Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber

RUS

2021

Kirill Serebrennikov

Semyon Serzin, Chulpan Khamatova, Yuri Kolokonlnikov, Alexander Ilin

Petrov, fiebrig schwitzend, wird aus einem übervollen Straßenbahnwaggon für die Erschießung von Rebellen rekrutiert, erhält eine Mitfahrgelegenheit im Leichenwagen und imaginiert sich in seine Kindheit zurück, während seine Frau, Bibliothekarin, in Gewaltfantasien schwelgt und an Weihnachten die Schneefee kurz vor dem Zusammenbruch steht. Kirill Serebrennikov, einer der profiliertesten russischen Künstler und seit Kurzem im Berliner Exil lebend, schuf mit diesem halluzinativ-delirierenden Film ein faszinierendes, vielschichtiges, visuell eindrückliches Werk: der Postsozialismus als künstliche Welt, in der Imagination die Realität überlappt und die Welt zum Fiebertraum wird – atemlos durch die russische Nacht. „Ein dunkles, wunderbar seltsames Ungeheuer von einem Film, ein schwarzhumoriges Labyrinth der Absurditäten.“ (Süddeutsche Zeitung)

Leto

RUS/FR

2018

Kirill Serebrennikow

Roma Zver, Irina Starshenbaum, Teo Yoo

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Die Underground-Rockszene brodelt. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation … Nach der wahren Geschichte der russischen Rockband Kino erzählt Kirill Serebrennikow – der in Russland unter Hausarrest steht – von einer freiheitsliebenden Generation kurz vor der Perestroika, als Musiker staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock’n’Rolls in der Sowjetunion veränderten.
In Cannes für den besten Soundtrack ausgezeichnet.

Sonja

DEU

2006

Kirsi Marie Liimatainen

Sabrina Kruschwitz, Julia Kaufmann, Nadja Engel

Inspiriert von ihrer eigenen Jugend im finnischen Tampere erzählt die Filmemacherin eine Geschichte aus der Pubertät, einer Zeit, in der alles sehr zerbrechlich, einmalig und verletzbar ist. In ihrem Freundeskreis spricht die 16jährige Sonja erfahren über Sex, aber ihrer besten Freundin Julia erzählt sie, dass sie noch nie mit einem Jungen geschlafen hat -– nicht mal mit ihrem Freund Anton. Stattdessen bemerkt Sonja ihre neuen Gefühle für Julia, die sie jedoch unterdrückt. Nachdem sie ein Wochenende bei ihrem Vater an der Ostsee verbracht hat, ist nichts mehr so wie es war… „Der Ursprung für diese Geschichte liegt in meiner eigenen Jugendzeit in einer kleinen Stadt in Finnland, in Tampere. Unsere Umgebung bestand aus grauen Plattenbauten, aber wir waren 16, und unsere Seelen und unsere Herzen waren voll von glücklichen Farben, Hoffnung, Neugier und unruhigen Träumen … wie die dünnen, sich bewegenden Schwingen des Schmetterlings”, sagt Kirsi Marie Liimatainen über ihr Spielfilmdebüt. SONJA lieg mit Erfolg beim Verzaubert Film Festival und bei den Lesbisch-Schwulen Filmtagen, unter anderem in Hamburg.

Das Stumme Spiel Des Windes

CHE/HKG

2009

Kit Hung

Yulai Lu, Bernhard Bulling, Wong Siu Ying

Zwei versprengte Seelen in Hong Kong – Ricky, ein Immigrant vom chinesischen Festland, arbeitet als Kellner in einem Restaurant und wohnt bei seiner Tante Wella, einer Prostituierten. Der Schweizer Pascal lebt in den Tag hinein, hält sich mit Taschendiebstahl und Betrügereien über Wasser und lässt sich von seinem Freund aushalten. Als Ricky und Pascal aufeinandertreffen, ist es die große Liebe – eine traumverlorene Zeit aus Berührungen, kleinen Gesten, tiefem Vertrauen… Sie ziehen zusammen und bauen sich eine kleine heile Welt inmitten des postkolonialen Molochs. Gerade als die Beziehung der beiden harmonischer wird, kommt Pascal bei einem Unfall ums Leben. Ricky trägt seine Trauer in die Schweiz und sucht nach Spuren von Pascal. In einem Secondhand-Laden trifft er Ueli, der Pascal zwar verblüffend ähnlich sieht, sich aber ansonsten sehr von ihm unterscheidet.

Als Mensch Zugelassen

Japan

1998

Kiyoshi Kurosawa

Hidetoshi Nishijma, Koij Yakusho, Shun Sugata

Nach zehn Jahren im Koma erwacht ein junger Mann im Krankenhausbett, doch niemand scheint sich für ihn zu interessieren. Yutakas Familie ist auseinandergebrochen und so kommt er bei einem Freund seines Vaters unter. Er gründet eine Ponyfarm, spürt seine Verwandten auf und versucht seine Familie wieder zusammenzuführen. ALS MENSCH ZUGELASSEN ist eine beinahe abstrakte Meditation über das Verstreichen von Zeit. Ein ganzes Menschenleben komprimiert Yutaka in ein knappes Jahr. Mit lakonischem Humor beschreibt Kurosawa die Illusion von einer Familie, die es nicht mehr gibt, von der zu träumen aber nach wie vor Sinn macht. In bedächtigem Tempo, mit sparsamen Dialogen erzählt und in sorgsam ausgewählten Farben und Bildern inszeniert, mit ironischen Musikeinlagen unterlegt, gelingt es dem Film, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und mit den Figuren, den Familienmitgliedern und ihrer ungewöhnlichen Situation mitfühlen zu lassen.

To The Ends of the Earth

UZB/JAP/QAT

2019

Kiyoshi Kurosawa

Atsuko Maeda, Shôta Sometani, Tokio Emoto, Ryô Kase, Adiz Rajabov

Der Fisch will nicht ins Netz, auf dem Rummelplatz wird ihr speiübel – doch Yoko muss vor der Kamera gute Miene machen: Als Starmoderatorin dreht sie mit ihrem Filmteam für ein Reisemagazin Berichte entlang der Seidenstraße in Usbekistan. Doch mit ihrer Abenteuerlust ist es nicht gut bestellt, ebensowenig mit ihrer Neugier auf Land und Leute, der ihre Zurückhaltung im Weg steht. Sie ist mit den Gedanken bei ihrem Freund, bei ihrem Traum, Sängerin zu werden – und alles geht schief bei ihren Reportagen. Und doch – oder gerade deswegen – wird ihre Reise durch die fremde Kultur zu einem Initiationsweg.
Kiyoshi Kurosawa – bekannt für Genrearbeiten im Thriller-, Horror- und Fantasybereich – drehte in Usbekistan „ein tief persönliches Projekt, das durch seine souveräne Erzähllinie und eine schwerelose Inszenierung besticht.“ (Filmbulletin) Mit dem japanischen Superstar Atsuko Maeda in der Hauptrolle inszeniert er einen charmant-lässigen Selbstfindungstrip, der das Publikum mit auf die Reise nimmt, ein „Lost in Translation“ in Usbekistan.

Anton Corbijn - Inside Out

NDL

2012

Klaartje Quirijns

Inside Out ist ein intimes Porträt des weltbekannten Star-Fotografen und Filmemachers, der in seiner Arbeit die Liebe zu Fotografie und Musik verbindet. Mit Schwarzweiß-Fotografi en und Musikvideos von Größen wie Joy Division, Johnny Cash, Depeche Mode, R.E.M, The Rolling Stones, U2 oder Nirvana sowie namhaften Schauspielern und Regisseuren wurde Corbijn berühmt. In seinem fulminanten Spielfilmdebüt CONTROL, den wir auch zeigen, erzählte er die Geschichte des legendären Joy Division-Sängers Ian Curtis. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen und Preise auf Filmfestivals weltweit. Das virtuelle Filmkonzept versteht es, die Schönheit der Arbeiten Corbijns zu spiegeln. Außerdem ist es gelungen, einige sehr private Einblicke in das Leben des introvertierten Virtuosen zu geben. (ohne Altersbeschränkung)

Anton Corbijn Inside Out

NLD

2012

Klaartje Quirijns

Seit drei Jahrzehnten bestimmt Anton Corbijn unsere Sicht auf die Popkultur. Die Fotografien des Niederländers zieren CD-Cover, seine Musikvideos werden im Fernsehen gespielt, die Filme sind Kassenschlager. Fast die gesamte Prominenz der Rock- und Popszene stand schon vor seiner Kamera; von Tom Waits über die Rolling Stones bis U2. „Wenig Sex, viel Tod“, so fasst der Fotograf und Regisseur seine Arbeit selbst zusammen. Klaartje Quirijns Dokumentarfilm über den ewig Publikumsscheuen gibt mittels Interviews mit Bono oder George Clooney Einblicke in Corbijns Berufs- und Privatleben.
Einführung: Stephanie Regenbrecht, M.A.

Reinas – Die Königinnen

CHE/PER/ESP

2023

Klaudia Reynicke

Abril Gjurinovic, Luana Vega, Gonzalo Molina, Jimena Lindo, SusiI Sánchez

Lima im Sommer 1992: die Ereignisse überschlagen sich zwischen galoppierender Inflation und Terrorakten des „Leuchtenden Pfads“. Inmitten des sozialen und politischen Chaos bereiten sich Lucia und Aurora zusammen mit ihrer Mutter Elena auf die Abreise aus Peru in die USA vor. Mit widersprüchlichen Gefühlen blicken die drei ihrem Abschied entgegen – von ihrem Land, von Familie und Freund*innen und von Carlos, Vater und Ex-Ehemann. Der, ein charmanter Luftikus, hat sich schon lange kaum mehr blicken lassen. Nun, als das Reisedatum näher rückt, versucht er, sich seinen Töchtern wieder anzunähern…

Regisseurin Klaudia Reynicke verließ selbst im Alter von zehn Jahren mit einem Teil ihrer Familie Peru. Ihr Film zeichnet das vielschichtige Bild einer Familie und eines Landes. Auf der Berlinale mit dem Großen Preis der Internationalen Jury in der Sektion Kplus ausgezeichnet.

 

Die schweizerisch-peruanische Drehbuchautorin und Regisseurin Klaudia Reynicke ist zwischen Peru, der Schweiz und den USA aufgewachsen. Ihre Spielfilme IL NIDO (2016) und LOVE ME TENDER (2019) liefen beide in Locarno und weiteren renommierten Festivals, ihr dritter Film REINAS wurde in Sundance uraufgeführt, auf der Berlinale ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.

Die Aufrechte: Anette Langendorf - eine Mannheimer Antifaschistin

DEU

2021

Klaus Dollmann, Chris Hölzing, Annette Lennartz, Fritz Reidenbach.

Anette Langendorf (1894-1969) ist ein wichtiges Beispiel in dunkler Zeit: Als Antifaschistin leistete sie im „Dritten Reich“ aktiv Widerstand.
1921 kam sie mit ihrer Familie nach Friedrichsfeld, engagierte sich für kommunale und soziale Belange. 1929 wurde sie für die KPD in den badischen Landtag gewählt, ab 1930 gehörte sie dem Mannheimer Gemeinderat an. Sie trat den Nazis konsequent entgegen, wurde aktiver Teil des Mannheimer Widerstands. Ihr Mann wurde 1942 mit weiteren Widerständlern ermordet, sie überlebte das KZ Ravensbrück. Nach dem Krieg gehörte sie der verfassungsgebenden Versammlung von Baden-Württemberg an, wurde Landtagsabgeordnete für die KPD und Mitglied des Mannheimer Gemeinderats, und sie war 1947 Mitbegründerin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Der Dokumentarfilm erinnert an eine mutige Kämpferin für das Recht und die Menschlichkeit und an ihr Wirken im Mannheim der Nachkriegszeit.
Die Uraufführung des Films erfolgt in Kooperation mit der VVN-BdA Kreisvereinigung Mannheim.
Mit Einführung und anschließender Diskussion mit den Filmemacher*innen.
Freier Eintritt! Buchen Sie bitte über den Ticketlink ihre kostenlose Eintrittskarte (betrifft beide Vorstellungen).

Die Aufrechte: Anette Langendorf – eine Mannheimer Antifaschistin

DEU

2021

Klaus Dollmann, Chris Hölzing, Annette Lennartz, Fritz Reidenbach.

Nach den beiden ausverkauften Premieren-Vorstellungen im Januar bieten die beiden Zusatzvorführungen am 16. März erneut die Möglichkeit, eine engagierte Mannheimer Politikerin filmisch zu entdecken:
Anette Langendorf (1894-1969) ist ein wichtiges Beispiel in dunkler Zeit: Als Antifaschistin leistete sie im „Dritten Reich“ aktiv Widerstand.
1921 kam sie mit ihrer Familie nach Friedrichsfeld, engagierte sich für kommunale und soziale Belange. 1929 wurde sie für die KPD in den badischen Landtag gewählt, ab 1930 gehörte sie dem Mannheimer Gemeinderat an. Sie trat den Nazis konsequent entgegen, wurde aktiver Teil des Mannheimer Widerstands. Ihr Mann wurde 1942 mit weiteren Widerständlern ermordet, sie überlebte das KZ Ravensbrück. Nach dem Krieg gehörte sie der verfassungsgebenden Versammlung von Baden-Württemberg an, wurde Landtagsabgeordnete für die KPD und Mitglied des Mannheimer Gemeinderats, und sie war 1947 Mitbegründerin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Der Dokumentarfilm erinnert an eine mutige Kämpferin für das Recht und die Menschlichkeit und an ihr Wirken im Mannheim der Nachkriegszeit.
In Kooperation mit der VVN-BdA Kreisvereinigung Mannheim.
Mit Einführung und anschließender Diskussion mit den Filmemacher*innen.
Eintrittspreis: 5,00 Euro

Das trojanische Pferd - Der Stuttgart 21-Film

DEU

2021

Klaus Gietinger

Ein Abend mit Regisseur Klaus Gietinger und mit musikalischer Begleitung von Bernd Köhler und Laurent Leroi:
DAS TROJANISCHE PFERD schildert die Entstehung des Projekts Stuttgart 21 als reines Immobilen- und Tunnelbauprojekt, als Zerstörung eines gut funktionierenden Bahnhofs von Anfang an. Neben der Chronologie des Projektes ab 1994 schildert der Film auch den Widerstand der Stuttgarter Bevölkerung bis zum heutigen Tag. Und er zeigt, dass Stuttgart 21 längst noch nicht gelaufen ist. Es wird immer deutlicher: Die Kritikerinnen und Kritiker hatten in allem Recht. Der Bahnhof ist viel zu klein, brandgefährlich, klimaschädlich, völlig untauglich für den Deutschlandtakt und führt zu mehr Autoverkehr. Der renommierte Filmemacher Klaus Gietinger (DAHEIM STERBEN DIE LEUT’, 1984) blickt in seinem Filmschaffen immer wieder kritisch auf zeitgeschichtliche und aktuelle Missstände; in seinem neuesten Film zeigt er deutlich den S21-Fahrplan auf, der absehbar ins Desaster führt.
In Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!“
In Anwesenheit des Regisseurs Klaus Gietinger und mit Musik von Bernd Köhler (Gesang, Git) und Laurent Leroi (Akkordeon) von der Gruppe ewo2

Kinski Paganini

Italien / Frankreich

1989

Klaus Kinski

Klaus Kinski, Debora Kinski, Nicolai Kinski

KINSKI PAGANINI ist vor allem Kinski pur, gerade das macht den Film so schwer zugänglich und zugleich so beachtlich in seiner Maßlosigkeit. Minutenlang ist ein Mann auf einer Bühne zu sehen, der kaum zu stehen vermag, dessen verlebtes Gesicht durch unzählige Kerzen beleuchtet wird und der irren Blickes in die Menge schaut. Das Publikum besteht fast ausschließlich aus jungen Frauen, die ihn bewundern und vor Entzücken schreien. Das Konzert, das Paganini 1834 als schwer kranker Mann gab, dient als Aufhänger, Rahmen und wiederkehrendes Motiv im Film, als deutlichste Manifestation einer Hysterie, die Paganini einst beim einfachen Volk wie auch beim Adel entfacht hatte. Die Parallelen zwischen seinem und Paganinis Leben schienen Kinski derart frappierend, daß er gelegentlich von Reinkarnation sprach. In dem gefeierten, genialischen, animalischen, von den Frauen heiß begehrten und von den Institutionen verdammten Künstler Paganini fand Kinski sein vollkommenes alter ego. Klaus Kinski, der seine einzige Regiearbeit lange Jahre vergeblich zu realisieren versuchte, spielt und inszeniert die Figur mit maßloser Expressivität und Exaltiertheit.

Oliver Uschmann liest aus: Überleben beim Fußball Anschließend Filmvorführung: Wir die Wand

DEU

2013

Klaus Martens

An diesem Abend dreht sich alles um Fußball – volle Aufmerksamkeit für die schönste Nebensache der Welt! Oliver Uschmann liest rund 90 Minuten aus seinem Buch »Überleben beim Fußball – Expeditionen am Ball«. Anschließend zeigen wir die Dokumentation wir die wand. Uschmann hat ein Buch geschrieben, das der Menschheit mittels humoristischer Überspitzung wirklich mal erklärt, was ein »Sechser« oder ein »Neuner« ist, was es bedeutet, »gegen den Ball« zu spielen, wo die Schiedsrichter wirklich ausgebildet werden, warum Portugal stets überschätzt wird und wieso man manchen »Krimi« heute nur noch so anschauen kann, dass man anderen Männern beim Anschauen zusieht. Fakt ist: Oliver Uschmann ist ein Fußball-Nerd. Ein Besessener. Und der Abend ein Muss.
In "Wir die Wand" kommen 25.000 Menschen – das entspricht der Einwohnerzahl einer Stadt wie Olpe – auf einer einzigen Tribüne zusammen. Für einen Fußballnachmittag werden sie zu einem geschlossenen und zugleich zerbrechlichen sozialen Gefüge. Eine Gemeinschaft, die sich nach dem Abpfiff auflöst, um sich 14 Tage später wieder für ein paar Stunden neu zu bilden. wdr-Autor Klaus Martens und sein Team haben elf BVB-Fans begleitet: Von dem Zeitpunkt, zu dem sie ihren Platz in der »gelben Wand« einnehmen bis kurz nach dem Schlusspfiff. Entstanden sind filmische Impressionen mit einer ungewöhnlichen Dichte zum Geschehen und der Dramatik auf der Tribüne, wie sie bisher noch nie in einem Fußballstadion gedreht wurden. In Kooperation mit Maifeld Derby.
Eintritt 10 €, Kartenreservierung per E-mail: hauke@karakter-live.com

Die treibende Kraft – Leben und Werk der Künstlerin Angelika Nain

DEU

2025

Klaus Peter Karger

Dokumentarfilm

Angelika Nain ist eine von mehr als 50 000 Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland. Seit fast 30 Jahren versucht sie vom Kunstschaffen zu leben. In mehr als 50 Einzel- und Gruppenausstellungen waren seitdem ihre Werke zu sehen – Malerei, Objekte und Druckgrafik, die ihre Lebenserfahrungen etwa in der Flüchtlingshilfe spiegeln. Ihre Einkommenssituation war jedoch immer prekär und geprägt durch Nebentätigkeiten. Nain steht damit exemplarisch für die Mehrzahl der Bildenden Künstlerinnen und Künstler in Deutschland. Es gibt diese treibende Kraft, die sie nie aufgeben lässt. Trotzdem bleibt die Frage: Was ist uns Kunst wert? „Empathisches Porträt über eine beeindruckende Persönlichkeit und Künstlerin.“ (kino-zeit.de) – „Als Porträt und sozialer Appell unbedingt sehenswert.“ (Badische Zeitung)

Klänge des Verschweigens

DEU

2012

Klaus Stanjek

Dokumentarfilm

Als Filmemacher Klaus Stanjek die Wahrheit über seinen Lieblingsonkel Willi erfährt, bricht die Familienfassade jäh zusammen: Denn Willi Heckmann, Jahrgang 1897, war nicht nur Alleinunterhalter und lyrischer Tenor – sondern auch schwul und wegen seiner sexuellen Orientierung acht Jahre im KZ interniert. Ein streng gehütetes Familiengeheimnis. Aus dem Nebel der Erinnerung entwickelt sich eine ergreifende Spurensuche über die Verfolgung und Ächtung Homosexueller in Nazi-Deutschland und in der Nachkriegszeit. In seinem detektivischen Dokumentarfilmprojekt macht Stanjek die Dynamiken des Verdrehens und Verdrängens der Wahrheit in deutschen Familien sichtbar.

Versicherungsvertreter

DEU

2011

Klaus Stern

"Wer seine Grenzen nicht kennt, hat auch keine"… VERSICHERUNGSVERTRETER erzählt die Geschichte des Mehmet Göker, 32, absoluter Herrscher über ein sektenähnliches Versicherungsimperium und zeigt Aufstieg und tiefen Fall des türkischstämmigen Jungunternehmers aus Kassel. Eine Parabel von Gier und Größenwahn. Aber auch ein erhellender Einblick in das Geschäftsgebaren privater Krankenversicherungen.

Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp

DEU

2024

Klaus Stern

Palantir Technologies – Hauptprodukt: Gotham, eine höchst erfolgreiche und höchst umstrittene Datenanalyse-Software. Die Firma ist so verschwiegen wie mysteriös, ihre Gotham-Software wird von Geheimdiensten, Militär, Polizei – dies auch in Deutschland – genutzt, um Informationen zu sammeln. Oder um gezielte Tötungen vorzunehmen. CIA und NSA haben Palantir großgemacht, Bin Laden soll mit ihrer Hilfe zur Strecke gebracht worden sein. Unternehmenschef Alex Karp sieht sich als Neo-Marxist – gegründet hat er Palantir allerdings zusammen mit dem rechtsreaktionären Libertären Peter Thiel. WATCHING YOU ist eine investigative Annäherung an die größte kommerzielle Überwachungsfirma der Welt und an ihren CEO, der stolz darauf ist, dass seine Eltern Hippies waren. Und der sich immer dann zu entziehen scheint, wenn zu viele Blicke auf ihn gerichtet sind.
Nach der Vorführung am Mi. 03.07. findet eine Filmdiskussion mit Sébastian Elbracht vom Chaos Computer Club Mannheim e.V. statt, auch in Hinblick auf die (mutmaßlich rechtswidrigen) Pläne der bayrischen Polizei, die umstrittene Überwachungssoftware Palantir einzusetzen.
 

Weltmarktführer – Die Geschichte Des Tan Siekmann

DEU

2004

Klaus Stern.

Im Jahr 2000 galt Tan Siekmann, heute 37, als das deutsche Modell von Bill Gates und wurde von Medien und Politikern gleichermaßen hofiert. Bei ca. 8 Mio Euro Umsatz war seine Firma Biodata im Jahr 2000, auf dem Papier, 2 Mio Euro wert! Sie galt als Marktführer beim Thema Netzwerksicherheit. Internationale Fernsehsender rissen sich um Interviews, Politiker wie Roland Koch ließen sich gerne mit dem Börsenwunderkind ablichten. Im November 2001 platzte die Seifenblase, Biodata mußte Konkurs anmelden. Ein Jahr lang hat Regisseur Klaus Stern das Börsenwunderkind von einst, Tan Siekmann, begleitet, dessen Karriereverlauf exemplarisch für den Zusammenbruch des Neuen Marktes in Deutschland steht. „Das erste deutsche 90-Minuten-Werk über das Ende der Jugendbewegung, die New Economy hieß.“ (Spiegel Nr. 34/2004)

Die Vogelpredigt

CHE

2004

Klemens Klopfenstein

Polo Hofer, Max Rüdlinger, Sabine Timoteo

Zwei ältere Schauspieler aus Bern, ein komisch-tragisches Paar, suchen ihren ehemaligen Regisseur auf, um ihn von einer neuen Filmidee zu überzeugen: ein feuriges, farbiges Werk mit schönen Frauen in Afrika. Nach Irrfahrten und Pannen im nächtlichen winterlichen Appenin, wo sich die beiden in Teile eines erotischen Films und eines philosophischen Klosterfilms verirren, gelangen sie erschöpft zu Fuss zum Regisseur. Dieser hat sich ins steinige und melancholische Umbrien zurückgezogen und beschäftigt sich mehr mit Askese, Konsumverzicht und dem Untergang. Er hält nichts von Mainstream und kann die beiden überzeugen, einen franziskanischen Film namens „Die Vogelpredigt“ zu drehen. In Mönchskleidern werden sie zu den Proben in die sibillinischen Wälder geführt, dort aber schnappt die Falle zu: der Regisseur verschwindet und die beiden verirren sich. (also von Gesetzes wegen ab 18)

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