Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Son of Cornwall – Der Tenor John Treleaven

DEU

2020

Lawrence Richards

Startenor John Treleaven hat es als Opernsänger aus einem kleinen Fischerdorf in Cornwall auf die großen Bühnen der Welt geschafft. In Rollen wie Siegfried, Tristan oder Peter Grimes begeisterte er viele Jahre lang das Publikum an Opernhäusern wie der Royal Opera House Covent Garden und der English National Opera in London, war engagiert in Wien, Tokio und Los Angeles, auch in Mannheim (wo er sein Deutschland-Debüt gab). In diesem mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm porträtiert Dokumentarfilmer Lawrence Richards seinen Vater John Treleaven: Wie ist es, wenn man sein Talent entdeckt? Wie bringt man seine Persönlichkeit ein in einer Operninszenierung? Und wie ist das Verhältnis zwischen internationaler Karriere und der Familie zuhause? Entlang der Küste von Cornwall lassen Vater und Sohn die Opern-Laufbahn Revue passieren, sprechen darüber, was zum künstlerischen Schaffen antreibt und welche Opfer Treleaven wie auch sein Sohn Lawrence aufbringen mussten.
In Anwesenheit von Regisseur Lawrence Richards

Le Voyage de Talia

BEL

2022

Christope Rolin

Aminata Sarr, Nadège Bibo-Tansia, Oumy Sow

Talia ist Europäerin. Sie lebt in Belgien, spricht die Sprache und ist fester Teil der Gesellschaft. Ihre Wurzeln liegen im Senegal, den sie selbst noch nie gesehen hat. Eine Reise nach Dakar soll sie näher mit dem Land ihrer Vorfahren in Verbindung bringen, doch vor Ort findet sie nur eine leere Villa vor, die ihrer Familie gehört. Ohne Orientierung wandert Talia durch ein fremdes Heimatland, bis sie auf Malika trifft, eine geheimnisvolle fliegende Vogelhändlerin. Der belgische Independent-Film zeigt die zunehmend schwierige Aufgabe einer modernen Generation junger Europäer*innen vom Suchen und Finden der eigenen Identität, die oft parallel zum ohnehin schwierigen Erwachsenwerden stattfindet. Es ist der erste Langfilm des belgischen Regisseurs Christophe Rolin.

Ava

FRA

2017

Léa Mysius

Noée Abita, Laure Calamy, Juan Cano, Tamara Cano

Die dreizehnjährige Ava verbringt den Sommer mit ihrer Familie an der französischen Atlantikküste. Salz in den Haaren, gegen die Sonne blinzeln, tropfende Badeanzüge, Pommes Frites und Eis. Doch der schöne Schein trügt, denn Ava weiß, sie wird in Kürze erblinden. Dennoch stürzt sie sich voll Lust und Lebensfreude in ihr Abenteuer Jugend. Wild und ungestüm, mal sonnendurchflutet, mal dunkel ist dieser Film, impressionistisch inszeniert und immer wieder in mythische Gefilde ausbrechend: Das vielversprechende Debüt von Léa Mysius, die in Cannes für ihr Drehbuch ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt: Noée Abita, die Ava mit Haut und Haaren verkörpert auf ihrer Reise durch den Sommer, durch die Emotionen, durch die Pubertät

The Five Devils

FRA

2022

Léa Mysius

Adèle Exarchopoulos, Sally Dramé, Swala Emati, Moustapha Mbengue

Die siebenjährige Vicky lebt mit ihren Eltern in einem Bergstädtchen am See „Les Cinq Diables“. Sie hat eine magische Gabe: Sie kann jeden beliebigen Duft reproduzieren und sammelt Gerüche in sorgfältig beschrifteten Gläsern. So hat sie auch den Duft ihrer Mutter eingefangen, die sie exzessiv liebt. Mit Ankunft der Schwester ihres Vaters aber wird Vicky durch deren Geruch in dunkel-archaische Rückblenden versetzt: Zwischen ihrer Mutter und ihrer Tante ist nicht alles so, wie es scheint.
Léa Mysius verbindet in ihrem Film auf packende Weise Konzepte von Identität, Sexualität und Mystik mit Motiven von Zeitreise – und die Darstellung der Mutter durch Adèle Exarchopoulos (BLAU IST EINE WARME FARBE) ist eine naturgewaltige Wucht.

Emporte-moi

Kanada

1999

Léa Pool

Karine Vanasse, Pascale Bussières

Quebec in den frühen 60er Jahren: Die heranwachsende Hanna muß sich mit den Widrigkeiten des Teenager-Daseins und dem konfliktbeladenen Alltag in ihrer jüdisch-katholischen Familie auseinandersetzen. Trost und Inspiration findet die eigensinnige Heldin ausgerechnet in frühen Filmen Godards – aber ob Anna Karina wirklich ein geeignetes role-model ist?

The Drover´s Wife - Die Legende von Molly Johnson

AUS

2021

Leah Purcell

Leah Purcell, Rob Collins, Jessica De Gouw, Sam Reid

Im Jahr 1893 in der rauen Landschaft der Snowy Mountains im australischen Outback sind die Hierarchien klar: Mann über Frau, Weiß über Schwarz. Doch gerade hier ist die hochschwangere Molly Johnson mit ihren Kindern auf einer Farm komplett auf sich allein gestellt. Ihr Mann ist seit Monaten fort zum Viehtrieb im Hochland. Bewaffnet mit einem Gewehr, einem Überlebenswillen aus Stahl und dem Beschützerinstinkt einer Mutter ist Molly bereit, alles für ihre Kinder und ihr Überleben zu tun. In der nahen Siedlung freilich muss sich der neue Polizeichef erst an die ungeschriebenen Regeln der Gegend gewöhnen, als er es mit einem schrecklichen Mordfall und der Fahndung nach einem geflohenen Aborigine zu tun bekommt. Und als Molly auf ihrem Grundstück einen verwundeten Aborigine findet, kommt es zur tödlichen Auseinandersetzung.
Als Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin inszeniert Leah Purcell – selbst mit Aborigine-Wurzeln – einen hochspannenden Australien-Western: „Leah Purcells indigene, feministische Neuinterpretation von Henry Lawsons bekannter Kurzgeschichte [aus dem Jahr 1892] ist ein Schuss zwischen die Augen einer weißgetünchten Fabel.“ (The Guardian)

Die Mühle Und Das Kreuz

SWE/POL

2011

Lech Majewski

Rutger Hauer, Charlotte Rampling, Michael York

Kunstgeschichte in Form eines opulenten Historiendramas. Pieter Bruegels Gemälde „Die Kreuztragung Christi“ ist deshalb bemerkenswert, weil es das biblische Motiv nicht im Heiligen Land ansiedelt, sondern in der flämischen Heimat des Künstlers. Die Mühle und das Kreuz erzählt die Entstehungsgeschichte des Bildes. Rutger Hauer zieht als Bruegel durchs Land und hält das Schicksal verschiedener Menschen, die unter der Herrschaft der Spanier leiden, in Skizzen fest. Inszeniert hat der polnische Regisseur Lech Majewski, unter den herausragenden Schauspielern befinden sich neben Hauer noch Charlotte Rampling und Michael York. Wer den Film beim Festival im November verpasst hat, hat hier noch mal die Möglichkeit ihn zu sehen.

Milyang - Secret Sunshine

ROK

2007

Lee Chang-dong

Song Kang-ho, Jeon Do-yeon

SECRET SUNSHINE erzählt von der jungen und selbstbewussten Klavierlehrerin Shin-ae, die nach dem Umzug in eine neue Stadt ihren Sohn verliert und um das eigene psychische Überleben kämpft. Aus der inneren Logik der Personen entwickelt Lee Chang-dong eine Geschichte voller absurder, trauriger und überraschender Wendungen, die so unvorhersehbar und dabei so stimmig ist, dass man das Gefühl hat, sie zum allerersten Mal auf der Leinwand zu sehen. Aus der Komödie eines ungelenken Neuanfangs wird ein Thriller, aus dem Thriller ein Melodrama, aus dem Melodrama eine Farce auf die aggressiven christlichen Missionierungsfeldzüge in Korea Ausgezeichnet mit dem Preis der Jury 2007 in Cannes.

Secret Sunshine

KOR

2007

Lee Chang-dong

Jeon Do-yeon, Song Kang-ho, Jo Yeong-Jin

Nach dem Tod ihres Mannes zieht Shin-ae (Jeon Do-yeon) mit ihrem Sohn Jun (Seon Jung-yeop) von Seoul in die Kleinstadt Miryang. Trotz ihrer ehrlichen Versuche, in der ungewohnten Umgebung Fuß zu fassen, fühlt sie sich einsam und fremd. Nur Junggeselle Jong-chan (Song Kang-ho) sucht ihre Nähe. Als Jun eines Tages kaltblütig ermordet wird, schließt sich Shin-ae in ihrer Verzweiflung gläubigen Nachbarn an, um Trost bei Gott zu finden. Doch auf der Suche nach Vergebung und Frieden werden ihre Zweifel und Wut stärker als der Glaube. Regisseur Lee Chang-dong („Green Fish“, „Peppermint Candy“, „Oasis“) zählt zu den bekanntesten und international erfolgreichsten Regisseuren des südkoreanischen Kinos. In seiner vierten Regiearbeit gelingt ihm ein tiefer Blick in eine verwundete Seele und die ergreifende Bebilderung der inneren Tour de Force einer einsam Trauernden. SECRET SUNSHINE war 2007 im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes zu sehen und Hauptdarstellerin Jeon Do-yeon wurde für ihr eindringliches Spiel mit dem Preis als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Out At The Wedding

USA

2007

Lee Friedlander

Andrea Marcellus, Desi Lydic, Charlie Schlatter, Mike Farrell, Mink Stole, Reginald VelJohnson, Cathy DeBuono, Mystro Clark

Meine Familie ist tot! Mit dieser kleinen Lüge will Lexie Ihrem schwarzen jüdischen Verlobten nur Ihre konservative Südstaaten-Sippe ersparen. Also fährt sie stattdessen mit einem schwulen Freund zur Hochzeit ihrer jüngeren Schwester und schon denken alle, Lexie sei lesbisch. Zurück in New York, kündigt sich ihre Schwester Jeannie an und der kleinen Lüge folgend, engagiert Lexie die „echt“ lesbische Risa. Aber wie Lesben eben so sind: Drama, Drama, Drama. Das Karussell der Verwicklungen dreht sich immer schneller. Die Schwiegereltern riechen Lunte und treten überraschend auf den Plan, und zu allem Überfluss verguckt sich Mietfreundin Risa in die frisch verheiratete Jeannie… Regisseurin Lee Friedlander begeisterte bereits talentiert und humorvoll mit GIRL PLAY. Mit der überraschenden, ebenfalls schon preisgekrönten Komödie OUT AT THE WEDDING setzt sie noch eins drauf. Hier ist nichts, wie es sein sollte und doch alles fast perfekt – garantierter Spaß für die ganze QUEER family!

The Unforgiven

JAP

2014

Lee Sang-il

Ken Watanabe, Akira Emoto

Japanischer Geist und westliche Technik: Als Remake von Clint Eastwoods (fast) gleichnamigem Film aus dem Jahr 1992 ist sich die japanische Version den Genreregeln des Westerns wohl bewusst, nur eben, dass diese neu belebt werden – und man kann durchaus sagen: von einem japanischen Geist. Nach dem Zusammenbruch des Tokugawa-Shogunats widersetzt sich der gefürchtete Samurai Jubei noch ein paar Jahre den aufstrebenden Machthabern, dann legt er die Waffen nieder und bewirtschaftet fortan als Bauer ein Stück Land. Da taucht eines Tages ein Ex-Kampfgefährte auf und bittet ihn, ihm bei der Jagd nach zwei Siedlern zu helfen, die einer Prostituierten das Gesicht zerschnitten haben. Leicht verdientes Kopfgeld winkt – doch die Männer haben nicht mit dem tückischen Gesetzeshüter Ichizo gerechnet…
Regisseur Lee Sang-il hält sich ans Original, übertritt aber mit Referenzen ans Samuraikino Genregrenzen.

Die Letzte Kriegerin

NZE

1994

Lee Tamahori

Rene Owen, Temuera Morrison, Julian Arahanga

Die schöne Beth stammt von einer angesehenen Maori-Familie ab. Vor 18 Jahren heiratete sie – gegen den Willen der Eltern – ihre Jugendliebe Jake. Inzwischen ist Beth fünffache Mutter und lebt mit ihrer Familie in einem Elendsviertel. Arbeitslosigkeit und Alkoholmissbrauch haben Jake in einen gewalttätigen Mann verwandelt, der sich immer mehr von Beth entfremdet. Hilflos sieht Beth mit an, wie auch ihre Kinder nach und nach auf die schiefe Bahn geraten. Doch erst als sich ihre Tochter nach einer Vergewaltigung das Leben nimmt, rebelliert Beth gegen die Gewalt und besinnt sich auf ihre Wurzeln. Zum Weltfrauentag in Zusammenarbeit mit dem FrauenKulturRat. Moderation: Dr. Barbara Malchow-Tayebi, Leiterin des Goethe-Instituts Mannheim-Heidelberg

Norwegian Dream

NOR/POL/DEU

2023

Leiv Igor Devold.

Hubert Milkowski, Karl Bekele Steinland, Edyta Torhan, Øyvind Brandtzæg.

Der 19-Jährige Pole Robert ist gerade an die norwegische Küste gezogen, um in einer Fischfabrik genug Geld verdienen, um die Schulden seiner Mutter begleichen zu können. Schnell findet er Anschluss bei den anderen Polen im Team – und verliebt sich in Ivar, den Adoptivsohn des Fabrikeigentümers. Doch während Ivar offen schwul ist, will Robert seine Gefühle lieber geheim halten, aus Angst vor der Reaktion seiner Landsleute.
In seinem Spielfilmdebüt erzählt Leiv Igor Devold eine mitreißende schwule Liebesgeschichte vor der atemberaubenden Kulisse der norwegischen Fjord-Landschaft. In den Hauptrollen glänzen der polnische Shootingstar Hubert Milkowski (DAS GRAB IM WALD) und der junge Norweger Karl Bekele Steinland in seiner ersten Filmrolle als schwules Paar, das über soziale und kulturelle Barrieren hinweg zueinander findet.

The Psytrance-Film: You Are Everything

DEU

2016

Lena Geller

Grégoire Gros, Eva Kessler, Adam Nümm, Heiko Kurrat

Georg, freier Journalist ohne Erfolg, will über die Goa-Bewegung schreiben. Mit seiner Freundin Vera fährt er auf die Antaris, das große Festival der Trance-Szene. Sie schließen sich dem DJ und Lebenskünstler Dave Zuma an und begeben sich im Hippie-Bus auf Tour, von Festival zu Festival durch Südost-Europa …
Das Musikroadmovie zeigt eine Amour Fou auf den Goa-Open Air-Festivals Europas und bietet zwischen Liebe und Sinnsuche intime Einblicke in die Psytrance-Neo Hippie-Community, untermalt von einer gelungenen Musikauswahl mit Tracks von Ajja bis Cosmo: Gedreht von einem kleinen Team, das in zwei alten PKWS und einem dreißig Jahre alten, bunt bemalten Wohnmobil von Berlin Richtung Süden reiste, immer der Spur der Festivallocations nach.

Die Kunst sich die Schuhe zu binden

SWE

2011

Lena Koppel

Bosse Östlin, David Gustafsson

Mag sich Alex auch für einen Helden halten – er wird hochkant von seiner Freundin Lisa rausgeworfen. Der verantwortungsscheue Vollversager nimmt einen Job als Betreuer in einem provinziell gelegenen Behindertenheim an, um Lisa und seine 4-jährige Tochter zurückzugewinnen. Seine sorglose, aber liebenswerte Art kommt bei dem unter der strengen Pädagogik leidenden Behinderten-Trupp so gut an, dass Alex sie bei einem Talentwettbewerb anmeldet. Und damit konservativen Eltern, Kollegen und Vorgesetzten ein Dorn im Auge wird. Eine wahre Geschichte, inspiriert vom berühmten Ensemble des Behinderten-Theaters „Glada Hudik“, das 1996 vom damaligen Behindertenbetreuer Pär Johansson gegründet wurde.

Triumph des Willens

DEU

1935

Leni Riefenstahl

Der Film, der den Mythos Riefenstahl begründete – die Regisseurin oszillierte zeit ihres Lebens zwischen den Polen einer innovativen Filmästhetin und einer propagandistischen Wegbegleiterin Adolf Hitlers. TRIUMPH DES WILLENS dokumentiert – mit für die Kamera inszenierten Bildern – den Reichsparteitag 1934 in Nürnberg; der Filmtitel bezieht sich auf den Willen zur Macht, den Hitler stellvertretend für das deutsche Volk verkörpere. Mit dynamischen Kamerabewegungen, rhythmischer Montage, suggestiver Musikuntermalung feiert Riefenstahl das Volk, das Reich, den Führer. Hitler steigt mit dem Flugzeug wie ein Erlöser vom Himmel herab, wird von den Massen wie ein Popstar bejubelt, er wirkt als Hohepriester eines Massenkultes, die Kamera nimmt eine fast erotische Beziehung zu ihm auf: TRIUMPH DES WILLENS ist hochkünstlerisches Propagandaprodukt mit vielerlei Nachwirkungen sowohl in der Ästhetik von Film, Popkultur und Werbung als auch in der Diskussion um das Verhältnis von Kunst, Politik und Ethik im Dokumentarfilm.
Einführung: Dr. Kilian Schultes, Universität Heidelberg

Frank

IRL/GBR

2014

Leonard Abrahamson

Michael Fassbender, Domhnall Gleeson

Ariaferma - Verriegelte Luft

ITA

2022

Leonardo Di Costanzo

Toni Servillo, Silvio Orlando, Fabrizio Ferracane, Salvatore Striano

Ein altes Gefängnis in den Bergen steht kurz vor der Schließung. Die wenigen übrig gebliebenen Häftlinge und Beamte warten auf ihre Verlegung. Das große Gebäude ist in schlechter Verfassung, Küche und andere Gemeinschaftsräume sind bereits geschlossen, . die üblichen Gefängnisregeln scheinen immer weniger Sinn zu machen. Schließlich liefern sich der leitende Wärter Gaetano und der schon lange einsitzende Mafioso Carmine einen Machtkampf um die Kontrolle über das Gefängnis…
Ein spannendes Drama mit existenzialistischen Untertönen. Erstmals treffen die beiden Megastars des italienischen Kinos Toni Servillo und Silvio Orlando in einem psychologischen (und schauspielerischen) Duell aufeinander. ARIAFERMA wurde mit zwei italienischen Filmpreisen „David di Donatello“ ausgezeichnet, darunter für das beste Drehbuch.
Zur Eröffnung mit „Ariaferma“ gibt es für alle Gäste ein Begrüßungsgetränk!

Julie bleibt still

BEL/SWE

2024

Leonardo van Dijl

Tessa Van den Broeck, Laurent Caron, Ruth Becquart, Koen de Bouw

Julie gilt als eines der größten Nachwuchstalente des belgischen Tennisverbands. Dann werden gegen ihren Trainer Jérémy Vorwürfe wegen fragwürdiger Arbeitsmethoden erhoben, er wird suspendiert, eine Untersuchung wird eingeleitet. Und Julie schweigt. In ihrer Stille wächst die Frage, wie sie ihre eigene Stärke finden kann in einer Welt, die ihr bislang die Regeln diktiert hat. Und sie will vor allem Tennis spielen.

Der mehrfach ausgezeichnete Film, hervorragend von Laiendarsteller*innen gespielt, erzählt von Machtmissbrauch und dem Umgang damit, von Ehrgeiz und dem, was ihm geopfert wird. „Ich wollte eine Geschichte erzählen, die die langsamen Schritte einfängt, mit denen Julie beginnt, ihre Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen“, meint Regisseur Leonardo van Dijl: „Julies Entscheidung, nicht zu sprechen, bringt eine einzigartige, befreiende und rebellische Energie mit sich.“

Frank Meyer

DEU

2023

Leonhard Hofmann, Riccardo Dejan Jurković

Dokumentarfilm

Er ist ein Kraftprotz, ein Draufgänger, ein einsamer Wolf – über einen Zeitraum von zehn Jahren begleitet der Film den Darmstädter Bodybuilder Frank Meyer: Es ist das Porträt eines Mannes, der im Ruhestand ist, aber nicht aufhören kann. Sein Lifestyle ist vorgelebte Männlichkeit, aber mit der Nähe zu anderen Menschen hat er Probleme, kann Umarmungen nicht zulassen. Er beginnt, seine Männlichkeit und die gewaltsame Kindheit aufzuarbeiten. Doch trotz massiver gesundheitlicher Probleme wie einem Herzinfarkt, Nierenversagen und Schlaganfall trainiert er weiter und hofft auf ein Comeback.

Der Film porträtiert behutsam und feinfühlig einen Menschen, der sich und seinen Körper für andere ausstellt, aber menschliche Nähe scheut, und der sich langsam, aber bereitwillig öffnet. „Ein eindrücklicher Film, der schonungslos offenlegt, welcher Schmerz hinter jeder Besessenheit steckt.“ (Die Welt)

Unter anderem als bester Dokumentarfilm bei den Hofer Filmtagen und mit dem Langfilm-Publikumspreis des Lichter Filmfests ausgezeichnet!

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner