Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

The Royal Train

AUT/ROU

2019

Johannes Holzhausen

Sie ist die „Hüterin der Krone“ einer Monarchie, die es längst nicht mehr gibt: Margareta von Rumänien. Die Prinzessin betreibt seit einigen Jahren in der Republik Rumänien mit großem, manchmal komischem, meist bierernstem Protokoll Lobbyarbeit für eine Rückkehr ihres Hauses an die Staatsspitze. Der „Königliche Zug“ spielt dabei eine wesentliche Rolle: Nach historischem Vorbild fährt Margareta mit ihrer Entourage im Salonwagen durch das Land und wird von Menschen gefeiert, für die das Königshaus ein bedeutender Identitätsfaktor ist. Auf den Routen des königlichen Zugs macht Johannes Holzhausen auf erhellende und unterhaltsame Weise die Bruchlinien der europäischen Geschichte in der Moderne erkennbar.

Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen

DEU

2023

Johannes Honsell

Dokumentarfilm

Tobias Krell, bekannt als Checker Tobi aus dem KiKA, geht auf Abenteuer: Um eine verschlossene Schatzkiste zu öffnen, muss er die Weltumseglerin Marina suchen, die den Schlüssel hat. Seine Reise führt ihn nach Vietnam in die größte Höhle der Welt und in die berühmte Halong-Bucht mit ihren tausenden Kalksteininseln, über das stürmische südchinesische Meer, zu Pferde-Hirten in der mongolischen Steppe und zu Indigenen im Amazonas-Regenwald Brasiliens. Informationen und Abenteuer: Tobias Krell weiß, wie er ein Millionenpublikum packen kann.

Eintritt: 5 € für alle

Curveball – Wir machen die Wahrheit

DEU

2020

Johannes Naber

Sebastian Blomberg, Dar Salim, Thorsten Merten, Michael Winterborn, Virginia Kull

Curveball: Im Baseball ist das ein Wurf, der kaum zurückgeschlagen werden kann. „Curveball“: Das war der Deckname, den der BND dem Iraker Rafid Alman gab.
Der BND-Biowaffen-Experte Wolf ist besessen von der Idee, dass Saddam Hussein irgendwo im Irak Massenvernichtungswaffen herstellt und lagert. Doch Wolf findet nichts – bis sich im Jahr 1999 Rafid Alman beim BND meldet und sein Wissen gegen Asyl und einen deutschen Pass anbietet. Wolf und seine Vorgesetzten wittern eine brisante Sensation – sind sie doch mit Alman als Quelle dem CIA wie auch dem Mossad endlich mal voraus! Doch stimmt es, was der Iraker behauptet? Und was, wenn nicht? Und was, wenn die Amerikaner eine Lüge für ihre Politik benutzen?
Der Film zur Irakkrieg-Lüge: Johannes Naber hat lange recherchiert – und drehte eine faktenbasierte, bittere Farce, in der der Geheimdienst-Skandal zur turbulenten, irrwitzigen Satire wird, ohne seine Ernsthaftigkeit zu verleugnen.

Der Albaner

DEU/AL

2010

Johannes Naber

Nik Xhelilaj, Stipe Erceg and André Hennicke

Der junge Arben liebt Etleva, die Tochter der Nachbarsfamilie, und würde sie gerne heiraten. Doch Etleva ist einem anderen versprochen – und der bietet 10.000 Euro Brautgeld. Als herauskommt, dass Etleva von ihrer heimlichen Liebe schwanger ist, kocht die Volksseele in dem kleinen albanischen Dorf. Arben flieht ohne Papiere nach Berlin, um möglichst schnell an das Geld zu kommen. Bewegend und eindrucksvoll. Einer der stärksten Wettbewerbsbeiträge beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen 2011.

Zeit der Kannibalen

DEU

2013

Johannes Naber

Devid Striesow, Katharina Schüttler

Öllers und Niederländer haben alles im Griff. Seit sechs Jahren touren die erfolgreichen Unternehmensberater durch die dreckigsten Länder der Welt, um den Profithunger ihrer Kunden zu stillen. Ihr Ziel scheint nah: endlich in den Firmenolymp aufsteigen, endlich Partner werden! Als sie erfahren, dass ihr Teamkollege Hellinger den ersehnten Karriereschritt gemacht hat, liegen die Nerven blank. Up or out ist das Prinzip. Dass Hellinger sich bald aus ungeklärten Gründen aus dem Bürofenster stürzt, hilft ihnen auch nicht weiter. Ausgerechnet die junge, ehrgeizige Bianca rückt für ihn nach. Sarkasmus macht sich breit, Neurosen brechen aus – die Zeit der Kannibalen bricht an… Schön böse, spannende Komödie mit dem besten, was die Republik an Schauspielern zu bieten hat. Preis der deutschen Filmkritik als bester Film auf der Berlinale 2014.
Vorgestellt von: Edeltraud Tilch-Bauschke

Momo

DEU, ITA

1986

Johannes Schaaf

Radost Bokel, Mario Adorf, Armin Mueller-Stahl, Leopolde Trieste, John Huston

Das Waisenmädchen Momo lebt in einem alten Amphitheater mit besonderer Gabe: Sie kann gut zuhören. Doch immer mehr graue Herren tauchen auf, rechnen den Menschen vor, wie sie Zeit sparen können, so dass bald niemand mehr Zeit hat für Mitmenschen oder für das Schöne im Leben. Momo kommt hinter das Geheimnis der zigarrenrauchenden grauen Herren. Die Schildkröte Cassiopeia führt sie zu Meister Hora, denn der Verwalter der Zeit ist der Einzige, der helfen kann.

Die Verfilmung des Kinderbuch-Bestsellers von Michael Ende – der selbst am Drehbuch mitgeschrieben hat – ist ein spannendes, kluges Märchen, in dem sich Fantasie und Gesellschaftskritik vereinen. Ein zeitloser Klassiker!

Traumstadt

DEU

1973

Johannes Schaaf

Rosemarie Fendel, Eva-Maria Meineke

Ausdrucksstarke Adaption des Fin-de-Siècle-Romans „Die andere Seite“ von Alfred Kubin: Anna und Florian, ein Künstlerehepaar aus München, träumen von der absoluten Freiheit. Auf eine geheimnisvolle Einladung hin durchqueren sie halb Asien und gelangen in einen utopischen Staat, der Erfüllung ihrer Sehnsucht verspricht. Doch die dort herrschende Regellosigkeit führt zur Eskalation von Gewalt und Dekadenz. Florian lernt eine andere Frau kennen und durchlebt mit ihr seine wildesten Phantasien, Anna kommt mit dem neuen Leben nicht zurecht. Die ganze Stadt steht vor dem Untergang… Breit angelegtes Filmgemälde mit orgiastisch-mondänen Bildreizen. Einführung: Dorothee Höfert

Geschichten vom Franz

AUT/DEU

2022

Johannes Schmid

Jossi Jantschitsch, Nora Reidinger, Leo Wacha

Ach, der Franz hat’s schwer! In seiner Klasse ist er einer der Kleinsten, und wegen seiner blonden Locken wird er oft für ein Mädchen gehalten. Zu allem Überfluss versagt ihm in stressigen Situationen die Stimme. Dann wird er von allen ausgelacht, und auch sein strenger Lehrer Zickzack macht sich über ihn lustig. Da entdeckt der Franz im Internet den Influencer Hank, der Tipps gibt, wie man ein “echter Mann” wird. Zusammen mit seinen Freunden Gabi und Eberhard macht er sich auf den Weg “vom Zero zum Hero” …
Handlung und Figuren von Christine Nöstlingers gleichnamiger Kinderbuchreihe, die zwischen 1984 und 2014 erschienen ist, wurden behutsam in die Gegenwart versetzt. Dabei ist ihr anarchischer Witz zum Glück erhalten geblieben. Und es fällt angenehm auf, dass auf extreme Übertreibungen und Klischees verzichtet wird, die leider vielen heutigen Kinderfilmen eigen sind. Nicht nur deshalb ist der Besuch des Films auch für erwachsene Zuschauer:innen ein Vergnügen. Und am Ende steht die schöne und versöhnliche Erkenntnis, dass der Franz und seine Freunde einfach gut und richtig sind, wie sie sind.
Eintritt: 5 € für alle

Wintertochter

DEU/POL

2011

Johannes Schmid

Nina Monka, Ursula Werner

Die zwölfjährige Katharina fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr richtiger Vater der russische Matrose Alexei ist. Wutentbrannt verlässt sie ihre Eltern und bricht mit der 75-jährigen Nachbarin Lene ins nahe polnische Stettin auf, mit im Gepäck ihren besten Freund, den etwas jüngeren Knäcke. Weil Alexeis Schiff bereits Richtung Danzig abgelegt hat, entwickelt sich eine wahre Odyssee – auch für die heimatvertriebene Lene, die ihre Vergangenheit wieder entdeckt. WINTERTOCHTER ist ein spannend und berührend erzählter, generationsübergreifender Film, der auch die deutsche Geschichte reflektiert. Diskussionspartnerinnen: Sigrid Schuster-Schmah, Schriftstellerin und Susanne Martinez, Schriftstellerin.

La joven revolución hondurena - Die Junge Honduranische Revolution

HND

2008

Johannes Wilm

Der deutsch-dänische Aktivist Wilm arbeitete lange Zeit für die revolutionäre Regierung Nicaraguas. Eines Sommers reiste über die Grenze nach Honduras, wo er durch Zufall Zeuge eines studentischen Aufstands wurde, den er dokumentierte: Nachdem ein Militärputsch die honduranische Regierung um Präsident Manuel Zelaya stürzte, lehnten sich, erstmals seit 30 Jahren, 3000 Studenten gegen die Polizei auf. Die Dokumentation beschreibt die persönliche Situation, politische Einschätzungen und Perspektiven der beiden Köpfe des Protests. In Kooperation mit dem Nicaragua-Forum Heidelberg und dem Nicaragua-Verein Mannheim – El Viejo e.V. Im Anschluss: Aktuelle Informationen zur Entwicklung in Honduras mit Diskussion. (also leider mal wieder ab 18)

DEU/JPN

2024

Andreas Hartmann, Arata Mori

Dokumentarfilm

„Johatsu“ heißt so viel wie „Verdunstung“: Jährlich verschwinden in Japan etwa 100.000 Menschen. Einige von ihnen organisieren ihr Verschwinden mit Hilfe von Night Moving Companies – unter anderem dem Unternehmen von Saita folgen Andreas Hartmann und Arata Mori in ihrem Dokumentarfilm, um zu sehen, wie das „Verdunsten“ funktioniert und aus welchen Gründen manche Menschen mit ihrem alten Leben brechen und ein neues anfangen wollen: Manche fliehen aus einer unglücklichen Beziehung, andere können dem enormen gesellschaftlichen Druck nicht standhalten, wieder andere versuchen, sich aus kriminellen Verstrickungen zu befreien. Scham, Angst und toxische Verhältnisse sind der Preis einer strikten sozialen Kontrollkultur, der die Johatsu zu entkommen versuchen: „Das Regieduo wirft nicht nur einen Blick hinter die Kulissen der obskuren Praxis des Verschwindens, sondern dringt tief in die menschliche Natur vor.“ (Dokfest München)

Unheil

DEU

2018

John Bock

Frank Seppeler, Lars Eidinger, Effi Rabsilber

Der Künstler John Bock (*1965) lässt sich nicht auf ein Medium festlegen. Er verbindet Malerei, Installation, Theater, Musik und Film und schafft skurril verfremdete Räume, in denen Realität und Traum grotesk ineinander übergehen. In der Kunsthalle ist seine begehbare Einheit „LiquiditätsAuraAromaPortfolio“ von 1998 ausgestellt (2019 überarbeitet). In den letzten Jahren hat sich Bock, der eine Professur an der Kunstakademie Karlsruhe innehat, auch dem Medium des Films zugewandt. In UNHEIL wird das mittelalterliche Dorf eines beliebten Freilichtmuseums in Torgelow (Nähe Greifswald) zum Drehort für ein düsteres Geschehen. Der Film, mit Anklängen an Historiendrama, Horrorfilm und Fantasy, schont die Zuschauer*innen nicht: Er zeigt erschreckende Rituale voller abstoßender Grausamkeiten. Die Bewohner*innen starren vor Dreck und sind gleichfalls erstarrt in Aberglauben. Plötzlich taucht ein Fremder im Dorf auf, gespielt von Lars Eidinger. Er erweist sich als Schamane und steht entgegen aller Erwartungen für Fortschritt, Technik und Entwicklung, während die Sippschaft auf die scheinbar bewährten Rituale setzt, wenn nötig auch auf Menschenopfer…
Einführung: Dr.des. Gunnar Saecker, Kunsthalle Mannheim

Der wahnsinnige Zauberkünstler – The Mad Magician 3D

USA

1954

John Brahm

Vincent Price, Mary Murphy, Eva Gabor, John Emery

Don Gallico, ein Zauberer und Verwandlungskünstler, sieht sich als verkanntes Genie und ist es leid, neue Zaubertricks für andere Magier zu erfinden. Als sein Chef Ormond ihm einen eigenen Auftritt verweigert und seine Tricks auch noch an den Erzrivalen Rinaldi verkauft, dreht Don Gallico durch und ermordet seinen Vorgesetzten. Um die Tat zu verheimlichen, fängt er notgedrungen an, Ormonds Identität anzunehmen. Das Versteckspiel erfordert bald jedoch noch mehr Leichen…
Mit DER WAHNSINNIGE ZAUBERKÜNSTLER wollte Bryan Foy, der Produzent von DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI, schnell einen weiteren Publikumserfolg in die Kinos bringen und plagiierte sich einfachheitshalber selbst. Vincent Price spielt erneut in einem 3D-Film einen talentierten Künstler, der sich auf einen mörderischen Rachefeldzug begibt, nachdem ein fieser Geschäftsmann ihn um sein Lebenswerk betrügt. Price und Regisseur John Brahm ist es jedoch zu verdanken, dass aus dem Film mehr als nur eine Kopie geworden ist. Während ersterer in seiner Rolle als identitätsklauender Verwandlungskünstler komplett aufgeht, gelingt es letzterem, stimmungsvolle 3D-Bilder mit hoher Tiefenwirkung in wunderschönem Schwarzweiß einzufangen. Und dank Don Gallicos Zaubertricks kommen die Pop-Out-Effekte erfreulicherweise auch nicht zu kurz…
Sie können Dauerkarten für das gesamte Pop Out!-3D-Festival kaufen; die Langfilme sind in Double Features eingeteilt; und natürlich sind auch Einzelkarten erhältlich! Im Spielplan auf unserer Homepage können Sie die verschiedenen Varianten aussuchen.

Heart Beat

USA

1980

John Byrum

Nick Nolte, Sissy Spacek

Ein auf der Autobiografie von Carolyn Cassady basierender Film über die rebellische Subkultur in den USA während der späten 1940er Jahre, zu deren berühmtestem Vertreter der Schriftsteller Jack Kerouac wurde. Die lose Handlungsstruktur kommt den literarischen Produkten der Beatnik-Generation, einer ekstatischen Schicht im Abseits des amerikanisch kleinbürgerlichen „way of life“, sehr nahe. Allerdings wird das Bild der ausgeflippten Aussteiger von einst nostalgisch verklärt. Der Versuch einer Entmystifizierung ist dabei nicht ohne Sympathie. Einführung: Dr. Peter Bär

Hedwig and the Angry Inch

USA

2001

John Cameron Mitchell

ohn Cameron Mitchell, Michael Pitt, Miriam Shor. Production Design: Thérèse DePrez. Art Direction: Nancey Pankiw. Set Decoration: Liesl Deslauriers. Costume Design: Arianne Phillips. Make-Up: Debra Johnson, Mary Monforte, Mike Potter

Hedwig, transsexuelles Punk Rock Girl, geboren als Hansel in Ost-Berlin, hat nach verunglückter Gender-OP nur ein winziges Geschlechtsorgan. Sie tourt mit ihrer Band durch die USA und ist einem Rockstar auf den Fersen, der einst ihre Songideen gestohlen hat.
John Cameron Mitchells Verfilmung seines eigene Off-Broadway-Musical besticht durch die äußerst aufwändige Kostümierung – allein die genderqueere Drag-Performerin Hedwig trägt 41 verschiedene Outfits. Unter der schrillen, campy-rockigen Oberfläche thematisiert er, wie Drag als Projektionsfläche sowohl des künstlerischen Ausdrucks als auch der eigenen Identität dienen kann. Vielfach preisgekrönt, unter anderem mit dem Teddy Award der Berlinale und dem Publikums- und Regiepreis in Sundance.
Einführung: Manuel Hugenschmidt
Vom 6. bis 8. Oktober findet im Mannheimer Cinema Quadrat das 37. Filmsymposium statt, in dem diesmal die überaus spannenden Arbeitsfelder beleuchtet werden, die prägend für Atmosphäre und Stil eines Filmes sind: Die Referentinnen und Referenten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Themenfeld Setdesign, Masken- und Kostümbild. In vier Vorträgen, vier Werkstattberichten, fünf Filmvorführungen, vielen Diskussionen und auf zwei Empfängen Filmgeschichte wird damit ein Seitenblick aus den Kulissen Filmgeschichte einmal ganz anders betrachtet, nämlich anhand von Production Design, Kostümen und Make-up.

Once

IRL

2006

John Carney

Glen Hansard, Markéta Irglová, Alaistair Foley

Ein Straßenmusiker träumt in Dublin von der großen Karriere, während er im Geschäft seines Vaters Staubsauger repariert. Eines Tages wird er von einer jungen Pianistin angesprochen, die sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt. Ihr gefallen seine Lieder und sie hat einen Staubsauger, der repariert werden muss. Da wissen beide noch nicht, dass man nur einmal im Leben die richtige Person trifft: Eine bezaubernde, aber unmögliche Liebesgeschichte beginnt. Ein kleiner Film aus Irland macht sich auf, zum Musikfilm einer Generation zu werden: ONCE. Unvergesslich schöne Lieder, der Publikumspreis von Sundance und hymnische Besprechungen tragen die bezaubernde Geschichte einer einzigartigen Liebe in die Herzen der Kinogänger.

Dark Star

USA

1974

John Carpenter

Brian Narelle, Cal Kuniholm, Pre Pahich, Dan O’Bannon

Völlig losgelöst von der Erde fliegt das Raumschiff Dark Star durch die Weiten des Weltalls – ein ziemlicher Schrotthaufen, seit Jahrzehnten unterwegs und mit einer erschöpften, gelangweilten, lethargischen Besatzung. Ihre Mission zwischen Weltallsurfen und außerirdischen Tomatenmaskottchen: instabile Planeten zu sprengen. Leider wird die intelligente Bombe Nr. 20 aktiviert, und Lt. Doolittle muss sie in philosophischen Diskursen vom Explodieren abhalten.

John Carpenters Filmdebüt ist Parodie und Hommage zugleich ans Science-Fiction-Genre allgemein und an Kubricks „2001“ im Besonderen – mit einem Budget von 60.000 Dollar schufen er und Co-Autor Dan O’Bannon (ALIEN) ein kleines Meisterwerk philosophischer Komik, das schnell zum Kultfilm avancierte.

Vorfilm: Duck
GBR 2024, R: Rachel Maclean, 16 Min., EnglOF
Ein Deepfake-Spionagethriller mit Sean Connery und Marilyn Monroe in den Hauptrollen.

Das Ding aus einer anderen Welt

USA

1982

John Carpenter

Kurt Russell, Wilford Brimley, T. K. Carter, David Clennon

Auch, wenn Sie nicht am gesamten Symposium teilnehmen, können Sie Karten für die Spielfilme kaufen. Es gilt dabei freie Platzwahl – bei Online-Reservierung/-kauf müssen Sie aus technischen Gründen dennoch einen Platz auswählen.
Zwölf Wissenschaftler auf einer US-Antarktis-Forschungsstation werden – scheinbar – von zwei norwegischen Kollegen angegriffen, die schießend einem Schlittenhund nachjagen. Die Amerikaner retten den Hund – und müssen feststellen, dass die norwegische Station komplett zerstört, die Forscher tot sind. Videoaufnahmen zeigen: Die Norweger haben ein uraltes außerirdisches Raumschiff freigelegt und ein tödliches Alien befreit, das die Körper anderer Lebewesen übernehmen kann – beispielsweise eines Schlittenhundes…
Mit einem Kinostart zwei Wochen nach E.T. wurde John Carpenters Horror-Science Fiction-Film 1982 kein Erfolg, mit seinen Gewaltdarstellungen konnte er gegen Steven Spielbergs friedlich-freundlichen Außerirdischen nicht gewinnen – und für Carpenter war immer klar, das „Ding“ auch richtig zu zeigen.
Schon 1951 produzierte Howard Hawks eine Verfilmung der zugrundeliegenden Kurzgeschichte „Who Goes There?“ von John W. Campbell, THE THING von 2011 (Regie: Matthijs van Heijningen) erzählt die Vorgeschichte.
Eintrittspreise für die Filme des Mannheimer Filmsymposiums. 10 Euro / erm. und Mitglieder 8 Euro

Eine Frau Unter Einfluss

USA

1974

John Cassavetes

Gena Rowlands, Peter Falk, Katherine Cassavetes

Mabel lebt mit ihrem fürsorglichen Ehemann und drei niedlichen Kindern in einem typischen amerikanischen Eigenheim mit gepflegtem Vorgarten. Sie wäre gerne so, wie man es von ihr erwartet. Doch sie beherrscht ihre Rolle und die Liebe nicht. Sie versucht, sich zu orientieren und, nach ihrer Rückkehr aus einer psychiatrischen Klinik, die Balance zu halten. Ihr Mann weiß nicht, wie ihm geschieht, hat sich aber geradlinig für dieses Leben entschieden und zieht es durch, ohne die Frau oder die Liebe in Frage zu stellen. Unaufdringlich eindringlich spielt Gena Rowlands Hysterie und Depression. Eine Nahaufnahme von ihrem Gesicht genügt – die zuckenden Nasenflügel, das merkwürdige Leuchten in ihren Augen – und alles über das unterdrückte Leben in ihr ist gesagt. Cassavetes besetzte die wichtigsten Rollen mit seiner Ehefrau Gena Rowlands, Familienangehörigen und engen Freunden. Die Vertrautheit zwischen den Beteiligten gibt dem Film eine seltene Intensität. In unglaublicher Präsenz wütet hier das Unbewußte gegen eine zwanghafte Ordnung, die sich so verselbständigt hat, daß keiner der Beteiligten mehr weiß, was eigentlich vor sich geht.

Opening Night

John Cassavetes

Gena Rowlands, John Cassavetes, Ben Gazzara

Was macht man als Schauspielerin, wenn die Bretter, die die Welt bedeuten, zu wackeln beginnen, keinen Halt mehr bieten? Myrtle Gordon ist eine großartige Bühnenschauspielerin, ein Star, schön und verwöhnt vom Erfolg. Doch bei den Proben zu einem neuen Stück, das am Broadway aufgeführt werden soll, gerät sie in eine schwere Krise. Sie muss sich selbst spielen: eine Frau, die feststellt, dass sie langsam in die Jahre kommt, die sich ihrer Einsamkeit und der gescheiterten Beziehungen immer bewusster wird. Sie widersetzt sich dem Stück, dem Regisseur als Kontrollinstanz und der Drehbuchautorin, die streng über die Umsetzung ihres Stücks wacht. Die dokumentarische Kamera von Al Ruban und Frederick Elmes ist immer ganz nah am Geschehen, oft auch hinter den Köpfen der (echten) Zuschauer der offenen Proben des Stücks. So entsteht eine ganz eigene Authentizität. Regisseur John Cassavetes selbst spielt Rowlands Theaterpartner. Seine Ehefrau wurde für ihre schauspielerische Meisterleistung auf der Berlinale 1978 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

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