme von Cannes.
Vorgestellt von: Eva Berberich

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