Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Letzte Kampf

FRA

1982

Luc Besson

Pierre Jolivet, Fritz Wepper, Jean Bouise

Bessons apocalyptisches Drama ist in einer völlig zerstörten Welt angesiedelt. Die letzten Menschen, die weder fähig sind zu kommunizieren noch gefühlsmäßige Regungen zu zeigen, führen einen unbarmherzigen Kampf ums Überleben. Das düstere, surreal verschlüsselte Endzeit-Szenario über existentielle Verhaltensweisen unter extremen Bedingungen ist ästhetisch sehr reizvoll aufgenommen. Was den Film so wirkungsvoll und gleichfalls beeindruckend macht, ist die Kombination Kampf und Liebe mit extremer Gewalt.

Im Rausch Der Tiefe

FRA

1987

Luc Besson

Jean-Marc Barr, Jean Reno,Rosanna Arquette, Sergio Castellitto, Paul Shenar

Im Januar stellt Dr. Susanne Kaeppele, freiberufliche Kunsthistorikerin und ehemalige Geschäftsführerin von Cinema Quadrat, die Malerin Susanne Beik (Jahrgang 1964) vor. Ausgebildet an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar und der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wurde sie hier im Raum bekannt durch ihre an konkrete Kunst erinnernden Farbholzschnitte und in den letzten Jahren durch wunderbare Wandmalereien. Hierzu verwendet sie sich wiederholende Spuren, die aus der Schrift zu stammen scheinen und bringt sie auf die Wand auf. Einer ihrer Lieblingsfilme ist: IM RAUSCH DER TIEFE Die beiden Freunde Enzo (Jean Reno) und Jacques (Jean-Marc Barr) kennen sich bereits seit ihrer Jugend. Schon als Kinder konkurrieren sie beim Tauchen. Nachdem jedoch Jacques Vater bei einem Unfall auf dem Mittelmeer ums Leben kommt, verlieren sich Enzo und Jacques aus den Augen. 20 Jahre später treffen sie sich bei einer Tauchmeisterschaft in Italien wieder… Es ist der Wiederbeginn einer von Rekordsucht geprägten Freundschaft. Das Unterwasserepos fasziniert durch seine hervorragende Fotografie und seine märchenhafte Geschichte und gilt heutzutage als Kultfilm. Die Idee zu diesem Film kam Luc Besson (u.a. „LEON – DER PROFI“) schon im Alter von 16 Jahren. Wir zeigen die sehr selten zu sehende Langfassung des Kultklassikers.

Johanna Von Orlans

FRA/USA

1999

Luc Besson

Milla Jovovich, John Malkovich, Faye Dunaway, Dustin Hoffman

Die Geschichte der Johanna von Orléans wird, historisch nicht immer korrekt, als epischer Actionfilms dargeboten. Im englischen Original hieß der Film übrigens: „The Messenger: The Story of Joan of Arc“. Geprägt von der brutalen Vergewaltigung ihrer Schwester und ihren Erscheinungen, in denen sie ein Zeichen Gottes sieht, wird Johanna zu einer androgynen Kämpferin und Kriegsheldin, die Frankreich von den Engländern befreien will und auf dem Scheiterhaufen endet. Ein schnell geschnittener Film in oft atemberaubend schönen Bildern, mit einer kraftvollen Hauptdarstellerin als moderner Identifikationsfigur. Der Konflikt zwischen Glauben und Gewissen wird mehr optisch als wortreich aufbereitet.

Le grand bleu – Im Rausch der Tiefe

FRA

1988

Luc Besson

Jean-Marc Barr, Jean Reno, Rosanna Arquette, Griffin Dunne

In ihrer Kindheit waren Jacques und Enzo durch die Freude am Tauchen verbunden, als Erwachsene treffen sie sich wieder: Enzo ist der aktuelle Weltrekordhalter im Tiefseetauchen ohne Sauerstoffgerät, ein Lebemann, der weltlichen Genüssen nicht abgeneigt ist. Jacques arbeitet als Taucher zu wissenschaftlichen Zwecken, ein introvertierter Typ, der sich in der Stille der Unterwasserwelt deutlich mehr zu Hause fühlt als in der hektischen Welt der Menschen. Enzo überredet Jacques bei der nächsten Weltmeisterschaft im Apnoetauchen gegen ihn anzutreten. Verführt von der Faszination der Tiefe beginnt ein im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubendes Duell.
Mit den überwältigenden Bildern und der betörenden Filmmusik von Éric Serra schuf Luc Besson einen Kultfilm, der nichts von seiner Energie verloren hat.
Einführung: Éva Léchelle

The Lady

GBR/FRA/THA

2011

Luc Besson

Michelle Yeoh, Prapimporn Karnchanda, David Thewlis, Benedict Wong, William Hope

Michelle Yeoh verkörpert die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi – sie selbst bot das Projekt dem Regisseur Luc Besson an, den sie für seine Filme über starke Frauen schätzte. Sie beschreibt den Film als „unglaubliche Liebesgeschichte“ vor dem Hintergrund politischen Aufruhrs.
Gegen Ende der 1980er lebt Aung San Suu Kyi mit ihrem Mann, einem britischen Wissenschaftler, in Oxford; doch nach einem Schlaganfall ihrer Mutter kehrt sie nach Myanmar zurück. Dort übernimmt sie die Führung der friedlichen Regimegegner in den blutigen Aufständen nach dem Sturz des Militärdiktatur. Woraufhin das Militär sie unter Hausarrest stellt, getrennt von den Kindern und ihrem Mann – der in England internationale Aufmerksamkeit für die Menschenrechtsverletzungen in Myanmar zu sorgen versucht. 1991 erhielt Aung San Suu Kyi den Friedensnobelpreis.
Während der Dreharbeiten zu dem Film, im November 2010, wurde Aung San Suu Kyi aus insgesamt 15 Jahren Hausarrest entlassen; Michelle Yeoh konnte sie sogar besuchen. Später, ab 2015, hatte Aung San Suu Kyi faktisch die Macht im Land in ihren Händen – bis erneut das Militär putschte. Seit 2021 befindet sie sich wieder in Hausarrest. International wird die myanmarische Freiheitskämpferin seit einigen Jahren wegen ihrer Befürwortung des Völkermords an den Rohingya heftig kritisiert.

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

FRA

2017

Luc Besson

Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Sam Spruell, Kris Wu, Rihanna, Ethan Hawke, Herbie Hancock

Sanfte, fragile Wesen, die Pearls, bewohnen den tropischen Planeten Mül – bis eine enorme Explosion den Planeten wegfegt. Die wenigen Überlebenden retten sich in die riesige Raumstation Alpha, einer Megacity, wo sie sich als Illegale und Ausgestoßene verstecken müssen. Um die Pearls entspinnt sich ein politischer, militärischer und geheimdienstlicher Konflikt: Ihre Perlen sind enorme Energiequellen, und mittendrin zwischen Intrigen, Kämpfen, exotischen Planeten und mehr oder weniger freundlichen Außerirdischen stecken Major Valerian und Sergeant Laureline…
Von dem wunderschönen Lagunenplanet bis zu einem virtuellen Wüstenbasar oder einem intergalaktischen Rotlichtviertel: Mit unfassbarer bildlicher und erzählerischer Fantasie inszenierte Luc Besson sein Herzensprojekt. Die Comicvorlage war eine seiner liebsten Kindheitslektüren, und Besson taucht lustvoll in dieses Universum ein, in 400 Jahren und 700 Meilen von der Erde entfernt.
Veranstaltungsort: Vorhalle der Multihalle Herzogenriedpark, 68169 Mannheim, Einlass Haupteingang (Max-Joseph-Str. 64) ohne Parkeintritt
Eintrittspreise: 7 Euro regulär / 5 Euro ermäßigt und Mitglieder CQ
Filmstart mit Einbruch der Dämmerung

Rosetta

Belgien / Frankreich

1999

Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne

Emilie Dequenne, Fabrizio Rongione, Anne Yernaux

Die Schultern nach vorn geschoben, so daß ihr Körper etwas Panzerhaftes bekomt, eilt Rosetta durch die Gegend, verängstigt und beängstigend zugleich. Sie ist eine Kriegerin, die mit allen Mitteln darum kämpft, wieder ins Leben zu finden. Für eine geregelte Arbeit, den Inbegriff sozialer Anerkennung, würde sie alles tun, sogar ihren Freund verraten. Hautnah verfolgen die Brüder Luc und Jean-Pierre Dardenne die junge Frau mit der Handkamera, registrieren mit äußerster Präzision jede ihrer Bewegungen. Die Intensität erinnert an „Dogma“, doch die Dardennes pflegen diesen direkten, authentischen Stil schon viel länger. Als David Cronenberg 1999 Jurypräsident bei den Filmfestspielen in Cannes war, wurde er durch den Film so in „Aufregung und Euphorie“ versetzt, daß er ihm den Weg zur Goldenen Palme ebnete. Beinahe wäre das kleine Meisterwerk in den Regalen eines großen Verleihs verstaubt, doch jetzt kommt es, zwei Jahre später, endlich in die deutschen Kinos. „Der Film und seine Hauptperson sind eins. Sie füllen sich gegenseitig mit Energie.“ (Cahiers du Cinéma)

Das Geheimnis der Bäume

FRA

2013

Luc Jacquet

Eine Liebeserklärung an das grüne Biotop, gedreht in Peru, Gabun und – für einige Tieraufnahmen – einer französischen Vogelvoliere. Filmemacher ist der promovierte Zoologe Luc Jacquet, der für den Marsch der Kaiserpinguine 2006 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde und in Deutschland alle Zuschauerrekorde für Naturdokus brach. Mit dieser erneuten Reise zur Schönheit der Schöpfung, knüpft er an die Imposanz seines Millionenerfolgs an. Den Wald als grandioses System zu begreifen und die Teile eines gigantischen Puzzles zusammenzusetzen, dies gelingt Jacquet, womit er Verständnis und Ehrfurcht lehrt für einen so komplexen wie wunderbaren Gesamtorganismus. Bildstarke Dokumentation über den Lebensraum Regenwald.

Die Reise Der Pinguine

FRA

2005

Luc Jacquet

In der unwirtlichen Kälte am Rande der Antarktis trotzt ein unerschütterliches Lebewesen allen Widrigkeiten der Natur – der Kaiserpinguin. Ein ganzes Jahr lang beobachtete der französische Biologe und Filmemacher Luc Jacquet den außergewöhnlichen Lebenszyklus dieser faszinierenden Vögel, ihre eleganten Bewegungen bei der Fischjagd unter Wasser, ihren tollpatschigen Gang beim langen, beschwerlichen Marsch über das Eis, ihre Liebestänze, das Schlüpfen der Jungen und ihren immerwährenden, teils grausamen Kampf ums Überleben. Bilder, die berühren und die den Atem rauben! Für Kindergarten- oder Grundschulklassen. Eintritt 2,50 Euro.

Call Me By Your Name

ITA/FRA/USA/BRA

2017

Luca Guadagnino

Timothée Chalamet, Armie Hammer, Michael Stuhlbarg, Amira Casar

Sommer 1983 in Italien. Elio, 17 Jahre, verbringt den Sommer in der Villa seiner Familie. Lesen, Musikhören, Flirts mit Marzia – doch dann taucht der amerikanische Student Oliver auf, der Elios Vater, einem Professor, bei seinen Forschungen helfen soll. Elio nähert sich Oliver immer mehr an, und die beiden erleben einen rauschhaften Sommer…

Luca Gudagnina schuf einen Klassiker des queeren Kinos: Sein Film zeigt zwei Liebende im Moment ihrer Liebe, einfach und direkt und deshalb berührend und schön. Für Regisseur Guadagnino wie auch für seinen Darsteller Timothée Chalamet war der Film der Karrieredurchbruch; Oscar für das beste Drehbuch. „Meisterwerk von subtilen Emotionen, intensiver Sinnlichkeit und atemberaubender Schönheit“ (Observer); „der sinnlichste Film der Berlinale.“ (Berliner Morgenpost)

Trilogie: Auf Der Flucht

Frankreich

2002

Lucas Belvaux

Lucas Belvaux, Catherine Frot

Nach 15 Jahren gelingt Bruno Le Roux die Flucht aus dem Hochsicherheitstrakt. Der Terrorist will noch immer die Massen mit Waffengewalt befreien, doch die Zeiten haben sich geändert. Die geliebte Jeanne führt ein bürgerliches Leben mit Mann und Kind. Und auch Jacquillat, der örtliche Pate läßt ihn abblitzen. Da trifft der Terrorist auf die süchtige Agnès. CAVALE ist ein harter politischer Thriller rund um einen Mann, der für idealistische Parolen vom „bewaffneten Widerstand“ gnadenlos über Leichen geht und ausgerechnet für eine Süchtige zum Schutzengel wird.

Trilogie: Ein Tolles Paar

Frankreich

2002

Lucas Belvaux

François Morel, Ornella Muti

Alain, HiTec-Unternehmer in Grenoble, und die Lehrerin Cécile sind seit zwanzig Jahren ein perfektes Paar. Doch als ein befreundeter Arzt Alain zu einer kleinen Operation rät, hält sich der Hypochonder für sterbenskrank – und verheimlicht den bevorstehenden Eingriff seiner Frau, um sie nicht zu ängstigen. Cécile spürt, daß Alain etwas vor ihr verbirgt, und läßt ihn vom Mann ihrer Schulkollegin Agnès beschatten. Dieser, ein Polizist, hat bald heraus, dass da nichts ist. Aber er trifft sich gern mit Cécile – also erfindet er etwas. Alain wiederum merkt, dass ihm ein Mann folgt, der seine Frau trifft. Ein heimlicher Liebhaber? EIN TOLLES PAAR beginnt als romantische Lubitsch-Komödie und steigert sich zu einem wahnwitzigen Verwirrspiel der Intrigen.

Trilogie: Nach Dem Leben

Frankreich

2002

Lucas Belvaux

Dominique Blanc, Gilbert Melki

Niemand weiß, daß Agnès nur mit Morphium leben kann. Bis auf ihren Mann Pascal. Der Polizist besorgt ihr aus Liebe den Stoff beim örtlichen Paten Jacquillat und schaut dafür manchmal weg. Eines Tages bittet ihn eine Schulkollegin von Agnès, ihren Mann Alain zu beschatten. Pascal kann nichts entdecken, doch Cécile beginnt ihn zu faszinieren. Dann beginnt die Jagd auf den Terroristen Le Roux , das Gleichgewicht bricht zusammen. Jacquillat fürchtet den früheren Kampfgefährten Le Roux und will, daß Pascal ihn tötet. Mit APRÈS LA VIE erreicht die Trilogie in einer Tragödie ihren leidenschaftlichen Höhepunkt. Beklemmende Nahaufnahmen der Schulterkamera umkreisen zwei bisherige Nebenfiguren und enthüllen ihr düsteres Geheimnis, die Charaktere erhalten ungeahnte Tiefe.

Bellissima

ITA

1951

Luchino Visconti

Anna Magnani, Walter Chiari, Tina Apicella

Maddalena Cecconi tut alles, um aus ihrer kleinen, schüchternen Tochter einen Filmstar zu machen. Wie viele andere Mütter, geht sie mit Maria zu einem Casting in den Cinecittà-Filmstudios, wo der Regisseur Blasetti ein kleines Mädchen für seinen neuen Film sucht. Maddalena Cecconi ist bereit, alles für Maria zu opfern, und wenn es das wenige Geld ist, was sie und ihr Ehemann verdienen. Doch er will das Geld lieber für die Rente aufsparen und nicht für teure Lehrer und Frisöre für Maria ausgeben oder als Bestechungsgeld aufwenden, um Maddalenas Illusionen zu verwirklichen. Ein ergreifendes, schmerzliches Meisterwerk des großen Luchino Visconti und der Schauspiellegende Anna Magnani in einer ihrer großen Rollen. Am 18.03. Sonntagskino im Cinema Quadrat – Der leise Genuß (nur mit Reservierung 0621/ 212 42)

Der Fremde

ITA/FRA/DZA

1967

Luchino Visconti

Marcello Mastroianni, Anna Karina, Bernard Blier, Bruno Cremer

Die breite Rezeptionsgeschichte von Albert Camus’ Roman „Der Fremde“ geht weit über die Philosophie und Literatur hinaus. Starregisseur und Drehbuchautor Luchino Visconti etwa verarbeitete den Stoff 1967 zu einem meisterhaften, aber selten gezeigten Film – wir zeigen eine rare 35mm-Kopie. Mit Detailfülle und psychologischem Feingefühl macht Visconti das Ungreifbare – in der leeren Figur des Meursault wie im Mord, dem Prozess, dem Tod – erfahrbar.
Algerien, 1935: In einem gesellschaftlich aufgeheizten französisch besetzten Gebiet verkörpert Arthur Meursault einen gleichgültigen und teilnahmslosen Menschen. Er ist fremd – der Welt, der Gesellschaft, dem Menschsein. Selbst der Tod seiner Mutter rührt in dem jungen Algerienfranzosen kaum ein Gefühl. Die Begegnung mit einem Araber, ein Sonnenstrahl auf einer Messerklinge, fünf Schüsse aus einer Pistole: Meursault wird verhaftet und in einem Gerichtsprozess des Mordes für schuldig befunden. Weniger der Mord, viel eher Meursaults Teilnahmslosigkeit, Entrücktheit und Indifferenz werden vor Gericht zu seinem Todesurteil.
Der Film läuft begleitend zur Kammeroper „Der Fremde“ von Cecilia Arditto Delsoglio und Annette Müller nach dem Originaltext von Camus. Uraufführung am So. 30.6. Inhaber*innen von Opernkarten erhalten 25 % auf die Kinokarte und umgekehrt.
In Kooperation mit Nationaltheater Mannheim
Mit Einführung

Der Leopard

ITA/FRA

1963

Luchino Visconti

Burt Lancaster, Claudia Cardinale, Alain Delon, Paolo Stoppa

Ein großes Sittengemälde um die Beharrungskräfte des Adels und den Aufstieg des Bürgertums im 19. Jahrhundert: Während Giuseppe Garibaldi die Bevölkerung zum Aufstand anführt, versuchen die Mitglieder eines sizilianischen Adelsgeschlechts zwischen Idealismus und Opportunismus ihre Pfründe zu retten. Luchino Visconti webt ein dichtes Handlungsgeflecht vor dem Hintergrund der italienischen Einigungsbewegung und erschafft ein kinematographisches Kunstwerk – Gewinner der Goldene Palme von Cannes 1963.

Die Erde Bebt - La Terra Trema

ITA

1948

Luchino Visconti

Antonio Arcidiacono, Giuseppe Arcidiacono, Venera Bonaccorso

Ein Fischer will sich von der Macht der Großhändler befreien und macht sich selbständig. Als er im Sturm sein Boot verliert, kommen er und seine ganze Familie in finanzielle Not. Dem Druck der Armut und Einsamkeit nachgebend, muss sich der Fischer wieder den spottenden Händlern unterordnen. Der Film gilt auch in Bezug auf die Besetzung von Laiendarstellern als beispielhaft. LA TERRA TREMA erhielt auf diese Weise eine dokumentarische Authentizität ohnegleichen, die die Sprache seiner Personen unmittelbar, ungekünstelt und die Sinnlosigkeit und Ungerechtigkeit von Armut zum Ausdruck bringt. Viscontis Meisterwerk gilt als eines der Hauptwerke des italienischen Neorealismus. Der Film, eigentlich als erster Teil einer nie realisierten Trilogie angelegt, deren letzter Part mit dem kollektiven Widerstand der Arbeiter enden sollte, fand die auch finanzielle Unterstützung der italienischen Kommunisten, zumal Visconti Ort und Zeit der literarischen Vorlage – ein Roman des sizilianischen Schriftstellers Verga (1840-1922) – in die Gegenwart der Zeit nach Mussolini verlegte und ausschließlich mit Laienschauspielern von Acitrezza arbeitete. Visconti, Drehbuchautor Pietrangeli und teilweise auch Hauptdarsteller Antonio Arcidiacono fungieren in der Originalfassung des Films als Erzähler. Die Darsteller sprechen kein Italienisch – für sie die Sprache der Reichen –, sondern Sizilianisch.

Ludwig Ii.

BRD/F/I

1972

Luchino Visconti

Helmut Berger, Romy Schneider, Trevor Howard

Bereits mit 19 Jahren besteigt Bayerns Märchenkönig, Ludwig II, den Thron. Sein Interesse gilt aber weniger der Diplomatie als den schönen Künsten. Er wird zum großzügigen Förderer von Künstlern und Musikern, allen voran Richard Wagner. Doch erhält er nicht den erhofften Dank für seine Zuwendungen. Verbittert zieht er sich zurück und kümmert sich immer weniger um die Regierungsgeschäfte. Unsummen verschlingen die Bauvorhaben seiner Traumschlösser. Schließlich wird er aufgrund seiner „Verschwendungssucht“ für geisteskrank erklärt. Nur bei seiner Cousine Elisabeth („Sissi“) von Österreich findet er eine Seelenverwandte, die zu ihm hält. Bildgewaltig und mit fulminanter Ausstattung beschwört Meisterregisseur Luchino Visconti die rauschhafte Ästhetik des 19. Jahrhunderts. Der herausragende Helmut Berger stellt unter der Regie seines Lebensgefährten Visconti den exzentrischen König als sensiblen, angsterfüllten Menschen dar. Romy Schneider begeistert als kluge, selbstbewußte Sissi.

Ossessione... Von Liebe Besessen

ITA

1942

Luchino Visconti

Massimo Girotti, Clara Calamai, Juan de Landa

Gino (Massimo Girotti), ein junger, hübscher Landstreicher macht Rast in einem Gasthof, und verliebt sich in die attraktive Giovanna (Clara Calamai). Sie ist frustriert von ihrem Ehemann Giuseppe (Juan de Landa), dem viel älteren, dicken Besitzer des Hofes, den sie nur noch abstoßend findet. Giuseppe verbietet seiner Frau den Kontakt mit Gino. Dieser verläßt den Gasthof, kehrt jedoch zurück und tötet mit ihr Giuseppe. Ein Klassiker des italienischen Neorealismus, basierend auf dem berühmten Roman „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ von James McCain, der noch verfilmt wurde, u.a. Jahrzehnte später mit Jack Nicholson und Jessica Lange. Luchino Visconti legte in seinem Regiedebüt Wert auf die zum Scheitern verurteilte Liebesgeschichte der beiden Protagonisten und eine realistische Schilderung des Lebens der Arbeiterklasse im Italien der 40er Jahre. Der für seine Zeit ungeheuer freimütige Film wurde nach der Uraufführung am 17. Mai 1943 von der italienischen Zensurbehörde verboten und das Filmnegativ zerstört. Luchino Visconti konnte jedoch eine Filmkopie retten.

Tod in Venedig

ITA/FRA

1971

Luchino Visconti

Dirk Bogarde, Björn Andrésen, Silvano Mangano,. Romolo Valli, Mark Burns

Gustav Aschenbach, alternder Komponist in Lebenskrise, begegnet in Venedig dem makellos schönen Jüngling Tadzio und entwickelt eine Obsession für den Jungen… Luchino Viscontis Thomas Mann-Verfilmung schwelgt in einer dekadent-morbiden Atmosphäre – der Einsatz filmischer Mittel und die Einbindung der Musik von Gustav Mahler ist meisterhaft. Der Film gilt bei vielen Kritikern als Viscontis bedeutendstes Werk und als Musterbeispiel einer Literaturverfilmung, er wurde vielfach ausgezeichnet.

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