Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Stoppt Die Todesfahrt Der U-bahn 123

USA

1974

Joseph Sargent

Walther Matthau, Robert Shaw, Martin Balsam

Zum Bundesstart der Neuverfilmung „Unstoppable“ mit Denzel Washington zeigen wir das Original von 1974: Lt. Garber von der New Yorker U-Bahn-Polizei ist mit einem spektakulären Entführungsfall konfrontiert: Vier bewaffnete Gangster haben einen Zug und 17 Menschen in ihre Gewalt gebracht. Sie verlangen 1 Million Dollar Lösegeld innerhalb einer Stunde und drohen, für jede Minute Verzögerung eine Geisel zu erschießen. Als die Forderung erfüllt wird, beginnt erst der wahre Horror. Die Gangster setzen den Zug in Bewegung und lassen ihn führerlos mit Höchsttempo durch die New Yorker U-Bahn-Tunnel rasen. Die temporeiche Inszenierung, ein rasanter Schnitt sowie David Shires pulsierender Jazz-Score sorgen für Spannung von der ersten bis zur letzten Minute.

Ulysses

GB

1967

Joseph Strick

Martin Dempsey, Fionnula Flanagan, Maire Hastings, Barbara Jefford, Milo O´Shea, Maurice Roevers

Der „Bloomsday“ feiert Jubiläum. Vor hundert Jahren, am 16.6. 1904, ließ James Joyce seinen Helden Leopold Bloom durch Dublin treiben. Ein schöner Anlaß, zwei Verfilmungen des Meisterwerks „Ulysses“ zu zeigen. Der selbsternannte Dichter Stephen Dedalus lernt eines Tages Leopold Bloom kennen, mit dem er sich anfreundet. Stricks Verfilmung des klassischen Romans, die sich eng an die literarische Vorlage anlehnt, sorgte für einen Eklat. Bei der Uraufführung in Cannes 1967 kam es zu tumultartigen Protesten. In Irland war der Film, die in Dublin spielt, bis zum Jahr 2000 verboten.

Butter on the Latch

USA

2013

Josephine Decker

Charlie Hewson, Sarah Small, Isolde Chae-Lawrence

Josephine Deckers mystisch anmutender Film spielt in den finsteren kalifornischen Wäldern von Mendocino. Hier findet ein Balkan-Folk- Festival statt, auf dem Sarah ihre Freundin Isolde mit einem Besuch überrascht. Die beiden erfahren von den Mythen ferner Länder, lernen Volkslieder und Tänze und schlafen in einer kleinen Hütte. Während einem dieser unbekümmerten Momente trifft Sarah einen gutaussehenden Mann und entscheidet sich, ihn zu verführen – langsam und über mehrere Tage. Während sie sich ihrem Ziel nähert, verändern erschreckende Gefühle ihr Verhalten. Sie stürzt immer tiefer in die mythische Welt der anderen Festivalbesucher. Eine verwirrende Reise in eine fantastische Welt, in der sich Realität und Mythos unauflöslich miteinander verbinden.

Mein Bruder, der Held

THA/USA/HKG

2015

Josh Kim

Thira Chutikul, Ingarat Damrongsakkul

Der Debütfilm des Regisseurs Josh Kim liefert eines der schönsten Brüder-Porträts der letzten Jahre: Der elfjährige Oat lebt mit seiner kleinen Schwester als Waise in einem Armenviertel von Bangkok, liebevoll umsorgt von seinem älteren Bruder Ek, auch wenn dieser dafür in einer Stricherbar arbeiten muss. Seit der Schulzeit ist Ek mit Jai zusammen, der aus einer wohlhabenden Familie stammt. Und doch sind die beiden Liebenden glücklich miteinander. Dann jedoch steht die Musterung zum Militärdienst an. Oat kann sich gar nicht vorstellen, ohne seinen großen Bruder leben zu müssen. Also versucht er auf allerlei Wegen, den Ausgang der Ziehung zu beeinflussen…

American Valhalla

DEU/FRA/USA

2017

Joshua Homme, Andreas Neumann

Iggy Pop – Star unseres letztjährigen Eröffnungsfilms GIMME DANGER– fragt Josh Homme – Frontman von Queens of the Stone Age –, ob sie nicht ein gemeinsames Album aufnehmen könnten. Homme sagt zu – und nimmt die Kamera mit. Er filmt die Musikaufnahmen zu „Post Pop Depression“, die anschließende Tour: Und so nah kommt man zwei großen Musikern wohl nie wieder.

Maria Voll Der Gnade

COL/USA

2001

Joshua Marston

Catalina Sandino Moreno, Yenny Paola Vega, Guilied Lòpes

Die 17-jährige, temperamentvolle Maria fühlt sich von ihrem Dasein in einer kolumbianischen Kleinstadt eingeengt und möchte der häuslichen Armut, ihrem tristen Job als Arbeiterin auf einer Rosenplantage und ihrem ungeliebten Freund Juan, von dem sie schwanger ist, entfliehen. Sie lässt sich von dem charmanten Franklin als Drogenkurier anwerben und fliegt zusammen mit drei weiteren Kurieren mit 62 Drogen-Päckchen im Bauch nach New York. Die Reise wird zu einer leidvollen Erfahrung für Maria – aber auch zur Herausforderung, einem neuen Leben entgegenzublicken. Die Besucher des Max-Joseph-Straßenfestes haben MARIA VOLL DER GNADE aus einer Liste mit 10 Filmen zur Wiederaufführung im Cinema Quadrat ausgewählt und wir freuen uns, ihn im September-Programm zeigen zu können.

The Act of Killing

DNK/NOR/GBR

2012

Joshua Oppenheimer

Als General Suharto mit einem Militärputsch in Indonesien 1965 die Macht an sich reißt, schickt er Todesschwadronen durchs Land, die innerhalb eines Jahres über eine Millionen Andersdenkende ermorden. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das bis heute ungeahndet ist: Die Mörder von einst sind heute Politiker und Personen des öffentlichen Lebens, werden teils wie Helden verehrt. Da die Dreharbeiten mit überlebenden Opfern immer wieder von lokalen Behörden boykottiert wurden, wendet Regisseur Oppenheimer einen genialen Kunstgriff an: Er zwingt die reuelosen Täter zur Auseinandersetzung, indem er ihnen anbietet, ihre Morde vor der Kamera selbst zu inszenieren. Er schlägt die Mörder so mit derselben Methode, mit der sie bisher ihr Gewissen ruhig gestellt haben: mit der Kunst der Inszenierung. Da ist etwa Anwar, der demonstriert, wie er mit einer Drahtschlinge mordet. Mafia-Filme hätten ihn dazu inspiriert, sagt er grinsend und präsentiert sich tänzelnd vor der Kamera. Eine Performance, die in ihrer Selbstgefälligkeit kaum auszuhalten ist. Die Täter gefallen sich in der Überhöhung ihrer Taten.
Angesichts der Abgründe, die sich dahinter auftun, ist die Fallhöhe beträchtlich. Im Laufe des Films, als der Regisseur seinen Protagonisten die Szenen vorspielt, gerät Anwars Selbstbild ins Wanken. Am Ende hat er sich und das Bild, das er abgibt, nicht mehr im Griff, die Erinnerungen würgen ihn, wie sonst nur in seinen Alpträumen.
Ein verstörendes Monstrum von einer Dokumentation, ein filmischer Fiebertraum, dessen Bilder einen nicht mehr verlassen, dessen Inhalt erschüttert und dessen Machart die Grenzen des Dokumentarischen völlig neu definiert.

The End

DNK/DEU

2024

Joshua Oppenheimer

Tilda Swinton, George MacKay, Michael Shannon, Moses Ingram

Vor 20 Jahren ging die Welt unter: Die Klimakatastrophe hat die Erde zu einem unbewohnbaren Fleckchen im Universum gemacht. Mutter, Vater und Sohn haben sich in einem luxuriösen Bunker unter der Erdoberfläche verkrochen, wo sie mit Alltagsritualen den Anschein von Normalität und das Gefühl von Hoffnung aufrechtzuerhalten versuchen. Dann klopft ein fremdes Mädchen an…

Eine apokalyptische Geschichte, erzählt als Hollywood-Musical mit Hollywood-Traumbesetzung: Joshua Oppenheimer gelingt nach seinen preisgekrönten Dokumentarfilmen THE ACT OF KILLING (2012) und THE LOOK OF SILENCE (2014) ein so überraschendes wie kühnes Familiendrama, in dem sich Originalität und Eigenwilligkeit mit Endzeitreflexion und Polit-Gesellschafts-Parabel verbinden. „Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie hier gelebt, gelitten, geliebt, sogar geschwommen und in bester Tradition eines Jacques Demy gesungen wird.“ (Viennale)

The Look of Silence

DNK

2014

Joshua Oppenheimer

Über eine Million Menschenleben haben die grausamen Massaker gefordert, zu denen es zwischen 1965 und 1966 in Indonesien kam. Noch heute werden dort die rücksichtslosen Handlanger, die zahlreiche Leben ausradierten, wie Helden gefeiert. Dokumentarfilmer Oppenheimer hatte bereits mit seiner Doku THE ACT OF KILLING (2012) das 1960er Massaker beleuchtet und dabei die Täter in den Vordergrund gestellt.
THE LOOK OF SILENCE wendet sich der anderen Seite des damaligen Genozids zu, nämlich den Opfer-Familien, genauer einem Ehepaar, dessen ältester Sohn den Paramilitärs zum Opfer gefallen ist und von dessen Tod sich die Eltern nie erholt haben. Der Bruder des Ermordeten, Adi, sucht im Film diejenigen auf, die den Mord verschuldet haben. Dabei trifft er auf Menschen, die für ihre Taten nie zur Rechenschaft gezogen wurden und sich sogar mit diesen brüsten. Sie wohnen nicht weit weg von Adi, gehen in denselben Läden einkaufen. Durch seinen Beruf als Optiker kommt der Hinterbliebene mit den Mördern ins Gespräch und erfährt bis ins Detail, was seinem Bruder damals zugestoßen ist…

Viel Lärm um nichts

USA

2012

Joss Whedon

Amy Acker, Alexis Denisof

Starregisseur Whedon transportiert Shakespeares scharfsinnige Liebeskomödie rund um die Suche nach wahrer Liebe mittels eleganter schwarzweiß Bewegtbilder in die Gegenwart Kaliforniens, also: Shakespeares berühmtes Liedgut als lässiger Lounge-Song bei der Poolparty! Unter Beibehaltung der alten Texte ist die Story weitgehend gleich: Als Don Pedro seinen alten Freund Leonato, den Gouverneur von Messina, besucht, werden seine beiden Begleiter von der Liebe überwältigt. Claudio verliebt sich in Leonatos Tochter, während Benedick und Leonatos Nichte Beatrice ihre Schutzmauern fallen lassen. Einzig Don Pedros eifersüchtiger Halbbruder bringt Gift ins Paradies, versucht die Liebe von Hero und Claudio durch eine perfide Intrige zu zerstören…
„Shakespeares Sprachwitz und gedankliche Schnelligkeit werden mit temporeichem Schnitt und gutgelaunt aufspielenden Darstellern reizvoll umgesetzt. Shakespeares Originalsprache fließt nach kurzer Eingewöhnungszeit für den Zuschauer wie selbstverständlich, bezaubert und animiert. … Ein sommerlich flirrender Filmspaß voller Eleganz und Esprit. Sprühend geistreich, delikat und amüsant!“ meint die Deutsche Film- und Medienbewertung, die dem Film das Prädikat besonders wertvoll verlieh.

Dreamers

GBR

2025

Joy Gharoro-Akpojotor

Ronkẹ Adékọluẹ́jọ́, Ann Akinjirin, Diana Yekinni, Aiysha Hart

Nach zwei Jahren ohne Papiere in Großbritannien wird die nigerianische Migrantin Isio in ein Abschiebezentrum eingewiesen. Sie hofft auf schnelle Bewilligung ihres Asylantrags. Ihre Zimmergenossin Farah hat wenig Vertrauen ins System und schmiedet an einem Fluchtplan. Im Chaos des Zentrums finden die beiden Frauen zueinander – ein kleines Stück Glück, eine keimende Hoffnung…

Die in Nigeria geborene britische Regisseurin wirft einen seltenen Blick in das innere System eines Abschiebezentrums. Freiheit ist schwer zu erreichen, aber Liebe ist ewig.

Lauras Stern

DEU

2020

Joya Thome

Emilia Kowalski, Michel Koch, Giurseppe Bovissuto, Luise Heyer, Ludwig Trepte

Laura ist sieben Jahre alt und gerade mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Tommy vom Land in die Stadt gezogen. Das soll jetzt ihr neues Zuhause sein? Laura vermisst ihren Apfelbaum und fühlt sich alleine. Bis sie bei einer geheimnisvollen Nachtwanderung unverhofft einen echten kleinen Stern mit abgebrochenem Zacken findet. Sie nimmt ihn mit nach Hause. Mit dem Stern erkundet Laura langsam ihr neues Umfeld. Und lernt Max kennen, das Nachbarskind. Doch der Stern hat sein Zuhause eigentlich woanders, im Weltall, bei den anderen Sternen. Und er scheint Heimweh zu haben. Laura bemerkt das, hadert, gibt sich einen Ruck und trifft die schwere Entscheidung, den Stern zurück nach Hause zu schicken. „Gibst du unserem neuen Zuhause eine kleine Chance?“, fragt Lauras Mutter zu Beginn des Films. „Ja, na gut, aber nur eine klitzekleine.“ Der Stern hilft Laura diese klitzekleine Chance zu nutzen.

Chamaco

CUB

2010

Juan Carlos Cremata Malberti

Fidel Betancourt, Aramís Delgado

Die Schattenseiten Kubas kommen durch die zufällige Aufdeckung eines Verbrechens ans Licht. Ein junger Mann wird im Central Park von Havanna ermordet aufgefunden. Ein korrupter Kommissar, der Verbindungen in die Unterwelt Kubas hat, übernimmt die Ermittlungen. Die Spur führt in die Abgründe der männlichen Prostitution, die er aus eigener Erfahrung kennt… Der Regisseur ist anwesend.

Jardín De Amapolas - Der Garten des Amapolas

COL

2012

Juan Carlos Melo Guevara

Juan Carlos Rosero, Paula Paez

Nachdem Emilio, ein Farmer, von seinem Land vertrieben wurde, findet sich sein neunjähriger Sohn Simon auf einer illegalen Mohnplantage wieder, wo Emilio Arbeit gefunden hat. Bald schon werden beide in die Geschäfte der Plantagenbetreiber hineingezogen und geraten zwischen die Fronten von Militär und Drogenkartellen. Die Freundschaft zu einem gleichaltrigen Mädchen hilft Simon, die Wirren zu überstehen. Das Drama wirft einen bewegenden Blick auf die harten Realitäten Kolumbiens, erzählt aber auch von Freundschaft, Solidarität und Hoffnung.

Zona Sur - Südlicher Distrikt

BOL

2009

Juan Carlos Valdivia

Ninón del Castillo, Pascual Loayza

„Zona Sur“ heißt das Viertel von La Paz, in dem die bolivianische aristokratische Oberschicht wohnt. Hier lebt auch die gut situierte Carola mit ihren beiden Söhnen und einer Tochter in einem prachtvollen Haus mit Garten. Die allein erziehende Mutter kontrolliert jede noch so kleine Regung in ihrem Herrschaftsbereich – die ihrer Kinder ebenso, wie die des Butlers Wilson, der von den Aymara-Ureinwohnern abstammt und die andere Seite Boliviens repräsentiert. Doch ihr kleiner Mikrokosmos – fern ab von allen Problemen der Realität – scheint langsam zu zerbrechen. Juan Carlos Valdivia, geboren und aufgewachsen in La Paz, studierte Film am Columbia College in Chicago und begann seine Filmkarriere in Mexiko. Sein Debütfilm JONÀS Y LA ALLENA ROSADA erwies sich als ein außergewöhnlicher Erfolg. Einen Skandal löste 2000 sein kirchenkritischer Film EL ÚLTIMO EVANGELIO aus, der erst 2009 seine Premiere hatte. Vadlivia erhielt 2010 mit ZONA SUR den Preis für beste Regie und für das beste Drehbuch in der Sektion World Cinema beim Sundance Film Festival.

Boystown

ESP

2007

Juan Flahn

Carlos Fuentes, Pepón Nieto, Pablo Puyol

Oma tot bei Wohnungsnot! Ein bisschen Hitchcock, ein Hauch Almodóvar und jede Menge bösen Witz – BOYSTOWN hat von allem etwas. Der aalglatte Immobilienmakler Victor hat es sich in seinen kranken Kopf gesetzt, das Chueca-Viertel Madrids in eine Art spanisches Soho zu verwandeln: Muskulöse und reiche Schwule der A-Klasse sollen hier bald die verstaubten Omis ersetzen. Für seinen Plan geht Victor (buchstäblich!) über Leichen. Mittenrein in den Schlamassel geraten der Fahrlehrer Rey und sein liebenswert geschwätziger Freund Leo. Nicht lang und sie stehen dummerweise unter Mordverdacht. Und es kommt noch schlimmer: Ausgerechnet Reys schrille Über-Mutter besetzt eines der Traumapartments, auf die Victor ein Auge geworfen hat, und gerät so in Gefahr, skrupellos aus dem Weg geräumt zu werden! Auf die Suche nach dem „Chueca-Killer“ begibt sich eine von Phobien geplagte Kommissarin samt liebem, leicht trotteligem schwulen Sohn. BOYSTOWN ist ein Spaß für alle, die skurrilen, rabenschwarzen Humor zu schätzen wissen.

El Secreto De Sus Ojos - In Ihren Augen

ARG

2009

Juan José Campanella

Viele Jahre nach dem schrecklichen Mord an Liliana Colotto beschließt der pensionierte Gerichtsbeamte Benjamín Esposito, einen Roman zu schreiben, um die Tat zu verarbeiten. Die Arbeit an dem Buch konfrontiert ihn nicht nur mit dem Verbrechen, sondern auch mit seiner damaligen Vorgesetzten Irene Menéndez Hastings, für die Esposito mehr empfand als nur kollegiales Vertrauen. Nun, nach vielen Jahren, sollen die Schatten der Vergangenheit endlich ausgeräumt werden. Denn der Mord berührt auch die schwierigen Zeiten Argentiniens während der Militärdiktatur. Und ganz nebenbei geht es auch um die niemals eingestandene Liebe zwischen Benjamín und Irene, die nie Erfüllung fand. Juan José Campanella, 1959 in Buenos Aires geboren, studierte Film in Argentinien und New York. Er drehte zunächst in den USA populäre TV-Serien, bevor ihm 1999 mit „El mismo amor, la misma lluvia“ und 2001 mit „El hijo de la novia“ der internationale Durchbruch mit Spielfilmen gelang. Für „El secreto de sus ojos“ erhielt er 2010 den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Campanella ist einer der erfolgreichsten Filmschaffenden in Argentinien.

Bitter Gold

CHL/MEX/URY/DEU

2024

Juan Olea

Katalina Sánchez, Francisco Melo, Matías Catalán

Inmitten der endlosen Weite der chilenischen Atacama-Wüste träumt die junge Carola von einem Leben am Meer. Doch der Alltag mit ihrem Vater Pacifico ist erbarmungslos: Gemeinsam betreiben sie eine illegale Mine und hüten ein gefährliches Geheimnis – eine Goldader, die sie heimlich in nächtlicher Arbeit abbauen. Als einer der anderen Bergmänner die verborgene Fundstelle entdeckt, eskaliert die Situation in Gewalt. Carola muss den Platz ihres Vaters übernehmen. Aber kann sie sich gegen die Feindseligkeit der Männerwelt behaupten?

Der fesselnde Neo-Western führt in die unglaubliche Weite der Wüste und tief ins Innere der Erde; spannend und bildmächtig erzählt er von einer Frau, die „in die Tiefen der Hölle hinabsteigt, um daraus gestärkt hervorzugehen.“ (Jurybegründung Preis der Ökumenischen Jury, Filmfestival Warschau)

 

Juan Olea begann seine Karriere als Regisseur von Videoclips, Kurzfilmen und experimentellen Videos, die auf Filmfestivals in Chile gezeigt wurden. Im Jahr 2014 wurde sein Spielfilm THE LAMB beim Internationalen Filmfestival von Santiago für die beste Regie ausgezeichnet. BITTER GOLD ist sein zweiter Spielfilm.

Der Wunsch

DEU/NOR

2024

Judith Beuth

Zehn Jahre begleitet die Filmemacherin das Liebespaar Maria und Christiane: Mit der Einrichtung der gemeinsamen Wohnung kommt der Kinderwunsch. Die rechtlichen und politischen Anforderungen, dass zwei Frauen gemeinsam Mutter werden wollen, sind noch das geringste Problem. Von der Suche nach einem Samenspender über die Hürden des Gesundheitssystems bis zum Kampf gegen die biologische Uhr führt der Film auf eine emotionale Reise durch die Höhen und Tiefen der Beziehung, bei der die querschnittsgelähmte Maria zunehmend zweifelt, während Christiane verzweifelt die Versuche, schwanger zu werden, weiterverfolgt. Mit größter Offenheit lassen die beiden die Regisseurin, die Filmkamera und damit die Zuschauer*innen in ihre private Welt – und man hofft, man hofft so sehr…
Gewinner des Publikumspreises beim Max-Ophüls-Festival Saarbrücken!

Dancing with Myself

DEU

2005

Judith Keil & Antje Kruska

Der 63-jährige Reinhard, die 18-jährige Laurin und der 36-jährige Mario haben zwei Dinge gemeinsam: Ihre Sorgen und Probleme drohen ihnen über den Kopf zu wachsen, und es gibt eine Sache, die ihnen hilft, trotzdem ihren Lebensmut nicht zu verlieren – der Tanz. Für ihre Dokumentation haben Judith Keil und Antje Kruska die drei beobachtet: beim Imitieren der Filmfigur Alexis Sorbas, bei der Ekstase auf der Tanzfläche mitten in der Nacht oder bei der Interaktion mit anderen Menschen beim gemeinsamen Tanzen. DANCING WITH MYSELF ist ein Film, der ganz nah herangeht und tief berührt.

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