Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Tony Conrad: Completely in the Present

USA

2017

Tyler Hubby

Wer war Tony Conrad (1940-2016)? Ein Musiker, der das Konzept von Komposition zerstören wollte. Ein Filmemacher, der Zelluloid lieber einkochte, als darauf zu drehen. Ein Performer, der stets auf dem schlechtesten Instrument spielte, das verfügbar war. In den frühen 60er Jahren begründet Tony Conrad den musikalischen Minimalismus, revolutioniert mit seinem Film THE FLICKER (1965) das US-Experimentalkino und macht mit seinen Freunden Lou Reed und John Cale zusammen Musik, bevor die beiden in seinem Apartment die legendäre Band „The Velvet Underground“ gründen. In den 70ern musiziert er mit der Krautrock-Band „Faust“, geht als Professor für Medienwissenschaft nach Buffalo und wird zum Pionier des Offenen-Kanal-Fernsehens. In den 90er Jahren entdeckt man ihn als Musiker und Performer neu.
Mit einer Fülle von Film- und Musikaufnahmen aus Conrads Fundus und eigenen Filmaufnahmen, die über einen Zeitraum von 22 Jahren entstanden sind, zeichnet Dokumentarfilm-Regisseur Tyler Hubby das sagenhafte Lebenswerk von einem der einflussreichsten US-Multimedia-Artisten des 20. Jahrhunderts nach: Das Porträt eines kompromisslosen Künstlers.

Girafot

IL

2001

Tzahi Grad

Meital Dohan, Liat Glick, Tinkerbell

Die Schauspielerin Daphne ist nachts auf dem Weg zu Dreharbeiten für einen Film. Ein junger Anwalt, der sie für sein blind date hält, spricht sie an. Zur gleichen Zeit startet sein tatsächliches blind date mit einem Taxifahrer eine Tour durch Tel Aviv. Währenddessen wird eine junge, frustrierte Journalistin für das Mitternachts-Shooting abgeholt, an Daphnes Stelle, die mit ihrem Zufallsrendezvous beschäftigt ist. Verwirrt? Keine Sorge, das sind nur die ersten 15 Minuten des Filmes…

Lesvia

GRC

2024

Tzeli Hadjidimitriou

Dokumentarfilm

Seit den 1970er Jahren zieht es Lesben aus aller Welt auf die Insel Lesbos, zum Geburtsort der antiken griechischen Dichterin Sappho, ein lesbischer Sehnsuchtsort. In dem Küstendorf Eressos entstand eine aktive lesbische Gemeinschaft, in der Frauen endlich offen und frei leben und lieben konnten. Heute gibt es im Dorf eine Lesbenbar sowie mehrere Hotels und Restaurants, die ausschließlich von und für Frauen betrieben werden. Am Strand sind die Frauen unter sich.

Tzeli Hadjidimitriou, selbst lesbisch und von Lesbos, erzählt von 40 Jahren Gemeinschaft und Liebe, davon, was es bedeutet, sich endlich akzeptiert zu fühlen und eine zweite Heimat fern der Heimat zu finden, aber auch von Konflikten mit konservativen Bewohner*innen, die sich von den Lesben bedroht fühlen. Die Geschichte der lesbischen Gemeinschaft von Eressos ist lesbische Kulturgeschichte!

Rückkehr nach Ithaka

ITA/GRC/GBR/FRA

2024

Uberto Pasolini

Ralph Fiennes, Juliette Binoche, Charlie Plummer, Marwan Kenzari

Odysseus, der große Held der griechischen Mythologie: 20 Jahre nach dem Trojanischen Krieg strandet er an den Küsten von Ithaka, ausgezehrt, ein Fremder im eigenen Land, ein Bettler, unerkannt. Das Land ist verödet, und Penelope, die geliebte Frau, lebt als Gefangene im eigenen Heim, bedrängt von skrupellosen Freiern, die darauf spekulieren, mit ihr als Ehefrau auch die Königskrone zu erlangen. Odysseus, müde von all dem Töten, von dem Leid, vom jahrelangen Umherirren, muss sich aufraffen, um seine Familie zu retten.

Mit Starbesetzung adaptiert Uberto Pasolini die homerische Geschichte von Odysseus’ Heimkehr nach jahrelanger Irrfahrt als schmerzliches Drama: „Elementar und eindringlich… Ein Film von elementarer Wucht über Posttraumata, die Schuld des Überlebenden, Verlassenheit und zerstörte Männlichkeit.“ (The Guardian)

Das Gelbe Segel

USA

2009

Udayan Prasad

William Hurt, Kristen Stewart, Eddie Redmayne

Nach sechs Jahren Gefängnis wird Brett Hanson in die Freiheit entlassen. Unschlüssig, ob es für ihn noch ein Leben gibt, in das es sich lohnt zurückzukehren, strandet er in einer Kleinstadt in Louisiana. Von dort aus schreibt er seiner großen Liebe eine Postkarte mit der Bitte, wenn sie ihn noch liebe, das gelbe Segel ihre Bootes zu hissen. Ohne viel Hoffnung macht er sich auf den Weg auf abgelegenen Straßen und trifft auf zwei junge Menschen, einsam wie er. Die drei setzen die Reise gemeinsam fort. Traurigkeit liegt über den poetischen Bildern und eine angenehm unaufdringliche Melancholie, die von präziser Schauspielleistung und hervorragender Kameraarbeit transportiert wird.

Art/Violence

PSE/USA

2013

Udi Aloni

Im Jahr 2006 eröffnet der Schauspieler, Theaterregisseur und Friedensaktivist Juliano Mer-Khamis im Flüchtlingslager in Jenin das „Freedom Theatre“, um den Menschen einen Hoffnungsschimmer zu geben. Fünf Jahre später findet man ihn erschossen vor seinem Theater. Bis heute wurde der Mord nicht aufgeklärt. Die Doku zeigt, wie es nach seinem Tod weiterging: Das Theater hat sich inzwischen zu einem Ort der Kommunikation und Kultur entwickelt. Am Ende sieht man Mer-Khamis zwölfjährige Tochter, die sich vorgenommen hat, den unerfüllten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen, das Stück als Film zu adaptieren. Überzeugend und mitreißend. Anschließend Podiumsdiskussion mit Theatermachern. Moderation: Nicole Heß Der Verleih sowie die Roadshow von art/violence werden ermöglicht durch den entwicklungspolitischen Filmpreis ‚cinema fairbindet‘, gestiftet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Verleih und Roadshow werden umgesetzt vom Arsenal – Institut für Film- und Videokunst. Das Projekt ‚cinema fairbindet‘ wird durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Kooperationspartner: DW-Akademie. Mitgliederaktion: für Mitglieder von Cinema Quadrat Eintritt frei

über Wasser

AUT/LUX

2007

Udo Maurer

Die Filmdokumentation des Regisseurs Udo Maurer erzählt in drei Kapiteln aus drei unterschiedlichen Teilen unserer Erde von der existentiellen Bedeutung des Elements Wasser für die Menschheit. Trotz des Wassers. Ohne das Wasser. Mit dem Wasser. Von den Fluten und Überschwemmungen im Mündungsgebiet des Brahmaputra in Bangladesch, über die ehemals florierende Fischerei- und Hafenstadt Aralsk am Aralsee, die heute verloren in der trockenen kasachischen Steppe liegt, bis zum täglichen Kampf aller gegen alle um ein paar Kanister sauberen Wassers in Kibera, dem größten Slum im afrikanischen Nairobi. Klug, sensibel und fesselnd erzählt Udo Maurer drei Geschichten zu einem globalen Thema.

Schwarze Milch

DEU

2020

Uisenma Borchu

Uisenma Borchu, Gunsmaa Tsogzol, Terbish Demberel, Franz Rogowski.

Vom Berlin der Gegenwart in die mongolische Steppe der Wüste Gobi, wo alles ist, wie es immer war: Wessi reist zu ihrer Schwester Ossi, lange Jahre waren sie getrennt, haben sich nacheinander gesehnt. Zwei Welten treffen aufeinander: Ossi führt das Nomadenleben ihrer Familie weiter, lebt im Rahmen von Ritualen und Traditionen, Wessi ist großstädtisch geprägt und bringt Unruhe in den Lauf der Dinge, gewollt oder ungewollt… Uisenma Borchu – als Kind aus der Mongolei nach Deutschland gekommen – inszeniert in den Weiten der Graslandschaft mit sinnlicher Wucht weit mehr als ein Schwesterndrama: Sie erzählt von Entfremdung und Zusammengehörigkeit, von männlicher Gewalt und weiblicher Macht, von Sexualität und Einsamkeit, davon, wie das freie Denken des Westens sich einschleicht in eine archaische Welt und wie es sich wiederum verändert durch das Leben im Kreislauf der Natur.

Anima - Die Kleider meines Vaters

DEU

2022

Uli Decker

Die kleine Uli will Pirat oder Papst werden, aber auf keinen Fall in die Rollenstereotypen ihres bayerischen Heimatortes passen. Später, nach dem Unfalltod ihres Vaters, bekommt sie von der Mutter seine „geheime“ Kiste als Erbe ausgehändigt. Aus dieser Kiste erfährt sie das Geheimnis, das er buchstäblich immer mit sich herumtrug: Kleidung, weibliche. Denn der Vater war zeitlebens Transvestit, lebte diese Neigung heimlich in anderen Städten aus. Uli Decker erzählt diese, ihre Geschichte in einem intimen, berührenden Dokumentarfilm, vor allem aber humorvoll. Eine Geschichte heimlich gelebter Freiheit, erzählt als Achterbahnfahrt durch animierte und dokumentarische Bildwelten, locker und ironisch trotz Leid und Tragik – ausgezeichnet als bester Dokumentarfilm und mit dem Publikumspreis beim Saarbrücker Max-Ophüls-Festival.

Comrades In Dreams - Leinwandfieber

DEU

2006

Uli Gaulke

Ein Film über Menschen, aus unterschiedlichsten Orten der Welt, die das Kino zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben. Da ist Han Jong Sil aus Nordkorea. Sie genießt das Leben und ist doch zwischen Propaganda, eigenen Träumen und Ernteerträgen gefangen. Mit ihren Filmen will sie das Leben der Menschen verbessern. Auch Penny Tefertiller aus Wyoming, USA, hat ihr Leben in den Dienst der Kommune gestellt. Sie hat sich vorgenommen, den Jugendlichen und den Einsamen einen Halt zu geben. Porträtiert werden außerdem ein Zeltkino in Indien und ein Open-Air-Kino in Burkina Faso.

Elektrokohle

DEU

2009

Uli M

Blixa Bargeld, Alexander Hacke, Heiner Müller

Am Mittag des 21. Dezember 1989 machen sich die Musiker der zur damaligen Zeit als westdeutscher Kultexport gefeierten Band „Einstürzende Neubauten“ von West-Berlin aus auf den Weg zu ihrem ersten Konzert in Berlin-Ost, noch Hauptstadt der DDR. Und noch ist es ein langer Weg von Kreuzberg nach Lichtenberg in den Wilhelm-Pieck-Saal des VEB Elektrokohle. Noch steht die Mauer und noch gibt es Grenzkontrollen. Der mit den Mitgliedern der Band befreundete Filmemacher Uli M. Schueppel begleitete die Musiker durch diesen besonderen Tag. 20 Jahre danach gehen einige Konzertbesucher nochmals ihre Wege zum Konzert nach. Wege, die zu einem einmaligen Pop-Ereignis und später zur deutschen Vereinigung führten.

La isla: Archivios de una tragedia - La Isla: Archive einer Tragödie

Uli Stelzner

Armee und Polizei verschleppten und ermordeten in Guatemala Ende des 20. Jahrhunderts Hunderttausende Menschen. Doch dieser beispiellose Völkermord in der jüngeren Geschichte Amerikas bleibt ungesühnt. Nach einer gewaltigen Explosion in der Hauptstadt von Guatemala im Jahre 2005 wird zufällig das Geheime Archiv der Nationalpolizei gefunden. Auf dem Gelände der heutigen Polizeischule lag früher „die Insel“, ein geheimes Gefängnis gefürchteter Kommandos der Policia Nacional. Und hier tauchen jetzt 80 Millionen Dokumente auf, die endlich Licht in das Dunkel der Staatsverbrechen werfen. Uli Stelzner, 1961 geboren, studierte in Kassel Pädagogik und visuelle Kommunikation und lebt in Berlin und Mittelamerika. Seit 1992 dreht er Dokumentarfilme gegen Gewalt und soziale Ungerechtigkeit, vorzugsweise in Guatemala – „Die Zivilisationsbringer“ (1997), „Testamento“ (2003), „La isla“ (2010). Darüber hinaus engagiert er sich mit seinem Mobilen Kino und als Leiter des Menschenrechtsfestivals in Guatemala. Anschließend Filmgespräch mit dem Regisseur.

A Man Can Make a Difference

DEU/AUT

2014

Ullabritt Horn

„Das war kaltblütiger Massenmord und ich kann das beweisen.“ Mit diesen Worten wurde Benjamin Ferencz im Alter von 27 Jahren zum Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess gegen die Mordbanden der SS. Die Erlebnisse von damals wurden für ihn zur treibenden Kraft im unermüdlichen Kampf gegen Kriegsverbrechen. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, lautet seine Vision für ein friedlicheres Zusammenleben. Sein Mittel: die Durchsetzung eines internationalen Strafgerichtshofs, wie es ihn seit 2002 in Den Haag gibt. Auf dem Weg dorthin hätten ihn viele für verrückt erklärt, aber wenn der Haupteingang verschlossen sei, komme er eben durchs Fenster. So spricht ein heute 95-Jähriger, dem man nach diesem Film beinahe alles zutraut. Beeindruckendes Portrait des Lebenswerks eines Ausnahmejuristen.

Hippie Masala

CHE

2006

Ulrich Grossenbacher

Ab Mitte der 60er Jahre zogen Tausende westlicher Hippies auf der Suche nach Erleuchtung, freien Drogen oder einem ursprünglicheren Leben nach Asien. Indische Bauern vermuteten hinter dieser Wanderbewegung eine Dürre im Westen. Die heiligen Männer Indiens erkannten darin treffender die Suche nach Spiritualität. Die meisten Aussteiger reisten nach Monaten oder Jahren wieder in ihre Heimat zurück. Doch einige blieben. HIPPIE MASALA zeigt ins Alter gekommene Blumenkinder, die auf der Flucht vor der westlichen Zivilisation in Indien ein neues Zuhause gefunden haben.

Bungalow

Ulrich Köhler

Lennie Burmeister, Devid Striesow, Trine Dyrholm

Es ist Hochsommer. Auf dem Rückweg vom Manöver zur Kaserne bleibt der Rekrut Paul unbemerkt an einer Raststätte zurück. Die Kompanie fährt ab, und Paul fährt nach Hause. Im leerstehenden Bungalow seiner Eltern bleibt Paul nicht lang allein. Noch bevor die ersten „Feldjäger“ auftauchen, kommt seine Freundin Kerstin vorbei., um mit ihm Schluß zu machen. Und dann stehen sein Bruder Max und dessen dänische Freundin Lene vor der Tür. Konzentriert und neugierig ist der Blick des Filmemachers, seine Aufmerksamkeit für kleine Annäherungen und Entfernungen zwischen Figuren, für Blicke, und die stillen Kettenreaktionen, die sie auslösen. Stilistisch nüchtern, beeindruckend klar und konsequent, mit Bezügen zu Haneke und zum französischen Kino, zeichnet Köhler ein intensives Porträt einer Welt, in der nichts passiert. Für seinen Debütfilm wurde Ulrich Köhler mit dem Hessischen Filmpreis 2002 ausgezeichnet. „BUNGALOW ist ein Film der großen Emotionen im kleinen Detail, und wer sich auf diese ruhige Magie einlässt, der wird reich belohnt.“ (aus der Laudatio von Esther Schweins)

Gavagai

DEU/FRA

2025

Ulrich Köhler

Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum

Während der Dreharbeiten zu einer „Medea“-Neuverfilmung im Senegal flüchtet sich Schauspielerin Maja in eine Affäre mit ihrem Co-Star Nourou. Monate später begegnen sie sich bei der Premiere des Films in Berlin wieder. Ihre Gefühle füreinander flammen erneut auf, aber ein rassistischer Vorfall mit einem Sicherheitsbeamten belastet das Wiedersehen. Die Spannungen werden nicht kleiner, als alle versuchen, das Richtige zu tun. Während sich die antike Tragödie auf der Leinwand zuspitzt, beginnen sich in der Realität Kunst und Leben zu vermischen.

Der neue Film von Ulrich Köhler – der als Sohn von Entwicklungshelfern Teile seiner Kindheit in Afrika verbracht hat – ist eine vielschichtige Reflexion über Kunst, Moral und Kolonialismus, ein Film über Machtverhältnisse, Missverständnisse, das Rutschen von Bedeutungen.

Montag Kommen Die Fenster

DEU

2006

Ulrich Köhler

Devid Striesow, Harry Baer, Tatja Seibt

„Montag kommen die Fenster“: Der Titel spielt darauf an, dass bald alles in Ordnung sein wird. Aber am Montag kommen die falschen Fenster, und nichts ist in Ordnung. Ulrich Köhler erweist sich mit seinem zweiten Spielfilm nach „Bungalow“ erneut als aufmerksamer Beobachter der Normalität. Frieder und Nina, ein glückliches Paar, sind wegen Ninas neuem Job von Berlin nach Kassel gezogen. Aber dann fährt sie zu den Großeltern, um das Kind abzuholen und gehört auf einmal nicht mehr dazu. Plötzlich verschwindet Nina aus der eigenen Existenz, geht nicht ans Handy, hinterlässt keine Nachricht. Eindrucksvolles Kino der Berliner Schule.

Schlafkrankheit

DEU/FRA

2011

Ulrich Köhler

Pierre Bokma, Jean-Christophe Folly, Jenny Schily

Ebbo ist Entwicklungshelfer und lebt mit seiner Frau Vera seit 20 Jahren in verschiedenen afrikanischen Ländern. Vera leidet unter der Trennung von ihrer Tochter Helen und will zurück nach Deutschland. Ebbo muss sein Leben in Afrika aufgeben oder er verliert die Frau, die er liebt. Ausgezeichnet auf der Berlinale 2011 mit dem Silbernen Bären für die beste Regie.

Das freiwillige Jahr

DEU

2019

Ulrich Köhler, Henner Winckler

Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Katrin Röver, Daniel Nocke

Nach dem Abi soll Jette nicht in der deutschen Provinz versauern, findet ihr Vater Urs. Also steht sie kurz vor der Abreise nach Costa Rica, um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Doch Jette ist zerrissen zwischen ihrer Jugendliebe Mario und den Erwartungen des Vaters. Sie entzieht sich dem Zwiespalt und hält sich tagelang mit Mario im VW-Bus versteckt…
Ulrich Köhler (IN MY ROOM) und Henner Winckler (LUCY) arbeiten erstmals bei einem Filmprojekt zusammen in ihrem präzisen Porträt der Generationen, der Provinz, des Wunschs nach Aufbruch und des Statischen: „Ein spannungsvolles, aus zwei Perspektiven beleuchtetes Porträt einer Vater-Tochter-Beziehung“, schreibt der Filmdienst, „ein dichter, kurzweiliger, mitunter absurden Witz entfaltender Film."

Safari

AUT

2016

Ulrich Seidl

Ulrich Seidl blickt mit seinen Dokumentarfilmen schonungslos auf die Wirklichkeit. In seinem neuesten Werk verlässt er Österreich und folgt kleinbürgerlichen Großwildjägern in die Savanne Namibias. Dort dürfen sie durch den Busch streifen und Tiere abschießen. Seidl erforscht die merkwürdige Welt der Jagdtouristen, die mit kundigem Führer und einheimischen Helfern zum Wild geführt werden – Abschuss garantiert. Und die dabei das Gefühl von Freiheit und Abenteuer spüren. Nach dem Schuss posieren die Schützen für ein Foto und erzählen dann von ihrem Wunsch, Löwen und Elefanten zu erlegen, und von der Tierliebe, von der sie eigentlich im Inneren durchdrungen sind. Und wenn Seidls Kamera mit auf die Pirsch geht, deckungssuchend durchs Grasland schleicht – dann überträgt sich tatsächlich ganz sinnlich die Anspannung, die die Jäger suchen, wenn sie zum Töten aus sind.

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