Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Man For A Day

DEU

2012

Katarina Peters

Zehn Frauen besuchen einen Workshop in Berlin und verwandeln sich unter Diane Torrs – Performance Künstlerin und "Drag King Pionierin" – erfahrener Anleitung in den Mann ihrer Wahl. Sie entwickeln eine männliche Biographie, erlernen männliche Körpersprache und erleben die Welt aus der Sicht des Mannes. Ob jung oder alt, ob allein erziehende Mutter, ambitionierte Freiberuflerin oder Hausfrau, ob Deutsche oder Türkin, jede einzelne von ihnen hat verblüffende Gründe, einmal ein Mann sein zu wollen. Wie wird sich diese Erfahrung auf ihre alltäglichen Beziehungen auswirken? Ist es vielleicht sogar möglich, mit den neu erlernten Techniken die "Glasdecke" zu durchbrechen, die sie vom Erreichen ihrer Ziele abhält? In Kooperation mit PLUS e.V. (Rahmenprogramm Christopher Street Day) (also ab 18)

Southern Comfort

USA

2000

Kate Davis

Robert wurde als Mädchen geboren. Lola als Junge. Robert lebt als Cowboy irgendwo in Georgia. Er ist freundlich und umgänglich, mit der Pfeife in der Hand und dem kräftigen Vollbart ist er ein ganzer Kerl und stolz darauf. Er hat sich so nahtlos in das Gemeindeleben eingefügt, daß sogar die örtliche Vertretung des Ku-Klux-Klan ihn aufgefordert hatte, Mitglied zu werden. Als jedoch Krebsgeschwüre an Roberts Eierstöcken diagnostiziert werden, ist er einer feindseligen Umgebung ausgesetzt. Zwanzig Ärzte verweigern ihm die Behandlung des Karzinoms, da sie um ihren guten Ruf fürchten. Der Film begleitet Robert in seinem letzten Lebensjahr und setzt ein, als er Lola kennenlernt, mit der ihn schon bald eine tiefe Liebe verbindet. Kurz vor seinem Tod kann er sich noch einen Traum erfüllen und an der Southern-Comfort-Konferenz in Atlanta teilnehmen, dem wichtigsten Transgender-Forum Nordamerikas.

Stop-Zemlia

UKR

2021

Kateryna Gornosta

Maria Fedorchenko, Arsenii Markov, Yana Isaienko, Oleksandr Ivanov

Das vorletzte Schuljahr für Masha, Yana und Senia in einer Schule in Kiew. Die 16-jährige Masha ist verliebt in den unnahbaren Klassenkameraden Sasha, der sie mit seinem passiven Verhalten herausfordert – Gefühle, die Masha aus ihrer Komfortzone herausdrängen.
Der authentische, sensible Coming of Age-Film zeichnet in einzigartig atmosphärischen Bildern und mit einem fantastischen Soundtrack das klischeefreie Bild einer ukrainischen Jugend, die sich selbst finden muss. Gläserner Bär auf der Berlinale 2021 für den besten Film in der Sektion „Generation 14plus“.
Preview vor dem Kinostart!
Eintritt frei bei Vorlage eines ukrainischen Passes
Kurze Einführung auf Englisch: Jost Henze

Science Of Horror - Wenn Die Kettensäge zum Penis wird

DEU

2008

Katharina Klewinghaus

Sind Horrorfilme pornografisch und frauenfeindlich? Tja, der Plot wird nicht selten darauf reduziert, dass dürftig bekleidete Frauen kreischend von einem monströsen Killer zur Strecke gebracht werden. Weibliche Angst, männlicher Triumph: Glaubt man den Zahlen, ergötzt sich daran allen voran das starke Geschlecht. Die Dokumentation von Katharina Klewinghaus geht der Sache aus feministischer Perspektive auf den Grund. Zu Wort kommen legendäre Figuren des Genres wie Wes Craven oder John Carpenter.

Absolute Wilson

DEU/USA

2006

Katharina Otto-Bernstein

Seine Bühnenproduktionen gelten als revolutionär, doch die Person hinter den Kulissen ist bis heute ein Rätsel geblieben: Robert Wilson. Der Visionär schuf so grandiose Theaterinszenierungen wie „Black Rider“, „Einstein on the Beach“ und „Deafman Glance“ und engagierte sich für Lernbehinderte. Wilson offenbart erstmalig vor der Kamera auch Persönliches – er berichtet von seiner Lernschwäche, seiner Kindheit in der strengen und rassistischen Welt des amerikanischen Südens, dem schließlichen coming out in New Yorks Künstlerwelt und von den Hürden, die er im Leben zu überwinden hatte.

Loving Annabelle

USA

2006

Katherine Brooks

Diane Gaidry, Erin Kelly, Ilene Graff

Annabelle rebelliert gern und hat schon viele Internate von innen gesehen. Ihre Mutter, eine bekannte Politikerin, möchte die punkige Tochter am liebsten vor der Öffentlichkeit verstecken. Auch in dem neuen Internat gibt es bald wieder Ärger. Dies liegt nicht zuletzt an ihrer Lehrerin Simone Bradley, die ihr ausgesprochen gut gefällt. Annabelle ist die einzige, die sich nicht scheut, in den gesprochenen Liebesgedichten zwischen den Zeilen zu lesen – und das in der katholischen Mädchenschule offen auszusprechen. Simone ist interessiert und gleichzeitig abgeschreckt. Als die beiden sich näher kommen, muss die Lehrerin sich längst verdrängten Gefühlen stellen. Die Geschichte erinnert an den deutschen Klassiker MÄDCHEN IN UNIFORM aus den frühen 30er Jahren, den wir 2001 als lesbischen Wunschfilm gezeigt haben. LOVING ANNABELLE ist Katherine Brooks‘ erster langer Spielfilm. Bisher war sie vor allem fürs Fernsehen tätig, wo sie zum Beispiel die MTV-Serie THE OSBOURNES inszenierte. Ihr Kinodebüt wurde ein unerwartet großer Erfolg, der bereits auf mehreren Festivals die Publikumspreise gewonnen hat. Die Handlung des Films wurde vom deutschen Klassiker MÄDCHEN IN UNIFORM aus dem Jahr 1931 inspiriert.

40+2 Jahre LFT - Lesbenfrühlingstreffen

DEU

2014

Kathrin Schulz

2014 wurde das Lesbenfrühlingstreffen 40 plus zwei Jahre alt. Das "LFT" ist damit das älteste und kontinuierlich stattfindende Lesbentreffen in Deutschland.
Die Filmemacherinnen Kathrin Schultz und Steffi Wiegand gingen auf Spurensuche und stellten eine nicht-kommerzielle Dokumentation her, denn auch vierzig und zwei Jahre sind schnell vergessen. Dafür haben sie 50 Frauen in 15 Städten interviewt und Fragen zur Geschichte, Organisation und Zukunft des LFTs gestellt. Eindrücklich – durchaus mit Längen – wird die vielmals ungesehene Geschichte einer bunten Bewegung in Ost und West, Nord und Süd aufgezeigt. Lachen, Liebe Leidenschaft und kritische Töne sind zu hören, vieles kann (wieder)gesehen werden. Wieso überhaupt “40 + zwei”? Auch diese Frage soll die Dokumentation klären.
In Kooperation mit: Lesbisch-Schwule Geschichtswerkstatt Heidelberg-Ludwigshafen-Mannheim.

Zwischen gestern und morgen – 50 Jahre Sonntags-Club

DEU

2024

Kathrin* Schultz

Der Sonntags-Club gilt als ältere Vereinigung für Schwule, Lesben und Trans in der ehemaligen DDR und wurde gemeinsam mit der Vorläufer-Organisation HIB (Homosexuelle Initiative Berlin) im letzten Jahr 50 Jahre alt. In ihrem Dokumentarfilm rekonstruiert Kathrin* Schultz die Geschichte des Sonntags-Clubs. Dieser entwickelte ein erfolgreiches Konzept der Selbstorganisation, schuf eigene politische Strategien und neue Handlungsfelder für queere Lebensläufe im real existierenden Sozialismus, immer unter Überwachung der Stasi. Es kommen zahlreichen Zeitzeug*innen zu Wort, die von dieser unbekannten Facette des DDR-Lebens erzählen.
Der Film ist Bettina Dziggel gewidmet, lesbische Aktivistin der DDR, die während der Dreharbeiten viel zu früh verstorben ist. Der Film wurde gefördert von der Landesstelle für Gleichbehandlung, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Hannchen Mehrzweck Stiftung.
In Anwesenheit der Regisseurin
In Kooperation mit Lesbisch-Schwule Geschichtswerkstatt Rhein-Neckar

Kawa

NZL

2011

Katie Wolfe

Calvin Tuteao, Nathalie Boltt

Kawa sollte ein zufriedenes Leben führen: Er besitzt ein schönes Haus in Auckland, hat eine glückliche Familie, einen erfolgreichen Beruf und soll in Kürze, gemäß den Traditionen der Maori-Familie, die Führung der Großfamilie übernehmen. So perfekt Kawas Leben scheint, so unglücklich ist er in Wirklichkeit. Immer wieder sucht er Badehäuser auf, um mit Männern zusammen zu sein. Er trifft sich mit seinem Geliebten, dem jungen Schauspieler Chris, und versucht verzweifelt, all das geheim zu halten. Eines Abends beobachtet ihn seine Mutter beim Kuss mit einem anderen Mann. Kawa wird aus der Familie verstoßen. Fortan kämpft er um Anerkennung und um eine Familie, die einen Weg zwischen Tradition und Moderne findet.

Jungle 68

BRD

2002

Katja Batzler

Jungle 68 ist eine Dokumentation der Drum ‘N Bass–Szene im Rhein-Neckar-Gebiet 2001/2002. Ein Filmprojekt von und mit Szene-Kennern, das versucht für diese jugendliche Lebenswelt zu begeistern bzw. zu interessieren. Nach einer Idee von Katja Batzler in Kooperation mit dem Jugendamt Mannheim und dem Städtischen Medienzentrum Mannheim. Produziert mit C. Barthold, B. Thomanet und www.baesse.de. Weitere Infos unter www.jungle68.de.

5 Seasons - Eine Reise

DEU

2022

Katja Sallay

Sithembile Menck, Konstantin Marsch, Katja Hutko, Jana Lissovskaia, Bernhard Schütz, Pegah Ferydoni, Samuel Koch, Mišel Maticevic

Frühling, Sommer, Herbst, Winter – und manche Jahre haben eine fünfte Jahreszeit: den Tod. Die Geschwister Miki, Bina und Ali erfahren bei flirrender Sommerhitze von der unheilbaren Erkrankung ihrer jüdisch-ungarischen Mutter, es reißt sie auseinander wie buntes Herbstlaub. Trotzdem gehen sie mit ihrer Mutter auf ihre letzte Reise; auf ihren Tod folgt ein Winter der Trauer und der schlechten Entscheidungen, des Auseinanderdriftens und der Entfremdung. Im Frühjahr landen sie schließlich in Budapest, auf den Spuren ihrer Mutter. Und die Familie fängt langsam wieder an zu sprießen.
Katja Sallay, Schauspielerin, drehte ihr mehrfach preisgekröntes Regiedebüt nach autobiografischen Vorlagen vor allem in Mannheim; unter anderem am Wasserturm, im Luisenpark, in der Kunsthalle, am Collini-Center, auf dem Hauptfriedhof.
Der Film läuft als Mannheimer Kino-Auftakt.
Regisseurin Katja Sallay und Kameramann Mark Dölling sind bei beiden Vorführungen anwesend!

Tore tanzt

DEU

2013

Katrin Gebbe

Julius Feldmeier, Sascha Alexander Gersak, Annika Kuhl, Swantje Kohlhof

Tore ist ein "Jesus-Freak". Als Mitglied der gleichnamigen christlichen Gemeinschaft hat er den festen Glauben an Christus und das Gute im Menschen. Eines Tages trifft er auf den Familienvater Benno, der mit Frau und deren Kindern in einer Gartenlaube am Stadtrand lebt. Benno findet Tore faszinierend und lädt ihn ein, mit der Familie zu leben. Doch Benno ist nicht „nett“, im Gegenteil. Wir sehen hier die Passionsgeschichte eines jungen, naiv-gläubigen Mannes, der Abwehr provoziert. Es geht um Gut und Böse, Täter und Opfer, Glaube und Verrat – also um existenzielle Gegensätze, die der Debütfilm von Katrin Gebbe verhandelt. Durch seine demütige Opferhaltung fordert Tore zu immer größeren Aggressionen heraus. Das reicht von ein paar Boxschlägen über Missbrauch im Stricherclub bis zu einer Gewaltorgie.
Selten war der deutsche Film so radikal. So provozierend, mutig und gewaltig.

1917 - Der wahre Oktober

DEU/CHE

2016

Katrin Rothe

Der aufwändig gestaltete Animations-Dokumentarfilm zeigt die wichtigsten Etappen der russischen Revolution von 1917 sehr ernsthaft in der Sache und doch spielerisch in der Form auf. Die Geschehnisse werden aus der Sicht von fünf russischen Künstlern erzählt: Die Schriftsteller Maxim Gorki und Wladimir Majakowski, der Maler Kasimir Malewitsch, die Dichterin Sinaida Hippius und der Kunstkritiker Alexander Benois erlebten die dramatischen Ereignisse teils selbst als Akteure im politischen Geschehen, teils als Augenzeugen von den Fenstern ihrer Wohnungen aus. Katrin Rothe animiert die Personen und Ereignisse als Legetrick aus Papier und Pappe, mit Scherenschnitt, Siebdruck und Zeichnungen.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert
Mehr zur Oktoberrevolution: OKTOBER am 07.11.2017!

Johnny and Me – Eine Zeitreise mit John Heartfield

DEU/CHE/AUT

2023

Katrin Rothe

Dokumentarfilm/Animationsfilm

„Für John Heartfield war Kunst eine Waffe“ – dieser Satz aus dem Film beschreibt die Haltung dieses jungen, talentierten Künstlers in der Weimarer Republik, der als Antifaschist mit seinen Zeichnungen, Foto-Montagen und Gemälden gegen das Erstarken der NSDAP und den Aufstieg Hitlers kämpfte. Geboren 1891 als Helmut Herzfeld in Berlin-Schmargendorf, änderte er 1916 seinen Namen, um mitten im Krieg gegen den deutschen Nationalismus zu protestieren. Seit 1918 war er Mitglied der KPD, gestaltete Plakate und Propagandamaterial für den Wahlkampf der Kommunisten und prangerte die Verbindung von Kapital und Politik an, die auch Hitlers Aufstieg ermöglichte. Zusammen mit seinem Bruder Wieland gründete er den Malik-Verlag mit angeschlossener Kunsthandlung und publizierte neben den Kunst-Mappen von George Grosz auch politische Essays und sozialkritische Romane u.a. von Maxim Gorki, Upton Sinclair und Oskar Maria Graf. 1933 ging er ins Exil und lebte ab 1950 bis zu seinem Tod in der DDR. Der Film nähert sich John Heartfield, dem Meister der Collage, in einer attraktiven Montage aus Spielszenen, historischen Dokumenten und verschiedenen Animationstechniken.

Die Widerständigen - Zeugen der Weissen Rose

DEU

2008

Katrin Seybold

Traute Lafrenz-Page, Jürgen Wittenstein

Die Weiße Rose – die erste dokumentarische Gesamtdarstellung über die Münchner Studenten und ihren Widerstandsgeist in der Zeit des Nationalsozialismus: Gefährten erzählen von Flugblattaktionen und wie sie Gestapoverhöre überstanden. Mit einer feinfühligen Ästhetik sind Originaldokumente mit Selbstaussagen der Zeitzeugen, die teilweise nicht mehr leben, in einem authentischen Porträt kombiniert. Am 7.3. findet anschließend ein Filmgespräch mit der Regisseurin und einem Zeitzeugen statt.

Art's Home Is My Kassel

DEU

2014

Katrin und Susanne Heinz

Alle fünf Jahre erfährt Kassel einen Kulturclash erster Klasse. Von Nah und Fern drängen kunstbegeisterte Besucherströme in die nordhessische Stadt. Sie alle wollen eines sehen: die Documenta- Weltkunstschau mit höchster internationaler Aufmerksamkeit. In ihrem Dokumentarfilm betrachten Katrin und Susanne Heinz aus den Blickwinkeln der Kasseler den temporären Ausnahmezustand in ihrer Heimatstadt. Der Film folgt den Vorbereitungen durch das gesamte „Museum der 100 Tage“ bis zu den Abbauarbeiten. Vermittelt werden Kunst und Weltevent durch ihre vielfältigen Protagonisten: eine Taxifahrerin, eine Studentin, Künstler, ein Schreiner, interessierte Kasseler Bürger und ein Architekt.
Einführung: Sophia Petri, M.A.

Shark Skin Man And Peach Hip Girl

J

1998

Katsuhito Ishii

Tadanobu Asano, Sie Kohinata, Susumu Terajima

Wenn ein Manga als Vorlage für einen Realfilm dient, ist das Ergebnis meist ziemlich abgedreht, so auch bei SHARK SKIN MAN AND PEACH HIP GIRL. Der Comic-Stil ist konsequente Inszenierung, die Figuren sind überzeichnet, die Klamotten schrill und die Knarren zu groß. Bunt, schrill und schräg bis zur Surrealität definiert Katsuhito Ishii seinen Begriff von Gangsterfilm. Es wird schnell geliebt, getötet und gestorben, und neben Blut fließt bei diesem Film vor allen eines: Lachtränen. Die Hauptrollen spielen Japans hipster Filmstar und Teenie-Idol Tadanobu Asano als Kuroh und Sängerin/Model Sie Kohinata als Toshiko: Toshiko ist ein unauffälliges, introvertiertes Mädchen, das im Hotel ihres tyrannischen Onkels arbeitet. Sie entscheidet sich, von dort wegzulaufen und nutzt zur Flucht den Jeep ihres Onkels. Sie trifft dabei auf Kuroh, einen abtrünnigen Yakuza, der von skurrilen Gestalten verfolgt wird. Kuroh kapert ihren Jeep und entkommt mit der bewusstlosen Toshiko. Die beiden ungleichen Gestalten werden zum Paar, was ihre Fluchtchancen nicht erhöht. Nach einer Nacht im Hotelzimmer beschließt Toshiko, nicht mehr zurückzukehren. Kurohs Verfolger haben sich ausgerechnet im Hotel von Toshikos Onkel einquartiert, der in der Zwischenzeit den homosexuellen Killer Yamada angeheuert hat, um Toshiko zurückzubringen und den Mann an ihrer Seite zu töten…….

Mitra

NLD/DEU/DNK

2021

Kaweh Modiri

Jasmin Tabatabai, Mohsen Namjoo, Shnabnam Tolouei, Avin Manshadi

Iran, 1982: Haleh erfährt, dass nach dem Tod ihres Mannes auch ihre Tochter Mitra hingerichtet wurde. Heute lebt Haleh als 70jährige im niederländischen Exil. Und trifft unversehens auf die Frau, die 37 Jahre zuvor für Mitras Hinrichtung verantwortlich gewesen sein soll. Haleh plant ihre Rache – und lernt dabei die Frau, die einst ihr Leben zerstört hat, näher kennen. Auch sie ist liebevolle Mutter…
Der Staatsterror nach der iranischen Revolution, die Gewalt, die Regimekritiker erfahren mussten, Verrat und Leid – und die Frage, wie Opfer heute mit ihren Traumata und Verlusten umgehen können: Regisseur Kaweh Modiri wurde vom tragischen Schicksal der eigenen Familie inspiriert; Jasmin Tabatabai, im Iran geboren, spielt die Hauptfigur überzeugend als gebrochene Frau.
Wir zeigen den Film mit einer exklusiv für uns erstellten kurzen Videoeinführung durch Frieder Wallis, Produktionsleiter und Steadycam-Operator.
Zum Thema „Iranische Revolution“ siehe auch PERSEPOLIS am 24.02.2022..

Wie im Himmel

SWE

2004

Kay Pollak

Mikael Nyqvist, Frida Hallgren, Helen Sjöholm, Ingela Olsson

Ein Film über die Leidenschaft für die Musik: Nach einem Herzinfarkt zieht sich der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus in sein schwedisches Heimatdorf zurück. Dort tritt er das Amt des Kantors an. Zusammen mit seinem bunt zusammengewürfelten Kirchenchor der kleinen Gemeinde erkennt er, wie man mithilfe der Musik einen Weg in die Herzen der anderen findet.

Mit liebevollem Blick auf seine Figuren zeichnet Regisseur Kay Pollack ein buntes Porträt der kleinen Dorfgemeinschaft, untermalt von wunderschönen Landschaftsaufnahmen im herb-schönen Norden Schwedens: „Ein bewegendes Fest der Musik und des Lebens!“ (Kulturspiegel)

The Mars Canon

Japan

2001

Kazama Shiori

Kuno Makiko, Kohinata Fumiyo

Kohei und Kinuko sind ein Liebespaar in freier Natur, keine Menschen und keine Grenzen sind in Sicht. Kazama Shiori läßt dieses Bild lange stehen, der Dialog scheint der zweier Liebender, bis Kohei zum Aufbruch mahnt: es ist Sonntag, nicht Dienstag. Das Idyll hat getrogen: Kohei hat eine Frau und ein Kind, nur dienstags hat er Zeit für Kinuko. Für jede weitere Begegnung muß Kohei sich aus seiner Familie, die er nicht aufgeben will, davonstehlen. Kinuko redet sich ein, daß sie nicht unglücklich ist und geht ihrer Arbeit in einem Reisebüro nach. Da begegnet sie Hijiri, einer ehemaligen Arbeitskollegin und deren Bekannten Manabe. Mit Hingabe widmet sich Hijiri der Pflege ihrer neuen Freundin, als Kinuko krank im Bett liegt. Einige Tage später zieht sie in der Nachbarwohnung ein. Kazama Shiori lässt ihren Figuren viel Zeit, schenkt ihnen Einstellung um Einstellung, ohne daß viel passiert. Schnell ist man hingerissen von der scheinbaren Absichtslosigkeit der Inszenierung, die sich unversehens immer wieder zu prägnanten Tableaus verdichtet. Nichts ist symbolschwer in diesem Film, Shiori gelingen ein ums andere Mal Bilder von unaufdringlicher Genauigkeit. Auf ihre vier Hauptdarsteller kann sie sich dabei blind verlassen, sie wahren die richtige Balance zwischen Offenbarung und Bewahrung ihrer Gefühle und Gedanken. Die Wendungen der Geschichte sind so niemals vorhersehbar, immer wieder stehen verschiedene Wege als gleich mögliche offen.

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