Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Permanent Vacation

USA

1980

Jim Jarmusch

Chris Parker, John Lurie, Sara Driver

Im März stellt der Kabarettist Einhart Klucke seinen Lieblingsfilm vor. Der 1946 geborene Mime mit dem altdeutschen Vornamen begeistert seit vielen Jahren durch seine witzigen, linken Kabarettprogramme wie zuletzt ‚Apo/Opa’, ‚Mannheim macht mich langsam müde’ oder ganz frisch ‚Ich kenne meine Grenzen’ (Premiere im Februar). Dass er eigentlich Lehrer werden wollte/sollte, weiß auch keiner! Er präsentiert: PERMANENT VACATION Premiere feierte PERMANENT VACATION auf der Mannheimer Filmwoche! Der Debütfilm von Jim Jarmusch ist ein lyrisches Porträt Manhattans und des 16-jährigen Allie Parker, der seine Zeit an den unterschiedlichsten Orten verbringt, immer neue Freunde findet und ständig umzieht. In diesem scheinbar leeren Raum der Lower East Side wächst aber eine neue Kultur: Spraydosenzeichen, Musikfetzen, flüchtig, ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Auch Allie hinterlässt keine Spuren – er befindet sich in dauernder, richtungsloser Bewegung, deren extremer Ausdruck ein in sich gerichteter, tranceartiger Tanz ist.

Gimme Danger

USA

2016

Jim Jarmush

Manche Performer flirten mit der Gefahr. Iggy Pop umarmt sie. Jim Jarmusch porträtiert Iggy und seine Band The Stooges, die in den späten 1960ern und frühen 1970ern losstürmten, um als eine der einflussreichsten – wenn auch damals nicht sehr erfolgreichen – Rockbands ihren Platz in der Musikgeschichte einzunehmen.

Night on Earth

FRA/GBR/DEU/USA

1991

Jim Jarmush

Winona Ryder, Gena Rowlands, Armin Müller-Stahl, Roberto Benigni, Matti Pellonpää.

Fünf Länder, fünf Taxen, fünf einzigartige Geschichten: Jim Jarmuschs Episodenfilm NIGHT ON EARTH erzählt (jeweils in der Landessprache) von Rom bis Helsinki, von Paris bis Los Angeles, was Taxifahrern – oder ihren Fahrtgästen – so alles passiert. Da ist die junge, bildhübsche Corky, die eine Casting-Agentin chauffiert. Corky will nicht Taxi fahren, aber ein Jobangebot beim Film schlägt sie aus: Mechanikerin werden, das sei ihr Ziel. In Rom folgen wir einem Taxifahrer, der von Vorschriften wenig hält (warum nicht mal umgekehrt in die Einbahnstraße fahren?), und in New York erleben wir den Ostdeutschen Helmut, den das Automatikgetriebe seines Autos so irritiert, dass schließlich der Gast das Steuer übernimmt. Besoffene Finnen sind ebenso mit von der Partie wie eine schlagfertige Blinde in Paris. Und so setzt sich eine Ausnahme-Komödie mit Staraufgebot zusammen, wie es sie seitdem nicht mehr gegeben hat. 
Veranstaltungsort: zeitraumexit/Hof, Hafenstraße 68, 68159 Mannheim
Bei schlechtem Wetter im zeitraumexit-Gebäude
Eintritt: regulär 7 Euro/ermäßigt und Mitglieder 5 Euro

Beginn 21:00 Uhr, Einlass ab 20:00 Uhr, Filmstart mit Einbruch der Dämmerung

Only Lovers Left Alive

GBR/DEU

2013

Jim Jarmush

Tilda Swinton, Tom Hiddleston, John Hurt

Das Comeback von Indie-Kultregisseur Jim Jarmusch: Undergroundmusiker Adam versteckt sich in einer heruntergekommen Villa in Detroit, seine große Liebe Eve verbirgt sich in der Kasbah von Tanger. Die beiden gehören einer ganz besonderen, nachtaktiven Spezies an. Für die seit ewigen Zeiten unsterblich Verliebten ist die Reinheit des Blutes, das sie konsumieren, zur Überlebensfrage geworden. Doch die vergiftete Umwelt, die hirnlosen Menschen, die die große Kultur der Vergangenheit in der multimedialen Unterhaltungsgegenwart nicht mehr zu schätzen wissen – all das treibt Adam in Depression. Eve sieht sich gezwungen zu handeln. In der etwas anderen Vampirromanze von Jarmusch sind Adam und Eve coole Lebenskünstler, die ihre barbarischen Triebe – meist – unter Kontrolle haben. Entspannt lakonisch, mal traurig und immer wieder überraschend: Ein kritischer Blick auf eine konsumwütige Welt und das Porträt einer unsterblichen Liebe…
Mit der umwerfenden Präsenz der Hauptdarsteller Tilda Swinton und Tom Hiddleston entstehen hypnotische Sequenzen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Vorgestellt von: Helmut Däuker

Paterson

USA

2016

Jim Jarmush

Adam Driver, Golshifteh Farahani, Barry Shabaka Henley

PATERSON erzählt vom Busfahrer Paterson in der Stadt Paterson in New Jersey. Sein Alltag ist Routine, doch die Kleinstadt und ihre Bewohner sind Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf einer Parkbank verfasst. Die Gedichte schreibt er für sich, seine Frau dagegen wagt extrovertiert täglich ein neues künstlerisches Projekt, eine neue Idee, das Leben zu gestalten. Minimalistisch, liebevoll und mit dem ihm eigenen lakonischen Humor stellt Jim Jarmusch Paterson – den Protagonisten und die Stadt – dem Zuschauer vor: Eine Feier der Kreativität im Alltag. Jeder der Einwohner von Paterson hat eine ganz individuelle Eigentümlichkeit, die Paterson als stiller Chronist seiner Stadt mit seiner Poesie einfängt. Ein wunderschöner Film, in dem nichts passiert – und doch alles.
Einführung: Gabriele Witt-Schneider und Gerhard Schneider

Now

DEU

2020

Jim Rakete

Fridays for Future, Plant for the Planet, Extinction Rebellion, Ende Gelände – und und und: 2019 formierte sich weltweit die Jugend zum Jahr des Protests gegen die desaströse Umwelt- und Klimapolitik. Greta Thunberg ist die Ikone dieser Zukunftsbewegung – doch Jim Rakete blickt auf die Aktivistinnen und Aktivisten ganz vielfältiger Initiativen, in denen sich Protest und Handeln vereinen, darunter Luisa Neubauer, Felix Finkbeiner, Nike Mahlhaus. Der berühmte Porträtfotograf zahlreicher Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Musik- und Filmszene befragt in seinem engagierten Kinodebüt einige der Protagonist*innen der Klimarebellion nach ihren Motiven, ihren Zielen, ihrem Zorn – und macht klar: Was immer auch geschehen muss, es muss jetzt geschehen. Denn eines ist sicher: Weder durch eine Pandemie noch durch Wahlkampf lässt sich die Klimakrise aufhalten.

The Graffiti Artist

USA

2004

Jimmy Bolton

Ruben Bansie-Snellman, Pepper Fajans

Nick ist ein eher unauffälliger, introvertierter Typ ohne Freunde, der sich gern treiben läßt. Doch er hat eine große Passion: Graffiti. Nachts streift er durch Industriebrachen und die menschenleere Innenstadt von Portland, um Bushaltestellen, Häuserwände und Eisenbahnwaggons mit seinen Tags und Graffitis zu besprühen. Verfallende Stadtlandschaften sind die Folie für Nicks subversive Kunst – „Rupture the System“ ist sein Credo. Sehr zum Ärger der Staatsmacht, die ihm permanent auf den Fersen ist. Auf einem seiner Streifzüge begegnet Nick schließlich Jesse, einem anderen Sprayer. Nick ist fasziniert von Jesse und folgt dessen Tags bis nach Seattle, wo sich die beiden kennenlernen. Vorsichtig entsteht eine Freundschaft, in der die Kommunikation fast ausschließlich über das gemeinsame Sprayen stattfindet. Unterwegs auf ihren Skateboards überziehen sie die Stadt mit Tags und Graffitis. Die Gegensätzlichkeit ihres Stils vereinen die beiden in spannungsgeladenen Bildern. Als spannungsgeladen erweist sich aber auch die Freundschaft selbst. Während Nick ein Auge auf Jesse geworfen hat, scheint sich dieser mehr für Mädchen zu interessieren. Schließlich ist es dann aber Jesse, der Nick verführt – um kurz darauf alleine nach Portland zurückzukehren. War Nick für ihn nur ein Abenteuer oder flüchtet er vor seinen Gefühlen?

El Sonido Del Bandoneón - The Sound Of The Bandoneón

ARG/NL

2011

Jiska Rickels

Der Film ist eine liebevolle, melancholische Hommage an das Bandoneón, das wie kein anderes mit Leidenschaft in Verbindung gebracht wird. Was macht die Seele und den speziellen Klang dieses magischen Instrumentes aus, welches so sehr zu Argentinien und dessen musikalischem Ausdruck, dem Tango, gehört? Ursprünglich aus Deutschland stammend, brachten es Einwanderer mit an den Rio de la Plata – zwischen 1911 und 1943 schätzungsweise 60.000 Stück. Doch scheint die Ära des Bandoneóns zu Ende zu gehen, da neue kaum noch gebaut werden und auch nicht mehr die originäre Qualität und Klang besitzen. Anhand zweier Protagonisten, Néstor Marconi, einer der berühmtesten Bandoneónspieler und dem Lehrmeister Daniel Vedia, zeigt der Film deren leidenschaftlicher Kampf, das Instrument am Leben zu halten. Jiska Rickels, 1977 in den Niederlanden geboren, produzierte zunächst Musiktheaterstücke und studierte Regie zwischen 1998 und 2003 an der Filmakademie in Amsterdam und der HFF in München. Als Regisseurin und Drehbuchautorin drehte sie mehrere prämierte dokumentarische Kurz- und Langfilme (UNTERTAGE, 2003; 4 ELEMENTE, 2006). Ihr dritter Langfilm EL SONIDO DEL BANDONEÓN eröffnete 2011 das Internationale Dokumentarfilm-Festival in Amsterdam. In Kooperation mit Tangodeseos, Heidelberg

Nicht Alle Waren Mörder

DEU

2006

Jo Baier

Nadja Uhl, Aaron Altaras, Hannelore Elsner

Der Film NICHT ALLE WAREN MÖRDER basiert auf den Erinnerungen des Schauspielers und Autors Michael Degen. Wer waren die Menschen, die Degen in der Nazi-Zeit halfen zu überleben? Berlin, 1943: Der elfjährige Michael beobachtet mit seiner Mutter, wie die jüdischen Nachbarn aus ihren Häusern geholt werden. Vor Schock erst wie gelähmt, gelingt es den beiden in einer todesmutigen Aktion, das Gebäude vor den Augen der Gestapo-Männer zu verlassen. Zwei Jahre verbringen sie im Untergrund, immer auf der Flucht vor Verrat, Entdeckung und dem sicheren Tod. Hier erleben sie Hunger und Bombennächte, aber auch Menschlichkeit und Freundschaft. Denn sie finden ganz normale Menschen, die aus den unterschiedlichsten persönlichen Motiven bereit sind, ihr eigenes Leben für die Flüchtlinge aufs Spiel zu setzen: die patente Lona, der Kommunist Hotze, die russische Diva Ludmilla, der Lokomotivführer Redlich und das Berliner Original „Oma Teuber“.

Cranko

DEU

2024

Joachim A. Lang

Sam Riley, Lucas Gregorowicz, Hanns Zischler, Friedemann Vogel, Elisa Badenes

Stuttgart 1960 – als der Choreograph John Cranko mit dem Flugzeug landet, ahnt er nicht, dass dieser Moment sein Leben verändern wird. Er soll als Gast am Stuttgarter Ballett choreographieren. In London musste er aufgrund seiner Homosexualität zahlreiche Demütigungen bis hin zu einem Arbeitsverbot ertragen; hier erholt sich Cranko von den erniedrigenden Erfahrungen, niemand scheint sich an seinem unkonventionellen Lebensstil zu stören. Er wird nach kurzer Zeit Ballettdirektor, Liebling des Publikums, gibt sich seiner Kunst und einem berauschenden Lebensstil hin. Der rasante und steile Aufstieg bis zur Weltspitze, das „Stuttgarter Ballettwunder“, machen John Cranko zu einem Superstar seiner Zeit: „Sensibles wie auch schweres Porträt des Choreografen John Cranko, der von Stuttgart aus dem Ballett neuen Schwung gegeben hat.“ (taz).

St. Pauli! Rausgehen. Warmmachen. Weghauen.

DEU

2008

Joachim Bornemann

Hafen, Kiez, Schanzen- und Karoviertel, der Bau der Südtribüne und der Aufstieg des FC St. Pauli in die 2. Bundesliga bilden den Rahmen für die Geschichte rund um den bekanntesten Stadtteil Hamburgs. Es geht um den Kampf einer Mannschaft um den Aufstieg, den Kampf um ein neues Stadion und um den Kampf eines Roger Hasenbein, der Vorsitzender des Fanclubsprecherrats ist und der auf der Straße als Streetworker gegen Sucht, Armut und Kriminalität kämpft.

Nue Propriété

BEL

2006

Joachim Lafosse

Isabelle Huppert, Jérémie Renier, Yannick Renier

Die Zwillinge Thierry und François leben mit ihrer Mutter Pascale auf dem Land. Während sie zum gelegentlich auftauchenden Vater eine distanzierte Beziehung pflegen, ist das Verhältnis zu ihrer Mutter umso intensiver. Die drei sind eine eingespielte Gemeinschaft. Doch Pascales elterliche Fürsorge stößt langsam an ihre Grenzen. Von der Routine ihres Alltags zunehmend ernüchtert, will sie das Haus verkaufen, um mit ihrem Freund Jan neu anzufangen. Bei den Söhnen stoßen diese Gedanken auf wenig Gegenliebe. Isabelle Huppert brilliert und berührt in diesem fein beobachteten Familiendrama als eine Frau mittleren Alters, die sich nach einer Veränderung in ihrem Leben sehnt. (also leider ab 18)

Kill Me Today, Tomorrow I'm Sick

DEU

2018

Joachim Schroeder, Tobias Streck

Karin Hanczewski, Carlo Ljubek, Sigi Zimmerschied, Joachim Steinhöfel, Henryk M. Broder

Was auf den ersten Blick daherkommt wie ein überraschendes Ufo des deutschen Kinos, ist in Wahrheit ein fulminantes Lebenszeichen, eine Satire ohne ethische Gebrauchsanweisung“, schreibt Dominik Graf in der FAZ: Im Pristina des Jahres 1999, mitten im Chaos des Balkankriegs zwischen Serben, Kosovo-Albanern und NATO, ist Anna Teil der internationalen Hilfsaktion und soll freie, demokratische Medien aufbauen. Doch sie gerät in einen Haufen neurotischer, ignoranter, korrupter und gelangweilter Kollegen, guter Wille trifft auf böse Wirklichkeit, und schnell schleift sich in der allgemeinen Verantwortungslosigkeit Annas hohe Motivation ab. Idealismus, Opportunismus und Zynismus bilden die tiefschwarzhumorige, explosive Mischung dieses Films – inklusive eingebautem Realismus in dem ganzen absurden Irrsinn: Der Film ist inspiriert von den Tagebuchaufzeichnungen einer OSZE-Mitarbeiterin, die im Kosovo tätig war.

Auf Anfang [:reprise]

NOR

2006

Joachim Trier

Pal Stokka, Henrik Elvestad.

Der Film erzählt die Geschichte der Freunde Erik und Phillip, zweier gegensätzlicher junger Männer, die am Anfang ihrer Schriftstellerkarriere stehen. AUF ANFANG [:reprise] ist ein leichter und zugleich tiefsinniger Film über das Zusammenspiel von Freundschaft und Verrücktheit, Genie und Wahnsinn, Kreativität und Liebe, Hoffnung und Traum, die mit der Realität des Lebens zusammenprallen und zu ungeahnten Wegen führen – traurigen und glücklichen. AUF ANFANG [:reprise] erzählt vom Reichtum der Möglichkeiten, die das Leben bietet. Ein Film über das Lebensgefühl der Twenty-Something-Generation, so wie einst François Truffauts JULES & JIM.
„Ein junges, wildes Generationenporträt aus Norwegen. Fühlt sich an wie ein guter Independent-Popsong.“ Bayern 3

Oslo, 31. August

NOR

2011

Joachim Trier

Anders Danielsen Lie, Hans Olav Brenner

„Ich bin 34 Jahre alt. Ich habe nichts.“ Das ist die Selbsteinschätzung von Anders, ehemals cooler Journalist in Oslo, der in zwei Wochen seinen Drogenentzug abschließen wird. Er gilt als clean und darf für einen Tag die Klinik auf dem Land verlassen zum Vorstellungsgespräch in die Stadt. Kurz zuvor hat er versucht, sich mit Steinen in der Tasche in einem See zu ertränken. Dieses Mal ist er wieder aufgetaucht. Aber alles deutet darauf hin, dass der Tag in Oslo für ihn zu einem Abschied wird. Aus einem gutbürgerlichen Elternhaus stammend kennt Anders seine Fähigkeiten und Möglichkeiten genau, aber er ist nicht in der Lage, sie zu nutzen. In Oslo sucht er alte Freunde auf, die mitten im Leben stehen, mit typischen Problemen der Mittdreißiger. Ihre Lebensentwürfe führen Anders vor Augen, wie viele Chancen er schon verpasst hat. Anders steht längst außerhalb dieses Lebens. Alle aufmunternden Worte, die Möglichkeit eines Jobs haben keine Wirkung auf ihn. Je mehr er sich mit anderen Menschen umgibt, desto deutlicher wird, dass er nicht mehr dazu gehört. Er scheint sich davon befreit zu haben, sich selbst etwas beweisen zu müssen. Und das lässt allen Anzeichen zum Trotz ein wenig Hoffnung aufkommen…
Die Geschichte von Anders ist zugleich ein subjektives Porträt der Stadt Oslo und der Generation der Mittdreißiger. Betörende Bilder der Stadt korrespondieren mit dem Seelenzustand des Protagonisten. Im faszinierenden Licht Oslos und bei beginnender winterlicher Kälte gelingt es Joachim Trier, seinen Protagonisten niemals selbstmitleidig, sondern radikal ehrlich wirken zu lassen.

Archipelago

GBR

2010

Joanna Hogg

Tom Hiddleston, Amy Lloyd

Auf Edward wartet ein großes Abenteuer, ein bedeutender Schritt in die Unabhängigkeit: Der junge Mann will für ein Jahr nach Afrika gehen, um ehrenamtlich zu arbeiten. Vorher soll die Familie jedoch noch einmal zusammenkommen, um den Abschied zu feiern, und so bricht er mit Mutter und Schwester zu einem Urlaub auf den abgelegenen Scilly-Inseln auf. Hier wollen sie auch Edwards Vater treffen, doch als sich dessen Anreise verzögert, bekommt die heile Familienfassade Risse… „Eine Meditation, eine filmische Disputation für vier Personen. Ein schöner, merkwürdiger Film für alle, die weder an Zufälle noch an Notwendigkeiten glauben und doch wissen, dass alles im Leben von ihnen abhängt.“ (Der Tagesspiegel, Berlin)

Papusza - Die Poetin der Roma

POL

2013

Joanna Kos-Krauze & Krzysztof Krauze

Zbigniew Walerys, Jowita Miondlikowska

Poetischer Film in monumentalen Schwarzweiß-Aufnahmen über die Roma-Poetin Bronislawa Wajs: Erzählt wird die wahre Geschichte der polnischen Dichterin Papusza. Mit der Veröffentlichung ihrer Gedichte trat sie der traditionellen Denkweise der Menschen über Frauen gegenüber. Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, erlebte sie beide Weltkriege, wurde in eine Verlobung gezwungen und lebte in großer Armut. Ihr Leben änderte sich, als der Dichter Jerzy Ficowski ihr Talent zum Schreiben entdeckte. Der Film handelt auch vom repressiven, die Sesshaftigkeit einfordernden Umgang der polnischen Regierung mit Minderheiten. Überzeugende Mischung aus Zeitzeugnis und Künstlerporträt.

Deus Hochzeit

Portugal / Frankreich

1998

João César Monteiro

Rita Durão, João César Monteiro, Joana Azevedo

João de Deus ist ein kauziger Individualist, ein Erotomane und anarchischer Lebenskünstler, der alle Tabus und Grenzen des so genannten guten Geschmacks überschreitet und den Kampf mit Gott und dem Teufel zugleich herausfordert. Nach einem Picknick auf einer Bank im Grünen erscheint ein Gesandter Gottes und schenkt dem Alten einen Koffer voller Geld, das ihn zum reichsten Mann der Erde macht. Doch erst einmal läßt João den Koffer geöffnet stehen, um eine lebensmüde junge Frau vor dem Ertrinken zu retten und sie der Obhut eines Klosters anzuvertrauen. Der portugiesische Filmemacher João César Monteiro ist ein Paradiesvogel – im eigenen Land wie auch in Europa. In DEUS‘ HOCHZEIT erzählt er eine ungewöhnliche und provokante Liebesgeschichte und feiert die Freiheit einer dem Zeitgeist entrückten Welt, die sich selbst genügt und von Geschäften, Intrigen und Machtspielen nichts wissen will. „Es bleibt… eine grundlose Heiterkeit. Das Bild eines glücklichen Menschen, im Paradies oder auf einer Bank am Teich, ist vielleicht erfunden, nicht mehr als eine Phantasie. In Monteiros Film ist es wirklicher geworden. (epd Film)

Der Ornithologe

POR

2016

João Pedro Rodrigues

Paul Hamy, Xelo Cagiao, Han Wen.

Auf der Suche nach dem seltenen Schwarzstorch gerät der Ornithologe Fernando mit seinem Kajak auf einem Fluss im Norden Portugals in eine Stromschnelle; kentert; ertrinkt beinahe. Und wird von zwei erzkatholischen chinesischen lesbischen Pilgerinnen gerettet, die freilich bizarre Pläne mit ihm haben – ein Re-Enactment des Märtyrertums des Heiligen Sebastian. Fernando muss sich vor seinen Helferinnen retten und kämpft sich durch den dichten Wald, wo verschiedene mysteriöse Begebenheiten auf ihn warten: Karnevalistische betrunkene Schamanen, barbusige lateinsprechende Amazonen und eine erotische Begegnung mit einem stummen Hirten… João Pedro Rodrigues, einer der wichtigsten Regisseuren Portugals und einer aufregendsten Auteurs des queeren Kinos, erzählt eine mystische Odyssee durch eine betörend surreale Dschungelwelt, die zugleich eine zeitgemäße, queere Interpretation der Legende des Heiligen Antonius ist: Ein Film wie ein Traum von Tod, Auferstehung und Märtyrertum, der sexuelle und spirituelle Grenzen auflöst.
In Locarno erhielt Rodrigues den Silbernen Leoparden für die beste Regie.

Irrlicht

PRT/FRA

2022

João Pedro Rodrigues

Mauro Costa, André Cabral, Margarida Vila-Nova, Miguel Loureiro

2069: Auf dem Sterbebett erinnert sich der ehrwürdige Regent Alfredo, König ohne Krone, an seine ausschweifende Jugend als Feuerwehr-Azubi. Die Begegnung mit seinem Ausbilder Afonso entzündete damals eine leidenschaftliche Liebe – und den gemeinsamen Willen, den Status quo zu verändern.
Der neue Film des portugiesischen Kultregisseurs João Pedro Rodrigues (DER ORNITHOLOGE, 2016) ist eine wild-irrlichternde Mischung aus Musical, Folklore, Fantasy und queerer Erweckungsgeschichte im Zeichen von Postkolonialität und Klimaschutz – mit perfekt choreografiertem Liebestanz, sexy Feuerwehrmännern in Jockstraps und Baum-Penis-Memory gegen den Flächenbrand. „Einer der schönsten Filme des Jahres 2022!“ (Süddeutsche Zeitung)

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