Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die Aufrechte: Anette Langendorf - eine Mannheimer Antifaschistin

DEU

2021

Klaus Dollmann, Chris Hölzing, Annette Lennartz, Fritz Reidenbach.

Anette Langendorf (1894-1969) ist ein wichtiges Beispiel in dunkler Zeit: Als Antifaschistin leistete sie im „Dritten Reich“ aktiv Widerstand.
1921 kam sie mit ihrer Familie nach Friedrichsfeld, engagierte sich für kommunale und soziale Belange. 1929 wurde sie für die KPD in den badischen Landtag gewählt, ab 1930 gehörte sie dem Mannheimer Gemeinderat an. Sie trat den Nazis konsequent entgegen, wurde aktiver Teil des Mannheimer Widerstands. Ihr Mann wurde 1942 mit weiteren Widerständlern ermordet, sie überlebte das KZ Ravensbrück. Nach dem Krieg gehörte sie der verfassungsgebenden Versammlung von Baden-Württemberg an, wurde Landtagsabgeordnete für die KPD und Mitglied des Mannheimer Gemeinderats, und sie war 1947 Mitbegründerin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Der Dokumentarfilm erinnert an eine mutige Kämpferin für das Recht und die Menschlichkeit und an ihr Wirken im Mannheim der Nachkriegszeit.
Die Uraufführung des Films erfolgt in Kooperation mit der VVN-BdA Kreisvereinigung Mannheim.
Mit Einführung und anschließender Diskussion mit den Filmemacher*innen.
Freier Eintritt! Buchen Sie bitte über den Ticketlink ihre kostenlose Eintrittskarte (betrifft beide Vorstellungen).

Die Aufrechte: Anette Langendorf – eine Mannheimer Antifaschistin

DEU

2021

Klaus Dollmann, Chris Hölzing, Annette Lennartz, Fritz Reidenbach.

Nach den beiden ausverkauften Premieren-Vorstellungen im Januar bieten die beiden Zusatzvorführungen am 16. März erneut die Möglichkeit, eine engagierte Mannheimer Politikerin filmisch zu entdecken:
Anette Langendorf (1894-1969) ist ein wichtiges Beispiel in dunkler Zeit: Als Antifaschistin leistete sie im „Dritten Reich“ aktiv Widerstand.
1921 kam sie mit ihrer Familie nach Friedrichsfeld, engagierte sich für kommunale und soziale Belange. 1929 wurde sie für die KPD in den badischen Landtag gewählt, ab 1930 gehörte sie dem Mannheimer Gemeinderat an. Sie trat den Nazis konsequent entgegen, wurde aktiver Teil des Mannheimer Widerstands. Ihr Mann wurde 1942 mit weiteren Widerständlern ermordet, sie überlebte das KZ Ravensbrück. Nach dem Krieg gehörte sie der verfassungsgebenden Versammlung von Baden-Württemberg an, wurde Landtagsabgeordnete für die KPD und Mitglied des Mannheimer Gemeinderats, und sie war 1947 Mitbegründerin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Der Dokumentarfilm erinnert an eine mutige Kämpferin für das Recht und die Menschlichkeit und an ihr Wirken im Mannheim der Nachkriegszeit.
In Kooperation mit der VVN-BdA Kreisvereinigung Mannheim.
Mit Einführung und anschließender Diskussion mit den Filmemacher*innen.
Eintrittspreis: 5,00 Euro

Das trojanische Pferd - Der Stuttgart 21-Film

DEU

2021

Klaus Gietinger

Ein Abend mit Regisseur Klaus Gietinger und mit musikalischer Begleitung von Bernd Köhler und Laurent Leroi:
DAS TROJANISCHE PFERD schildert die Entstehung des Projekts Stuttgart 21 als reines Immobilen- und Tunnelbauprojekt, als Zerstörung eines gut funktionierenden Bahnhofs von Anfang an. Neben der Chronologie des Projektes ab 1994 schildert der Film auch den Widerstand der Stuttgarter Bevölkerung bis zum heutigen Tag. Und er zeigt, dass Stuttgart 21 längst noch nicht gelaufen ist. Es wird immer deutlicher: Die Kritikerinnen und Kritiker hatten in allem Recht. Der Bahnhof ist viel zu klein, brandgefährlich, klimaschädlich, völlig untauglich für den Deutschlandtakt und führt zu mehr Autoverkehr. Der renommierte Filmemacher Klaus Gietinger (DAHEIM STERBEN DIE LEUT’, 1984) blickt in seinem Filmschaffen immer wieder kritisch auf zeitgeschichtliche und aktuelle Missstände; in seinem neuesten Film zeigt er deutlich den S21-Fahrplan auf, der absehbar ins Desaster führt.
In Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!“
In Anwesenheit des Regisseurs Klaus Gietinger und mit Musik von Bernd Köhler (Gesang, Git) und Laurent Leroi (Akkordeon) von der Gruppe ewo2

Kinski Paganini

Italien / Frankreich

1989

Klaus Kinski

Klaus Kinski, Debora Kinski, Nicolai Kinski

KINSKI PAGANINI ist vor allem Kinski pur, gerade das macht den Film so schwer zugänglich und zugleich so beachtlich in seiner Maßlosigkeit. Minutenlang ist ein Mann auf einer Bühne zu sehen, der kaum zu stehen vermag, dessen verlebtes Gesicht durch unzählige Kerzen beleuchtet wird und der irren Blickes in die Menge schaut. Das Publikum besteht fast ausschließlich aus jungen Frauen, die ihn bewundern und vor Entzücken schreien. Das Konzert, das Paganini 1834 als schwer kranker Mann gab, dient als Aufhänger, Rahmen und wiederkehrendes Motiv im Film, als deutlichste Manifestation einer Hysterie, die Paganini einst beim einfachen Volk wie auch beim Adel entfacht hatte. Die Parallelen zwischen seinem und Paganinis Leben schienen Kinski derart frappierend, daß er gelegentlich von Reinkarnation sprach. In dem gefeierten, genialischen, animalischen, von den Frauen heiß begehrten und von den Institutionen verdammten Künstler Paganini fand Kinski sein vollkommenes alter ego. Klaus Kinski, der seine einzige Regiearbeit lange Jahre vergeblich zu realisieren versuchte, spielt und inszeniert die Figur mit maßloser Expressivität und Exaltiertheit.

Oliver Uschmann liest aus: Überleben beim Fußball Anschließend Filmvorführung: Wir die Wand

DEU

2013

Klaus Martens

An diesem Abend dreht sich alles um Fußball – volle Aufmerksamkeit für die schönste Nebensache der Welt! Oliver Uschmann liest rund 90 Minuten aus seinem Buch »Überleben beim Fußball – Expeditionen am Ball«. Anschließend zeigen wir die Dokumentation wir die wand. Uschmann hat ein Buch geschrieben, das der Menschheit mittels humoristischer Überspitzung wirklich mal erklärt, was ein »Sechser« oder ein »Neuner« ist, was es bedeutet, »gegen den Ball« zu spielen, wo die Schiedsrichter wirklich ausgebildet werden, warum Portugal stets überschätzt wird und wieso man manchen »Krimi« heute nur noch so anschauen kann, dass man anderen Männern beim Anschauen zusieht. Fakt ist: Oliver Uschmann ist ein Fußball-Nerd. Ein Besessener. Und der Abend ein Muss.
In "Wir die Wand" kommen 25.000 Menschen – das entspricht der Einwohnerzahl einer Stadt wie Olpe – auf einer einzigen Tribüne zusammen. Für einen Fußballnachmittag werden sie zu einem geschlossenen und zugleich zerbrechlichen sozialen Gefüge. Eine Gemeinschaft, die sich nach dem Abpfiff auflöst, um sich 14 Tage später wieder für ein paar Stunden neu zu bilden. wdr-Autor Klaus Martens und sein Team haben elf BVB-Fans begleitet: Von dem Zeitpunkt, zu dem sie ihren Platz in der »gelben Wand« einnehmen bis kurz nach dem Schlusspfiff. Entstanden sind filmische Impressionen mit einer ungewöhnlichen Dichte zum Geschehen und der Dramatik auf der Tribüne, wie sie bisher noch nie in einem Fußballstadion gedreht wurden. In Kooperation mit Maifeld Derby.
Eintritt 10 €, Kartenreservierung per E-mail: hauke@karakter-live.com

Die treibende Kraft – Leben und Werk der Künstlerin Angelika Nain

DEU

2025

Klaus Peter Karger

Dokumentarfilm

Angelika Nain ist eine von mehr als 50 000 Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland. Seit fast 30 Jahren versucht sie vom Kunstschaffen zu leben. In mehr als 50 Einzel- und Gruppenausstellungen waren seitdem ihre Werke zu sehen – Malerei, Objekte und Druckgrafik, die ihre Lebenserfahrungen etwa in der Flüchtlingshilfe spiegeln. Ihre Einkommenssituation war jedoch immer prekär und geprägt durch Nebentätigkeiten. Nain steht damit exemplarisch für die Mehrzahl der Bildenden Künstlerinnen und Künstler in Deutschland. Es gibt diese treibende Kraft, die sie nie aufgeben lässt. Trotzdem bleibt die Frage: Was ist uns Kunst wert? „Empathisches Porträt über eine beeindruckende Persönlichkeit und Künstlerin.“ (kino-zeit.de) – „Als Porträt und sozialer Appell unbedingt sehenswert.“ (Badische Zeitung)

Klänge des Verschweigens

DEU

2012

Klaus Stanjek

Dokumentarfilm

Als Filmemacher Klaus Stanjek die Wahrheit über seinen Lieblingsonkel Willi erfährt, bricht die Familienfassade jäh zusammen: Denn Willi Heckmann, Jahrgang 1897, war nicht nur Alleinunterhalter und lyrischer Tenor – sondern auch schwul und wegen seiner sexuellen Orientierung acht Jahre im KZ interniert. Ein streng gehütetes Familiengeheimnis. Aus dem Nebel der Erinnerung entwickelt sich eine ergreifende Spurensuche über die Verfolgung und Ächtung Homosexueller in Nazi-Deutschland und in der Nachkriegszeit. In seinem detektivischen Dokumentarfilmprojekt macht Stanjek die Dynamiken des Verdrehens und Verdrängens der Wahrheit in deutschen Familien sichtbar.

Versicherungsvertreter

DEU

2011

Klaus Stern

"Wer seine Grenzen nicht kennt, hat auch keine"… VERSICHERUNGSVERTRETER erzählt die Geschichte des Mehmet Göker, 32, absoluter Herrscher über ein sektenähnliches Versicherungsimperium und zeigt Aufstieg und tiefen Fall des türkischstämmigen Jungunternehmers aus Kassel. Eine Parabel von Gier und Größenwahn. Aber auch ein erhellender Einblick in das Geschäftsgebaren privater Krankenversicherungen.

Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp

DEU

2024

Klaus Stern

Palantir Technologies – Hauptprodukt: Gotham, eine höchst erfolgreiche und höchst umstrittene Datenanalyse-Software. Die Firma ist so verschwiegen wie mysteriös, ihre Gotham-Software wird von Geheimdiensten, Militär, Polizei – dies auch in Deutschland – genutzt, um Informationen zu sammeln. Oder um gezielte Tötungen vorzunehmen. CIA und NSA haben Palantir großgemacht, Bin Laden soll mit ihrer Hilfe zur Strecke gebracht worden sein. Unternehmenschef Alex Karp sieht sich als Neo-Marxist – gegründet hat er Palantir allerdings zusammen mit dem rechtsreaktionären Libertären Peter Thiel. WATCHING YOU ist eine investigative Annäherung an die größte kommerzielle Überwachungsfirma der Welt und an ihren CEO, der stolz darauf ist, dass seine Eltern Hippies waren. Und der sich immer dann zu entziehen scheint, wenn zu viele Blicke auf ihn gerichtet sind.
Nach der Vorführung am Mi. 03.07. findet eine Filmdiskussion mit Sébastian Elbracht vom Chaos Computer Club Mannheim e.V. statt, auch in Hinblick auf die (mutmaßlich rechtswidrigen) Pläne der bayrischen Polizei, die umstrittene Überwachungssoftware Palantir einzusetzen.
 

Weltmarktführer – Die Geschichte Des Tan Siekmann

DEU

2004

Klaus Stern.

Im Jahr 2000 galt Tan Siekmann, heute 37, als das deutsche Modell von Bill Gates und wurde von Medien und Politikern gleichermaßen hofiert. Bei ca. 8 Mio Euro Umsatz war seine Firma Biodata im Jahr 2000, auf dem Papier, 2 Mio Euro wert! Sie galt als Marktführer beim Thema Netzwerksicherheit. Internationale Fernsehsender rissen sich um Interviews, Politiker wie Roland Koch ließen sich gerne mit dem Börsenwunderkind ablichten. Im November 2001 platzte die Seifenblase, Biodata mußte Konkurs anmelden. Ein Jahr lang hat Regisseur Klaus Stern das Börsenwunderkind von einst, Tan Siekmann, begleitet, dessen Karriereverlauf exemplarisch für den Zusammenbruch des Neuen Marktes in Deutschland steht. „Das erste deutsche 90-Minuten-Werk über das Ende der Jugendbewegung, die New Economy hieß.“ (Spiegel Nr. 34/2004)

Die Vogelpredigt

CHE

2004

Klemens Klopfenstein

Polo Hofer, Max Rüdlinger, Sabine Timoteo

Zwei ältere Schauspieler aus Bern, ein komisch-tragisches Paar, suchen ihren ehemaligen Regisseur auf, um ihn von einer neuen Filmidee zu überzeugen: ein feuriges, farbiges Werk mit schönen Frauen in Afrika. Nach Irrfahrten und Pannen im nächtlichen winterlichen Appenin, wo sich die beiden in Teile eines erotischen Films und eines philosophischen Klosterfilms verirren, gelangen sie erschöpft zu Fuss zum Regisseur. Dieser hat sich ins steinige und melancholische Umbrien zurückgezogen und beschäftigt sich mehr mit Askese, Konsumverzicht und dem Untergang. Er hält nichts von Mainstream und kann die beiden überzeugen, einen franziskanischen Film namens „Die Vogelpredigt“ zu drehen. In Mönchskleidern werden sie zu den Proben in die sibillinischen Wälder geführt, dort aber schnappt die Falle zu: der Regisseur verschwindet und die beiden verirren sich. (also von Gesetzes wegen ab 18)

klip

Studierende der TH Mannheim

Von Kurzfilm über Musikvideo und Zeichentrick bis zu 3D-Animation zeigen Student*innen der Fakultät für Gestaltung an der Technischen Hochschule Mannheim auf der großen Kinoleinwand ihr Können. Dazu gibt es einen kurzen Vortrag der oscarprämierten Alumni Tobias Eckerlin und Lilli-Luisa Heckmann.

Die Premiere des neuen Filmfestivals „klip“ richtet die Aufmerksamkeit auf den Filmstandort Mannheim und das hiesige Talent.

Ex Drummer

BEL

2007

Koen Mortier

Dries Vanhegen, Norman Baert, Sam Louwyck, Gunter Lamoot, Dolores Bouckaert, Jan Hammenecker, Wim Williaert, François Beukelaers, Bernadette Damman

Der Ex-Schlagzeuger und derzeitige Skandalbuchautor Dries (Dries Vanhegen) erhält ein schrilles Angebot: Er soll für die Punk-Combo dreier behinderter Freunde trommeln. Dries verspricht sich Inspiration, außerdem soll der Behindertenstatus die Jury eines Talentwettbewerbs beeindrucken. „This is Hardcore“ verheißt das Plakat und selten traf es die Werbung besser: Was der Belgier Koen Mortier in seiner Reise zur (a)sozialen Unterschicht aufdeckt, fordert starke Nerven, belohnt aber mit einer sensationell schwarzhumorigen, unvergesslichen Groteske.

Brave Story

JAP

2006

Kôichi Chigira

Wataru besucht die 5. Klasse. Sein einziger Wunsch ist es, glücklich mit seinen Eltern zusammenzuleben. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Der Vater verlässt die Familie, die Mutter landet im Krankenhaus. Watarus Welt bricht zusammen. Durch die Begegnung mit einem Jungen aus der Parallelklasse verändert sich alles: Er zeigt Wataru ein magisches Reich, in dem für diejenigen, die es verdienen, alle Wünsche wahr werden. Wataru macht sich auf die Suche nach der Schicksalsgöttin, mit Drachen, Rittern und Magiern.

Welcome Back, Mr. Mcdonald

Japan

1997

Koki Mitani

Toshiaki Karasawa, Kyoka Suzuki, Masahiko Nishimura

Miyako hat bei einem Drehbuchwettbewerb gewonnen. Ihre Geschichte soll nun bei einem Radiosender als Hörspiel produziert werden, wegen Zeitmangels des weiblichen Stars live und um Mitternacht. Auf Drängen des Stars willigt die Autorin ein, den Namen der Protagonistin zu verändern (aus einer Japanerin wird „Mary Jane“) und besiegelt damit das Schicksal ihres Werkes. Eine Kettenreaktion von halsbrecherisch improvisierten Veränderungen nimmt ihren Lauf, an deren Ende der wundersame Wiedereintritt eines gewissen Mr. McDonald in die Erdatmosphäre steht – akustisch in Szene gesetzt mit einem Staubsauger. Koki Mitani hat eine augenzwinkernde Komödie inszeniert. Das rein akustische „Spiel im Spiel“ sorgt schon allein für humoristische Einlagen, aber gerade die Entstehungsgeschichte des immer wieder umgeschriebenen Stücks wird zu einem furiosen Wettlauf mit der Zeit. Eine temporeiche Screwball Comedy, die vom effektiven Spiel der Darsteller und dem geschickten Timing des Regisseurs lebt.

Fan Chan - My Girl

Thailand

2003

Kollektiv 365 Film Production

Chalee Trirat, Focus Jeerakul, Chaleumpol

Manchmal genügt ein kleines Detail oder eine Melodie, um eine verblaßte Erinnerung wieder zu beleben. Auch Jeab ist das so. Er fährt in seine Heimatstadt in der thailändischen Provinz, weil er zur Hochzeit seiner Kinderfreundin Noi-Naa eingeladen wurde. Auf der Fahrt hört er ein Lied aus seiner Kindheit und erinnert sich: an die Fahrten im Schulbus, wo er erst bei den Mädchen und noch nicht hinten bei der Jungen-Clique saß, an das Eis vom Bäcker und die erste vorsichtige Liebe zu Noi-Naa. Gleich sechs Regisseure (Komgrit Threewimol, Songyos Sugmakanan, Nithiwat Tharatorn, Vijja Kojew, Vithaya Thongyuyong, Adisorn Tresirikasem), die sich für dieses Projekt zum Kollektiv 365 zusammenschlossen, haben mit FAN CHAN ein Erinnerungskonzentrat aus ihren sechs Kindheiten gedreht. Ihr witziges und einfallsreiches Debüt sorgte in Thailand für den Überraschungserfolg des Jahres.

Die Geschichte der 47 Ronin

JAP

1994

Kon Ichikawa

Ruriko Asaoka, Hisashi Igawa, Renji Ishibashi

Die Geschichte der 47 Ronin ist ein in Japan sehr berühmtes Ereignis, bei dem 47 Krieger den Tod ihres Herrn rächten. Die Ereignisse gelten als vorbildliches Beispiel für die bedingungslose Treue der Samurai (der Ausdruck Ronin bezeichnet einen herrenlosen Samurai) Von diesem Ereignis gibt es seit ca. 100 Jahren auch zahlreiche Verfilmungen. Die von Kon Ichikawa aus dem Jahre 1994 ist eine der neuesten.

Könige des Sommers – Vingt dieux

FRA

2024

Louise Courvoisier

Clément Faveau, Maïwène Barthelemy, Luna Garret, Mathis Bernard, Dimitry Baudry

Totone ist jung, unbekümmert, verbringt seine Zeit mit den Kumpels, mit Flirts und gelegentlichen Prügeleien mit den Jungs aus dem Nachbardorf. Doch dann ist er plötzlich allein verantwortlich für seine jüngere Schwester und für den elterlichen Hof. Er schmiedet einen Plan: Er will den besten Comté-Käse herstellen und die 30.000 Euro Preisgeld einstreichen. Für den besten Käse braucht man die beste Milch. Die gibt es auf dem Hof bei Marie-Lise. Er bändelt mit ihr an…

Die sommerlich-frische Komödie inmitten der schönen, rauen Landschaft der Jura-Region ist in den Nebenrollen mit Laien besetzt, was der Darstellung des ländlichen Lebens größte Authentizität verleiht. In Cannes mit dem Prix de la Jeunesse der Reihe Un Certain Regard ausgezeichnet!

Goya - oder der arge Weg der Erkenntnis

DDR/UdSSR

1971

Konrad Wolf

Donatas Banionis, Olivera Vuco, Fred Düren, Tatjana Lolowa, Rolf Hoppe

Konrad Wolf zeigt den Künstler Goya als einen Mann des Widerspruchs: Als Hofmaler Karls IV. von Spanien ist Don Francisco de Goya y Lucientes zu Ansehen und Wohlstand gekommen. In leidenschaftlicher Liebe fühlt er sich zu der Herzogin Alba hingezogen, gleichzeitig hasst er die hochnäsige Aristokratin in ihr. Er glaubt an den König und die Kirche, gleichzeitig ist er durch und durch Spanier und liebt das Volk. Je weiter er in das Leben des Volkes eindringt, daraus Motive für seine Kunst schöpft, desto größer wird seine innere Pein angesichts der Zustände im Land.

Mit enormem Produktionsaufwand schuf Konrad Wolf diese Künstlerbiografie nach dem Roman von Lion Feuchtwanger als beeindruckende Parabel auf das Verhältnis von Kunst und Macht.

Solo Sunny

DDR

1980

Konrad Wolf

Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Dieter Montag, Klaus Brasch, Fred Düren

Sängerin Ingrid Sommer, genannt Sunny, entscheidet selbstständig und frei, was in ihrem Leben passiert. Zu Kompromissen ist sie nicht bereit. Mit einer Band tingelt sie quer durch die Kulturhäuser und Festlichkeiten der DDR. Der große Erfolg bleibt ihr verwehrt. Sunny sehnt sich nach Glück und Anerkennung. Als sie sich gegen sexuelle Übergriffe eines Bandkollegen wehrt, fliegt sie aus der Gruppe…

Konrad Wolfs letzter Spielfilm ist mit vielschichtigen Charakteren und treffsicheren Dialogen ein Meisterwerk der Alltagsbeobachtung, leicht und heiter inszeniert als Plädoyer für Individualität.

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