Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Maria Voll Der Gnade

COL/USA

2001

Joshua Marston

Catalina Sandino Moreno, Yenny Paola Vega, Guilied Lòpes

Die 17-jährige, temperamentvolle Maria fühlt sich von ihrem Dasein in einer kolumbianischen Kleinstadt eingeengt und möchte der häuslichen Armut, ihrem tristen Job als Arbeiterin auf einer Rosenplantage und ihrem ungeliebten Freund Juan, von dem sie schwanger ist, entfliehen. Sie lässt sich von dem charmanten Franklin als Drogenkurier anwerben und fliegt zusammen mit drei weiteren Kurieren mit 62 Drogen-Päckchen im Bauch nach New York. Die Reise wird zu einer leidvollen Erfahrung für Maria – aber auch zur Herausforderung, einem neuen Leben entgegenzublicken. Die Besucher des Max-Joseph-Straßenfestes haben MARIA VOLL DER GNADE aus einer Liste mit 10 Filmen zur Wiederaufführung im Cinema Quadrat ausgewählt und wir freuen uns, ihn im September-Programm zeigen zu können.

The Act of Killing

DNK/NOR/GBR

2012

Joshua Oppenheimer

Als General Suharto mit einem Militärputsch in Indonesien 1965 die Macht an sich reißt, schickt er Todesschwadronen durchs Land, die innerhalb eines Jahres über eine Millionen Andersdenkende ermorden. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das bis heute ungeahndet ist: Die Mörder von einst sind heute Politiker und Personen des öffentlichen Lebens, werden teils wie Helden verehrt. Da die Dreharbeiten mit überlebenden Opfern immer wieder von lokalen Behörden boykottiert wurden, wendet Regisseur Oppenheimer einen genialen Kunstgriff an: Er zwingt die reuelosen Täter zur Auseinandersetzung, indem er ihnen anbietet, ihre Morde vor der Kamera selbst zu inszenieren. Er schlägt die Mörder so mit derselben Methode, mit der sie bisher ihr Gewissen ruhig gestellt haben: mit der Kunst der Inszenierung. Da ist etwa Anwar, der demonstriert, wie er mit einer Drahtschlinge mordet. Mafia-Filme hätten ihn dazu inspiriert, sagt er grinsend und präsentiert sich tänzelnd vor der Kamera. Eine Performance, die in ihrer Selbstgefälligkeit kaum auszuhalten ist. Die Täter gefallen sich in der Überhöhung ihrer Taten.
Angesichts der Abgründe, die sich dahinter auftun, ist die Fallhöhe beträchtlich. Im Laufe des Films, als der Regisseur seinen Protagonisten die Szenen vorspielt, gerät Anwars Selbstbild ins Wanken. Am Ende hat er sich und das Bild, das er abgibt, nicht mehr im Griff, die Erinnerungen würgen ihn, wie sonst nur in seinen Alpträumen.
Ein verstörendes Monstrum von einer Dokumentation, ein filmischer Fiebertraum, dessen Bilder einen nicht mehr verlassen, dessen Inhalt erschüttert und dessen Machart die Grenzen des Dokumentarischen völlig neu definiert.

The End

DNK/DEU

2024

Joshua Oppenheimer

Tilda Swinton, George MacKay, Michael Shannon, Moses Ingram

Vor 20 Jahren ging die Welt unter: Die Klimakatastrophe hat die Erde zu einem unbewohnbaren Fleckchen im Universum gemacht. Mutter, Vater und Sohn haben sich in einem luxuriösen Bunker unter der Erdoberfläche verkrochen, wo sie mit Alltagsritualen den Anschein von Normalität und das Gefühl von Hoffnung aufrechtzuerhalten versuchen. Dann klopft ein fremdes Mädchen an…

Eine apokalyptische Geschichte, erzählt als Hollywood-Musical mit Hollywood-Traumbesetzung: Joshua Oppenheimer gelingt nach seinen preisgekrönten Dokumentarfilmen THE ACT OF KILLING (2012) und THE LOOK OF SILENCE (2014) ein so überraschendes wie kühnes Familiendrama, in dem sich Originalität und Eigenwilligkeit mit Endzeitreflexion und Polit-Gesellschafts-Parabel verbinden. „Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie hier gelebt, gelitten, geliebt, sogar geschwommen und in bester Tradition eines Jacques Demy gesungen wird.“ (Viennale)

The Look of Silence

DNK

2014

Joshua Oppenheimer

Über eine Million Menschenleben haben die grausamen Massaker gefordert, zu denen es zwischen 1965 und 1966 in Indonesien kam. Noch heute werden dort die rücksichtslosen Handlanger, die zahlreiche Leben ausradierten, wie Helden gefeiert. Dokumentarfilmer Oppenheimer hatte bereits mit seiner Doku THE ACT OF KILLING (2012) das 1960er Massaker beleuchtet und dabei die Täter in den Vordergrund gestellt.
THE LOOK OF SILENCE wendet sich der anderen Seite des damaligen Genozids zu, nämlich den Opfer-Familien, genauer einem Ehepaar, dessen ältester Sohn den Paramilitärs zum Opfer gefallen ist und von dessen Tod sich die Eltern nie erholt haben. Der Bruder des Ermordeten, Adi, sucht im Film diejenigen auf, die den Mord verschuldet haben. Dabei trifft er auf Menschen, die für ihre Taten nie zur Rechenschaft gezogen wurden und sich sogar mit diesen brüsten. Sie wohnen nicht weit weg von Adi, gehen in denselben Läden einkaufen. Durch seinen Beruf als Optiker kommt der Hinterbliebene mit den Mördern ins Gespräch und erfährt bis ins Detail, was seinem Bruder damals zugestoßen ist…

Viel Lärm um nichts

USA

2012

Joss Whedon

Amy Acker, Alexis Denisof

Starregisseur Whedon transportiert Shakespeares scharfsinnige Liebeskomödie rund um die Suche nach wahrer Liebe mittels eleganter schwarzweiß Bewegtbilder in die Gegenwart Kaliforniens, also: Shakespeares berühmtes Liedgut als lässiger Lounge-Song bei der Poolparty! Unter Beibehaltung der alten Texte ist die Story weitgehend gleich: Als Don Pedro seinen alten Freund Leonato, den Gouverneur von Messina, besucht, werden seine beiden Begleiter von der Liebe überwältigt. Claudio verliebt sich in Leonatos Tochter, während Benedick und Leonatos Nichte Beatrice ihre Schutzmauern fallen lassen. Einzig Don Pedros eifersüchtiger Halbbruder bringt Gift ins Paradies, versucht die Liebe von Hero und Claudio durch eine perfide Intrige zu zerstören…
„Shakespeares Sprachwitz und gedankliche Schnelligkeit werden mit temporeichem Schnitt und gutgelaunt aufspielenden Darstellern reizvoll umgesetzt. Shakespeares Originalsprache fließt nach kurzer Eingewöhnungszeit für den Zuschauer wie selbstverständlich, bezaubert und animiert. … Ein sommerlich flirrender Filmspaß voller Eleganz und Esprit. Sprühend geistreich, delikat und amüsant!“ meint die Deutsche Film- und Medienbewertung, die dem Film das Prädikat besonders wertvoll verlieh.

Chamaco

CUB

2010

Juan Carlos Cremata Malberti

Fidel Betancourt, Aramís Delgado

Die Schattenseiten Kubas kommen durch die zufällige Aufdeckung eines Verbrechens ans Licht. Ein junger Mann wird im Central Park von Havanna ermordet aufgefunden. Ein korrupter Kommissar, der Verbindungen in die Unterwelt Kubas hat, übernimmt die Ermittlungen. Die Spur führt in die Abgründe der männlichen Prostitution, die er aus eigener Erfahrung kennt… Der Regisseur ist anwesend.

Jardín De Amapolas - Der Garten des Amapolas

COL

2012

Juan Carlos Melo Guevara

Juan Carlos Rosero, Paula Paez

Nachdem Emilio, ein Farmer, von seinem Land vertrieben wurde, findet sich sein neunjähriger Sohn Simon auf einer illegalen Mohnplantage wieder, wo Emilio Arbeit gefunden hat. Bald schon werden beide in die Geschäfte der Plantagenbetreiber hineingezogen und geraten zwischen die Fronten von Militär und Drogenkartellen. Die Freundschaft zu einem gleichaltrigen Mädchen hilft Simon, die Wirren zu überstehen. Das Drama wirft einen bewegenden Blick auf die harten Realitäten Kolumbiens, erzählt aber auch von Freundschaft, Solidarität und Hoffnung.

Zona Sur - Südlicher Distrikt

BOL

2009

Juan Carlos Valdivia

Ninón del Castillo, Pascual Loayza

„Zona Sur“ heißt das Viertel von La Paz, in dem die bolivianische aristokratische Oberschicht wohnt. Hier lebt auch die gut situierte Carola mit ihren beiden Söhnen und einer Tochter in einem prachtvollen Haus mit Garten. Die allein erziehende Mutter kontrolliert jede noch so kleine Regung in ihrem Herrschaftsbereich – die ihrer Kinder ebenso, wie die des Butlers Wilson, der von den Aymara-Ureinwohnern abstammt und die andere Seite Boliviens repräsentiert. Doch ihr kleiner Mikrokosmos – fern ab von allen Problemen der Realität – scheint langsam zu zerbrechen. Juan Carlos Valdivia, geboren und aufgewachsen in La Paz, studierte Film am Columbia College in Chicago und begann seine Filmkarriere in Mexiko. Sein Debütfilm JONÀS Y LA ALLENA ROSADA erwies sich als ein außergewöhnlicher Erfolg. Einen Skandal löste 2000 sein kirchenkritischer Film EL ÚLTIMO EVANGELIO aus, der erst 2009 seine Premiere hatte. Vadlivia erhielt 2010 mit ZONA SUR den Preis für beste Regie und für das beste Drehbuch in der Sektion World Cinema beim Sundance Film Festival.

Boystown

ESP

2007

Juan Flahn

Carlos Fuentes, Pepón Nieto, Pablo Puyol

Oma tot bei Wohnungsnot! Ein bisschen Hitchcock, ein Hauch Almodóvar und jede Menge bösen Witz – BOYSTOWN hat von allem etwas. Der aalglatte Immobilienmakler Victor hat es sich in seinen kranken Kopf gesetzt, das Chueca-Viertel Madrids in eine Art spanisches Soho zu verwandeln: Muskulöse und reiche Schwule der A-Klasse sollen hier bald die verstaubten Omis ersetzen. Für seinen Plan geht Victor (buchstäblich!) über Leichen. Mittenrein in den Schlamassel geraten der Fahrlehrer Rey und sein liebenswert geschwätziger Freund Leo. Nicht lang und sie stehen dummerweise unter Mordverdacht. Und es kommt noch schlimmer: Ausgerechnet Reys schrille Über-Mutter besetzt eines der Traumapartments, auf die Victor ein Auge geworfen hat, und gerät so in Gefahr, skrupellos aus dem Weg geräumt zu werden! Auf die Suche nach dem „Chueca-Killer“ begibt sich eine von Phobien geplagte Kommissarin samt liebem, leicht trotteligem schwulen Sohn. BOYSTOWN ist ein Spaß für alle, die skurrilen, rabenschwarzen Humor zu schätzen wissen.

El Secreto De Sus Ojos - In Ihren Augen

ARG

2009

Juan José Campanella

Viele Jahre nach dem schrecklichen Mord an Liliana Colotto beschließt der pensionierte Gerichtsbeamte Benjamín Esposito, einen Roman zu schreiben, um die Tat zu verarbeiten. Die Arbeit an dem Buch konfrontiert ihn nicht nur mit dem Verbrechen, sondern auch mit seiner damaligen Vorgesetzten Irene Menéndez Hastings, für die Esposito mehr empfand als nur kollegiales Vertrauen. Nun, nach vielen Jahren, sollen die Schatten der Vergangenheit endlich ausgeräumt werden. Denn der Mord berührt auch die schwierigen Zeiten Argentiniens während der Militärdiktatur. Und ganz nebenbei geht es auch um die niemals eingestandene Liebe zwischen Benjamín und Irene, die nie Erfüllung fand. Juan José Campanella, 1959 in Buenos Aires geboren, studierte Film in Argentinien und New York. Er drehte zunächst in den USA populäre TV-Serien, bevor ihm 1999 mit „El mismo amor, la misma lluvia“ und 2001 mit „El hijo de la novia“ der internationale Durchbruch mit Spielfilmen gelang. Für „El secreto de sus ojos“ erhielt er 2010 den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Campanella ist einer der erfolgreichsten Filmschaffenden in Argentinien.

Bitter Gold

CHL/MEX/URY/DEU

2024

Juan Olea

Katalina Sánchez, Francisco Melo, Matías Catalán

Inmitten der endlosen Weite der chilenischen Atacama-Wüste träumt die junge Carola von einem Leben am Meer. Doch der Alltag mit ihrem Vater Pacifico ist erbarmungslos: Gemeinsam betreiben sie eine illegale Mine und hüten ein gefährliches Geheimnis – eine Goldader, die sie heimlich in nächtlicher Arbeit abbauen. Als einer der anderen Bergmänner die verborgene Fundstelle entdeckt, eskaliert die Situation in Gewalt. Carola muss den Platz ihres Vaters übernehmen. Aber kann sie sich gegen die Feindseligkeit der Männerwelt behaupten?

Der fesselnde Neo-Western führt in die unglaubliche Weite der Wüste und tief ins Innere der Erde; spannend und bildmächtig erzählt er von einer Frau, die „in die Tiefen der Hölle hinabsteigt, um daraus gestärkt hervorzugehen.“ (Jurybegründung Preis der Ökumenischen Jury, Filmfestival Warschau)

 

Juan Olea begann seine Karriere als Regisseur von Videoclips, Kurzfilmen und experimentellen Videos, die auf Filmfestivals in Chile gezeigt wurden. Im Jahr 2014 wurde sein Spielfilm THE LAMB beim Internationalen Filmfestival von Santiago für die beste Regie ausgezeichnet. BITTER GOLD ist sein zweiter Spielfilm.

Der Wunsch

DEU/NOR

2024

Judith Beuth

Zehn Jahre begleitet die Filmemacherin das Liebespaar Maria und Christiane: Mit der Einrichtung der gemeinsamen Wohnung kommt der Kinderwunsch. Die rechtlichen und politischen Anforderungen, dass zwei Frauen gemeinsam Mutter werden wollen, sind noch das geringste Problem. Von der Suche nach einem Samenspender über die Hürden des Gesundheitssystems bis zum Kampf gegen die biologische Uhr führt der Film auf eine emotionale Reise durch die Höhen und Tiefen der Beziehung, bei der die querschnittsgelähmte Maria zunehmend zweifelt, während Christiane verzweifelt die Versuche, schwanger zu werden, weiterverfolgt. Mit größter Offenheit lassen die beiden die Regisseurin, die Filmkamera und damit die Zuschauer*innen in ihre private Welt – und man hofft, man hofft so sehr…
Gewinner des Publikumspreises beim Max-Ophüls-Festival Saarbrücken!

Dancing with Myself

DEU

2005

Judith Keil & Antje Kruska

Der 63-jährige Reinhard, die 18-jährige Laurin und der 36-jährige Mario haben zwei Dinge gemeinsam: Ihre Sorgen und Probleme drohen ihnen über den Kopf zu wachsen, und es gibt eine Sache, die ihnen hilft, trotzdem ihren Lebensmut nicht zu verlieren – der Tanz. Für ihre Dokumentation haben Judith Keil und Antje Kruska die drei beobachtet: beim Imitieren der Filmfigur Alexis Sorbas, bei der Ekstase auf der Tanzfläche mitten in der Nacht oder bei der Interaktion mit anderen Menschen beim gemeinsamen Tanzen. DANCING WITH MYSELF ist ein Film, der ganz nah herangeht und tief berührt.

Abteil Nr. 6

FIN/DEU/EST/RUS

2021

Juho Kuosmanen

Seidi Haarla, Yuriy Borisov, Dinara Drukarova

Russland in den späten 1990ern: Die finnische Archäologiestudentin Laura fährt, frisch von ihrer Freundin getrennt, von Moskau nach Murmansk, hoch oben am nördlichen Polarkreis, um die berühmten antiken Felsinschriften der Stadt zu untersuchen. Ihr Mitreisender im Abteil Nr. 6 ist Ljoha, ein lauter und trinkfester Bergarbeiter. Zwei Tage und 2.000 Kilometer durch die Taiga muss Laura mit diesem ungehobelten Typen verbringen…
In seinem humorvollen arktischen Roadmovie führt Juho Kuosmanen (DER GLÜCKLICHSTE TAG IM LEBEN DES OLLI MÄKI, 2016) zwei gegensätzliche Charaktere zusammen und bringt im Wechselspiel von Unterschieden und Annäherungen die komplexen Gefühlswelten seiner Protagonisten ans Licht – durchaus kann man in dieser Figurenkonstellation auch das fragile, komplizierte Verhältnis zweier Nachbarstaaten herauslesen. Der Film wurde in Cannes 2021 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Hans Dampf

DEU

2013

Jukka Schmidt

Fabian Backhaus, Cécile Marmier

Als Hans ein Foto der Amalfi küste beim Italiener um die Ecke entdeckt, packt ihn das Fernweh. Er schmeißt seinen Job hin und macht sich auf den Weg Richtung Süden, immer die rote Bommelmütze auf dem Kopf. Auf seiner Reise trifft er skurrile Weggefährten und geht eigenartige Tauschgeschäfte ein. Glücklicherweise hilft ihm das Schicksal immer wieder, aus scheinbar ausweglosen Situationen zu entkommen und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Entspannter, sympathischer Low-Buget-Film. Mal hölzern, mal trashig, aber sexy. Ein Märchenroadmovie mit viel Musik: Wir wissen es zwar alle, vergessen es aber allzu häufig: Glück ist eine Frage der Einstellung.

Liebmann

DEU

2016

Jules Herrmann

Godehard Giese, Adeline Moreau, Fabien Ara, Bettina Grahs

Ein kleines Dorf im sommerlichen Nordfrankreich. Hier mietet sich Antek Liebmann ein. Er ist kein Sommerfrischler. Er ist auf der Flucht. Vor der Vergangenheit, vor den eigenen Dämonen. Und während sich im Wald ein Mörder mit Schrotflinte herumtreibt, während sich die französische Vermieterin an ihn heranmacht, lernt er den jungen, gutaussehenden Sébastien kennen…
LIEBMANN ist ein fröhliches Drama mit der faszinierenden stilistischen Eigenwilligkeit eines Pfaus

Budrus

USA

2010

Julia Bacha

Ayed Morrar, der Kommunenvorstand aus dem Dorf Budrus, versucht unbewaffnet den Mauerbau zwischen Palästina und Israel zu verhindern, der sein Dorf einkesseln würde. Ein Beispiel für gewaltfreien Widerstand im Nahen Osten.

Sopiro

DEU

2020

Julia Backmann

Filmvorführung im Rahmen des Programms Open Dykes:
„Sopiro“ ist Esperanto und bedeutet Sehnsucht. Der Film beleuchtet die Erlebnisse und Lebensrealitäten geflüchteter lesbischer, transgeschlechtlicher und nicht-binärer Frauen* –eine Thematik, mit der große Teile der Bevölkerung niemals in Berührung kommen, und die selbst innerhalb der Geflüchtetenarbeit viel zu oft ungesehen bleibt. Durch fünf persönliche Schicksale werden die Folgen LSBT*I*-feindlicher Diskriminierung und Gewalt deutlich. Die Protagonist*innen benötigen und verdienen Schutz – und sehnen sich nach der Sicherheit und Freiheit, offen leben zu können.
PLUS for Refugees und Aktive aus der Gruppe Bunte Frauen von PLUS e.V. laden ein zu der Vorführung des Dokumentarfilms „Sopiro“ und anschließender Diskussionsrunde mit einigen Protagonist*innen des Films sowie FLINTA mit Fluchterfahrung aus der Region.
Eine Kooperationsveranstaltung von PLUS e.V. und dem Cinema-Quadrat e.V. mit freundlicher Unterstützung der Rosa Strippe e.V.
Eintritt frei!

Raw

FRA/BEL

2016

Julia Ducournau

Garance Marillier, Ella Rumpf, Rabah Naït Oufella

Die 16-jährige Justine, seit ihrer Kindheit Vegetarierin, beginnt ein Studium der Veterinärmedizin an derselben Uni, bei der auch ihre ältere Schwester Alexia eingeschrieben ist. Bei einer Erstsemester-Initiationsfeier soll sie rohe Kaninchennieren verspeisen – und verspürt in der Folge immer mehr Lust auf Fleisch. Möglichst roh. Und gegebenenfalls auch von Menschen. Kannibalische Gelüste, denen auch Alexia frönt…

Der Debütfilm von Julia Ducournau (deren TITANE 2021 die Goldene Palme von Cannes gewonnen hat) ist atmosphärisches Body-Horror-Kino, das realistische Gore-Szenen mit feministischen und sozialen Metaphern verbindet: „manchmal provozierende, aber intelligente Coming-of-Age-Geschichte im Gewand eines Horrorfilms.“ (Filmdienst)

Titane

FRA/BEL

2021

Julia Ducournau

Agathe Rouselle, Vincent Lindon, Laïs Salameh, Garance Marillier

Eine Erotik-Tänzerin hat seit ihrer Kindheit eine Titanplatte im Kopf, wird zur Mörderin, nimmt auf der Flucht die Identität eines seit einem Jahrzehnt vermissten Jungen an und findet bei dessen Vater, einem Feuerwehrmann, Unterschlupf. Außerdem ist sie schwanger – von einem getunten Cadillac.

Der am ehesten mit dem Bodyhorror verwandte Genre-Mix erzählt von Flucht und scheinbarer Obhut als fantastischem Rausch, der Geschlechtsidentitäten ebenso vermengt wie Fleisch und Metall. Verstörend und provokant, spielerisch und wild erschafft Julia Ducournau ein absurdes, gendersprengendes Fantasydrama, das sich auf ganz eigene Weise mit Körperlichkeit, Weiblichkeit, Sexualität auseinandersetzt. Gewinner der Goldenen Palme – erst zum zweiten Mal für einen von einer Frau inszenierten Film.

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