Rodriguez’ Held ist ein Müllmann in Lissabon, dieser prachtvollen Stadt, die nach Mitternacht allerdings auch nicht viel anders aussieht als Brooklyn. Der Müll, die Stadt und der Sex – das bedeutet für Sérgio, den jungen Streuner mit knackigem Hintern und Waschbrettbauch, die unablässige Befriedigung seiner polymorph-perversen Gelüste. Was die anderen wegwerfen, wird für ihn zur Schatzkammer der Sekrete und Gerüche. Ständig sieht man ihn in diesem ausschließlich in der Dunkelheit spielenden Film an irgendetwas schnüffeln, alte Lumpen kneten oder auch mal die Duschkabine eines öffentlichen Schwimmbades ablecken. Ob nun das schwarze Kunstleder eines Motorradsitzes, die Unterhose der Nachbarin oder der eigene Hund, für Sérgio ist potenziell alles Fetisch. Und die Stadt gehorcht willig den Phantasmen ihres animalischen Helden, bis hin zu Polizisten, die ihn beim Spannen ertappen, dann aber gleich lüstern mit dem Schlagstock zustoßen. Überhaupt wird in O FANTASMA hinter jeder Tür gerubbelt, gerammelt, masturbiert und gefummelt. Wenn dann auch noch Latexsex ins Spiel kommt, erleben wir auf der Leinwand endgültig die Apotheose eines sexualisierten Nosferatu. (die taz)