Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

2ldk

Japan

2002

Yukihiko Tsutsumi

Maho Nonami, Eiko Koike

Nach ARAGAMI von Kitamura zeigen wir mit 2LDK das Gegenstück im Duell der Regisseure. Während Kitamura auf die Tradition der Samuraifilme und die Geschichte der japanische Legende Aragami zurückgriff, entwarf Tsutsumi mit viel Sarkasmus den blutigen Kampf zweier Schauspielerinnen um eine Rolle. Eine Wohnung – 2 Zimmer, Küche, Bad – und zwei junge Schauspielerinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten aber für die gleiche Rolle vorsprechen: Das sind die Bedingungen unter denen Nozomi, die gerade aus Ihrer Kleinstadt nach Tokyo gezogen ist, und Lana, die ihre Pornovergangenheit ungeschehen machen will, aufeinander treffen. Nach anfänglichen Höflichkeitsfloskeln beginnen die beiden bald erste Feindseligkeiten auszutauschen. Streitigkeiten über den Inhalt des Kühlschranks eskalieren schnell in einem brutalen Cat Fight, der in der Filmgeschichte seinesgleichen sucht. „…einfallsreich, höllisch witzig und erfrischend brutal…“ (monstersatplay.com)

Close Up Kurdistan

DEU

2007

Yüksel Yavuz

In seinem Dokumentarfi lm stellt der Regisseur Yüksel Yavuz eine Verbindung zwischen seiner persönlichen Geschichte als Immigrant und dem aktuellen Stand des türkisch-kurdischen Konfl ikts her. Seine Reise beginnt in Hamburg, wo er heute lebt, führt ihn nach Stockholm und in die Türkei und endet im Flüchtlingslager Maxmur im irakischen Kurdistan. Eine Krisenregion im Fokus politischer und persönlicher Geschichte(n). Mit einer Einführung von Dr. Omar Simo. Mitgliederaktion: Eintritt frei für CQ-Mitglieder!

Kleine Freiheit

Deutschland

2002

Yüksel Yavuz

Cagdas Bozkurt, Leroy Delmar, Necmettin Cobanogl

Hamburg, St. Pauli; hier lebt der junge Kurde Baran. Er arbeitet als Laufbursche in einem Imbiss. Weil sein Asylantrag abgelehnt wurde, sollte er an seinem 16. Geburtstag abgeschoben werden. Doch Baran ist vorher abgetaucht. Eines Tages begegnet er dem Schwarzafrikaner Chernor, der ebenfalls illegal in Deutschland lebt. Chernor dealt, um sich eine Zukunft im fernen Australien zu finanzieren. Trotz einem Leben auf der Hut ist ihre Freundschaft eine Zeit lang unbeschwert. Doch dann taucht ein älterer Kurde auf, den Baran für den Tod seiner Eltern verantwortlich macht. Der zweite Spielfilm von Yüksel Yavuz (APRILKINDER) schaffte es bis aufs Festival von Cannes. Seine Kraft erhält der Film durch seine Authentizität, durch die Konsequenz und Glaubwürdigkeit, mit dem sich das Asylantendrama zum Film über die Gewalt und ihre Ursachen wandelt und am Ende für zwischenmenschliche Toleranz plädiert.

Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit

DEU

2020

Yulia Lokshina

Werkverträge, Akkordschlachtungen, Wohnverhältnisse, Tönnies – dass die Zustände in der Fleischverarbeitung akutes Handeln erfordern, ist nicht erst seit Corona klar. Bereits im Januar auf dem Max Ophüls Preis Saarbrücken als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, wurde REGELN AM BAND, BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT zum Film der Stunde: Ein vielschichtiges, beobachtendes Porträt über osteuropäische Leiharbeiter*innen in der westdeutschen Provinz, über Aktivist*innen, die sich für deren Rechte einsetzen, über den größten Schweineschlachtbetrieb des Landes, über die Behörden. Zugleich proben Münchner Gymnasiasten Bertolt Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, reflektieren die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu; ein Verhältnis zu Arbeit, Ausbeutung, Nahrungsmittelproduktion, Kapitalismus und Arbeitsmigration, dem sich jeder stellen muss.

Atlantide

ITA/FRA/USA/QAT

2021

Yuri Ancarani

Daniele Barison, Bianka Berényi, Maila Dabalá, Alberto Tedesco, Jacopo Torcellan

Kein Film über den Sehnsuchtsort, kein Film über den Touristenmagnet, sondern ein Film aus den „Hintergassen“ von Venedig, wo Videokünstler Yuri Ancarani auf den Wasserwegen der Lagune eine seltene Perspektive einnimmt. Dort leben einige junge Menschen, die Lagunenbarkassen – die Barchinos – zu Speedbooten aufmotzen und in einem Rhythmus aus Adrenalin und Chill-out übers Wasser heizen, um der drohenden Langeweile der Alltagsroutine zu entkommen. Der Regie-Künstler lässt das Publikum in ein nihilistisches Universum aus sonnenverbrannten Körpern, flüssigen Landschaften und Panoramaaufnahmen von Barchino-Rennen eintauchen – die Protagonisten spielen sich mehr oder weniger selbst, ohne Drehbuch in ihrem realen Milieu. Mit ihrer hypnotischen Filmmusik und den Bildern aus schimmernden Farben und Licht sprengt die Geschichte ihren erzählerischen Rahmen: eine kraftvolle Reise, bereit, das Risiko eines Zusammenstoßes einzugehen, irgendwo in der pechschwarzen Nacht – „seltsam faszinierend, faszinierend seltsam“ (kino-zeit.de).

Zwischen Den Welten

CH

2006

Yusuf Yeşilöz

Als die Kurdin Güli Dogan 1977 als Kind in die Schweiz kommt, hat sie Schwierigkeiten, sich der fremden Kultur anzupassen. Heute arbeitet sie im Einwohneramt von Winterthur. Mit ihrem Mann wurde sie zwangsverheiratet und ließ sich scheiden. Nun ist sie aus freien Stücken wieder mit ihm zusammen. Das bewegende Schicksal Güli Dogans offenbart das Leben von Migranten, die sich »Zwischen den Welten« fühlen, zwischen Heimweh und Integration. »Seit ich in der Schweiz bin und nun auch genügend Deutsch verstehen kann, merke ich, dass die Migration immer mehr zu einem politischen Thema gemacht wird. Verschiedene Kreise interessieren sich allmählich dafür, sei es der Verein »Knabenschiessen« oder eine Kirchgemeinde. Mir kommt es jedenfalls vor, als ob alle dieses Lied schön singen können. Nur: ob alle auch dessen Bedeutung kennen?« (Yusuf Yeşilöz, Autor und Regisseur von ZWISCHEN DEN WELTEN)

Bethlehem – Wenn der Feind dein bester Freund ist

ISR/BEL/DEU

2013

Yuval Adler

Shadi Mar'i, Tsahi Halevy, Hitham Omari

Sanfur ist gerade 15 Jahre alt, als der israelische Geheimdienstoffizier Razi ihn als Informant anwirbt, und längst hat sich zwischen den beiden eine enge, vertrauensvolle Beziehung wie zwischen Vater und Sohn entwickelt. Doch je mehr sich Sanfur bemüht, Razi und dessen Erwartungen an ihn nicht zu enttäuschen, desto komplizierter wird für ihn die Situation. Denn der junge Mann ist nicht nur Spion für Israel, sondern auch Bruder eines palästinensischen Untergrundkämpfers…
Große Actionsequenzen mit Top-Besetzung!

Die brillante Mademoiselle Neïla

FRA

2017

Yvan Atta

Camélia Jordana, Daniel Auteuil, Yasin Houicha, Nozha Khouadra, Nicolas Vaude, Jean-Baptiste Lafarge

Neïla Salah ist auf dem Weg, sich ihren Traum vom Anwaltsberuf zu erfüllen: Sie wurde an der renommierten Pariser Assas Law School angenommen. Doch schon am ersten Tag kommt sie zu spät zur Vorlesung. Und Professor Mazard putzt sie vor versammeltem Auditorium runter. Nun wird der chauvinistisch-misanthrope Mazard, ohnehin bekannt für provokante verbale Ausfälle, von der Unileitung vor die Wahl gestellt: Entweder er geht – oder er hilft Neïla, einen prestigeträchtigen Rhetorikwettbewerb zu gewinnen. Im Zwang zur Zusammenarbeit prallen mit dem skandalösen Professor und der temperamentvollen Studentin aus dem Maghreb zwei Dickköpfe aufeinander – und das wird von Yvan Attal energisch, mit Sinn fürs Komische und mit treffenden Dialogen in Szene gesetzt.

Claire – Se Souvenir Des Belles Choses

Frankreich

2001

Zabou Breitman

Isabelle Carré, Bernard Campan, Bernard Le Coq

Die 32-jährige Claire wird wegen einer zunehmenden Amnesie in eine Spezialklinik eingeliefert. Dort lernt sie Philippe kennen und lieben. Bei einem Autounfall hat er Frau und Kind verloren und erholt sich nun langsam von einem vorübergehenden Gedächnisverlust. Gemeinsam wollen sie außerhalb der Klinik ein neues Leben beginnen, doch Claires Alzheimer-Erkrankung lässt sie immer mehr in ihrer eigenen Welt versinken, zu der Philippe keinen Zugang findet. In ihrem Regiedebüt beklagt die französische Schauspielerin Zabou Breitman die Krankheit als Verlust der Identität. Er ist umso tragischer, als Claire gerade dabei war, sich eine neue zu erobern: sie löst sich aus der Obhut ihrer Schwester, die sie viel zu sehr beschützt hat. Immer radikaler und beklemmender macht sich der Film Claires Perspektive zu eigen. Die Töne lösen sich von den Bildern ab, die Realität und ihre Wahrnehmung verlieren ihre gesunde Synchronität. Die außergewöhnliche und intensive Liebesgeschichte wurde aktuell mit drei Césars ausgezeichnet. „Diesen Film schrieb ich mit meinem Vater. Es ist eine Liebesgeschichte, die von der Dringlichkeit des Glücks handelt.“ (Zabou Breitman)

Der Mann Meines Lebens

FRA

2006

Zabou Breitman

Charles Berling, Bernard Campan, Léa Drucker, Jacqueline Jehanneuf, Eric Prat

“Perfektion heißt Stillstand, genauso gut könntest du tot sein.” Diese und andere streitbare Thesen treffen Frédéric hart. Denn für ihn ist es ideal gelaufen: Im Beruf hat er Erfolg, seine Frau liebt und sein kleiner Sohn vergöttert ihn. Bis er eines Sommerabends Hugo begegnet: Der charismatische Nachbar macht keinen Hehl daraus, daß er schwul ist und sich nichts und niemandem verpflichtet fühlt. Die beiden Männer verlieren sich bis zum Morgengrauen in einem Gespräch, welches in Frédéric eine große Sehnsucht auslöst und sein geregeltes, harmonisches Dasein in Frage stellt. Denn Hugo fasziniert ihn immer mehr… Wie ein Gemälde inszeniert Regisseurin Zabou Breitman ihren Film. Die warmen Farben des atemberaubenden südfranzösischen Settings, ihr Spiel mit dem Licht, die Musik – alles zieht uns unweigerlich in den Bann dieser außergewöhnlichen Geschichte, in der sich Beziehungen wandeln, eine alte Liebe verblaßt und eine neue um so stärker erblüht. 3. Platz – Publikumspreis Wettbewerb VERZAUBERT FILMFESTIVAL

Atanarjuat – Die Legende Vom Schnellen Läufer

Kanada

2000

Zacharias Kunuk

Die Inuit haben eine große Tradition des Geschichtenerzählens. Seit mehr als 4000 Jahren geben sie ihr ganzes Wissen mündlich von Generation zu Generation weiter. Regisseur Zacharias Kunuk, der selbst in der arktischen Tundra lebt, erweckt in großartigen Landschaftsaufnahmen und eindringlichen Bildern eine dieser alten Legenden zum Leben: Ein Nomadenstamm der Inuit wird von einem Schamanen mit einem Fluch belegt, der das harmonische Gleichgewicht der Gemeinschaft zerstört. Oki, der Sohn des Häuptlings, und Atarnajuat, der schnelle Läufer, kämpfen um eine junge Frau ihres Stammes. Atanarjuat siegt, doch der unterlegene Oki schwört Rache. Eines Nachts überfällt er Atarnajuat und dessen Bruder. Wie durch ein Wunder kann Atarnajuat dem Gemetzel entkommen und flieht nackt über das Eis. Da die Inuit von sich selbst erzählen, ist der Blick nicht romantisch verklärt, sondern von dokumentarischer Präzision. Wie nebenbei berichten Zacharias Kunuk und sein Team von all dem, was im Leben der Eis-Nomaden wichtig ist: Von der Jagd, dem Aufteilen der Nahrung, wie man einen Schlitten präpariert, mit den Hunden umgeht. Auch die Konflikte in den Familien werden sehr authentisch geschildert: Der Stress, der entsteht, wenn ein Mann mehrere Frauen hat oder die Schwierigkeiten, wenn sich zwei Brüder und ihre Frauen ein Iglu teilen. Auf Festivals wurde ATANARJUAT, der als erster Spielfilm von Inuit selbst geschrieben, produziert, inszeniert und gespielt wurde, mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Goldenen Kamera 2001 in Cannes. „…ein Meisterwerk…ein außergewöhnlicher Film voll visueller Schönheit und narrativer Dynamik…“ (New York Times)

Tove

FIN/SWE

2020

Zaida Bergroth

Alma Pöysti, Krista Kosonen, Shanti Roney

Tove Jansson (1914–2001) ist vor allem bekannt als Schöpferin der Mumins – der lustigen nilpferdartigen Trollfiguren aus dem Mumintal, deren Abenteuer nicht nur Kinder lieben. Aber die in Helsinki geborene Malerin, Zeichnerin, Karikaturistin und Schriftstellerin hat nicht nur die weltberühmte Mumin-Familie erfunden. In den 1930er Jahren agierte sie mit ihren deutlichen politischen Karikaturen mutig gegen stalinistische und faschistische Ideologie. Nach Ende des zweiten Weltkriegs erhielt sie Aufträge für Glas- und Wandmalereien in öffentlichen und privaten Gebäuden, die insbesondere in den 1950er für Jansson eine wichtige Einnahmequelle darstellten. Eine zentrale Person in Janssons Leben war die verheiratete Theaterregisseurin Vivica Bandler, die Jansson 1946 kennenlernte. Zwischen ihnen entwickelte sich eine Liebesbeziehung, die sie geheim hielten, weil Homosexualität in Finnland um diese Zeit noch unter Strafe stand. Der Film „Tove“ bietet ein anregendes, stimmiges Porträt einer eigenwilligen, modernen Künstlerin des 20. Jahrhunderts, deren bildnerisches und schriftstellerisches Werk eine Entdeckung wert ist.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthalle Mannheim

Die Freundin meiner Freundin

ESP

2022

Zaida Carmona

Zaida Carmona, Rocío Saiz, Alba Cros, Aroa Elbira, Thaïs Quadreny

Zaida ist Mitte 30, lebt aber so, als wäre sie noch Anfang 20. Die Nachwuchsregisseurin und Content Creatorin träumt sich durch den Tag, ist verliebt in die Liebe und ständig auf der Suche, ohne genau zu wissen nach was. Frisch getrennt kehrt sie nach Barcelona zurück und steigt in das Liebeskarussell ihrer Freundinnen-Clique ein. Während verkuschelter Vormittage im Bett, durchphilosophierter Nachmittage im Kino-Café und geselliger Kunst-Soirees entwirft Zaida einen romantischen Plan für ihre Zukunft.
Regisseurin und Hauptdarstellerin Zaida Carmona schöpft aus ihrem eigenen Bohemien-Leben. In ihrem charmanten, eloquenten Filmdebüt führt sie ihr lesbisches Figurenensemble durch eine smarte, sehr queere Rom-Com: eine hinreißende lesbische Sommerkomödie mit ganz viel spanischem Flair.

Le Paradis

BEL/FRA

2023

Zeno Graton

Khalil Gharbia, Julien de Saint Jean, Amine Hamidou, N’landu Lubansu.

In einer Jugendstrafanstalt bereitet sich der 17-jährige Joe auf ein Leben nach der Haft vor. Doch als Neuzugang William in die Nachbarzelle zieht, wird Joes Sehnsucht nach Freiheit durch ein anderes Begehren abgelöst. Mit wachsender Begierde umkreisen sich die beiden jungen Sträflinge – bis sich die Chance auf eine gemeinsame Flucht bietet…
Der Debütfilm des belgischen Regisseurs Zeno Graton verfolgt die kompromisslose Liebe zwischen zwei jungen Männern, deren Leben auf dem Wartegleis steht. Freiheit heißt in diesem Drama vor allem Freiheit der Leidenschaft! In den Hauptrollen sind mit Khalil Gharbia (PETER VON KANT) und Julien de Saint Jean (HÖR AUF ZU LÜGEN) zwei Shootingstars des französischen Kinos zu sehen.

Das Mädchen Hirut

ETH

2014

Zeresenay Mehari

Meron Getnet, Tizita Hagere

Äthiopien, 1996: Auf dem Weg zur Schule kidnappt eine Gruppe von Männern die vierzehnjährige Hirut Assefa. Einer der Männer vergewaltigt sie, danach soll Hirut zur Zwangsheirat mit ihm bewegt werden. Doch Hirut wehrt sich. Sie flieht vor ihrem Peiniger und erschießt ihn in Notwehr. Was folgt ist ein nervenaufreibender Gerichtsprozess, bei dem Hirut von der Frauenrechtsaktivistin und Anwältin Meaza Ashenafi verteidigt wird. Der Film DAS MÄDCHEN HIRUT, basierend auf wahren Ereignissen, erzählt vom Kampf für Gerechtigkeit und Gleichstellung in einer Gesellschaft, die sich auf unzeitgemäße Traditionen beruft. Das stimmungsvolle Gerichtsdrama gewann zahlreiche Publikumspreise u.a. beim Sundance Filmfestival und der Berlinale.
Im Anschluss an die Vorführung am 28.06. Diskussion mit Amnesty International

Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand

DEU

2012

zero one film

Deutschland, Frühsommer 1990: Als die VEB-Betriebe der DDR im Zuge der deutschen Einheit privatisiert wurden, wird die Treuhandanstalt gegründet. Sie war einst die größte Holding der Welt und verantwortlich für die Privatisierung der ehemaligen DDR-Unternehmen. Viele ehemalige Bürger der DDR halten die Treuhand noch heute für den ‘Totengräber’ Ostdeutschlands – etwa zweieinhalb Millionen Arbeitsplätze gingen durch die Schließung von rund 4000 Betrieben verloren. Zu den wirtschaftspolitischen Entwicklungen und den mit der Treuhand verbundenen Skandalen äußern sich Treuhand-Verantwortliche, aber auch DDR-Bürgerrechtler. Im April 2011 legte der Regisseur des Films eine erste Fassung vor. Produzent und Verleih zeigten sich unzufrieden. Nach einigen Unstimmigkeiten zog der Regisseur seinen Namen aus dem Filmprojekt zurück.

Blaue Welle - Mavi dalga

TUR/DEU/NDL/GRC

2013

Zeynep Dadak, Merve Kayan

Ayris Alptekin, Onur Saylak, Baris Hacihan Albina Özden, Nazli Bulum, Begüm Akkaya

Wenn Deniz und ihre Freundinnen zusammen sind, kann nichts ihre Welt erschüttern. Sie reden über Klamotten, über Jungs, über Musik und wer wen getroffen hat. Ihren Schulfreund Kaya findet Deniz sehr nett, aber viel aufregender ist der Gedanke an Firat, einen ihrer Lehrer, der deutlich älter ist. Dass er ihre Gefühle nicht zu erwidern scheint, stürzt Deniz in Verwirrung. Bald schon müssen die Mädchen entscheiden, was sie studieren wollen, und an welcher Uni. Deniz strebt ein besonderes Fach an, nicht Betriebswirtschaft, viel mehr zieht es sie zur Philosophie. Doch auch für Praktisches wie die Wiederaufforstung von Wäldern interessiert sie sich. Während die meisten nach Istanbul gehen wollen, möchte sie lieber nach Ankara. Hauptsache weg von zu Hause, wo sie mit ihrer Mutter im Clinch liegt.

Der Fluch Der Goldenen Blume

VRC

2006

Zhang Yimou

Gong Li, Chow Yun Fat, Jay Chou, Liu Ye, Chen Jin

Im Januar ist der Maler und PENG!-Mitglied Andreas Wolf zu Gast im Cinema Quadrat. China vor mehr als 1000 Jahren. Als Prinz Jie nach langjährigen Kriegszügen zurückkehrt, brodelt es im Palast: heimliche Liebschaften und unheilvoller Verschwörungen. Der Kaiser will die eigene Gattin vergiften, sie betreibt ein ebenso intrigantes Komplott. Auch Kronprinz und Prinz sind in das komplizierte Geflecht aus Eifersucht, Machtgier und Hass verwickelt. Am Tag des Chrysanthemen-Fests steuert die Kaiserfamilie ihrer größten Tragödie entgegen: Das goldgelbe Blumenmeer im festlich geschmückten Palasthof färbt sich purpurrot vom vergossenen Blut der Soldaten: ein bombastischer Bilderrausch!

Die Rote Laterne

China

1991

Zhang Yimou

Gong Li

Nordchina in den Zwanzigerjahren: Die 19-jährige Studentin Songlian (Gong Li) kommt als vierte Frau in den Palast des Feudalheren Chen und wird mit den strengen Ritualen der Einordnung und Unterwerfung konfrontiert. Wie die drei anderen wird sie einen separaten Flügel bewohnen. Bei der Frau, bei der der Herr die Nacht verbringen wird, entzündet ein Diener eine rote Laterne. Damit beginnt jeweils ein Kampf zwischen den verschiedenen Fraktionen des Hauses. Das Ringen der Konkubinen um die Gunst des Herren Chen erscheint Songlian zunächst als Spiel. Doch je stärker die Sinnlosigkeit der Intrigen hervortritt, um so deutlicher wird, daß dieses Spiel ein bitterer Kampf um Leben und Tod ist. Zhang Yimou inszeniert ihn in konzentrierten strengen Bildern als düsteres Melodram. Der Film wurde auf den Filmfestspielen in Venedig mit einem „Silbernen Löwen“ ausgezeichnet. Mit einem Vortrag von Dr. Alf Gerlach zu dem Thema „Spiel oder Schlacht zwischen Yin und Yang?“

House of Flying Daggers

CHN

2004

Zhang Yimou

Takeshi Kaneshiro, Andy Lau, Zhang Yiyi

Im Jahr 859 ist der Niedergang der Tang-Dynastie nicht mehr aufzuhalten. Die Rebellengruppe „House of Flying Daggers“ bekämpft aktiv den Kaiser. Um an den Anführer heranzukommen, wenden die Polizisten Leo und Jin eine List an: Mit einer List verhaften sie Mei, die blinde Tochter des Rebellenführers, mit einer weiteren List befreit Jin sie aus dem Gefängnis, um zum Versteck der Kämpfer zu gelangen; Leo folgt ihnen heimlich…

Zhang Yimous Beitrag zum Wuxia-Genre ist einer der international bekanntesten chinesischen Filme: In ausgefeilt choreografierten Kampfszenen entwickeln die Protagonist*innen geradezu übernatürliche Fertigkeiten im Gebrauch ihrer Waffen oder in der Überwindung der Schwerkraft: „Großartige Unterhaltung, ein Fest aus Blut, Leidenschaft und Seidenbrokat.“ (New York Times)

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