Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

The Life Before This

Kanada

1999

Jerry Ciccoretti

Sarah Polley, Stephen Rea

Bei einem Überfall kommen mehrere Besucher eines Coffee-Shops ums Leben: In Rückblenden zeigt Ciccoretti, wie die Opfer ihren letzten Tag verbringen und – noch wichtiger – wie sie der Willkür des Schicksals vielleicht doch noch entgehen könnten.

Pharao

POL

1966

Jerzy Kawalerowicz

Jerzy Zelnik, Andrzej Girtler, Wieslawa Mazurkiewicz

Der Film spielt im antiken Ägypten. Der Titelheld ist aber keine historisch verbürgte Persönlichkeit, sondern der fiktive Pharao Ramses XIII. Der junge Herrscher legt sich mit den Priestern an und will sie entmachten. Regisseur Jerzy Kawalerowicz konzentrierte sich, ohne dabei die Hollywood-Klischees zu bemühen, auf die Darstellung der universellen Mechanismen des Kampfes um die Macht und um den Einfluß der Religion auf das gesellschaftliche Leben. PHARAO war für die polnische Filmindustrie eine Großproduktion, ein Exportschlager, und einer der größten kommerziellen Erfolge des polnischen Kinos.

Eo

POL/GBR/ITA

2022

Jerzy Skolimowski

Sandra Drzymalska, Lorenzo Zurzolo, Mateusz Kosciukiewicz, Isabelle Huppert

Die Welt, aus dem Blickwinkel eines Esels gesehen: Ein Grauesel wird von Tierschützern aus einem Zirkus befreit, landet in einem Pferdestall, bricht aus, gerät in eine Kleinstadt-Bar und auf eine Fuchsfarm. Der Reichtum des Films liegt in den Begegnungen und Begebenheiten, die der Esel auf seinem Weg durchmacht. In seiner Hommage an Robert Bressons ZUM BEISPIEL BALTHASAR von 1966 gelingt Jerzy Skolimowski eine überzeugende Gesellschaftsfabel zwischen Leiden und Glück und surrealen Momenten. Skolimowski ist seit den 1960ern eine Größe des europäischen Kinos, mit Drehbüchern für Andrei Wajda und Roman Polanski, mit DEEP END (1970) und (zuletzt) ESSENTIAL KILLING (2010), mit Auszeichnungen in Berlin und Cannes. In diesem Spielfilm mit tierischem Hauptdarsteller kann alles passieren, Skolimowski lässt seinen Esel sogar träumen. „Man kann kaum glauben, dass dieser visuell so moderne, irrwitzige Film von einem 84-Jährigen stammt.“ (Filmfestival Cologne)  

Hotel

AUT/DEU

2004

Jessica Hausner

Franziska Weisz, Birgit Minichmayr, Marlene Streeruwitz

HOTEL ist ein Mystery-Thriller, der im tief verborgenen finsteren Wald spielt. Irene findet im Waldhotel ihre neue Stelle und ist fasziniert von der magischen Atmosphäre einer fantastischen wie rätselhaften Ruhe. Schnell erfährt sie, daß ihre Vorgängerin auf mysteriöse Weise verschwunden ist und beginnt, der großen Stille zu misstrauen. Die labyrinthischen Hotelflure und verwaisten Passagen führen ins Nichts, die verschwiegene Belegschaft scheint ebenso feindselig wie desinteressiert. Schleichend verwebt sich ihr eigenes Schicksal mit dem ihrer Vorgängerin. Bald sieht sie sich von einer geheimnisvollen Gefahr bedroht, der sie verzweifelt zu entrinnen versucht. Preis: Bester Film, Diagonale 2005. FSk: frei ab 12 Jahren

Roads - Zwischen Düsseldorf und New Orleans

DEU

2015

Jessica Jacoby

1938 gelang dem jüdischen Fotographen Klaus Jacoby die Flucht aus Nazideutschland in die USA. 1950 kehrte er in sein Geburtsland zurück, als Journalist arbeitete er für eine Zeitung der amerikanischen Streitkräfte. Und lernte bei einer Reportage über deutsche Künstler Susanne Körber kennen, Tochter der Schauspielerin Hilde Körber und ihres vormaligen Ehemannes Veit Harlan – berüchtigt für seinen Propagandafilm JUD SÜSS…
Jessica Jacoby, Berliner Journalistin und Filmemacherin, ist die Tochter von Klaus Jacoby und Susanne Körber – und sie fand bei einer Tante in Südafrika über hundert Briefe, die ihre Großeltern väterlicherseits ihren Kindern geschrieben hatten vor der Deportation nach Minsk 1941. Diese Briefe und das Tagebuch ihres Vaters verknüpft die Regisseurin zu einem bewegenden filmischen Dialog, das Vertreibung und Exil, aber auch die Nachkriegszeit mit ihren Verwerfungen und Sehnsüchten nachzeichnet.
Anschließend Filmdiskussion mit Jessica Jacoby

Roads – Zwischen Düsseldorf und New Orleans

DEU

2ß15

Jessica Jacoby

1938 gelang dem jüdischen Fotographen Klaus Jacoby die Flucht aus Nazideutschland in die USA. 1950 kehrte er in sein Geburtsland zurück, als Journalist arbeitete er für eine Zeitung der amerikanischen Streitkräfte. Und lernte bei einer Reportage über deutsche Künstler Susanne Körber kennen, Tochter der Schauspielerin Hilde Körber und ihres vormaligen Ehemannes Veit Harlan – berüchtigt für seinen Propagandafilm JUD SÜSS…
Jessica Jacoby, Berliner Journalistin und Filmemacherin, ist die Tochter von Klaus Jabocy und Susanne Körber – und sie fand bei einer Tante in Südafrika über hundert Briefe, die ihre Großeltern väterlicherseits ihren Kindern geschrieben hatten vor der Deportation nach Minsk 1941. Diese Briefe und das Tagebuch ihres Vaters verknüpft die Regisseurin zu einem bewegenden filmischen Dialog, das Vertreibung und Exil, aber auch die Nachkriegszeit mit ihren Verwerfungen und Sehnsüchten nachzeichnet.
Anschließend Filmdiskussion mit Jessica Jacoby

A Touch of Sin

CHN/JAP

2013

Jia Zhang-Ke

Jiang Wu, Meng Li

Der Gewinnerfilm des Goldenen-Löwen für das beste Drehbuch in Cannes 2013 vernetzt vier Personen, die in verschiedenen Regionen Chinas leben und mit ihrem Dasein nicht zurechtkommen. Sie kommen aus unterschiedlichen Regionen des Landes, leben sehr unterschiedliche Leben und stehen vor unterschiedlichen Problemen und Herausforderungen. Im China des 21. Jahrhunderts und zwischen Fortschritt, Globalisierung und einer weit verbreiteten Armut machen sie alle jedoch die Erfahrung, wie sie auf die eine oder andere Weise in eine folgenschwere Spirale der Gewalt geraten. Und sie alle müssen einen eigenen Weg finden, damit umzugehen…
Am 09.03. „Krönchenfilm“: für CQ-Mitglieder Eintritt frei.

Caught by the Tides

CHN

2024

Jia Zhang-Ke

Zhao Tao, Li Zhubin, Pan Jianlin, Lan Zhou

Qiaoqiao und Bin sind verliebt – doch als Bin in eine andere Provinz zieht, bleibt Qiaoqiao unglücklich zurück. Sie macht sich auf die Suche, eine Suche, die mehr als 20 Jahre umspannt, in denen sich das Land um sie herum gravierend verändert.

Jia Zhang-Ke (STILL LIFE, 2006, ASCHE IST REINES WEISS, 2018) ist der große filmische Chronist des modernen China; in seinem neuen Film folgt er seiner Protagonistin, dargestellt von Zhao Tao, die in vielen seiner Filme mitspielt. Ihre Geschichte verflicht er mit Filmmaterial, das er seit 2001 in verschiedenen chinesischen Provinzen gedreht hat, und schafft so das authentische Porträt des Wandels. „Einer der überraschendsten, ungewöhnlichsten, schönsten Filme, die dieses Jahr im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes gezeigt wurden.“ (programmkino.de)

Die Reise ins Labyrinth

GBR/USA

1986

Jim Henson

David Bowie, Jennifer Connelly

Die 15-jährige Sarah flüchtet sich immer wieder in Fantasiewelten. Als sie eines Abends auf ihren kleinen Bruder Toby aufpassen muss, hört er nicht mehr auf zu weinen und prompt wünscht sie sich, dass er von Kobolden entführt wird. Plötzlich ist Toby tatsächlich weg und der Koboldkönig Jareth erscheint: Sarah bekommt 13 Stunden Zeit, um ihren Bruder aus seinem Schloss zu befreien. Wenn sie es nicht schafft, wird Toby in einen Kobold verwandelt. Allerdings ist Jareths Schloss von einem riesigen Labyrinth umgeben…

Der Film von „Muppets“-Erfinder Jim Henson etablierte er sich schnell zum Kultfilm – nicht zuletzt durch Musiklegende und Koboldkönig David Bowie!

Abschied vom Collini-Center: Night on Earth

FRA/GBR/DEU/USA

1991

Jim Jarmusch

inona Ryder, Gena Rowlands, Armin Müller-Stahl, Roberto Benigni, Matti Pellonpää.

1971 gegründet, seit 1990 im Collini-Center: Nun geht eine Ära zu Ende für das Kommunale Kino in Mannheim. Wir brechen hier die Zelte ab – und bauen in K 1 eine neue Leinwand auf!
Zur Finissage zeigen wir einen unserer Lieblingsfilme. In einer Versteigerung bieten wir Teile unseres Inventars feil, von Plakaten über VHS-Kassetten und DVDs bis zu Kinosesseln. Das Publikum ist bei freiem Eintritt und Open End an der Bar eingeladen, sich vom Kino im Collini-Center zu verabschieden mit einem fröhlichen „Auf Wiedersehen!“ – in K1, 2 zur Neueröffnung am 30. November.
Night on Earth: Fünf Länder, fünf Taxen, fünf einzigartige Geschichten, eine Nacht: Taxifahrten durch Los Angeles, New York, Paris, Rom und Helsinki sind Begegnungen mit verschrobenen Charakteren, Momentaufnahmen der Gesellschaft, Spiele des Zufalls. Jarmusch entfaltet eine weltumspannende Gemeinschaft, inklusive Ostdeutschen mit Automatikgetriebe-Problemen, schlagfertigen Blinden, besoffene Finnen und todesmutigen Italienern. Lakonisch und liebevoll entfaltet Jim Jarmusch im kleinen Raum des Taxis große Geschichten und zollt nebenbei verehrten Regiekollegen Referenz.
Eintritt frei!

Dead Man

USA

1995

Jim Jarmusch

Johnny Depp, Gary Farmer, Billy Bob Thornton

Voller Tatendrang und Zukunftspläne startet der junge Amerikaner William Blake in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gen Westen — begleitet von den elektronischen, unendlichen Gitarrenklängen Neil Youngs. In einer Eisenfabrik am Ende der Bahnschienen will William als Buchhalter arbeiten. Doch dazu kommt es nie. Denn schon am ersten Abend in seiner neuen Heimatstadt erschießt er ungewollt zu seiner eigenen Überraschung einen eifersüchtigen Westernhelden. Plötzlich zum Outlaw geworden, muss William Blake fliehen. Selbst durch eine Kugel des Kontrahenten verletzt, beginnt für William eine Reise in seine wahre Zukunft — in eine Welt auf der anderen Seite des Lebens als Dead Man. Düsterer Abgesang auf den Western, voller parodistischer Genrezitate und Cameoauftritte von Iggy Pop, Robert Mitchum, Gabriel Byrne und John Hurt.

Down by Law

USA

1986

Jim Jarmusch

John Lurie, Tom Waits, Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Ellen Barkin

Mit seinem dritten Spielfilm kam Jim Jarmusch ganz groß raus: Der irre Trip dreier flüchtiger Knackis durch die Sümpfe von Luisiana begeisterte die Independent-Film-Familie weltweit.
John Lurie und Tom Waits, obercool und unschuldig im Knast, raufen sich zusammen und treffen auf den dauerquasselnden, in zerbrochenem Englisch radebrechenden Italiener Roberto Benigni. Das Trio bildet eine Notgemeinschaft, aus der so etwas wie Freundschaft wird. In bestechend rauen Schwarzweißbildern spielt Jarmusch seine Stärken aus: Lakonisch, poetisch, voll Humor und Humanismus, melancholisch und mit Sinn fürs Absurde führt seine eigenwilligen Protagonisten in die Freiheit; in mehrfacher Hinsicht. Ein Kultfilm!

Ghost Dog

USA / FRANKREICH

1999

Jim Jarmusch

Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman

Ghost Dog ist ein US-Samurai der 90er Jahre. Er lebt auf dem Dach eines Hochhauses mit seinen Tauben, die ihm als Boten dienen – im Zeitalter von Internet und Handy ein Anachronismus, der ihn schützt und quasi unsichtbar macht. Er arbeitet für den Mafiaboß Louie, weil der ihm als Kind bei einer Schießerei das Leben rettete. Als Ghost Dog bei einem Auftrag eine zufällig anwesende junge Frau laufen läßt, will der Kopf der Mafiafamilie den unzuverlässigen Killer töten. Forest Whitaker als charismatischer Samurai, der scheinbar schwerelos durch die Straßen der Großstadt gleitet, obwohl er auf den ersten Blick eher wie ein behäbiger Rapper aussieht, ist in seiner besten Rolle seit der des Jazz-Saxophonisten Charlie Parker in BIRD zu sehen. Mit einem Vortrag von Dr. Ludwig Janus zu dem Thema „Die tragische Individuationsreise eines Schwarzen zwischen Samurai-Idealen und amerikanischem Mafia-Milieu“.

Ghost Dog - Der Weg Des Samurai

USA

1999

Jim Jarmusch

Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman

Ghost Dog lebt über der Welt, unter Vögeln, in einer Hütte, die er auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes errichtet hat. Ghost Dog ist ein professioneller Killer, der im Dunkel der Nacht verschwindet und sich unbemerkt durch die Stadt bewegen kann. Sein Leitfaden ist ein alter Verhaltenscodex der Samurai. Als Ghost Dogs Grundsätze von der verstörten Mafiasippe, die ihn gelegentlich beschäftigt, sträflich missachtet werden, reagiert er strikt im Einklang mit dem Weg des Samurai. Ein überragender Forest Whitaker kann es mit dem Gangster-Archetypen Alain Delon durchaus aufnehmen. Wie stets bei Jarmusch lebt auch „Ghost Dog“ von einer magischen Stimmung, die sich schon nach wenigen Minuten einstellt. Vorgestellt von Bernd Böhlendorf

Nicht On Earth

USA

1991

Jim Jarmusch

In Los Angeles, New York, Paris, Rom und Helsinki steigt jemand in ein Taxi und die Fahrt beginnt. Fünf Geschichten, die gleichzeitig, jedoch in unterschiedlichen Zeitzonen spielen, erzählt Jim Jarmusch, Allerweltsgeschichten, rührend, komisch, absurd manchmal, Touristenanekdoten eines etwas anderen Reisenden. Eine Hollywoodagentin stellt ihrer Taxifahrerin in Los Angeles eine Karriere in Aussicht. Dem kindlich schüchternen Helmut verwandelt sich, unter Führung seines coolen Begleiters, die Stadt New York in einen Traum. In Paris muss sich ein Taxifahrer von der Elfenbeinküste mit zwei rassistischen Diplomaten aus Kamerun auseinandersetzen. In Rom legt der unaufhörlich plappernde Erotomane seine Beichte ab, während sein Fahrgast, ein Priester, stirbt. Und in Helsinki sitzt ein betrunkener Mann im Schnee und wartet. Jarmusch konnte seine filmische Reflexion über die Zeit mit einem riesigen Staraufgebot besetzen, Tom Waits machte die Musik dazu.

Permanent Vacation

USA

1980

Jim Jarmusch

Chris Parker, John Lurie, Sara Driver

Im März stellt der Kabarettist Einhart Klucke seinen Lieblingsfilm vor. Der 1946 geborene Mime mit dem altdeutschen Vornamen begeistert seit vielen Jahren durch seine witzigen, linken Kabarettprogramme wie zuletzt ‚Apo/Opa’, ‚Mannheim macht mich langsam müde’ oder ganz frisch ‚Ich kenne meine Grenzen’ (Premiere im Februar). Dass er eigentlich Lehrer werden wollte/sollte, weiß auch keiner! Er präsentiert: PERMANENT VACATION Premiere feierte PERMANENT VACATION auf der Mannheimer Filmwoche! Der Debütfilm von Jim Jarmusch ist ein lyrisches Porträt Manhattans und des 16-jährigen Allie Parker, der seine Zeit an den unterschiedlichsten Orten verbringt, immer neue Freunde findet und ständig umzieht. In diesem scheinbar leeren Raum der Lower East Side wächst aber eine neue Kultur: Spraydosenzeichen, Musikfetzen, flüchtig, ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Auch Allie hinterlässt keine Spuren – er befindet sich in dauernder, richtungsloser Bewegung, deren extremer Ausdruck ein in sich gerichteter, tranceartiger Tanz ist.

Gimme Danger

USA

2016

Jim Jarmush

Manche Performer flirten mit der Gefahr. Iggy Pop umarmt sie. Jim Jarmusch porträtiert Iggy und seine Band The Stooges, die in den späten 1960ern und frühen 1970ern losstürmten, um als eine der einflussreichsten – wenn auch damals nicht sehr erfolgreichen – Rockbands ihren Platz in der Musikgeschichte einzunehmen.

Night on Earth

FRA/GBR/DEU/USA

1991

Jim Jarmush

Winona Ryder, Gena Rowlands, Armin Müller-Stahl, Roberto Benigni, Matti Pellonpää.

Fünf Länder, fünf Taxen, fünf einzigartige Geschichten: Jim Jarmuschs Episodenfilm NIGHT ON EARTH erzählt (jeweils in der Landessprache) von Rom bis Helsinki, von Paris bis Los Angeles, was Taxifahrern – oder ihren Fahrtgästen – so alles passiert. Da ist die junge, bildhübsche Corky, die eine Casting-Agentin chauffiert. Corky will nicht Taxi fahren, aber ein Jobangebot beim Film schlägt sie aus: Mechanikerin werden, das sei ihr Ziel. In Rom folgen wir einem Taxifahrer, der von Vorschriften wenig hält (warum nicht mal umgekehrt in die Einbahnstraße fahren?), und in New York erleben wir den Ostdeutschen Helmut, den das Automatikgetriebe seines Autos so irritiert, dass schließlich der Gast das Steuer übernimmt. Besoffene Finnen sind ebenso mit von der Partie wie eine schlagfertige Blinde in Paris. Und so setzt sich eine Ausnahme-Komödie mit Staraufgebot zusammen, wie es sie seitdem nicht mehr gegeben hat. 
Veranstaltungsort: zeitraumexit/Hof, Hafenstraße 68, 68159 Mannheim
Bei schlechtem Wetter im zeitraumexit-Gebäude
Eintritt: regulär 7 Euro/ermäßigt und Mitglieder 5 Euro

Beginn 21:00 Uhr, Einlass ab 20:00 Uhr, Filmstart mit Einbruch der Dämmerung

Only Lovers Left Alive

GBR/DEU

2013

Jim Jarmush

Tilda Swinton, Tom Hiddleston, John Hurt

Das Comeback von Indie-Kultregisseur Jim Jarmusch: Undergroundmusiker Adam versteckt sich in einer heruntergekommen Villa in Detroit, seine große Liebe Eve verbirgt sich in der Kasbah von Tanger. Die beiden gehören einer ganz besonderen, nachtaktiven Spezies an. Für die seit ewigen Zeiten unsterblich Verliebten ist die Reinheit des Blutes, das sie konsumieren, zur Überlebensfrage geworden. Doch die vergiftete Umwelt, die hirnlosen Menschen, die die große Kultur der Vergangenheit in der multimedialen Unterhaltungsgegenwart nicht mehr zu schätzen wissen – all das treibt Adam in Depression. Eve sieht sich gezwungen zu handeln. In der etwas anderen Vampirromanze von Jarmusch sind Adam und Eve coole Lebenskünstler, die ihre barbarischen Triebe – meist – unter Kontrolle haben. Entspannt lakonisch, mal traurig und immer wieder überraschend: Ein kritischer Blick auf eine konsumwütige Welt und das Porträt einer unsterblichen Liebe…
Mit der umwerfenden Präsenz der Hauptdarsteller Tilda Swinton und Tom Hiddleston entstehen hypnotische Sequenzen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Vorgestellt von: Helmut Däuker

Paterson

USA

2016

Jim Jarmush

Adam Driver, Golshifteh Farahani, Barry Shabaka Henley

PATERSON erzählt vom Busfahrer Paterson in der Stadt Paterson in New Jersey. Sein Alltag ist Routine, doch die Kleinstadt und ihre Bewohner sind Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf einer Parkbank verfasst. Die Gedichte schreibt er für sich, seine Frau dagegen wagt extrovertiert täglich ein neues künstlerisches Projekt, eine neue Idee, das Leben zu gestalten. Minimalistisch, liebevoll und mit dem ihm eigenen lakonischen Humor stellt Jim Jarmusch Paterson – den Protagonisten und die Stadt – dem Zuschauer vor: Eine Feier der Kreativität im Alltag. Jeder der Einwohner von Paterson hat eine ganz individuelle Eigentümlichkeit, die Paterson als stiller Chronist seiner Stadt mit seiner Poesie einfängt. Ein wunderschöner Film, in dem nichts passiert – und doch alles.
Einführung: Gabriele Witt-Schneider und Gerhard Schneider

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