Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Jungle 68

BRD

2002

Katja Batzler

Jungle 68 ist eine Dokumentation der Drum ‘N Bass–Szene im Rhein-Neckar-Gebiet 2001/2002. Ein Filmprojekt von und mit Szene-Kennern, das versucht für diese jugendliche Lebenswelt zu begeistern bzw. zu interessieren. Nach einer Idee von Katja Batzler in Kooperation mit dem Jugendamt Mannheim und dem Städtischen Medienzentrum Mannheim. Produziert mit C. Barthold, B. Thomanet und www.baesse.de. Weitere Infos unter www.jungle68.de.

5 Seasons - Eine Reise

DEU

2022

Katja Sallay

Sithembile Menck, Konstantin Marsch, Katja Hutko, Jana Lissovskaia, Bernhard Schütz, Pegah Ferydoni, Samuel Koch, Mišel Maticevic

Frühling, Sommer, Herbst, Winter – und manche Jahre haben eine fünfte Jahreszeit: den Tod. Die Geschwister Miki, Bina und Ali erfahren bei flirrender Sommerhitze von der unheilbaren Erkrankung ihrer jüdisch-ungarischen Mutter, es reißt sie auseinander wie buntes Herbstlaub. Trotzdem gehen sie mit ihrer Mutter auf ihre letzte Reise; auf ihren Tod folgt ein Winter der Trauer und der schlechten Entscheidungen, des Auseinanderdriftens und der Entfremdung. Im Frühjahr landen sie schließlich in Budapest, auf den Spuren ihrer Mutter. Und die Familie fängt langsam wieder an zu sprießen.
Katja Sallay, Schauspielerin, drehte ihr mehrfach preisgekröntes Regiedebüt nach autobiografischen Vorlagen vor allem in Mannheim; unter anderem am Wasserturm, im Luisenpark, in der Kunsthalle, am Collini-Center, auf dem Hauptfriedhof.
Der Film läuft als Mannheimer Kino-Auftakt.
Regisseurin Katja Sallay und Kameramann Mark Dölling sind bei beiden Vorführungen anwesend!

Tore tanzt

DEU

2013

Katrin Gebbe

Julius Feldmeier, Sascha Alexander Gersak, Annika Kuhl, Swantje Kohlhof

Tore ist ein "Jesus-Freak". Als Mitglied der gleichnamigen christlichen Gemeinschaft hat er den festen Glauben an Christus und das Gute im Menschen. Eines Tages trifft er auf den Familienvater Benno, der mit Frau und deren Kindern in einer Gartenlaube am Stadtrand lebt. Benno findet Tore faszinierend und lädt ihn ein, mit der Familie zu leben. Doch Benno ist nicht „nett“, im Gegenteil. Wir sehen hier die Passionsgeschichte eines jungen, naiv-gläubigen Mannes, der Abwehr provoziert. Es geht um Gut und Böse, Täter und Opfer, Glaube und Verrat – also um existenzielle Gegensätze, die der Debütfilm von Katrin Gebbe verhandelt. Durch seine demütige Opferhaltung fordert Tore zu immer größeren Aggressionen heraus. Das reicht von ein paar Boxschlägen über Missbrauch im Stricherclub bis zu einer Gewaltorgie.
Selten war der deutsche Film so radikal. So provozierend, mutig und gewaltig.

1917 - Der wahre Oktober

DEU/CHE

2016

Katrin Rothe

Der aufwändig gestaltete Animations-Dokumentarfilm zeigt die wichtigsten Etappen der russischen Revolution von 1917 sehr ernsthaft in der Sache und doch spielerisch in der Form auf. Die Geschehnisse werden aus der Sicht von fünf russischen Künstlern erzählt: Die Schriftsteller Maxim Gorki und Wladimir Majakowski, der Maler Kasimir Malewitsch, die Dichterin Sinaida Hippius und der Kunstkritiker Alexander Benois erlebten die dramatischen Ereignisse teils selbst als Akteure im politischen Geschehen, teils als Augenzeugen von den Fenstern ihrer Wohnungen aus. Katrin Rothe animiert die Personen und Ereignisse als Legetrick aus Papier und Pappe, mit Scherenschnitt, Siebdruck und Zeichnungen.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert
Mehr zur Oktoberrevolution: OKTOBER am 07.11.2017!

Johnny and Me – Eine Zeitreise mit John Heartfield

DEU/CHE/AUT

2023

Katrin Rothe

Dokumentarfilm/Animationsfilm

„Für John Heartfield war Kunst eine Waffe“ – dieser Satz aus dem Film beschreibt die Haltung dieses jungen, talentierten Künstlers in der Weimarer Republik, der als Antifaschist mit seinen Zeichnungen, Foto-Montagen und Gemälden gegen das Erstarken der NSDAP und den Aufstieg Hitlers kämpfte. Geboren 1891 als Helmut Herzfeld in Berlin-Schmargendorf, änderte er 1916 seinen Namen, um mitten im Krieg gegen den deutschen Nationalismus zu protestieren. Seit 1918 war er Mitglied der KPD, gestaltete Plakate und Propagandamaterial für den Wahlkampf der Kommunisten und prangerte die Verbindung von Kapital und Politik an, die auch Hitlers Aufstieg ermöglichte. Zusammen mit seinem Bruder Wieland gründete er den Malik-Verlag mit angeschlossener Kunsthandlung und publizierte neben den Kunst-Mappen von George Grosz auch politische Essays und sozialkritische Romane u.a. von Maxim Gorki, Upton Sinclair und Oskar Maria Graf. 1933 ging er ins Exil und lebte ab 1950 bis zu seinem Tod in der DDR. Der Film nähert sich John Heartfield, dem Meister der Collage, in einer attraktiven Montage aus Spielszenen, historischen Dokumenten und verschiedenen Animationstechniken.

Die Widerständigen - Zeugen der Weissen Rose

DEU

2008

Katrin Seybold

Traute Lafrenz-Page, Jürgen Wittenstein

Die Weiße Rose – die erste dokumentarische Gesamtdarstellung über die Münchner Studenten und ihren Widerstandsgeist in der Zeit des Nationalsozialismus: Gefährten erzählen von Flugblattaktionen und wie sie Gestapoverhöre überstanden. Mit einer feinfühligen Ästhetik sind Originaldokumente mit Selbstaussagen der Zeitzeugen, die teilweise nicht mehr leben, in einem authentischen Porträt kombiniert. Am 7.3. findet anschließend ein Filmgespräch mit der Regisseurin und einem Zeitzeugen statt.

Art's Home Is My Kassel

DEU

2014

Katrin und Susanne Heinz

Alle fünf Jahre erfährt Kassel einen Kulturclash erster Klasse. Von Nah und Fern drängen kunstbegeisterte Besucherströme in die nordhessische Stadt. Sie alle wollen eines sehen: die Documenta- Weltkunstschau mit höchster internationaler Aufmerksamkeit. In ihrem Dokumentarfilm betrachten Katrin und Susanne Heinz aus den Blickwinkeln der Kasseler den temporären Ausnahmezustand in ihrer Heimatstadt. Der Film folgt den Vorbereitungen durch das gesamte „Museum der 100 Tage“ bis zu den Abbauarbeiten. Vermittelt werden Kunst und Weltevent durch ihre vielfältigen Protagonisten: eine Taxifahrerin, eine Studentin, Künstler, ein Schreiner, interessierte Kasseler Bürger und ein Architekt.
Einführung: Sophia Petri, M.A.

Shark Skin Man And Peach Hip Girl

J

1998

Katsuhito Ishii

Tadanobu Asano, Sie Kohinata, Susumu Terajima

Wenn ein Manga als Vorlage für einen Realfilm dient, ist das Ergebnis meist ziemlich abgedreht, so auch bei SHARK SKIN MAN AND PEACH HIP GIRL. Der Comic-Stil ist konsequente Inszenierung, die Figuren sind überzeichnet, die Klamotten schrill und die Knarren zu groß. Bunt, schrill und schräg bis zur Surrealität definiert Katsuhito Ishii seinen Begriff von Gangsterfilm. Es wird schnell geliebt, getötet und gestorben, und neben Blut fließt bei diesem Film vor allen eines: Lachtränen. Die Hauptrollen spielen Japans hipster Filmstar und Teenie-Idol Tadanobu Asano als Kuroh und Sängerin/Model Sie Kohinata als Toshiko: Toshiko ist ein unauffälliges, introvertiertes Mädchen, das im Hotel ihres tyrannischen Onkels arbeitet. Sie entscheidet sich, von dort wegzulaufen und nutzt zur Flucht den Jeep ihres Onkels. Sie trifft dabei auf Kuroh, einen abtrünnigen Yakuza, der von skurrilen Gestalten verfolgt wird. Kuroh kapert ihren Jeep und entkommt mit der bewusstlosen Toshiko. Die beiden ungleichen Gestalten werden zum Paar, was ihre Fluchtchancen nicht erhöht. Nach einer Nacht im Hotelzimmer beschließt Toshiko, nicht mehr zurückzukehren. Kurohs Verfolger haben sich ausgerechnet im Hotel von Toshikos Onkel einquartiert, der in der Zwischenzeit den homosexuellen Killer Yamada angeheuert hat, um Toshiko zurückzubringen und den Mann an ihrer Seite zu töten…….

Mitra

NLD/DEU/DNK

2021

Kaweh Modiri

Jasmin Tabatabai, Mohsen Namjoo, Shnabnam Tolouei, Avin Manshadi

Iran, 1982: Haleh erfährt, dass nach dem Tod ihres Mannes auch ihre Tochter Mitra hingerichtet wurde. Heute lebt Haleh als 70jährige im niederländischen Exil. Und trifft unversehens auf die Frau, die 37 Jahre zuvor für Mitras Hinrichtung verantwortlich gewesen sein soll. Haleh plant ihre Rache – und lernt dabei die Frau, die einst ihr Leben zerstört hat, näher kennen. Auch sie ist liebevolle Mutter…
Der Staatsterror nach der iranischen Revolution, die Gewalt, die Regimekritiker erfahren mussten, Verrat und Leid – und die Frage, wie Opfer heute mit ihren Traumata und Verlusten umgehen können: Regisseur Kaweh Modiri wurde vom tragischen Schicksal der eigenen Familie inspiriert; Jasmin Tabatabai, im Iran geboren, spielt die Hauptfigur überzeugend als gebrochene Frau.
Wir zeigen den Film mit einer exklusiv für uns erstellten kurzen Videoeinführung durch Frieder Wallis, Produktionsleiter und Steadycam-Operator.
Zum Thema „Iranische Revolution“ siehe auch PERSEPOLIS am 24.02.2022..

Wie Im Immel

SVE

2004

Kay Pollak

Michael Nyqvist, Frida Hallgren, Helen Sjöholm

Im Wonnemonat Mai ist die abstrakte Malerin Helga von Jena zu Gast im kommunalen Kino. Sie studierte 1986-1990 an der Freien Kunstakademie Mannheim nach einem ersten Leben ohne Kunst. Ihr Stil ist geprägt von leuchtenden Farben, spontanen Formassoziationen und lockerem Pinselstrich. Damit ist sie derzeit sehr erfolgreich, viele Ausstellungen entstehen zusammen mit der Plastikerin Hildegard Peetz. Einer ihrer Lieblingsfilme ist: WIE IM HIMMEL Der international renommierte Dirigent Daniel Daréus beendet nach einem körperlichen Zusammenbruch vorzeitig seine Karriere und geht zurück in das kleine Dorf in Nordschweden, in dem er als Kind gewohnt hat. Dort will er sich eigentlich von der Welt zurückziehen, lässt sich jedoch bald dazu überreden, den ortsansässigen Kirchenchor zu leiten. Und tatsächlich steckt er die Dorfbewohner, vor allem die Frauen, mit seiner musikalischen Begeisterung an. Dabei verliebt er sich auch. Eine bittersüße Geschichte aus Schweden, die nicht nur dort sehr erfolgreich war.

The Mars Canon

Japan

2001

Kazama Shiori

Kuno Makiko, Kohinata Fumiyo

Kohei und Kinuko sind ein Liebespaar in freier Natur, keine Menschen und keine Grenzen sind in Sicht. Kazama Shiori läßt dieses Bild lange stehen, der Dialog scheint der zweier Liebender, bis Kohei zum Aufbruch mahnt: es ist Sonntag, nicht Dienstag. Das Idyll hat getrogen: Kohei hat eine Frau und ein Kind, nur dienstags hat er Zeit für Kinuko. Für jede weitere Begegnung muß Kohei sich aus seiner Familie, die er nicht aufgeben will, davonstehlen. Kinuko redet sich ein, daß sie nicht unglücklich ist und geht ihrer Arbeit in einem Reisebüro nach. Da begegnet sie Hijiri, einer ehemaligen Arbeitskollegin und deren Bekannten Manabe. Mit Hingabe widmet sich Hijiri der Pflege ihrer neuen Freundin, als Kinuko krank im Bett liegt. Einige Tage später zieht sie in der Nachbarwohnung ein. Kazama Shiori lässt ihren Figuren viel Zeit, schenkt ihnen Einstellung um Einstellung, ohne daß viel passiert. Schnell ist man hingerissen von der scheinbaren Absichtslosigkeit der Inszenierung, die sich unversehens immer wieder zu prägnanten Tableaus verdichtet. Nichts ist symbolschwer in diesem Film, Shiori gelingen ein ums andere Mal Bilder von unaufdringlicher Genauigkeit. Auf ihre vier Hauptdarsteller kann sie sich dabei blind verlassen, sie wahren die richtige Balance zwischen Offenbarung und Bewahrung ihrer Gefühle und Gedanken. Die Wendungen der Geschichte sind so niemals vorhersehbar, immer wieder stehen verschiedene Wege als gleich mögliche offen.

Love / Juice

Japan

2000

Kaze Shindo

Mika Okuno, Chika Fujimura, Toshiya Nagasawa

Zwei junge Frauen wohnen zusammen, sie gehen zusammen aus, sie rauchen zusammen Dope und schlafen sogar zusammen in einem Bett. Ihre Miete verdienen sich Kyoko und Chinatsu durch gelegentliches Jobben in einem Nachtclub. Beide sind unglücklich verliebt, die extravagante Kyoko in Sakamoto, den Besitzer eines Geschäfts für tropische Fische – und Chinatsu in ihre Mitbewohnerin. Kaze Shindo stellt in ihrem Debüt das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen zwei jungen Frauen in den Mittelpunkt. Durch die detaillierte Beschreibung des Alltags der beiden Mitbewohnerinnen und deren einfühlsamer Charakterisierung überzeugte LOVE/ JUICE schon auf mehreren Festivals. „Ich dachte, ich könnte die Geschichte besser vermitteln, wenn eine der Frauen lesbisch ist…. Außerdem wollte…ich etwas beschreiben, was mir vertraut ist; deshalb wählte ich die einzigartige Atmosphäre, die nur zwischen zwei Frauen entstehen kann.“ (Kaze Shindo)

Die Katzen vom Gokogu-Schrein

JPN

2024

Kazuhiro Sōda

Dokumentarfilm

In diesem Film geht es um Katzen, viele Katzen – in allen Größen und Altersstufen, von jung bis alt, gesund oder krank, ob Winter- oder Sommerkatzen. Sie leben in der paradiesischen Umgebung des kleinen, alten Shintō-Schreins Gokogu, gelegen in Ushimado, einer Hafenstadt an der Inland-See. Es geht auch um Menschen. Um diejenigen, die die Katzen besuchen, füttern, lieben, die hin und wieder auch neue Katzen mitbringen. Und um die, die es stört, dass ihre Vorgärten oder die Pflanzen rund um den Schrein als großes Katzenklo genutzt werden und dass die Katzenliebhaber*innen ihren Müll hinterlassen.

Kazuhiro Sōda fängt in seinem zehnten „Beobachtungsfilm“ das Leben rund um den Schrein im Jahresverlauf ein, gewährt einen persönlichen und einfühlsamen Blick auf die traditionelle Gemeinschaft des Ortes, „eine unendlich reiche Szene von Katzen, Menschen und anderen Lebewesen, verwoben mit der wunderschönen Natur jeder Jahreszeit. Es ist eine lustige, grausame, einfache und komplexe Skizze der Welt.“ (eiga.com) – epd Film: 5 Sterne, Filmdienst: 4,5 Sterne.

Interstella 5555 - The 5tory Of The 5ecret 5tar 5ystem

Japan / Frankreich

2003

Kazuhisa Takenouchi

Vier Musiker einer fremden Galaxie werden von einem zwielichtigen Manager entführt, und avancieren unter seiner Führung zur berühmtesten Band der Welt. In knallbunten Bildern eröffnet sich eine rasante Fahrt durch die europäische und japanische Pokultur, die sich in den markant poppigen Rhythmen der Band Daft Punk und dem Design von Anime-Legende Leiji MATSUMOTO einen. Ganz ohne Sprache entfaltet sich INTERSTELLA 5555 zu einem intergalaktischen Abenteuer, in dem das Visuelle ganz mit der Musik verschmilzt. „Einfach hinsetzen, Augen aufsperren und 67 Minuten im Takt bleiben. Wenigstens mit den Zehenspitzen.“ (Heiko Rauber, BR-Online)

Miss Hokusai

JAP

2015

Keiichi Hara

1814 lebte in Edo, dem heutigen Tokyo, der weithin angesehene Künstler Tetsuzo, besser bekannt als Hokusai. Hokusai entwickelte im Lauf seines Künstlerlebens eine besondere Bildform, die als Manga bis heute den japanischen Comic-Stil prägt. In Europa wurden seine raffiniert komponierten Holzschnitte in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und beeinflussten Künstler wie Degas und Van Gogh, Monet und Klimt. Dieser poetische Anime-Film, der kongenial Hokusais Bildsprache adaptiert, ist aus der Perspektive einer begabten Frau erzählt: Hokusais Tochter O-Ei ist nicht nur seine Assistentin, sie hat auch sein meisterliches Talent geerbt und führt für ihn Aufträge aus, ohne dass ihr Name erwähnt wird. Obwohl sie ihn ihr Leben lang unterstützte und wesentlich zu seiner Kunst beitrug, ist sie bis heute unbekannt.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert

Unholy Woman

JAP

2006

Keita Anemiya

Tasuku Emoto, Tokie Hidari, Teruyuki Kagawa

Drei Regisseure, drei Filme, drei Frauen – und was für welche! Mit „Unholy Women“ legen Keita Amemiya, Takuji Suzuki und Keisuke Toyoshima jeweils einen Kurzfilm vor, der das weibliche Geschlecht weder von seiner schwachen, noch von seiner besten Seite zeigt. Auch wenn in jeder Episode eine Frau im Zentrum steht, könnten die einzelnen Geschichten kaum unterschiedlicher sein. Das Spektrum reicht von altmodischem Grusel, über lyncheske Groteske bis zum modernen, grudgigen Schocker. (also ab 18 Jahren).

Flower & Garnet

Kanada

2002

Keith Behrman

Callum Keith Rennie, Jane McGregor

Angesiedelt in der spröden Schönheit der west-kanadische Provinz, zeigt das vielbeachtete Regiedebüt den schwierigen Weg einer Familie aus der inneren Emigration: Der frühe Tod der Mutter entfremdet die Kinder von ihrem trauernden Vater, und erst durch schmerzhafte Konfrontationen kommt ein emotionaler Heilungsprozeß in Gang.

Giant Little Ones

CAN

2018

Keith Behrman

Josh Wiggins, Maria Bello, Kyle MacLachlan, Darren Mann, Taylor Hickson

Freundschaft, Erwachsenwerden und Chaos der Gefühle: Franky und Ballas sind beste Freunde und Stars des Highschool-Schwimmteams. Auf Frankys Geburtstagsparty kommen sie sich in betrunkenem Zustand näher – und Franky erlebt in der Folge Mobbing und Gewalt. Zumal sein Vater Jahre zuvor die Familie für einen anderen Mann verlassen hat…
Das Drama mit mitreißendem Soundtrack und furiosen Bildern wurde inspiriert von einer Reihe von Selbstmorden schwuler Jugendlicher in Kanada.
Preview vor der offiziellen Veröffentlichung!

Certain Women

USA

2016

Kelly Reichardt

Laura Dern, Michelle Williams, Kristen Stewart, Lily Gladstone

Drei Episoden um vier Frauen und ihre Lebenssituationen: Anwältin Laura Wells hat Mühe, ihren Klienten von einer aussichtslosen Arbeitsrechtsklage abzuhalten. Erst einem (männlichen) Kollegen glaubt er – und will seinen Ex-Boss erschießen. Ginas Ehe kriselt, sie fühlt sich nicht unterstützt im Projekt, ein Wochenendhaus zu bauen – der Kauf von Sandsteinen könnte zum Stolperstein der Ehe werden. Jamie pflegt die Pferde auf einer abgelegenen Ranch. Als sie die junge Jura-Lehrerin Beth kennenlernt, scheint sie ihrer Einsamkeit entfliehen zu können.

„Vier Frauen, drei Geschichten, nur sehr lose miteinander verbunden, durchdrungen aber von etwas mehr als nur ähnlichen Stimmungen: Einsamkeit und Sehnsucht; Erschöpfung durch fast schon routinemäßig hingenommene Enttäuschung; weitermachen, weiterleben, festhalten am privaten Traum, an der eigenen Identität; Hoffnung auf Anerkennung, die kaum einmal gewährt wird – Kino des aufmerksamen Blicks und der genauen Bilder.“ (epd Film)

First Cow

USA

2019

Kelly Reichardt

John Magaro, Orion Lee, Toby Jones, Scott Shepherd, Gary Farmer

Otis Figowitz, genannt Cookie, zieht als Koch eines Trapper-Trupps durch die noch unberührten Wäldern im Oregon des frühen 19. Jahrhunderts. Und trifft beim Pilzesammeln auf einen nackten Chinsesen, King-Lu – es ist Freundschaft auf den ersten Blick. In der Nähe eines Forts lassen sie sich nieder, träumen von einem Hotel an der Westküste – und verkaufen nach traditionellem Rezept zubereitetes Ölgebäck, das die Siedler inmitten der Wildnis an ihre Heimat erinnert. Wichtige Zutat ist Milch – und nur der Leiter der Siedlung ist im Besitz einer Kuh, die er sich für seinen englischen Tee hat herbeitransportieren lassen. Nachts steigen Cookie und King-Lu auf die Weide, um zu melken…
Kelly Reichhardts Film ist ein Pionier-Western der anderen Art – und viel mehr als das: Einerseits eine realistische Variante des Wildwest-Filmgenres, andererseits eine filmische Fabel über Kapitalismus – vor allem aber eine unbedingte Ode an Freundschaft, in der fröhliche Momente, gemeinschaftliches Erleben und glaubwürdige Tragik nahtlos verschmelzen.

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