Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Yojimbo – Der Leibwächter

Japan

1961

Akira Kurosawa

Toshiro Mifune

Ein herrenloser Samurai kommt in eine kleine Stadt, die von zwei rivalisierenden Banden beherrscht wird. Er bietet seine Dienste dem Meistbietenden an, und schreckt auch nicht davor zurück, für eine Handvoll Yen mehr das Lager zu wechseln. Niemand ahnt, welche Pläne der Fremde verfolgt. Wie bei vielen Kurosawa-Filmen sind die Remakes bekannter als das Original. Sergio Leone hat die Story unter dem Titel FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR neu verfilmt und folgte der Vorlage fast eins zu eins, bis in die Details vieler Kameraeinstellungen hinein. In YOJIMBO finden wir alle Zutaten, die Kurosawas Filme so wunderbar machen: Mitreißende Actionszenen, viel Humor; von albern bis zutiefst schwarz, und eine humanistische Botschaft.

Zwischen Himmel und Hölle

JAP

1963

Akira Kurosawa

Toshiro Mifune, Tatsuya Nakadai, Kyoko Kagawa

Eine Kindesentführung im Hause eines reichen Schuhfabrikanten. Doch nicht wie geplant dessen Sohn, sondern der Sprössling des Chauffeurs gerät in die Gewalt des Erpressers. Dennoch zahlt der Manager das Lösegeld, wird in der Öffentlichkeit gefeiert – aber aus seiner Firma entlassen, der Gerichtsvollzieher steht auf der Matte, er verarmt. Der Entführer wiederum verfolgt ängstlich die Presseberichte über sein Verbrechen, wird schließlich in eine Falle gelockt, verhaftet und zum Tode verurteilt – auch er verliert alles. Und dabei war es gerade der Kontrast zwischen der Villa auf dem Hügel und den Hütten des Elendsviertels, der ihn zur Tat getrieben hat.
Akira Kurosawa adaptiert einen Kriminalroman von Ed McBain – der Stoff einer griechischen Tragödie in einem grandiosen Krimi, der tief eintaucht in die Höhen und Tiefen des Großstadtlebens.

Der Dieb Des Lichts

KGZ/DEU/NL

2010

Aktan Arym Kubat

Aktan Arym Kubat, Taalaikan Abazova, Askat Sulaimanov

In einem kleinen Dorf in Kirgistan sorgt der Elektriker Svet-Ake, den man überall nur den „Herrn Licht“ nennt, für Furore. Er hat ein offenes Ohr für alle Probleme der Dorfbewohner, doch vor allem für ihre Stromrechnung. Die Stromkosten in dem kleinen Dorf klettern in astronomische Höhen und kaum jemand kann sich noch das Licht im Dunkel leisten. Und so lässt er die Stromzähler der Nachbarn rückwärts laufen – bis er mit dem Gesetz in Konflikt gerät und seinen Elektriker-Posten verliert. Regisseur Aktan Arym Kubat erzählt eine lebensmutige wie bewegende Geschichte.

Tears Of April - Die Unbeugsame

DEU/FIN/GRC

2009

Aku Louhimies

Samuli Vauramo, Pihla Viitala, Eero Aho

1918 kämpft Miina im finnischen Bürgerkrieg auf Seiten der Kommunisten in einem schlecht gerüsteten Frauenbataillon. Ihre Gruppe wird von den überlegenen Nordtruppen geschlagen und sie kommt in Gefangenschaft, wo die Frauen wahllos gefoltert, vergewaltigt und hingerichtet werden. Miina kann zunächst entkommen, doch wird sie bald darauf von dem Jungsoldaten Aaro entdeckt, der sie vor ein ordentliches Gericht stellen möchte. Provinzrichter Hallenberg allerdings führt ein korruptes Regime. Nach Leena Landers Roman DIE UNBEUGSAME hat Louhimies eine kraftvolle, in epischer Ruhe ausgeführte Historientragödie mit parabelhaften Zügen in eine farbengesättigte, bedrückend schöne Landschaft gestellt. Wir verlosen bei jeder Vorstellung unter den Zuschauern 5 Exemplare der Romanvorlage.

Asterix & Obelix: Mission Kleopatra / Astérix & Obélix: Mission Cléopâtre

FRA/DEU

2002

Alain Chabat

Christian Clavier, Gérard Depardieu, Jamel Debbouze, Monica Belucci

Wir befinden uns im Jahre 2002 n. Chr. Ganz Frankreich ist von Asterix begeistert. Ganz Frankreich? Nein! Ganz Europa, die ganze Welt! Höchste Zeit also für diese zweite Asterix-Realverfilmung, erneut mit großartiger Besetzung: Christian Clavier gibt den pfiffigen Gallier, Gérard Depardieu spielt seinen starken Freund. Und Monica Belucci als ägyptische Königin bittet die beiden um Hilfe beim Bau eines Palastes.

Asterix und Obelix sind Nationalheiligtümer in Frankreich – kein Wunder also, dass diese Verfilmung des legendären Comics von Goscinny und Uderzo damals sofort zum zweiterfolgreichsten französischen Film aller Zeiten wurde.

Félicité

FRA/SEN/BEL/DEU/LBN

2017

Alain Gomis

Véro Tshanda Beya, Gaetan Claudia, Papi Mpaka

Félicité ist Nachtclubsängerin in einer Bar in Kinshasa. Es sind rauschhafte Nächte, Félicités Musik hypnotisiert und bewegt ihr Publikum. Als ihr Sohn nach einem schweren Unfall operiert werden muss, versucht Félicité, das dafür nötige Geld aufzutreiben. Sie begibt sich auf eine atemlose Reise durch die kongolesische Metropole zwischen Armut und dekadentem Reichtum. Unterstützung bekommt sie durch den Schwerenöter Tabu, einen der Stammgäste der Bar. Er ist es auch, der Félicités Sohn nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus der Lethargie entreißt und ihn zurück ins Leben führt. Félicités karge Wohnung mit dem permanent kaputten Kühlschrank wird für das ungleiche Trio zum utopischen Ort in einem Land, das für die meisten seiner Einwohner keine Hoffnung bereithält.
Das kraftvolle Drama inmitten des kongolesischen Alltagslebens erhielt auf der Berlinale den Großen Preis der Jury.

Hiroshima Mon Amour

Frankreich / Japan

1959

Alain Resnais

Emmanuele Riva, Eiji Okada

Eine französische Filmschauspielerin, deren Dreharbeiten zu einem Antikriegsfilm in den Trümmern von Hiroshima soeben zu Ende gegangen sind, lernt am Abend ihrer Abreise einen japanischen Architekten kennen. Während der Japaner das grausame Schicksal seiner, von der Atombombe vollkommen ausgelöschten, Familie erzählt, wird die Geschichte der Französin durch übergangslose Rückblenden filmisch dargestellt: ihre Liebe zu einem deutschen Besatzungssoldaten, dessen Tod und die erlittenen Demütigungen durch die Eltern und die Bewohner von Nevers. Die kunstvollen Rückblenden lassen die Erinnerung nicht als Rückkehr in die Vergangenheit erscheinen, sondern als lebendigen Bestandteil der Gegenwart. So stellt Resnais mit seinem Debüt die lineare Zeitstruktur in Frage und greift Tendenzen der französischen Literaturavantgarde auf, die die traditionelle realistische Erzählweise konsequent ablehnt. „Um leben zu können muss man vergessen: Hiroshima, den Atomtod, jene Liebe und diese.“ (Marguerite Duras)

Hiroshima, Mon Amour

FRA

1959

Alain Resnais

Emmanuelle Riva, Eiji Okada, Stella Dassas

Einer der großen Klassiker der Filmgeschichte und eine kurze Liebesbegegnung zwischen einer französischen Schauspielerin und einem japanischen Architekten im Jahre 1957 in der Stadt Hiroshima, die mehr ist als nur Schauplatz und Kulisse. Gedanken an ihre erste große Liebe kommen zu ihr zurück, die tragisch endete, weil der Mann ein deutscher Besatzungssoldat war. Der Film erinnert an den Krieg in Europa und zeigt Dokumentaraufnahmen von Opfern der Atombombenexplosion in Hiroshima. Mit einer Einführung von Frau M. Fritzsche: „Der Tod ist das Land, in das man gelangt, wenn man die Erinnerung verloren hat.“ (A. Resnais)

Ihr Werdet Euch Noch Wundern

FRA

2013

Alain Resnais

Mathieu Almaric, Sabine Azéma, Michel Piccoli, Pierre Arditi, Anne Cosigny

Als der erfahrene Theaterregisseur und Bühnenautor Antoine stirbt, ist sein Tod nicht nur ein Moment tiefer Traurigkeit, sondern auch ein Grund für seine alten Schauspielfreunde, zusammenzukommen. Denn Antoine hat ihnen eine Botschaft mit einer letzten Bitte hinterlassen, die für sie die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit recht bald verschwimmen lässt. Ausgehend von den Proben zu dem Stück „Eurydice“ erinnert sich jeder von ihnen an Rollen, die er einmal gespielt hat, an inszenierte Erfahrungen und gelebtes Leben. Ein echter Resnais – ein wenig surreal, aber brillant.

Letztes Jahr in Marienbad

FRA

1961

Alain Resnais

Delphine Seyrig, Giorgio Albertazzi

Der Film LETZTES JAHR IN MARIENBAD hat als avantgardistisches Meisterwerk Geschichte geschrieben. Die gleichnamige literarische Vorlage von Alain Robbe-Grillet, der auch das Drehbuch schrieb, zählt zu den Hauptwerken des französischen Nouveau Roman. Alain Resnais‘ Spielfilm bricht mit den bekannten erzählerischen Darstellungstraditionen des (Hollywood-)Kinos und bietet stattdessen eine faszinierende BildÄsthetik, in der der Stil selbst zum Inhalt wird. Die strenge Schwarzweiß- Optik, das Spannungsverhältnis von Bild und Bewegung wie auch die Konzentration auf geometrische Formen in der szenischen Gestaltung inspirierten viele zeitgenössische Künstler für ihr eigenes Schaffen.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunstvermittlerin der Kunsthalle Mannheim

Nacht Und Nebel

F

1955

Alain Resnais

Tod binnen drei Monaten verhieß die Parole „Nacht und Nebel“ all jenen KZ-Häftlingen, die als besondere Systemgegner eingestuft wurden, nach einem Ausspruch Hitlers, wonach jeder, der sich ihm in den Weg stelle, ohne Spur in Nacht und Nebel untergehen werde. Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955 der gleichnamige Film, der auch in den für die Medienerziehung an den Schulen verbindlichen Filmkanon aufgenommen wurde. Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt danach, in einem Rückblick, die gnadenlose und präzise Vernichtungsmaschinerie in den Todeslagern. Dabei verbinden sich die einprägsamen Bilder mit der Musik Hanns Eislers und den Texten von Jean Cayrol (in der deutschen Fassung von Paul Celan), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit.

Vorsicht Sehnsucht

FRA

2009

Alain Resnais

André Dussollier, Sabine Azéma, Emmanuelle Devos

Eine Tasche schwebt durch die Luft – und nichts ist, wie es vorher war. Ein banales Ereignis führt in Resnais‘ Tragikomödie zu haarsträubenden Verwicklungen. Die gestohlene Brieftasche einer Amateurpilotin löst im Finder Merkwürdiges aus: Er beginnt sofort, sich für diese Frau um die 50 zu interessieren. In seiner Phantasie versucht er sich vorzustellen, wie sie lebt und wer sie ist. Schließlich gibt er die Geldbörse aber doch nur bei der Polizei ab und hinterlässt seine Telefonnummer. Marguerite bedankt sich telefonisch, legt aber keinen Wert auf ein persönliches Treffen, was Georges nun um so mehr dazu bringt, sich in ihr Leben zu drängen. Der gutbürgerlich situierte Georges scheint geradezu besessen von einer unbekannten Frau. Als es dann doch zu einem Treffen kommt, gerät alles außer Kontrolle…

Klute

USA

1971

Alan J. Pakula

Jane Fonda, Donald Sutherland, Roy Scheider

US-Paranoia-Kino par excellence: Privatdetektiv John Klute sucht einen verschollenen Freund und gerät an das Callgirl Bree Daniels, die alsbald in Gefahr gerät. Alan J. Pakula (ZEUGE EINER VERSCHWÖRUNG, 1974, DIE UNBESTECHLICHEN, 1976) ist ein Meister des Spannungskinos, er ergründet das tiefe Misstrauen des Individuums gegenüber dem amerikanischen System, er führt hinein in die Großstadtwelt von Zuhältern, Prostituierten und Junkies: KLUTE ist ein perfekt inszenierter, darstellerisch herausragender Neo-Noir-Thriller, der den Charakter des US-Kinos der 1970er Jahre mitbestimmte. Oscar für Jane Fonda!
Mitgliederaktion: Mi. 07.09.2016, 17:30 Uhr Eintritt für Mittglieder von Cinema Quadrat e. V. frei.

Mississippi Burning

USA

1988

Alan Parker

ene Hackman, Willem Dafoe, Frances McDormand, Brad Dourif, R. Lee Ermey

1964 im US-Bundesstaat Mississippi: Drei Bürgerrechtler werden vermisst. Zur Aufklärung des Falls schickt das FBI den idealistischen Nordstaatler Alan Ward und den erfahrenen ehemaligen Südstaaten-Sheriff Rupert Anderson vor Ort. Doch überall stoßen sie auf Widerstand: bei rassistischen Weißen, eingeschüchterten Schwarzen, vor allem aber beim örtlichen Sheriff und dem Bürgermeister, die mit dem Ku-Klux-Klan-Mitgliedes zumindest sympathisieren. Als die Agenten das ausgebrannte Auto der Vermissten finden, müssen sie von Mord ausgehen. Und während Ward Verstärkung, auch durch das Militär, anfordert, kommt Anderson der Frau des Hilfssheriffs, Mrs. Pell, näher…
Frances McDormand spielt diese zunächst verbohrte Frau eines fanatischen Ku-Klux-Klan-Mitgliedes und erhielt für die Rolle ihre erste Oscarnominierung. Der Film basiert auf einem tatsächlichen Fall rassistischer Klan-Morde.
Mitgliederaktion:  Eintritt frei für Mitglieder von Cinema Quadrat e. V.

The Commitments

IRL

1991

Alan Parker

Der 21-jährige Jimmy will den Soul nach Dublin bringen und stellt eine bunte Truppe von Musikern unter dem Namen „The Commitments“ zusammen. Angeführt von Jimmy und dem 45-jährigen Soul-Veteranen und Trompeter Joey beginnt der Kampf um Soundanlagen, Übungsräume und schließlich um erste Auftritte. Als endlich der musikalische Durchbruch gelingt und sie sogar die Möglichkeit bekommen, mit dem Idol Wilson Pickett gemeinsam aufzutreten, bricht die Band im Streit auseinander. Mit viel Humor und mit der mitreißenden Musik alter Motown-Hits zeigt Regisseur Alan Parker den Aufstieg und Fall einer Band und hat damit einen der besten und stimmungsvollsten Musikfilme der 90-er Jahre geschaffen!

The Wall

GBR

1982

Alan Parker

Bob Geldorf, Christine Hargreaves, James Laurenson

Der eindrucksvolle Film zeigt die Geschichte des Rocksängers „Pink“ in massiven Bild-Ton Kompositionen: In einem Hotelzimmer in Los Angeles sitzt er, ist ausgebrannt vom Musikbusiness und nur noch mittels Drogen fähig auf der Bühne zu stehen. Basierend auf dem Album „The Wall“ aus dem Jahre 1979 von Pink Floyd, beginnt der Film in Pink’s Jugend, wo er von der Liebe seiner Mutter erdrückt wird. Nach wechselnden Beziehungen, Drogen, Sex, vermischt Pink zusehends Realität mit seinen Alpträumen, beginnt, eine Wand um sich aufzubauen, um sich von seiner Umwelt zu schützen.

Gimme Shelter

USA

1970

Albert & David Maysles

Ende 1969 begleiteten die Brüder Albert und David Maysles, die Urväter des ‚direct cinema‘, und Charlotte Zwerin die Rolling Stones auf ihrer Tournee durch die USA. Die Dokumentarfilmer waren überall mit dabei: bei Studioaufnahmen, im Madison Square Garden, bei Pressekonferenzen, in Hotelzimmern, hinter der Bühne, bis zu jenem legendären, traurigen Festival in Altamont. Ein paar Monate nach Woodstock sah alles danach aus, als ob auch dieses Festival wieder zum friedlichen Rock-Event einer neuen Generation werden sollte. Doch Mitglieder der Ordnergruppe Hell’s Angels stachen im Blutrausch auf einen 18jährigen Schwarzen ein. Der junge Meredith Hunter starb vor der Bühne, vor den Augen tausender Fans und vor den Rolling Stones. Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Mick Taylor und Bill Wyman sehen am Schneidetisch noch einmal die Katastrophe. Eindringlicher, unvergesslicher kann man die Ernüchterung nicht zeigen. GIMME SHELTER ist ein direkter, ungeschminkter Blick auf Rock‘n Roll, Gewalt und das Musikgeschäft, immer noch beeindruckend und bewegend. So nahe kam den Stones wahrscheinlich kein Kamerateam mehr. Wir zeigen eine restaurierte Fassung des Originalnegativs in verbessertem Dolby Digital Sound und mit jenen wiedereingefügten drastischen Dialogpassagen, die bei der Erstaufführung mit Rücksicht auf ein jugendliches Publikum unterdrückt wurden.

Der Tod von Ludwig XIV.

FRA/POR/ESP

2016

Albert Serra

Jean-Pierre Léaud, Patrick d'Assumcao, Marc Susini, Irène Silvagni

Leid und Sterben machen auch vor den Mächtigsten, ja Absoluten nicht Halt: Der Sonnenkönig Ludwig XIV. – eine Paraderolle für die Truffaut- Ikone Jean-Pierre Léaud – verspürt im August 1715 nach einem Spaziergang Schmerzen im Bein. Die nächsten Tage verbringt er in seiner Kammer, führt die Regierungsgeschäfte bestmöglich weiter und gleitet allmählich seinem Tod entgegen. Ein Historienfilm als Kammerspiel, Opulenz auf engstem Raum, der Totentanz eines Bettlägerigen – während um den Kranken herum schon so eifrig wie eifersüchtig an der Zukunft ohne ihn gebastelt wird. Albert Serra verzichtet weitgehend auf das, womit Ludwig XIV. heute wie kein anderer Monarch in Verbindung gebracht wird: Auf Pomp, Bombast und ausschweifende Feste. Konzentriert widmet er sich dem Überlebenskampf des einst glanzvollen Königs, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist: Der absolutistische Herrscher von Gottes Gnaden wirkt sterblich, ein Mensch wie du und ich.
„Sicherlich der schönste Film in Cannes 2016.“ (Sight & Sound)

Tardes de soledad – Nachmittage der Einsamkeit

ESP/FRA/PRT

2024

Albert Serra

Dokumentarfilm

Albert Serra begleitet den peruanischen Star-Matador Andrés Roca Rey von einer spanischen Stierkampfarena zur nächsten: Das blutige Geschäft erfordert von dem 28-Jährigen höchste Konzentration, vom Ankleiden im Hotelzimmer über tradierte Bewegungsabläufe vor dem gereizten Stier bis zum finalen Todesstoß. Albert Serra dokumentiert das umstrittene Schauspiel mit nüchternen, eindringlichen Bildern und schafft so ein radikales Porträt zwischen Dokumentar- und Kunstfilm – ausgezeichnet als bester Film beim Festival von San Sebastián. „Ein monumentaler, kostbarer, präziser, brutaler, herzzerreißender, tragischer, schöner und in jeder Hinsicht einzigartiger Film.“ (El Mundo) – „Ein Meilenstein des spanischen Kinos. Er fängt ein, was man noch nie zuvor gesehen hat.“ (El Confidencial)

Shouf Shouf Habibi - Schau Ins Leben

NDL

2004

Albert ter Heerdt

Mimoun Oaîssa, Touriya Haoud, Salah Eddine Benmoussa

SHOUF SHOUF HABIBI (Schau, Schau, mein Schatz!) riskiert einen komödiantisch-authentischen Einblick in das marokkanische Migranten-Milieu, in dem die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit und der Gang zum Optiker ohne ausreichende Sprachkenntnisse beinahe zu existenziellen Problemen geraten. Der Film hat in den Niederlanden den Nerv der Zeit so gut getroffen, dass bereits eine Fortsetzung gedreht wird. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Abdullah – genannt Ab. Er träumt von einer Karriere als Hollywood-Darsteller, „jetzt, wo arabische Gesichter in Folge von 9/11 sicher in vielen Filmen gebraucht werden.“ Der Zwanzigjährige hat keine großen Perspektiven, aber viele Ideen. Ob als Büroangestellter oder Metzger, als Schauspieler oder Bankräuber… Auf jeden Fall sieht Ab eine große Zukunft für sich und seine Freunde vor sich. Und dann kommt doch alles anders als er denkt. Die niederländische Presse urteilte: „Theo van Gogh hätte den Film geliebt.“

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner