Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die fabelhafte Welt der Amélie

FRA/DEU

2001

Jean-Pierre Jeunet

Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Lorella Cravotta, Dominique Pinon, Yolande Moreau

Einer der großen weltweiten Erfolge des französischen Kinos: Amélie, Kellnerin in Paris, erschafft sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Selbst mit wenig elterlicher Zuneigung aufgewachsen, verbringt sie ihre Zeit damit, anderen Menschen Freude zu schenken. Als Glücksbotin, die stets im Hintergrund bleibt, überbringt sie eine Schachtel lange verlorener Kindheitserinnerungen, lässt den Gartenzwerg des Vaters durch die Welt reisen, bringt Liebende zusammen. Doch sie selbst ist in Nino verliebt, einen verträumten Passfotosammler, und weiß nicht, wie sie sich ihm annähern kann…

Eine bunt stilisierte, opulent ausgestattete Welt von schrägen Typen mit liebenswerten Ticks lässt Jean-Pierre Jeunet entstehen, in der seine Amélie das Schicksal der Einsamen und Verzweifelten verändert. „DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE macht einfach glücklich.“ (FAZ)

Die Karte meiner Träume 3D

FRA/CAN

2013

Jean-Pierre Jeunet

Kyle Catlett, Helena Bonham Carter, Judy Davis, Callum Keith Rennie, Dominique Pinon

T.S. Spivet ist hochbegabt, begeistert sich für Wissenschaft, ist erfinderisch und ein erstklassiger Zeichner – vor allem von Landkarten. Mit seiner Familie lebt er auf einer abgelegenen Ranch in Montana, er wird von Schuldgefühlen wegen des Todes seines Bruders geplagt. Dann kommt ein Anruf von der berühmten Smithsonian Institution in Washington: Für seine Erfindung eines Perpetuum Mobile soll ihm den renommierte Baird-Preis verliehen werden. Ohne jemandem davon zu erzählen, macht er sich heimlich auf in die entfernte Hauptstadt. Allerdings weiß in Washington niemand, dass T.S. Spivet erst zehn Jahre alt ist…

Abenteuerlich und ganz schön schräg zeigt der Film eine spannende Reise durch die USA, mit eindrucksvollen 3D-Aufnahmen erzählt von Jean-Pierre Jeunet, dem Regisseur von DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE. „Nicht zuletzt seiner sinnlichen und poetischen Naturaufnahmen wegen wird der Film zu einem echten Kinoerlebnis für Jung und Alt.“ (hanisauland.de)

Mathilde – Eine große Liebe – Un long dimance de fiançailles

FRA

2004

Jean-Pierre Jeunet

Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Jean-Pierre Becker, Marion Cotillard, Jodie Foster, Jean-Pierre Darroussin, Dominique Pinon

Jean-Pierre Jeunet, der sich mit DELICATESSEN als Spezialist für Bizarrerien aller Art und mit DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE als fabulierfreudiger Neo-Romantiker empfohlen hat, verbindet in MATHILDE – EINE GROSSE LIEBE das Absurde des Krieges mit einer abenteuerlichen Handlung und der Tiefe der Liebe. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wartet Mathilde auf die Rückkehr ihres Verlobten. Der wurde wegen angeblicher Selbstverstümmelung zum Tode bei einem Himmelfahrtskommando verurteilt. Zwischen den Fronten des Stellungskrieges scheinen sich die Spuren zu verlieren – doch Mathilde glaubt hartnäckig an das Überleben ihres Geliebten und kämpft entschlossen gegen die vermeintliche Macht des Schicksals an. in dem ihm eigenen cineastischen Stil verflicht Jeunet verschiedene Handlungsstränge zu einem großen Panorama von Trauer und Trauma, Hoffnung und Hingabe.
Einführung: Torsten Gertkemper und Cosima Besse

Micmacs - Uns Gehört Paris!

FR

2009

Jean-Pierre Jeunet

Dany Boon, Dominique Pinon, Yolande Moreau

Bazil hat es nicht leicht: Sein Vater wurde von einer Mine getötet und er selbst hat eine Kugel im Kopf. Jetzt steht er ohne Job und Wohnung da – bis er auf den kauzigen Canille trifft, der mit einer Gruppe wunderlicher Außenseiter auf einer Pariser Schrotthalde lebt. Bei dieser skurrilen Familie findet Bazil ein neues Zuhause. Als er auf die Urheber seines Unglücks, zwei skrupellose Waffenhändler, trifft, begibt sich Bazil mit der Hilfe seiner neuen Freunde auf einen komischen Rachefeldzug. Diese Komödie des Regisseurs von DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE ist eine Hymne auf Freundschaft und Toleranz und eine poetische Utopie über den Kampf des Einzelnen gegen die Macht gewissenloser Konzerne.

Delicatessen

FRA

1991

Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro

Dominique Pinon, Marie-Laure Dougnac, Jean-Claue Dreyfus, Karin Viard

Tierfleisch ist knapp. Zu was greifen die Menschen alternativ als Nächstes? Richtig, Menschenfleisch. Einleuchtend. Zumindest für den nun überflüssig gewordener Fleischer Clapet. Das Fleisch, das sich laut ihm am besten zur Versorgung des Mietshauses eignet, ist Hausmeisterfleisch. Regelmäßig stellt er neue ein, um sie nach wenigen Tagen zu schlachten und zu verkaufen. Das neuste Opfer ist der ehemalige Clown Louison. Dann aber verliebt sich Julie, die Tochter des Fleischers, in Louison…

Eine skurrile Dystopie über den carnivoren Drang des Menschen, in der alle zivilisatorischen Werte hintenangestellt werden und sich stattdessen eine marode Welt voller Surrealismus und Slapstick einstellt. Ausgezeichnet mit vier Césars für Drehbuch, Schnitt und Szenenbild sowie für den besten Debütfilm.

DELICATESSEN ist der Anfang einer wundervollen Zusammenarbeit der Regisseure Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro, aus der später auch der Kultfilm DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE entstehen sollte.

Armee im Schatten

FRA

1969

Jean-Pierre Melville

Lino Ventura, Paul Meurisse, Jean-Pierre Cassel, Simone Signoret

Philippe Gerbier, Anführer einer Résistance-Gruppe, wird im Oktober 1942 verhaftet. Knapp kann er aus Gestapo-Haft entkommen und macht sich daran, Kollaborateure und Verräter in den eigenen Reihen ausfindig zu machen. Im Kampf gegen die deutschen Besatzer können die Feinde überall sitzen… Jean-Pierre Melville, ein Außenseiter des französischen Kinos und zugleich Meister des so spannenden wie künstlerisch hochwertigen Genrefilms, verarbeitete in dieser Verfilmung eines Romans von Joseph Kessel nüchtern und schnörkellos, gleichwohl äußerst packend seine eigenen Erfahrungen im französischen Widerstand.
Einführung: Prof. Dr. Claude W. Sui, Reiss-Engelhorn-Museen

Le Silence De Lorna - Lornas Schweigen

BEL

2008

Jean-Pierre und Luc Dardenne

Arta Dobroshi, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione

Die junge Albanerin Lorna hat durch ihre Scheinehe mit dem Junkie Claudy, eingefädelt vom kriminellen Fabio, den Anspruch auf die belgische Staatsbürgerschaft. Doch dann trifft Fabio einen reichen Russen, der eine Heirat mit Lorna großzügig honorieren würde. Mit dem Deal könnte Lorna sich einen Lebenstraum erfüllen. Doch Claudy braucht ihre Hilfe. Ist ein Menschenleben so viel wert wie ein besseres Leben in Mitteleuropa? Lorna sucht, gefangen in ihren Verhältnissen, einen Ausweg…

Annas Sommer

D/GR/E

2001

Jeanine Meerapfel

Angela Molina, Herbert Knaup

Anna Kastelano, Tochter einer galizischen Jüdin und eines sephardischen Juden aus Thessaloniki, verbringt den Sommer auf einer kleinen griechischen Insel, um eine Erbschaft anzutreten. Sie erwägt, das Haus ihrer Familie zu verkaufen. Während sie die vertrauten Gegenstände sichtet, steigen Erinnerungen in ihr auf. Die Geister ihrer Vergangenheit bevölkern das Haus. Sie mischen sich ein, geben Ratschläge und erschließen für Anna die Vergangenheit. Sie erfährt mehr über die Umstände der Deportation ihrer Großmutter Anna, beginnt die komplexe Beziehung ihrer Eltern zu begreifen, die sich im Londoner Exil kennengelernt haben und entdeckt die leidenschaftliche Liebesbeziehung ihres Vaters zu einer jungen Frau namens Anna. Doch Anna lebt auch im Jetzt und nimmt die sinnliche Gegenwart der Insel wahr. Sie schwimmt im glitzernden ägäischen Meer, trifft sich mit einer Freundin aus Kindertagen und beginnt eine Affäre mit Nikola, einem jungen Mann von der Insel, der von einem Leben in der Großstadt träumt. Die großartige Angela Molina überzeugt als Anna und füllt den Film mit ihrer Emotio-nalität. Die große Ruhe und Gelassenheit, die in ANNAS SOMMER herrscht, die friedvolle Hitze der Landschaft und die lustvolle Schönheit des Lebens hat Theo Angelopoulos Kameramann Andreas Sinanos eingefangen. Jeanine Meerapfel wurde 1943 in Buenos Aires geboren, wohin ihre Eltern vor den Nazis geflohen waren, und lebt seit 1964 in Deutschland.

Eine Frau

DEU

2021

Jeanine Meerapfel

EINE FRAU ist ein sehr persönlicher Einblick in das Leben einer Frau, die nie angekommen ist. Ihre Geschichte beginnt im Burgund und endet an den Ufern des Rio de la Plata in Argentinien: Es ist die Geschichte von Marie-Louise „Malou“ Chatelaine, der Mutter von Jeanine Meerapfel, die Waise war in der Provinz, für einen Mann zum Judentum konvertierte, mit ihm aus Nazideutschland emigrierte, von ihm verstoßen wurde und in Elend und Alkohol versank. Es ist die Geschichte einer Imitationskünstlerin, die versucht, sich an die Herausforderungen des Lebens anzupassen; als Frau.
Die renommierte Filmemacherin Jeanine Meerapfel – seit 2015 Präsidentin der Berliner Akademie der Künste – strukturiert ihren dokumentarischen Essay wie einen assoziativen Bewusstseinsstrom, in dem die Bilder fließen, begleitet von einem inneren Monolog, von gelesenen Briefen, Anekdoten, Erzählungen, gefundenen Texten. Ein Film über Emigration, Erinnern und Vergessen.

El Amigo Alemán - Der deutsche Freund

ARG

2011

Jeanine Meerapfel

Celeste Cid, Max Riemelt

Buenos Aires in den 50er Jahren: Hier wächst Sulamit auf, Tochter jüdischer Emigranten, die aus Nazideutschland fliehen mussten. In Argentinien lebt sie in unmittelbarer Nachbarschaft mit emigrierten Nazis. Sulamit freundet sich mit dem Nachbarjungen Friedrich an. Als er erfährt, dass sein Vater SS-Offizier war, bricht er mit seinen Eltern. In Deutschland will er die Wurzeln seiner Familie aufspüren, und Sulamit reist ihm nach… Jeanine Meerapfel erzählt in großartigen Bildern die Geschichte einer großen Liebe zwischen politischen Umbrüchen und historischem Wandel. Die Regisseurin ist zur Eröffnung des CineLatino-Festivals in Mannheim anwesend.

All eure Gesichter – Je verrai toujours vos visages

FRA

2023

Jeanne Herry

Dali Benssalah, Leïla Bekhti, Elodie Bouchez, Suliane Brahim, Jean-Pierre Darroussin, Adèle Exarchopoulos, Miou-Miou, Denis Podalydès

Auf den ersten Blick haben Grégoire, Nawelle, Sabine und Chloé nichts gemeinsam – bis auf die Tatsache, dass sie Opfer von Verbrechen wurden. Jetzt nehmen sie freiwillig an einem Programm für eine Täter-Opfer-Aussprache teil, in dem sie auf Kriminelle treffen, die für ihre Taten im Gefängnis sitzen. Finden sich Wege, die Schatten der Vergangenheit zu besiegen?

Einführung, Versöhnung, Wiedergutmachung – für diesen Ensemble-Film, der konzentriert und sensibel die Vermittlung zwischen Opfern und Tätern im Restaurative-Justice-Programm thematisiert, wurde eine herausragende Besetzung gefunden.

Einführung: Julia Görtz, Romanisches Seminar Universität Mannheim

Pas Douce - Die Unsanfte

FRA/CHE

2007

Jeanne Waltz

Isild Le Besco, Lio, Steven de Almeida

Eine kleine Stadt in einer abgelegenen Gebirgsregion. In dem einzigen Krankenhaus arbeitet die vierundzwanzig-jährige Krankenschwester Fred. Sie unternimmt einen Selbstmordversuch, der fehlschlägt und verwundet dabei mit ihrem Gewehr den vierzehn-jährigen Marco, der auf ihre Station eingeliefert wird. Alle in der Stadt halten einen geistesgestörten Jäger für den Täter. Erst allmählich erkennt Marco, wer der wahre Täter ist. Für ihn und Fred beginnt ein neues Leben. PAS DOUCE – DIE UNSANFTE ist eine echte Entdeckung voller Anmut und sprödem Charme, ein Werk, das sich ohne Show und Effekte unter die Haut und in die Köpfe der Zuschauer schleicht. (also ab 18)

Der Deutsche Freund

DEU/ARG

2012

Jeannine Meerapfel

Max Riemelt, Celeste Cid

Sulamit, Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland, wächst im Buenos Aires der 50er Jahre auf. Hier leben Juden und Nazis, aus Europa geflohen und in der Fremde erneut zusammengeworfen. Als junges Mädchen trifft Sulamit auf Friedrich, einen deutschen Jungen, der im Haus gegenüber wohnt. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Nähe. Als Friedrich erkennt, dass sein Vater ein SS-Obersturmbannführer war, bricht er mit seiner Familie und geht nach Deutschland, um sich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen. Sulamit folgt ihm wenige Jahre später und muss feststellen, dass sein politisches Engagement keinen Raum für ihre Liebe zu lassen scheint… Ein großartiger Liebesfilm, weil er nicht nur von der Liebe handelt. (also leider ab 18)

Hannah Arendt – Denken ist gefährlich

DEU/USA

2025

Jeff Bieber, Chana Gazit

Dokumentarfilm

Hannah Arendt: Aktivistin, Medienstar und furchtlose Denkerin „ohne Geländer“. Berühmt wurde sie mit ihrer Studie zur Entstehung totalitärer Herrschaft. Umstritten ist sie für ihre Diagnose der „Banalität des Bösen“. Bewundert wird ihr unermüdliches und furchtloses Eintreten für die Freiheit des Denkens und die offene Gesellschaft.

Durch Originalzitate aus Arendts Essays und Briefen, vorgetragen von Nina Hoss, sowie atmosphärische Archivaufnahmen entsteht ein intimes Porträt einer Intellektuellen, die trotz Holocaust und Exil nie ihren Stolz verlor. Der Film zeigt, wie Arendt als Jüdin und Widerstandskämpferin die Welt zu verstehen suchte – und warum ihre Gedanken über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts direkt zu uns im Hier und Jetzt sprechen.

Marina Abramovic: The Artist Is Present

USA

2012

Jeff Dupre

Verführerisch, furchtlos und unverschämt: Seit fast 40 Jahren definiert Marina Abramovic ständig neu, was Kunst heute bedeutet. Als Werkzeug benutzt sie ihren eigenen Körper – dabei überschreitet sie immer wieder Grenzen, oft riskiert sie sogar ihr Leben. Ihre Performances provozieren, schockieren und bewegen. In seinem Film begleitet Regisseur Akers die Künstlerin bei den Vorbereitungen auf den wohl bedeutendsten Tag ihres Lebens – die Eröffnung einer großen Retrospektive ihres Werks im Museum of Modern Art in New York.

Babij Jar

Deutschland

2002

Jeff Kanew

Michael Degen, Barbara De Rossi, Katrin Saß

Die jüdische Familie Lerner und die ukrainische Familie Onufrienko sind seit langem eng befreundet und wohnen zusammen in einem Haus am Rand von Kiew. Während das deutsche Militär die Deportation und Ermordung aller Juden Kiews vorbereitet, versuchen die Lerners mit Hilfe des Nachbarjungen Stepan gemeinsam zu fliehen. Da sieht Lena Onufrienko eine Chance, ihrer Tochter, deren Hochzeit bevorsteht, eine eigene Wohnung zu verschaffen. Sie denunziert die Nachbarn, ohne zu wissen, daß ihr Sohn die Lerners begleitet. Mit einer Einführung von Prof. Hans Becker, Heidelberg.

Shotgun Stories

USA

2007

Jeff Nichols

Michael Shannon, Douglas Ligon, Barlow Jacobs

Drei Brüder im tiefsten Arkansas: Arbeiten und Herumlungern zwischen Baumwollfeldern, Fischteichen und Landstraßen. Son Hayes, der Älteste, hat dabei das schwere Los zu tragen, sich für die beiden anderen, Kid und Boy, verantwortlich zu fühlen. Einen Vater hatten sie nie wirklich, und die Mutter vermag ihren Söhnen nicht zu zeigen was Liebe ist. Nach dem Tod des Vaters werden die Brüder mit der Existenz von vier Stiefbrüdern konfrontiert…Regisseur Nichols inszenierte eine archaische Rachegeschichte, angesiedelt tief im Süden der USA. Dennoch wirkt die Handlung zeitlich und örtlich entrückt. Obwohl die Fehde eine Mordserie auslöst, klammert der Film jede Präsenz gesetzlicher Gewalt aus und verortet Recht und Gerechtigkeit in der Privatsphäre. Die Handlung wird durch die Weite der atemberaubenden Landschaft, dargestellt im passenden Bildformat (Scope), eindrucksvoll dramatisiert.

Museum Hours

AUT/USA

2012

Jem Cohen

Mary Margaret O'Hara, Bobby Sommer, Ela Piplits

Wien im Winter. Johann, ein Museumswärter im prächtigen Kunsthistorischen Museum, begegnet Anne, einer ausländischen Besucherin, die aufgrund eines medizinischen Notfalls nach Österreich gerufen wird. Sie war nie zuvor in Österreich, wandert ziellos durch die Stadt und findet im Museum Zuflucht. Obwohl anfangs misstrauisch, bietet ihr Johann seine Hilfe an und jeder taucht in die Welt des anderen ein. Regisseur Jem Cohen erweckt in seinem hochsensiblen Film nicht nur Kunstwerke zum Leben, sondern baut auch eine Brücke zwischen der Kunst und dem gelebten Alltag der Menschen. Er zeigt auf sehr einfühlsame Weise, dass die ganz existenziellen Themen wie Liebe, Tod, Materialismus oder Glaube sich zwar in den Gemälden widerspiegeln, dass aber erst der Betrachter selbst der Kunst einen realen Rahmen geben kann.
Ein unkonventioneller Film über ein ungewöhnliches Paar, der gleichzeitig auch ein Porträt der Kulturstadt Wien ist.

5 Zimmer Küche Sarg – What We Do in the Shadows

NZL

2014

Jemaine Clement, Taika Waititi

Jemaine Clement, Taika Waititi, Jonathan Brugh, Ben Fransham, Cori Gonzalez-Macuer, Stuart Rutherford

Ein Team von Dokumentarfilmern begleitet den Alltag von fünf Vampiren unterschiedlichen Alters und Charakters, die zusammen in einer Wohngemeinschaft in Wellington, Neuseeland leben. Wobei die zwischen 183 und über 8000 Jahre alten Blutsauger die ganz normalen WG-Probleme wie Putz- und Abwaschplan ebenso wie Nahrungsnachschub an Jungfrauen, die Abwehr von Vampirjägern und die Rivalität mit der Werwolf-Gang bewältigen müssen.
Jemaine Clement und Taika Waititi, die beiden Autoren, Regisseure und Darsteller, verbinden in ihrer originellen Mockumentary-Horrorkomödie tiefgehende Kenntnisse über die Mythologie der Vampire mit Elementen einer Sitcom. Waititi hat inzwischen nicht nur einen Oscar für JOJO RABBIT (2019) erhalten, sondern in zwei THOR-Filmen dem Marvel-Universum Humor eingeimpft.
Einführung: Dr. Alexander Sigelen

L´amour du monde - Sehnsucht nach der Welt

CHE

2923

Jenna Hasse

Clarisse Moussa, Esin Demircan, Marc Oosterhoff, Adèle Vandroth

Am Ufer des Genfer Sees trifft die sanfte Teenagerin Margaux, die unter der Abwesenheit des Vaters leidet, auf das siebenjährige Mädchen Juliette, die in einem Kinderheim untergebracht ist, und auf den Fischer Joël, der gerade seine Mutter verloren hat und deshalb aus Indonesien in die Schweiz heimgekehrt ist. Ein idyllischer Fischerhafen wird zum Rückzugsort, der See und die Natur zum Verbündeten für drei einsame Seelen, die ihren Platz im Leben suchen und sich in der fiebrigen Sommerhitze für einen kurzen Moment gegenseitig Halt geben.
Der Film erhielt auf der diesjährigen Berlinale eine Lobende Erwähnung der Internationalen Jury der Sektion Generation KPlus: „Eine überraschende, poetische und generationenübergreifende Sicht auf die Geschichte des Erwachsenwerdens.“

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