Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Gay Shorts - Kurzfilmprogramm

Unsere persönliche Best-of-Auswahl aus den Verleihprogrammen der Edition Salzgeber

In MAMAS KLEINER OLE findet die alleinerziehende Mutter Gunn Handschellen in der Nachttischschublade ihres Sohnes. Da geht die Fantasie mit ihr durch. Als Ole dann auch noch mit seinem Freund Frederik auf seinem Zimmer verschwindet und sie ihn stöhnen hört, ergreift sie die Panik. Köstlicher Kurzfilm mit einem ebensolchem Ende. „Ich habe keine weiße Freundin, ich habe einen weißen Freund.” PEKING TURKEY – ein chinesisches Weihnachtsessen, das dank einer einsichtsvollen Mutter ein Happy End nimmt. Auch wenn man als Paar auf Rollenspiele nach berühmten filmgeschichtlichen Vorbild steht – wie in HITCHCOCKED –, sollte man aufpassen, daß die Mutter keinen Zweitschlüssel hat. Ein spannender schwuler Kurzkrimi! K und Nelson leben in einer Stadt, die ihre Identität unterdrückt. Kann Liebe privat funktionieren, wenn sie auch gleichzeitig der Beruf ist? Eine moderne Geschichte über die Liebe zweier Menschen zwischen Eifersucht und Gleichgültigkeit. Die leidenschaftliche Beziehung zwischen Gabriel und Rodrigo, die auf einer BRÜCKE ihren Anfang nimmt, ist hemmungs- und bedingungslos – und hat weniger etwas mit lateinamerikanischem Temperament zu tun als mit dem Bedürfnis, alles, auch das Äußerste, miteinander zu teilen. DIE RASUR: Kurz vor Feierabend kümmert sich der Barbier um seinen letzten Kunden. Zuerst läuft alles nach Plan…

Der böse Onkel

DEU/CH

2011

Urs Odermatt

Jörg-Heinrich Benthien, Miriam Japp

Der böse Onkel heißt Armin und ist ein in die Jahre gekommener Sportlehrer in einem abgelegenen Dorf. Dort beschuldigt ihn Trix Brunner, er habe ihre Tochter Saskia im Sportunterricht sexuell belästigt. Die Leute im Dorf sind empört – über die Mutter, die solch schwerwiegenden Vorwurf erhebt, ist Armin doch immerhin früher einmal Landesmeister im Turmspringen gewesen, ein einsamer Höhepunkt in der Geschichte der Gemeinde. Die Meinung der Dörfler über Armin ist, dass er ein "Prachtkerl" sei, folglich strafen die Bewohner die Unruhestifterin mit Verachtung. Soweit nichts Neues: der Stoff der Zugezogenen aus der Stadt, der Ausgegrenzten gegen die bigotte Masse, wurde oft erzählt. Die Art und Weise aber, wie Urs Odermatt den Stoff transportiert, ist ein formal faszinierendes Filmexperiment, das sämtliche Regeln bricht, die man an Filmhochschulen üblicherweise lernt. Der Film ist Konfrontation, Provokation und Angriff und dabei ein durchweg unkonventionelles, anregend erfrischendes Erlebnis!

Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser

CH/DEU

2012

Urs Schnell

 Der mächtigste Lebensmittelkonzern Nestlé wird gefährlich: Er hat entdeckt, wie man aus der natürlichsten Ressource unserer Erde, dem Wasser, bares Geld machen kann und die Menschheit in ein Abhängigkeitsverhältnis bringt. Nestlé macht ein Milliardengeschäft mit Trinkwasser. Aus einer Ladung Wasser, die den Konzern 10 Dollar kostet, werden satte 50.000 Dollar Gewinn erzielt. Die Dokumentation blickt hinter die Fassade des Unternehmens, das weltweit rund 70 Wassermarken vertreibt, und deckt seine geschickte Marketingstrategie auf.
Klassenstufe: ab 8. Klasse
Diskussionspartnerin um 9 Uhr (Schulvorstellung): Angelika Hornig, Dipl.-Ing (FH) Umweltschutz, Umweltpädagogin.
Diskussionspartnerin um 19.30 Uhr: Sabine Pich, Eigenbetrieb Stadtentwässerung Mannheim. 

Tina Modotti – Fotografin und Revolutionärin 1896-1942

DEU

1981

Ursula Jeshel, Marie Bardischewski

Tina Modotti, 1896 als Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondini in Udine in Italien geboren, widmete sich als politisch engagierte Fotografin dem Kampf gegen die Diktaturen der Welt. Ihr Weg führte sie unter anderem nach Mexico-City in den Kreis um den Revolutions- Maler Diego Rivera und Frida Kahlo. Berlin und Moskau (wo sie den Regisseur Sergei Eisenstein kennen lernt) sind weitere Stationen ihres äußerst bewegten, politisch aktiven und fotografisch erfolgreichen Lebens. Im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte sie als „Maria“ gegen den Faschismus. 1942 starb sie in Mexico-City. Der Film aus dem Jahr 1981 würdigt Tina Modotti sowohl als künstlerisch begabte Fotografin wie auch als mutige, politisch denkende und handelnde Zeitgenossin.
Einführung: Dr. Claude Sui

Winterdieb

FR/CH

2012

Ursula Meier

Die Schweizer Berge als Metapher für das soziale Oben und Unten in unserer Gesellschaft: Der zwölfjährige Simon gehört zu denjenigen, die unten im trostlosen Tal leben. Trotzdem fährt er regelmäßig mit der Seilbahn ins Skiparadies der Reichen hoch – um sich ein Stückchen vom vermeintlichen Glück zu holen. Er stiehlt teure Skier, Daunenjacken und Brillen, um sie weiterzuverkaufen. So verdient er den Lebensunterhalt für sich und die Frau, bei der er wohnt – er nennt sie seine Schwester. Zu Recht wird Meier mit den belgischen Meistern des Sozialdramas, Jean-Pierre und Luc Dardenne, verglichen. Ursula Meiers WINTERDIEB überzeugt als sensibles Porträt einer kälter werdenden Gesellschaft. Aber auch ein Film über die Sehnsucht nach Liebe und über das Geld als Währung für diese Liebe. In jedem Fall ein Film, der unter die Haut geht.

Die Frau mit den 5 Elefanten

DEU

2009

Vadim Jendreyko

Die „fünf Elefanten“ sind die fünf großen Romane des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewksi. Swetlana Geier ist die Frau, die diese fünf Bücher in jahrelanger Arbeit übersetzt hat. Der Film verwebt ihr literarisches Schaffen mit ihrer Lebensgeschichte. Während der Besetzung der Ukraine im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Dolmetscherin und wurde 1943 mit ihrer Mutter in ein Dortmunder Ostarbeiterlager interniert. Sie blieb nach dem Krieg in Deutschland, studierte und begann, russische Literatur zu übertragen. Im Alter von 85 Jahren reiste sie zum ersten Mal an die Orte ihrer Kindheit. Sie starb im Herbst 2010.

Eine moralische Entscheidung

IRN

2017

Vahid Jalilvand

Navid Mohammadzadeh, Amir Aghaèe, Hediyeh Tehrani, Zakiyeh Behbahani

Dr. Kaveh Nariman, der als Gerichtsmediziner arbeitet, wird nachts von einem Raser abgedrängt und rammt ein Motorrad mit einer vierköpfigen Familie. Der achtjährige Amir wird leicht am Kopf verletzt. Nariman drängt den Vater Moosa, den Jungen ins Krankenhaus zu bringen. Am nächsten Tag wird Amir tot in Narimans Pathologie eingeliefert zur Autopsie. Diagnose: Lebensmittelvergiftung. Doch Dr. Nariman befürchtet, an dem Tod des Jungen Schuld zu sein; und Vater Moosa macht sich Vorwürfe, weil er verdorbenes Hühnchenfleisch billig eingekauft hat.
Immer mehr verwickeln sich die Figuren in einem Geflecht aus Schuld und falschen Entscheidungen, in dem Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten sich auftürmen bis zur Zerstörung menschlicher Existenzen. So verdichtet der Film komplexe ethische und moralische Fragestellungen zu einem intensiven, emotionalen Drama – der Film wurde in Venedig für die beste Regie und den besten Darsteller ausgezeichnet.

10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

DEU

2014

Valentin Thun

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung laut Prognosen auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Wo die Nahrung für alle Menschen herkommen soll, ist unklar. Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut bald jeder seine eigene Nahrung an? Nach seiner überaus erfolgreichen und öffentlich diskutierten Dokumentation „Taste the Waste“ sucht Regisseur Valentin Thurn einmal mehr weltweit nach Lösungen und Antworten auf spannende Fragen: Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken. Ohne Zeigefinger, aber mit viel Gespür für Verantwortung und Handlungsbedarf macht sein neuer Film klar, dass es nicht weitergehen kann wie bisher. Wir können etwas verändern – wenn wir es wollen…
Diskussionsrunde mit attac am 14.6.

Zucchero – Sugar Fornaciari

ITA

2023

Valentina Zanella, Giangiacomo de Stefano

Dokumentarfilm

Blues, Soul, Rock’n’Roll: Zucchero ist der italienische Meister dieser Musik – dieser Film porträtiert den Ausnahmekünstler, von der Mühsal und Härte des emilianischen Landlebens der 1950er und 1960er bis zu den riesigen Stadien, die Zucchero mit seinen Konzerten füllt. Bilder seiner triumphalen Welttournee wie auch aus seinem Privatarchiv ergänzen sich mit Interviews zu einer musikalischen Reise voll privater Details – und natürlich mit fulminanten Konzertausschnitten, die die Energie dieses ganz besonderen italienischen Weltstars wiedergeben, mit seiner Musik, die aus tiefster Seele kommt.

Ein Sommer in Paris

FRA

2025

Valentine Cadic

Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff, Matthias Jacquin

August 2024: Olympische Spiele in Paris. Die 30jährige Blandine kommt aus der Normandie in die Hauptstadt, um die Schwimmwettbewerbe zu sehen und ihre Halbschwester zu besuchen. Sie taucht ins pulsierende Stadtleben ein, versucht, alte Kontakte zu erneuern und neue zu knüpfen, verläuft sich, zögert, lässt sich durch das Herz einer Stadt treiben, die ganz im Zeichen dieses außergewöhnlichen Ereignisses steht.

Die herrlich verspielte und umwerfend charmante Sommerkomödie erzählt mit Witz und Herz vom Zauber, sich die Welt trotz aller Regeln und aller Hektik mit ganz individueller Sensibilität für sich selbst zu erschließen.

Eher Geht Ein Kamel Durchs Nadelöhr...

F/I

2003

Valeria Bruni-Tedeschi

Valeria Bruni-Tedeschi, Chiara Mastroianni, Jean-Hugues Anglade

Mit ihrem Regiedebüt wagt sich die italienisch-französische Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi gleich an ein Selbstporträt. In beschwingtem, tragikomischen Ton und bester Nouvelle-Vague-Tradition erzählt sie die Geschichte einer Frau, die sich durch das heillose Gewirr einer Identitätskrise hangelt. Bruni-Tedeschi selbst spielt Federica, ein wandelndes Arsenal an Widersprüchen. Sie hat einen Freund, der mit ihr eine Familie gründen will, doch sie beginnt eine Affäre mit ihrem Ex. Sie ist Papas Liebling, fühlt sich jedoch von seiner Liebe erstickt. Vor allem aber ist sie als Industriellentochter reich, zu reich. Denn da sie streng katholisch erzogen wurde, schwebt der biblische Satz „ Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt“ wie ein Fluch über ihr. „Erfrischend, leicht, amüsant!“ (Tamara Danicic, br-online)

Euforia

ITA

2018

Valeria Golino

Riccardo Scamarcio, Valerio Mastandrea, Isabella Ferrari, Valentina Cervi, Jasmine Trinca

Zwei Brüder und ihre Beziehung zueinander: Der eine, Matteo, ist erfolgreicher Unternehmer in Rom, dynamisch, charmant, narzisstisch, offen schwul, ein promiskuitives Partytier. Der andere, Ettore, lebt als ambitionsloser Lehrer in der Provinz ein verzagtes Leben mit einer Frau, die er schuldbewusst betrügt, während er sein Unglück und seine Gewissensbisse hinter einer Maske aus Sarkasmus verbirgt. Die beiden waren sich nie nahe. Dann erfährt Matteo von Ettores Krebserkrankung und lädt ihn ein, bei ihm in Rom zu wohnen – ohne ihm von der Diagnose zu erzählen.

Das Leben gehört uns

FRA

2011.

Valérie Donzelli

Valérie Donzelli, Jérémie Elkaim, César Desseix, Gabriel Elkaïm

Liebe auf den ersten Blick in der Disco. Juliette und Roméo sind glücklich. Und bekommen alsbald einen Sohn, Adam. Adam ist ein Schreikind. Die Kinderärztin rät vom Stillen ab. Adam kann nicht laufen, er hat ein asymmetrisches Gesicht – erst spät wird er richtig untersucht. Diagnose: Hirntumor. Die Operation verläuft gut, doch der Tumor ist bösartig. Ein Kampf um sein Leben beginnt, ein Kampf, dem Juliette und Roméo alles opfern werden, vielleicht auch ihre Liebe… Valérie Donzellis Familiendrama ist autobiographisch gefärbt, gemeinsam mit Co-Darsteller Jérémie Elkaïm hat sie das Drehbuch geschrieben: Die beiden waren ein Paar, ihr Sohn Gabriel war an Krebs erkrankt. Das persönliche Schicksal ist hier aber nicht tränenschwer, sondern bunt und pop-affin erzählt: Das Verspielte und das Schwere gehen im Leben Hand in Hand.
Einführung: Cosima Besse

Notre Dame – Die Liebe ist eine Baustelle

FRA/BEL

2019

Valérie Donzelli

Valérie Donzelli, Pierre Deladonchamps, Thomas Scimeca, Bouli Lanners, Virginie Ledoyen

Maud, Architektin in Paris, hat es nicht leicht: Ihr Chef piesackt sie in einer Tour, ihr Ex belagert regelmäßig ihr Bett und ups – jetzt ist sie auch noch schwanger. Dann gewinnt sie auch noch, eher aus Versehen, den begehrtesten Wettbewerb der Stadt: Sie darf den historischen Vorplatz von Notre Dame neu gestalten. Zwischen Privatchaos und Berufsstress, Presserummel, liebestollen Männern und der exzentrischen Oberbürgermeisterin muss sich Maud irgendwie durchwurschteln.
Auf unnachahmlich französische Weise versetzt Valérie Donzelli – mit sich selbst in der Hauptrolle – in ihrer quirligen, einfallsreichen Gute Laune-Komödie Märchenhaftes und Slapstick mit Poesie und einem Blick auf soziale Realitäten, irgendwo zwischen „Amélie“ und Jacques Tati.

Aline - The Voice of Love

FRA

2020

Valérie Lemercier

Valérie Lemercier, Sylvain Marcel, Danielle Fichaud, Roc Lafortune

Im Québec der 1960er Jahre ist für die Eltern und die 13 Geschwister klar, dass Aline mit ihrer wunderbaren Stimme eine berühmte Sängerin werden wird. Die Mutter schickt eine Kassette an den berühmten Musikproduzenten Guy-Claude Kamar – er ist hingerissen. Er macht aus Aline seinen größten Star, von ersten Auftritten über den Grand Prix-Gewinn 1988 bis zur weltweiten Ikone – und auch privat genießen die beiden ihr Liebesglück.
Die Aline Dieu im Film ist unverkennbar Céline Dion: Valérie Lemercier war immer schon von der Sängerin fasziniert. Nach langer Recherche realisierte sie diese fiktionalisierte Filmbiografie als Regisseurin und Hauptdarstellerin, die Leben und Liebe von Céline Dion darstellt und im Soundtrack ihre größten Hits vereint.
Einführung: Virginie Jouhaud-Neutard, Geschäftsführerin des Institut Français Mannheim

Looking For Cheyenne

FRA

2005

Valerie Minetto

Mila Dekker, Aurélia Petit, Malik Zidi

Das Regiedebüt von Valérie Minetto erzählt mit komischen, dramatischen und sogar fantastischen Elementen von zwei leidenschaftlichen Frauen, die nicht mit, aber auch nicht ohne die Andere imstande sind zu leben. Die draufgängerische Cheyenne hat vor siebzehn Tagen ihre Freundin Sonia verlassen. Sonia ist Lehrerin am Gymnasium und versteht es mit Leichtigkeit, ihre Schüler zu unterrichten. Unfähig eine Arbeit als Journalistin zu finden, verweigert sich Cheyenne dem Establishment. Das bedeutet: Kein Strom, kein fließend Wasser, Kerzen zur Nacht und ein Fahrrad als Transportmittel. Sonia dagegen liebt ihren Beruf und ein solch radikales Aussteigerleben steht nicht zur Debatte. Um ihren Kummer zu ertränken, lässt sich Sonia mit dem jungen Freigeist Pierre (Malik Zidi) ein.

Helmut Berger, meine Mutter und ich

DEU

2019

Valesca Peters

„Was macht eigentlich Helmut Berger?“, fragt sich Bettina Vorndamme, Filmfan in den besten Jahren – und googelt los. Im Netz der Schock: Skandalauftritte, Dschungelcamp, Alkoholsucht! Was ist los mit dem Schauspielstar aus DIE VERDAMMTEN und LUDWIG II., einstmals „schönster Mann der Welt“?! Die Finanzcontrollerin aus Niedersachen beschließt, den Niedergang zu stoppen, und ist überzeugt: Berger braucht nur einen anständigen Auftrag, dann wird er schon wieder. Kurz darauf sitzt die Schauspielikone tatsächlich auf dem Sofa ihres Bauernhauses und trinkt Kaffee aus Omas Sammeltassen.
Valesca Peters begleitet das Kennenlernen zwischen ihrer Mutter und dem Weltstar aus Bad Ischl mit der Kamera: „Es ist schon ein wenig komisch, dass mich ausgerechnet meine Mutter zum Stoff meines Regiedebüts geführt hat. Von selbst wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen Film über Helmut Berger zu machen. Ich dachte dann eigentlich, dass ich für meinen Film in sein Leben eintauchen würde, doch meine Mutter brachte alles durcheinander. Im Hintergrund spielte sich das von ihr organisierte Sozialprogramm ab, Helmut zog in ihr Bauernhaus und blieb mehrere Monate.

Taste The Waste

DEU

2011

Valtentin Thurn

Es klingt fast unglaublich und ist doch traurige Realität: Nahezu 50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen – ob durch den Verbraucher oder schon vorher durch die Industrie selbst. Niemandem gefällt diese Wahrheit und doch machen alle mit. Warum? Die Dokumentation befragt Akteure wie die Abfallwirtschaft, Supermarkt-Direktoren, Bauern oder Köche rund um den Globus und TASTE THE WASTE zeigt, dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten. Diskussionspartner: Uwe Mauch, Leiter der Mannheimer Tafel

Das Ende des Schweigens

DEU

2020

Van-Tien Hoang

Wolf-Marian Gerhardt, Bernd Lottermann, Christoph Gérard Stein

Als der 17jährige Strichjunge Otto Blankenstein im Sommer 1950 von der Polizei in Frankfurt/Main aufgegriffen wird, findet sie bei ihm ein Notizbuch mit den Namen seiner Kunden. In den darauffolgenden Monaten wird gegen mehr als 200 homo- und bisexuelle Männer ermittelt – mit den Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/51 begann nach dem Krieg die erneute Verfolgung von Schwulen nach §175.
In seinem halbdokumentarischen Film arbeitet Regisseur Van-Tien Hoang in Interviews und Spielszenen auf, wie in der jungen Bundesrepublik aufgrund einer homophoben Justiz (und Gesellschaft) Hunderte ins Unglück gestürzt wurden. Ein Skandal mit jahrzehntelangen Folgen – und heute so gut wie vergessen.
Kurze Einführung: Klaus Schirdewahn, Leiter der Gruppe Gay and Grey

Jud Süß

DEU

1940

Veit Harlan

Ferdinand Marian, Kristina Söderbaum, Heinrich George, Hilde von Stolz, Werner Krauß, Eugen Klöpfer

Die Geschichte der historischen Person Joseph Süß Oppenheimer, verzerrt dargestellt als perfider nationalsozialistischer Propagandafilm: Im 18. Jahrhundert wird Oppenheimer Finanzberater des württembergischen Herzogs Karl Alexander, um dessen maßlosen Lebensstil zu finanzieren. Oppenheimer erhebt Steuern und Zölle, nutzt seinen Einfluss, um den Judenbann in Stuttgart aufzuheben, und stellt der Tochter des Staatsrats Sturm nach. Als er abgewiesen wird, bricht sein gewissenloser und gewalttätiger Charakter ungebremst hervor.
Dieser hetzerische, bösartige Film, den Veit Harlan mit höchster Regiekunst inszenierte, war der größte Kinoerfolg der nationalsozialistischen Zeit. Er darf nur mit einordnendem Vortrag und anschließender Diskussion vorgeführt werden.
Einführung und Analyse: Dr. Peter Bär
In Kooperation mit der Abendakademie Mannheim

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