Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Bonjour Paris

FRA

2017

Léonor Sérraille

Laetitia Dosch, Grégoire Monsaingeon, Souleymane Seye Ndiaye

Sie war in Mexiko, kehrt nach Paris zurück – und landet ungebremst in einer Mid-30s-Krise. Was soll Paula mit ihrer Zukunft anfangen? Ihr Freund, Fotograf, schmeißt sie raus; die Mutter erteilt ihr eine Absage. Ohne Geld und ohne Wohnung macht sich Paula daran, ein neues Leben zusammenzustoppeln. Entführt die Katze von ihrem Ex; tanzt exzessiv auf Partys von Bekannten; lässt sich als Nanny anheuern, um ein Dienstmädchenzimmer als Unterschlupf zu bekommen. Paula ist widerständig und steht längst schon jenseits von jeder süßlichen Romantik: Laetitia Dosch gelingt in ihrer furiosen darstellerischen Leistung, eine der spannungsreichsten Frauenfiguren der letzten Kinojahre zu kreieren, die sämtliche Gefühlsextreme durchlebt.

Mädchen in Uniform

DEU

1931

Leontine Sagan

Hertha Thiele, Dorothea Wieck, Gertrud de Lalsky, Erika Mann

Die 14jährige Halbwaise Manuela von Meinhardis kommt an ein Stift für höhere Töchter in Potsdam, in eine militärisch durchorganisierte Welt strengster preußischer Disziplin. Die Lehrerinnen sind rigoros im Umgang mit den jungen Frauen. Einzig Fräulein von Bernburg versucht, den Schülerinnen auch eine Freundin zu sein – ein Lichtblick für Manuela, die sich nur schwer dieser Welt ohne Wärme und Liebe unterordnen kann. Aus schwärmerischer Zuneigung wird Verliebtheit, und als sie nach einer Schultheateraufführung, beschwingt vom Erfolg und von Bowle, Fräulein von Bernburg ihre Liebe gesteht, kommt es zum Eklat. Ausschließlich weiblich besetzt beschreibt der Film das Leben im Internat als Metapher auf die vernichtende Macht des preußischen Disziplin- und Unterordnungsgeistes.
MÄDCHEN IN UNIFORM war eine der ersten filmischen Auseinandersetzungen mit lesbischer Liebe – das Remake von1958 mit Romy Schneider wirkt im Gegensatz zum Original recht abgeschwächt. 1933 von den Nazis verboten, wurde der Film international ein großer Erfolg, insbesondere wegen der hervorragenden darstellerischen Leistungen.
Einführung: Ilona Scheidle

Die Liebenden von Pont-Neuf

FRA

1991

Leos Carax

Juliette Binoche, Denis Lavant, Klaus-Michael Grüber

Die älteste Brücke von Paris, die Pont-Neuf, ist wegen Renovierung geschlossen – hier leben die Clochards Alex und Hans. Zu ihnen stößt Michèle, die ihre bürgerliche Sicherheit gegen das Leben auf der Straße getauscht hat. Zwischen Alex – Feuerschlucker – und Michèle – Malerin mit schwindendem Augenlicht – entwickelt sich eine Beziehung…
Leos Carax, einer der großen französischen Filmemacher unserer Zeit, erzeugt einen berauschenden Bilderbogen, impulsiv und faszinierend, melancholisch und intensiv, zwischen naturalistischer Schilderung und märchenhafter Stilisierung. „Eine berührende Geschichte um Liebe und Zerstörung, Macht und Ohnmacht, Schicksal und Entscheidung.“ (kino-zeit.de)
Kurzeinführung: Jost Henze
Einlass ab 20:30 Uhr – Eintritt: 10 € / erm. 7 € / Mitglieder 6 €
Von Anfang Juni bis Mitte August gibt es wieder Open Air-Kino in unserem Innenhof im dritten Stock des K1-Gebäudes! Immer samstags können Sie herrliche Sommerabende mit tollen Filmen unter freiem Himmel verbringen.
Das Sommerkino Open Air ist bestuhlt. Es gilt freie Platzwahl.
Es gibt Brezeln und Sommerdrinks – auch alkoholfrei.
Bei schlechtem Wetter laufen die Filme in unserem Kinosa

Holy Motors

FRA

2012

Leos Carax

Denis Lavant, Edith Scob, Eva Mendes, Kylie Minogue, Michel Piccoli, Leos Carax

Monsieur Oscar verabschiedet sich wie ein normaler Geschäftsmann morgens von seiner Familie, wird von der Chauffeurin in einer Stretchlimousine zur Arbeit abgeholt – nur, dass seine Tätigkeit darin besteht, in verschiedene Verkleidungen, in verschiedene Leben zu schlüpfen. In der Limousine bereitet er sich vor, um sich zu verwandeln: In eine Bettlerin oder in den Vater einer Teenager-Tochter, in einen Motion-Capture-Schauspieler, in den monströsen Monsieur Merde oder in einen Auftragsmörder, der auf sich selbst in einer weiteren Rolle angesetzt ist…
HOLY MOTORS von Kultfilmregisseur Leos Carax (DIE LIEBENDEN VON PONT NEUF, POLA X) ist surreales, unkonventionelles, überwältigendes Kino, das mit seinem halluzinatorischen Plot einer faszinierenden Traumlogik folgt. „Ein schön-hässliches Liebesgedicht an das Kino“ (kino-zeit.de), das man gesehen haben muss, um es glauben zu können.
Filmstart mit Einbruch der Dämmerung
Veranstaltungsort: zeitraumexit/Hof, Hafenstr. 68, 68159 Mannheim
Eintrit: 7 Euro regulär/ 5 Euro ermäßigt und Mitglieder

Water Makes Money

DEU/FRA

2010

Leslie Franke

Der Dokumentarfilm zeigt, wie private Konzerne aus Wasser Geld machen. Einst als Allheilmittel zur Sanierung kommunaler Finanzen propagiert, zeigt sich, dass die Privatisierung der Wasserversorgung und auch der Abwasserbeseitigung nicht spurlos am Verbraucher und an der Umwelt vorüber geht. Steigende Preise, sinkende Qualität und ein sorgloser Umgang mit einer kostbaren Ressource sind oft die Folge. Diskussionspartnerin: Sabine Pich (M.A.), Eigenbetrieb Stadtentwässerung Mannheim frei ab 12 Jahren

Wer rettet wen?

DEU

2015

Leslie Franke u. Herdolor Lorenz

Als 2008 die Bankenkrise über Europa hereinbrach, flossen Steuergelder in Milliardenhöhe in die Rettung der Banken. Was seitdem Jahr für Jahr immer stärker spürbar wurde, ist die damit einhergehende gesellschaftliche Krise: Die soziale Ungerechtigkeit ist so groß wie nie zuvor. Es wird immer deutlicher, dass die Rettungsschirme gar nicht nötig gewesen wären, hätte der Staat mit einer „Good Bank“ die Hauptfunktionen des Bankensystems übernommen. Und wäre die Bankenlobby politisch nicht so einflussreich gewesen.
In Kooperation mit Mannheimer Bündnis gegen TTIP, CETA, TiSA. Einführung am 21.5.: Johannes Hauber.

Der marktgerechte Mensch

DEU

2020

Leslie Franke, Herdolor Lorenz

Spätestens seit der großen Finanzkrise ist unser Arbeitsmarkt im Umbruch. Die soziale Marktwirtschaft mit ihren Solidarsystemen wird mehr und mehr ausgehebelt. Der sich immer weiter beschleunigende Wettbewerb bringt das gesamte gesellschaftliche Gefüge in Gefahr. Unser soziales Bindegewebe droht durch Verarmung, Vereinzelung und Entsolidarisierung zu zerbrechen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz, die sich in DER MARKTGERECHTE PATIENT (2018) kritisch mit unserem Gesundheitssystem auseinandergesetzt haben, erzählen in DER MARKTGERECHTE MENSCH anhand von repräsentativen Fallbeispielen von den verheerenden Veränderungen des Arbeitsmarkts zwischen prekären Beschäftigungsverhältnissen, algorithmengesteuerten Arbeitsprozessen, Crowdworking – und zerstörten Lebensläufen und psychischen Erkrankungen. Der Film zeigt aber auch Solidarität, Gemeinwohlwirtschaft und das Eintreten für einen Systemwandel – denn ein anderes, gerechteres Leben ist möglich!

Der marktgerechte Patient

DEU

2018

Leslie Franke, Herdolor Lorenz

Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen im Jahr 2003 steht für deutsche Kliniken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Jede diagnostizierbare Krankheit hat einen prinzipiell fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten die Patienten abfertigt, macht Gewinn, wer sich auf die Patienten einlässt, macht Verluste. Seit diesem entscheidenden Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser durchforsten Wirtschaftsberater die Abteilungen und prüfen die Vorgänge auf ökonomische Effizienz. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Kranke? Sondern: Was bringt er uns?
Mit ihrem Film über Ursachen und Folgen der Fallpauschalen liefern Leslie Franke und Herdolor Lorenz Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patienten und Klinikbeschäftigte einsetzen wollen. In Kooperation mit Bündnis Rhein-Neckar für mehr Personal im Gesundheitswesen, DGB Nordbaden, Überbetriebliches Solidaritätskomitee Rhein-Neckar, ver.di Rhein-Neckar.
Mit Einführung und anschließender Filmdiskussion

Als wir tanzten

SWE/GEO

2019

Levan Akin

Levan Gelbakhiani, Bachi Valishvili, Ana Javakishvili

Der georgische Volkstanz steht in langer Tradition – und seit jeher für Ausdruck von Maskulinität. Seit seiner Kindheit trainiert Merab mit seiner Tanzpartnerin Mary im Georgian National Ensemble. Seine Welt stellt sich auf den Kopf, als der unbekümmerte Irakli zu dem Ensemble stößt – er wird zu Merabs größtem Rivalen, und zu seinem größten Begehren…
Das vielschichtige Drama um Körperlichkeit und Emotionen wurde auf vielen Festivals preisgekrönt.
Läuft vor dem Bundesstart!

James Bond 007 - Der Spion der mich liebte

GBR

1977

Lewis Gilbert

Roger Moore, Barbara Bach, Curd Jürgens, Richard Kiel, Caroline Munro, Bernard Lee

Als ein britisches und ein sowjetisches Atom-U-Boot spurlos verschwinden, beauftragt der MI6 den Agenten 007 – inzwischen zum dritten Mal verkörpert von Roger Moore – und der KGB seine Agentin Anya Amasova (Barbara Bach). Auf ihrer Mission kreuzen sich die Wege der Spione in Kairo, wo sie auf die Spur des Großreeders Karl Stromberg (Curd Jürgens) geraten. Roger Moore wurde der dienstälteste Bond: Über zwölf Jahre spielte er in sieben Filmen die Titelrolle und gab der Filmserie einen zunehmend ironischen Touch. Für einen weißen Lotus Esprit, wie Moores Bond ihn in diesem Film fährt, musste man seinerzeit drei Jahre warten.

Im Westen nichts Neues

USA

1930

Lewis Milestone

Lew Ayres, Louis Wolheim, John Wray, Arnold Lucy

Paul Bäumer ist, wie viele seiner Generation, erfasst von euphorischer Siegesgewissheit, als der Erste Weltkrieg beginnt. Zusammen mit seinen Klassenkameraden meldet er sich zum Militär und erlebt die Schrecken des Stellungskriegs in Frankreich…

Die deutsche Neuverfilmung von Erich Maria Remarques Antikriegs-Roman durch Edward Berger erhielt in diesem Jahr vier Oscars – wir finden aber, dass die erste Verfilmung von 1930 sehr viel besser ist: enger an der Romanvorlage, dennoch ein eigenständiges, pazifistisches Werk – und, erstaunlich für eine US-Produktion, komplett aus der Perspektiver der Deutschen im Schützengraben erzählt. Ein so realistischer wie schonungsloser Film, der noch heute aufrüttelt.

Wir zeigen die im letzten Jahr restaurierte Fassung des Films.

Am 28. Juli 1914 begann mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien der Erste Weltkrieg.

In Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!“

 

Kaum öffne ich die Augen (As I Open My Eyes)

TUN/FRA

2015

Leyla Bouzid

Baya Medhaffar, Ghalia Benali, Montassar Ayari

Tunis 2010, kurz vor dem arabischen Frühling. Farah, gerade 18 Jahre alt, soll nach dem Willen der Eltern Ärztin werden. Sie singt aber lieber in einer Rockband. Und rebelliert damit gegen die einengenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Vibrierendes Porträt einer jungen Frau, die gegen männliche Strukturen Sturm läuft. Ein explosiver Film mit einer fantastischen Hauptdarstellerin und ebensolcher Musik.

Blinder Schacht

CHN/ DEU

2003

Li Yang

Li Yixiang, Wang Shuangbao, Wang Baoqiang

Song und Tang leben ein karges, schweres Leben im heutigen China. Eines Morgens, erstmals begleitet von Tangs Bruder Chaolu, gehen sie zur Arbeit – in die nur unzulänglich gesicherten Kohleminen und verwirklichen ihre lebensverachtende Geschäftsidee. Sie erschlagen Chaolu, bringen die Mine zum Einsturz und entkommen dem Unfallort unversehrt. Den Besitzer der Mine erpressen sie erfolgreich mit der Drohung, sie würden den Unfall bei den Behörden melden und die illegal betriebene Mine auffliegen lassen. Bereichert durch den Tod des eigenen Bruders erfinden die beiden Männer neue „Verwandte“, die sie in Wahrheit von der Straße holen, in die Mine locken um erneut einen Unfalltod zu inszenieren. Ihr neues Opfer soll Yuan sein, ein 16-jähriger Junge vom Lande, den sie noch schnell ins Bordell schicken, damit er nicht als Jungfrau stirbt. Doch das Verhältnis zwischen den Geschäftspartnern Song und Tang verändert sich – und in letzter Minute nimmt ihr Vorhaben eine unerwartete Wendung… Preis: Berlinale 2003 – Silberner Bär für die künstlerische Leistung. (also ab 18)

Match Me!

DEU/AUT

2014

Lia Jaspers

Im Internet die große Liebe finden? Lia Jaspers hat in ihrer Doku drei Singles über ein Jahr mit der Kamera bei ihren Bemühungen begleitet. Während die Österreicherin Sarah hofft, ihr Liebesglück in einer Yoga-Gruppe zu finden, erlebt der geschiedene Sampsa aus Finnland für eine neue Partnerin mit einer ominösen Dating-Agentur allerlei Skurriles. Die deutsche Künstlerin Johanna macht sich auf den Weg nach Irland, um dort beim alljährlichen Matchmaking-Festival ihr Glück zu (ver)suchen. Sie alle verbindet die so vielen Menschen gemeine Sehnsucht nach Nähe und die Hoffnung auf aufrichtige Liebe.
Mitgliedereraktion: am 15.02. ist der Eintritt für Cinema Quadrat-Mitglieder frei.

Suzi Q

AUS

2109

Liam Firmager.

Susan Kay Quatro, Mädchen aus Detroit, wird einer der größten Rockstars der 1970er: 1973 erlebt Suzi Quatro den Durchbruch, mit Songs wie „Can the Can“ oder „48 Crash“, schnell, hart, powervoll, erfolgreich. Damit widerlegte sie die Männlichkeitsmythen des Hardrock, stand als Frontwoman selbstbewusst im Rampenlicht, definierte das Image von Frauen im Rock’n’Roll neu. Und ging ihren Weg, als Sängerin, Songwriterin, Bassistin, Autorin, Schauspielerin, Radiomoderatorin, Dichterin. Bis heute: Für den 6. November ist ein Konzert im Mannheimer Rosengarten angekündigt.

Forest

POL/CZE

2024

Lidia Duda

Dokumentarfilm

Asia und Marek sind mit ihren drei Kindern an den Rand eines der ältesten Wälder Europas gezogen, im Osten Polens, an der EU-Außengrenze. Die Kinder lieben es, in diesem Paradies umherzustreifen. Doch dann bewegen sich immer mehr hungrige, unterkühlte, kranke Menschen durch den Wald – sie sind auf der Flucht in die EU. „Illegalen Immigranten“ zu helfen ist in Polen verboten, doch wie kann man Hilfe verweigern, wenn sie so nötig ist?

FOREST findet ein fesselndes, poetisches Gleichgewicht zwischen dem zutiefst Persönlichen und dem zutiefst Politischen und rückt die Naturlandschaft ebenso wie die emotionale Welt der Figuren in den Vordergrund.

Der Nachtportier

ITA

1974

Liliana Cavani

Charlotte Rampling, Dirk Bogarde, Philippe Leroy, Gabriele Ferzetti

In seiner Schilderung der sadomasochistischen Beziehung einer KZ-Überlebenden zu ihrem SS-Peiniger ebenso kontrovers wie meisterhaft: Im Wien des Jahres 1957 arbeitet der ehemalige SS-Offizier Maximilian Theo Aldorfer als Nachtportier in einem Hotel. Er gehört zu einem Geheimzirkel einstiger Kriegsverbrecher, die die Vertuschung ihrer Taten planen. Eines Tages erscheint die schöne Lucia im Hotel, die in Aldorfer ihren Peiniger erkennt: Schweigsam, gelehrig und stolz hatte sie sich als junge KZ-Inhaftierte während des Krieges den sexuellen Wünschen und Erniedrigungen von Sturmbannführer Aldorfer hingegeben. Heute würde ein Wort Lucias genügen, um ihn auffliegen zu lassen. Aber sie und Max lassen ihre Affäre wiederaufleben. Seine Altnazi-Kameraden freilich fordern ihren Tod.

Mit ihrer Rolle als Lucia feierte Charlotte Rampling ihren großen Durchbruch. In Italien wurde der subversive Skandalfilm, der die „Faszination des Bösen“ aus dem sexualpathologischen Aspekt betrachtet, seinerzeit verboten, was zu massiven Protesten von Stars wie Luchino Visconti sowie einem Streik der italienischen Filmindustrie führte.

Die Haut

ITA/FRA

1981

Liliana Cavani

Marcello Mastroianni, Claudia Cardinale, Burt Lancaster.

Lancaster. 128 Min. ItaOmdtU. FSK: 16
1943 marschieren die Alliierten in Neapel ein, die Nazis sind geflohen, US-Kommandant General Clark übernimmt die Stadt kampflos.  Für die Bevölkerung geht es ums nackte Überleben, Armut und Hunger fördern den moralischen Verfall, jeder muss sehen, wie er seine Haut retten kann. Frauen verkaufen ihre Körper, Männer ihre Ideale, eine Gesellschaft ihre Chance auf Neubeginn, und auch die amerikanischen Soldaten beteiligen sich an Vergewaltigungen und Orgien. Durch diese Hölle auf Erden bewegt sich Curzio Malaparte, in einer Zeit der Ab- und Auflösung jeder Ordnung.
Mit der aufwändigen Verfilmung des gleichnamigen Romans von Curzio Malaparte in Starbesetzung wird Liliana Cavani ihrem Ruf als Skandalregisseurin gerecht: Zwischen Drama, Farce und Satire mischt sie Spekulation und Schock mit Zeitgeschichte und pessimistischem Gesellschaftsporträt.
Wir zeigen die gegenüber der deutschen Kinofassung um 20 Minuten längere Originalfassung des Films (mit Untertiteln).
Beim 21. Mannheimer Filmseminar geht es vom 12. bis 14. Januar unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Wenn Sie nicht am ganzen Filmseminar teilnehmen können, können Sie auch Einzelkarten für die Filmvorführungen kaufen.

Franziskus

ITA/BRD

1989

Liliana Cavani

Mickey Rourke, Helena Bonham Carter, Andréa Ferréol, Paolo Boncelli, Peter Berling, Hanns Zischler, Mario Adorf

Der reiche Tuchhändlersohn Franziskus liest in Kriegsgefangenschaft die Bibel und kehrt innerlich verändert in seine Heimatstadt Assisi zurück. Er hat das wahre Christentum erkannt und lebt als Armer unter Armen.
Liliana Cavani beschreibt in ihrer Biografie des Heiligen Franziskus die Sammlungsbewegung des Franziskanerordens und damit die Erneuerungsbewegung der katholischen Kirche im Hochmittelalter. Die Ideale und religiös-spirituellen Erfahrungen von Franziskus werden dabei bewusst aus der subjektiven Perspektive seiner Anhänger erzählt. Als bekennende Atheistin interessierte sich Cavani aus humanen und sozialen Aspekten über Jahrzehnte speziell für Franziskus, den sie mit Mickey Rourke, dem Kinorebellen der 80er Jahre, besetzte. Der Film wurde 1995 in die Filmliste des Vatikans als eines von 45 besonders empfehlenswerten Filme aufgenommen. In Deutschland lief der Film in einer um 20 Minuten gekürzten Fassung – wir zeigen die originale Langfassung.
Der Film läuft als Vorblick auf das 21. Mannheimer Filmseminar: Vom 12. bis 14. Januar geht es unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Der Besuch dieses Films ist nicht in der Teilnahmegebühr des Filmseminars enthalten.

Jenseits von Gut und Böse

ITA/FRA/DEU

1977

Liliana cavani

Dominique Sanda, Erland Josephson, Robert Powell, Virna Lisi, Michael Degen

Friedrich Nietzsche, Lou Andreas-Salomé und Paul Rée in einer multisexuellen Ménage à trois: Liliana Cavani führt die geistige und künstlerische Kraft ihrer historischen Charaktere auf erotische Mythen zurück, indem sie sadomasochistische, homo-, bi- und pansexuelle Spielarten als Leben jenseits jeder Moral darstellt. In ihrer ganz eigenen Überführung von Nietzsches Philosophie ins Kinematographische ließ sie sich weniger von der Historie als von ihrer freien Fantasie leiten. „Als ganz von Sex und Drogen beherrschte erotische tour de force filmte Liliana Cavani dies Treiben voller Rausch und Leiden“, schrieb der Spiegel 1977. Zur damaligen Aufführung des Films zitierte Cavani das Nietzsche-Gedicht „Dem unbekannten Gotte“: „Ich will dich kennen, Unbekannter, / du tief in meine Seele Greifender, / mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender, / du Unfaßbarer, mir Verwandter! / Ich will dich kennen, selbst dir dienen.“
Beim 21. Mannheimer Filmseminar geht es vom 12. bis 14. Januar unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Wenn Sie nicht am ganzen Filmseminar teilnehmen können, können Sie auch Einzelkarten für die Filmvorführungen kaufen.

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