„Wo auch immer ich hingehe, bin ich fremd“, beschreibt Naïma eine Empfindung, die sie ihr ganzes Leben lang begleitet. Naïma und ihr Freund Zano gehören zur zweiten Generation algerischer Flüchtlinge in Paris. Eines Tages begeben sie sich auf die Reise in die unbekannte Heimat ihrer Eltern… Der neue Film von Tony Gatlif handelt von einem Phänomen, das in seiner Komplexität und Tragik bezeichnend für das Schicksal unzähliger Menschen des letzten Jahrhunderts ist und ebenso von brennender Aktualität: Vom Zustand der Deplaziertheit, des gewaltigen Verlustes, der Entwurzelung und der Fremde – vom Exil. Vermutlich ist EXIL der persönlichste der bisher 14 Spielfilme von Tony Gatlif, für den der französische Regisseur tunesischer Abstammung das Drehbuch und gemeinsam mit Delphine Mantoulet die Musik erstellt hat. Seine eigene Jugend im französischen Exil war geprägt von Kriminalität und Erziehungsanstalten. Gatlif: „Ich habe 43 Jahre gebraucht, um zum Land meiner Kindheit, Algerien, zurückzukehren. Fast 7.000 km auf der Straße, mit dem Zug, mit dem Auto, dem Boot und zu Fuß.“ Beste Regie – Cannes 2004.