Eine Fortsetzung – nein: unabhängige Fortschreibung der Themen, die Karoline Herfurth in ihrem Kinohit WUNDERSCHÖN formuliert hat: Nadine will auch mit 50 jung, straff, attraktiv sein, doch ihr Mann besucht eine Prostituiere. Tochter Lilly erstellt, angeleitet von ihrer Lehrerin Vicky, ein feministisches Schul-Kunstprojekt über die Unsichtbarkeit der Frau; ihr Freund sitzt im Unterricht über toxische Männlichkeit. Vicky wiederum vermisst ihren Partner, der sich in den Bergen neu finden will, ihre Freundin Sonja versucht, per Familientherapie die Trennung abzuwenden. Julie arbeitet als Aufnahmeleiterin beim Fernsehen und muss sich gegen Übergriffigkeiten wehren.
In diesem Episodenreigen spricht Herfurth aktuelle, relevante Themen von Selbstverständnis und Geschlechterverhältnis an – und zwar, ohne einfache Lösungen zu präsentieren und ohne zeigefingerwedelnd zu moralisieren. Locker und ernsthaft zugleich schafft sie es, Probleme filmisch so zu verarbeiten, dass Millionen sich damit identifizieren können: „Ein Film, der einfach genau hinguckt. Eben auch dahin, wo es weh tut. Ein Film und eine Filmemacherin mit klarer Haltung.“ (NDR)