Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Abteil Nr. 6

FIN/DEU/EST/RUS

2021

Juho Kuosmanen

Seidi Haarla, Yuriy Borisov, Dinara Drukarova

Russland in den späten 1990ern: Die finnische Archäologiestudentin Laura fährt, frisch von ihrer Freundin getrennt, von Moskau nach Murmansk, hoch oben am nördlichen Polarkreis, um die berühmten antiken Felsinschriften der Stadt zu untersuchen. Ihr Mitreisender im Abteil Nr. 6 ist Ljoha, ein lauter und trinkfester Bergarbeiter. Zwei Tage und 2.000 Kilometer durch die Taiga muss Laura mit diesem ungehobelten Typen verbringen…
In seinem humorvollen arktischen Roadmovie führt Juho Kuosmanen (DER GLÜCKLICHSTE TAG IM LEBEN DES OLLI MÄKI, 2016) zwei gegensätzliche Charaktere zusammen und bringt im Wechselspiel von Unterschieden und Annäherungen die komplexen Gefühlswelten seiner Protagonisten ans Licht – durchaus kann man in dieser Figurenkonstellation auch das fragile, komplizierte Verhältnis zweier Nachbarstaaten herauslesen. Der Film wurde in Cannes 2021 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Hans Dampf

DEU

2013

Jukka Schmidt

Fabian Backhaus, Cécile Marmier

Als Hans ein Foto der Amalfi küste beim Italiener um die Ecke entdeckt, packt ihn das Fernweh. Er schmeißt seinen Job hin und macht sich auf den Weg Richtung Süden, immer die rote Bommelmütze auf dem Kopf. Auf seiner Reise trifft er skurrile Weggefährten und geht eigenartige Tauschgeschäfte ein. Glücklicherweise hilft ihm das Schicksal immer wieder, aus scheinbar ausweglosen Situationen zu entkommen und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Entspannter, sympathischer Low-Buget-Film. Mal hölzern, mal trashig, aber sexy. Ein Märchenroadmovie mit viel Musik: Wir wissen es zwar alle, vergessen es aber allzu häufig: Glück ist eine Frage der Einstellung.

Liebmann

DEU

2016

Jules Herrmann

Godehard Giese, Adeline Moreau, Fabien Ara, Bettina Grahs

Ein kleines Dorf im sommerlichen Nordfrankreich. Hier mietet sich Antek Liebmann ein. Er ist kein Sommerfrischler. Er ist auf der Flucht. Vor der Vergangenheit, vor den eigenen Dämonen. Und während sich im Wald ein Mörder mit Schrotflinte herumtreibt, während sich die französische Vermieterin an ihn heranmacht, lernt er den jungen, gutaussehenden Sébastien kennen…
LIEBMANN ist ein fröhliches Drama mit der faszinierenden stilistischen Eigenwilligkeit eines Pfaus

Budrus

USA

2010

Julia Bacha

Ayed Morrar, der Kommunenvorstand aus dem Dorf Budrus, versucht unbewaffnet den Mauerbau zwischen Palästina und Israel zu verhindern, der sein Dorf einkesseln würde. Ein Beispiel für gewaltfreien Widerstand im Nahen Osten.

Sopiro

DEU

2020

Julia Backmann

Filmvorführung im Rahmen des Programms Open Dykes:
„Sopiro“ ist Esperanto und bedeutet Sehnsucht. Der Film beleuchtet die Erlebnisse und Lebensrealitäten geflüchteter lesbischer, transgeschlechtlicher und nicht-binärer Frauen* –eine Thematik, mit der große Teile der Bevölkerung niemals in Berührung kommen, und die selbst innerhalb der Geflüchtetenarbeit viel zu oft ungesehen bleibt. Durch fünf persönliche Schicksale werden die Folgen LSBT*I*-feindlicher Diskriminierung und Gewalt deutlich. Die Protagonist*innen benötigen und verdienen Schutz – und sehnen sich nach der Sicherheit und Freiheit, offen leben zu können.
PLUS for Refugees und Aktive aus der Gruppe Bunte Frauen von PLUS e.V. laden ein zu der Vorführung des Dokumentarfilms „Sopiro“ und anschließender Diskussionsrunde mit einigen Protagonist*innen des Films sowie FLINTA mit Fluchterfahrung aus der Region.
Eine Kooperationsveranstaltung von PLUS e.V. und dem Cinema-Quadrat e.V. mit freundlicher Unterstützung der Rosa Strippe e.V.
Eintritt frei!

Raw

FRA/BEL

2016

Julia Ducournau

Garance Marillier, Ella Rumpf, Rabah Naït Oufella

Die 16-jährige Justine, seit ihrer Kindheit Vegetarierin, beginnt ein Studium der Veterinärmedizin an derselben Uni, bei der auch ihre ältere Schwester Alexia eingeschrieben ist. Bei einer Erstsemester-Initiationsfeier soll sie rohe Kaninchennieren verspeisen – und verspürt in der Folge immer mehr Lust auf Fleisch. Möglichst roh. Und gegebenenfalls auch von Menschen. Kannibalische Gelüste, denen auch Alexia frönt…

Der Debütfilm von Julia Ducournau (deren TITANE 2021 die Goldene Palme von Cannes gewonnen hat) ist atmosphärisches Body-Horror-Kino, das realistische Gore-Szenen mit feministischen und sozialen Metaphern verbindet: „manchmal provozierende, aber intelligente Coming-of-Age-Geschichte im Gewand eines Horrorfilms.“ (Filmdienst)

Titane

FRA/BEL

2021

Julia Ducournau

Agathe Rouselle, Vincent Lindon, Laïs Salameh, Garance Marillier

Eine Erotik-Tänzerin hat seit ihrer Kindheit eine Titanplatte im Kopf, wird zur Mörderin, nimmt auf der Flucht die Identität eines seit einem Jahrzehnt vermissten Jungen an und findet bei dessen Vater, einem Feuerwehrmann, Unterschlupf. Außerdem ist sie schwanger – von einem getunten Cadillac.

Der am ehesten mit dem Bodyhorror verwandte Genre-Mix erzählt von Flucht und scheinbarer Obhut als fantastischem Rausch, der Geschlechtsidentitäten ebenso vermengt wie Fleisch und Metall. Verstörend und provokant, spielerisch und wild erschafft Julia Ducournau ein absurdes, gendersprengendes Fantasydrama, das sich auf ganz eigene Weise mit Körperlichkeit, Weiblichkeit, Sexualität auseinandersetzt. Gewinner der Goldenen Palme – erst zum zweiten Mal für einen von einer Frau inszenierten Film.

Life Is Not a Competition, But I’m Winning

DEU

2023

Julia Fuhr Mann

Professioneller Sport (er)kennt zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Weitere Gender-Kategorien sind nicht vorgesehen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Athlet*innen, sondern prägt auch maßgeblich das Geschlechterbild von Millionen Sportfans. Der Film gibt nicht-binären, trans* und dissidenten Körpern den Raum, der ihnen meist verweigert wird.  Es geht um queere Körper und um die Frage, wo Menschen im Leistungssport Platz finden, obwohl ihre Körper nicht als männlich oder weiblich anerkannt werden. Es wird gefragt, was einen Körper weiblich oder männlich macht und was Sportler*innen passiert, wenn sie nicht in diese Kategorien passen: beispielsweise einer trans* Marathonläuferin oder einer 800-Meter-Läuferin, die von internationalen Sportverbänden zur hormonverändernden Operation gedrängt wurde. Der Film wurde beim Internationalen Frauen Film Fest Dortmund & Köln für die beste Bildgestaltung ausgezeichnet.
In Kooperation mit dem Mannheimer queeren Sportverein mvd
In Anwesenheit der Kostümbildnerin Angela Queins, mit anschließender Diskussion auch zur Diversität in der Mannheimer Sportlandschaft.

Zirkuskind

DEU

2025

Julia Lemke, Anna Koch

Dokumentarfilm

Der elfjährige Santino ist ein Zirkuskind. Mit seiner Familie und den Tieren zieht er im Wohnwagen durchs Land – heute hier, morgen dort. Sein Urgroßvater ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt ihm die Geschichten aus seinem langen Leben: Von der Freundschaft zu einem Elefanten, von Abschieden, Neuanfängen und seinen ersten Schritten als Clown in der Manege. ZIRKUSKIND erzählt vom Aufwachsen mit der Großfamilie und Tieren, von der Faszination des Zirkus und von denen, die seit Generationen Kunst und Unterhaltung in die Manege bringen.

Der Dokumentarfilm für Kinder und Erwachsene blickt auf unterhaltsame, lustige, auch nachdenkliche Weise hinter die Kulissen: Wie lebt eine Zirkusfamilie wirklich, und wie entsteht die Magie in der Manege?

Day Night Day Night

USA/DEU/FR

2006

Julia Loktev

Luisa Williams, Josh Phillip Weinstein, Gareth Saxer

Eine junge Frau bereitet sich in einem Hotelzimmer sorgfältig auf ein geplantes Selbstmordattentat vor. Maskierte Menschen geben ihr letzte Instruktionen und bereiten ihre Ausrüstung vor. Dann ist sie allein mit ihrer Rucksackbombe am Times Square in New York. Der Debütfilm von Julia Loktev ist von beunruhigender und beeindruckender Intensität. Sie reduziert die Vorgänge auf ein Minimum, braucht nicht viele Worte, und zeigt uns das Innenleben eines Mädchens, das bereit ist zu sterben.

The Loneliest Planet

USA/DEU

2011

Julia Loktev

Gael Garcia Bernal, Hani Furstenberg

Manchmal reicht ein Moment, um einen Keil zwischen zwei unzertrennlich scheinende Menschen zu treiben. Ein Moment der unfreiwilligen Offenbarung, in dem die Beteiligten innerhalb von Sekunden Wahrheiten über sich und den Partner erfahren, die das Vertrauen ineinander zerstören. In Julia Loktevs ebenso leisem wie starkem Beziehungsdrama THE LONELIEST PLANET läuft alles auf diesen einen zentralen Moment zu – doch damit endet der Film nicht etwa, sondern beginnt eigentlich erst so richtig.

Can't Be Silent

DEU

2013

Julia Oelkers

„The Refugees", namhafte Musiker aus Afrika, Russland, dem Balkan und dem Iran sind seit Mai 2012 gemeinsam mit Heinz Ratz und seiner Band "Strom & Wasser" auf Tournee. Das besondere an dem Projekt: Einige der Musiker sind Asylsuchende in Deutschland. Wir begleiten sie im Film auf ihrer ungewöhnlichen Konzertreise. Die Dokumentation gewährt zugleich einen intensiven Einblick in das Leben der Menschen, die auf der Flucht vor Armut, Krieg und Verfolgung in deutschen Flüchtlingsheimen stranden.
Das Open Air-Kino im Jungbusch findet im Rahmen der Reihe Kultur am Kanal statt.
Veranstaltungsort: Freizeitgelände Werftstraße, bei Regen in der Jungbuschhalle plus X

Dark Circus

DEU

2016

Julia Ostertag

Angela Maria Romacker, Namjira As-Sefid, Florian Gysin

Eine Geschichte von Transformation, von einem Trip zum Inneren Ich, über tiefste Sehnsüchte und düsterste Alpträume… Ein okkulter Fetisch-Fantasy-Film, in dem die junge Johanna aus ihrem ziellosen und langweiligen Leben in ein Paralleluniversum bizarrer Figuren und okkulter Rituale eingeführt wird. Ein Universum der Dunkelheit und der magischen Rituale, angeführt von der geheimnisvollen Mistress. Eine Underground-Welt extravaganter Erotik und faszinierender Obsessionen. Eine Initiation in einen außerweltlichen Gothic-Fetisch-Zirkel, von dessen Existenz viele nicht einmal zu träumen wagen – mit einem Soundtrack von Marcus Stiglegger.

Buscando a Gastón – Gastons Küche

PER

2014

Julia Patricia Pérez

Gastón Acurio gilt in seiner Heimat Peru als Nationalheld – aber auch international ist er als einer der herausragendsten Küchenmeister anerkannt. Er ist sterneprämierter Chefkoch in seinem Restaurant „La Mar“ in Lima, Besitzer von zahlreichen Restaurants weltweit und kulinarischer Botschafter der vielfältigen Nationalküche Perus. GASTONS KÜCHE porträtiert Gastón Acurio und seine Welt, die große Vielfalt der einheimischen Lebensmittel und Gewürze, die er mit seinen phantasievollen Rezepten in köstlichen Speisen verarbeitet, seinen engen und nachhaltigen Kontakt zu den regionalen Bauern in der Heimat.
GASTONS KÜCHE war vielbeachteter Gast im „Kulinarischen Kino“ der Berlinale 2015.
Anschließend peruanische Köstlichkeiten!
Im Anschluss an die Filmvorführungen bieten wir peruanische Köstlichkeiten an!
Clarissa Bravo, Köchin aus Leidenschaft, bietet die Möglichkeit, die Vielfalt der Küche ihrer Heimat Peru kennen zu lernen. Genießen Sie einen ganz besonderen Gaumenschmaus mit peruanischen Häppchen: Das Buffet lockt mit Ceviche, Huancayna und Ocupa, Empanadas, Causa oder süßen Alfajores. An der Bar erwartet Sie zudem der peruanische Cocktail Pisco Sour.

Eintrittspreis inkl. drei kleinen Appetithappen der peruanischen Küche:
Normal 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Mitglieder Cinema Quadrat 10 Euro.
Um Reservierungen oder Kartenvorverkauf wird gebeten.
In Kooperation mit dem Förderverein Jugendhaus Waldpforte.

Und morgen die ganze Welt

DEU

2020

Julia von Heinz

Mala Emde, Noah Saavedra, Tonio Schneider, Luisa-Céline Gaffron, Andreas Lust

Luisa, 20 Jahre alt, studiert in Mannheim Jura im ersten Semester. Und sie will, dass sich in Deutschland etwas verändert. Alarmiert vom Rechtsruck im Land, der sich in den Umfragewerten populistischer Parteien ebenso niederschlägt wie in der Selbstverständlichkeit, mit der sich Neonazis in der Öffentlichkeit bewegen, positioniert sie sich zusammen mit ihren Freunden vom autonomen Jugendzentrum gegen die neue Rechte. Unter dem Einfluss des charismatischen Alfa muss sie sich bald entscheiden, wie weit sie gehen will – wann und in welchem Maß ist Gewalt ein legitimes Mittel zum Widerstand?

Julia von Heinz, in ihrer Jugend selbst in der Antifa aktiv, blickt tief hinein in die aktuellen Probleme im Kampf gegen Neofaschismus: Und es gelingt ihr ein brillanter politischer Film, mitreißend, intelligent und schmerzlich authentisch. Der Film, der in Mannheim gedreht wurde, lief im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig – und hatte seinen Kinostart vier Tage vor dem Lockdown im letzten Herbst. 

Konzert: Christian Eckert Und Ny3 + Film: Blue Note - A Story Of Modern Jazz

USA

1997

Julian Benedikt

Jazz und Film – diese beiden Kunstformen haben sich seit ihrem zeitlich parallelen Aufblühen zu Beginn des letzten Jahrhunderts immer wieder gegenseitig befruchtet. Und dass das keine rein amerikanische Angelegenheit war, weiß man spätestens seit der Zusammenarbeit zweier Genies: dem französischen Regisseur Louis Malle und dem legendären Trompeter Miles Davis in „Fahrstuhl zum Schafott“ (1957). Grund genug für das Cinema Quadrat, eine Reihe ins Leben zu rufen, die in loser Folge Jazz-Filme mit Auftritten lokaler Formationen kombiniert. Christian Eckert und das New York Jazz Trio: Der Weinheimer Gitarrist Christian Eckert studierte u. a. bei der Jazz-Legende Jim Hall und gilt als eines der größten Talente in der aktuellen Jazzszene. Als einzigem Deutschen gelang es ihm im letzten Jahr, mehrere Wochen die amerikanischen Jazz-Charts anzuführen. Im Cinema Quadrat wird er mit seiner Formation „NY3“ zu hören sein: Organist James Simpson und Schlagzeuger Matt Jorgensen sind alte Bekannte aus New York. Ein Weltklasse-Trio, das einstimmt auf den nachfolgenden Film, im dem es etliche Jazzgrößen zu sehen und zu hören gibt. Blue Note – A History of Modern Jazz Julian Benedikt porträtiert in seinem 1998 für den Grammy Award nominierten Dokumentarfilm das legendäre Jazzlabels „Blue Note“. Gegründet wurde „Blue Note“ von den aus Nazi-Deutschland emigrierten Juden Alfred Lion und Frank Wolff, die mit ihrer Plattenfirma mehr als ein halbes Jahrhundert amerikanischer Kulturgeschichte maßgeblich mitgeprägt haben. Musiker erzählen über „ihr“ Plattenlabel, über die sehr ungebundenen Arbeitsbedingungen, unter denen Experimente und musikalische Innovationen angeregt und gefördert wurden.

We Almost Lost Bochum - Hiphop aus dem Pott

DEU

2019

Julian Brimmers, Benjamin Westermann.

Die Geschichte von RAG – Ruhrpott AG, der besten deutschen Hiphop-Band, die nie den Sprung ins kollektive Bewusstsein vollzogen hat. Ein Film über Freundschaft, Hiphop, Leben und Tod im Ruhrgebiet. 20 Jahre nach Veröffentlichung ihres Klassiker-Albums „Unter Tage“ ziehen die Bandmitglieder Bilanz, und Jan Delay, Kool Savas, die Stieber Twins etc. erzählen davon, wie sehr RAG sie inspiriert haben: Ein Blick auf die erste echte Hochphase des deutschen Hiphop, direkt und authentisch mitten hinein in die Szene.
Am 29.09. in Anwesenheit von DJ MoERockZ, Gründer des Mannheimer Hiphop-Labels M-Pire Records.

With Gilbert & George

GBR

2007

Julian Cole

Gilbert und George treten seit fast 50 Jahren gemeinsam als »Lebendes Kunstwerk« auf, immer im korrekten Nadelstreifen-Anzug, distinguiert aber besonders provokant. 1967, während ihres Studiums an der Londoner St. Martin’s School of Art, lernten sich der Tiroler Gilbert Proesch und der Engländer George Passmore kennen. Ihre Idee, sich selbst als lebende Skulpturen zu inszenieren, wurde durch ihre strikte Konsequenz und extreme Stilisierung enorm erfolgreich. Ihre Themen: Religion, Sex oder Diskriminierung. Filmemacher Cole begleitete die beiden 18 Jahre lang…
Einführung: Susanne Threm, M.A.

With Gilbert and George

GBR

2007

Julian Cole

Das Künstlerpaar Gilbert & George gilt seit den 1970er Jahren durch seine verschrobene Selbstinszenierung in der Kunstszene als Unikum und später auch als Bestseller. Unter dem Motto „Kunst für alle" zeigen ihre oftmals kontroversen, meist großformatig angelegten Werke verschiedenster Techniken hauptsächlich sie selbst als Gesamtkunstwerk in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, z. B. indem sie einander beim Betrinken filmten. WITH GILBERT & GEORGE ist ein persönliches Porträt des berühmten britischen Künstler-Paars durch ihren langjährigen Freund Julian Cole.

Broken Sky

MEX

2006

Julián Hernández

Fernando Arroyo, Miguel Ángel Hoppe, Alejandro Rojo, Klaudia Aragon

Mit BROKEN SKY gelingt Regisseur & TEDDY-Gewinner Julián Hernández eine wunderschöne Liebesgeschichte und ein sorgfältig choreographierter Film, der klassische Erzählrhythmen gleich in den ersten Minuten beiseite schleudert und sich einem langsamen Tanz der Liebe, des Sex, der Ablehnung, des Schmerzes und der Rückkehr hingibt so wie sich Gerardo und Jonas beinahe selbstvergessen einander hingeben, in expliziten Szenen, die selbst im aktuellen mexikanischen Kino einmalig sein sollten. Der erfahrene Regisseur Hernández (MIL NUBES – LIEBESSEHNSUCHT) skizziert die liebevolle und von Verlangen geprägte Beziehung der beiden jungen Studenten, die zu scheitern droht, als Jonas eine Affäre mit einem Anderen beginnt. Gerardo rächt sich, indem er ebenfalls Sex mit anderen Männern sucht, um Jonas zu vergessen. Doch sie bleiben zusammen trotz ihrer Seitensprünge. Sie lieben und begehren sich bis zum Ende ihres Lebens auch wenn die Trennung unvermeidlich scheint. Hernández kommuniziert all dies in höchst erotischen Einstellungen und verlangenden Blicken, deren sinnlicher Bilderwelt man sich nur schwer entziehen kann.

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