Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Ludwig Frank Gegen Völkerhass Und Gedankenlosigkeit

Deutschland

1991

Ulrich von Dobschütz

Helmfried v

Die Semi-Dokumentation folgt dem Lebensweg des Mannheimer Sozialdemokraten, der als Freiwilliger wenige Tage nach Beginn des Ersten Weltkriegs auf dem Schlachtfeld den Tod fand. Noch Ende Juli 1914 hatte Ludwig Frank auf einer Antikriegskundgebung gesprochen, Ende Mai desselben Jahres an einer deutsch-französischen Friedenskonferenz in Basel teilgenommen. Nachdem der Kriegsausbruch nicht verhindert werden konnte, erhoffte sich Frank von dem patriotischen Einsatz spätere demokratische Zugeständnisse der Herrschenden. Demokratie und soziale Gerechtigkeit – mit dem Eintreten für diese Ziele bereits in seiner Abiturientenrede war der Sohn einer Familie einfacher Landjuden aus Nonnenweier aufgefallen. Seit 1900 als Rechtsanwalt in Mannheim, schloss er sich der SPD an, für die er in Landtag und Reichstag einzog. Zeitweise galt der populäre Politiker als möglicher Nachfolger August Bebels an der Spitze der Partei. Mit einer Einführung durch den Regisseur, eine Veranstaltung des Stadtarchivs. Einheitspreis 5,- €

Herr Schmidt Und Herr Friedrich

D

2001

Ulrike Franke, Michael Loeken

Kurt Schmidt, Wilfried Friedrich

Wo die Liebe so hinfällt. Bei Herrn Schmidt und Herrn Friedrich fiel sie hinter die Mauer, damals, 1977, als die Deutschland noch trennte und die beiden Männer, „Kuddel“ Schmidt im Westen und Wilfried Friedrich im Osten die Liebe zum trivialen Liedgut einte. Bei einem Treffen ihres Schlagerclubs lernten sich der Kellner und der Textilarbeiter kennen und lieben. Bald gingen Briefe hin und her, und genauso bald interessierte sich auch die Staatssicherheit für die arglosen, absolut unpolitischen Männer. 1980 wurde der Ausreiseantrag für den unzuverlässigen Bürger Friedrich genehmigt. In Nordhorn haben die beiden sich ein gemeinsames Leben eingerichtet, mit viel Gefühl und noch mehr Kitsch. Das Paradiso unterm Palmenstrand, von dem Conny Francis singt, haben sie nie erreicht: Mit 50 sind beide arbeitslos, das Reihenhäuschen ist noch lange nicht abbezahlt. Statt Hawaii oder wenigstens Gran Canaria bleibt es nun beim Ausflug in die Minigolfanlage. Die Filmemacher Ulrike Franke und Michael Loeken haben die Bilder aus der deutschen Provinz sensibel und ohne jede Häme eingefangen. Sie hören den beiden Männern zu, wie sie mit großer Offenheit und ebenso viel Naivität, aber nicht ohne Humor von der Einmaligkeit ihrer Liebe erzählen, die am Ende doch eine ziemlich alltägliche geworden ist.

Natasha

AUT

2008

Ulrike Gladik

Natasha arbeitet regelmäßig als Bettlerin in Graz. Sie hasst die Erniedrigung ihrer Arbeit, aber in ihrer bulgarischen Heimatstadt gibt es keine Jobs, schon gar nicht für Roma. Vorurteilsfrei und mit sehr viel Einfühlvermögen lässt die Regisseurin Ulli Gladik Natasha aus ihrem Leben erzählen. Die Regisseurin zeigt beispielhaft die Realität hinter Vorurteilen gegen Roma und wie sie sich auswirken, eine Thematik, die auch für Mannheim Bedeutung hat. Diskussionspartner Abendveranstaltung: Getrud Schrenk, Projektleitung "buschgirls.de" und Herbert Heuss, Lt. wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.

Zwölf Stühle

BRD

2004

Ulrike Oettinger

Georgi Delijew, Genadi Skarga

12 Stühle, 12 Besitzer, 1 Schatz und mehrere Interessenten, damit kann die Schatzsuche beginnen. Auf dem Sterbebett verrät eine alte russische Aristokratin ihrem Schwiegersohn, dem Standesbeamten Worobjaninow, das Versteck ihrer Juwelen, die sie vor den Kommunisten in Sicherheit brachte. Um nicht etwa in der (im Kommunismus nicht existenten) Hölle zu landen, beichtet sie dieses Vorgehen auch dem Pfarrer. Schwiegersohn und Pope machen sich getrennt auf, den Schatz zu finden und bald ist noch der Überlebenskünstler Ostap Bender mit von der Partie, da dieser von Worobjaninow als vermeintlicher Detektiv engagiert wird. Ottingers Roadmovie verknüpft die Dramaturgie einer Schatzsuche und Verfolgungsjagd mit einer dichten Bilderwelt von Personen und Orten. Zugleich erzählt „Die 12 Stühle“ von gestern und heute, von der Realität der Menschen in den GUS-Staaten und vom Allgemeinmenschlichen unseres Handelns. Die Vorlage zum Film ist der 1928 erschienene Roman „12 Stühle“ von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, der bereits mehrfach verfilmt wurde.

Chamissos Schatten Kapitel 1: Alaska und die aleutischen Inseln

DEU

2016

Ulrike Ottinger

Hier haben wir ein besonderes Kinoerlebnis für Euch: eine 12 Stunden- Natur-Dokumentation, die wir Euch in vier Einzelvorstellungen zeigen. Mit diesem ihrem neuen Film begibt sich Filmemacherin Ulrike Ottinger auf eine Reise zu entlegenen und weitgehend unbekannten Regionen unserer Welt. Angeregt von den historischen Reiseberichten berühmter Reisender des 18. und 19. Jahrhunderts wie Georg Wilhelm Steller, Adelbert von Chamisso oder Alexander von Humboldt macht sie sich auf den Weg, den Ideen und Reiserouten ihrer „Vorfahrer“ zu folgen und das auf ihrer Reise Erlebte in einer Kombination aus Ethnographischem und Künstlerischem, Vergangenem und Gegenwärtigem umzusetzen: Wasser, Fische, Seeotter, Steine, Vulkane, Tundra, Häuser, Dörfer, Fotografien, Objekte, Landkarten. Menschen, die sie trifft, sprechen über ihr Leben, über Vergangenheit und Gegenwart. Sie zeigt sie bei der Arbeit, beim Singen, und immer wieder beim Fischen.
Die weiteren Vorstellungen zeigen wir am 30.6., am 7.7. und am 21.7.

Chamissos Schatten Kapitel 2 (Teil 1): Tschukotka

DEU

2016

Ulrike Ottinger

Hier kommt der zweite Teil unseres Vierteilers CHAMISSOS SCHATTEN, einer 12 Stunden-Natur-Dokumentation. Mit diesem ihrem neuen Film begibt sich Filmemacherin Ulrike Ottinger auf eine Reise zu entlegenen und weitgehend unbekannten Regionen unserer Welt. Angeregt von den historischen Reiseberichten berühmter Reisender des 18. und 19. Jahrhunderts wie Georg Wilhelm Steller, Adelbert von Chamisso oder Alexander von Humboldt macht sie sich auf den Weg, den Ideen und Reiserouten ihrer „Vorfahrer“ zu folgen und das auf ihrer Reise Erlebte in einer Kombination aus Ethnographischem und Künstlerischem, Vergangenem und Gegenwärtigem umzusetzen: Wasser, Fische, Seeotter, Steine, Vulkane, Tundra, Häuser, Dörfer, Fotografien, Objekte, Landkarten. Menschen, die sie trifft, sprechen über ihr Leben, über Vergangenheit und Gegenwart. Sie zeigt sie bei der Arbeit, beim Singen, und immer wieder beim Fischen.
Weitere Vorstellungen am 7.7. und am 21.7.

Chamissos Schatten Kapitel 3: Kamtschatka und die Beringinsel

DEU

2016

Ulrike Ottinger

Hier  Kapitel 3 von CHAMISSOS SCHATTEN. Im Film begibt sich die Regisseurin auf die Spuren der Naturforscher und Entdecker des 18. und 19. Jahrhunderts, auf die Spuren von James Cook, Adelbert von Chamisso und anderen. Chamisso schrieb das Märchen „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ über einen Mann, der in Siebenmeilenstiefeln die Welt bereist, bevor er an einer russischen Entdeckungsexpedition teilnahm. Ottinger thematisiert das und wiederholt die Routen ihrer Vorbilder, reist von Alaska über Tschukotka nach Kamtschatka. In ihrem Logbuch hält sie künstlerisch und ethnografi sch interessante Dinge fest: Wasser, Fische, Seeotter, Steine, Vulkane, Tundra, Häuser, Dörfer, Fotografi en, Objekte, Landkarten. Aber sie trifft auch Menschen, die aus ihrem Leben berichten, die von ihrer Vergangenheit und Gegenwart erzählen Oettinger zeigt sie bei der Arbeit, beim Singen und immer wieder auch dabei, wie sie fi schen…
Mit zwölf Stunden Laufzeit zu lang für einen Kinoabend: In diesem Monat die letzten beiden Teile des Film-Mammuts!

Chhamissos Schatten Kapitel 2 (Teil 2): Tschukotka und die Wrangeinsel

DEU

2016

Ulrike Ottinger

Hier die zweite Hälfte des zweiten Teils von CHAMISSOS SCHATTEN. Im Film begibt sich die Regisseurin auf die Spuren der Naturforscher und Entdecker des 18. und 19. Jahrhunderts, auf die Spuren von James Cook, Adelbert von Chamisso und anderen. Chamisso schrieb das Märchen „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ über einen Mann, der in Siebenmeilenstiefeln die Welt bereist, bevor er an einer russischen Entdeckungsexpedition teilnahm. Ottinger thematisiert das und wiederholt die Routen ihrer Vorbilder, reist von Alaska über Tschukotka nach Kamtschatka. In ihrem Logbuch hält sie künstlerisch und ethnografi sch interessante Dinge fest: Wasser, Fische, Seeotter, Steine, Vulkane, Tundra, Häuser, Dörfer, Fotografi en, Objekte, Landkarten. Aber sie trifft auch Menschen, die aus ihrem Leben berichten, die von ihrer Vergangenheit und Gegenwart erzählen Oettinger zeigt sie bei der Arbeit, beim Singen und immer wieder auch dabei, wie sie fi schen…
Mit zwölf Stunden Laufzeit zu lang für einen Kinoabend: In diesem Monat die letzten beiden Teile des Film-Mammuts!

Die Koreanische Hochzeitstruhe

DEU

2008

Ulrike Ottinger

Keum-Hwa Kim, Se-ong Bo, Min-ja Kim

Hektik und Wahnsinn einer hochtechnisierten Gesellschaft einerseits und uralte, traditionsreiche Mythen andererseits: Willkommen in Seoul! Dorthin nimmt der Film uns mit und erzählt von einem Paar, das heiraten will. Im Prinzip ist das Ritual der Hochzeit in Korea, das die Autoren lmerin Ulrike Ottinger in ihrem neuen Film beschreibt, nicht wesentlich anders als in Europa. Schaut man jedoch genauer hin – und das genaue Hinsehen ist eine der großen Stärken der Filmkünstlerin – zeigen sich die Unterschiede im Detail. Dank diesem Gespür für scheinbar Nebensächliches wird „Die koreanische Hochzeitstruhe“ zu einem faszinierenden, farbenprächtigen Einblick in eine andere Kultur.

Paris Calligrammes

DEU/FRA

2019

Ulrike Ottinger

1962 macht sich sich Ulrike Ottinger von ihrer Heimatstadt Konstanz aus nach Paris auf. Mit PARIS CALLIGRAMMES stellt sie sich der Herausforderung, einen Film zu machen „aus der Perspektive einer sehr jungen Künstlerin, an die ich mich erinnere, mit der Erfahrung einer älteren Künstlerin, die ich heute bin“. In einem dichten Strom aus akustischem und visuellem Archivmaterial, verknüpft mit eigenen künstlerischen und filmischen Arbeiten, lässt Ottinger Saint-Germain-des-Prés und Quartier Latin mit ihren Literatencafés und Jazzkellern, die Begegnung mit jüdischen Exilanten, das Zusammenleben mit ihren Künstlerfreunden wie auch die Unruhen im Mai ’68 wieder aufleben. „Ich folgte den Spuren meiner Heldinnen und Helden“, so Ottinger, „und wo immer ich sie fand, werden sie in diesem Film erscheinen.“ Ulrike Ottinger erhielt im Februar die Berlinale Kamera für ihre Verdienste um die Filmkunst.

Südostpassage Teil 1: Wroclav - Varna

DEU

2002

Ulrike Ottinger

Der in drei Teile gegliederte Film hält kulturelle Begegnungen mit der Kamera fest: eine Reise von Berlin nach Osteuropa sowie zwei Stadtexpeditionen, eine durch Odessa und eine durch Istanbul. Mit eindrucksvollem Blick fürs Detail und Respekt vor den Personen, denen sie begegnet, präsentiert Ulrike Ottinger ein Porträt der Menschen am Rande Europas, denen es nicht gelungen ist, vom Ende des Kalten Kriegs zu profitieren.

Südostpassage Teil 2: Odessa

DEU

2002

Ulrike Ottinger

Der in drei Teile gegliederte Film hält kulturelle Begegnungen mit der Kamera fest: eine Reise von Berlin nach Osteuropa sowie zwei Stadtexpeditionen, eine durch Odessa und eine durch Istanbul. Mit eindrucksvollem Blick fürs Detail und Respekt vor den Personen, denen sie begegnet, präsentiert Ulrike Ottinger ein Porträt der Menschen am Rande Europas, denen es nicht gelungen ist, vom Ende des Kalten Kriegs zu profitieren.

Südostpassage Teil 3: Istanbul

DEU

2002

Ulrike Ottinger

Der in drei Teile gegliederte Film hält kulturelle Begegnungen mit der Kamera fest: eine Reise von Berlin nach Osteuropa sowie zwei Stadtexpeditionen, eine durch Odessa und eine durch Istanbul. Mit eindrucksvollem Blick fürs Detail und Respekt vor den Personen, denen sie begegnet, präsentiert Ulrike Ottinger ein Porträt der Menschen am Rande Europas, denen es nicht gelungen ist, vom Ende des Kalten Kriegs zu profitieren.

Unter Schnee

DEU

2011

Ulrike Ottinger

Takamasa Fujima, Kiyotsugu Fujima

Im japanischen Echigo liegt der Schnee oft bis in den Mai hinein meterhoch und bedeckt Landschaft und Dörfer. Seit Jahrhunderten haben sich die Bewohner darauf eingerichtet. Takeo und Mako, zwei Studenten, folgen den Spuren Bokushi Suzukis, der Mitte des 19. Jahrhunderts sein außergewöhnliches Buch „Schneeland Symphonie“ verfasste. Kabuki, das traditionelle japanische Theater, Poesie und Wirklichkeit des Schneelandes verbinden sich zu einem musikalisch reizvollen wie bildkräftigen und bewegenden Werk. Eine Produktion der international ausgezeichneten Konstanzer Regisseurin und Künstlerin Ulrike Ottinger. Am 08.12. mit einer Einführung von Christian Numrich, Reiss-Engelhorn-Museum.

Werner Nekes: Das Leben zwischen den Bildern

DEU

2017

Ulrike Pfeiffer

Werner Nekes – einer der bedeutendsten Experimentalfilmer in Deutschland. Unter anderem: Initiator der ersten Internationalen Studentischen Filmwoche Mannheim, Mitbegründer der Hamburger Filmemacher Cooperative, Professor an der Hochschule für Bildenden Künste in Hamburg. Und er sammelte zeit seines Lebens Wahrnehmungsapparaturen – Illusionsmaschinen, perspektivische Gemälde, Laternae magicae. Ulrike Pfeiffer würdigt Nekes’ Lebenswerk, das Unsichtbare sichtbar zu machen – ein Werk, das ursprünglich von der Bildenden Kunst, von Eva Hesse, inspiriert wurde, das die Avantgarde im Neuen Deutschen Film bildete, das schließlich mit Schülern wie Christoph Schlingensief oder Helge Schneider in Groteske und Farce hineinreicht. Nekes verstarb im Januar 2017 – so wurde dieses dokumentarische Porträt ungewollt zum Requiem.

Die Viper

ITA

1976

Umberto Lenzi

In Rom werden die Verbrechen immer brutaler. Banküberfälle, Raub und Vergewaltigung gehören zur Tagesordnung. Die Polizei ist machtlos, kommen doch die Verbrecher durch Gesetzeslücken immer wieder auf freien Fuß … Einer, der das nicht akzeptieren will, ist Kommissar Ferro. Irgendwann beginnt er, auf eigene, brutale Faust zu arbeiten. Italienischer Polizeifilm – molto pericoloso!

Mal Was Anderes? - Diverso Da Chi?

ITA

2009

Umberto Riccioni Carteni

Antonio Catania, Filippo Nigro, Claudia Gerini

In einer erzkonservativen norditalienischen Stadt kandidiert ein Schwuler als Bürgermeister und benutzt seine Homosexualtität als Geheimwaffe im Wahlkampf, während er sich ausgerechnet in seinen weiblichen Wahlkampf-Manager verliebt. Eine Stadt steht Kopf.

Love, Spells and All That

TUR

2021

Ümit Ünal

Aysenil Samlioglu, Damla Ersan, Ece Dizdar, Emrah Kolukisa

Als Teenager waren Eren, die Tochter eines mächtigen Parlamentsmitglieds, und Reyhan, die Tochter des Hausmeisters von Erens Vater, ein Liebespaar. Doch die beiden Mädchen wurden gezwungen, sich zu trennen. 20 Jahre später kehrt Eren auf die bezaubernde Insel Büyükada zurück und versucht, die Liebe zu Reyhan wiederzubeleben – doch diese zweifelt an der Echtheit ihrer Gefühle. Sind sie nicht nur Resultat eines Liebeszaubers, den sie damals hat aussprechen lassen? Gemeinsam suchen die beiden Frauen die Zauberin, die den Spruch umkehren soll, und erleben ihre Sommerliebe auf ihrer Insel erneut.
Ümit Ünals magischer Liebesfilm ist bis in die Nebencharaktere wohl durchdacht, die als Kommentar auf die gegenwärtige gesellschaftliche Lage der Türkei gelesen werden können. Mit dichten Dialogen und warmen Farben vermittelt er eine sommerlich-melancholische Ambivalenz des Verliebtseins.

Kuma

AUT

2012

Umut Dag

Nihal G. Koldas, Begüm Akkaya

Der Film beginnt mit einer Hochzeit in der Türkei, bei der auch die Familie Yilmaz aus Wien anwesend ist. Nach außen wirkt es so, als solle Sohn Hasan mit Ayse verheiratet werden. Wieder in Österreich zurück, wird dem Zuschauer allerdings klar, dass nicht Hasan mit Ayse verheiratet wurde, sondern Hasans Vater Ayse als Zweitfrau angenommen hat. Seine Erstfrau Fatma bestand darauf, da sie an Krebs erkrankt ist und Ayse als Hausfrau für ihre Familie "anlernen" möchte, für den Fall, dass sie sterben sollte. Während die schon erwachsenen Kinder der Familie große Antipathien gegen Ayse hegen, keimt zwischen Ayse und Fatma eine zarte Freundschaft, die nach Mustafas Tod auf eine lebensgefährliche Tragödie zusteuert. Sehr ehrliches, authentisches Drama, das getragen wird von einer starken Hauptdarstellerin.

Musik für Hochzeiten und Begräbnisse

Norwegen

2002

Unni Straume

Lena Endre, Bjorn Floberg, Goran Bregovic

Die Schriftstellerin Sara lebt isoliert in einem Haus, das ihr Ex-Mann einst im kühlen und nüchternen Stil geradliniger Moderne entworfen hat. Der Unfalltod ihres Sohnes und die anschließende Trennung von ihrem Mann haben sie in eine tiefe Krise gestürzt. Doch mit dem Erfolg ihres neuesten, autobiographischen Buches kehrt der Hunger nach Leben zurück. Dem Impuls folgend – „Ich will gestört werden!“ – vermietet sie den Keller des Hauses an den charmanten serbischen Musiker Bogdan, der sich mit seiner wilden Band, bestehend aus trinkfesten Zigeunermusikern, durchs Leben schlägt. „Faszinierend ist die selbstbeherrschte, nuancenreiche Darstellung der Hauptfigur Sara durch Lena Endre, eine nordische Schönheit, die häufig unter Ingmar Bergmann Theater gespielt hat und mit unaufdringlich charismatischer Ausstrahlung glänzt.“ (tip)

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