Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Drei Farben: Weiss

POL/FRAU

1993

Krzysztof Kieslowski

Zbigniew Zamachowski, Julie Delpy, Janusz Gajos

Die Französin Dominique lässt sich von ihrem Mann, dem polnischen Friseur Karol, scheiden. Aufgrund seiner Sprachschwierigkeiten hat Karol vor dem Scheidungsrichter keine Chancen: Er verliert nicht nur seine Frau, sondern auch den von seinen Ersparnissen gekauften Salon. Nach einem Neuanfang in Polen bringt er es zu einem Vermögen – das er benötigt, um sich an Dominique zu rächen. Mit einer Einführung durch Jan Malewski.

Ein Kurzer Film über Das Töten

Polen

1987

Krzysztof Kieslowski

Miroslaw Baka, Krysztof Globisz

Der Zufall führt Jacek, Piotr und einen Taxifahrer zusammen, anschließend sind zwei von ihnen tot. Die Montage des Films unterwirft sich ihrem dramaturgischen Prinzip, pendelt zwischen den drei Geschichten, bevor sie zu einer Erzählung werden. Kieslowski, der als Dokumentarfilmer begann, erspart dem Zuschauer dabei nichts: Das Töten wird minutiös vorgeführt. Dabei werden der Mord und die Hinrichtung einander gegenübergestellt. EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN ist der fünfte Teil des Dekalog-Projekts, eines Zyklus von zehn Filmen, die sich auf die zehn Gebote beziehen. Der gesamte Zyklus kostete etwa soviel wie ein kleineres Fernsehspiel im deutschen Fernsehen und machte Kieslowski auf einen Schlag über die polnische Grenze hinaus bekannt. EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN wurde 1988 bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet und erhielt außerdem den Europäischen Filmpreis Félix.

Familiye

DEU

2017

Kubilay Sarikaya, Sedat Kirtan

Kubilay Sarikaya, Arnel Taci, Muhammed Kirtan, Violetta Schurawlow

Danyal, nach fünfjähriger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen, muss sich um seine beiden jüngeren Brüder kümmern, den spielsüchtigen Miko und den mit Down-Syndrom geborenen Muhammed. Doch das ist alles andere als leicht: Miko hat Schulden bei einigen gnadenlosen Gangstern, die nun bezahlt werden wollen, und Muhammed soll in ein Heim gesteckt werden. Langsam gerät das ohnehin zerbrechliche Gleichgewicht innerhalb der Familie aus den Fugen, zumal in ihrer schwierigen Existenz im Lynar-Kiez von Berlin-Spandau Gewalt weiterhin zu ihrem Alltag gehört…
Die beiden Regisseure, die sich als Streetworker und Türsteher durchschlugen, drehten den Film in, aus und mit ihrem Kiez: Milieustudie, Familiendrama, Gangsterfilm. Moritz Bleibtreu betreute als Pate diese rigorose Independent-Produktion – „ein Glücksfall für alle, die nach authentischen Geschichten auf der Leinwand suchen.“ (musikexpress)

Unloved

Japan

2001

Kunitoshi Manda

Yoko Moriguchi, Toru Nakamura

Mitsuko lebt und arbeitet in einer japanischen Kleinstadt. Sie ist mit ihrem bescheidenen Lebensstandard zufrieden und hat einen recht sorglosen Alltag. Als sie die Wahl zwischen zwei Männern treffen muss, glaubt sie, sich selbstsicher dieser schwierigen Entscheidung stellen zu können. Bald muss sie aber entdecken, dass sowohl der smarte Karrieremann Eiji als auch ihr verträumter Nachbar Hiroshi sehr ehrgeizig sind und um sie kämpfen. UNLOVED ist eine radikale Studie über einen unzeitgemäßen Charakter, die durch ihre extrem reduzierte, kontemplative Bildsprache fasziniert. „Als ich gemeinsam mit meiner Frau den Charakter von Mitsuko entworfen habe, kamen wir schnell zu dem Schluss, dass wir eine ungewöhnlich starke Frau zeigen wollten…. Man könnte fast sagen, dass Mitsuko einen Feldzug führt gegen eine Gesellschaft, in der Wettbewerb jedes Handeln bestimmt und Respekt das höchste Ziel bedeutet.“ (Kunitoshi Manda)

Mond

AUT

2024

Kurdwin Ayub

Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker

Die ehemalige Kampfsportlerin Sarah verlässt Österreich, um drei Schwestern aus einer reichen Familie in Jordanien zu trainieren. Was sich nach Traum-Job anhört, nimmt bald beunruhigende Züge an: Die jungen Frauen sind von der Außenwelt abgeschottet und werden konstant überwacht. Sport scheint sie nicht zu interessieren. Was also ist der Grund, dass Sarah engagiert worden ist?

Kurdwin Ayub bricht mit den üblichen Klischees von privilegierten Weißen in Nahost oder von Soap-Opera-haften Geschichten westlicher Influencer in arabischen Paradiesstädten: Nach SONNE (2022) schafft sie mit MOND einen schlauen, fesselnden Film von thrillerhafter Faszination und beweist, dass sie zu einer der aufregendsten Stimmen des zeitgenössischen deutschsprachigen Kinos gehört.

Sonne

AUT

2022

Kurdwin Ayub

Melina Benli, Law Wallner, Maya Wopienka, Kerim Dogan, Omar Ayub, Awini Barwari

Yesmin, Nati und Bella legen „Losing My Religion“ auf, schmeißen sich in sexy TikTok-Pose und schmettern den REM-Song, gehüllt in die Hijabs von Yesmins strenggläubiger Mutter. Ihr Video geht viral – und die Hölle bricht los. Gezielt-geglückte Provokation oder religiöser Affront? Für die drei Mädels folgt schneller Ruhm, Nati und Bella lassen sich voll ein auf ihr neues Image. Aber Yesmin, die einzige überzeugte Muslima, hat das Problem, sich nun ständig rechtfertigen zu müssen, wie man Religion auslebt. Wann ist Religion Privatsache, wie wichtig ist das Kopftuch wirklich?
Das Übereinanderstürzen von Meinungen, das Ausagieren im Netz, die Forderungen ans richtige (weibliche) Verhalten und ans richtige (religiöse) Dazugehören: Die irakisch-österreichische Regisseurin Kurdwin Ayub hat den Finger am Puls der Zeit und den Fuß auf dem Gaspedal. Ihr wildes, energisches Gen-Z-Porträt ist eine kluge Abrechnung mit medialer Meinungskultur. Ihr kraftvoller, entlarvender und empathischer Film wurde auf der Berlinale als bester Erstlingsfilm ausgezeichnet.

La Clave – Das Geheimnis der kubanischen Musik

DEU

2021

Kurt Hartel

„Claves“: Das waren ursprünglich hölzerne Schiffsnägel, rhythmisch aufeinandergeschlagen. „La Clave“: Das rhythmische Element, erzeugt durch diese Klanghölzer, bildet den Herzschlag der kubanischen Musik. Die Clave führt die Zuschauer durch diesen Film: Bei aller Vielfalt der kubanischen Musikspiele ist doch dieser spezielle Rhythmus beherrschend. Lokale Musiker*innen erzählen die Geschichte der kubanischen Musik, unverfälscht und ohne die typischen Klischees. Jazz, Klassik, Percussion, Folklore werden in vielen Konzertpassagen ausgiebig gewürdigt – und auch die Wichtigkeit, musikalisches Wissen an künftige Generationen weiterzugeben. Im Proberaum, im Konzertsaal, auf den Straßen von Havanna: Dieses lebendige Porträt der kubanischen Musikszene zeigt, wie Musik ganz selbstverständlich in das alltägliche Leben Kubas integriert ist.

Landraub

DEU/AUT

2015

Kurt Langbein

„Kaufen Sie Land. Es wird keines mehr gemacht.“ (Mark Twain) Jedes Jahr gehen etwa zwölf Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Wer reich werden will, investiert und profitiert – egal, wer darunter leiden muss. LANDRAUB porträtiert die Investoren und ihre Opfer. Die einen verweisen auf sichere Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle, die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust ihrer wirtschaftlichen Grundlagen. Eine Fläche halb so groß wie Europa wurde bereits aufgekauft, die Bauern und indigenen Völker mussten weichen. Statt Bauern bestimmen Profitinteressen über die Böden. Statt Nahrung für die Region anzupflanzen, wird im großen Stil für die Märkte der wohlhabenden Länder produziert. LANDRAUB wühlt auf, macht nachdenklich und animiert zum aktiven Tun. Der Widerstand gegen „Landgrabbing“ wird kräftiger und lauter …und animiert selbst aktiv zu werden."
Im Anschluss an die Vorstellung am 22.09. Diskussion mit Attac.

Der Rat Der Götter

DDR

1950

Kurt Mätzig

Paul Bildt, Fritz Tillmann, Willy A

1933, Beginn der Verstrickungen der IG Farben in den Faschismus: Der kühl kalkulierende Vorstandsvorsitzende und sein „Rat der Götter“ unterstützen den Aufstieg Hitlers und verdienen an der Aufrüstung Milliarden. Multinationale Abkommen sichern die Rohstoffversorgung auch nach Kriegsbeginn und bewahren das Werk vor Bombardements. Sogar die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse überstehen die Verantwortlichen nahezu unbeschadet. Nach Kriegsende rauchen die Schlote wieder. Gegenpart des IG-Farbenvorstands ist ein Chemiker, der lange nicht wahrhaben will, dass seine Forschungsarbeit der Vernichtung dient. In Nürnberg gesteht er als Einziger seine Schuld. Beruhend auf den Akten der Nürnberger Prozesse zeigen Originaldokumente Aufrüstung, Mobilmachung und eine Rede Hitlers. Ausgezeichnet mit einem Sonder-Ehrendiplom beim Festival von Karlovy Vary 1950.

Kurz Und Gut

Kurzfilmpreise der Wüstenrot Stiftung vom Filmfest Stuttgart Ludwigsburg 2003, ca

Die fünf Kurzfilme erzählen heiter und leicht, nachdenklich und ernsthaft von Träumen Jugendlicher und ihrer Lebenswirklichkeit, von der Familie und von der Liebe, sie zeigen die Nichtigkeiten des menschlichen Strebens und die Größe von Menschlichkeit; ein kleines Universum kurzer Geschichten: DEF von Ian Clark (GB); VIKTOR OCH HANS BRÖDER von Mårten Klingberg (S); TAG 26 von Andreas Samland (D); REPARATION von Jens Jonsson (S); ICH UND DAS UNIVERSUM von Hajo Schomerus (D). Hajo Schomerus erhielt für sein Werk gerade den Preis der deutschen Filmkritik für den besten Kurzfilm: Eine Stewardess, ein Baggerführer, ein Möbelhändler und ein Millionär sprechen über das Objekt, dem sie sich mit Hingabe widmen.

Augenblicke – Kurzfilme Im Kino

Kurzfilmprogramm ca

Der Kurzfilm lebt! Ein vitales Genre, das auf einer wachsenden Zahl von Festivals umjubelt wird, im Kinoalltag aber noch immer nahezu bedeutungslos ist. Dabei sind Kurzfilme oft die ersten Fingerübungen junger Regisseure und fordern von ihnen, ein Sujet knapp und pointiert umzusetzen. Um dem Kurzfilm zu etwas mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, läuft jetzt in Zusammenarbeit mit kirchlichen Medienzentralen und Bildungswerken bundesweit das Programm AUGENBLICKE, in dem 11 Produktionen zusammengefasst sind, u.a.: PAS DE DEUX (Florian Baxmeyer, 6Min.): Anna ist der strahlende Star ihrer Ballett-Truppe. Eines Abends entdeckt sie einen unheimlichen Beobachter am Fenster gegenüber. EMO (Jyri Kähönen, 6 Min.): Jimi und seine Freunde jagen Ratten. Eine Ratte versteckt sich unter einem Brett, doch Jimi gibt nicht auf. NEBEL (Matthias Müller, 12 Min.): Vielleicht ist das Leben, von seinem Ende her betrachtet, nicht viel mehr als ein nebulöses Etwas. Eine verworrene Abfolge von vage erinnerten Augenblicken.

Augen-blicke

Kurzfilmprogramm, ca

12 Kurzfilme, wie sie formal und inhaltlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Das internationale, teilweise preisgekrönte Programm umfaßt Spiel- und Experimentalfilme sowie verschiedene Animationsfilme, u.a.: 2 MINUTE WARNING (R: Suzie Halewood): Wie Lärm-Junkies vor dem Hauptfilm zur Ruhe gebracht werden. GREGORS GRÖSSTE ERFINDUNG (R: Johannes Kiefer): Von Tag zu Tag kann Gregors Oma schlechter gehen. Ihre Freundinnen drängen sie, zu ihnen ins Altersheim zu ziehen. Aber Gregor liebt seine Oma, und er ist ein genialer Erfinder. Als er bemerkt, dass Oma im Wasser ohne Schmerzen gehen kann, hat er eine geniale Idee. BJÖRN – ODER DIE HÜRDEN DER BEHÖRDEN (R: Andi Niessner): Drei Stunde vor dem Abflug in den Urlaub stellt Björn fest, daß sein Reisepaß abgelaufen ist. Er rast auf die Behörden. Dort beginnt eine Odyssee, die sein Leben komplett auf den Kopf stellt.

Night Of The Shorts 1

Kurzfilmprogramm, ca

Wir zeigen ein Programm von neun Kurzfilmen, die komisch, spannend und nachdenklich sind, auf jeden Fall aber unterhaltend. Unter anderem sind zu sehen: MARIE MARIE (Erica Moeller): Marie ist Anfang 30 und arbeitet in einer Wäscherei. Ohne ein richtiges Ziel verstreichen die Tage und lassen ein schleichendes Unwohlsein in ihr zurück. Erst ein Einbruch reißt sie aus ihrer Lethargie. RAN AN DEN SPECK (Samira Radsi): Julia träumt davon, eine berühmte Sängerin zu werden, und so beliebt zu sein, wie ihre Freundin Kim. EINE SACHE DER NATUR (Stephan Winkler): „Wir werden alle mal alt!“ – ein lakonischer Satz. Aber der große Unterschied ist, wer ihn spricht. SCHAUEN SIE AUF DAS KLEINE VÖGELCHEN (Anna Kalus): Die Demontage einer Frau in einem Paßfotoautomaten.

Night Of The Shorts 2

Kurzfilmprogramm, ca

Dieses Mal zeigen wir ein Programm von 2 längeren und 5 kurzen Filmen, unter anderem: ROHAT – SONNE DIE DIE NACHT VERTREIBT (Juliane Hohl, 53 Min.) Die 34-jährige Annika trennt sich von ihrem Mann Nils, weil sie die Liebe ihres Lebens gefunden hat: den 27-jährigen Hassan. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Hassan gerät unter Mordverdacht. Sie sind gezwungen abzutauchen und plötzlich ist ungewiss, ob sie je ein normales Leben führen können. GUF HA-NESCHAMOT – DIE HALLE DER SEELEN (Stephan Winkler, 45 Min) Hier wird die Geschichte eines Tages erzählt: Noch vor seiner Geburt stattet P. dem Leben auf der Erde einen Besuch ab. HARD LIQUOR (Armin Faul, Animation, 5 Min.) Im kleinen Weltraumgeisterstädtchen HARD LIQUOR trifft der Bro endlich auf die von ihm schon seit langem verehrte Grünette.

Lost And Found

DEU/BIH/BGR/EST/ROM/SER/MON/HUN

2005

Kurzfilmrolle

Für die deutsche Produktion LOST AND FOUND drehten junge Regisseure aus Osteuropa sechs Kurzfilme, die anschließend in Deutschland postproduziert wurden. Leitfaden ist das Thema „Generation“, das das neue Selbstverständnis der Filmemacher widerspiegelt, die vor allem spielerisch und locker an die freie Vorgabe gingen. Das ermöglicht einen faszinierenden Vergleich zwischen Ländern, Stilen und den Veränderungen der Traditionen. Ungewöhnlich ist der erzählerische Rahmen durch den estnischen Animationsfilm GENE + RATIO der als eigenständige Geschichte die vier Kurzspielfilme und einen Dokumentarfilm verbindet. Diskussionspartner: OB a.D. Heinz Kälberer, Osteuropabeauftragter des Landes Baden-Württemberg.

El Lenguaje De Los Machetes - Machete Language

MEX

2011

Kyzza Terrazas

Andrés Almeida, Jessy Bulbo

Ray und Ramona sind ein explosives Duo wie einst Bonny und Clyde. Sie ist eine rebellische Punkrockerin, er ein im politischen Untergrund umtriebiger Aktivist, der gegen das herrschende System angeht. Die Wut auf alltägliche Ungerechtigkeiten und das repressive Regime treibt sie an und schweißt sie auch als Liebespaar zusammen. Bald sind auch gewalttätige Aktionen nicht mehr ausgeschlossen. Dann beginnen sich die beiden auseinander zu entwickeln…

Die Unerwünschten - Les Indésirables

FRA

2023

Ladj Ly

Anta Diaw, Alexis Manenti, Aristote Luyindula, Steve Tientcheu

Nach LES MISÈRABLES (2019) setzt Ladj Ly sein politisches Kino aus den Pariser Banlieues fort: Nach dem plötzlichen Tod des Bürgermeisters übernimmt Pierre übergangsweise das Amt. Um sich vor der regulären Wahl zu profilieren, fährt er einen harten Kurs und betreibt auf Biegen und Brechen die (Luxus)Sanierung des Banlieue-Viertels. Haby, junge Französin mit Mali-Wurzeln, stellt sich als Gegenkandidatin auf und gerät ins Kreuzfeuer von Wahlkampf, Idealen und rücksichtsloser Politik.

Mit großer Realitätsnähe und gleichzeitig mit großer kinematographischer Kraft treibt Ladj Ly seinen Sozialdrama-Thriller hinein in die verhärteten Fronten zwischen Franzosen mit Migrationshintergrund und Franzosen ohne Migrationshintergrund, packend und radikal und immer darauf bedacht, ein eindimensionales Gut-Böse-Schema zu vermeiden: „Ly demonstriert, dass er auf virtuose Weise konfrontatives Kino voller Zorn und mit dem Willen, etwas zu bewegen, schaffen kann.“ (kino-zeit.de)

Die Wütenden – Les Misérables

FRA

2019

Ladj Ly.

Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djebril Zonga, Issa Perica, Al-Hassan Ly, Steve Tientcheu

Es brennt in den Vorstädten… Stéphane, der Neuling in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil, spürt schon bei seinem ersten Einsatz die Spannungen im Viertel, in dem es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei kommt. Hier herrschen eigene Regeln, die Kollegen überschreiten selbst die Grenzen des Legalen, sehen sich dabei aber stets im Recht. Als im Viertel ein Löwenbaby, lebendes Maskottchen eines Clan-Chefs, gestohlen wird, droht die Situation zu eskalieren: Bei einer versuchten, verunglückten Verhaftung werden die Polizisten gefilmt, und ihr fragwürdiges Vorgehen droht öffentlich zu werden. Aus den Gesetzeshütern werden Gejagte…
Ladj Ly, selbst in Montfermeil aufgewachsen, siedelt sein spannungsgeladenes, realistisches, dynamisch geschnittenes und hochemotionales Spielfilmdebüt am Schauplatz von Viktor Hugos Roman „Les Misérables“ an: Hier wüteten 2005 die Straßenaufstände, die Paris erschütterten, und wenig hat sich in den letzten 150 Jahren geändert in den von Armut und sozialen Spannungen geprägten Banlieues…
Mit Einführung,

Love Me

F

1999

Laetitia Masson

Sandrine Kiberlain, Johnny Hallyday, Jean-François Stevenin

In Rosa, im gepunkteten Bademantel, mit Lockenwicklern im Haar tritt eine junge Frau selbstvergessen vor die Kamera. Einsam tanzt sie im Wind zu einem Song, in dem vom Sterben die Rede ist und hält sich, nur zum Spaß, einen Revolver an die Schläfe. Sandrine Kiberlain spielt, wie auch schon in Massons ersten beiden Filmen HABEN (ODER NICHT) und ZU VERKAUFEN, ein Mädchen auf der Flucht, eine Verlorene. Sie hat alles, was ihr Leben betrifft, vergessen, heimat- und mittellos sucht sie vor allem sich selbst. In einem Club, irgendwo in Memphis, Tennessee, lernt sie einen Rocksänger kennen, für den sie sich interessiert. Er demütigt sie und weist sie zurück, bleibt aber in ihrer Nähe. Die nächtliche Kulissenwelt, in strahlendem Rot und verschlingendem Schwarz, vermittelt die Atmosphäre eines Traumes, in dem existenzialistische Debatten, vage Sehnsucht, ein Mord und der Kitsch von Nachtclubs ineinander verfließen. Über allem liegt melancholisch die Musik von John Cale. „Das versucht der Film zu zeigen. Daß das materielle Leben uns nicht genügt. Daß wir alle unser ‚Opium‘ brauchen. Manche mäßig, manche übermäßig… Alles wegen der Liebe…“ (L. Masson)

As melhores coisas do mundo – Die besten Dinge der Welt

BRA

2010

Laís Bodanzky

Denise Fraga, Paulo Vihena.

Mano ist 15 Jahre alt und lebt in der Megacity São Paulo. Ein Junge, der Gitarre spielt, mit Mädchen flirtet, sich auf Partys austobt. Das darf man das Glück der Jugend nennen. Als sein Vater die Familie verlässt, um fortan mit einem Mann zusammen zu leben, wird Manos Verhältnis zu allem vollkommen in Frage gestellt. Er beginnt, zu begreifen, dass er nun erwachsen werden muss. Mehrfach ausgezeichnet.

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