Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Life Is Not a Competition, But I’m Winning

DEU

2023

Julia Fuhr Mann

Professioneller Sport (er)kennt zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Weitere Gender-Kategorien sind nicht vorgesehen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Athlet*innen, sondern prägt auch maßgeblich das Geschlechterbild von Millionen Sportfans. Der Film gibt nicht-binären, trans* und dissidenten Körpern den Raum, der ihnen meist verweigert wird.  Es geht um queere Körper und um die Frage, wo Menschen im Leistungssport Platz finden, obwohl ihre Körper nicht als männlich oder weiblich anerkannt werden. Es wird gefragt, was einen Körper weiblich oder männlich macht und was Sportler*innen passiert, wenn sie nicht in diese Kategorien passen: beispielsweise einer trans* Marathonläuferin oder einer 800-Meter-Läuferin, die von internationalen Sportverbänden zur hormonverändernden Operation gedrängt wurde. Der Film wurde beim Internationalen Frauen Film Fest Dortmund & Köln für die beste Bildgestaltung ausgezeichnet.
In Kooperation mit dem Mannheimer queeren Sportverein mvd
In Anwesenheit der Kostümbildnerin Angela Queins, mit anschließender Diskussion auch zur Diversität in der Mannheimer Sportlandschaft.

Zirkuskind

DEU

2025

Julia Lemke, Anna Koch

Dokumentarfilm

Der elfjährige Santino ist ein Zirkuskind. Mit seiner Familie und den Tieren zieht er im Wohnwagen durchs Land – heute hier, morgen dort. Sein Urgroßvater ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt ihm die Geschichten aus seinem langen Leben: Von der Freundschaft zu einem Elefanten, von Abschieden, Neuanfängen und seinen ersten Schritten als Clown in der Manege. ZIRKUSKIND erzählt vom Aufwachsen mit der Großfamilie und Tieren, von der Faszination des Zirkus und von denen, die seit Generationen Kunst und Unterhaltung in die Manege bringen.

Der Dokumentarfilm für Kinder und deren Familien blickt auf unterhaltsame, lustige, auch nachdenkliche Weise hinter die Kulissen: Wie lebt eine Zirkusfamilie wirklich, und wie entsteht die Magie in der Manege?

Day Night Day Night

USA/DEU/FR

2006

Julia Loktev

Luisa Williams, Josh Phillip Weinstein, Gareth Saxer

Eine junge Frau bereitet sich in einem Hotelzimmer sorgfältig auf ein geplantes Selbstmordattentat vor. Maskierte Menschen geben ihr letzte Instruktionen und bereiten ihre Ausrüstung vor. Dann ist sie allein mit ihrer Rucksackbombe am Times Square in New York. Der Debütfilm von Julia Loktev ist von beunruhigender und beeindruckender Intensität. Sie reduziert die Vorgänge auf ein Minimum, braucht nicht viele Worte, und zeigt uns das Innenleben eines Mädchens, das bereit ist zu sterben.

The Loneliest Planet

USA/DEU

2011

Julia Loktev

Gael Garcia Bernal, Hani Furstenberg

Manchmal reicht ein Moment, um einen Keil zwischen zwei unzertrennlich scheinende Menschen zu treiben. Ein Moment der unfreiwilligen Offenbarung, in dem die Beteiligten innerhalb von Sekunden Wahrheiten über sich und den Partner erfahren, die das Vertrauen ineinander zerstören. In Julia Loktevs ebenso leisem wie starkem Beziehungsdrama THE LONELIEST PLANET läuft alles auf diesen einen zentralen Moment zu – doch damit endet der Film nicht etwa, sondern beginnt eigentlich erst so richtig.

Can't Be Silent

DEU

2013

Julia Oelkers

„The Refugees", namhafte Musiker aus Afrika, Russland, dem Balkan und dem Iran sind seit Mai 2012 gemeinsam mit Heinz Ratz und seiner Band "Strom & Wasser" auf Tournee. Das besondere an dem Projekt: Einige der Musiker sind Asylsuchende in Deutschland. Wir begleiten sie im Film auf ihrer ungewöhnlichen Konzertreise. Die Dokumentation gewährt zugleich einen intensiven Einblick in das Leben der Menschen, die auf der Flucht vor Armut, Krieg und Verfolgung in deutschen Flüchtlingsheimen stranden.
Das Open Air-Kino im Jungbusch findet im Rahmen der Reihe Kultur am Kanal statt.
Veranstaltungsort: Freizeitgelände Werftstraße, bei Regen in der Jungbuschhalle plus X

Dark Circus

DEU

2016

Julia Ostertag

Angela Maria Romacker, Namjira As-Sefid, Florian Gysin

Eine Geschichte von Transformation, von einem Trip zum Inneren Ich, über tiefste Sehnsüchte und düsterste Alpträume… Ein okkulter Fetisch-Fantasy-Film, in dem die junge Johanna aus ihrem ziellosen und langweiligen Leben in ein Paralleluniversum bizarrer Figuren und okkulter Rituale eingeführt wird. Ein Universum der Dunkelheit und der magischen Rituale, angeführt von der geheimnisvollen Mistress. Eine Underground-Welt extravaganter Erotik und faszinierender Obsessionen. Eine Initiation in einen außerweltlichen Gothic-Fetisch-Zirkel, von dessen Existenz viele nicht einmal zu träumen wagen – mit einem Soundtrack von Marcus Stiglegger.

Buscando a Gastón – Gastons Küche

PER

2014

Julia Patricia Pérez

Gastón Acurio gilt in seiner Heimat Peru als Nationalheld – aber auch international ist er als einer der herausragendsten Küchenmeister anerkannt. Er ist sterneprämierter Chefkoch in seinem Restaurant „La Mar“ in Lima, Besitzer von zahlreichen Restaurants weltweit und kulinarischer Botschafter der vielfältigen Nationalküche Perus. GASTONS KÜCHE porträtiert Gastón Acurio und seine Welt, die große Vielfalt der einheimischen Lebensmittel und Gewürze, die er mit seinen phantasievollen Rezepten in köstlichen Speisen verarbeitet, seinen engen und nachhaltigen Kontakt zu den regionalen Bauern in der Heimat.
GASTONS KÜCHE war vielbeachteter Gast im „Kulinarischen Kino“ der Berlinale 2015.
Anschließend peruanische Köstlichkeiten!
Im Anschluss an die Filmvorführungen bieten wir peruanische Köstlichkeiten an!
Clarissa Bravo, Köchin aus Leidenschaft, bietet die Möglichkeit, die Vielfalt der Küche ihrer Heimat Peru kennen zu lernen. Genießen Sie einen ganz besonderen Gaumenschmaus mit peruanischen Häppchen: Das Buffet lockt mit Ceviche, Huancayna und Ocupa, Empanadas, Causa oder süßen Alfajores. An der Bar erwartet Sie zudem der peruanische Cocktail Pisco Sour.

Eintrittspreis inkl. drei kleinen Appetithappen der peruanischen Küche:
Normal 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Mitglieder Cinema Quadrat 10 Euro.
Um Reservierungen oder Kartenvorverkauf wird gebeten.
In Kooperation mit dem Förderverein Jugendhaus Waldpforte.

Und morgen die ganze Welt

DEU

2020

Julia von Heinz

Mala Emde, Noah Saavedra, Tonio Schneider, Luisa-Céline Gaffron, Andreas Lust

Luisa, 20 Jahre alt, studiert in Mannheim Jura im ersten Semester. Und sie will, dass sich in Deutschland etwas verändert. Alarmiert vom Rechtsruck im Land, der sich in den Umfragewerten populistischer Parteien ebenso niederschlägt wie in der Selbstverständlichkeit, mit der sich Neonazis in der Öffentlichkeit bewegen, positioniert sie sich zusammen mit ihren Freunden vom autonomen Jugendzentrum gegen die neue Rechte. Unter dem Einfluss des charismatischen Alfa muss sie sich bald entscheiden, wie weit sie gehen will – wann und in welchem Maß ist Gewalt ein legitimes Mittel zum Widerstand?

Julia von Heinz, in ihrer Jugend selbst in der Antifa aktiv, blickt tief hinein in die aktuellen Probleme im Kampf gegen Neofaschismus: Und es gelingt ihr ein brillanter politischer Film, mitreißend, intelligent und schmerzlich authentisch. Der Film, der in Mannheim gedreht wurde, lief im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig – und hatte seinen Kinostart vier Tage vor dem Lockdown im letzten Herbst. 

Konzert: Christian Eckert Und Ny3 + Film: Blue Note - A Story Of Modern Jazz

USA

1997

Julian Benedikt

Jazz und Film – diese beiden Kunstformen haben sich seit ihrem zeitlich parallelen Aufblühen zu Beginn des letzten Jahrhunderts immer wieder gegenseitig befruchtet. Und dass das keine rein amerikanische Angelegenheit war, weiß man spätestens seit der Zusammenarbeit zweier Genies: dem französischen Regisseur Louis Malle und dem legendären Trompeter Miles Davis in „Fahrstuhl zum Schafott“ (1957). Grund genug für das Cinema Quadrat, eine Reihe ins Leben zu rufen, die in loser Folge Jazz-Filme mit Auftritten lokaler Formationen kombiniert. Christian Eckert und das New York Jazz Trio: Der Weinheimer Gitarrist Christian Eckert studierte u. a. bei der Jazz-Legende Jim Hall und gilt als eines der größten Talente in der aktuellen Jazzszene. Als einzigem Deutschen gelang es ihm im letzten Jahr, mehrere Wochen die amerikanischen Jazz-Charts anzuführen. Im Cinema Quadrat wird er mit seiner Formation „NY3“ zu hören sein: Organist James Simpson und Schlagzeuger Matt Jorgensen sind alte Bekannte aus New York. Ein Weltklasse-Trio, das einstimmt auf den nachfolgenden Film, im dem es etliche Jazzgrößen zu sehen und zu hören gibt. Blue Note – A History of Modern Jazz Julian Benedikt porträtiert in seinem 1998 für den Grammy Award nominierten Dokumentarfilm das legendäre Jazzlabels „Blue Note“. Gegründet wurde „Blue Note“ von den aus Nazi-Deutschland emigrierten Juden Alfred Lion und Frank Wolff, die mit ihrer Plattenfirma mehr als ein halbes Jahrhundert amerikanischer Kulturgeschichte maßgeblich mitgeprägt haben. Musiker erzählen über „ihr“ Plattenlabel, über die sehr ungebundenen Arbeitsbedingungen, unter denen Experimente und musikalische Innovationen angeregt und gefördert wurden.

We Almost Lost Bochum - Hiphop aus dem Pott

DEU

2019

Julian Brimmers, Benjamin Westermann.

Die Geschichte von RAG – Ruhrpott AG, der besten deutschen Hiphop-Band, die nie den Sprung ins kollektive Bewusstsein vollzogen hat. Ein Film über Freundschaft, Hiphop, Leben und Tod im Ruhrgebiet. 20 Jahre nach Veröffentlichung ihres Klassiker-Albums „Unter Tage“ ziehen die Bandmitglieder Bilanz, und Jan Delay, Kool Savas, die Stieber Twins etc. erzählen davon, wie sehr RAG sie inspiriert haben: Ein Blick auf die erste echte Hochphase des deutschen Hiphop, direkt und authentisch mitten hinein in die Szene.
Am 29.09. in Anwesenheit von DJ MoERockZ, Gründer des Mannheimer Hiphop-Labels M-Pire Records.

With Gilbert & George

GBR

2007

Julian Cole

Gilbert und George treten seit fast 50 Jahren gemeinsam als »Lebendes Kunstwerk« auf, immer im korrekten Nadelstreifen-Anzug, distinguiert aber besonders provokant. 1967, während ihres Studiums an der Londoner St. Martin’s School of Art, lernten sich der Tiroler Gilbert Proesch und der Engländer George Passmore kennen. Ihre Idee, sich selbst als lebende Skulpturen zu inszenieren, wurde durch ihre strikte Konsequenz und extreme Stilisierung enorm erfolgreich. Ihre Themen: Religion, Sex oder Diskriminierung. Filmemacher Cole begleitete die beiden 18 Jahre lang…
Einführung: Susanne Threm, M.A.

With Gilbert and George

GBR

2007

Julian Cole

Das Künstlerpaar Gilbert & George gilt seit den 1970er Jahren durch seine verschrobene Selbstinszenierung in der Kunstszene als Unikum und später auch als Bestseller. Unter dem Motto „Kunst für alle" zeigen ihre oftmals kontroversen, meist großformatig angelegten Werke verschiedenster Techniken hauptsächlich sie selbst als Gesamtkunstwerk in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, z. B. indem sie einander beim Betrinken filmten. WITH GILBERT & GEORGE ist ein persönliches Porträt des berühmten britischen Künstler-Paars durch ihren langjährigen Freund Julian Cole.

Broken Sky

MEX

2006

Julián Hernández

Fernando Arroyo, Miguel Ángel Hoppe, Alejandro Rojo, Klaudia Aragon

Mit BROKEN SKY gelingt Regisseur & TEDDY-Gewinner Julián Hernández eine wunderschöne Liebesgeschichte und ein sorgfältig choreographierter Film, der klassische Erzählrhythmen gleich in den ersten Minuten beiseite schleudert und sich einem langsamen Tanz der Liebe, des Sex, der Ablehnung, des Schmerzes und der Rückkehr hingibt so wie sich Gerardo und Jonas beinahe selbstvergessen einander hingeben, in expliziten Szenen, die selbst im aktuellen mexikanischen Kino einmalig sein sollten. Der erfahrene Regisseur Hernández (MIL NUBES – LIEBESSEHNSUCHT) skizziert die liebevolle und von Verlangen geprägte Beziehung der beiden jungen Studenten, die zu scheitern droht, als Jonas eine Affäre mit einem Anderen beginnt. Gerardo rächt sich, indem er ebenfalls Sex mit anderen Männern sucht, um Jonas zu vergessen. Doch sie bleiben zusammen trotz ihrer Seitensprünge. Sie lieben und begehren sich bis zum Ende ihres Lebens auch wenn die Trennung unvermeidlich scheint. Hernández kommuniziert all dies in höchst erotischen Einstellungen und verlangenden Blicken, deren sinnlicher Bilderwelt man sich nur schwer entziehen kann.

Mil Nubes - Liebessehnsucht

MEX

2003

Julián Hernández

Salvador Alvarez, Gloria Andrade Manuel Grapain Zaquelarez, Marcos Hernández Salvador Hernández, Llane Fragoso Martha Gómez

Ein außergewöhnlicher Film, der mit äußerst kunstvoller Kamera die Sehnsucht des jungen Helden Gerado fast greifbar macht. Der 17-jährige Gerado erlebt im urbanen Mexico sein Coming-Out und die erste Liebe. Der lyrisch erzählte Film beschreibt die Wanderungen Gerados durch die nächtliche Stadt. Seine flüchtigen Bekanntschaften mit verschiedenen Männern, in denen er nur das eine sucht, seine erste große Liebe… Der hübsche Protagonist und sein offener und suchender Umgang mit seiner Homosexualität ist nicht nur filmisch äußerst gelungen, sondern auch politisch ein Statement über das Leben von Homosexuellen in Mexiko. Mit ruhigen Schwarzweißbildern zeigt der erste Spielfilm des Mexikaners Julián Hernández („BROKEN SKY“) den schmerzhaften Abschied von einer großen Liebe. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. „TEDDY Award“ Bester Spielfilm – Int. Filmfestspiele Berlin – BERLINALE.

Kinky Boots - Man(n) Trägt Stiefel

GBR

2005

Julian Jarrold

Joel Edgerton, Chiwetel Ejiofor, Sarah-Jane Potts, Nick Frost

Kurz nachdem Charlie mit seiner Verlobten die Provinz in Northampton verlassen hat, um in der großen Stadt sein Glück in der Werbebranche zu finden, stirbt sein Vater und hinterläßt ihm eine Schuhfabrik. Der Firma geht es ziemlich mies, und Charlie liebäugelt damit, die Fabrik einfach zu verkaufen. Eine couragierte junge Angestellte findet jedoch, es ginge auch anders. Gleichzeitig macht Charlie die Bekanntschaft von Lola, einer Nachtclubsängerin, die eigentlich Simon heißt. Heldenhaft will er Lola bei einer Schlägerei beschützen, ohne zu ahnen, dass sie früher mal Boxer war. Die beiden freunden sich an, und beide haben die rettende Idee für Charlies marode Fabrik: High Heels und Stiefel für „Frau“ ab Schuhgröße 43! Klar, daß vor allem die forsche Lola bei den Arbeitern in Northampton auf ziemlich viel Unverständnis stößt. Aber schließlich steht die nächste Schuhmesse in Mailand an… KINKY BOOTS ist eine Mischung aus PRICILLA und GANZ ODER GAR NICHT, eine rührende Geschichte über Toleranz und ein Plädoyer für die Courage, auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor begeistert in der Rolle von Simon/Lola mit einer mitreißenden Performance.

Die Wand

DEU/AUT

2012

Julian Pölsler

Martina Gedeck, Wolfgang Maria Bauer

Eine Frau wacht eines Morgens in einer Berghütte auf und stellt fest, dass sie von einer unüberwindbaren unsichtbaren Wand eingeschlossen ist, welche die Hütte umgibt. Mit einem Hund, einer Kuh und einer Katze stellt sie sich den Herausforderungen des neuen Lebens. Die Ursache der Wand bleibt rätselhaft. Die Frau beginnt, ihre Erlebnisse aufzuschreiben, um gegen die Angst anzukämpfen. Als sie ihren Bericht beendet, ist sie ganz ruhig, denn sie sieht, dass dies nicht das Ende ist. Sie erkennt, dass etwas auf sie wartet… Pölsler übersetzt die beklemmende Atmosphäre der Haushofer-Erzählung kongenial ins Medium Film. Vorgestellt von: Edeltraud Tilch-Bauschke

Wir töten Stella

AUT

2017

Julian Pölsler

Martina Gedeck, Matthias Brandt, Mala Emd

Eine Familie. Eine Affäre. Eine junge Frau stirbt. Die mitschuldige Ehefrau wird gnadenlose Chronistin ihres Untergangs. Nach DIE WAND (2011) verfilmt Regisseur Julian Pölsler erneut eine Vorlage von Marlen Haushofer, und erneut spielt Martina Gedeck die Hauptrolle: Anna ist Hausfrau und Mutter, und sie nutzt ein Wochenende ohne Mann und Sohn, um die letzten Monate zu reflektieren. Monate, in denen Stella bei ihnen war, die Tochter von Bekannten, unerfahren und jung. Richard, der Ehemann, reagiert auf Stella, erst schroff, dann verführt er sie; seine Frau Anna beobachtet die Affäre mit kühlem Blick. Und Stella wird das Opfer einer kaputten, emotionsarmen, distanzierten Bürgerfamilie, einer vermeintlichen Idylle, die mit allen Mitteln aufrechterhalten werden muss. Annas Niederschrift ihrer Mitschuld ist die beklemmende Bestandsaufnahme einer einsamen Heldin, Ehefrau und Mutter

Blutsauger

DEU

2021

Julian Radlmaier

Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch

Eine marxistische Komödie: Im August 1928 wird der sowjetische Fabrikarbeiter Ljowuschka als Trotzki-Darsteller für Sergei Eisensteins Film „Oktober“ besetzt. Doch er muss seine Pläne vom Künstlerleben begraben, als der echte Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und Ljowuschka aus dem Film wieder herausgeschnitten wird. Er entflieht der kommunistischen Heimat, bleibt auf dem Weg nach Hollywood aber in einem mondänen Ostseebad hängen, wo er sich als verfolgter Aristokrat ausgibt, um Geld für die Amerikafahrt zusammenzustehlen. Er lernt die junge Fabrikbesitzerin Octavia kennen, die ihm Unterschlupf in ihrer Millionärs-Villa bietet. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben. Und noch dümmer, das Octavia selbst ein Blutsauger ist.
Julian Radlmaier drehte nach SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES (2017) erneut in der ihm eigenen ironischen Inszenierungsweise eine fantasievoll-absurde Komödie, die auf urkomische Weise Fabulierlust und politisches Manifest verbindet und die marxistische Metapher vom Kapitalisten als Blutsauger wörtlich nimmt.

Sehnsucht in Sangerhausen

DEU

2025

Julian Radlmaier

Clara Schwinning, Maral Keshavarz, Henriette Confurius, Paula Schindler, Ghazal Shojaei, Kyung-Taek Lie

Sangerhausen, Kleinstadt im Harz: Hier, im Südwesten Sachsen-Anhalts, entsteht um 1800 herum im Zimmermädchen Lotte ein inneres Zehren, als sie in Novalis‘ Notizbuch von der Blauen Blume liest – mit ihrem Geliebten will sie ins revolutionäre Frankreich fliehen. In der Gegenwart hofft Ursula auf Veränderung in ihrem Leben, als sie eine Musikerin, Nachfahrin von Novalis, kennenlernt. Zudem bleibt die exiliranische Neda als Reise-Youtuberin für Billigreiseziele in Sangerhausen hängen. Drei Handlungsstränge, immer wieder ein blauer Stein der Sehnsucht: Zwischen Rosen und Kirschen, Schlagermusik und Geisterjagd errettet der Film die Romantik in heutige Zeiten hinein – auf die typische Art von Julian Radlmaier (SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES, 2017; BLUTSAUGER, 2021) immer mit beiläufig-absonderlichem Witz und mit klarer Haltung gegenüber den gesellschaftlich Unter- und Weggedrückten. „Das Tolle ist: der Film erfüllt diese gesellschaftskritische Mission mit viel Humor, mit romantischer Ironie.“ (rbb)

Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

DEU

2017

Julian Radlmaier

Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie, Benjamin Forti, Ilia Korkashvili

Weil er keine Förderung bekommt, muss Filmemacher Julian als Erntehelfer auf einer Apfelplantage arbeiten. Er fühlt sich stramm links, vor allem aber will er das Herz der schönen Kanadierin Camille erobern. So gibt er den Plantagenjob als Recherchereise für einen kommunistischen Märchenfilm aus, in der sie natürlich die Hauptrolle spielen soll. Dummerweise kommt Camille mit. Und Julian in Liebes- und Erklärungsnöten findet sich plötzlich tatsächlich in einem ausbeuterischen System wider, in dem die Arbeiter verschiedene linke Ideen diskutieren, in dem die Revolution ausbricht, in dem auch noch Franz von Assisi auftaucht. Und in dem der Salonkommunist Julian endgültig zum bürgerlichen Windhund mutiert. Radlmaiers politische Farce ist kritische Selbstbefragung, ernstgemeintes Manifest und proletarische Satire in einem – und lässt in allerlei Variationen die „Internationale“ erklingen

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