Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Kolberg

DEU

1945

Veit Harlan

Heinrich George, Kristina Söderbaum, Horst Caspar, Gustav Diessl, Paul Wegener, Otto Wernicke, Irene von Meyendorff

Joseph Goebbels’ Auftrag an Veit Harlan von 1943 war eindeutig: „Hiermit beauftrage ich Sie, einen Großfilm KOLBERG herzustellen. Aufgabe dieses Films soll es sein, am Beispiel der Stadt, die dem Film den Titel gibt, zu zeigen, daß ein in Heimat und Front geeintes Volk jeden Gegner überwindet.“ Und Harlan lieferte: Am 30. Januar 1945 hatte sein dramatischer Kriegsfilm Premiere, in dem er die heldenhafte Abwehr der napoleonischen Truppen durch die Soldaten und Bürger von Kolberg in Pommern im Jahr 1807 schildert. Während der Ortskommandant angesichts der Übermacht schon aufgeben will, mobilisieren Major Gneisenau und Bürgerrepräsentant Nettelbeck die Bürgerwehren gegen die anrückenden Feinde.
KOLBERG war die teuerste Filmproduktion der NS-Zeit, und das sieht man: Die Elite der Filmschauspieler, gewaltige Massenszenen, grandiose Filmarchitektur unter unvorstellbarem Artilleriebeschuss – KOLBERG ist Überwältigungskino mit klarer propagandistischer Botschaft: „Ein Volk steht auf, der Sturm bricht los!“
Einführung: Harald Mühlbeyer

Behind The Couch - Casting In Hollywood

DEU

2005

Veit Helmer

Casting: Am Anfang der Karriere großer Kinostars steht die Besetzungscouch – weniger Symbol für sexuelle Ausbeutung als für den schwierigen, schier ausweglosen Kampf, in Hollywood aufzufallen und für einen Film engagiert zu werden. Casting-Agenturen entscheiden über Erfolg und Flopp. Veit Helmers Dokumentation begleitet einige Jungschauspieler, wie sie nach Los Angeles kommen und dort ihr Glück versuchen. Sie legen kostspielige Fotomappen für die Bewerbung an und sprechen für unzählige Rollen vor. Einigen gelingt der hoffnungsfrohe Einstieg in die glitzernde Filmwelt, andere reisen frustriert wieder ab. Fotografen, die vom endlosen Strom ambitionierter Jungschauspieler leben, kommen in der Dokumentation ebenso zu Wort wie Spezialkuriere, die kistenweise Drehbücher von Agentur zu Agentur bringen und tonnenweise ausgediente Fotomappen zum Papierrecycling.

Gondola

DEU/GEO

2023

Veit Helmer

Nino Soselia, Mathilde Irrmann

Eine altmodische Seilbahn verbindet ein georgisches Bergdorf mit der Kleinstadt im Tal. Immer, wenn Schaffnerin Iva hochfährt, begegnet sie ihrer Kollegin Nino in der herunterfahrenden Gondel. Alle halbe Stunde grüßen sie sich kollegial. Aus dem Grüßen wird Necken. Aus dem Necken Flirten. Die Gondeln werden zu romantischen Flugobjekten. Was folgt, ist die ganz große Liebe – und Stress mit dem Chef.
In dieser Liebeskomödie der anderen Art verzichtet Veit Helmer (TUVALU) gänzlich auf Dialoge: Er erzählt seine poetische Geschichte durch die Körpersprache der hervorragenden Darstellerinnen, durch sorgfältig komponierte Bilder und eindrucksvolles Sounddesign. Ein Film, der von der ersten Minute in seinen Bann zieht. Manchmal braucht es keine Worte.

Tuvalu

DEU

1999

Veit Helmer

Denis Lavant, Chulpan Khamatova, Philippe Clay, E. J. Callahan, Catalina Murgea, Terrence Gillespie

In einer verlassenen Stadt steht ein verfallenes, opulentes Schwimmbad, in dessen Keller eine alte Maschine stampft. Hier lebt Anton mit seinem blinden Vater Karl. Dem gaukelt er täglich bessere Zeiten vor: Die vielen planschenden Badegäste kommen von einem Tonband in Endlosschleife. Anton aber, der das Schwimmbad noch nie verlassen hat, träumt davon, als Kapitän über die Weltmeere zu fahren. Da besucht die junge Kapitänstochter Eva das Schwimmbad, und am Beckenrand entspinnt sich eine zarte Romanze – doch für die ersehnte Reise zur Insel Tuvalu braucht Eva die Maschine im Schwimmbadkeller. Veit Helmers Debüt, monochrom eingefärbt und ohne Worte, ist ein surreales Märchen von großer visueller Brillanz, das nun in 4K-Restaurierung erneut zur Aufführung kommt.
In Anwesenheit des Regisseurs

Vom Lokführer, der die Liebe suchte

DEU

2018

Veit Helmer

Miki Manojlovic´, Denis Lavant, Chulpan Khamatova, Ismail Quluzade, Maia Morgenstern, Paz Vega

Nurlan, Lokomotivführer, fährt tagaus, tagein von den kaukasischen Bergen in die dicht besiedelten Vororte Bakus. Hier führen die Schienen so nah an den Häusern entlang, dass Nurlan quasi durch Vorzimmer und Gärten fährt. Dann bläst der Waisenjunge Aziz in eine Pfeife, und die Vorortbewohner bringen ihre Habseligkeiten in Sicherheit. Trotzdem pflückt Nulan regelmäßig alles Mögliche von seiner Lok: Hühnerfedern, Bälle, Bettbezüge. Ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung verheddert sich ein traumhaft schöner, blauer Spitzen-BH an Nurlans Maschine. Und Nurlan macht sich auf die Suche nach der Besitzerin des Kleidungsstückes …
Veit Helmer wird mit dieser phantasievollen Liebeskomödie seinem Ruf als modernem Märchenerzähler gerecht. Wir zeigen den Film, der ganz ohne Dialoge auskommt, vor dem Bundesstart in Anwesenheit des Regisseurs

Sorry Genosse

DEU

2021

Vera Brückner

Hedi und Karl-Heinz blicken zurück auf die Anfänge ihrer Liebe: Die Medizinstudentin in der DDR und der BRD-Student wünschen sich damals, vor 50 Jahren, nichts sehnlicher, als endlich vereint zu sein. Doch der Eiserne Vorhang steht zwischen ihnen. Er will in die DDR, die Stasi greift ein. Also muss Hedi in den Westen. Sie planen einen waghalsigen Fluchtplan über Rumänien, inklusive geheimen Komplizen und verblüffend hilfsbereiten Stasibeamten.
DDR-Geschichte mal ganz anders: Der farbenfrohe Dokumentarfilm im Retro-Look über Liebe und Flucht entführt auf eine spannungsgeladen-emotionale und spielerisch-charmante Zeitreise in die deutsche Vergangenheit: Komödie und Krimi in einem. „Ein Glücksfall für den deutschen Dokumentarfilm!“ (taz)

Geschichte Der Wände Oder Wie Eine Siedlung Entsteht

Vera Chytilová

Lukáš Bech, Antonín Vănha, Michal Nesvadba

Am Rande von Prag entsteht eine Neubausiedlung. Noch sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen, doch die Wohnungen werden bereits bezogen. Zwischen Betonblöcken, dröhnenden Baumaschinen und Schlammgruben verzweigen sich provisorische Bretterwege. Auf ihnen balancieren die Bewohner. Mehr schlecht als recht beginnt sich der Alltag im Provisorium einzurichten. Mitten im Chaos versucht sich ein Taxifahrer zu orientieren – doch niemand kennt die von ihm gesuchte Straße. Im Fond des Taxis sitzt Großvater Honda, der im neuen Viertel seine Kinder und Enkelkinder besuchen will. Der alte Mann kommt vom Dorf, was ihm hier begegnet, verstört ihn. Immer wieder werden seine Wege von einem kleinen Jungen gekreuzt: Pepík scheint sich in dem Durcheinander ausgesprochen wohl zu fühlen. Mehr noch, mit Vorliebe greift er in ohnehin schon schwierige Situationen ein und macht sie noch komplizierter. Pepík und Opa Honda sind die gegensätzlichen Fixpunkte in einem Gewirr zwischenmenschlicher Verquickungen, die sich vor dem Hintergrund der halbfertigen Großbaustelle entfalten.

Tausendschönchen

CSSR

1966

Vera Chytilová

Ivana Karbanová, Jitka Cerhová

Marie 1 und Marie 2 beschließen, dass die Welt so verdorben ist, dass sie beide nur in höchstem Grade Unfug treiben können. Und das tun sie nach Kräften: von der Veräppelung geiler alter Männer bis zur Zerstörung eines Edelbuffets. Dazwischen Slapstick-Quatsch und Nonsens-Gags, dass es quietscht. Mit TAUSENDSCHÖNCHEN schuf Vera Chytilová den wichtigsten Film der Tschechischen Neuen Welle der 1960er und einen All-Time-Klassiker der anarchistischen Kunst: Frech und rebellisch werden nach Herzenslust alle Konventionen auf den Kopf gestellt – auch der Film selbst, der surreal-bizarr seine eigene Form und Struktur zersetzt.

Tausendschönchen – Kein Märchen

CSSR

1966

Vera Chytilová

Jitka Cerhová, Ivana Karbonová

Marie und Marie haben Langeweile, und sie tun nur, was ihnen Spaß macht. Männer sammeln sie wie Ansichtskarten: kurz angeguckt und weggeschickt. Die etablierten Älteren nehmen sie gleich aus, die Jungen reizen sie mit ihrer Schönheit und ihren Launen bis zum äußersten und lassen sie erst später fallen. Am Ende, nach einem großen Fressen am Buffet, gibt es eine anarchische Zerstörungsorgie, aber ihr Glück finden die beiden Maries dabei nicht. TAUSENDSCHÖNCHEN entstand in der Periode des politischen Aufbruchs in der CSSR, zur Zeit des „Prager Frühlings“. Die anarchische Komödie ist ein filmisches Manifest für die individuelle Entfaltung der Persönlichkeit und gegen jede Form von Engstirnigkeit und Spießertum. Vera Chytilová folgt der wilden Experimentierlust ihrer beiden Heldinnen, indem sie die Geschichte radikal durch Slapstick-Einlagen, Schwarzweiß-Farbe-Montagen und zahlreiche Filmtricks aufbricht.

Joe + Belle

SR

2011

Veronica Kedar

Sivan Levy, Veronica Kedar

In Tel Avivs Stadtzentrum werden die lässig-sympathische und äußerst unwiderstehliche Drogendealerin Joe, gespielt von der Regisseurin herself, und die einsame, selbstmordgefährdete Belle in einen mysteriösen Mordfall verwickelt. Die sinnliche Belle verliebt sich sofort in Joe. Vor vollendete Tatsachen gestellt, müssen die beiden Frauen schleunigst eine Leiche entsorgen und die Flucht antreten. Aus ihrer zufälligen Begegnung wird eine Liebesgeschichte. Sehr lustiges, romantisches lesbisches Roadmovie in verschmitzt-dunkler Comic-Attitüde und mit brillanten Schauspielerinnen.

Ich seh, Ich seh

AUT

2014

Veronika Franz, Severin Fiala

Lukas Schwarz, Elias Schwarz

Die neunjährigen Zwillingsbrüder Elias und Lukas leben mit ihrer Mutter in einem avantgardistischen Bungalow inmitten der Natur und unternehmen in der Freizeit gern ausgiebige Exkursionen in Wald und Flur. Die Mutter hat gerade erst eine kosmetische Operation hinter sich und läuft daher ständig mit bandagiertem Haupt umher. Als sie Verhaltensauffälligkeiten und Erinnerungslücken an den Tag legt, beginnen die Brüder daran zu zweifeln, dass sich hinter der Maske tatsächlich ihre Mutter verbirgt. Bald droht die Situation zu eskalieren. Klaustrophobisch-bedrängende Einstellungen in einer kühlen Designervilla wechseln mit warmen, kraftvollen Naturaufnahmen. Unheil liegt in der Luft in diesem künstlerisch hochwertigen Genrefilmjuwel…

Al Berto

PRT

2017

Vicente Alves do Ó.

Ricardo Teixeira, José Pimentão, Raquel Rocha Vieira, José Leite, Gabriela Barros, João Villas-Boas

Portugal, Sommer 1975: Kurz nach der Nelkenrevolution und dem Sturz des Diktators Caetano kehrt der junge schwule Künstler Al Berto aus dem belgischen Exil zurück, bezieht das alte Anwesen seiner Familie, verliebt sich in den jungen Dorfbewohner João Maria. Gemeinsam mit ihren Freunden genießen sie ihre Jugend, feiern exzentrische Feste und blicken voller Hoffnung in die Zukunft – doch ist das Land wirklich schon reif für so viel Freiheit?
AL BERTO zeichnet das äußerst lebendige Porträt des größten modernen Dichters Portugals, der weltweit als eine der großen Stimmen der homosexuellen erotischen Poesie gilt: Das Biopic lässt zwischen Provinzdorf und Künstler-Kommune unterschiedliche Vorstellungen von Arbeit, Familie und Sexualität aufeinanderprallen.

Der Zauberer von Oz

USA

1939

Victor Fleming

Judy Garland, Frank Morgan, Ray Bolger, Jack Haley, Bert Lahr, Billie Burke

Dorothy lebt mit Tante Em und Onkel Henry auf einer Farm in Kansas – und wird eines Tages mitsamt Hund und Haus von einem Wirbelsturm ins zauberhafte Land von Oz davongetragen. Dort gerät sie in den Konflikt zwischen guten und bösen Hexen, und sie muss den Weg in die Smaragdstadt finden: Denn nur der Zauberer von Oz kann ihr den Rückweg ermöglichen.
Dieser zeitlose Klassiker des Hollywoodkinos – bekannt auch unter dem Alternativtitel „Das zauberhafte Land“ – besticht nicht nur mit seiner wunderbaren Farbfotografie, sondern auch mit den ikonischen Figuren, denen Dorothy begegnet: die Vogelscheuche ohne Hirn, der Zinnmann ohne Herz, der Löwe ohne Mut. Das kunterbunte Musicalspektakel hatte großen Einfluss auf die Popkultur – und wurde nicht zuletzt in der schwulen Szene der USA zum Kult.

Der Weg Nach Rabat

NL

2011

Victor Ponten

Achmed Akkabi, Mohamed Benbrahim

Drei Freunde – Nadir, Abdel und Zakaria – sollen ein altes Taxi von Holland nach Marokko, in die Hauptstadt Rabat, überführen. In Frankreich und Spanien machen sie allerlei Bekanntschaften – auch mit der Polizei. Aus der vermeintlichen Spaßreise wird immer mehr ein Abenteuer. Auch die Spannungen der drei Helden miteinander nehmen zu. Und dann kommt auch noch heraus: Nadir hat den Freunden den wahren Grund der Reise verschwiegen. Der Debüt-Film der beiden Regisseure wurde „on-the-road“ gedreht und manchmal auch erst von Szene zu Szene weiterentwickelt. Ist das Kino nicht sowieso wie eine Taxifahrt: man hört gute Musik, man sollte am Ende nicht zu viel erwarten, nicht Mal, dass man ans Ziel kommt, es kann aber alles passieren, auch das Beste, was man sich je gewünscht hat. Am 8.3. in Anweenheit des Produzenten.

Der Mann der die Ohrfeigen bekam

USA

1924

Victor Sjöström

Lon Chaney, Norma Shearer, John Gilbert

Paul Beaumont ist am Ziel seiner wissenschaftlichen Forschungen: Er stellt seine Ergebnisse an der Akademie vor. Doch Baron Regnard, sein reicher Gönner, hintergeht ihn und gibt Beaumont der Lächerlichkeit preis. Die Wissenschaftler lachen ihn aus, Regnard ohrfeigt ihn – Jahre später steht Beaumont als Clown im Zirkuszelt und wird zum Vergnügen des Publikums geohrfeigt. Doch wieder taucht der schurkische Baron Regnard auf, er will die von Beaumont verehrte Kunstreiterin heiraten…
Lon Chaney, „der Mann mit den tausend Masken“, war ein Star des Stummfilmkinos, berühmt für seine Darstellungen grotesker, gequälter Figuren wie DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME (1923) oder DAS PHANTOM DER OPER (1925). Hier brilliert Chaney als melodramatischer Clown – ein in jeder Hinsicht erstaunliches Stummfilm-Meisterwerk.
Einführung: Marie Back, Harald Mühlbeyer
Stummfilm mit Live-Musikbegleitung von Jens Schlichting (Piano)
Wir zeigen den Film als 35mm-Kopie mit englischen Zwischentiteln.
Eintritt: 12 € / erm. 9 € / Mitglieder 8 €

Niemandsland

DEU

1933

Victor Trivas

Ernst Busch, Wladimir Sokoloff

Fünf Soldaten verschiedener Nationalität treffen sich in einem zerschossenen Unterstand des Niemandslandes zwischen den Fronten aufeinander. Orientiert an der Ästhetik des sowjetischen Kinos und untermalt mit der Musik von Hanns Eisler tritt der Film für Völkerfreundschaft ein.

Viet und Nam

FRA/VNM/LIE/CHE

2024

Trương Minh Quý

Thanh Hai Pham, Duy Bao Dịnh Dao

Vietnam 2001. Die jungen Bergleute Viet und Nam lieben sich. Zusammen arbeiten sie tausend Meter unter der Erde, wo Dunkelheit herrscht und Gefahren lauern. Die beiden machen sich auf die Suche nach Nams Vater, der im Krieg verschollen ist, und durchqueren das Land von Norden nach Süden. Doch eigentlich will Nam im Ausland ein neues Leben beginnen. Als er beschließt, Vietnam im Inneren eines Schiffscontainers zu verlassen, droht zwischen den Geliebten etwas zu zerbrechen.

Trương Minh Quý erzählt die Geschichte einer Liebe, die nicht nur von schwierigen Lebensumständen geprägt ist, sondern auch von nationalen und familiären Traumata, von Geistern der Vergangenheit. Erstmals ein vietnamesischer Film bei den Schwulen Filmtagen: Sex auf einem Berg schwarzer Kohlen funkelte nie schöner aus dem Dunkeln heraus!

Mon Voyage D'hiver

Frankreich

2003

Vincent Dieutre

Vincent Dieutre

Ein eleganter Mann um die 40 bricht mit dem 15-jährigen Itvan zu einer Reise durch das verschneite Deutschland auf. Dieutre besucht abgelegte Liebhaber und romantische Konzerte, beobachtet Itvan und fängt mit seiner Kamera ausländerfeindliche Graffiti ein. Die Fahrt der beiden wird in Off-Texten vom Autor kommentiert, sporadisch werden Bachmann, Brecht und Celan rezitiert. Zwischen den unterschiedlichen Stationen der Tour sieht man Szenen aus einem Tonstudio, in dem Schuberts „Winterreise“ eingespielt wird. Die experimentelle Dokumentation wurde von der französischen Presse hochgelobt und ist Dieutres zutiefst persönliche Liebeserklärung an Deutschland.

Vincent Van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft

USA

1956

Vincente Minelli

Die Filmbiografie des niederländischen Malers setzt im Jahr 1878 ein: Fesselnd gespielt von Kirk Douglas schildert sie van Goghs bittere Wanderpredigerzeit in Belgien, die tragische Liebe zur Cousine, die Freundschaft mit Paul Gauguin – ein Oscar für Anthony Quinn! – die schöpferische Arbeit in der Provence und sein Versinken im Wahnsinn. In prächtigen Farben, inspiriert von van Goghs Gemälden, schuf Vincente Minnelli ein schmerzvoll intensives Künstlerporträt. Mit einer Einführung von Dorothee Höfert.

Vorhang Auf!

USA

1953

Vincente Minelli

Fred Astaire, Cyd Charisse

Regisseur Minelli siedelte seinen Klassiker im Bühnenmilieu an: Fred Astaire tanzt mitreißende Nummern in einem Bahnhof, in einer Spielhalle, in einer Studiokulisse des New Yorker Central Parks und in einem verrauchten Café. Und wenn Astaire, Nanette Fabray und Jack Buchanan mit dem fröhlichen Song „Triplets“ als Babys auftreten, die sich „sehr, sehr hassen!“, ist das nur ein Grund mehr, diesen Film sehr, sehr zu lieben. Wie heißt es doch in dem berühmtesten Song, der speziell für diesen Film geschrieben wurde: That’s Entertainment!

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