Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Heimatlose

DEU

2026

Kai Stänicke

Paul Boche, Emilia Schüle, Philip Froissant, Stephanie Amarell, Aaron Hilmer, Jeanette Hain, Sebastian Blomberg

Hein kehrt zurück in sein Heimatdorf, eine Siedlung in den Dünen auf einer abgelegenen Nordseeinsel, wo allem vom und für den Fischfang leben. Die Dorfgemeinschaft aber erkennt ihn nicht wieder. Selbst sein Kindheitsfreund Friedemann distanziert sich von ihm, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Hein muss vor einem Dorftribunal beweisen, dass er er selbst ist. Und muss sich den Umständen stellen, deretwegen er einst das Dorf verlassen hat.

Wie kann man seine eigene Identität beweisen? Wie bringt man unterschiedliche Wahrnehmungen und Erinnerungen zusammen? Und was, wenn jemand lügt? In seinem souverän erzählten Debütfilm verwendet Kai Stänicke einen effektiven Trick: Er erzählt nicht realistisch, sondern baut das Dorf aus Einrichtungsgegenständen ohne Fassaden – ein Illusionsbruch, der die Unbehaustheit unterstreicht.

Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jurypreis des Teddy-Awards der Berlinale.

Elefant

POL

2022

Kamil Krawczycki

Jan Hrynkiewicz, Pawel Tomaszewski, Ewa Skibinska, Ewa Kolasinska

Der 22-jährige Bartek führt einen kleinen Bauernhof in den polnischen Bergen. Sein Vater hat sich davongemacht, er muss für seine Mutter da sein. Frei fühlt er sich nur, wenn er Zeit mit seinen geliebten Pferden verbringen kann. Doch als eines Tages der lange verschollene Nachbarssohn Dawid ins Dorf zurückkommt, gerät Barteks von Pflichterfüllung geprägter Alltag durcheinander. Er muss sich entscheiden: zwischen einem Leben für die Familie und seinen immer stärker werdenden Gefühlen für Dawid.
Inspiriert von Filmen wie GOD’S OWN COUNTRY und BROKEBACK MOUNTAIN erzählt ELEFANT von der ersten Liebe und Selbstwerdung eines jungen schwulen Mannes inmitten einer rauen, aber atemberaubend schönen Landschaft. Ein leidenschaftlicher Film, der Mut und Hoffnung macht.

Before, Now & Then

IDN

2022

Kamila Andini

Happy Salma, Laura Basuki, Arswendi Bening Swara, Ibnu Jamil

Jamil. 103 Min. IndonesischOmdtU. FSK: k. A.
Indonesien, in den 1960er Jahren: In einem gewaltvollen antikommunistischen Putsch wird Präsident Sukarno durch General Suharto abgelöst. Nanas Mann ist in den politischen Wirren verschollen, ihr Vater verstorben, sie selbst verarmt. Jahre später führt sie an der Seite eines reichen Sudanesen ein materiell komfortables Leben. Doch in ihren Träumen lebt die Vergangenheit weiter.
In eleganter Regieführung und opulenter Bildgestaltung folgt der Film seiner Protagonistin, die in lückenhaften Erinnerungen ihre Gegenwart reflektiert: eine zeitlos-starke Betrachtung des Patriarchats aus weiblicher Sicht.

Bohnenstange

RUS

2019

Kantemir Balagov

Viktoria Miroshnichenko, Vasilisa Perelygina, Andrey Bykov, Igor Shirokov

Leningrad 1945: Die brutale Belagerung durch die Deutschen ist vorüber, doch der tägliche Überlebenskampf geht weiter. Iya, eine hagere, hochgewachsene junge Frau, hat den kleinen Sohn ihrer Freundin Masha durch den Krieg gebracht. Doch Iya leidet unter Anfällen, und bei einem ihrer Zusammenbrüche geschieht ein tragisches Unglück. Als Masha von der Front in die zerstörte Stadt zurückkehrt und vom Tod ihres Sohnes erfährt, kann sie sich nur kurz mit Trauer aufhalten, zu groß ist ihr Hunger nach Leben und Zukunft. Sie will ein neues Kind, und da sie selbst nicht mehr schwanger werden kann, soll Iya ihr dabei helfen und ihre Schuld begleichen.
Inspiriert von dem Dokumentarroman „Der Krieg hat kein weibliches Geschlecht“ der belarussischen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch zeichnet BOHNENSTANGE ein apokalyptisches, visuell und emotional eindrückliches Panorama der traumatisierten Überlebenden in der unmittelbaren russischen Nachkriegszeit. Der Film wurde u. a. in der Cannes-Sektion „Un Certain Regard“ mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

Ein Junge namens Titli

IND

2014

Kanu Behl

Shashank Arora, Lalit Behl

Es braucht nur einen einzigen Blick, um zu begreifen, dass TITLI mit dem klassischen Bollywoodkino nichts zu tun hat. Die Farben sind blass, die Kamera wacklig, das Schauspiel authentisch. Titli ist der jüngste von drei Brüdern. Mit ihrem Vater leben die drei in einer schäbigen Hütte in Delhi. Zusammen führen sie das Familiengeschäft und bilden eine kleine, aber brutale Bande von Autodieben. Besonders der älteste Bruder Vikram ist ein Tyrann, wie er im Buche steht. Baawla hingegen gibt sich seinem Schicksal ruhig hin. Nur Titli ist entschlossen, aus diesem Geschäft auszutreten. Doch dafür braucht er Geld und muss sich gegen seine Familie stellen. Die entscheidet derweil ihn mit Neelu zu verheiraten, da sie sich erhoffen, ihn über sie kontrollieren zu können. Stattdessen tut sich das unfreiwillige Ehepaar zusammen, um ihren Schranken zu entfliehen und ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Die Folgen, die dieser Versuch hat, sind fatal…

Der Mann, der seine Haut verkaufte

TUN/FRA/BEL/DEU/SWE

2020

Kaouther Ben Hania

Yahya Mahayni, Dea Liane, Koen de Bouw, Monica Bellucci

Syrien, 2011. Eine missglückte Liebeserklärung in der Öffentlichkeit lässt Sam Ali den Zorn des Regimes spüren, er flieht in den Libanon. Und muss das drohende Aus für die Liebe seines Lebens erleben, als seine Abeer einen Diplomaten heiratet und nach Brüssel zieht. Sam schleicht sich in seiner aussichtslosen Situation in Ausstellungseröffnungen in Beiruter Galerien, um von den kostenlosen Buffets zu profitieren – und erhält von dem international bekannten Künstler Jeffrey Godefroi ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: Als Flüchtling kommt Sam nicht nach Belgien, aber Kunstwerke dürfen frei in die EU exportiert werden. Und Sam verkauft seine Haut: Godefroi tätowiert Sams Rücken, der so zum hochpreisigen Kunstwerk wird und auf den Ausstellungen des Starkünstlers nach Europa präsentiert werden darf, Reisefreiheit inklusive. In Belgien scheint er seiner Abeer so nah – doch die Dynamiken des Kunstmarkts kümmern sich nicht um sein menschliches Schicksal.
Die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania verknüpft die wahre Geschichte des menschlichen Kunstwerks Tim Steiner, der seinen Rücken dem belgischen Konzeptkünstler Wim Delvoye zur Verfügung stellte, mit den Zwängen der Flüchtlingspolitik: provokante Kunstsatire trifft auf moralisches Dilemma.

Olfas Töchter

FRA/TUN/DEU/SAU

2023

Kaouther Ben Hania

Zwei der vier Töchter von Olfa haben sich nach dem Arabischen Frühling dem IS angeschlossen. Die renommierte tunesische Filmemacherin Kaouther Ben Hania bietet tiefe Einblicke in Denkmuster und Dynamiken im Tunesien der letzten eineinhalb Jahrzehnte, wenn sie dieses Familiendrama filmisch rekonstruiert: Neben Interviews mit den realen Familienmitgliedern setzt sie Schauspielerinnen ein, die das damalige Geschehen nachspielen. Die jüngeren Töchter treten als sie selbst auf, die älteren, verschwundenen werden von Darstellerinnen gespielt; die Mutter trifft auf die Mutter-Darstellerin. In eleganter Inszenierung, mit großer emotionaler Wucht und kammerspielartiger Intensität ergibt sich so das Bild einer von Scham, Sündenbewusstsein und Körperfeindlichkeit geprägten Erziehung, von emotionalem Missbrauch durch die Mutter, von körperlichem Missbrauch durch den Stiefvater, von einem Arabischen Frühling, nach dem der Islamismus als Befreiung erscheint von rigiden Traditionen.

In guten wie in schweren Tagen

IND

2001

Karan Johar

Shah Rukh Khan, Kajol, Amitabh Bachchan, Jaya Bachchan, Hrithik Roshan

Ein farbenprächtiger Bilderrausch, mitreißende Tanzszenen, dramatische Handlung: Einer der international erfolgreichsten indischen Filme überhaupt erzählt ein opulentes Familienmelodram. Weil er sich nicht in eine arrangierte Ehe fügen wollte, wurde Rahul vom Vater verstoßen. Mit seiner Geliebten, der quirligen Anjali, zog er nach England – wo ihn Jahre später unerkannt sein Bruder Rohan besucht, in der Hoffnung, die Familie versöhnen zu können…
Melodram, Komödie, Liebesepos, und natürlich Musical – dieser Film vereint alles, was das Hindi-Kino ausmacht. Seit seinem ersten Kinoeinsatz in Deutschland, damals unter dem Titel SOMETIMES HAPPY, SOMETIMES SAD, gilt er als der ultimative Bollywood-Kultfilm. In Kooperation mit Zephyr – Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn- Museen.

Never Say Goodbye

IND

2006

Karan Johar

Amitabh Bachchan, Shahrukh Khan, Rani Mukherjee

Dev Saran ist ein ehemaliger Fußball-Star, der in New York lebt und dessen verheißungsvolle Karriere durch einen tragischen Unfall jäh beendet wurde, während seine Frau Rhea gerade erst auf dem Weg nach oben ist. Zynisch geworden, fühlt sich Dev in seiner Villa wie ein Gefangener und nicht einmal sein Sohn gerät nach seinen Wünschen, denn der spielt lieber Geige als Fußball. Devs Leben ändert sich, als er per Zufall Maya begegnet. Denn auch die junge Frau, verheiratet mit dem PR-Manager Rishi, fühlt sich in ihrer Ehe nicht mehr so richtig wohl. Schnell wird Dev und Maya klar, dass ihre Begegnung schicksalhaft ist, dass sie im jeweils Anderen genau das finden, was ihnen in ihrer Ehe fehlt… Bollywood vom Feinsten!

Die Erfindung des Verderbens

CSK

1958

Karel Zeman

Lubor Tokoš, Arnošt Navrátil, Jana Zatloukalová, Miloslav Holub

Für den „Filmbeobachter“ der beste Jules-Verne-Film, der je gedreht wurde, für „Variety“ die ungewöhnlichste und künstlerisch werkgetreuste Übertragung einer Verne-Geschichte in Film: Professor Roch hat einen hochzerstörerischen Sprengstoff entwickelt, der die Erde vernichten kann. Piraten entführen ihn, um an die Waffe zu kommen… Karel Zeman nutzte die Illustrationen des originalen Jules-Verne-Romans für eine verspielt-surrealistische Kulisse, die jede realistische Illusion aufhebt – und gerade dadurch die heute längst überholte Handlung ins Zeitlose erhebt. Der Film gewann bei der Brüsseler Weltausstellung 1958 den Grand Prix.

Klassikko

FIN

2001

Kari Väänänen

Martti Suosalo, Janne Hyytiäinen, Matti Onnismaa

Von den Kritikern gelobt aber vom Publikum verschmäht, empfiehlt der Verleger des Schriftstellers Kari Hotakainen, er solle doch ein enthüllendes Tagebuch über seine frühen Schaffensjahre schreiben. Verzweifelt auf der Suche nach Inspiration gelangt er in die letzte Bastion der wahren Männer: die Welt der schnellen Autos, hier repräsentiert durch das Modell Alfa Romeo 75 Twin Spark. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Schriftsteller, einem Gebrauchtwagenhändler und einem arbeitslosen Schläger über ein Auto dieses Typs eskaliert zu einer live im Fernsehen übertragenen Verfolgungsjagd mit der Polizei. Über seinen mit skurrilem Humor, slapstickartigen Stummfilm-Nummern und einer überraschenden Tonspur versehenen zweiten Kinofilm meint der finnische Regisseur Kari Väänänen: „Es geht um einen Mann, ein Auto und um grenzenlose Wut. Das ist alles, was man benötigt, damit sich die Leichen stapeln.“

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão

BRA/DEU

2019

Karim Aïnouz

Carol Duarte, Julia Stockler, Gergorio Duvivier, Bárbara Santos

Rio de Janeiro, 1950. Die unzertrennlichen Schwestern Eurídice und Guida sind voller Träume: Eurídice will Konzertpianistin werden, Guida träumt von Liebe und Freiheit. Doch die Enge ihres konservativen Elternhauses und die traditionellen Vorstellungen ihres Vaters Manoel lassen keinen Platz für solche Sehnsüchte. Gute Ehefrauen und Mütter – einen anderen Weg kann sich Manoel nicht vorstellen für seine Töchter. Doch Guida will sich nicht fügen und reist mit dem Seemann Yorgos heimlich nach Griechenland. Als sie Monate später zurückkehrt, verlassen und schwanger, weist ihr Manoel die Tür und verhindert den Kontakt zur Schwester – Guida und Eurídice leben jahrelang in Rio, ohne voneinander zu wissen.
Der Film basiert auf dem Roman „Die vielen Talente der Schwestern Gusmão“ von Martha Batalha: „ein unwiderstehliches, traumhaft schönes Melodram, verführerisch und bitter, zärtlich und rau.“ (Hollywood Reporter)
Hauptpreis der Sektion „Un Certain Regard“ des Filmfestivals von Cannes!
Karim Aïnouz wuchs als Sohn brasilianisch-algerischer Eltern im brasilianischen Fortaleza auf. Nach seinem Architekturstudium und Arbeit als Stadtplaner drehte er Kurz- und Experimentalfilme, Essays und Dokumentationen, seit 2002 ist er im Spielfilmbereich tätig. Seine Filme (unter anderem PRAIA DO FUTURO, 2014, ZENTRALFLUGHAFEN THF, 2018) laufen weltweit auf Festivals, unter anderem auf der Berlinale. Aïnouz lebt in Berlin.

Madame Sata

Brasilien

2002

Karim Aïnouz

Gero Camilo, Lazaro Ramos, Floriano Peixoto

1932 im Künstlerviertel Rio de Janeiros, Lapa. Auf der Bühne des Kabaretts „LUX“ steht Vitoria dos Anjos, eine gefeierte Sängerin, und singt Josephine Bakers berühmten Chanson „Nuit d´Alger“. Hinter der Bühne, fasziniert, ihr Diener Joao Francisco. Er himmelt sie an. So wie sie, will er eines Tages auf der Bühne stehen und das Publikum für sich gewinnen. Er trägt heimlich ihr Kleider, spielt mit ihrem kostbaren Schmuck und ahmt ihr europäisches Auftreten nach. Doch Vitoria dos Anjos sieht in ihm nichts weiter als einen ganz persönlichen Sklaven, der ihre Garderobe in Ordnung hält und ihr ständig zu Diensten ist. Schließlich taucht Joao Francisco ab in die Unterwelt der zwielichtigen Gestalten, der Prostituierten und Gauner. Hier fällt er auf, ist seine Erscheinung, angesehen und gefürchtet. Und hier schafft er den Aufstieg: Mit der Figur der Madame Sata, eine Hommage an Cecil B. DeMilles´ Film „Madame Satan“, wird er zum Kabarett-Star. Kraftvoll und verletzlich. Gefeiert und gehasst. Umschwärmter Sänger. Hingebungsvoller Vater. Zügelloser Verbrecher. Leidenschaftlicher Liebhaber.

Praia do Futuro

BRA/DEU

2013

Karim Aïnouz

Clemens Schick, Wagner Moura

Zum Bundesstart zeigen wir dieses introspektive Queer-Drama um drei Männer zwischen Brasilien und Berlin, Mut und Angst, Aufbruch und Schiffbruch: Donato ist im Meer zuhause, das Wasser sein Element – und eines Tages gibt es seinem Leben auch eine neue Richtung. Er rettet den deutschen Touristen Konrad vor dem Ertrinken. Die beiden Männer kommen sich näher, die starke körperliche Anziehung schlägt schnell in tiefe Gefühle um. Donato folgt Konrad nach Berlin, wo er sich neu erfinden kann. Jahre später wird Donato unerwartet mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Wütend steht sein jüngerer Bruder Ayrton vor der Tür und will wissen, warum Donato ihn, ohne ein Wort zu sagen, verlassen hat. Im elliptischen, narrativ stark reduzierten Ansatz und mit reifem formalem Gestaltungswillen schafft die Kameraführung Körper und Landschaften von lyrischer Schönheit.
Wettbewerbsbeitrag der Berlinale 2014.

Megalomaniac

BEL

2022

Karim Ouelhaj

Éline Schumacher, Wim Willaert, Benjamin Ramon

Der berüchtigte „Schlächter von Mons“ ist ihr Vater: Er hatte die Mütter von Felix und Martha vergewaltigt, geschwängert, nach der Geburt entsorgt. Jetzt leben die erwachsenen Geschwister nach wie vor im Haus des Killers, geprägt von den Schrecken der Vergangenheit und dem Vermächtnis des Vaters. Felix bringt von nächtlichen Streifzügen seine halbtoten Opfer nach Hause; Martha ist Putzkraft in einer Fabrik. Doch als dort Spott und Erniedrigung durch Arbeitskollegen eskalieren, brechen auch ihre mörderischen Instinkte aus. In seiner fiktiven Erweiterung eines realen, nie aufgeklärten Serienkiller-Falles zeigt Karim Ouelhaj eine Welt des Bösen, erschafft mit kraftvoll-wuchtigen Bildern eine düster-grauenhafte Stimmung. Nichts für Zartbesaitete!

Berlin East Side Gallery

DEU

2014

Karin Kaper & Dirk Szuszies

Das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer gilt als größte Open Air Galerie der Welt und zieht seit ihrer Eröffnung 1990 Millionen Besucher aus aller Welt an. Karin Kaper und Dirk Szuszies haben viele Künstler und alle an der Restaurierung und Sanierung im Jahr 2009 Beteiligten als einziges Filmteam der Welt von damals bis heute begleitet. Schöne, schrille, lustige und interessante und, wie die Berliner sagen, „abjehangene“ Doku über die East Side Gallery und ihre Künstler, die die Geschichte ebenso im Blick hat wie aktuelle Diskussionen.

Aber das Leben geht weiter

DEU

2011

Karin Kaper, Dirk Szuszies

Flucht. Vertreibung. Neubeginn. Diese Themen haben drei polnische und drei deutsche Frauen 25 Kilometer östlich von Görlitz durchlebt. Die Mutter der Regisseurin, die mit dieser Doku ihre eigene Geschichte aufarbeitet, berichtet von den Ereignissen 1945, als die Rote Armee kam und das damalige Niederlinde Polen zugesprochen wurde. Edwarda Zukowscy erzählt, wie sie 1940 als 16-Jährige mit ihrem ganzen Dorf nach Sibirien deportiert wurde. Sechs Frauen sprechen über ihr Schicksal und wagen ihre ganz eigene geschichtliche Annäherung. Ein ruhiger und bewegender Film über den Verlust der Heimat.
In Kooperation mit dem Stadtarchiv, mit Einführung

Wir sind die Juden von Breslau

DEU

2016

Karin Kaper, Dirk Szuszies

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, bauten sie sich in den USA, England, Frankreich und auch in Deutschland ein neues Leben auf. 14 Zeitzeugen erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau, sondern schildern auch ihre späteren Erfahrungen vom Neuanfang, von der Gründung des Staates Israel bis zum Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Breslau.
Nach der Vorführung am 11.4. Diskussion mit der Regisseurin Karin Kaper.
In Kooperation mit: Deutsch-Polnische Gesellschaft Mannheim- Ludwigshafen e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar e.V. und Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V.

Das Versprechen – Erste Liebe lebenslänglich

DEU

2016

Karin Steinberger, Marcus Vetter

30. März 1985: In Lynchburg, Virginia, werden Derek und Nancy Haysom brutal ermordet. Schnell fällt der Verdacht auf die Tochter Elisabeth – und auf ihren Freund, den deutschen Diplomatensohn Jens Söring. Die beiden fliehen durch die Welt, halten sich mit Scheckbetrug über Wasser, werden in London verhaftet. Ein jahrelanger Prozess beginnt. Sie wird zu 90 Jahren, er zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Dokumentarfilmer Marcus Vetter und Karin Steinberger, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, entfalten von Tatortfotos über gerichtliche Videoaufzeichnungen bis zu Interviews das ganze Geschehen: Eine Geschichte von Liebe und Tod und von seinem Versprechen, sie vor der Todesstrafe zu bewahren. Hat er deshalb damals gestanden? Und warum sitzt er noch heute im Gefängnis, da es eine Unzahl von Indizien gibt, die gegen seine Tatbeteiligung sprechen? Spannend wie ein Krimi – aber nur allzu real.

Die Mumie

USA

1932

Karl Freund

Boris Karloff, Zita Johann, David Manners

Die „Mutter aller Mumienfilme“, die das Genre begründete und auch heute noch überzeugt: Aus Versehen haben Archäologen die Mumie des fluchbeladenen altägyptischen Priesters Imhotep wiedererweckt. In Gestalt des mysteriösen Ägypters Ardath Bey versucht Imhotep daraufhin, eine junge Frau zu entführen, die er für die Reinkarnation seiner Geliebten, einer 3700 Jahre alten Pharaonentochter hält. Karl Freund, einer der großen Kameramänner des deutschen Expressionismus, blieb auch als Regisseur seinem Stil treu und setzte einen Markstein des frühen Horror-Kinos. Mit einer Einführung von Dr. Peter Bär. Auch als Doppelprogramm mit Die Mumie (1999) zum Sonderpreis

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