Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Ich Kenn Keinen! – Allein Unter Heteros

Deutschland

2003

Jochen Hick

Hartmut Alber, Stefan Braun

Schwule Lebenswelten sind etablierter Bestandteil einer städtischen Kultur. Die schillernden Paraden zum CSD demonstrieren alljährlich ein befreites Klima, seit der ersatzlosen Streichung des § 175 hat sich vieles zum Positiven verändert. Doch auf dem Land, zum Beispiel im Schwäbischen, gibt es nach wie vor Probleme. Da schwätzeln die Nachbarn, da wird die ’schwule Sau‘ noch öffentlich benannt, und da schämen sich die Mütter, wenn der Sohn kein nettes Mädel mit nach Hause bringt. Jochen Hick lässt sich von schwulen Männern unterschiedlichen Alters den Alltag auf dem Land zeigen, begleitet ihre erotischen Fluchten zwischen Dorf und großer Welt nach Thailand, Zürich und Berlin. Aber er überlässt den Schwulen nicht das alleinige Wort, sondern spürt amüsiert, hintergründig und neugierig dem heterosexuellen Urteil über schwule Lebenswelten nach und lässt Kirchenchor und Stammtisch, Mütter und Bekannte zu Wort kommen. ICH KENN KEINEN!… wurde auf über 70 internationale Festivals eingeladen und in Berlin mit dem Teddy Award für den besten schwul-lesbischen Dokumentarfilm prämiert. „Funny, poignant and charming“ (Variety), „Sehr sehenswert!“ (Zitty)

Mein wunderbares West-Berlin

DEU

2017

Jochen Hick

Berlin ist heute als queere Hauptstadt Europas Fluchtpunkt für nichthetereosexuelle Menschen aus aller Welt. Die Ursprünge dieses Freiheitsgefühls sind tief verwurzelt im ehemals eingemauerten Westen der Stadt: Schon in den 1960er Jahren gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, setzte sich die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ für die Streichung von § 175 ein. Was wir heute als queere Berliner Institutionen kennen – vom Schwulen Museum über das SchwuZ und den Teddy-Award bis zu den Aids-Hilfen – wurde in West-Berlin auf den Weg gebracht.
Nach OUT IN OST-BERLIN ist dies der zweite Teil von Jochen Hicks Berlin-Trilogie. Er lässt hier Zeitgenossen zu Wort kommen: Aktivisten und Lebenskünstler, Tavestiestars und Filmregisseure, Modemacher und Djs. Mit ihren Erinnerungen an persönliche und gesellschaftliche Kämpfe, heimliche Blicke und rauschhaften Sex, legendäre Partys und wütende Demonstrationen entsteht in Verbindung mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial das faszinierende Panorama des schwulen Lebens in Berlin vom Kriegsende bis zum Mauerfall.

Queer Exile Berlin

DEU

2023

Jochen Hick

Berlin als selbstgewähltes Exil für queere Menschen aus aller Welt: Jochen Hick, einer der wichtigen LGBTI-Filmemacher in Deutschland, begleitet einige von ihnen. Etwa Eunice aus Portugal, der seinen Transitionsprozess beginnt, Haidar aus Syrien, der als Tänzer und Performer namens „The Darvish“ arbeitet, Mischa, armenischer Abstammung, der in spektakulären Live-Shows seinen Körper und seine Sexualität erforscht, die Dragqueen Gloria oder die Aktivistin Monika – ein wahrhaftiges Porträt Berlins als immerwährender Sehnsuchtsort und Herausforderung für alle Neuankömmlinge. „Äußerst sehenswert – 5 Sterne!“ (Tip Berlin) – „ein Film fur Nicht-Berliner, fur Szenefremde und Leute, die der Fehldarstellung mancher Gruppe auf den Leim gegangen sind.“ (kino-zeit.de)
Am 7. Juni in Anwesenheit von Regisseur Jochen Hick, mit anschließender Diskussion!

Fisimatenten

D

2000

Jochen Kuhn

Maximilian Schell, Edgar Selge, Tonio Arango, Alexandra Lara

Edward übermalt stets ein Bild, das nie fertig wird und somit unverkäuflich ist. Er begibt sich auf den argen Weg der Erkenntnis, begegnet einem Galeristen, der Fälschungen verkauft, neureichen Kapitalisten sowie einem melancholischen Pastor und entschließt sich, dem Künstlerleben abzuschwören. Jochen Kuhns Film attackiert das liebgewonnene Klischee vom freien Künstler, der angeblich seiner Zeit voraus und den gewöhnlichen Mitmenschen kreativ überlegen ist. Verließ Gauguin seinerseits das geregelte Leben eines Bankangestellten, um in der Südsee frei schaffen zu können, so läßt Kuhn seinen Helden Edward zurückkehren in eine Angestelltenwelt, in der Konventionen für innere Ruhe und Ordnung sorgen. In der ironisch-melancholischen Parabel verdichtet und glossiert der Regisseur seine eigenen Erfahrungen als Künstler. Mit FISIMATENTEN zieht ein Ton ins deutsche Kino ein, der am ehesten mit dem Begriff heiter-philosophischer Gelassenheit bezeichnet werden könnte; eine Melange aus französischem Esprit und dem melancholischen Witz eines Herbert Achternbusch, und doch etwas ganz Eigenes, Unverwechselbares.

Der weiße Hai 3-D

USA

1983

Joe Alves

Dennis Quaid, Bess Armstrong, Simon MacCorkindale, Louis Gossett Jr.

Der dritte Teil nach Steven Spielbergs Erfolgsfilm wurde in 3D gedreht: Michael Brody, Sohn von Chief Brody, der einstens den großen Hai erlegt hat, ist Ingenieur eines Unterwasser-Vergnügungsparks in Florida. Kurz vor der Eröffnung dringt ein weiblicher Weißer Hai in die Anlage ein – zunächst unbemerkt beginnt der Raubfisch zu wüten. Und: Das Haiweibchen bekommt ein Jungtier, immerhin drei Meter lang! Der Jung-Hai wird schließlich gefangengenommen, der Vergnügungspark eröffnet. Aber die Haimutter ist ja auch noch da…

Der mit Sicherheit größte 3D-Film der 80er konnte die Kritik zwar nicht begeistern, war aber mit satten 88 Millionen Dollar ein sehr ordentlicher Erfolg an den Kinokassen. Die großartigen Über- und Unterwasseraufnahmen in 3D machen einiges her – 3D-Attraktionskino, das in einer Freizeitattraktion spielt!

Gremlins – Kleine Monster

USA

1984

Joe Dante

h Gallligan, Phoebe Cates, Hoyt Axton, Polly Holliday

Nicht dem Sonnenlicht aussetzen – nicht nass werden lassen – nicht nach Mitternacht füttern: Als Billy ein kleines Pelzwesen bekommt, geht natürlich alles schief, und bald terrorisiert eine Armee von fiesen, gefräßigen Gremlins nicht nur Familie Peltzer, sondern das ganze Städtchen. Und das zu Weihnachten…

Kleine Viecher, großer Schrecken – dieser ätzend anarchische 80er-Jahre-Kultfilm mischt perfekt Horror und Spaß!

Für alle Besucher*innen gibt es ein Halloween-Special-Begrüßungsgetränk!

O Brother Where Art Thou - Eine Mississippi-Odyssee

GBR/FRA/USA

2000

Joel & Ethan Coen

George Clooney, Holly Hunter

Tief im Süden der USA in der tiefsten Depressionszeit fliehen drei Kettensträflinge durch ein Maisfeld in Mississippi. Ihr Anführer Ulysses und seine Gefährten erleben auf dem Weg eine moderne Odyssee, die der Heldenreise im griechischen Original entspricht. Sie begegnen Circe und dem einäugigen Polyphem, steigen in die Unterwelt und treffen den Windgott Aiolos, ohne den Süden der USA zu verlassen. Die Filmanalyse von Dr. Peter Bär veranschaulicht die Parallelen der antiken und der modernen Irrfahrt.

Fargo

USA

1996

Joel Coen

Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Peter Stormare, John Carroll Lynch

Eines der großen Meisterwerke der Coen-Brüder: Ein Mann hat einen Plan. Er lässt seine eigene Frau entführen, um den reichen Schwiegervater zu erpressen. Das Problem: Die Entführer sind skrupellose Idioten, der Auftraggeber ist naiv und der Schwiegervater störrisch. Und so kommt es in jenem kalten Winter im ländlichen Minnesota zu einem blutigen Reigen der Mordtaten, die eine tapfere – und hochschwangere – Polizistin zu durchschauen sich bemüht. Frances McDormand – seit 1984 mit Joel Coen verheiratet – in einer ihrer größten Rollen, für die sie denn auch mit dem Oscar ausgezeichnet wurde: Eine einsame Stimme der Vernunft in einer Welt voll brutaler und absurder Verwicklungen.

O Brother, Where Art Thou?

USA

2000

Joel Coen

George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson

Im tiefen Süden der USA, in den Zeiten der Depression, fliehen drei Kettensträflinge durch ein Maisfeld in Mississippi: Everett Ulysses McGill, der selbstbewusste Anführer, Delmar, der freundliche Einfaltspinsel, sowie der hitzköpfige Pete. Auf ihrer Flucht in die Freiheit erlebt die schräge Dreierbande das größte Abenteuer ihres Lebens. Da ist ein hinterhältiger Bauer, der das Trio an die Polizei verrät. Es gibt verführerische Sirenen, die am Flußufer lauern. Einen einäugigen Bibelverkäufer, dem man besser nicht trauen sollte. Eine nächtliche Ku-Klux-Klan-Parade sowie einen Gouverneur, der verzweifelt Wahlen gewinnen will. Mit einer Einführung und Analyse von Dr. Peter Bär.

O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-odyssee

USA

2000

Joel Coen

George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson

Im tiefen Süden der USA, in den Zeiten der Depression, fliehen drei Kettensträflinge durch ein Maisfeld in Mississippi: Everett Ulysses (= englisch für „Odysseus“) McGill, der selbstbewusste Anführer, Delmar, der freundliche Einfaltspinsel, sowie der hitzköpfige Pete. Auf ihrer Flucht in die Freiheit erlebt die schräge Dreierbande das größte Abenteuer ihres Lebens. Da ist ein hinterhältiger Bauer, der das Trio an die Polizei verrät. Es gibt verführerische Sirenen, die am Flussufer lauern. Einen einäugigen Bibelverkäufer, dem man besser nicht trauen sollte. Eine nächtliche Ku-Klux-Klan-Parade sowie einen Gouverneur, der verzweifelt Wahlen gewinnen will. Dank ihrer musikalischen Begabung nimmt das Abenteuer jedoch ein gutes Ende, wenn auch ein anderes, als es sich die drei Helden sicherlich vorgestellt haben. Eine sehr originelle moderne Odyssee-Geschichte, die in den 30-er Jahren in den USA spielt. Mit Film-Analyse-Referat, in dem die Bezüge zur Homer’schen Odyssee von Dr. Peter Bär dargelegt werden.

Blood Simple – Eine mörderische Nacht – Director’s Cut

USA

1984

Joel Coen, Ethan Coen

John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh

Ihr Filmdebüt enthält bereits alles, was das Kino der Coen-Brüder ausmacht: Arme Würstchen, die aufs Kriminelle setzen, das Schicksal, das ihnen Streiche spielt, und die Leidenschaft, mit der sie sich rauswinden wollen – erzählt mit bitterem Humor und nicht gerade gewaltfrei. Hier nun hat ein Angestellter ein Verhältnis mit der Frau seines Bosses; der beauftragt einen Privatdetektiv, welcher freilich lieber den Auftraggeber umlegt. Woraufhin der Angestellte glaubt, seine Geliebte habe ihren Mann gekillt. Damit ist das blutige Chaos der Missverständnisse und Irrtümer vorprogrammiert – und der Grundstein für eine große Karriere für zwei große Regisseure wie auch für eine herausragende Frances McDormand gelegt.
Zur Wiederaufführung gelangt der Klassiker im Director’s Cut, der um drei Minuten gekürzt (!) wurde – filmisches Timing ist eben alles für die Coens!

The Big Lebowski

USA/GBR

1998

Joel Coen, Ethan Coen

Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, John Turturro

Bademantel und White Russian, Kiffen und Bowlen – das charakterisiert eine der eindrücklichsten und wahnwitzigsten Filmfiguren überhaupt. Jeffrey Lebowski, genannt Der Dude, hat ein Lebenshobby: Rumhängen. Doch aus seiner selbstgewählten Trägheit wird er herausgerissen wegen Namensgleichheit mit einem Millionär. Das führt zu gewaltsamen Drohungen und einem ruinierten (sprich: urinierten) Teppich. Der Beginn einer typischen Coen-Irrfahrt durch Entführungen und Verführungen, Avantgarde-Theater und Nihilisten- Musik, die den Film trotz ursprünglich eher mäßigem Erfolg an den Kinokassen zum Kultfilmklassiker werden ließen. Joel Coen: „Wir wollten eine Chandler-ähnliche Geschichte erzählen – und wir wollten gleichfalls eine hoffnungslos komplexe Handlung, die am Ende doch unwichtig ist.“
Einführung: Mechthild Zeul

A Serious Man

USA

2009

Joel Coen, Ethan Coen.

Michael Stuhlbarg, Aaron Wolff, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick

Physikprofessor Larry Gopnik erleidet aus dem Nichts verschiedene Schicksalschläge: Seine Frau verlangt die Scheidung, sein schizophrener Bruder okkupiert das Badezimmer, anonyme Briefe denunzieren ihn bei seinem Arbeitgeber, der Nachbar ignoriert die Grundstücksgrenzen, und er wartet auf eine Diagnose seines Arztes. Zwischen makabrem Witz und philosophischer Absurdität verknüpfen die Coen-Brüder kafkaeske Motive mit einer modernen Hiob-Geschichte zu einem Porträt der jüdischen Community in Minnesota Ende der 1960er Jahre. Eine Komödie über die Ratlosigkeit angesichts des unerklärbaren Schicksals: Auch wenn man wie Larry Gopnik nie etwas getan hat, bekommt man trotzdem die Rechnung des Schallplattenklubs für das Album des Monats serviert.
Referentin: Christiane Schrader

Blood Simple - Eine mörderische Nacht

USA

1984

Joel u. Ethan Coen

John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh

Voilà das Erstlingswerk der Coen-Brüder, zur Einstimmung auf unser Filmseminar ab 21. März: Weil seine Frau Abby lieber mit seinem Angestellten Ray ins Bett geht, heuert Barbesitzer Marty den zwielichtigen Privatschnüffler Visser an, um die untreue Gattin samt Liebhaber ermorden zu lassen. Visser kassiert zwar das Geld, bringt dann jedoch statt den beiden seinen Auftraggeber um die Ecke. Alle Spuren führen nun zu Abby und Ray…
Ein kleiner Vorgeschmack auf das 12. Mannheimer Filmseminar von 21. – 23. März 2014.

Soundtrack to a Coup d’État

BEL/FRA/NLD

2024

Johan Grimonprez

Dokumentarfilm

Die CIA schickt Louis Armstrong nach Afrika: Wie ist Jazz mit der Ermordung des kongolesischen Premiers Lumumba, also mit Kolonialismus und der großen Weltpolitik verbunden?

Die Verknüpfung von Nikita Chruschtschows berühmtem Wutausbruch vor den Vereinten Nationen am 12. Oktober 1960 mit dem geklatschten Rhythmus einer Jazz-Session bildet nur eine der vielen genialen Einfälle dieses großartigen Films über die Ermordung des kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba und Jazz als Mittel im Kampf um US-amerikanische Hegemonialansprüche. Johan Grimonprez, neben seiner Tätigkeit als Filmemacher vor allem als Bildender Künstler (u. a. DOCUMENTA-Teilnehmer 1997) bekannt, verwebt in seinem vielfach preisgekrönten Essayfilm Globalpolitik und Musikhistorie, das Erbe des Kolonialismus, die Unabhängigkeitsbewegungen vieler afrikanischer Staaten in der Nachkriegszeit, die Machenschaften der CIA und die Verstrickungen afroamerikanischer Musikgrößen zu einem Film, der selbst fast wie eine lässige und klug gebaute Jazz-Sinfonie daherkommt. Einer der besten und klügsten Dokumentarfilme des Jahres: „entwickelt einen Sog, der einen unweigerlich hineinzieht und danach auch nicht mehr loslässt.“ (epd Film)

High Performance - Mandarinen lügen nicht

AUT

2014

Johanna Moder

Marcel Mohab, Manuel Rubey

Der mit dem Publikumspreis des Max-Ophüls-Festival 2014 ausgezeichnete Film erzählt die alte Geschichte zweier grundverschiedener Brüder auf unkonventionell lustige Weise neu: Rudi ist Anzugträger, Daniel fährt Fahrrad. So verschieden die beiden Brüder sind, so interessieren sie sich doch für dieselbe Frau. Aus unterschiedlichen Gründen, wie sich für Nora bald herausstellt… Eine raffinierte Komödie mit Dialogwitz und Tiefgang um Loyalität, Familienbande und Manipulation.

Mother’s Baby

AUT/CHE/DEU

2025

Johanna Moder

Marie Leuenberger, Hans Löw, Claes Bang, Julia Franz Richter

Die 40-jährige Julia ist endlich schwanger, dank der Kinderwunschklinik von Fruchtbarkeitsspezialist Dr. Vilfort. Doch bei der Geburt treten Komplikationen auf. Und als Julia, die ihren Beruf als Dirigentin erstmal pausiert, mit dem Baby vereint ist, stellt sich das erhoffte Glück nicht ein. Das Kind ist still – zu still, geradezu apathisch. Ehemann Georg wischt Julias Empfindungen beiseite. Aber: Ist es überhaupt das Baby, das sie geboren hat?

Mutterschaft als Psychothriller mit Horrortendenz: Johanna Moder schildert sehr genau, unter welchen Erwartungen Mütter stehen, mit einer großartigen Marie Leuenberger in der faszinierenden Mutter-Rolle voller Ambivalenz und Unschärfen. „Der zwischen Drama und Horrorfilm changierende Film macht die Elternzeit zum Schreckenserlebnis und bringt Babyalltag, das Gesellschaftsbild der Mutter und Genretopoi geschickt zusammen.“ (Filmdienst)

Un café sans musique c’est rare à Paris

DEU/FRA

2019

Johanna Pauline Maier

Jana Klein, Charles Fage, Jutta Wernicke, Rainer Sievert, Stéphane Schoukroun

Annas Gepäck ist über Nacht aus dem Hotel verschwunden. Auf den Straßen von Paris trifft sie zwei deutsche Touristen – die sie mit Hanna ansprechen und zu kennen scheinen. Sie folgt den beiden, verliert sie, trifft im Nachtclub den einsamen Eric – und der ist am nächsten Morgen offenbar nicht mehr nur ein One-Night-Stand, sondern ihr langjähriger Freund, mit dem sie eine Tochter hat. Doch das ist nicht die letzte irritierende Station auf dieser Reise durch verschiedene Identitäten – nicht als Mystery-Thriller inszeniert, sondern als experimentelles Drama der Selbst- und Fremdwahrnehmung, des Ich und des Du in einem filmischen Traumspiel.

Draußen

DEU

2018

Johanna Sunder-Plassmann, Tama Tobias-Macht

Matze, Elvis, Peter und Sergio: Vier Persönlichkeiten, vier Überlebenskünstler. Was sie erlebt und überlebt haben, was sie vom Leben wissen und wie erfindungsreich sie sich organisieren, macht ihnen so leicht niemand nach. Die vier leben draußen, auf der Straße oder im Wald. Sie schildern ihr Leben – vielleicht hört ihnen bei diesem Film erstmals jemand zu. Und sie geben Einblicke – die persönlichen Gegenstände, die sie mit sich führen, erzählen ganz eigene Geschichten von einem früheren, besseren Leben. Zwischen dem harten Leben in der Obdachlosigkeit, den Erinnerungen und den beinahe traumartigen Einschüben sorgsam drapierter Habseligkeiten tun sich Abgründe auf, die Lebenswege zerstören können.

Das große Museum

AUT

2014

Johannes Holzhausen

Wer schon immer wissen wollte, wie ein Museum hinter den Ausstellungskulissen tickt, ist hier richtig – der Regisseur Johannes Holzhausen durfte mit seiner Kamera ausgedehnte Streifzüge durch die prachtvollen Räume und gut gefüllten Magazine des Kunsthistorischen Museums in Wien machen. Er beobachtet die Restauratoren bei ihrer höchst diffizilen Arbeit, hört den Kuratoren bei der Planung immer neuer Ausstellungsevents zu und vergisst dabei auch nicht die unabdingbaren Marketing-Kampagnen und Politiker-Besuche, ohne die ein Museum heute nicht mehr bestehen könnte. Ein pensionierter Museumsdirektor kommt auch zu Wort, der die Kampagnen für Kunst mit denen für Zahnpasta vergleicht. Der Film beobachtet den Spagat zwischen altehrwürdiger Kultureinrichtung und aktueller Kulturdienstleistung.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert

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