Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Dark Star

USA

1974

John Carpenter

Brian Narelle, Cal Kuniholm, Pre Pahich, Dan O’Bannon

Völlig losgelöst von der Erde fliegt das Raumschiff Dark Star durch die Weiten des Weltalls – ein ziemlicher Schrotthaufen, seit Jahrzehnten unterwegs und mit einer erschöpften, gelangweilten, lethargischen Besatzung. Ihre Mission zwischen Weltallsurfen und außerirdischen Tomatenmaskottchen: instabile Planeten zu sprengen. Leider wird die intelligente Bombe Nr. 20 aktiviert, und Lt. Doolittle muss sie in philosophischen Diskursen vom Explodieren abhalten.

John Carpenters Filmdebüt ist Parodie und Hommage zugleich ans Science-Fiction-Genre allgemein und an Kubricks „2001“ im Besonderen – mit einem Budget von 60.000 Dollar schufen er und Co-Autor Dan O’Bannon (ALIEN) ein kleines Meisterwerk philosophischer Komik, das schnell zum Kultfilm avancierte.

Vorfilm: Duck
GBR 2024, R: Rachel Maclean, 16 Min., EnglOF
Ein Deepfake-Spionagethriller mit Sean Connery und Marilyn Monroe in den Hauptrollen.

Das Ding aus einer anderen Welt

USA

1982

John Carpenter

Kurt Russell, Wilford Brimley, T. K. Carter, David Clennon

Auch, wenn Sie nicht am gesamten Symposium teilnehmen, können Sie Karten für die Spielfilme kaufen. Es gilt dabei freie Platzwahl – bei Online-Reservierung/-kauf müssen Sie aus technischen Gründen dennoch einen Platz auswählen.
Zwölf Wissenschaftler auf einer US-Antarktis-Forschungsstation werden – scheinbar – von zwei norwegischen Kollegen angegriffen, die schießend einem Schlittenhund nachjagen. Die Amerikaner retten den Hund – und müssen feststellen, dass die norwegische Station komplett zerstört, die Forscher tot sind. Videoaufnahmen zeigen: Die Norweger haben ein uraltes außerirdisches Raumschiff freigelegt und ein tödliches Alien befreit, das die Körper anderer Lebewesen übernehmen kann – beispielsweise eines Schlittenhundes…
Mit einem Kinostart zwei Wochen nach E.T. wurde John Carpenters Horror-Science Fiction-Film 1982 kein Erfolg, mit seinen Gewaltdarstellungen konnte er gegen Steven Spielbergs friedlich-freundlichen Außerirdischen nicht gewinnen – und für Carpenter war immer klar, das „Ding“ auch richtig zu zeigen.
Schon 1951 produzierte Howard Hawks eine Verfilmung der zugrundeliegenden Kurzgeschichte „Who Goes There?“ von John W. Campbell, THE THING von 2011 (Regie: Matthijs van Heijningen) erzählt die Vorgeschichte.
Eintrittspreise für die Filme des Mannheimer Filmsymposiums. 10 Euro / erm. und Mitglieder 8 Euro

Eine Frau Unter Einfluss

USA

1974

John Cassavetes

Gena Rowlands, Peter Falk, Katherine Cassavetes

Mabel lebt mit ihrem fürsorglichen Ehemann und drei niedlichen Kindern in einem typischen amerikanischen Eigenheim mit gepflegtem Vorgarten. Sie wäre gerne so, wie man es von ihr erwartet. Doch sie beherrscht ihre Rolle und die Liebe nicht. Sie versucht, sich zu orientieren und, nach ihrer Rückkehr aus einer psychiatrischen Klinik, die Balance zu halten. Ihr Mann weiß nicht, wie ihm geschieht, hat sich aber geradlinig für dieses Leben entschieden und zieht es durch, ohne die Frau oder die Liebe in Frage zu stellen. Unaufdringlich eindringlich spielt Gena Rowlands Hysterie und Depression. Eine Nahaufnahme von ihrem Gesicht genügt – die zuckenden Nasenflügel, das merkwürdige Leuchten in ihren Augen – und alles über das unterdrückte Leben in ihr ist gesagt. Cassavetes besetzte die wichtigsten Rollen mit seiner Ehefrau Gena Rowlands, Familienangehörigen und engen Freunden. Die Vertrautheit zwischen den Beteiligten gibt dem Film eine seltene Intensität. In unglaublicher Präsenz wütet hier das Unbewußte gegen eine zwanghafte Ordnung, die sich so verselbständigt hat, daß keiner der Beteiligten mehr weiß, was eigentlich vor sich geht.

Opening Night

John Cassavetes

Gena Rowlands, John Cassavetes, Ben Gazzara

Was macht man als Schauspielerin, wenn die Bretter, die die Welt bedeuten, zu wackeln beginnen, keinen Halt mehr bieten? Myrtle Gordon ist eine großartige Bühnenschauspielerin, ein Star, schön und verwöhnt vom Erfolg. Doch bei den Proben zu einem neuen Stück, das am Broadway aufgeführt werden soll, gerät sie in eine schwere Krise. Sie muss sich selbst spielen: eine Frau, die feststellt, dass sie langsam in die Jahre kommt, die sich ihrer Einsamkeit und der gescheiterten Beziehungen immer bewusster wird. Sie widersetzt sich dem Stück, dem Regisseur als Kontrollinstanz und der Drehbuchautorin, die streng über die Umsetzung ihres Stücks wacht. Die dokumentarische Kamera von Al Ruban und Frederick Elmes ist immer ganz nah am Geschehen, oft auch hinter den Köpfen der (echten) Zuschauer der offenen Proben des Stücks. So entsteht eine ganz eigene Authentizität. Regisseur John Cassavetes selbst spielt Rowlands Theaterpartner. Seine Ehefrau wurde für ihre schauspielerische Meisterleistung auf der Berlinale 1978 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Shadows - Schatten

USA

1959

John Cassavetes

Lelia Goldoni, Ben Carruthers, Hugh Hurd

SHADOWS erzählt anhand der Geschichte dreier Geschwister vom Leben Schwarzer in einer weißen Gesellschaft, von Identitätssuche und Akzeptanz – eine Studie über Diskriminierung, angesiedelt im Künstlermilieu des New Yorker Nachtlebens, das in den Rythmus der Jazzmusiker Charlie Mingus und Shafi Hadi eingetaucht ist. Cassavetes’ Debütfilm entstand zwischen 1957 und 1959. Ein mit kleinstem Budget produzierter 16mm-Film, der Improvisation und Spontaneität Raum gab, mit traditionellen Mustern brach und das Schauspiel befreien wollte: „Wir haben nicht nur den Text improvisiert, sondern auch die Bewegungen. Dabei mußte auch der Kameramann improvisieren, er mußte den Schauspielern folgen und den ganzen Raum ausleuchten, damit die Schauspieler sich spontan und frei bewegen konnten.“ (J.C.) Der Film wurde zu einem Stilbildenden Element der Beatnik-Ära.

The Killing Of A Chinese Bookie

USA

1975

John Cassavetes

Ben Gazzara, Seymour Cassel

Cosmo Vitelli ist Besitzer eines Nachtclubs am Sunset Strip in Los Angeles. Nach sieben Jahren hat er endlich die letzte Rate gezahlt und das „Crazy Horse West“ gehört ihm allein. Mit drei seiner Girls will Cosmo feiern. Er fährt mit ihnen in einen privaten Spielclub, in dem man grenzenlosen Kredit hat. Cosmo verliert hoch. Da er nicht zahlen kann, zwingen ihn seine Schuldner, einen bei ihnen angeblich noch höher verschuldeten chinesischen Buchmacher zu ermorden. John Cassavettes achter Film arbeitet gegen die Spannungsgesetze des Genres, verweigert spektakuläre Zuspitzungen zugunsten atmosphärischer Feinarbeit. Wie in allen Cassavetes-Filmen rückt die Kamera den Akteuren dicht auf den Leib. Man sieht, wie Cosmo immer mehr Spielraum verliert, bedrängt und in die Enge getrieben wird und schließlich buchstäblich mit dem Rücken zur Wand steht. „Der ewig unterschätzte, grünäugige, virile Ben Gazzara liefert darin die Performance seines Lebens: Nie spielte er so intensiv und überzeugend wie hier.“ (D. Sannwald, Tagesspiegel)

Space Is the Place

USA

1974

John Coney

Sun Ra, Raymond Johnson, Christopher Brooks

Ein über 40 Jahre alter afrofuturistischer Avantgarde-Jazz-Science Fiction-Black Power-Film: Sun Ra, der experimentelle Jazzer, wird seit einer Europatournee 1969 vermisst – er ist auf einem anderen Planeten gelandet. Von dort reist er durch Zeit und Raum zurück, um die unterdrückten Afroamerikaner intergalaktisch zu befreien. Die heilsbringende Mission hängt alsbald von einem Kartenduell ab – und von einem kosmisch-spirituellen Jazzkonzert…
Musik und Mythenwelt von Sun Ra, in restaurierter Fassung erstmals in den deutschen Kinos!

Das Wunder von Taipeh

DEU

2019

John David Seidler

1981: Taiwan lädt zur ersten Fußball-WM der Frauen. In Deutschland war Frauenfußball bis 1970 verboten, und auch in den 80ern mehr geduldet als gefördert – an einer weiblichen Nationalmannschaft hatte der DFB schon gar kein Interesse. Also ging die Einladung aus Taipeh an die deutschen Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach. John David Seidler rollt die heute absurd anmutende Bedingungen auf, unter denen die Spielerinnen für ihren großen Traum vom Fußball kämpfen mussten, gegen alle Widerstände der Funktionäre – eine Fußballgeschichte aus einer Männerwelt, in der es um viel mehr geht als sportlichen Erfolg, nämlich um Gleichberechtigung und Anerkennung. Mit 25 Toren und ungeschlagen wurde „Team Germany“ damals Weltmeister, im Turnier ihres Lebens.

Der Fluch Der Mumie

GBR

1967

John Gilling

André Morell, John Philips

Ein britisches Archäologenteam entdeckt das Grab des Pharaonensohns Kah-to-Bey, der gemordet wurde, als er einem Aufstand entkommen wollte. Der Sklave, der den jungen Paharo bestattete, liegt nun selbst als Mumie im Museum von Kairo. Trotz des schweren Fluchs, der auf seinem Grab liegt, will der pressehungrige Financier der Expedition, die Mumie nach Kairo verfrachten, wo sie prompt vom Sklaven zum Leben erweckt wird. Das mörderische Treiben kann seinen Lauf nehmen… Mumien und Pharaonengräber dürfen in der Produktion der legendären Hammer Productions natürlich nicht fehlen. Ein köstlich altmodischer Horrorstreifen mit allem drum und dran.

James Bond 007 - Der Hauch des Todes

GBR

1987

John Glen

Timothy Dalton, Maryam d‘Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, Andreas Wisniewski

Mysteriöse Zettel mit russischer Aufschrift machen Bond (erstmals Timothy Dalton) zu schaffen: Zwei Doppelnull-Agenten wurden von Unbekannten liquidiert. Spuren, die er verfolgt, stellen sich als Ablenkungsmanöver heraus – vermeintliche Scharfschützen als Cellistinnen – und am Ende steht gar der Weltfriede auf dem Spiel. Um seine Mission zu erfüllen, muss Bond mal wieder um die halbe Welt jetten. Dalton war schon einmal im Gespräch für die Rolle gewesen, als es um die Nachfolge Sean Connerys ging. Allerdings schaffte er erst in den 80ern für zwei Filme den Sprung in die Reihe. 

Proteus

John Greyson, Jack Lewis

Rouxnet Brown, Neil Sandilands, Shaun Smyth

Südafrika 1725: Caas Blank, ein junger schwarzer Hirte, lernt in einer Strafkolonie einen holländischen Matrosen kennen. Binnen kurzem überwinden die beiden Strafgefangenen alle kulturellen Tabus und beginnen ein Verhältnis miteinander. Irritiert wird der englische Botaniker Virgil Niven zum Zeugen dieser Beziehung. Auch als er nach Europa zurückkehrt, geht ihm Claas Blank nicht aus dem Kopf. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, seinem Drehbuch liegen Prozessakten zugrunde, die Jack Lewis in südafrikanischen Archiven entdeckte.

Ferris macht blau

USA

1986

John Hughes

Matthew Broderick, Alan Ruck, Mia Sara, Jeffrey Jones

Es ist ein viel zu schöner Tag, um ihn in der Schule zu verbringen. Der 16-jährige Ferris zieht die einzig logische Konsequenz: Er spielt seinen Eltern eine Krankheit vor und darf zu Hause bleiben. Er ruft seinen besten Freund Cameron an und überzeugt ihn, den 1961er Ferrari seines Vaters zu stehlen und Chicago unsicher zu machen. Außerdem schafft er es mit einem gekonnten Trick, seine Freundin Sloane vom Unterricht zu befreien und ebenfalls mitzunehmen. Doch ausgerechnet der Schuldirektor Rooney bekommt Wind von der Sache. Ferris ist ihm schon lange ein Dorn im Auge und er setzt alles daran, ihn auf frischer Tat beim Blaumachen zu ertappen.

Regisseur John Hughes lieferte nur ein Jahr nach THE BREAKFAST CLUB einen weiteren Coming-of-Age-Mega-Hit. FERRIS MACHT BLAU ist klassisches 80er-Jahre-Kino und ein echter Feel-Good-Movie!

Freud

USA

1961

John Huston

Montgomery Clift, Susannah York, Larry Parks

FREUD erzählt in einzelnen Episoden aus dem Leben des berühmten Psychoanalytikers, ohne dabei den Anspruch auf Authentizität zu verfolgen. Der Film konzentriert sich auf den Lebensabschnitt von 1885-1890, in dem Sigmund Freud (Montgomery Clift) seine psychoanalytische Methode ‚entdeckt‘. Regisseur John Huston engagierte Jean Paul Sartre für eine Drehbuchfassung, deren „wichtigste Ideen den Film bestimmen“ (Huston). Mit einer Einführung von Frau Mechthild Zeul (Madrid), die über den Film und die Entwicklung der Psychoanalyse spricht.

Power And Terror: Noam Chomsky - Gespräche Nach 9/11

Japan

2002

John Junkerman

Noam Chomsky

Der Linguistik-Professor Noam Chomsky ist einer der engagiertesten und streitbarsten Intellektuellen unserer Zeit. POWER AND TERROR dokumentiert eine Reihe von Gesprächen, die Chomsky im Frühjahr 2002 an amerikanischen Universitäten in Kalifornien und New York führte, dazu kommen Interviews aus der Zeit des Irak-Kriegs. Darin bringt er die Terroranschläge vom 11. September mit den US-amerikanischen Interventionen in Vietnam, Mittelamerika und dem Mittleren Osten in Zusammenhang. Begründet auf dem Prinzip, dass Gewaltausübung gegen Zivilbevölkerung Terror ist, fordert Chomsky die USA auf, ihre Taten den moralischen Standards zu unterziehen, die sie selbst von anderen verlangen. Seine für die Bush-Regierung höchst ungemütlichen Analysen veröffentlichte Chomsky auch in dem Buch „9/11“, das in 22 Ländern erschien und ein Bestseller wurde.

Kentucky Fried Movie

USA

1977

John Landis

Marilyn Joi, Saul Kahan, David Zucker, Uschi Digard, Bill Bixby, Donald Sutherland, George Lazenby

Eine Sketchparade der besonderen Art: Erstmals zeigte das Autoren-Trio Jim Abrahams – Jerry Zucker – David Zucker sein immenses Talent zu absurden Nonsens-Parodien, das dann u. a. zu DIE NACKTE KANONE führte. John Landis, der spätere BLUES BROTHERS-Regisseur, inszenierte den Film, der mit ungehemmter Lust am gekonnten Quatsch die Film- und Fernsehlandschaft inklusive Nachrichten, Werbung, Kung Fu persifliert; irgendwann stolpert auch Donald Sutherland durch den Film.

Für relativ geringes Budget unabhängig produziert, wurde der Film mit über sieben Millionen Dollar Einnahmen ein Überraschungserfolg – er wühlt sich quer durch die Popkultur, „witzig, schamlos, boshaft, durchgeknallt und unverwüstlich“ (Dirk Jaspers Filmlexikon). Kurz: Ein Kultfilm voll Highschool- und College-Humor als hochkonzentriertes Destillat aus Mad-Magazin, Mel Brooks, dem frühen Woody Allen und den britischen Monty Pythons – funktioniert mit seiner ausgelassenen Komik auch heute noch super!

Shakespeare in Love

USA/GBR

1998

John Madden

Joseph Fiennes, Gwyneth Paltrow, Geoffrey Rush, Judi Dench

William Shakespeare hadert mit einer Schreibblockade bei seinem neuen Stück „Roman und Ethel, die Piratentochter“. Da lernt er Lady Viola kennen, die Schauspielerin werden möchte. Er verliebt sich in sie, sie aber ist verlobt. Und im Übrigen dürfen im 16. Jahrhundert auf englischen Bühnen keine Frauen auftreten.

Die historische Romantikkomödie erzählt geistreich und hochvergnüglich die fiktive Liebesgeschichte zwischen William Shakespeare und der Adligen Viola de Lesseps, die ihn zu seinem Stück „Romeo und Julia“ inspiriert – sieben Oscars!

Der Obrist Und Die Tänzerin

USA

2001

John Malkovich

Javier Bardem, Laura Morante

Wir befinden uns in einem fiktiven Land in Südamerika. Hier hat der ehemalige Anwalt und jetzige Polizist Agustin Rejas die Aufgabe, eine Reihe von Attentaten und Sabotageakten aufzuklären, die mit den Guerilla-Aufständen in Zusammenhang stehen. Rejas steht unter gewaltigem Druck. Denn die Machtübernahme skrupelloser Militärs steht unmittelbar bevor, sollte es ihm nicht gelingen, die Täter aufzuspüren. Während korrupte Vorgesetzte die Arbeit des Cops behindern, verliebt dieser sich in Yolanda, die Tanzlehrerin seiner Tochter. Doch als er herausbekommt, dass die Tanzschule nur eine Tarnung für terroristische Aktivitäten ist, gerät Rejas in einen Gewissenskonflikt… Das Regiedebüt des Schauspielers John Malkovich ist ein atmosphärisch dichter und spannend inszenierter Polit-Thriller. Basierend auf dem Roman von Nicholas Shakespeare gelingt es Malkovich, ein differenziertes Bild einer korrupten Gesellschaft in eine intelligente Thrillerhandlung einzubinden. In eindeutiger Anspielung auf die peruanische Terrororganisation „Leuchtender Pfad“ und deren Anführer Abimael Guzman zeichnet der Regisseur mit ausdrucksstarker Fotografie ein plastisches Bild von Gewalt, Terror und Angst. Javier Bardem (LIVE FLESH) liefert zudem eine glanzvolle und reife schauspielerische Leistung. Ein kleiner Leckerbissen für Fans von John Malkovich ist außerdem dessen kurzer Cameo-Auftritt, den sich der Vollblutmime zugestanden hat.

Finding Vivian Maier

USA

2014

John Maloof

Als der junge Heimatforscher John Maloof 2007 bei einer Zwangsversteigerung Kisten mit rund 100.000 Fotoabzügen erwarb, wusste er nicht, welch bedeutendes Werk er in den Händen hielt. Zwar erkannte er die Brillanz der Aufnahmen mit Straßenszenen aus dem Chicago der Fünfzigerjahre, doch der Name der Künstlerin half ihm zunächst nicht weiter. Erst als er zwei Jahre später eine Todesanzeige in der Zeitung las, konnte er das Leben einer der bedeutendsten amerikanischen Foto- Künstlerinnen erforschen. In seiner Doku erzählt er die Geschichte dieser Fotografin, Vivian Maier, die als Kindermädchen ihr Geld verdiente und deren Bilder erst nach ihrem Tod bekannt wurden.
Einführung: Melanie Baumgärtner

Love Is The Devil

GBR

1997

John Maybury

Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton, Annabel Brooks, Karl Johnson, Adrian Scarborough

LOVE IS THE DEVIL – STUDY FOR A PORTRAIT OF FRANCIS BACON ist der erste Spielfilm über den berühmten, kontroversen Maler Francis Bacon (1909-92). Mit Sir Derek Jacobi in der Rolle Bacons und Daniel Craig (dem neuen James Bond) als George Dyer, Liebhaber, Modell und Muse des Künstlers, gelang dem Autor und Regisseur John Maybury ein spannendes und stilsicheres Debüt, das die Ästhetik und Faszination der Malerei Bacons originell in einen Spielfilm überträgt. Vor dem Hintergrund der Bohème im Swinging London der 60er Jahre, wo Kunstwelt und demi monde nahtlos miteinander verschmelzen, verfolgt LOVE IS THE DEVIL die turbulente und dramatische Liebesgeschichte zwischen Bacon und Dyer, deren emotionale Dynamik der Maler in seinen berühmten Portraits von Dyer festgehalten hat, von ihrem ersten Zusammentreffen bis zum tragischen Ende. Unterstützt wird der dramatische Ton durch die Musik des mehrfach preisgekrönten japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto (DER LETZTE KAISER, DER HIMMEL ÜBER DER WÜSTE). Mit einem Kurzvortrag von Dr. Peter Bär zur Bildvorlage und der Orientierung für Ausstattung und Kamera an Bacon im Film „Das Schweigen der Lämmer”.

Love is the Devil – Studie für ein Portrait von Francis Bacon

GBR

1997

John Maybury

Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton

Die Liebe ist der Teufel – wie ein Fluch begleitet dieser Gedanke den Maler Bacon, seitdem der kleine Ganove George aus Londons East End durchs Oberlicht in sein Atelier gefallen ist. Statt den Einbrecher der Polizei zu melden, macht der Künstler ihn zu seinem Liebhaber. Es sind die sechziger Jahre des Swinging London, in denen sich Kunst- und Halbwelt abenteuerlustig miteinander mischen. „Studie für ein Porträt von Francis Bacon“ nennt Regisseur und Drehbuchautor Maybury seinen sehr subjektiven Film über einen Abschnitt im Leben des berühmten und berüchtigten britischen Malers Francis Bacon (1909- 1992). Die Beziehung zwischen Künstler und Modell, eine komplexe schwule Bindung und Abhängigkeit, die gegenseitige Attraktion von Oberschicht und Arbeiterklasse schildert Maybury als ein fatales Duell zweier ungleicher Partner im Zeichen von Sadomasochismus und sozialen Gegensätzen.
Eine glänzende Besetzung mit Derek Jacobi als Francis Bacon und Daniel Craig als George Dyer gibt dem Film eine schräge, extrem spannende Intimität.

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