Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Manifesto

DEU

2017

Julian Rosefeldt

Cate Blanchett

Chamäleonhaft schlüpft Blanchett in ein gutes Dutzend Rollen, von der konservativen Mutter über die Grabrednerin und Punkerin bis zur Reporterin oder zum Obdachlosen – und rezitiert aus dem Alltag dieser Figuren heraus künstlerische Manifeste der letzten Jahrzehnte. Futuristen, Dadaisten, Fluxus, Suprematisten oder Situationisten, Claes Oldenburg, André Breton, Lars von Trier oder Jim Jarmusch sind vertreten: Textcollagen darüber, was Kunst ist, was Kunst sein kann und sein sollte. Die ästhetischen, kulturhistorischen oder politischen Erklärungen stehen quer zur oft aberwitzigen Situation, in denen sie hier verkündet werden.
Ursprünglich eine Videoinstallation für Kunstmuseen des renommierten Künstlers Julian Rosefeldt, funktioniert MANIFESTO in der Kinofassung mindestens ebenso gut. Nicht zuletzt dank der wandlungsfähigen und spielfreudigen Cate Blanchett

Basquiat

USA

1996

Julian Schnabel

Jeffrey Wright, Benicio Del Toro, David Bowie

Mit seinem ersten Spielfilm hat Julian Schnabel, selbst gefeierter Maler, eine zweite Karriere als Regisseur begonnen und dem Malerkollegen Basquiat ein Denkmal gesetzt. Die Handlung folgt der Tradition konventioneller Künstlerbiografien, erzählt die Geschichte eines romantischen Helden, der am eigenen Erfolg zugrunde geht: Jean-Michel Basquiat, Sohn eines Haitianers und einer Puertoricanerin lebt als Graffiti-Künstler und Obdachloser in New York. Als Basquiat 1979 von Andy Warhol entdeckt wurde, rissen sich Galeristen und Sammler um seine Bilder. Sein kometenhafter Aufstieg endet nach dem Tod seines Mentors Warhol 1988, als er mit gerade mal 27 Jahren an einer Überdosis stirbt. In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim. Mit einer Einführung von Dr. Dorothee Höfert.

Before Night Falls

USA

2000

Julian Schnabel

Javier Bardem, Olivier Martinez, Johnny Depp, Andrea Di Stefano, Sean Penn

Als junger Mann ist der kubanische Dichter Reinaldo Arenas zunächst begeisterter Anhänger von Castros Revolution und bekommt einen nationalen Buchpreis. Wegen seiner politisch liberalen Aktivitäten und seinem Bekenntnis zur Homosexualität fällt er jedoch schon bald in Ungnade und der Zensur zum Opfer. Nach einer zweijährigen Haft im berüchtigten El Morro-Gefängnis darf Arenas nach New York umsiedeln. Dort schreibt er im Exil seine Autobiographie „Antes que anochezca“, auf der dieser Film basiert. Der Maler Julian Schnabel beweist nach der Künstlerbiografie BASQUIAT sicheres Gespür für die großen Gefühle und leisen Zwischentöne. Sein Film ist eine Hommage an einen außergewöhnlichen Künstler in all seinen schillernden Facetten, aber auch ein authentisches Stück Widerstand gegen den Kitsch der grassierenden Kuba-Welle. Neben Bardem brillieren Kylie-Minogue-Boyfriend Olivier Martinez, Sean Penn in einem Gastauftritt und Johnny Depp in einer atemberaubenden Doppelrolle. BEFORE NIGHT FALLS wurde in Venedig mit dem Grossen Jurypreis ausgezeichnet; Javier Bardem erhielt den Preis als bester Hauptdarsteller und eine Oscar-Nominierung.

Miral

FR/ISR/GBR

2010

Julian Schnabel

Willem Dafoe, Freida Pinto

Nach dem Selbstmord ihrer Mutter wird die 17-jährige Miral in das bekannte Waisenhaus Dar-Al-Tifl gebracht, wo sie mit Hilfe der mutigen Hind zu einer selbstbewussten jungen Frau heranwächst. Sie verliebt sich in den politischen Aktivisten Hani und kommt in Kontakt mit weiteren Anführern des palästinensischen Widerstands. Übermannt von den politischen Ereignissen um sie herum muss Miral sich entscheiden, ob sie wie Hani kämpfen oder aber einen friedlichen Widerstand im Sinne ihres Vaters und nach den Prinzipien Hinds wagen soll.

Gute Manieren

BRA/FRA

2017

Juliana Rojas, Marco Dutra

Isabél Zuaa, Marjorie Estiano, Miguel Lobo.

Die junge, dunkelhäutige Clara wird von der schwangeren Ana eingestellt als Haushälterin, Krankenschwester und zukünftiges Kindermädchen. Sie zieht aus der Vorstadt in Anas luxuriöse Wohnung, bald freunden sich die beiden an, schließlich gehen sie eine Liebesbeziehung miteinander ein. Doch was wie ein Sozialdrama beginnt und sich in eine queere Lovestory wandelt, geht noch weiter: Denn mit fortschreitender Schwangerschaft entwickelt Ana einen immer stärkeren Hunger auf rohes Fleisch, insbesondere an Vollmondnächten. Und als in einer schaurigen Geburt das groteske Baby geboren wird, ist der Film noch lange nicht zu Ende: Denn Clara zieht Anas Sohn auf; nur wenn der Mond scheint, muss sie ihn in einem bunkerartigen Raum anketten…
Das moderne Märchen mit Anklängen an ROSEMARIES BABY und AMERICAN WEREWOLF wurde in Locarno mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

Meeres Stille

DEU

2015

Juliane Fezer

Charlotte Munck, Christoph Grunert

Helen Sander fährt mit ihrem Mann Johannes und der gemeinsamen Tochter Frances ans Meer. Der Familienurlaub im einsamen Ferienhaus gestaltet sich zunächst ruhig und erholsam, doch dann wird Helen von einer seltsamen Angst befallen, Erinnerungsfetzen tauchen vor ihren Augen auf. In diesem Haus geistert eine andere Familiengeschichte umher – die eines kleinen Jungen, dessen Mutter stirbt und dessen Vater in Depressionen verfällt. Zeitebenen vermengen sich, und Helen begegnet einem seltsam vertrauten Fremden, der genauso zerrissen scheint wie sie selbst … Da wirft eine unerwartete Wende das Schicksal aller Anwesenden noch einmal erschütternd durcheinander. Spannendes und filmisch ausgefeiltes Familien-Psychogramm frei nach dem gleichnamigen Roman des Hamburger Autors Stefan Beuse.
Anschließend: Filmgespräch mit der Regisseurin!

Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

USA/FRA/GBR

2018

JulianSchnabel

Willem Dafoe, Rupert Fiend, Oscar Isaac, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner

Gibt es nicht längst genug Filme über Van Gogh? Offenbar nicht – und vor allem noch keinen Film, den ein berühmter Maler, Julian Schnabel, über den noch viel berühmteren Maler gedreht hat: „Wir machen keinen Film über van Gogh, sondern einen Film, bei dem Sie das Gefühl haben, van Gogh zu sein, in dem Sie sozusagen in seinen Schuhen laufen… Es scheint den Menschen schwerzufallen, einen Film über einen Künstler zu machen, wahrscheinlich, weil die meisten Leute nicht wissen, was es bedeutet, ein Maler zu sein.“ Mit William Dafoe als kongenialem Darsteller des Van Gogh widmet sich der Film besonders der künstlerischen Wahrnehmung der Welt durch die Augen eines Malers. Konsequenterweise kommt auch besondere Technik zum Einsatz, neben speziellen Farbfiltern eine eigens hergestellte Kameralinse mit zwei unterschiedlichen Tiefenschärfebereichen, die dem menschlichen Auge mit seinen Unschärfen am Rand des Sehfeldes entsprechen.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthalle Mannheim

Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne / Les barbares

FRA

2024

Julie Delpy

Julie Delpy, Sandrine Kiberlain, Laurent Lafitte, Ziad Bakri, Jean-Charles Clichet

In der Kleinstadt Paimpont in der Bretagne ist die Welt noch in Ordnung: Die Grundschullehrerin weiß alles besser, die Supermarktbesitzerin hat ein gehöriges Alkoholproblem, der elsässische Klempner ist bretonischer als die Einheimischen und der Dorfpolizist könnte einfältiger und unmusikalischer kaum sein. Dann aber zieht eine neue Familie in den Ort – Neuankömmlinge, die nicht wie erwartet aus der Ukraine stammen, sondern aus Syrien. Und auch noch intelligent sind. Und auch noch wissen, wie man wirklich leckeren Galettes-Teig macht.

Julie Delpy inszeniert eine entlarvende Komödie über menschliche Unzulänglichkeiten und Vorurteile, wenn politische Inkorrektheit auf übertriebene Willkommenskultur trifft und sich alle die Frage stellen müssen: Sind wir die wahren Barbaren?

Afula Express

IL

1997

Julie Shles

Zvika Hadar, Esti Zackheim, Arie Moskona

David ist ein Autoelektriker aus Afula, einer verschlafenen Kleinstadt im Norden Israels. Eines Tages beschließt er, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und in Tel Aviv Zauberer zu werden. Nur fehlt ihm dazu jedes Talent, er ist der schlechteste Zauberer aller Zeiten. Auch seine Freundin, die vollschlanke Bathia wollte in Tel Aviv ein besseres leben führen und träumt nun an der Supermarktkasse vor sich hin. Nach dem wiederholten Fehlschlag ihres Freundes hat sie fürs erste genug geträumt. Wie in ihren Dokumentarfilmen ST. JEAN und BABA LUBA nimmt Julies Shles auch in ihrem ersten Spielfilm das Publikum mit auf eine emotionale Reise in das Seelenleben ihrer Helden und Heldinnen. Ihr Film war ein Überraschungserfolg in Israel. Ihre kleine Schaustellergeschichte ist auch eine Studie über Menschen auf der Suche nach ihrer wahren Größe und ein Plädoyer für die Magie des Alltags.

Across the Universe

GBR/USA

2007

Julie Taymor

Jim Sturgess, Evan Rachel Wood, Joe Anderson, Bono, Eddie Izzard, Salma Hayek, Joe Cocker

Der junge Dockarbeiter Jude verlässt Liverpool, um in den USA seinen Vater zu suchen, den er nie kennengelernt hat. Dort freundet er sich mit dem rebellischen Studenten Max an, mit der Sängerin Sadie, dem Gitarristen Jo-Jo, mit Prudence und Lucy, in die er sich verliebt…

Zwischen Vietnamkrieg, Friedensaktivisten, freier Kunst und radikalem Protest taucht ACROSS THE UNIVERSE mitten hinein in 1960er – und zwar als Musical mit 33 Beatles-Liedern. Der Film verknüpft damit den Spirit der Sixties mit dem Werdegang der Band, inklusive Ausflügen zu Dr. Robert in seinem psychedelischen Bus, in den Zirkus von Mr. Kite und aufs Dach für ein letztes Konzert.

„Phänomenaler Film: Den Filmemachern gelang das Kunststück, die audiovisuell überwältigende Vielzahl verblüffender szenischer Einfälle und die originellen Neuinterpretationen der Beatles-Lieder nicht als bloße Nummernrevue, sondern dramaturgisch konsistent darzustellen.“ (epd-film)

Frida

USA/CAN/MEX

2002

Julie Taymor

Salma Hayek, Alfred Molina, Antonio Banderas, Valeria Golino, Geoffrey Rush, Ashley Judd, Mía Maestro, Edward Norton

Mexiko City, im frühen 20. Jahrhundert: Frida Kahlo erleidet einen schweren Busunfall. Und beginnt zu malen, wie besessen. Ihre Träume, Sehnsüchte, ihre physischen und psychischen Leiden verarbeitet sie in leidenschaftlichen, unverblümten Ölgemälden, durch deren aufrichtige Eindringlichkeit sie die Aufmerksamkeit und Liebe des Freskenmalers Diego Rivera gewinnt. Die beiden erobern die Kunstwelt. Und entwickeln eine wildromantische Liebesgeschichte, die Bisexualität, Polygamie und eine Scheidung überlebt.

Ein Film über Leidenschaften und Liebschaften, über Kreativität und Schmerz, über unbändige Lebenslust und die Farbenpracht Mexikos: FRIDA war fürHauptdarstellerin Selma Hayek ein Herzensprojekt, das sie gegen viele Widerstände durchsetzen musste. Der Film gewann unter anderem zwei Oscars.

Das Leben meiner Mutter – La vie de ma mère

FRA

2023

Julien Carpentier

Agnès Jaoui, William Lebghil, Salif Cissé, Alison Wheeler

Pierre ist 33 Jahre alt, erfolgreicher Florist – und sein Leben nimmt eine Wende, als seine Mutter nach zwei Jahren wieder auftaucht. Judith ist launisch und exzessiv: Sie leidet an einer bipolaren Störung und hat ihre Behandlung abgebrochen. Pierres einziger Gedanke ist, sie so schnell wie möglich zurück in die Klinik zu verfrachten und sein normales Leben wieder aufzunehmen, doch nichts läuft wie geplant. Ihr unerwartetes Wiedersehen – explosiv, lustig und bewegend zugleich – erzeugt einen Strudel aus Panik, Verantwortung, Schuld, schlechten Erinnerungen. Und Liebe.

Der Film spielt in einem Zeitraum von 24 Stunden, in denen die komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung auf den Punkt gebracht wird: „Agnès Jaoui und William Lebghil brillieren auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie in Julien Carpentiers unglaublich charmantem und bewegendem Debütfilm über bipolare Störung.“ (cineuropa.org)

Kingdom – Die Zeit, die zählt / Le Royaume

FRA

2024

Julien Colonna

Ghjuvanna Benedetti, Saveriu Santucci, Anthony Morganti, Andrea Cossu

Korsika, 1995. Lesia erlebt ihren ersten Sommer als Teenager. Doch sie ist anders: Denn sie ist die Tochter eines bekannten, untergetauchten Mafiabosses. Nach einem Anschlag ist der Clan alarmiert. Der Vater befürchtet die Folgen seiner eigenen Rachefeldzüge und will seine Tochter schützen. Deshalb lässt er sie zu sich holen – Vater und Tochter, verbunden durch eine fragile Beziehung, gemeinsam auf der Flucht.

„Mit diesem Film möchte ich die Maschinerie der Verbrecherherrschaft in ihrem unvermeidlichen programmierten Aussterben zeigen“, erklärt Julien Colonna über sein Spielfilmdebüt, das aus Sicht einer Teenagerin die innersten Zirkel des organisierten Verbrechens schildert. „Zweifellos einer der besten Filme des Jahres!“ (France Television)

Glastonbury

GBR

2005

Julien Temple

1970 öffnete ein junger Farmer aus Südwestengland seine 60 Hektar große Land- und Ackerfläche für ein Wochenende. 1.500 Leute kamen und zahlten jeweils 1 Pfund, um die Auftritte einer Handvoll Pop- und Folkstars zu sehen…Über 35 Jahre, unzählige Live-Performances der größten Rock- und Popstars und Millionen von Konzertbesuchern später gilt Glastonbury heute als das am längsten existierende und erfolgreichste Festival der Welt. Es steht für Live-Musik der größten Bands und Künstler unserer Zeit, für berüchtigte Exzesse aller Art, für Hippies, Rocker, Punks, Freaks, Aussteiger, ganz normale Fans, – und natürlich für Schlamm. Ein dankbares Thema für Julien Temple. Sein Portrait des Festivals begeistert ebenso wie seine Filme über den Cash-Leader Joe Strummer und über die Sex-Pistols.

Joe Strummer - The Future Is Unwritten

GBR/IRL

2007

Julien Temple

Der Film porträtiert den Kopf der Punkband „The Clash“ jenseits der Mythen und Legenden, die sich um die Mitbegründer des Punkrock ranken. Strummers Ideen, Erfahrungen und Erfolge sind der Brennpunkt der Geschichte, die Julien Temple zu einem epischen Abenteuer arrangiert. In virtuos geschnittenen Bildern inszeniert er die Erinnerung an Strummer, bringt Musik und Persönlichkeit, Politik und Menschlichkeit zusammen. Vier Jahre nach Strummers Tod befragt er Weggefährten und Freunde wie Bono von U2, Matt Dillon, Johnny Depp, Jim Jarmusch, John Cusack oder die Weinstein-Brüder. (also ab 18 Jahren).

Shane - The Pogues

GBR

2020

Julien Temple

Shane MacGowan: Rebell, Punk, Poet. Irischer Nationalist, exorbitanter Selbstzerstörer, Frontmann von The Pogues. Mit ihnen schaffte er es, anarchischen Punk mit Irish Folk zu vermählen – der legendäre Filmemacher Julien Temple (THE GREAT ROCK’N’ROLL SWINDLE (1980), JOE STRUMMER – THE FUTURE IS UNWRITTEN (2007)) setzt ihm ein ganz spezielles filmisches Denkmal, das die irische Politik, den Punk der ’70er, den Erfolg mit den Pogues, diverse Abstürze ebenso enthält wie wilde Animationen und einen Pubbesuch mit Johnny Depp. Suff + Rebellion = Punk; Punk + Irland = The Pogues.

The Filth And The Fury: A Sex Pistols Film

GB

2000

Julien Temple

„Fuck“ – die Sex Pistols waren die ersten, die das Wort im britischen Fernsehen aussprachen. Es war ihr zorniger Kommentar zu den sozialen Verhältnissen in Großbritannien, eine Absage an alle falschen Versprechungen einer korrupten Regierung. Zwanzig Jahre nach THE GREAT ROCK´N´ROLL SWINDLE erzählt Julien Temple die Geschichte der Sex Pistols noch einmal, doch diesmal kommen die Bandmitgliedern selbst zu Wort. Kompiliert aus Dokumentaraufnahmen aus den 70er Jahren, sowie aktuellen Interviews und einem längeren Gepräch, das Julien Temple 1978 mit dem Bassisten Sid Vicious wenige Monate vor dessen Tod geführt hat, zeichnet der Film das nunmehr autorisierte Porträt einer der einflußreichsten Bands der Rock-Geschichte. Obwohl sie nur wenig mehr als zwei Jahre lang existierten, haben die Sex Pistols mit nur einer einzigen Platte die Pop-Musik revolutioniert. „Never Mind the Bollocks“ war das Fanal für eine ganze Generation. Drei Akkorde genügten, um in drei Minuten alles zu sagen, was gesagt werden mußte. „Verdammt fantastisch … es hat mich umgeworfen“ (Liam Gallagher, Oasis)

Schließe mich in deine Arme – Llevame en tus brazos

MEX

1954

Julio Bracho

Ninón Sevilla, Armando Silvestre, Andrea Palma

In einem kleinen Fischerdorf am Papaloapan-Fluss ist Rita, die Tochter des Fischers Pedro, in José verliebt. Der sagt jedoch die Hochzeitspläne ab, nachdem er als Rädelsführer eines Streiks in der Zuckerfabrik rausgeschmissen wurde. Bei einem großen Dorffest erpresst der Zuckermühlenbesitzer Don Antonio, geschuldetes Geld zu bezahlen oder ihm eine seiner Töchter zu überlassen. Rita entscheidet sich, mit Don Antonio zu gehen. Der Beginn eines Weges, auf dem sie von vielen Männern ausgebeutet wird…

Der Klassiker des diesjährigen Programms, der in restaurierter Fassung wieder in die Kinos kommt, ist ein Rumbera-Melodram um Moral, Korruption, Ungerechtigkeit und soziale Realität. Hauptdarstellerin Ninón Sevilla, als Tänzerin und Schauspielerin ein großer Star des mexikanischen Kinos, ermöglichte die Finanzierung des Films, eine formvollendete, visuell berauschende, perfekt austarierte Mischung von Melodram und Analyse politischer Missverhältnisse.

 

Julio Bracho (1909-1978), mexikanischer Regisseur und Drehbuchautor, kam über das Theater zum Film und führte ab 1941 bei 50 Filmen Regie.

Die Liebenden Des Polarkreises –

Spanien

1998

Julio Medem

Fele Martinez, Najwa Nimri

Der Zufall ist einer der schönsten Bausteine für eine romantische Kinogeschichte. So ist auch diese Story das wundersame, aufregende Abenteuer einer immer wieder von Zufällen bestimmten, leidenschaftlichen und heimlichen Liebe, abwechselnd erzählt aus der Sicht der beiden Liebenden Ana und Otto. Als sich die beiden im zarten Alter von acht Jahren zum ersten Mal begegnen, fühlen sie sich sofort magisch voneinander angezogen. In diesem Moment nimmt ein Kreis seinen Anfang, in dessen Radius sich Ana und Otto immer wieder begegnen und verlieren und der sich letztlich am Polarkreis schließt. Der finnische Polarkreis ist für Medem ein Utopia. Dort beantwortet er die Frage des Filmthemas, ob nämlich wahre Liebe ein Menschenleben anhalten kann. „Ein Liebesfilm für das neue Jahrtausend ist Medem gelungen, in dem Unschuld und Sophistication zusammen treffen, behutsame Ironie und schöne Sentimentalität ineinander greifen.“ (Süddeutsche Zeitung)

Tierra

Spanien

1996

Julio Médem

Carmelo Gómez, Emma Suárez

Fast acht Jahre hat es gedauert, bis dieser Film des spanischen Regisseurs und Drehbuchautors Julio Médem in die deutschen Kinos gekommen ist. Médem schrieb und inszenierte die Geschichte um den Kammerjäger Angel, dessen Name bewusst gewählt ist. Er empfindet sich zur einen Hälfte als Mensch zur anderen als Engel. Wegen seiner schizophrenen Gedanken hat er gerade einen Aufenthalt in der Psychiatrie hinter sich und soll nun ein Dorf in einer Weinregion von einem seltsamen Schädling befreien. Dort verlieben sich dann die beiden unterschiedlichen Teile von Angel in zwei komplett unterschiedliche Frauen: in die schüchterne, spröde Angela und in die provokante Mari. „Tierra ist virtuos entworfen… ein außergewöhnliches Kinoereignis, denn der Spanier versteht es brillant, den charakteristischen Reiz einer Landschaft herauszuformen.“ (Kölnische Rundschau)

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