Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Pio

TA/BRA/DEU/FRA/SWE/USA

2017

Jonas Carpignano

Pio Amato, Koudous Seihon, Damiano Amato

Perspektiven gibt es keine, dafür umso mehr Zusammenhalt untereinander: Pio, 14 Jahre, ist in einer Roma-Familiengemeinschaft aufgewachsen. Pio kann zwar nicht lesen, aber er flucht, raucht und trinkt wie sein großer Bruder Cosimo, dem er in allem nacheifert. Sein Leben ist geprägt von Kleinkriminalität und von den Mafiastrukturen in der kalabrischen Provinz. Als der Vater und Cosimo verhaftet werden, wird Pio Familienoberhaupt – doch ein Clinch mit dem örtlichen Mafiaboss verstößt ihn aus dem Clan. Nur der Verrat an seinem Freund Aviya, einem afrikanischen Flüchtling im nahegelegenen Lager, könnte ihm die Rückkehr in die Familie bieten…
Der italienische-amerikanische Regisseur Jonas Carpignano setzt wie schon in seinem Erstling MEDITERRANEA auf die wuchtige Präsenz von charismatischen Laiendarstellern in seinem – von Martin Scorsese mitproduzierten – sozialrealistischen Drama: Eine energische Geschichte in einer trostlosen Welt, geprägt von Kriminalität und Vorurteilen – nicht nur der Mehrheit gegen die Minderheiten, auch der Minderheiten untereinander.

Schöne Aussichten

Jonas Geirnaert

Die sieben Kurzfilme eröffnen uns schöne Aussichten auf große Gefühle, wie Hoffnung, Liebe, Ärger und Freude. Dabei spielt das Kurzfilmprogramm mit den unerwarteten und ironischen Wendungen, die so genannte schöne Aussichten oftmals mit sich bringen. Wie oft uns unsere Sinne auf Grund einer schönen Aussicht Streiche spielen und wie wir uns dabei gekonnt selbst im Wege stehen, zeigen diese Kurzfilme alle auf ihre eigene, ideenreiche Weise. (also leider, leider ab 18 Jahren)

Der Weisse Mit Dem Schwarzbrot

DEU

2007

Jonas Grosch

Der Weiße mit dem Schwarzbrot – das ist Christof Wackernagel – Schauspieler, Autor und ehemaliges RAF-Mitglied. Der Regisseur Jonas Grosch besucht ihn in seiner selbst gewählten Heimat Mali, Westafrika, und porträtiert einen Mann, der voller Ideale und Pläne steckt. Zusammen mit dem Musiker Madou Coulibaly und seiner Haushälterin Assa lebt Wackernagel in Bamako, der Hauptstadt Malis. Dort arbeitet er an seinen Projekten und Büchern. Eine von Christof Wackernagels vielen Initiativen ist es, Maliern dabei zu helfen, eine Vollkornbäckerei in Bamako zu betreiben. Mit ansteckender Begeisterung verfolgt er diese Idee, die ihn wieder ein Stück der afrikanischen Realität näher bringt. Jonas Grosch zeigt in seinem mitreißenden Portrait einen Mann, der einfach nicht stillhalten kann, wenn er Unrecht wittert. Zivilcourage, gepaart mit Eitelkeit? Wie auch immer: Wir ahnen, was ihn mit der RAF verband. Christof Wackernagel lässt sich mit seinem unbändigen Freiheitswillen in die Unbilden des afrikanischen Alltags verstricken. Diskussionspartnerin: Gisela Kerntke, KulturQuer – QuerKultur Rhein-Neckar e.V.

Volveréis – Ein fast klassischer Liebesfilm

ESP/FRA

2024

Jonás Trueba

Itsaso Arana, Vito Sanz, Andrés Gertrúdix, Fernando Trueba

„Feiert nicht Hochzeiten, sondern Trennungen!“ Der Spruch stammt vom Vater von Regisseurin Ale. Sie und Schauspieler Alex haben nun, nach 15 Jahren Beziehung, beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Folglich ein Grund für eine rauschendes Fest – auch, weil die beiden für ihr engeres Umfeld als Traumpaar gelten. Und sie mit einer Trennungsparty alle vom Ende ihrer Beziehung überzeug wollen – nicht zuletzt sich selbst.

Die absurde Komödie hinterfragt mit klugem Witz gesellschaftliche Normen und zelebriert die Schönheit der Trennung: „clevere Anti-Romcom mit vielen Meta-Momenten“ (kino-zeit.de)

All Tomorrow's Parties

GBR

2009

Jonathan Caouette

In einer furiosen, auf den einprägsamen Beat des Soundtracks geschnittenen Montage erzählt der Musikfilm ALL TOMORROW‘S PARTIES von einem der außergewöhnlichsten Musik-Festivals: Im englischen Camber Sands gibt es seit 1999 beim "All Tomorrow’s Parties" poppiges jenseits des Mainstreams auf die Ohren.

Das Schweigen der Lämmer

USA

1991

Jonathan Demme

Anthony Hopkins, Jodie Foster, Scott Glenn, Ted Levine.

Um den Serienkiller Buffalo Bill zu fassen, soll die junge FBI-Auszubildende Clarice Starling Dr. Hannibal Lecter befragen, einen Psychiater und Kannibalen, eingesperrt im Hochsicherheitstrakt. Der psychologisch geschulte Psychopath kann sich in den Killer hineinversetzen – verlangt aber als Gegenleistung, Einzelheiten aus Starlings Privatleben zu erfahren. Ein psychologisch-intellektuelles Duell beginnt. DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER setzt in seiner perfekten Inszenierung auf eine Atmosphären bedrückender Angst, und Anthony Hopkins schuf mit seiner Verkörperung des subtil manipulierenden Hannibal Lecters eine Ikone des Grauens – ein Thriller der Hochspannung, der die „Big Five“ gewinnen konnte: Oscar als Bester Film, für beste Regie, bestes Drehbuch, bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin.
Einführung: Harald Mühlbeyer

Stop Making Sense

USA

1984

Jonathan Demme

Wiederaufführung eines der besten Konzertfilme überhaupt zum 40. Jubiläum, neu restauriert: Die Talking Heads performen an drei Abenden im Dezember 1983 in Los Angeles, mitgeschnitten von Jonathan Demme. Die Inszenierung des Auftritts und die Inszenierung des filmischen Mitschnitts gehen eine ganz eigene Verbindung ein, die dem Filmzuschauer noch einmal ein ganz anderes Erlebnis bietet als dem Konzertpublikum.
Einführung am 9.5.: René Wörns; Einführung am 11.5.: Jasmin Said

The Zone of Interest

GBR/USA/POL

2023

Jonathan Glazer

Christian Friedel, Sandra Hüller

Ein wunderschönes Häuschen mit einem wunderschönen Garten: Hier lebt Rudolf Höß mit seiner Gattin Hedwig und den fünf Kindern. Eine Idylle – nur, dass der Himmel immer wieder vom Ruß der Schornsteine verdunkelt wird, und dass hinter der Gartenmauer ein Röhren und Dröhnen, ein Bellen, Brüllen, Schreien und Schießen zu hören ist. Denn Rudolf Höß – der seine Jugend in Mannheim verbrachte – ist der Kommandant des KZ Auschwitz. Im Wohnzimmer werden Krematorien geplant, der Garten mit Asche der Ermordeten gedüngt. Darauf basiert das hößsche Familienglück – das erst gestört wird, als Rudolf versetzt werden soll.

Jonathan Glazer bringt in dieser britischen Produktion in deutscher Sprache das Grauen von Auschwitz auf die Leinwand, ohne es zu zeigen. Nämlich im Kontrast zwischen dem Alltagsleben des Kommandanten, das wir sehen, und den unmenschlichen Geräuschen, die wir hören. Vielfach preisgekrönt erhielt der Film unter anderem den Großen Preis der Jury in Cannes und Oscars für den besten internationalen Film und für den besten Ton.

Under the Skin

GBR

2013

Jonathan Glazer.

Scarlett Johansson, Paul Brannigan, Joe Szula, Adam Pearson

Scarlett Johansson, Inbegriff männlicher Wunschphantasien, fährt im Van durch Schottland, spricht Männer an, verführt sie und lässt sie in geheimnisvollem Dunkel verschwinden. Und ja, die Gerüchte stimmen: Ms. Johansson ist in diesem Film nackt. Doch UNDER THE SKIN ist ebenso wenig Erotikthriller wie Serienkillerfilm oder Alienhorror – oder ebenso viel. Jonathan Glazer hat einen Film geschaffen, der anders ist als alles vorher, „ohne Zweifel einer der exzentrischsten, unheimlichsten, rätselhaftesten Filme seit langem“, wie die FAZ schreibt. Das brachte dem Film einige Probleme ein. Auf Festivals bestaunt, in den sozialen Medien lange erwartet, war er dennoch zunächst als reine DVD-Veröffentlichung geplant: „ein Film für Liebhaber der Filmkunst, aber weder typischer Mainstream noch typisches Arthaus“, so der Verleih. Eine Gruppe engagierter Filmenthusiasten setzte dann doch eine (kleine) Kinoauswertung durch – und so kann diese faszinierende, experimentelle Studie über Männlichkeit und Menschlichkeit in ihrer ganzen enigmatischen Pracht bewundert werden. Ein Film, von dem man sich verführen lassen muss.
Referent: Dr. Gerhard Schneider

Wrong Elements

FRA/DEU/BEL

2016

Jonathan Littell

Uganda, 1989. Joseph Kony, ein junger Kämpfer aus dem Stamm der Ancholi, folgt seinen spirituellen Eingebungen und gründet eine Rebellenbewegung gegen die Regierung: die Lord’s Resistance Army (LRA). Es ist eine Armee, die sich aus entführten Jugendlichen rekrutiert – und die sich bis in jüngste Zeit immer wieder mit Folter und Massakern auf die Zivilbevölkerung stürzte.
Dem Schriftsteller Jonathan Littell („Die Wohlgesinnten“) gelingt in seinem Regiedebüt eine aufwühlende und erschütternde Kinoerfahrung: Er folgt vier Freunden, die im Alter von 12 und 13 Jahren entführt wurden. Sie sind Opfer und Täter, Zeugen und Handelnde zugleich in einer grauenhaften Kindheit. Ist der Aufbau eines normalen Lebens möglich auf dem Fundament der Grausamkeit?

Die Schattenjäger – Les fantômes

FRA/BEL/DEU

2024

Jonathan Millet

Adam Bessa, Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajab

Eine geheime Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, syrische Kriegsverbrecher und Assad-Handlanger aufzuspüren, die nach Europa geflüchtet sind und hier unbehelligt leben. Hamid ist Mitglied dieses Untergrundnetzwerks. Stationiert in Straßburg und mit falscher Identität ausgestattet, sucht er diskret nach Hinweisen – und erkennt in einem Studenten einen berüchtigten Folterknecht wieder, der auch Hamid selbst gepeinigt hat.

In düster-bedrohlicher Stimmung zeigt der mehrfach ausgezeichnete Film die Detektivarbeit eines Geflüchteten, der sich einem Henker an die Fersen heftet; so bearbeitet Jonathan Millet das Immigrations-Thema in Form eines Slowburn-Thrillers – sein Film beruht auf wahren Begebenheiten. „Geschliffenes Langfilm-Debüt, dessen Spannung die ethischen und existenzialistischen Dimensionen des Geschehens noch steigern.“ (moviebreak.de)

Lipstikka

ISR/GBR

2011

Jonathan Sagall

Clara Khoury, Nataly Attiya

Die Palästinenserin Lara hat sich in London ein scheinbar perfektes Leben aufgebaut: mit Ehemann, Kind, Designerwohnung und Freunden, die nicht nachfragen. Doch all das wird zur Fassade, als die schöne, herausfordernde Inam vor Laras Haustür steht, die wilde und selbstbewusste Freundin aus Kindertagen, mit der Lara mehr als ein Geheimnis verbindet. Das Wiedersehen wird zur Zerreißprobe für beide, denn alles wird wieder an die Oberfläche geschwemmt, was die beiden erwachsenen Frauen seit ihrer Schulzeit in Ramallah so erfolgreich verdrängt haben: Liebe, Betrug, jugendlicher Leichtsinn und ein nie bewältigtes Trauma. Sagalls Berlinale-Wettbewerbsbeitrag löste einen großen Skandal in Israel aus und wurde in den Medien und sogar im Bildungs- und Kulturausschuss des Parlaments kontrovers diskutiert.

Axiom

DEU

2022

Jöns Jönsson

Moritz Treuenfels, icarda Seifried, Thomas Schubert, Petra Welteroth

Charmant, beliebt, redegewandt: Julius zieht mit seinen faszinierenden Geschichten und seiner Leichtigkeit die Menschen in seinen Bann. Seine Kollegen lädt er zu einem Segeltörn ein auf der Yacht seiner adligen Eltern – doch die Stimmung kippt, Julius erleidet einen Anfall. Und allmählich stellt sich heraus, dass er nicht ist, was er zu sein vorgibt. Wer ist Julius?
Ein Mensch, der so liebenswürdig ist und für jeden einnehmend wirkt – und bei dem die Fassade zunehmend bröckelt: Jöns Jönsson erzählt von einem weltgewandten jungen Mann, der nicht zu fassen ist, dessen dynamische Haltung zum Leben und zur Wahrheit allerhand Widersprüche mit sich bringt, die den Zuschauer – wie die Menschen in Julius’ Umgebung – irritiert zurücklassen. In seinem feinsinnig geschriebenen und inszenierten Film über Identität und Sozialverhalten reizt Jönsson die Idee vom „Fake it till you make it“ bis ins Äußerste aus. Die „toll inszenierte und noch besser gespielte Geschichte“ (Der Spiegel) ist für epd Film „die Entdeckung der diesjährigen „Encounters“-Sektion der Berlinale“.

Was Männer sonst nicht zeigen

FIN

2016

Joonas Berghäll, Mika Hotakainen

Die Sauna ist in Finnland Kulturgut. Hier kann Mann ganz Mann sein: Er kann sich öffnen. Wer nackt ist, kann über das reden, was ihn bewegt. Die Sauna fungiert als eine Art Beichtstuhl. Die Männer, die Joonas Berghäll und Mika Hotakainen porträtieren, erzählen von ihren Gedanken, Gefühlen und von ihrem Leben. Wir blicken tief in den finnischen Mann, der in fiktiver Form aus Aki Kaurismäkis filmischem Universum bekannt ist: Hier haben wir ihn in echt vor uns, zwischen schrullig und knorrig. Ein Film über Männerseelen – und über die finnische Saunalandschaft: Zum Ausziehen und Schwitzen braucht man nur vier Wände, ob Telefonzelle oder Mähdrescher – „der beste Saunafilm, den es je geben wird.“ (Variety)

B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin (1979 - 1989)

DEU

2015

Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck, Heiko Lange

Der 20-jährige Musiker und Produzent Mark Reeder fühlte sich im Jahr 1979 geradezu magisch angezogen von der deutschen alternativen Musik, die gerade in West-Berlin ihr Zentrum hatte – so sehr, dass er kurzerhand die britische Musikszene um Joy Division verliess und nach Berlin zog. Dort suchte er nach den besten Newcomern und dokumentierte alles: Einstürzende Neubauten, Nick Cave und später Bands wie Ideal und DJs wie Westbam. Sie alle tümmelten sich in kleinen Bars oder Privatwohnungen, um mit neuen Klängen zu experimentieren und den Grundstein ihrer Erfolgsgeschichte zu legen. Einzigartige, bunte Collage aus Bild- und Tonmaterial, die die brodelnde Musikszene von 1979 bis zum Mauerfall und der ersten Love Parade wieder lebendig werden lässt.
Die Regisseure fangen den Zeitgeist einer ganzen Subkultur ein und halten ihn für die Nachwelt fest, das macht den Film absolut wertvoll.

Die große Passion

DEU

2011

Jörg Adolph

Vorhang auf für Oberammergau. Die Passionsspiele gehen in ihre 41. Runde. Seit ihre Vorfahren 1633 gelobt hatten, als Dank für die Verschonung vor der Pest die Passionsgeschichte Christi alle zehn Jahre aufzuführen, wird in Oberammergau in ganz großem Stil Theater gemacht. Der Film zeigt das Leben hinter der Schauseite des Bibelspektakels im Spannungsfeld zwischen Kommerz und Kunst, Provinz und großer Welt, Gott und Menschen.
Anschließend Gespräch mit Hauptdarsteller Frederik Mayet von den Passionsfestspielen. Moderation: Ingoh Brux

Filmstunde_23

DEU

2024

Jörg Adolph, Edgar Reitz

Dokumentarfilm

1968: das Klassenzimmer eines Münchner Mädchen-Gymnasiums verwandelt sich unter der Leitung des Jung-Regisseurs Edgar Reitz in ein Filmstudio. Die „Filmstunde“ beginnt: Unterricht in Filmästhetik, begleitet von einem BR-Kamerateam. 2023: Edgar Reitz wird von einer älteren Dame angesprochen, sie ist eine der damaligen Schülerinnen. Und sie verabreden ein Klassentreffen.

Montiert aus der zeitgenössischen Dokumentation über das 1968er-Projekt, aus den damaligen Super-8-Filmen der Schülerinnen und aus dem gefilmten Wiedersehen im Jahr 2023 entsteht eine Art Langzeitbelichtung der letzten 55 Jahre Filmgeschichte. Welche Rolle spielte die Filmkunst im Leben der Frauen? Zeigte sich der Keim ihrer Persönlichkeit bereits in dem kleinen Übungsfilm? Und was sagen sie heute zur Filmkultur der Gegenwart? FILMSTUNDE_23 ist eine Liebeserklärung an das Filmemachen. „Wer Filme über den reinen Konsum hinaus liebt, wird aus dieser Begegnung und vor allem dem damaligen Experiment sehr viel mitnehmen können.“ (film-rezensionen.de)

Captain Berlin Versus Hitler

DEU

2009

Jörg Buttgereit

Jürg Plüss, Adolf Assor, Claudia Steiger

Wahnsinns-Story: Die Kugel, mit der Adolf Hitler 1945 im Führerbunker seinem Leben ein Ende setzten wollte, hat nur knapp sein Gehirn verfehlt. Die wahnsinnige Nazidoktorin Ilse von Blitzen hatte damals Hitlers Hirn gerettet, knapp 30 Jahre in einer Nährlösung am Leben gehalten, und jetzt, im Jahre 1973, an einen Computer angeschlossen. Nun strebt Hitler abermals nach Weltherrschaft. Als Komplizen hat sich Blitzen Dracula, den Fürsten der Finsternis auserkoren, der das Geheimnis des ewigen Lebens kennt. Just in diesem Moment greift Captain Berlin ein. Er war es, der damals als Widerstandskämpfer ein Attentat auf Hitler ausüben wollte und nie an dessen Freitod glaubte…

Kippenberger - Der Film

DEU/AUT

2005

Jörg Kobel

Martin Kippenberger zählt zu den vielseitigsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Mit überschäumender Energie erarbeitete er seit den 1970er Jahren bis zu seinem frühen Tod ein sehr umfangreiches OEuvre, das von Malerei, Grafik und Plastik über Installation und Happening bis hin zu Ausstellungsorganisation und Buchpublikation nahezu alle Möglichkeiten des Kunstschaffens ausschöpft. Dabei geht es ihm um die Hinterfragung von Gesellschaft, Kunstbetrieb und um die Auslotung noch verbleibender Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst. In 44 Jahren Lebenszeit hinterließ der 1997 Verstorbene ein Werk, dessen erstaunliches Ausmaß nun in vollem Umfang zu erkennen ist. Bislang unveröffentlichtes Material berichtet vom privat recht scheuen Menschen Kippenberger, dessen provozierendes Bild in der Öffentlichkeit immer wieder zu starken Kontroversen führte.
Der Film geht außerdem der Frage nach, wie man den „Job“ Künstler in der Postmoderne bewältigen kann. Es kommen dabei neben der Familie auch Weggefährten zu Wort wie Diedrich Diederichsen, Kasper König, aber auch heimliche Bewunderer wie Christoph Schlingensief.
Einführung: Stephanie Regenbrecht.
Eintritt frei!

Capital C

DEU

2015

Jørg Kundinger, Timon Birkhofer

So, und wer nicht weiß, wie Crowdfunding geht, für den ist dieses hier: CAPITAL C folgt drei Kreativen, die sich aufmachen, ihr Leben durch die „Crowd“ für immer zu verändern: Für die Fortsetzung seines 80er Jahre Videospiele-Hits „Wasteland“ wagt Brian Fargo gemeinsam mit 60.000 Unterstützern das Experiment, ein Millionenprojekt ganz ohne Industriepartner und nur mithilfe der Crowd zu realisieren. Mit gestrickten Überziehern für Trinkflaschen ist Hippie Zach Crain nicht die Sorte Start-Up-Unternehmer, der das Interesse von Investoren weckt. Erst seine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ändert dies auf unheilvolle Weise. Auch Jackson wird vom Erfolg seiner Kampagne für handgezeichnete Pokerkarten überrascht. Die Erfüllung seines Traums fordert jedoch ihren Preis.
Neben den drei Protagonisten kommen weitere Crowdfunder, Insider und Experten wie etwa Scott Thomas, der Design Director der Obama-Wahlkampfkampagne und (wer fehlt noch, wenn’s ums Netz geht) Sascha Lobo zum Thema Chancen und Risiken von Crowdfunding zu Wort und um aufzuzeigen, wie diese im Begriff ist, unsere Welt maßgeblich und für immer zu verändern…

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