Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Shakespeare in Love

USA/GBR

1998

John Madden

Joseph Fiennes, Gwyneth Paltrow, Geoffrey Rush, Judi Dench

William Shakespeare hadert mit einer Schreibblockade bei seinem neuen Stück „Roman und Ethel, die Piratentochter“. Da lernt er Lady Viola kennen, die Schauspielerin werden möchte. Er verliebt sich in sie, sie aber ist verlobt. Und im Übrigen dürfen im 16. Jahrhundert auf englischen Bühnen keine Frauen auftreten.

Die historische Romantikkomödie erzählt geistreich und hochvergnüglich die fiktive Liebesgeschichte zwischen William Shakespeare und der Adligen Viola de Lesseps, die ihn zu seinem Stück „Romeo und Julia“ inspiriert – sieben Oscars!

Der Obrist Und Die Tänzerin

USA

2001

John Malkovich

Javier Bardem, Laura Morante

Wir befinden uns in einem fiktiven Land in Südamerika. Hier hat der ehemalige Anwalt und jetzige Polizist Agustin Rejas die Aufgabe, eine Reihe von Attentaten und Sabotageakten aufzuklären, die mit den Guerilla-Aufständen in Zusammenhang stehen. Rejas steht unter gewaltigem Druck. Denn die Machtübernahme skrupelloser Militärs steht unmittelbar bevor, sollte es ihm nicht gelingen, die Täter aufzuspüren. Während korrupte Vorgesetzte die Arbeit des Cops behindern, verliebt dieser sich in Yolanda, die Tanzlehrerin seiner Tochter. Doch als er herausbekommt, dass die Tanzschule nur eine Tarnung für terroristische Aktivitäten ist, gerät Rejas in einen Gewissenskonflikt… Das Regiedebüt des Schauspielers John Malkovich ist ein atmosphärisch dichter und spannend inszenierter Polit-Thriller. Basierend auf dem Roman von Nicholas Shakespeare gelingt es Malkovich, ein differenziertes Bild einer korrupten Gesellschaft in eine intelligente Thrillerhandlung einzubinden. In eindeutiger Anspielung auf die peruanische Terrororganisation „Leuchtender Pfad“ und deren Anführer Abimael Guzman zeichnet der Regisseur mit ausdrucksstarker Fotografie ein plastisches Bild von Gewalt, Terror und Angst. Javier Bardem (LIVE FLESH) liefert zudem eine glanzvolle und reife schauspielerische Leistung. Ein kleiner Leckerbissen für Fans von John Malkovich ist außerdem dessen kurzer Cameo-Auftritt, den sich der Vollblutmime zugestanden hat.

Finding Vivian Maier

USA

2014

John Maloof

Als der junge Heimatforscher John Maloof 2007 bei einer Zwangsversteigerung Kisten mit rund 100.000 Fotoabzügen erwarb, wusste er nicht, welch bedeutendes Werk er in den Händen hielt. Zwar erkannte er die Brillanz der Aufnahmen mit Straßenszenen aus dem Chicago der Fünfzigerjahre, doch der Name der Künstlerin half ihm zunächst nicht weiter. Erst als er zwei Jahre später eine Todesanzeige in der Zeitung las, konnte er das Leben einer der bedeutendsten amerikanischen Foto- Künstlerinnen erforschen. In seiner Doku erzählt er die Geschichte dieser Fotografin, Vivian Maier, die als Kindermädchen ihr Geld verdiente und deren Bilder erst nach ihrem Tod bekannt wurden.
Einführung: Melanie Baumgärtner

Love Is The Devil

GBR

1997

John Maybury

Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton, Annabel Brooks, Karl Johnson, Adrian Scarborough

LOVE IS THE DEVIL – STUDY FOR A PORTRAIT OF FRANCIS BACON ist der erste Spielfilm über den berühmten, kontroversen Maler Francis Bacon (1909-92). Mit Sir Derek Jacobi in der Rolle Bacons und Daniel Craig (dem neuen James Bond) als George Dyer, Liebhaber, Modell und Muse des Künstlers, gelang dem Autor und Regisseur John Maybury ein spannendes und stilsicheres Debüt, das die Ästhetik und Faszination der Malerei Bacons originell in einen Spielfilm überträgt. Vor dem Hintergrund der Bohème im Swinging London der 60er Jahre, wo Kunstwelt und demi monde nahtlos miteinander verschmelzen, verfolgt LOVE IS THE DEVIL die turbulente und dramatische Liebesgeschichte zwischen Bacon und Dyer, deren emotionale Dynamik der Maler in seinen berühmten Portraits von Dyer festgehalten hat, von ihrem ersten Zusammentreffen bis zum tragischen Ende. Unterstützt wird der dramatische Ton durch die Musik des mehrfach preisgekrönten japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto (DER LETZTE KAISER, DER HIMMEL ÜBER DER WÜSTE). Mit einem Kurzvortrag von Dr. Peter Bär zur Bildvorlage und der Orientierung für Ausstattung und Kamera an Bacon im Film „Das Schweigen der Lämmer”.

Love is the Devil – Studie für ein Portrait von Francis Bacon

GBR

1997

John Maybury

Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton

Die Liebe ist der Teufel – wie ein Fluch begleitet dieser Gedanke den Maler Bacon, seitdem der kleine Ganove George aus Londons East End durchs Oberlicht in sein Atelier gefallen ist. Statt den Einbrecher der Polizei zu melden, macht der Künstler ihn zu seinem Liebhaber. Es sind die sechziger Jahre des Swinging London, in denen sich Kunst- und Halbwelt abenteuerlustig miteinander mischen. „Studie für ein Porträt von Francis Bacon“ nennt Regisseur und Drehbuchautor Maybury seinen sehr subjektiven Film über einen Abschnitt im Leben des berühmten und berüchtigten britischen Malers Francis Bacon (1909- 1992). Die Beziehung zwischen Künstler und Modell, eine komplexe schwule Bindung und Abhängigkeit, die gegenseitige Attraktion von Oberschicht und Arbeiterklasse schildert Maybury als ein fatales Duell zweier ungleicher Partner im Zeichen von Sadomasochismus und sozialen Gegensätzen.
Eine glänzende Besetzung mit Derek Jacobi als Francis Bacon und Daniel Craig als George Dyer gibt dem Film eine schräge, extrem spannende Intimität.

Henry: Portrait of a Serial Killer

USA

1986

John McNaughton

Michael Rooker, Tracy Arnold, Tom Towles

Henry lebt bei seinem Haft-Kumpel Otis und dessen Schwester Becky. Henry prahlt, seine Mutter ermordet zu haben, fühlt sich zu Becky hingezogen – wie auch Otis seine Schwester begehrt. Eines Abends bringt Henry vor Otis zwei Prostituierte um – künftig werden die beiden zahlreiche weitere Menschen killen, ohne dass Becky etwas davon ahnt. Irgendwann muss auch Otis dran glauben, Becky flieht mit Henry…
Der Film, der nüchtern und realistisch das Leben eines Chicagoer Serienmörders beschreibt, basiert auf dem Fall von Henry Lee Lucas, der 1984 für drei Morde zum Tod verurteilt wurde – er hatte freilich (mutmaßlich gelogen) 600 Tötungen gestanden. John McNaughton begleitet den Killer mit der Kamera nicht auf reißerische Weise, sondern als Schilderung eines gewalttätigen, widersprüchlichen Menschen in einer gewalttätigen, widersprüchlichen Welt.
Einführung: Christian Scheuermann

Am Sonntag bist du tot

IRL/GBR

2014

John Michael McDonagh

Brendan Gleeson, Chris O'Dowd, Kelly Reilly

In einer kleinen irischen Gemeinde hat sich Pater James Lavelle einer Aufgabe verpflichtet: Seinen Gemeindemitgliedern das Leben zu erleichtern und sie von ihren Sünden zu befreien. Als er eines Tages im Beichtstuhl sitzt, um wieder einer verlorenen Seele zu helfen, droht ihm sein Gegenüber, ihn in sieben Tagen, also am nächsten Sonntag, umzubringen. Dies löst bei James einen Denkprozess aus, über dessen Ergebnis er sich selbst noch nicht im Klaren ist. Ist er in der Gemeinde überhaupt akzeptiert? Hat er die Todesdrohung vielleicht sogar verdient? James verliert den Glauben an das Gute im Menschen und so beginnt er, den schwarzen Schafen der Gemeinde die Meinung zu geigen…
Grandiose, schwarzhumorige Tragödie mit philosophischer Note und Spuren von Sarkasmus. An Bressons „Tagebuch eines Landpfarrers” angelehnt.
Vorgestellt von: Frau Soheila Kiani-Dorff

New LIfe

USA

2023

John Rosman

Sonya Walger, Hayley Erin, Tony Amendola

Jessica Murdock ist auf der Flucht. Auf ihrem Weg durch das amerikanische Hinterland Richtung Norden ist ihr die erfahrene Spezialagentin Elsa Gray auf der Spur. Doch sie, die ehemals beste Vertreterin ihres Fachs, hat mit ganz persönlichen Dämonen zu kämpfen: ALS, die unheilbare Nervenerkrankung, hindert die Ermittlerin daran, ihren Job auf gewohntem Niveau auszuüben. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich ein Katz- und Mausspiel, in dessen Verlauf Gray beginnt, sich die Frage zu stellen, ob sie sich wirklich auf der Seite der Guten befindet. Bis die ersten Toten auftauchen.
Geschickt spielt Rosman mit den Konventionen des Thriller- und Horrorgenres und verdichtet die Zerrissenheit der US-Gesellschaft zwischen Solidarität und Apokalyptik zu einem überraschend wehmütigen und emotionalen Zombiefilm der Post- und (möglichen) Prä-Trump-Ära. „Welch eine Freude, welch eine Entdeckung!“ (rogerebert.com)

Casa De Los Babys - Haus Der Verlorenen Kinder

MEX/USA

2003

John Sayles

Daryl Hannah, Maggie Gyllenhaal, Marcia Gay Harden

Sechs Frauen bemühen sich in einer lateinamerikanischen Küstenstadt um die Adoption eines Babys. US-Independent-Filmer John Sayles (CITY OF HOPE) konfrontiert die Ängste und Hoffnungen der Amerikanerinnen mit dem traurigen Alltag der Straßenkinder, für deren Schicksal sich niemand interessiert.

Die Wunde

ZAF/DEU/NLD/FRA

2017

John Trengove

Nkhane Touré, Bongile Mantsai, Niza Jay Ncoyini, Thobani Mseleni

Nach dem uralten Beschneidungsritual im ländlichen Südafrika gilt Kwanda, Teenager aus Johannesburg, als Mann. Den Heilungsprozess verbringt er in der Hütte von Xolani – doch dessen Freund Vija reagiert wütend, je eifersüchtig; und niemand darf von der Beziehung zwischen Vija und Xolani wissen…
John Trengove tastet gleich zwei Tabus an: Weder über Beschneidungen noch über Homosexualität wird in Südafrika offen gesprochen. Nach der Weltpremiere in Sundance war DIE WUNDE Eröffnungsfilm des Panorama auf der Berlinale 2017.

Strand: Under The Dark Cloth

CAN

1990

John Walker

„Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art“, sagte August Sander über seine Form des Photografierens, die in seiner Serie „Menschen des 20. Jahrhunderts zum Ausdruck kommt. Das amerikanische Pendant zu August Sander ist (auf seine Weise) wohl am ehesten Robert Strand. Der Photograph der bereits in der ersten Hälfte des 20. Jhs den Teil der amerikanische Bevölkerung im Bild festhielt, der meilenweit vom amerikanischen Traum entfernt war. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte Strands von seinen ersten Verbindungen mit Stieglitz and O’Keeffe bis zu seinen letzten Jahren, in denen er seine Strenge weitgehend verlor, inklusive seiner bekanntesten Photos und Ausschnitte aus seinen Filmen. Anschließend: Manhatta, lyrisches Großstadtportrait des Photographen Paul Strand und des Malers Charles Sheeler. (10 Min.)

The Atrocity Exhibition

USA

1998

Johnathan Weiss

Victor Slezak, Anna Juvander, Michael Kirby

Mit seinem Kollegen Dr. Nathan und seiner Geliebten stellt Universitätsprofessor Travis Talbert die schändlichen Grausamkeiten der Menschheit aufwendig nach, wobei Talbert es für die ultimativ nihilistische Aussage hält, den Dritten Weltkrieg auszulösen: Der zugrundeliegende Roman von J. G. Ballard aus dem Jahr 1970 galt als unverfilmbar, ein assoziativ zusammengestelltes Experimentalkonstrukt von Einzelkapiteln über die amerikanischen Traumata von Vietnam bis Kennedy. Johnathan Weiss gelang die Adaption, indem er eine meisterlich inszenierte, psychotische Filmdichtung erschuf, die Essay-, Experimental- und Horrorfilm mischt: „Verkanntes, vergessenes Meisterwerk“, schreibt kino-zeit.de, und für Sight & Sound „wahrscheinlich die beste J.G.Ballard-Verfilmung, die bisher gemacht wurde.“

Sparrow

HK/China

2007

Johnnie To

Simon Yam, Kelly Lin, Jonathan Lee

„Sparrow“ (Spatz) ist in Hongkong ein Slang-Wort für Taschendiebe. Es spielt auf die Fingerfertigkeit an, sich der Portemonnaies aus fremder Leute Taschen zu bedienen. Kei ist einer dieser „Spatzen“, und ein sehr professioneller. Wenn er nicht gerade seinem Broterwerb nachgeht, fährt er gern mit seinem Fahrrad durch die Stadt und fotografiert. Eines Tages taucht die schöne Chun Lei vor seiner Linse auf. Kei ist fasziniert. Doch hinter Chun Leis makellosem Äußeren liegt eine geheimnisvolle Vergangenheit… (also ab 18)

Where A Good Man Goes

HK

1999

Johnnie To

Lau Ching-Wan, Ruby Wong

Johnnie To ist zur Zeit einer der interessantesten Filmemacher aus Hongkong. Er begann seine Karriere 1972 in der Drehbuchabteilung eines Fernsehsenders, von wo er sich schnell zum Produzenten und Regisseur hocharbeitete. Erst in den letzten Jahren entwickelte er sich vom Handwerker zum Autorenfilmer und wurde auf Festivals in Hongkong (1999) und in Berlin (2000) mit Hommagen geehrt. Tos Filme sind der Versuch, asiatische Kampfkunst und Action in stilisierter, und teilweise hochartifizieller Manier mit realistischen Geschichten über „ganz normale Menschen“ zusammenzubringen, die die Angst vor Tod und Einsamkeit und die Sehnsucht nach Geborgenheit umtreibt. Nachdem im Dezember letzten Jahres bereits RUNNING OUT OF TIME und THE MISSION bei uns zu sehen waren, können wir jetzt auch Tos dritten Film aus dem Jahr 99 zeigen: WHERE A GOOD MAN GOES. Nach einem langjährigen Gefängnisaufenthalt versucht der Gangster Michael wieder in seinem Viertel Fuß zu fassen. Von seinem Hotelzimmer aus geht er auf kleinkriminelle Streifzüge und sucht seine alten Bekannten. Doch die heutigen Triaden sind dem lange isolierten Michael fremd geworden, die früheren Gangsterfreunde sind für ihn zu unbeholfenen und verarmten Witzfiguren geschrumpft. Die ungewöhnlichen Charaktere werden von Tos Lieblingsschauspielern Lau Ching- Wan und Ruby Wong eindrucksvoll mit Leben gefüllt. Besonders Ruby Wong spielt die Rolle einer Hotelbesitzerin mit einer Bestimmtheit und Stärke, wie sie im männerdominierten Hongkong-Kino selten zu finden ist.

BB King: The Life of Riley

GBR

2012

Jon Brewer

Der Blues sei die Mutter aller modernen Musikstile, sagen die einen. Die anderen empfinden ihn als angenehm hörbar, wieder andere hören nichts anderes. Entstanden im schwarzen Amerika aus der Erfahrung von Armut, Ausgrenzung und Angst ist B.B. King heute sicher einer der bekanntesten Vertreter des Genres. Der Blues-Sänger, der als Riley B. King geboren wurde, kannte als Kind vor allem die Armut, die Einsamkeit und den alltäglichen Rassismus in Mississippi. Die Doku begleitet den Musiker bei seinen eindringlichen Erinnerungen an früher und zeigt Auftritte im Hier und Jetzt. Ein MUSS für alle Bluesfans!

Frame Up

USA

1993

Jon Jost

Ein proletarisches Pärchen ist auf der Reise durch die USA, zunächst ziellos, dann auf dem Weg nach Kalifornien – ihrem Traumland. Doch wichtiger als die Geschichte von FRAME UP ist die Machart des Films: Durch Dekonstruktion des konventionellen amerikanischen Films und die Neuzusammensetzung der einzelnen Teile erschafft Jon Jost eine andere Welt, die nicht von der Freiheit des einzelnen, sondern vom Ein – bzw. Ausgeschlossensein erzählt. Das alles entbehrt nicht einer gewissen Komik, schafft aber vor allem Distanz – also ein analytisch-soziologischer Blick vielleicht? Spätestens am Ende merkt man dann doch, wie nah man den Personen eigentlich war. In Kooperation mit dem Zeitraum-Exit-Büro.

David Lynch: The Art Life

DNK/USA

2016

Jon Nguyen, Rick Barnes, Olivia Neergaard-Holm

Porträt des Künstlers als junger Mann: Mit DAVID LYNCH: THE ART LIFE kommt der Zuschauer dem Meister der abgründigen Filmlabyrinthe so nahe wie selten. Denn dieser Dokumentarfilm ist eine persönliche Reise zu den künstlerischen Wurzeln und den prägenden Phasen des jungen David Lynch, von den idyllischen Kindheitsjahren in der Kleinstadt in die düsteren Straßen von Philadelphia. Wir besuchen Lynch in seinem Atelier, dort raucht er, er malt und er erzählt. Er spricht über seine Ängste und Obsessionen, über seine Gemälde, Skulpturen und Fotographien und über die Sehnsucht, die ihn schon als Jugendlicher gepackt hat: Ein Künstlerleben zu führen, autark und kreativ. Biographie und bildende Kunst gehen dabei direkte Verbindungen ein und zeigen eine weniger bekannte Seite von David Lynch – und stets wissen wir, wohin Lynchs Künstlerkarriere führen wird: Zu einem der bedeutendsten und rätselhaftesten Regisseure des zeitgenössischen Kinos.
Mehr von David Lynch: MULHOLLAND DRIVE am 6.11.!

Instinkt

Jon Turteltaub

Anthony Hopkins, Cuba Gooding Jr., Donald Sutherland

Dr. Ethan Powell ist ein leidenschaftlicher, verschollen geglaubter Anthropologe, der fast zwei Jahre lang mit den Berggorillas im Dschungel lebte, wo er aus Leidenschaft für die Tiere zwei Menschen getötet hat. Der junge ehrgeizige Psychiater Caulder greift den Fall Powell begierig auf, den er von seinem Chef angeboten bekommt: Er möchte den im Hochsicherheitsgefängnis einsitzenden Anthropologen zum Reden bringen, prozeßfähig machen und resozialisieren. Außer dem erwarteten Schub auf der Karriereleiter winkt auch die Gunst von Powells schöner Tochter Lyn, die ihrem Vater das Verlassen der Familie zugunsten seiner Forschungen im Urwald nie verziehen hat. Der Film besteht optisch aus zwei Welten: der mehr oder weniger zivilen, die aus dem normalen Irrsinn des Hochsicherheitsgefängnisses einerseits und dem Berufs- und Privatleben des jungen Psychiaters Caulder und der Powell-Tochter andererseits besteht. Demgegenüber steht die grüne, lockende Welt des Dschungels, die von der ambitionierten Musik Danny Elfmanns untermalt wird. Mit einem Vortrag von P. Canzler.

Chiara

ITA/FRA

2021

Jonas Carpignani

Swamy Rotolo, Claudio Rotolo, Grecia Rotolo, Carmela Fumo

Eigentlich sollte es ein ausgelassenes Geburtstagsfest für ihre Schwester werden, doch nach der Familienfeier ändert sich für die 15-jährige Chiara alles. Eine Explosion – überstürzt verlassen ihr Vater und ihre Cousins ihre Familien. 24 Stunden später ist der Vater immer noch nicht zurück und Chiaras Mutter hüllt sich in Schweigen.
Jugend, Familie, Kalabrien, ’Ndrangheta – Jonas Carpignano geht direkt hinein in die kalabrische Hafenstadt Gioia Taura, wo alles eng verbunden ist mit der Mafia. Hier fand er seine Darsteller*innen, er erzählt mit ihnen seinen Film. Der ist eng angelegt an die Perspektive der 15jährigen, die mit Verve gespielt wird von der Laiendarstellerin Swamy Rotolo: ein authentischer Blick auf die Verwicklungen mit dem Verbrechen, auf das Schweigen, auf die Hilflosigkeit – ein lose an Carpignanos vorherige Filme MEDITERRANEA und A CIAMBRA angelehntes fiebriges Neorealismus-Coming of Age-Drama, das als bester Film der Quinzaine des Réalisateurs von Cannes ausgezeichnet wurde.

Mediterranea - Refugees Welcome?

ITA/FRA/USA/DEU/QAT

2015

Jonas Carpignano

Koudous Seihon, Alassane Sy

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