Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Frida

USA/CAN/MEX

2002

Julie Taymor

Salma Hayek, Alfred Molina, Antonio Banderas, Valeria Golino, Geoffrey Rush, Ashley Judd, Mía Maestro, Edward Norton

Mexiko City, im frühen 20. Jahrhundert: Frida Kahlo erleidet einen schweren Busunfall. Und beginnt zu malen, wie besessen. Ihre Träume, Sehnsüchte, ihre physischen und psychischen Leiden verarbeitet sie in leidenschaftlichen, unverblümten Ölgemälden, durch deren aufrichtige Eindringlichkeit sie die Aufmerksamkeit und Liebe des Freskenmalers Diego Rivera gewinnt. Die beiden erobern die Kunstwelt. Und entwickeln eine wildromantische Liebesgeschichte, die Bisexualität, Polygamie und eine Scheidung überlebt.

Ein Film über Leidenschaften und Liebschaften, über Kreativität und Schmerz, über unbändige Lebenslust und die Farbenpracht Mexikos: FRIDA war fürHauptdarstellerin Selma Hayek ein Herzensprojekt, das sie gegen viele Widerstände durchsetzen musste. Der Film gewann unter anderem zwei Oscars.

Das Leben meiner Mutter – La vie de ma mère

FRA

2023

Julien Carpentier

Agnès Jaoui, William Lebghil, Salif Cissé, Alison Wheeler

Pierre ist 33 Jahre alt, erfolgreicher Florist – und sein Leben nimmt eine Wende, als seine Mutter nach zwei Jahren wieder auftaucht. Judith ist launisch und exzessiv: Sie leidet an einer bipolaren Störung und hat ihre Behandlung abgebrochen. Pierres einziger Gedanke ist, sie so schnell wie möglich zurück in die Klinik zu verfrachten und sein normales Leben wieder aufzunehmen, doch nichts läuft wie geplant. Ihr unerwartetes Wiedersehen – explosiv, lustig und bewegend zugleich – erzeugt einen Strudel aus Panik, Verantwortung, Schuld, schlechten Erinnerungen. Und Liebe.

Der Film spielt in einem Zeitraum von 24 Stunden, in denen die komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung auf den Punkt gebracht wird: „Agnès Jaoui und William Lebghil brillieren auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie in Julien Carpentiers unglaublich charmantem und bewegendem Debütfilm über bipolare Störung.“ (cineuropa.org)

Kingdom – Die Zeit, die zählt / Le Royaume

FRA

2024

Julien Colonna

Ghjuvanna Benedetti, Saveriu Santucci, Anthony Morganti, Andrea Cossu

Korsika, 1995. Lesia erlebt ihren ersten Sommer als Teenager. Doch sie ist anders: Denn sie ist die Tochter eines bekannten, untergetauchten Mafiabosses. Nach einem Anschlag ist der Clan alarmiert. Der Vater befürchtet die Folgen seiner eigenen Rachefeldzüge und will seine Tochter schützen. Deshalb lässt er sie zu sich holen – Vater und Tochter, verbunden durch eine fragile Beziehung, gemeinsam auf der Flucht.

„Mit diesem Film möchte ich die Maschinerie der Verbrecherherrschaft in ihrem unvermeidlichen programmierten Aussterben zeigen“, erklärt Julien Colonna über sein Spielfilmdebüt, das aus Sicht einer Teenagerin die innersten Zirkel des organisierten Verbrechens schildert. „Zweifellos einer der besten Filme des Jahres!“ (France Television)

Glastonbury

GBR

2005

Julien Temple

1970 öffnete ein junger Farmer aus Südwestengland seine 60 Hektar große Land- und Ackerfläche für ein Wochenende. 1.500 Leute kamen und zahlten jeweils 1 Pfund, um die Auftritte einer Handvoll Pop- und Folkstars zu sehen…Über 35 Jahre, unzählige Live-Performances der größten Rock- und Popstars und Millionen von Konzertbesuchern später gilt Glastonbury heute als das am längsten existierende und erfolgreichste Festival der Welt. Es steht für Live-Musik der größten Bands und Künstler unserer Zeit, für berüchtigte Exzesse aller Art, für Hippies, Rocker, Punks, Freaks, Aussteiger, ganz normale Fans, – und natürlich für Schlamm. Ein dankbares Thema für Julien Temple. Sein Portrait des Festivals begeistert ebenso wie seine Filme über den Cash-Leader Joe Strummer und über die Sex-Pistols.

Joe Strummer - The Future Is Unwritten

GBR/IRL

2007

Julien Temple

Der Film porträtiert den Kopf der Punkband „The Clash“ jenseits der Mythen und Legenden, die sich um die Mitbegründer des Punkrock ranken. Strummers Ideen, Erfahrungen und Erfolge sind der Brennpunkt der Geschichte, die Julien Temple zu einem epischen Abenteuer arrangiert. In virtuos geschnittenen Bildern inszeniert er die Erinnerung an Strummer, bringt Musik und Persönlichkeit, Politik und Menschlichkeit zusammen. Vier Jahre nach Strummers Tod befragt er Weggefährten und Freunde wie Bono von U2, Matt Dillon, Johnny Depp, Jim Jarmusch, John Cusack oder die Weinstein-Brüder. (also ab 18 Jahren).

Shane - The Pogues

GBR

2020

Julien Temple

Shane MacGowan: Rebell, Punk, Poet. Irischer Nationalist, exorbitanter Selbstzerstörer, Frontmann von The Pogues. Mit ihnen schaffte er es, anarchischen Punk mit Irish Folk zu vermählen – der legendäre Filmemacher Julien Temple (THE GREAT ROCK’N’ROLL SWINDLE (1980), JOE STRUMMER – THE FUTURE IS UNWRITTEN (2007)) setzt ihm ein ganz spezielles filmisches Denkmal, das die irische Politik, den Punk der ’70er, den Erfolg mit den Pogues, diverse Abstürze ebenso enthält wie wilde Animationen und einen Pubbesuch mit Johnny Depp. Suff + Rebellion = Punk; Punk + Irland = The Pogues.

The Filth And The Fury: A Sex Pistols Film

GB

2000

Julien Temple

„Fuck“ – die Sex Pistols waren die ersten, die das Wort im britischen Fernsehen aussprachen. Es war ihr zorniger Kommentar zu den sozialen Verhältnissen in Großbritannien, eine Absage an alle falschen Versprechungen einer korrupten Regierung. Zwanzig Jahre nach THE GREAT ROCK´N´ROLL SWINDLE erzählt Julien Temple die Geschichte der Sex Pistols noch einmal, doch diesmal kommen die Bandmitgliedern selbst zu Wort. Kompiliert aus Dokumentaraufnahmen aus den 70er Jahren, sowie aktuellen Interviews und einem längeren Gepräch, das Julien Temple 1978 mit dem Bassisten Sid Vicious wenige Monate vor dessen Tod geführt hat, zeichnet der Film das nunmehr autorisierte Porträt einer der einflußreichsten Bands der Rock-Geschichte. Obwohl sie nur wenig mehr als zwei Jahre lang existierten, haben die Sex Pistols mit nur einer einzigen Platte die Pop-Musik revolutioniert. „Never Mind the Bollocks“ war das Fanal für eine ganze Generation. Drei Akkorde genügten, um in drei Minuten alles zu sagen, was gesagt werden mußte. „Verdammt fantastisch … es hat mich umgeworfen“ (Liam Gallagher, Oasis)

Schließe mich in deine Arme – Llevame en tus brazos

MEX

1954

Julio Bracho

Ninón Sevilla, Armando Silvestre, Andrea Palma

In einem kleinen Fischerdorf am Papaloapan-Fluss ist Rita, die Tochter des Fischers Pedro, in José verliebt. Der sagt jedoch die Hochzeitspläne ab, nachdem er als Rädelsführer eines Streiks in der Zuckerfabrik rausgeschmissen wurde. Bei einem großen Dorffest erpresst der Zuckermühlenbesitzer Don Antonio, geschuldetes Geld zu bezahlen oder ihm eine seiner Töchter zu überlassen. Rita entscheidet sich, mit Don Antonio zu gehen. Der Beginn eines Weges, auf dem sie von vielen Männern ausgebeutet wird…

Der Klassiker des diesjährigen Programms, der in restaurierter Fassung wieder in die Kinos kommt, ist ein Rumbera-Melodram um Moral, Korruption, Ungerechtigkeit und soziale Realität. Hauptdarstellerin Ninón Sevilla, als Tänzerin und Schauspielerin ein großer Star des mexikanischen Kinos, ermöglichte die Finanzierung des Films, eine formvollendete, visuell berauschende, perfekt austarierte Mischung von Melodram und Analyse politischer Missverhältnisse.

 

Julio Bracho (1909-1978), mexikanischer Regisseur und Drehbuchautor, kam über das Theater zum Film und führte ab 1941 bei 50 Filmen Regie.

Die Liebenden Des Polarkreises –

Spanien

1998

Julio Medem

Fele Martinez, Najwa Nimri

Der Zufall ist einer der schönsten Bausteine für eine romantische Kinogeschichte. So ist auch diese Story das wundersame, aufregende Abenteuer einer immer wieder von Zufällen bestimmten, leidenschaftlichen und heimlichen Liebe, abwechselnd erzählt aus der Sicht der beiden Liebenden Ana und Otto. Als sich die beiden im zarten Alter von acht Jahren zum ersten Mal begegnen, fühlen sie sich sofort magisch voneinander angezogen. In diesem Moment nimmt ein Kreis seinen Anfang, in dessen Radius sich Ana und Otto immer wieder begegnen und verlieren und der sich letztlich am Polarkreis schließt. Der finnische Polarkreis ist für Medem ein Utopia. Dort beantwortet er die Frage des Filmthemas, ob nämlich wahre Liebe ein Menschenleben anhalten kann. „Ein Liebesfilm für das neue Jahrtausend ist Medem gelungen, in dem Unschuld und Sophistication zusammen treffen, behutsame Ironie und schöne Sentimentalität ineinander greifen.“ (Süddeutsche Zeitung)

Tierra

Spanien

1996

Julio Médem

Carmelo Gómez, Emma Suárez

Fast acht Jahre hat es gedauert, bis dieser Film des spanischen Regisseurs und Drehbuchautors Julio Médem in die deutschen Kinos gekommen ist. Médem schrieb und inszenierte die Geschichte um den Kammerjäger Angel, dessen Name bewusst gewählt ist. Er empfindet sich zur einen Hälfte als Mensch zur anderen als Engel. Wegen seiner schizophrenen Gedanken hat er gerade einen Aufenthalt in der Psychiatrie hinter sich und soll nun ein Dorf in einer Weinregion von einem seltsamen Schädling befreien. Dort verlieben sich dann die beiden unterschiedlichen Teile von Angel in zwei komplett unterschiedliche Frauen: in die schüchterne, spröde Angela und in die provokante Mari. „Tierra ist virtuos entworfen… ein außergewöhnliches Kinoereignis, denn der Spanier versteht es brillant, den charakteristischen Reiz einer Landschaft herauszuformen.“ (Kölnische Rundschau)

Juniors

FRA

2022

Hugo P. Thomas

Vanessa Paradis, Ewan Bourdelles, Noah Zandouche

Mit kahlem Kopf sitzt der 14-jährige Hobby-Streamer Jordan an seiner PlayStation, schuld ist eine Panne beim Haareschneiden. Seine wenigen Zuschauer zeigen sich außerordentlich großzügig und überhäufen (den augenscheinlich an Krebs erkrankten) Jordan mit Spenden. Als die geliebte Spielkonsole den Geist aufgibt, wird aus dem Zufall eine perfide Lüge und aus dem „kranken“ Jordan ein Superstar. Schnell wächst ihm die Aufmerksamkeit in der sonst so ruhigen Gemeinde über den rasierten Kopf und die kaputte Konsole wird zur kleinsten Sorge. Eine einzelne, kleine Lüge in einem winzigen Dorf in Südfrankreich. Wie schlimm kann die schon sein? Das lernen die Freunde Jordan und Patrick auf die harte Tour, denn im digitalen Zeitalter wachsen den Lügen in Windeseile Beine. Neben den Stolperfallen des Internets geht es dabei auch um moderne soziale Dynamiken und wie zerbrechlich sie sein können. Durch seine Teilnahme am Schlingel-Filmfestival in Chemnitz im Herbst 2023 sprach sich JUNIORS schnell als Tipp in der Jugendfilmszene herum. Es ist der erste Langfilm, bei dem Regisseur Hugo P. Thomas alleine Regie führte. Er wirkte außerdem am Drehbuch mit.

Liebe Oma, guten Tag!

LTU/DEU

2017

Jurate Samulionyte, Vilma Samulionyte

Auf der Flucht der deutschstämmigen Bevölkerung vor der Roten Armee drehte Ella Fink plötzlich um. Und kehrte nach Litauen zurück, angeblich wegen eines gewissen Kazimieras. Doch der Verlobte war verschwunden; Ella blieb hinter dem Eisernen Vorhang, gründete eine Familie – und beging mit 72 Jahren Selbstmord. Die Schwestern Jurate und Vilma Samulionyte, Filmemacherin und Fotografin, begeben sich auf eine filmisch-investigative Entdeckungsreise in die Vergangenheit der eigenen Familie – ihr Dokumentarfilm dokumentiert das Bedürfnis nach Wissen und Gewissheit über die eigene Herkunft und ist gleichzeitig Liebesbekenntnis gegenüber den Eltern, die manchmal die Büchse der Pandora aus gutem Grund nicht aufmachen möchten.
Der Film läuft in Kooperation mit Zephyr – Raum für Fotografie zur Sonderausstellung "Rimaldas Vikšraitis – Am Rand der bekannten Welt" der Reiss-Engelhorn-Museen.
Im Anschluss Filmgespräch mit den Regisseurinnen.

Jahrgang 45

Jürgen Böttcher

Rolf Römer, Monika Hildebrand, Paul Eichbaum

Ost-Berlin 1965, Prenzlauer Berg: Al und Lisa sind ein junges Paar. Nicht nur die bedrückenden Wohnverhältnisse machen den beiden zu schaffen, sondern auch ihre Beziehung selbst. Sie verletzen sich häufig, wissen jedoch auch, was sie aneinander haben. Sie sind sich bewußt, daß sie ein spießbürgerliches Leben wie das ihrer Eltern nicht leben wollen, und das staatlich vorgezeichnete Leben ist für beide keine Alternative. Böttchers Spielfilm wurde von der SED als nihilistisch und skeptizistisch eingestuft und verboten. Erst 1990 konnte er den Film fertigstellen. Er drehte an Originalschauplätzen und arbeitete hauptsächlich mit Laiendarstellern.

Nach dem Dunkel kommt das Licht

DEU

2011

Jürgen Enders

Ohne Vorankündigung werden am 22. und 23. Oktober 1940, bis auf wenige Ausnahmen, alle Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland, insgesamt über 6.500 Menschen, aus ihren Wohnungen geholt und in neun Zügen in das Internierungslager Gurs am Fuß der Pyrenäen verschleppt. Drei Überlebende sprechen über Ihr Schicksal in diesem Film: Über die Kinderjahre in Kaiserslautern und Karlsruhe, über die Zeit in den Lagern und die Schwierigkeit für sie als Kinder, das Unverständliche zu verstehen. (also ab 18)

Die Geschichte Der O.

F

1972

Just Jaeckin

Corinne Clery, Udo Kier

DIE GESCHICHTE DER O. beruht auf dem gleichnamigen sadomasochistischen Roman der französischen Autorin Pauline Réage, Pseudonym von Anne Desclos (1907-1998), einem Standardwerk der SM-Literatur, und in gewisser Weise machte die Verfilmung Filmgeschichte: Ein dem Masochismus zugeneigtes Mädchen wird durch ihren Geliebten und seinen älteren Freund, einen reichen Engländer, der sie in einem Schloß bei Paris gefangenhält, gefesselt, ausgepeitscht, maskiert und dazu gebracht, ihnen und anderen Männern jederzeit und auf jede Weise zur Verfügung zu stehen. Ihre absolute Unterwürfigkeit gilt als Beleg fraulicher Liebe und Selbsterfüllung. Einige Kritiker nahmen die Sadomaso-Fantasie allerdings arg ernst: „Der … mit verschwenderischem Luxus ausgestattete Softporno weist eine sexual-faschistische Haltung auf, die der Frau ihre Existenzberechtigung nur als Lustobjekt des Mannes zubilligt.“ (Film-dienst) (falls man es dazu sagen muss…)

Something in the Dirt

USA

2ß22

Justin Benson, Aaron Moorhead

Justin Benson, Aaron Moorhead, Sarah Adina Smith, Issa Lopez

Levi und John philosophieren kiffenderweise über das Leben, als plötzlich der Aschenbecher zu schweben beginnt. Sie wittern das große Geld und filmen das rätselhafte Ereignis. Auf der weiteren Suche nach dem Übernatürlichen geraten sie immer tiefer in einen Strudel wilder Verschwörungstheorien und seltsamer Phänomene, in denen sie Vorzeichen eines nahenden Endes erkennen.
Das Regieduo Moorhead und Benson hat mittlerweile ein eigenes Genre intelligent-kreativer Indie-Science-Fiction geschaffen: nach dem okkulten Mindfuck THE ENDLESS und dem Zeitreisethriller SYNCRONIC etwa auch die Marvel-Serie MOON KNIGHT – und nun einen hoch originellen Low-Budget-Verschwörungsthriller inklusive Meta-Film-Gedankenspielen und charmantem Porträt zweier verlorener Männer.

King Cobra

USA

2016

Justin Kelly

Garrett Clayton, James Franco, Christian Slater, Alicia Silverstone, Molly Ringwald

Sean ist 17, als er seine große Chance ergreift: Unter dem Namen Brent Corrigan wird er zum ersten schwulen Porno-Megastar des Online-Zeitalters. In seiner kühnen Mischung aus queerem Bio-Pic, trashigem Erotikthriller und entlarvender Porno-Satire konnte Regisseur Justin Kelly einen illustren Cast versammeln – neben James Franco und Christian Slater als Porno-Produzenten agieren auch Alicia Silverstone und Molly Ringwald in dieser schwulen Antwort auf BOOGIE NIGHTS.

Milch ins Feuer

DEU

2024

Justine Bauer

Karolin Nothacker, Johanna Wokalek, Pauline Bullinger, Anne Nothacker

„Es gibt ja ganz wenig Dialekt im Deutschen Spielfilm. Und wenn doch, dann so, als wäre ein Dialekt an sich schon selbst ein Witz“, sagt Regisseurin Jusine Bauer: „Ich habe das nicht verstanden und mich gefragt, warum eigentlich alle Leute gleich sprechen sollen, egal wo sie herkommen.“

MILCH INS FEUER ist im Hohenlohischen, Nahe Schwäbisch Hall, angesiedelt, in einem kleinen Dorf, in dem Katinka den Hof übernehmen will, aber gegenüber dem Bruder das Nachsehen hat, während die Freundin schwanger ist, ein offenes Geheimnis, und der Nachbarbauer gegen „die da oben“ protestiert. Ein langer Sommer an der Jagst, in dem aus der Ballenpresse Heuballen geboren werden und auf dem kastrierten Stier geritten wird, in einem Film, der die Realität der landwirtschaftlichen Arbeit mit Symbolen des Frauseins, der Mutterschaft, des Lebens unter dem Radar traditionell-patriarchalischer Traditionen verbindet. „MILCH INS FEUER blickt wie durch ein Brennglas in die reale Lebenswelt eines kleinen Bauerndorfes, ohne beschönigende Überhöhung, aber mit poetischer Wucht.“ (kino-zeit.de)

Anatomie eines Falls – Anatomie d’une chute

FRA

2023

Justine Triet

Sandra Hüller, Swann Artaud, Milo Machado Graner, Antoine Reinartz

Sandra, deutsche Schriftstellerin, lebt mit ihrem französischen Mann Samuel und ihrem Sohn Daniel abgelegen in einem Chalet in den französischen Alpen. Dann wird Samuel tot aufgefunden. Unfall? Selbstmord? Mord? Der Polizei erscheinen die Umstände verdächtig, Sandra wird verhört und angeklagt, es beginnt ein aufreibender Indizienprozess. Strafverfolgung und Justiz bohren in das private, widersprüchliche, komplexe Beziehungsgeflecht zwischen den Eheleuten – Sandra Hüller arbeitet nuanciert alle Facetten ihrer Figur heraus. Gewinner der Goldenen Palme – erst zum dritten Mal für einen von einer Frau inszenierten Film.

Arcade Fire: The Reflektor Tapes

CAN

2015

Kahlil Joseph

Dieser Film von Kahlil Joseph, der mit einem Kurzfilm beim Sundance Festival 2013 den Grand Jury Prize gewann, gewährt einen faszinierenden Einblick in die Entstehung von Arcade Fires’ hochgelobtem Album und internationalem Nummer-Eins-Hit „Reflektor“. Der Film bringt die Albumerfahrung in einen neuen Zusammenhang und nimmt den Zuschauer in eine kaleidoskopische, akustische und visuelle Landschaft mit. Er zeichnet die kreative Reise der Band nach, die Grundlagen, die sie auf Jamaika schufen, die Aufnahmen, die sie im Studio in Montreal fortsetzten, und ein Spontankonzert in der ersten Karnevalsnacht in einem haitianischen Hotel, bevor sie ihre atemberaubende Show in brechend volle Hallen nach Los Angeles und London brachten. Besonderer Leckerbissen für alle Musikliebhaber: Im Film bekommen die Fans einen noch unbekannten, brandneuen Song der Band zu hören.
Zusätzlich mit 20 Min. Bonumaterial (Interview mit der Band)

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