Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Mil Nubes - Liebessehnsucht

MEX

2003

Julián Hernández

Salvador Alvarez, Gloria Andrade Manuel Grapain Zaquelarez, Marcos Hernández Salvador Hernández, Llane Fragoso Martha Gómez

Ein außergewöhnlicher Film, der mit äußerst kunstvoller Kamera die Sehnsucht des jungen Helden Gerado fast greifbar macht. Der 17-jährige Gerado erlebt im urbanen Mexico sein Coming-Out und die erste Liebe. Der lyrisch erzählte Film beschreibt die Wanderungen Gerados durch die nächtliche Stadt. Seine flüchtigen Bekanntschaften mit verschiedenen Männern, in denen er nur das eine sucht, seine erste große Liebe… Der hübsche Protagonist und sein offener und suchender Umgang mit seiner Homosexualität ist nicht nur filmisch äußerst gelungen, sondern auch politisch ein Statement über das Leben von Homosexuellen in Mexiko. Mit ruhigen Schwarzweißbildern zeigt der erste Spielfilm des Mexikaners Julián Hernández („BROKEN SKY“) den schmerzhaften Abschied von einer großen Liebe. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. „TEDDY Award“ Bester Spielfilm – Int. Filmfestspiele Berlin – BERLINALE.

Kinky Boots - Man(n) Trägt Stiefel

GBR

2005

Julian Jarrold

Joel Edgerton, Chiwetel Ejiofor, Sarah-Jane Potts, Nick Frost

Kurz nachdem Charlie mit seiner Verlobten die Provinz in Northampton verlassen hat, um in der großen Stadt sein Glück in der Werbebranche zu finden, stirbt sein Vater und hinterläßt ihm eine Schuhfabrik. Der Firma geht es ziemlich mies, und Charlie liebäugelt damit, die Fabrik einfach zu verkaufen. Eine couragierte junge Angestellte findet jedoch, es ginge auch anders. Gleichzeitig macht Charlie die Bekanntschaft von Lola, einer Nachtclubsängerin, die eigentlich Simon heißt. Heldenhaft will er Lola bei einer Schlägerei beschützen, ohne zu ahnen, dass sie früher mal Boxer war. Die beiden freunden sich an, und beide haben die rettende Idee für Charlies marode Fabrik: High Heels und Stiefel für „Frau“ ab Schuhgröße 43! Klar, daß vor allem die forsche Lola bei den Arbeitern in Northampton auf ziemlich viel Unverständnis stößt. Aber schließlich steht die nächste Schuhmesse in Mailand an… KINKY BOOTS ist eine Mischung aus PRICILLA und GANZ ODER GAR NICHT, eine rührende Geschichte über Toleranz und ein Plädoyer für die Courage, auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor begeistert in der Rolle von Simon/Lola mit einer mitreißenden Performance.

Die Wand

DEU/AUT

2012

Julian Pölsler

Martina Gedeck, Wolfgang Maria Bauer

Eine Frau wacht eines Morgens in einer Berghütte auf und stellt fest, dass sie von einer unüberwindbaren unsichtbaren Wand eingeschlossen ist, welche die Hütte umgibt. Mit einem Hund, einer Kuh und einer Katze stellt sie sich den Herausforderungen des neuen Lebens. Die Ursache der Wand bleibt rätselhaft. Die Frau beginnt, ihre Erlebnisse aufzuschreiben, um gegen die Angst anzukämpfen. Als sie ihren Bericht beendet, ist sie ganz ruhig, denn sie sieht, dass dies nicht das Ende ist. Sie erkennt, dass etwas auf sie wartet… Pölsler übersetzt die beklemmende Atmosphäre der Haushofer-Erzählung kongenial ins Medium Film. Vorgestellt von: Edeltraud Tilch-Bauschke

Wir töten Stella

AUT

2017

Julian Pölsler

Martina Gedeck, Matthias Brandt, Mala Emd

Eine Familie. Eine Affäre. Eine junge Frau stirbt. Die mitschuldige Ehefrau wird gnadenlose Chronistin ihres Untergangs. Nach DIE WAND (2011) verfilmt Regisseur Julian Pölsler erneut eine Vorlage von Marlen Haushofer, und erneut spielt Martina Gedeck die Hauptrolle: Anna ist Hausfrau und Mutter, und sie nutzt ein Wochenende ohne Mann und Sohn, um die letzten Monate zu reflektieren. Monate, in denen Stella bei ihnen war, die Tochter von Bekannten, unerfahren und jung. Richard, der Ehemann, reagiert auf Stella, erst schroff, dann verführt er sie; seine Frau Anna beobachtet die Affäre mit kühlem Blick. Und Stella wird das Opfer einer kaputten, emotionsarmen, distanzierten Bürgerfamilie, einer vermeintlichen Idylle, die mit allen Mitteln aufrechterhalten werden muss. Annas Niederschrift ihrer Mitschuld ist die beklemmende Bestandsaufnahme einer einsamen Heldin, Ehefrau und Mutter

Blutsauger

DEU

2021

Julian Radlmaier

Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch

Eine marxistische Komödie: Im August 1928 wird der sowjetische Fabrikarbeiter Ljowuschka als Trotzki-Darsteller für Sergei Eisensteins Film „Oktober“ besetzt. Doch er muss seine Pläne vom Künstlerleben begraben, als der echte Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und Ljowuschka aus dem Film wieder herausgeschnitten wird. Er entflieht der kommunistischen Heimat, bleibt auf dem Weg nach Hollywood aber in einem mondänen Ostseebad hängen, wo er sich als verfolgter Aristokrat ausgibt, um Geld für die Amerikafahrt zusammenzustehlen. Er lernt die junge Fabrikbesitzerin Octavia kennen, die ihm Unterschlupf in ihrer Millionärs-Villa bietet. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben. Und noch dümmer, das Octavia selbst ein Blutsauger ist.
Julian Radlmaier drehte nach SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES (2017) erneut in der ihm eigenen ironischen Inszenierungsweise eine fantasievoll-absurde Komödie, die auf urkomische Weise Fabulierlust und politisches Manifest verbindet und die marxistische Metapher vom Kapitalisten als Blutsauger wörtlich nimmt.

Sehnsucht in Sangerhausen

DEU

2025

Julian Radlmaier

Clara Schwinning, Maral Keshavarz, Henriette Confurius, Paula Schindler, Ghazal Shojaei, Kyung-Taek Lie

Sangerhausen, Kleinstadt im Harz: Hier, im Südwesten Sachsen-Anhalts, entsteht um 1800 herum im Zimmermädchen Lotte ein inneres Zehren, als sie in Novalis‘ Notizbuch von der Blauen Blume liest – mit ihrem Geliebten will sie ins revolutionäre Frankreich fliehen. In der Gegenwart hofft Ursula auf Veränderung in ihrem Leben, als sie eine Musikerin, Nachfahrin von Novalis, kennenlernt. Zudem bleibt die exiliranische Neda als Reise-Youtuberin für Billigreiseziele in Sangerhausen hängen. Drei Handlungsstränge, immer wieder ein blauer Stein der Sehnsucht: Zwischen Rosen und Kirschen, Schlagermusik und Geisterjagd errettet der Film die Romantik in heutige Zeiten hinein – auf die typische Art von Julian Radlmaier (SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES, 2017; BLUTSAUGER, 2021) immer mit beiläufig-absonderlichem Witz und mit klarer Haltung gegenüber den gesellschaftlich Unter- und Weggedrückten. „Das Tolle ist: der Film erfüllt diese gesellschaftskritische Mission mit viel Humor, mit romantischer Ironie.“ (rbb)

Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

DEU

2017

Julian Radlmaier

Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie, Benjamin Forti, Ilia Korkashvili

Weil er keine Förderung bekommt, muss Filmemacher Julian als Erntehelfer auf einer Apfelplantage arbeiten. Er fühlt sich stramm links, vor allem aber will er das Herz der schönen Kanadierin Camille erobern. So gibt er den Plantagenjob als Recherchereise für einen kommunistischen Märchenfilm aus, in der sie natürlich die Hauptrolle spielen soll. Dummerweise kommt Camille mit. Und Julian in Liebes- und Erklärungsnöten findet sich plötzlich tatsächlich in einem ausbeuterischen System wider, in dem die Arbeiter verschiedene linke Ideen diskutieren, in dem die Revolution ausbricht, in dem auch noch Franz von Assisi auftaucht. Und in dem der Salonkommunist Julian endgültig zum bürgerlichen Windhund mutiert. Radlmaiers politische Farce ist kritische Selbstbefragung, ernstgemeintes Manifest und proletarische Satire in einem – und lässt in allerlei Variationen die „Internationale“ erklingen

Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

DEU

2017

Julian Radlmaier

Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie, Beniamin Forti

Absurde Komödie um sozialistische Ideale: Weil er gerade kein Stipendium hat, muss der Berliner Filmstudent Julian einen Job als Erntehelfer annehmen. Der jungen Kanadierin Camille aber macht er aus romantischen Hoffnungen weis, dass es sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfi lm handelt, in dem sie die Hauptrolle spielen soll. Dumm nur, dass sie ihn begleitet: Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit Hong und Sancho an, zwei wundergläubigen Proletariern auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, zumal die Revolution in der Apfelplantage nahe bevorsteht.
Diskussionspartner: Dr. Frank Degler, Politische & Kulturelle Bildung, forum

Arboretum

DEU

2021

Julian Richberg

Oskar Bökelmann, Niklas Doddo, Anna Jung

Ein Heimat-Horrorfilm und bestes deutsches Indie-Genrekino: Perspektivlose Dorfjugend an der ehemaligen DDR-Grenze zwischen Neonazis, Jugendclub und Dorffesten – Erik und sein bester Kumpel Sebastian haben in ihrem kleinen, abgefuckten Dorf in Thüringen Langeweile und ansonsten keine Freunde. Eriks Vater war NVA-Grenzschützer, der Opa ist stolzer Altnazi, die Gegenwart bringt vor allem Stress mit den rechtsradikalen Schulrowdys. Sollte man sich da nicht wehren? Hat nicht der Papa noch sein altes Gewehr aus DDR-Zeiten? Dann lernt Erik die Punkerin Ellie kennen – und er gerät zwischen die dunklen Gedanken, die mit seiner Freundschaft zu Sebastian verbunden ist, und eine neue Perspektive auf so etwas wie Glück. Und dann sind da noch die Stimmen aus dem Moor…
Mystery-Horror mit starken DONNIE DARKO-Vibes: Zwischen Provinz-Tristesse, Waldwesen, düsterer Vergangenheit und unklarer Zukunft kann alles passieren.

Die teuflische Maske – The Mask 3D

CAN

1961

Julian Roffman

Paul Stevens, Claudette Nevins, Martin Lavut, Norman Ettlinger, Bill Walker

Der Psychologe Dr. Allen Barnes kommt in den Besitz einer alten Ritualmaske eines mysteriösen Aztekenstammes, die ihren Träger verstörende Visionen erleben lässt. Den vorherigen Besitzer des Artefakts haben diese Halluzinationen in den Wahnsinn getrieben, und auch Barnes, der dem Mysterium der Maske auf den Grund gehen will, verliert langsam den Verstand. Hilfe verspricht er sich von Professor Quincey, der die Maske einem wissenschaftlichen Experiment unterziehen soll…
Julian Roffmans surreales B-Movie DIE TEUFLISCHE MASKE ist nicht nur der erste 3D-Film Kanadas, sondern gilt auch als erster Horrorfilm des Landes. Zwar sind insgesamt nur drei Szenen des Films in 3D gehalten, nämlich die alptraumhaften Visionen der Maske, diese hinterlassen aber dank ihrer psychedelischen Bilder, ihrer elektronischen Musikuntermalung und ihres dreidimensionalen Effektgewitters einen bleibenden Eindruck. Ein 3D-Film wie ein Trip.
Sie können Dauerkarten für das gesamte Pop Out!-3D-Festival kaufen; die Langfilme sind in Double Features eingeteilt; und natürlich sind auch Einzelkarten erhältlich! Im Spielplan auf unserer Homepage können Sie die verschiedenen Varianten aussuchen.

Manifesto

DEU

2017

Julian Rosefeldt

Cate Blanchett

Chamäleonhaft schlüpft Blanchett in ein gutes Dutzend Rollen, von der konservativen Mutter über die Grabrednerin und Punkerin bis zur Reporterin oder zum Obdachlosen – und rezitiert aus dem Alltag dieser Figuren heraus künstlerische Manifeste der letzten Jahrzehnte. Futuristen, Dadaisten, Fluxus, Suprematisten oder Situationisten, Claes Oldenburg, André Breton, Lars von Trier oder Jim Jarmusch sind vertreten: Textcollagen darüber, was Kunst ist, was Kunst sein kann und sein sollte. Die ästhetischen, kulturhistorischen oder politischen Erklärungen stehen quer zur oft aberwitzigen Situation, in denen sie hier verkündet werden.
Ursprünglich eine Videoinstallation für Kunstmuseen des renommierten Künstlers Julian Rosefeldt, funktioniert MANIFESTO in der Kinofassung mindestens ebenso gut. Nicht zuletzt dank der wandlungsfähigen und spielfreudigen Cate Blanchett

Basquiat

USA

1996

Julian Schnabel

Jeffrey Wright, Benicio Del Toro, David Bowie

Mit seinem ersten Spielfilm hat Julian Schnabel, selbst gefeierter Maler, eine zweite Karriere als Regisseur begonnen und dem Malerkollegen Basquiat ein Denkmal gesetzt. Die Handlung folgt der Tradition konventioneller Künstlerbiografien, erzählt die Geschichte eines romantischen Helden, der am eigenen Erfolg zugrunde geht: Jean-Michel Basquiat, Sohn eines Haitianers und einer Puertoricanerin lebt als Graffiti-Künstler und Obdachloser in New York. Als Basquiat 1979 von Andy Warhol entdeckt wurde, rissen sich Galeristen und Sammler um seine Bilder. Sein kometenhafter Aufstieg endet nach dem Tod seines Mentors Warhol 1988, als er mit gerade mal 27 Jahren an einer Überdosis stirbt. In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim. Mit einer Einführung von Dr. Dorothee Höfert.

Before Night Falls

USA

2000

Julian Schnabel

Javier Bardem, Olivier Martinez, Johnny Depp, Andrea Di Stefano, Sean Penn

Als junger Mann ist der kubanische Dichter Reinaldo Arenas zunächst begeisterter Anhänger von Castros Revolution und bekommt einen nationalen Buchpreis. Wegen seiner politisch liberalen Aktivitäten und seinem Bekenntnis zur Homosexualität fällt er jedoch schon bald in Ungnade und der Zensur zum Opfer. Nach einer zweijährigen Haft im berüchtigten El Morro-Gefängnis darf Arenas nach New York umsiedeln. Dort schreibt er im Exil seine Autobiographie „Antes que anochezca“, auf der dieser Film basiert. Der Maler Julian Schnabel beweist nach der Künstlerbiografie BASQUIAT sicheres Gespür für die großen Gefühle und leisen Zwischentöne. Sein Film ist eine Hommage an einen außergewöhnlichen Künstler in all seinen schillernden Facetten, aber auch ein authentisches Stück Widerstand gegen den Kitsch der grassierenden Kuba-Welle. Neben Bardem brillieren Kylie-Minogue-Boyfriend Olivier Martinez, Sean Penn in einem Gastauftritt und Johnny Depp in einer atemberaubenden Doppelrolle. BEFORE NIGHT FALLS wurde in Venedig mit dem Grossen Jurypreis ausgezeichnet; Javier Bardem erhielt den Preis als bester Hauptdarsteller und eine Oscar-Nominierung.

Miral

FR/ISR/GBR

2010

Julian Schnabel

Willem Dafoe, Freida Pinto

Nach dem Selbstmord ihrer Mutter wird die 17-jährige Miral in das bekannte Waisenhaus Dar-Al-Tifl gebracht, wo sie mit Hilfe der mutigen Hind zu einer selbstbewussten jungen Frau heranwächst. Sie verliebt sich in den politischen Aktivisten Hani und kommt in Kontakt mit weiteren Anführern des palästinensischen Widerstands. Übermannt von den politischen Ereignissen um sie herum muss Miral sich entscheiden, ob sie wie Hani kämpfen oder aber einen friedlichen Widerstand im Sinne ihres Vaters und nach den Prinzipien Hinds wagen soll.

Gute Manieren

BRA/FRA

2017

Juliana Rojas, Marco Dutra

Isabél Zuaa, Marjorie Estiano, Miguel Lobo.

Die junge, dunkelhäutige Clara wird von der schwangeren Ana eingestellt als Haushälterin, Krankenschwester und zukünftiges Kindermädchen. Sie zieht aus der Vorstadt in Anas luxuriöse Wohnung, bald freunden sich die beiden an, schließlich gehen sie eine Liebesbeziehung miteinander ein. Doch was wie ein Sozialdrama beginnt und sich in eine queere Lovestory wandelt, geht noch weiter: Denn mit fortschreitender Schwangerschaft entwickelt Ana einen immer stärkeren Hunger auf rohes Fleisch, insbesondere an Vollmondnächten. Und als in einer schaurigen Geburt das groteske Baby geboren wird, ist der Film noch lange nicht zu Ende: Denn Clara zieht Anas Sohn auf; nur wenn der Mond scheint, muss sie ihn in einem bunkerartigen Raum anketten…
Das moderne Märchen mit Anklängen an ROSEMARIES BABY und AMERICAN WEREWOLF wurde in Locarno mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

Meeres Stille

DEU

2015

Juliane Fezer

Charlotte Munck, Christoph Grunert

Helen Sander fährt mit ihrem Mann Johannes und der gemeinsamen Tochter Frances ans Meer. Der Familienurlaub im einsamen Ferienhaus gestaltet sich zunächst ruhig und erholsam, doch dann wird Helen von einer seltsamen Angst befallen, Erinnerungsfetzen tauchen vor ihren Augen auf. In diesem Haus geistert eine andere Familiengeschichte umher – die eines kleinen Jungen, dessen Mutter stirbt und dessen Vater in Depressionen verfällt. Zeitebenen vermengen sich, und Helen begegnet einem seltsam vertrauten Fremden, der genauso zerrissen scheint wie sie selbst … Da wirft eine unerwartete Wende das Schicksal aller Anwesenden noch einmal erschütternd durcheinander. Spannendes und filmisch ausgefeiltes Familien-Psychogramm frei nach dem gleichnamigen Roman des Hamburger Autors Stefan Beuse.
Anschließend: Filmgespräch mit der Regisseurin!

Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

USA/FRA/GBR

2018

JulianSchnabel

Willem Dafoe, Rupert Fiend, Oscar Isaac, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner

Gibt es nicht längst genug Filme über Van Gogh? Offenbar nicht – und vor allem noch keinen Film, den ein berühmter Maler, Julian Schnabel, über den noch viel berühmteren Maler gedreht hat: „Wir machen keinen Film über van Gogh, sondern einen Film, bei dem Sie das Gefühl haben, van Gogh zu sein, in dem Sie sozusagen in seinen Schuhen laufen… Es scheint den Menschen schwerzufallen, einen Film über einen Künstler zu machen, wahrscheinlich, weil die meisten Leute nicht wissen, was es bedeutet, ein Maler zu sein.“ Mit William Dafoe als kongenialem Darsteller des Van Gogh widmet sich der Film besonders der künstlerischen Wahrnehmung der Welt durch die Augen eines Malers. Konsequenterweise kommt auch besondere Technik zum Einsatz, neben speziellen Farbfiltern eine eigens hergestellte Kameralinse mit zwei unterschiedlichen Tiefenschärfebereichen, die dem menschlichen Auge mit seinen Unschärfen am Rand des Sehfeldes entsprechen.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthalle Mannheim

Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne / Les barbares

FRA

2024

Julie Delpy

Julie Delpy, Sandrine Kiberlain, Laurent Lafitte, Ziad Bakri, Jean-Charles Clichet

In der Kleinstadt Paimpont in der Bretagne ist die Welt noch in Ordnung: Die Grundschullehrerin weiß alles besser, die Supermarktbesitzerin hat ein gehöriges Alkoholproblem, der elsässische Klempner ist bretonischer als die Einheimischen und der Dorfpolizist könnte einfältiger und unmusikalischer kaum sein. Dann aber zieht eine neue Familie in den Ort – Neuankömmlinge, die nicht wie erwartet aus der Ukraine stammen, sondern aus Syrien. Und auch noch intelligent sind. Und auch noch wissen, wie man wirklich leckeren Galettes-Teig macht.

Julie Delpy inszeniert eine entlarvende Komödie über menschliche Unzulänglichkeiten und Vorurteile, wenn politische Inkorrektheit auf übertriebene Willkommenskultur trifft und sich alle die Frage stellen müssen: Sind wir die wahren Barbaren?

Afula Express

IL

1997

Julie Shles

Zvika Hadar, Esti Zackheim, Arie Moskona

David ist ein Autoelektriker aus Afula, einer verschlafenen Kleinstadt im Norden Israels. Eines Tages beschließt er, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und in Tel Aviv Zauberer zu werden. Nur fehlt ihm dazu jedes Talent, er ist der schlechteste Zauberer aller Zeiten. Auch seine Freundin, die vollschlanke Bathia wollte in Tel Aviv ein besseres leben führen und träumt nun an der Supermarktkasse vor sich hin. Nach dem wiederholten Fehlschlag ihres Freundes hat sie fürs erste genug geträumt. Wie in ihren Dokumentarfilmen ST. JEAN und BABA LUBA nimmt Julies Shles auch in ihrem ersten Spielfilm das Publikum mit auf eine emotionale Reise in das Seelenleben ihrer Helden und Heldinnen. Ihr Film war ein Überraschungserfolg in Israel. Ihre kleine Schaustellergeschichte ist auch eine Studie über Menschen auf der Suche nach ihrer wahren Größe und ein Plädoyer für die Magie des Alltags.

Across the Universe

GBR/USA

2007

Julie Taymor

Jim Sturgess, Evan Rachel Wood, Joe Anderson, Bono, Eddie Izzard, Salma Hayek, Joe Cocker

Der junge Dockarbeiter Jude verlässt Liverpool, um in den USA seinen Vater zu suchen, den er nie kennengelernt hat. Dort freundet er sich mit dem rebellischen Studenten Max an, mit der Sängerin Sadie, dem Gitarristen Jo-Jo, mit Prudence und Lucy, in die er sich verliebt…

Zwischen Vietnamkrieg, Friedensaktivisten, freier Kunst und radikalem Protest taucht ACROSS THE UNIVERSE mitten hinein in 1960er – und zwar als Musical mit 33 Beatles-Liedern. Der Film verknüpft damit den Spirit der Sixties mit dem Werdegang der Band, inklusive Ausflügen zu Dr. Robert in seinem psychedelischen Bus, in den Zirkus von Mr. Kite und aufs Dach für ein letztes Konzert.

„Phänomenaler Film: Den Filmemachern gelang das Kunststück, die audiovisuell überwältigende Vielzahl verblüffender szenischer Einfälle und die originellen Neuinterpretationen der Beatles-Lieder nicht als bloße Nummernrevue, sondern dramaturgisch konsistent darzustellen.“ (epd-film)

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