Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Ex Drummer

BEL

2007

Koen Mortier

Dries Vanhegen, Norman Baert, Sam Louwyck, Gunter Lamoot, Dolores Bouckaert, Jan Hammenecker, Wim Williaert, François Beukelaers, Bernadette Damman

Der Ex-Schlagzeuger und derzeitige Skandalbuchautor Dries (Dries Vanhegen) erhält ein schrilles Angebot: Er soll für die Punk-Combo dreier behinderter Freunde trommeln. Dries verspricht sich Inspiration, außerdem soll der Behindertenstatus die Jury eines Talentwettbewerbs beeindrucken. „This is Hardcore“ verheißt das Plakat und selten traf es die Werbung besser: Was der Belgier Koen Mortier in seiner Reise zur (a)sozialen Unterschicht aufdeckt, fordert starke Nerven, belohnt aber mit einer sensationell schwarzhumorigen, unvergesslichen Groteske.

Brave Story

JAP

2006

Kôichi Chigira

Wataru besucht die 5. Klasse. Sein einziger Wunsch ist es, glücklich mit seinen Eltern zusammenzuleben. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Der Vater verlässt die Familie, die Mutter landet im Krankenhaus. Watarus Welt bricht zusammen. Durch die Begegnung mit einem Jungen aus der Parallelklasse verändert sich alles: Er zeigt Wataru ein magisches Reich, in dem für diejenigen, die es verdienen, alle Wünsche wahr werden. Wataru macht sich auf die Suche nach der Schicksalsgöttin, mit Drachen, Rittern und Magiern.

Welcome Back, Mr. Mcdonald

Japan

1997

Koki Mitani

Toshiaki Karasawa, Kyoka Suzuki, Masahiko Nishimura

Miyako hat bei einem Drehbuchwettbewerb gewonnen. Ihre Geschichte soll nun bei einem Radiosender als Hörspiel produziert werden, wegen Zeitmangels des weiblichen Stars live und um Mitternacht. Auf Drängen des Stars willigt die Autorin ein, den Namen der Protagonistin zu verändern (aus einer Japanerin wird „Mary Jane“) und besiegelt damit das Schicksal ihres Werkes. Eine Kettenreaktion von halsbrecherisch improvisierten Veränderungen nimmt ihren Lauf, an deren Ende der wundersame Wiedereintritt eines gewissen Mr. McDonald in die Erdatmosphäre steht – akustisch in Szene gesetzt mit einem Staubsauger. Koki Mitani hat eine augenzwinkernde Komödie inszeniert. Das rein akustische „Spiel im Spiel“ sorgt schon allein für humoristische Einlagen, aber gerade die Entstehungsgeschichte des immer wieder umgeschriebenen Stücks wird zu einem furiosen Wettlauf mit der Zeit. Eine temporeiche Screwball Comedy, die vom effektiven Spiel der Darsteller und dem geschickten Timing des Regisseurs lebt.

Fan Chan - My Girl

Thailand

2003

Kollektiv 365 Film Production

Chalee Trirat, Focus Jeerakul, Chaleumpol

Manchmal genügt ein kleines Detail oder eine Melodie, um eine verblaßte Erinnerung wieder zu beleben. Auch Jeab ist das so. Er fährt in seine Heimatstadt in der thailändischen Provinz, weil er zur Hochzeit seiner Kinderfreundin Noi-Naa eingeladen wurde. Auf der Fahrt hört er ein Lied aus seiner Kindheit und erinnert sich: an die Fahrten im Schulbus, wo er erst bei den Mädchen und noch nicht hinten bei der Jungen-Clique saß, an das Eis vom Bäcker und die erste vorsichtige Liebe zu Noi-Naa. Gleich sechs Regisseure (Komgrit Threewimol, Songyos Sugmakanan, Nithiwat Tharatorn, Vijja Kojew, Vithaya Thongyuyong, Adisorn Tresirikasem), die sich für dieses Projekt zum Kollektiv 365 zusammenschlossen, haben mit FAN CHAN ein Erinnerungskonzentrat aus ihren sechs Kindheiten gedreht. Ihr witziges und einfallsreiches Debüt sorgte in Thailand für den Überraschungserfolg des Jahres.

Die Geschichte der 47 Ronin

JAP

1994

Kon Ichikawa

Ruriko Asaoka, Hisashi Igawa, Renji Ishibashi

Die Geschichte der 47 Ronin ist ein in Japan sehr berühmtes Ereignis, bei dem 47 Krieger den Tod ihres Herrn rächten. Die Ereignisse gelten als vorbildliches Beispiel für die bedingungslose Treue der Samurai (der Ausdruck Ronin bezeichnet einen herrenlosen Samurai) Von diesem Ereignis gibt es seit ca. 100 Jahren auch zahlreiche Verfilmungen. Die von Kon Ichikawa aus dem Jahre 1994 ist eine der neuesten.

Könige des Sommers – Vingt dieux

FRA

2024

Louise Courvoisier

Clément Faveau, Maïwène Barthelemy, Luna Garret, Mathis Bernard, Dimitry Baudry

Totone ist jung, unbekümmert, verbringt seine Zeit mit den Kumpels, mit Flirts und gelegentlichen Prügeleien mit den Jungs aus dem Nachbardorf. Doch dann ist er plötzlich allein verantwortlich für seine jüngere Schwester und für den elterlichen Hof. Er schmiedet einen Plan: Er will den besten Comté-Käse herstellen und die 30.000 Euro Preisgeld einstreichen. Für den besten Käse braucht man die beste Milch. Die gibt es auf dem Hof bei Marie-Lise. Er bändelt mit ihr an…

Die sommerlich-frische Komödie inmitten der schönen, rauen Landschaft der Jura-Region ist in den Nebenrollen mit Laien besetzt, was der Darstellung des ländlichen Lebens größte Authentizität verleiht. In Cannes mit dem Prix de la Jeunesse der Reihe Un Certain Regard ausgezeichnet!

Goya Oder: Der Arge Weg Der Erkenntnis

DDR

1971

Konrad Wolf

Donatas Banionis, Olivera Katarina, Fred Düren

Konrad Wolfs preisgekrönte Verfilmung nach Lion Feuchtwangers gleichnamigem Roman lässt in dramatischen Bildern die Person Goya lebendig werden. Der Regisseur schildert einleuchtend die historische Situation, mit der Goya konfrontiert war, und auch seine persönliche Dämonen, die ihn ins Exil getrieben haben. Die extrem aufwändige deutsch-sowjetische Koproduktion aus dem Jahre 1971 – mit Schauspielern aus sieben Ländern, über 120 Kopien von Kunstwerken und exklusiven Drehorten – plädiert für die Unabhängigkeit der Kunst von jeglicher staatlicher Bevormundung. Dr. Thomas Köllhofer zeigt, wie sich beide Goya-Filme von der historisch fassbaren Person Goya entfernen und wie dennoch jeder auf seine Art ganz unterschiedliche Facetten des Künstlers und seines Werks erfahrbar macht. Ermäßigtes Kombiticket für beide Filme. In der Pause zwischen den Filmen werden spanische Tapas serviert.

Solo Sunny

DDR

1980

Konrad Wolf

Renate Krößner, Alexander Lang, Dieter Montag

Sunny ist Sängerin in einer Band, mit der sie durch Dörfer und Kleinstädte der DDR tingelt. Doch wirklich glücklich ist sie nicht und auch mit den Männern hat sie ihre Probleme. Der Taxifahrer Harry himmelt sie an, doch seine Lebensmaxime, „die schnelle Mark“, ist nicht die ihre. In dem Philosophen Ralph glaubt sie endlich ihre große Liebe gefunden zu haben, doch Ralph erwidert Sunnys Gefühle nicht in gleicher Weise. Mit diesem fast schon legendären DEFA-Film feierte Renate Krößner in der Titelrolle der Schlagersängerin Sunny den größten Erfolg ihrer Karriere. Bei der Berlinale 1980 wurde ihre Leistung mit dem Silbernen Bären für die beste Darstellerin geehrt. Vor allem die treffsicheren und witzigen Dialoge des Autors Wolfgang Kohlhaase sowie die leichte Inszenierung des DEFA-Altmeisters Konrad Wolf brachten „Solo Sunny“ neben Festivalpreisen auch den großen internationalen Publikumserfolg.

Frohes Schaffen - Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

DEU

2012

Konstantin Faigle

Nina Poll, Helene Grass

In der Doku-Fiktion begibt sich Regisseur Konstantin Faigle auf die Reise zu den Wurzeln der Arbeit und unseres Arbeitsbegriffs und geht der Frage nach, wie unsere Gesellschaft darauf reagiert, wenn es in Zukunft immer weniger Arbeitsplätze geben wird. Faigles essayistisch-satirische Doku-Fiktion zeigt: Der moderne aufgeklärte Mensch ist nicht frei von Irrglauben und geistigem Zwang. Er hat längst einen anderen Gott erwählt: Die Arbeit. Arbeit ist eine Sucht, ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich umgibt. Sie ist zugleich Sicherheit, Selbstbestätigung und Existenzberechtigung. In Zeiten von Wirtschaftskrise und rasantem Arbeitsplatzabbau hinterfragt FROHES SCHAFFEN diesen „heiligen“ Lebenssinn der Arbeit. Eine wunderbar ketzerische, filmische Reflektion – unterhaltsam, humorvoll und zugleich tiefgründig!

Kara Kafa

TUR

1979

Korhan Yurtsever

Betül Asçioglu, Savas Yurttas, Cüneyt Kaymak, Özlem Güler.

Deutschland – für ihn das Land unbegrenzter Möglichkeiten, das seine Familie aus der Armut retten wird. Jedoch bringt das neue Leben viele Schwierigkeiten und Unerwartetes – so engagiert sich seine Frau in der Frauenbewegung, sein Sohn verweigert die Schule, die Tochter muss ohnehin zuhause bleiben beim neugeborenen Bruder. KARA KAFA hebt sich mit seinem linken, politischen Blick auf die Arbeitsmigration vom Gros des deutsch-türkischen Kinos ab. Nach seiner Fertigstellung verbot das damalige turkische Zensurkomitee den Film: Er verletze „die Ehre Deutschlands, der befreundeten Nation“. Gegen Regisseur Korhan Yurtsever wurde wegen des Films Anklage erhoben, er floh nach Berlin, wo er einige Jahre im Exil lebte. 2022 tauchte überraschend das Original-Negativ des Films auf, das als Grundlage der digitalen Restaurierung diente.

Underdog

HUN

2014

Kornél Mundruczó

Zsófia Psotta, Sándor Zsótér

Schon den ersten Sequenzen von UNDERDOG wohnt ein subtil beunruhigendes Geheimnis inne, das sich im Lauf der Ereignisse stetig zuspitzt: Hagen ist ein prächtiger, treuer Hund und mit der jungen Lili hat er ein tolles Frauchen. Aber als das Mädchen zu seinem Vater muss, beginnt für Hagen ein Martyrium: Er wird auf Bestreben des Vaters ausgesetzt, flüchtet bald vor Hundefängern, wird von einem Bettler verkauft und landet schließlich im Tierheim. Hier beschließt er, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihm und seinen Artgenossen böse mitgespielt haben: Die Menschen. In seinem sechsten Film entwirft der ungarische Regisseur ein Schreckensszenario vom Aufstand einer gedemütigten Spezies gegen ihre Peiniger, eine Parabel auf die gesellschaftlichen Missstände, nicht nur in Ungarn, sondern in der ganzen Welt.
In der Sektion "Un Certain Régard" auf dem Filmfestival von Cannes mit einer "Hunde-Palme" ausgezeichnet.

Winter in Sokcho

FRA

2024

Koya Kamura

Bella Kim, Roschdy Zem, Park Mi-Hyeon

Winter in der südkoreanischen Küstenstadt Sokcho. Es ist nicht viel los in der Pension, in der die 23jährige Sooha arbeitet: Rezeptionistin, Putzkraft, Köchin – und dann kommt der Franzose Yan Kerrand an, ein Comickünstler aus der Normandie. Sooha kann Französisch, sie wird Dolmetscherin und Fremdenführerin. Die beiden beobachten sich gegenseitig, prüfen sich, knüpfen eine zerbrechliche Verbindung…

Ein zarter, ein sensibler Film über Sehnsucht und Verzagtheit, über Inspiration, die sich nicht einstellen will, über ein Geheimnis, das die Mutter hütet, über die Felsen an der koreanischen Küste. Der französisch-japanische Regisseur Koya Kamura umkreist vorsichtig seine Charaktere in dieser Stadt, die im Winterschlaf zu liegen scheint.

Friends & Family

USA

2001

Kristen Coury

Dieses Paar hat alles, was man in Manhattan braucht: ein wunderschönes Haus, einflußreiche Freunde, gut sitzende Anzüge, Manieren und viel, viel Geld – und, das Wichtigste: Stephen und Danny haben einander! Aber als überraschenderweise Stephens Eltern ihren Besuch anmelden, droht ihr großes Geheimnis aufzufliegen – nicht etwa, daß sie schwul sind, denn darüber wissen die Eltern alles. Was sie nicht wissen, ist: Stephen und Danny arbeiten für Don Patrizzi – als Auftragskiller der Mafia! Da sie vorgegeben haben, einen schwulen Catering-Service zu leiten, müssen die örtlichen Mafiosi jetzt helfen, die Fassade aufrechtzuerhalten – und einen auf tuntige Kellner machen. Absurde Verwicklungen und handfestes Chaos sind vorprogrammiert, doch die kriminellen Machos enthüllen ganz unbekannte Talente – was auch nötig ist, denn Stephens Vater arbeitet beim FBI… Wer hier einen trockenen Martini bestellt, sollte sich in Acht nehmen: denn hier kommt die schwule Mafia! „Einer der witzigsten Filme der letzten Zeit – eine hysterische Farce!” (Seattle Gay News) “Viel unterhaltender als Robin Williams und Nathan Lane in THE BIRDCAGE!” (TimeOut London)

The Chronology of Water

USA/FRA/LVA

2025

Kristen Stewart

Imogen Poots, Thora Birch, Michael Epp, Jim Belushi

Lidia wächst im Oregon der 1970er Jahre in einem von Gewalt und Alkohol geprägten Umfeld auf. Als begabte Schwimmerin sucht sie Zuflucht im Wasser, doch Schmerz und Selbstzerstörung begleiten sie auch an Land. Erst im Schreiben beginnt sie, sich ihre eigene Geschichte anzueignen und Erfahrungen von Verletzung und Verlust in Sprache zu verwandeln.

„Im Wasser, wie in Büchern, kann man sein Leben hinter sich lassen“ – in ihrem Spielfilm-Regiedebüt löst Kristen Stewart die autobiografische Vorlage der Schwimmerin und Schriftstellerin Lidia Yuknavitch aus den Konventionen des klassischen Biopics. Statt einer linearen Lebensgeschichte erzählt der Film aus der subjektiven Perspektive seiner Hauptfigur – körperlich, fragmentarisch, aus nächster Nähe. „Was für ein Debüt! Schauspielerin Kristen Stewart emanzipiert sich mit ihrer ersten Regiearbeit endgültig vom Konsenskino Hollywoods. Furioser Trip, der einen unter Garantie kräftig durchschüttelt.“ (programmkino.de)

The Salvation

DNK

2014

Kristian Levring

Mads Mikkelsen, Eva Green, Eric Cantona, Jeffrey Dean Morgan

Wenn es das Genre Western noch nicht gebe – es müsste für Mads Mikkelsen neu erfunden werden. Zum Glück ist das nicht nötig, denn es hat sich der dänische, einstige Dogma-Regisseur Kristian Levring einen alten Regietraum erfüllt und einen fulminanten, berauschenden Remix des klassischen amerikanischen und italienischen Western gedreht. So kommt mit THE SALVATION nun ein dänischer, in Südafrika gedrehter Western in die deutschen Kinos, in dem sich Schauspieler aus Schweden, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und den USA duellieren, wobei den wenigen Amerikanern ausschließlich Bösewicht-Rollen vorbehalten sind. Das grimmige Auge-um-Auge-Drama von Levring ist eine kritische Auseinandersetzung mit amerikanischen (Gründungs-)Mythen und dabei auch als Parabel auf heutige Konflikte, insbesondere um Öl, lesbar.

Unser Amerika

DEU/CHE

2005

Kristina Konrad

„Nicaragua war das Vietnam meiner Generation.“ (Kristina Konrad) Filmemacherin Kristina Konrad ist auf Spurensuche in Nicaragua, einer Reise durch die Gegenwart der Vergangenheit – 25 Jahre nach einer Revolution, die niemand für möglich hielt. Eine persönliche Annäherung einer Europäerin an ein kleines lateinamerikanisches Land, das sich damals von einer 45–jährigen Diktatur befreite, das Unmögliche versuchte und vom großen Nachbarn USA unerbittlich bekämpft wurde. Im Zentrum stehen Frauen, die damals zu den Waffen griffen und ihr täglicher Überlebenskampf heute: was ist geblieben vom großen Traum von Unabhängigkeit und Gerechtigkeit? In Kooperation mit dem Nicaragua-Verein Mannheim-El-Viejo. Jeweils mit anschließenden Diskussionen mit Mitgliedern des Vereins.

Aufbruch – Prostitution überwinden

DEU

2024

Kristine Tauch, Matthias Gathof

Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm von Kristine Tauch und Matthias Gathof geht unter die Haut und bewegt zum Handeln. Im Zentrum steht Ronja, die nach fast 10 Jahren aus der Prostitution aussteigt und heute für deren Überwindung kämpft. Ergänzt durch weitere Stimmen, Forschung und das Zeugnis eines ehemaligen Freiers zeigt der Film, wie eng Prostitution mit gesellschaftlichen Strukturen verflochten ist.

Dekalog 6. Ein Kurzer Film über Die Liebe

Polen

1988

Krzysztof Kieslowski

Olaf Lubaszenko, Grazyna Szapolowska

In einem Warschauer Wohnsilo lebt der 19jährige Tomek und träumt von der Liebe. Mit einem Fernrohr beobachtet Tomek jeden Abend Magda, die im Block gegenüber wohnt. Nur um ihr näher zu kommen, fährt er jeden Morgen die Milch aus. Mit fingierten Zahlungsanweisungen lockt er sie zu seinem Postschalter und traktiert sie mit Telefonaten. Als er ihr endlich sein Tun und seine Gefühle gesteht, ist Magda wütend und berührt zugleich. Kieslowski erzählt mit kühler Beobachtungsgabe, aber heißem Herzen in leidenschaftlich genauen Bildern. Mit einer Einführung zum Thema „Der Blick in das Innere eines anderen Menschen“, von J. Malewski.

Die zwei Leben der Veronika

FRA/POL/NOR

1991

Krzysztof Kieslowski

Inène Jacob, Wladyslaw Kowalski, Sandrine Dumas, Philippe Volter

Die zwanzigjährige polnische Sängerin Weronika entdeckt eines Tages in Krakau in einer französischen Touristengruppe eine Doppelgängerin, die durch ein Fenster des gerade abfahrenden Omnibusses Sehenswürdigkeiten fotografiert – und dabei zufällig auch Weronika mit aufs Bild bekommt. Weronika gewinnt einen Gesangswettbewerb, bricht aber während ihres ersten Auftritts als Solistin aufgrund einer Herzschwäche tot zusammen. Die Französin, die Weronika auffiel, heißt Véronique und ist ebenfalls zwanzig Jahre alt. Erst, als sie ihre Urlaubsfotos aus Polen durchsieht, erkennt Véronique sich selbst und ihre Doppelexistenz. Parallelitäten, Spiegelungen, Bindungen: Kieslowski, einer der einflussreichsten europäischen Filmemacher, spielt mit romantischen Märchenmotiven, mit Zufall, Schicksal und metaphysischen Zusammenhängen.

Drei Farben: Rot

POL/FRA

1994

Krzysztof Kieslowski

Irène Jacob, Jean-Louis Trintignant, Jean-Pierre Lorit

DREI FARBEN: ROT ist der dritte Teil einer Trilogie des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski über die drei Farben der Tricolore, die symbolisch für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen. Zum Film: Die Pariser Studentin Valentine lernt durch einen Unfall einen pensionierten Richter kennen, der einsam und verbittert in seinem Haus lebt. Irritiert bemerkt sie, dass er die Telefone seiner Nachbarn abhört … zum zynischen Amüsement… und es entbrennt zwischen den beiden eine bittere Diskussion über das Gute im Menschen, oder eben nicht… Vorgestellt von J. Malewski.

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