Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Exil

FRA

2004

Tony Gatlif

Romain Duris, Lubna Azabal, Leila Makhlouf

„Wo auch immer ich hingehe, bin ich fremd“, beschreibt Naïma eine Empfindung, die sie ihr ganzes Leben lang begleitet. Naïma und ihr Freund Zano gehören zur zweiten Generation algerischer Flüchtlinge in Paris. Eines Tages begeben sie sich auf die Reise in die unbekannte Heimat ihrer Eltern… Der neue Film von Tony Gatlif handelt von einem Phänomen, das in seiner Komplexität und Tragik bezeichnend für das Schicksal unzähliger Menschen des letzten Jahrhunderts ist und ebenso von brennender Aktualität: Vom Zustand der Deplaziertheit, des gewaltigen Verlustes, der Entwurzelung und der Fremde – vom Exil. Vermutlich ist EXIL der persönlichste der bisher 14 Spielfilme von Tony Gatlif, für den der französische Regisseur tunesischer Abstammung das Drehbuch und gemeinsam mit Delphine Mantoulet die Musik erstellt hat. Seine eigene Jugend im französischen Exil war geprägt von Kriminalität und Erziehungsanstalten. Gatlif: „Ich habe 43 Jahre gebraucht, um zum Land meiner Kindheit, Algerien, zurückzukehren. Fast 7.000 km auf der Straße, mit dem Zug, mit dem Auto, dem Boot und zu Fuß.“ Beste Regie – Cannes 2004.

The Cream - Last Concert

GB

1968

Tony Palmer

Gitarrist und Songschreiber Eric Clapton bildete das Zentrum des legendären musikalischen Dreigestirns Cream. Das ausverkaufte Abschiedskonzert der Band in der Londoner Royal Albert Hall am 26. November 1968 schrieb Musikgeschichte. Regisseur Tony Palmer dokumentierte das Farewell Concert im Auftrag der BBC und schuf eine einmalige Musikdokumentation, deren faszinierende und vibrierende Atmosphäre sich bis heute auf den Zuschauer überträgt.

Begierde

GB

1983

Tony Scott

Catherine Deneuve, Susan Sarandon, David Bowie

Die elegante Vampirin Miriam (C. Deneuve) lebt mit ihrem Geliebten John (D. Bowie) in New York. Als sich Johns Tage dem Ende nähern und er innerhalb von Stunden zur Mumie zerfällt, macht sich Miriam auf die Suche nach einer neuen Lebensgefährtin. Sie findet sie in der ehrgeizigen Ärztin Sarah Roberts (S. Sarandon), die schnell dem Charme und der unwiderstehlichen Schönheit Miriams verfällt. Als Sarah erkennt, was mit ihr geschieht, versucht sie sich mit aller Gewalt zu wehren, was zu einem nervenaufreibenden Showdown zwischen ihr und Miriam führt. Der Kultfilm für Lesben lässt in seiner unterkühlten und künstlichen Machart auch heute noch die Herzen für das Paar Deneuve / Sarandon höher schlagen. Catherine Deneuve ist einfach unschlagbar als melancholische und unmenschlich schöne Vampirin. Und David Bowie altert ganz schnell und gruselig. Die Bettszene von Deneuve und Sarandon sorgten bei Erscheinen des Films für einen kleinen Skandal. „You don’t have to get drunk, to kiss Catherine Deneuve.“ (Susan Sarandon)

Wo willst du hin, Habibi?

DEU

2015

Tor Iben

Cem Alkan, Martin Walde

Der türkischstämmige Ibrahim ist schwul und verliebt sich in den Show- Wrestler und gelegentlichen Einbrecher Ali. Obwohl letzterer nicht schwul ist, entwickelt sich zwischen den beiden eine „unmögliche“ Freundschaft, eine Liebesgeschichte, die beide über sich hinauswachsen lässt. Ein berührender Film, der Spaß macht und zum Überdenken gängiger Klischees anregt: Schwul oder hetero? Deutsch oder türkisch? Traditionell oder liberal? Frei oder gebunden?
Diskussionspartner: Tor Iben, Regisseur
Kooperationspartner: PLUS e.V.

Die Unbeugsamen

DEU

2021

Torsten Körner

Als Torsten Körner 2015 anfing, einen Film über das Wirken von Politikerinnen in Deutschland zu entwickeln, waren weder die #MeToo-Debatte um Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt noch ein offen frauenfeindlicher US-Präsident noch der Aufstieg von Populisten, Autokraten und Clownspolitikern absehbar. Umso mehr passt diese außergewöhnliche, einzigartige filmische Zeitreise in die Gegenwart: Der Regisseur lud zahlreiche Pionierinnen der Bonner Republik an ihre alten Wirkungsstätten ein, um sie zu interviewen – darunter Herta Däubler-Gmelin (SPD), Christa Nickels (Die Grünen), Ingrid Matthäus-Maier (FDP/SPD), Renate Schmidt (SPD) und Rita Süssmuth (CDU). Historische Aufnahmen zeigen darüber hinaus politische Größen wie Aenne Brauksiepe (CDU), Hildegard Hamm-Brücher (FDP), Waltraud Schoppe und Petra Kelly (Die Grünen). Sie alle mussten um Teilhabe an der Politik kämpfen und waren Vorurteilen und sexistischen Diskriminierungen ausgesetzt, und sie alle haben das Gesicht der Bundesrepublik verändert.

Unsere Herzen – Ein Klang

DEU

2022

Torsten Striegnitz, Simone Dobmeier

Dokumentarfilm

Ein besonderer Zauber liegt im gemeinsamen Singen. Wenn Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft. UNSERE HERZEN – EIN KLANG begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, die aus singbegeisterten Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten. Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films, der die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik im gemeinsamen Klangerlebnis heraushebt.

Shiver - Die Kunst der Taiko Trommel

JAP

2020

Toshiaki Toyoda

„Taiko“, übersetzt „dicke Trommel“, ist die japanische Bezeichnung für eine Gruppe von großen Röhrentrommeln, die mit Schlägeln geschlagen werden. Im Westen bezeichnet man damit auch die Spielweise des entsprechenden Trommelensembles. Dieses filmische Porträt über die Zusammenarbeit zwischen dem zeitgenössischen japanischen Musiker und Komponisten Koshiro Hino und dem von der japanischen Insel Sado stammenden Taiko Performing Arts Ensemble Kodo ist ein völlig neues und einzigartiges audiovisuelles Erlebnis: Ein Film, der ohne Dialoge auskommt, sich ganz auf den Klang, die Töne, die Musik und die mitreißende Performance des Ensembles fokussiert. Vollkommene Konzentration auf die virtuosen Schlagwerker, aufgenommen im Proberaum und vor gewaltiger Naturkulisse. Das filmische Konzept ist mutig – und absolut überzeugend, denn näher kann man der Musik nicht kommen.

Funeral Parade of Roses

JAP

1969

Toshio Matsumoto

Pîtâ, Osamu Ogasawara, Yoshio Tsuchiya, Yoshimi Jo

Verdreht, verrückt, sexy, fantasievoll, überraschend: In einer Umdeutung der Ödipus-Sage buhlen die Dragqueens Eddie und Leda um die Gunst des Nachtclubbesitzers und Dealers Gonda, der sich für Eddie entscheidet – Anstoß für eine Geschichte um Suizid, Ermordung der Mutter und Begehren des Vaters. Eine lineare Handlung freilich ist ohnehin nicht auszumachen. In verschachtelter Chronologie, voll spielerischer visueller Tricks ist der Film ein Trip in die damalige Schwulenszene von Tokio: Ein audiovisuell einzigartiges, explizites, politisches und assoziatives Dokument, das den Geist der 60er atmet. Der Film, damals noch mit dem deutschen Titel „Pfahl in meinem Fleisch“ versehen, kommt in restaurierter Fassung erneut in die Kinos.

Shurayuki-hime - Lady Snow Blood

JAP

1973

Toshiya Fujita

Meiko Kaji, Toshio Kurosawa, Masaaki Daimon

Eines Nachts im siebten Jahr der Meiji-Ära kommt in einem japanischen Gefängnis das Mädchen Yuki zur Welt. Ihre Mutter Sayo, die bei der Geburt stirbt, hat sich nur aus einem Grund von den Wärtern schwängern lassen: Yuki soll sich blutig an denen rächen, die einst das Familienglück ihrer Mutter zerstörten. Um es auf diese Aufgabe vorzubereiten, bittet Sayo einen Krieger, ihr Kind nach der Geburt bei sich aufzunehmen. 20 Jahre später ist Yukis Ausbildung beendet. Lady Snowblood ist bereit, sich als Racheengel ihrem Schicksal zu stellen.

Top Spot

GBR

2004

Tracey Emin

Der erste Film des “Bad Girls” der englischen Kunstszene, Tracey Emin, ist da und fügt ihrem autobiographischen Kunstwerk ein weiteres Kapitel hinzu. Im Mittelpunkt stehen sechs Teenagerinnen aus Margate/Kent, Emins Geburtsstadt, die alle eine Geschichte zu erzählen haben. Alle diese Geschichten handeln von essentiellen Problemen des Erwachsenwerdens und spiegeln unsere eigenen erinnerten Erfahrungen wider. Wenn auch Männer in diesem Film nicht sichtbar in Erscheinung treten, wirft ihre Existenz jedoch Schatten, da flüchtige Begegnungen tiefe Spuren im Leben der Mädchen hinterlassen. Der Film ist zugleich Emins Ode an Margate, in der das Videomaterial mit Super8-Aufnahmen zu einer lyrischen Montage verknüpft wird. Die natürliche Schönheit des Meeres und der Sonnenuntergänge verbindet sich mit den eher von Menschenhand geschaffenen Annehmlichkeiten, untermalt von einer Auswahl Songs aus den 1970er Jahren, die das Erwachsenwerden der Künstlerin selbst begleiteten. Der Film, letzten Sommer in Margate, London und Ägypten gedreht, erzählt eine persönliche Geschichte auf höchst atemberaubende Weise. (also von Gesetzes wegen ab 18)

Geliebte Köchin – La passion de Dodin Bouffant

FRA

2023

Trần Anh Hùng

Juliette Binoche, Benoît Magimel, Pierre Gagnaire, Galatéa Bellugi

1885. Seit 20 Jahren steht die begnadete Köchin Eugénie im Dienst des legendären Gourmets und Gastronomen Dodin Bouffant und kreiert mit ihm köstliche Gerichte. Aus der gemeinsamen Zeit in der Küche und der Leidenschaft für das Kochen ist über die Jahre weit mehr als nur eine Liebe fürs Essen erwachsen. Doch Eugénie will ihre Freiheit nicht aufgeben und hegt keinerlei Absichten, Dodin zu heiraten. Also beschließt dieser, etwas zu tun, das er noch nie zuvor getan hat: für sie zu kochen.

Zwei der größten Stars des französischen Kinos in einem Film über das Kochen, den Genuss und die Freiheit, in dem die Liebe Magen und Herz trifft. Die faszinierenden Szenen der Zubereitung kulinarischer Köstlichkeiten wurden mit fachkundiger Hilfe von Spitzenkoch Pierre Gagnaire geschaffen.

Einführung: Céline Herrera Navarro, Institut Français Mannheim

Kubo – Der tapfere Samurai

USA

2016

Travis Knight

Animationsfilm um einen jungen Samurai, der zweidimensionale Papierblätter in dreidimensionale Origami-Figuren verwandeln kann.

Dream Boat

DEU

2017

Tristan Ferland Milewski

Einmal im Jahr sticht das Dream Boat in See – eine Kreuzfahrt allein für schwule Männer. Die Schiffsreise verspricht sieben Tage Liebe und Freiheit unter südlicher Sonne. Das Meer, nackte Haut und viel Testosteron, schneller Sex oder die große Liebe – und wir sind mit der Kamera dabei. Doch mit im Gepäck reist oft auch die persönliche Vergangenheit. Für viele der 3.000 Passagiere aus 89 Nationen steht der Wunsch im Mittelpunkt, jenseits von familiären oder politischen Restriktionen an einem geschützten Ort als der leben und lieben zu können, der man ist.

Sieh Mich An

NOR

2002

Trygve Allister Diesen

Jørgen Langhelle, Vera Rudi, Andrea Bræin Hovig

Harald lebt seit seiner Scheidung vor drei Jahren ein karges, zurückgezogenes Leben. Seine 7-jährige Tochter Lisa darf er nur selten und nur unter Aufsicht einer Sozialarbeiterin sehen, denn seine Ex-Frau hat ihn der familiären Gewalt und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Als Lisa auch an der Beerdigung seiner Mutter nicht teilnehmen darf und danach voller Angst und Panik auf Haralds Versuch reagiert, ihr zum Andenken an die Oma ein Amulett zu schenken, packt er das Mädchen kurzerhand in sein Auto und fährt davon. Ein kleiner, intensiver Film, der von der mühsamen Annäherung nach erlittenem Verlust und tiefen Verletzungen handelt. (also ab 18).

Der Fluss

RC

1997

Tsai Ming-liang

Lee Kang-sheng, Miao Tien, Lu Hsiao-ling, Chen Chao-jung, Anne Hui

Xiao-Kang lebt in Taipeh bei seinen Eltern. Alle drei haben sich schon seit langen nichts mehr zu sagen. Der Vater ist arbeitslos, putzt die Wohnung und durchstreift die unzähligen Saunen nach jungen Männern. Er sucht Trost und Freundschaft, doch findet nur flüchtige Kontakte. Die pragmatische Mutter arbeitet als Fahrstuhlführerin eines Restaurants. Sie sorgt nicht nur für den Unterhalt ihrer Familie, sondern hält auch ihren Geliebten aus. Kurze Zeit nachdem Xiao-Kang bei den Dreharbeiten eines Krimis im völlig verdreckten Fluss Tamsui eine Wasserleiche gespielt hat, wird er von einem Ausschlag am ganzen Körper und Schmerzen geplagt. Als er alle Ärzte und Schamanen Taipehs erfolglos aufgesucht hatte, machen sich Vater und Sohn auf, um im Süden Taiwans den erfahrenen Klostermönch Meister Liu um Hilfe zu beten. Nachdem sie ein Hotel gefunden haben, begeben sich Vater und Sohn getrennt und ohne Wissen um den anderen auf die Suche nach einer Sauna, wo sich beide zunächst unerkannt begegnen. Zu Hause bricht die Mutter die über ihr liegende Wohnung auf, um die Ursache für ein Leck an der Zimmerdecke zu finden, aus dem Wasser troüpft. Tsai Ming-Liang zeigt in diesem wortkargen, stilisierten Sittenbild einen erbarmungslosen Alltag. Indem er Vater und Sohn in der Schwulensauna auf provokanteste Weise zusammenführt, zerstört er jedes mögliche Ideal von Familie. Ein poetisches Drama über die vernichtende Wirkung unausgesprochener Konflikte. Silberner Bär und Preis der Internationalen Filmkritik.

What Time Is It There?

Taiwan

2001

Tsai Ming-Liang

Lee Kang-Sheng, Chen Shiang-Chyi

Hsiao Kang verkauft Uhren auf den Straßen von Taipeh, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein paar Tage nach dem Tod seines Vaters trifft er eine bezaubernde junge Frau, Shiang-Chyi, die am nächsten Tag nach Paris ziehen wird. Um die weite Distanz zu ihr zu überbrücken, stellt er alle Uhren Taipehs auf Mitteleuropäische Zeit. Zwischenzeitlich sieht sich Shiang-Chyi in Paris mit Ereignissen konfrontiert, die auf geheimnisvolle Weise etwas mit Hsiao Kang zu tun haben. Regisseur Tsai Ming-Liang (Der Fluss) gehört zu den bedeutendsten Filmemachern Taiwans. Er erzählt seinen Film in Zwischenräumen, zwischen Paris und Taipeh, zwischen Tag und Nacht, Hoffnung und Resignation. Paris erscheint wie ein ferner Planet, dessen Einwohner seltsamer wirken als alle Fiktion. WHAT TIME IS IT THERE? ist eine ungewöhnlich ruhige und optisch betörende Studie über die Zeit und ihren mystischen Zusammenhang mit Raum, Einsamkeit und Sex. Das Ende birgt eine Überraschung – und der Film einen sphärischen Auftritt von Truffauts Alter ego Jean-Pierre Léaud.

Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers

CHN

2013

Tsui Hark

Mark Chao, Carina Lau, Feng Shaofeng, Lin Gengxin, Angelababy

Im Jahr 665 wird Di Renjie kaiserlicher Sicherheitsangestellter – just, als die Seeflotte des Kaiserreichs von einem Seeungeheuer angegriffen wird. Chefermittler Yuchi hat zehn Tage Zeit, das Problem zu lösen, sonst wird er geköpft. Kein Wunder, dass er sich zunächst von Di nicht reinpfuschen lassen will bei Ermittlungen. Gemeinsam kommen sie der Aufklärung des Falls jedoch immer näher…

Die Mischung aus Wuxia- und Sherlock-Holmes-Film (anknüpfend an Guy Ritchies Interpretation des britischen Meisterdetektivs) weiß sowohl Mystery- als auch Actionfans zu begeistern. Aber auch 3D-Afficionados kommen voll auf ihre Kosten: Kaum ein anderer Regisseur im Blockbusterbereich nutzt 3D auf derart verspielte und kreative Art wie Tsui Hark.

Love Sick

RUM

2006

Tudor Giurgiu

Maria Popistasu, Ioana Barbu

Alex studiert Philologie an der Universität in Bukarest. Um mehr Zeit mit ihrer Freundin Kiki verbringen zu können, kündigt sie ihr Zimmer im Studentenwohnheim und zieht zu ihr. Kikis Bruder Sandu reagiert auf die wachsende Freundschaft mit unverhohlener Eifersucht, sodass man den Eindruck gewinnt, es bestünde eine inzestuöse Beziehung zwischen den Geschwistern. Einige Monate später sind Alex und Kiki tatsächlich ein Paar. Alex schlägt ihrer Freundin vor, den Sommer gemeinsam im Haus ihrer Eltern auf dem Land zu verbringen. Die Freundinnen genießen ihre Ferien und leben ihre Liebe in vollen Zügen aus. Es ist ein friedlicher, idyllischer Sommer. Bis der eifersüchtige Sandu aufkreuzt und Kiki in die Stadt zurückholen will… (also ab 18 Jahren)

Está todo bien – Alles ist gut

VEN/DEU

2019

Tuki Jencquel

„Das ist das große Drama: Du darfst nicht krank werden“ – lakonische Worte von Francisco, einem Aktivisten, der in Venezuela dringend benötigte Medizin ausliefert; in einem Land, in dem die Löhne zwölf Dollar im Monat betragen und 16.000 Ärzte das Land verlassen haben. Wenn Rosalía morgens ihre Apotheke aufschließt, hat sie ihren Kunden nichts zu bieten. Keine Antibiotika, keine Schmerzmittel, nichts. Der ökonomische Zusammenbruch Venezuelas wird flankiert von einem Kollaps des öffentlichen Gesundheitssystems, der für viele tödlich ist. Die Kindersterblichkeit ist dramatisch angestiegen – und Krebskranke wie Mildred und Rebeca sind auf die Medikamentenreste von Patienten angewiesen, die es nicht geschafft haben. Auch Efraím, ein junger Unfallchirurg, stemmt sich gegen den medizinischen Blackout. Sie stehen vor der Wahl: Protestieren, Dulden, Auswandern, Durchhalten, alle Hoffnung verlieren oder doch daran festhalten? Gemeinsam gehen sie auf die Bühne, um ihre Umstände zu spielen und emotionale Befreiung zu finden. Diese hochaktuelle Chronik folgt den widerständigen Protagonisten, wie sie sich um kreative Lösungen inmitten der Erschütterungen durch die Krise bemühen. Wir zeigen den Film vor dem Kinostart.
Tuki Jencquel, geboren in Caracas, studierte Business Administration am Instituto de Estudios Superiores de Administración in Caracas und Film an der Tisch School of the Arts in New York. Er arbeitete als Regieassistent, unter anderem für José Padilha. Nach mehreren Kurzfilmen und einem preisgekrönten mittellangen Dokumentarfilm ist ESTÁ TODO BIEN sein Langfilmdebüt.

Crocodile Tears

IDN/FRA/SGP/DEU

2024

Tumpal Tampubolon

Yusuf Mahardika, Marissa Anita, Zulfa Maharani

Johan lebt und arbeitet in einen Krokodilpark, den seine dominante Mutter betreibt, der die Raubreptilien näher zu stehen scheinen als ihre Mitmenschen. Als sich Johan sich in Arumi, ein Mädchen aus der Stadt, verliebt, gerät das fragile Nähe- und Kontrolle-Verhältnis zur Mutter völlig aus den Fugen.

Ein Coming-of-Age-Film über eine Mutter-Sohn-Beziehung, ein Sozialdrama über den abgeschiedenen Alltag in Westjava – und Tierhorror mit freudianischen Motiven: Der indonesische Debütfilm sorgt mit beeindruckenden Bildern, schwül-bedrohlicher Atmosphäre, schleichender Spannung und furiosem Schauspiel für eine unvergessliche Filmerfahrung.

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