Perspektiven gibt es keine, dafür umso mehr Zusammenhalt untereinander: Pio, 14 Jahre, ist in einer Roma-Familiengemeinschaft aufgewachsen. Pio kann zwar nicht lesen, aber er flucht, raucht und trinkt wie sein großer Bruder Cosimo, dem er in allem nacheifert. Sein Leben ist geprägt von Kleinkriminalität und von den Mafiastrukturen in der kalabrischen Provinz. Als der Vater und Cosimo verhaftet werden, wird Pio Familienoberhaupt – doch ein Clinch mit dem örtlichen Mafiaboss verstößt ihn aus dem Clan. Nur der Verrat an seinem Freund Aviya, einem afrikanischen Flüchtling im nahegelegenen Lager, könnte ihm die Rückkehr in die Familie bieten…
Der italienische-amerikanische Regisseur Jonas Carpignano setzt wie schon in seinem Erstling MEDITERRANEA auf die wuchtige Präsenz von charismatischen Laiendarstellern in seinem – von Martin Scorsese mitproduzierten – sozialrealistischen Drama: Eine energische Geschichte in einer trostlosen Welt, geprägt von Kriminalität und Vorurteilen – nicht nur der Mehrheit gegen die Minderheiten, auch der Minderheiten untereinander.