Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der marktgerechte Mensch

DEU

2020

Leslie Franke, Herdolor Lorenz

Spätestens seit der großen Finanzkrise ist unser Arbeitsmarkt im Umbruch. Die soziale Marktwirtschaft mit ihren Solidarsystemen wird mehr und mehr ausgehebelt. Der sich immer weiter beschleunigende Wettbewerb bringt das gesamte gesellschaftliche Gefüge in Gefahr. Unser soziales Bindegewebe droht durch Verarmung, Vereinzelung und Entsolidarisierung zu zerbrechen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz, die sich in DER MARKTGERECHTE PATIENT (2018) kritisch mit unserem Gesundheitssystem auseinandergesetzt haben, erzählen in DER MARKTGERECHTE MENSCH anhand von repräsentativen Fallbeispielen von den verheerenden Veränderungen des Arbeitsmarkts zwischen prekären Beschäftigungsverhältnissen, algorithmengesteuerten Arbeitsprozessen, Crowdworking – und zerstörten Lebensläufen und psychischen Erkrankungen. Der Film zeigt aber auch Solidarität, Gemeinwohlwirtschaft und das Eintreten für einen Systemwandel – denn ein anderes, gerechteres Leben ist möglich!

Der marktgerechte Patient

DEU

2018

Leslie Franke, Herdolor Lorenz

Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen im Jahr 2003 steht für deutsche Kliniken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Jede diagnostizierbare Krankheit hat einen prinzipiell fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten die Patienten abfertigt, macht Gewinn, wer sich auf die Patienten einlässt, macht Verluste. Seit diesem entscheidenden Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser durchforsten Wirtschaftsberater die Abteilungen und prüfen die Vorgänge auf ökonomische Effizienz. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Kranke? Sondern: Was bringt er uns?
Mit ihrem Film über Ursachen und Folgen der Fallpauschalen liefern Leslie Franke und Herdolor Lorenz Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patienten und Klinikbeschäftigte einsetzen wollen. In Kooperation mit Bündnis Rhein-Neckar für mehr Personal im Gesundheitswesen, DGB Nordbaden, Überbetriebliches Solidaritätskomitee Rhein-Neckar, ver.di Rhein-Neckar.
Mit Einführung und anschließender Filmdiskussion

Als wir tanzten

SWE/GEO

2019

Levan Akin

Levan Gelbakhiani, Bachi Valishvili, Ana Javakishvili

Der georgische Volkstanz steht in langer Tradition – und seit jeher für Ausdruck von Maskulinität. Seit seiner Kindheit trainiert Merab mit seiner Tanzpartnerin Mary im Georgian National Ensemble. Seine Welt stellt sich auf den Kopf, als der unbekümmerte Irakli zu dem Ensemble stößt – er wird zu Merabs größtem Rivalen, und zu seinem größten Begehren…
Das vielschichtige Drama um Körperlichkeit und Emotionen wurde auf vielen Festivals preisgekrönt.
Läuft vor dem Bundesstart!

James Bond 007 - Der Spion der mich liebte

GBR

1977

Lewis Gilbert

Roger Moore, Barbara Bach, Curd Jürgens, Richard Kiel, Caroline Munro, Bernard Lee

Als ein britisches und ein sowjetisches Atom-U-Boot spurlos verschwinden, beauftragt der MI6 den Agenten 007 – inzwischen zum dritten Mal verkörpert von Roger Moore – und der KGB seine Agentin Anya Amasova (Barbara Bach). Auf ihrer Mission kreuzen sich die Wege der Spione in Kairo, wo sie auf die Spur des Großreeders Karl Stromberg (Curd Jürgens) geraten. Roger Moore wurde der dienstälteste Bond: Über zwölf Jahre spielte er in sieben Filmen die Titelrolle und gab der Filmserie einen zunehmend ironischen Touch. Für einen weißen Lotus Esprit, wie Moores Bond ihn in diesem Film fährt, musste man seinerzeit drei Jahre warten.

Im Westen nichts Neues

USA

1930

Lewis Milestone

Lew Ayres, Louis Wolheim, John Wray, Arnold Lucy

Paul Bäumer ist, wie viele seiner Generation, erfasst von euphorischer Siegesgewissheit, als der Erste Weltkrieg beginnt. Zusammen mit seinen Klassenkameraden meldet er sich zum Militär und erlebt die Schrecken des Stellungskriegs in Frankreich…

Die deutsche Neuverfilmung von Erich Maria Remarques Antikriegs-Roman durch Edward Berger erhielt in diesem Jahr vier Oscars – wir finden aber, dass die erste Verfilmung von 1930 sehr viel besser ist: enger an der Romanvorlage, dennoch ein eigenständiges, pazifistisches Werk – und, erstaunlich für eine US-Produktion, komplett aus der Perspektiver der Deutschen im Schützengraben erzählt. Ein so realistischer wie schonungsloser Film, der noch heute aufrüttelt.

Wir zeigen die im letzten Jahr restaurierte Fassung des Films.

Am 28. Juli 1914 begann mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien der Erste Weltkrieg.

In Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!“

 

Kaum öffne ich die Augen (As I Open My Eyes)

TUN/FRA

2015

Leyla Bouzid

Baya Medhaffar, Ghalia Benali, Montassar Ayari

Tunis 2010, kurz vor dem arabischen Frühling. Farah, gerade 18 Jahre alt, soll nach dem Willen der Eltern Ärztin werden. Sie singt aber lieber in einer Rockband. Und rebelliert damit gegen die einengenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Vibrierendes Porträt einer jungen Frau, die gegen männliche Strukturen Sturm läuft. Ein explosiver Film mit einer fantastischen Hauptdarstellerin und ebensolcher Musik.

Mit leiser Stimme – À voix basse

FRA/TUN

2026

Leyla Bouzid

Eya Bouteraa, Hiam Abbas, Marion Barbeau, Fériel Chammari

Lilia reist zur Beerdigung ihres Onkels aus Paris in ihr Geburtsland Tunesien; begleitet wird sie von ihrer Lebensgefährtin, von der in der tunesischen Heimat niemand etwas wissen darf. Während der mehrtägigen Trauerfeier erfährt Lilia von den rätselhaften Umständen, unter denen ihr Onkel ums Leben gekommen ist – und entdeckt zwischen Gesprächen, Erinnerungen und Nachforschungen das geheime Leben, das er geführt hat.

Zärtlichkeit, Liebe, Geheimnisse – das emotionale Familiendrama erzählt mit einem starken Schauspielensemble vom Tabu der Queerness in Tunesien. Und vom Wille nach Freiheit, den man nicht unterdrücken kann.

Blinder Schacht

CHN/ DEU

2003

Li Yang

Li Yixiang, Wang Shuangbao, Wang Baoqiang

Song und Tang leben ein karges, schweres Leben im heutigen China. Eines Morgens, erstmals begleitet von Tangs Bruder Chaolu, gehen sie zur Arbeit – in die nur unzulänglich gesicherten Kohleminen und verwirklichen ihre lebensverachtende Geschäftsidee. Sie erschlagen Chaolu, bringen die Mine zum Einsturz und entkommen dem Unfallort unversehrt. Den Besitzer der Mine erpressen sie erfolgreich mit der Drohung, sie würden den Unfall bei den Behörden melden und die illegal betriebene Mine auffliegen lassen. Bereichert durch den Tod des eigenen Bruders erfinden die beiden Männer neue „Verwandte“, die sie in Wahrheit von der Straße holen, in die Mine locken um erneut einen Unfalltod zu inszenieren. Ihr neues Opfer soll Yuan sein, ein 16-jähriger Junge vom Lande, den sie noch schnell ins Bordell schicken, damit er nicht als Jungfrau stirbt. Doch das Verhältnis zwischen den Geschäftspartnern Song und Tang verändert sich – und in letzter Minute nimmt ihr Vorhaben eine unerwartete Wendung… Preis: Berlinale 2003 – Silberner Bär für die künstlerische Leistung. (also ab 18)

Match Me!

DEU/AUT

2014

Lia Jaspers

Im Internet die große Liebe finden? Lia Jaspers hat in ihrer Doku drei Singles über ein Jahr mit der Kamera bei ihren Bemühungen begleitet. Während die Österreicherin Sarah hofft, ihr Liebesglück in einer Yoga-Gruppe zu finden, erlebt der geschiedene Sampsa aus Finnland für eine neue Partnerin mit einer ominösen Dating-Agentur allerlei Skurriles. Die deutsche Künstlerin Johanna macht sich auf den Weg nach Irland, um dort beim alljährlichen Matchmaking-Festival ihr Glück zu (ver)suchen. Sie alle verbindet die so vielen Menschen gemeine Sehnsucht nach Nähe und die Hoffnung auf aufrichtige Liebe.
Mitgliedereraktion: am 15.02. ist der Eintritt für Cinema Quadrat-Mitglieder frei.

Suzi Q

AUS

2109

Liam Firmager.

Susan Kay Quatro, Mädchen aus Detroit, wird einer der größten Rockstars der 1970er: 1973 erlebt Suzi Quatro den Durchbruch, mit Songs wie „Can the Can“ oder „48 Crash“, schnell, hart, powervoll, erfolgreich. Damit widerlegte sie die Männlichkeitsmythen des Hardrock, stand als Frontwoman selbstbewusst im Rampenlicht, definierte das Image von Frauen im Rock’n’Roll neu. Und ging ihren Weg, als Sängerin, Songwriterin, Bassistin, Autorin, Schauspielerin, Radiomoderatorin, Dichterin. Bis heute: Für den 6. November ist ein Konzert im Mannheimer Rosengarten angekündigt.

Forest

POL/CZE

2024

Lidia Duda

Dokumentarfilm

Asia und Marek sind mit ihren drei Kindern an den Rand eines der ältesten Wälder Europas gezogen, im Osten Polens, an der EU-Außengrenze. Die Kinder lieben es, in diesem Paradies umherzustreifen. Doch dann bewegen sich immer mehr hungrige, unterkühlte, kranke Menschen durch den Wald – sie sind auf der Flucht in die EU. „Illegalen Immigranten“ zu helfen ist in Polen verboten, doch wie kann man Hilfe verweigern, wenn sie so nötig ist?

FOREST findet ein fesselndes, poetisches Gleichgewicht zwischen dem zutiefst Persönlichen und dem zutiefst Politischen und rückt die Naturlandschaft ebenso wie die emotionale Welt der Figuren in den Vordergrund.

Der Nachtportier

ITA

1974

Liliana Cavani

Charlotte Rampling, Dirk Bogarde, Philippe Leroy, Gabriele Ferzetti

In seiner Schilderung der sadomasochistischen Beziehung einer KZ-Überlebenden zu ihrem SS-Peiniger ebenso kontrovers wie meisterhaft: Im Wien des Jahres 1957 arbeitet der ehemalige SS-Offizier Maximilian Theo Aldorfer als Nachtportier in einem Hotel. Er gehört zu einem Geheimzirkel einstiger Kriegsverbrecher, die die Vertuschung ihrer Taten planen. Eines Tages erscheint die schöne Lucia im Hotel, die in Aldorfer ihren Peiniger erkennt: Schweigsam, gelehrig und stolz hatte sie sich als junge KZ-Inhaftierte während des Krieges den sexuellen Wünschen und Erniedrigungen von Sturmbannführer Aldorfer hingegeben. Heute würde ein Wort Lucias genügen, um ihn auffliegen zu lassen. Aber sie und Max lassen ihre Affäre wiederaufleben. Seine Altnazi-Kameraden freilich fordern ihren Tod.

Mit ihrer Rolle als Lucia feierte Charlotte Rampling ihren großen Durchbruch. In Italien wurde der subversive Skandalfilm, der die „Faszination des Bösen“ aus dem sexualpathologischen Aspekt betrachtet, seinerzeit verboten, was zu massiven Protesten von Stars wie Luchino Visconti sowie einem Streik der italienischen Filmindustrie führte.

Die Haut

ITA/FRA

1981

Liliana Cavani

Marcello Mastroianni, Claudia Cardinale, Burt Lancaster.

Lancaster. 128 Min. ItaOmdtU. FSK: 16
1943 marschieren die Alliierten in Neapel ein, die Nazis sind geflohen, US-Kommandant General Clark übernimmt die Stadt kampflos.  Für die Bevölkerung geht es ums nackte Überleben, Armut und Hunger fördern den moralischen Verfall, jeder muss sehen, wie er seine Haut retten kann. Frauen verkaufen ihre Körper, Männer ihre Ideale, eine Gesellschaft ihre Chance auf Neubeginn, und auch die amerikanischen Soldaten beteiligen sich an Vergewaltigungen und Orgien. Durch diese Hölle auf Erden bewegt sich Curzio Malaparte, in einer Zeit der Ab- und Auflösung jeder Ordnung.
Mit der aufwändigen Verfilmung des gleichnamigen Romans von Curzio Malaparte in Starbesetzung wird Liliana Cavani ihrem Ruf als Skandalregisseurin gerecht: Zwischen Drama, Farce und Satire mischt sie Spekulation und Schock mit Zeitgeschichte und pessimistischem Gesellschaftsporträt.
Wir zeigen die gegenüber der deutschen Kinofassung um 20 Minuten längere Originalfassung des Films (mit Untertiteln).
Beim 21. Mannheimer Filmseminar geht es vom 12. bis 14. Januar unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Wenn Sie nicht am ganzen Filmseminar teilnehmen können, können Sie auch Einzelkarten für die Filmvorführungen kaufen.

Franziskus

ITA/BRD

1989

Liliana Cavani

Mickey Rourke, Helena Bonham Carter, Andréa Ferréol, Paolo Boncelli, Peter Berling, Hanns Zischler, Mario Adorf

Der reiche Tuchhändlersohn Franziskus liest in Kriegsgefangenschaft die Bibel und kehrt innerlich verändert in seine Heimatstadt Assisi zurück. Er hat das wahre Christentum erkannt und lebt als Armer unter Armen.
Liliana Cavani beschreibt in ihrer Biografie des Heiligen Franziskus die Sammlungsbewegung des Franziskanerordens und damit die Erneuerungsbewegung der katholischen Kirche im Hochmittelalter. Die Ideale und religiös-spirituellen Erfahrungen von Franziskus werden dabei bewusst aus der subjektiven Perspektive seiner Anhänger erzählt. Als bekennende Atheistin interessierte sich Cavani aus humanen und sozialen Aspekten über Jahrzehnte speziell für Franziskus, den sie mit Mickey Rourke, dem Kinorebellen der 80er Jahre, besetzte. Der Film wurde 1995 in die Filmliste des Vatikans als eines von 45 besonders empfehlenswerten Filme aufgenommen. In Deutschland lief der Film in einer um 20 Minuten gekürzten Fassung – wir zeigen die originale Langfassung.
Der Film läuft als Vorblick auf das 21. Mannheimer Filmseminar: Vom 12. bis 14. Januar geht es unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Der Besuch dieses Films ist nicht in der Teilnahmegebühr des Filmseminars enthalten.

Jenseits von Gut und Böse

ITA/FRA/DEU

1977

Liliana cavani

Dominique Sanda, Erland Josephson, Robert Powell, Virna Lisi, Michael Degen

Friedrich Nietzsche, Lou Andreas-Salomé und Paul Rée in einer multisexuellen Ménage à trois: Liliana Cavani führt die geistige und künstlerische Kraft ihrer historischen Charaktere auf erotische Mythen zurück, indem sie sadomasochistische, homo-, bi- und pansexuelle Spielarten als Leben jenseits jeder Moral darstellt. In ihrer ganz eigenen Überführung von Nietzsches Philosophie ins Kinematographische ließ sie sich weniger von der Historie als von ihrer freien Fantasie leiten. „Als ganz von Sex und Drogen beherrschte erotische tour de force filmte Liliana Cavani dies Treiben voller Rausch und Leiden“, schrieb der Spiegel 1977. Zur damaligen Aufführung des Films zitierte Cavani das Nietzsche-Gedicht „Dem unbekannten Gotte“: „Ich will dich kennen, Unbekannter, / du tief in meine Seele Greifender, / mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender, / du Unfaßbarer, mir Verwandter! / Ich will dich kennen, selbst dir dienen.“
Beim 21. Mannheimer Filmseminar geht es vom 12. bis 14. Januar unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Wenn Sie nicht am ganzen Filmseminar teilnehmen können, können Sie auch Einzelkarten für die Filmvorführungen kaufen.

Leidenschaften

ITA/DEU

1985

Liliana Cavani

Dominique Sanda, Erland Josephson, Robert Powell, Virna Lisi, Michael Degen

Friedrich Nietzsche, Lou Andreas-Salomé und Paul Rée in einer multisexuellen Ménage à trois: Liliana Cavani führt die geistige und künstlerische Kraft ihrer historischen Charaktere auf erotische Mythen zurück, indem sie sadomasochistische, homo-, bi- und pansexuelle Spielarten als Leben jenseits jeder Moral darstellt. In ihrer ganz eigenen Überführung von Nietzsches Philosophie ins Kinematographische ließ sie sich weniger von der Historie als von ihrer freien Fantasie leiten. „Als ganz von Sex und Drogen beherrschte erotische tour de force filmte Liliana Cavani dies Treiben voller Rausch und Leiden“, schrieb der Spiegel 1977. Zur damaligen Aufführung des Films zitierte Cavani das Nietzsche-Gedicht „Dem unbekannten Gotte“: „Ich will dich kennen, Unbekannter, / du tief in meine Seele Greifender, / mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender, / du Unfaßbarer, mir Verwandter! / Ich will dich kennen, selbst dir dienen.“
Beim 21. Mannheimer Filmseminar geht es vom 12. bis 14. Januar unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Wenn Sie nicht am ganzen Filmseminar teilnehmen können, können Sie auch Einzelkarten für die Filmvorführungen kaufen.

Ripley‘s Game

ITA/USA/GBR

2002

Liliana Cavani

John Malkovich, Dougray Scott, Ray Winstone, Lena Headey, Hanns Zischler

Der zynische Gauner, Betrüger, Mörder Tom Ripley lebt mit seiner Frau luxuriös in Italien. Auf einer Party wird er von dem Briten Trevanny ganz nebenbei gekränkt. Als Ripleys Ex-Komplize Reeves Probleme mit der russischen Mafia bekommt, bringt Ripley seinen Nachbarn Trevanny mit Geld, Versprechungen und Drohungen dazu, als Auftragskiller zu fungieren und die Mafiosi auszuschalten.
Liliana Cavani adaptierte den gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith, den schon Wim Wenders 1977 unter dem Titel DER AMERIKANISCHE FREUND verfilmt hatte: Für den Filmdienst eine „überzeugende Verfilmung, die nur auf den ersten Blick konventionelle Inszenierung steckt voller Finessen und wird von überzeugenden Darstellern getragen.“ Roger Ebert hält RIPLEY GAME „ohne Zweifel“ für den besten der Tom Ripley-Filme: „Malkovichs philosophischer Ripley kommt Highsmiths Charakter in der Art und Weise, wie er seine Handlungen objektiviert, am nächsten.“ Auch Variety lobte den Hauptdarsteller: „Wenn jemand geboren wurde, Tom Ripley zu spielen, dann John Malkovich.“
Beim 21. Mannheimer Filmseminar geht es vom 12. bis 14. Januar unter dem Motto „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ um das Werk der italienischen Filmemacherin Liliana Cavani. Wenn Sie nicht am ganzen Filmseminar teilnehmen können, können Sie auch Einzelkarten für die Filmvorführungen kaufen.

Und Doch Fehlt Etwas

Liliana Marinho de Susa

Zwei deutsche und zwei ägyptische Filmemacher porträtieren in Deutschland und Ägypten jeweils zwei Jugendliche. Der Film beschreibt deren Identitäten auf der Schwelle zum Erwachsensein, zeigt Parallelen und Unterschiede zwischen den Kulturen, Religionen und sozialen Hintergründen. Im Mittelpunkt stehen Liebesbeziehungen, Familie, Freunde und Perspektiven. Außer den Protagonisten kommen auch ihre Familie und Freunde zu Wort. Der Film zeigt junge Menschen aus zwei sehr unterschiedlichen Ländern auf der Suche nach einer Identität und auf der Suche nach Glück. Diskussionspartner: Hasan Dewran und Dr. Angela Bindert-Kraus, KulturQuer – QuerKultur Rhein-Neckar e.V.

Hausnummer Null

DEU

2024

Lilith Kugler

Dokumentarfilm

Als die Regisseurin Lilith Kugler zum Filmstudium nach Berlin kommt, ist der obdachlose Chris der Erste, der sie willkommen heißt. Chris lebt gemeinsam mit seinem Kumpel Alex an einer S-Bahn-Station am Rande der Hauptstadt, umsorgt von der gesamten Nachbarschaft. Doch er ist suchtkrank und schafft es nicht, sich aus dem Teufelskreis zu befreien. Als es ihm schlechter und schlechter geht und er nur knapp dem Tod entkommt, beschließt er, dass er weg muss von der Straße und weg vom Heroin. Aber wohin? Wie kann ein junger Mann in unserer Gesellschaft seinen Platz finden, obwohl er seit Kindesalter nie irgendwo hingepasst hat – oder passen wollte?

Kugler begleitet Chris drei Jahre mit ihrer Kamera; „in einer Mischung aus intimen Nahaufnahmen und respektvoller Distanz verleiht das unaufgeregte Porträt der Obdachlosigkeit ein Gesicht, hat aber auch für die Ohnmacht von Angehörigen und Bekannten ein Ohr.“ (Filmdienst)

Nathan der Weise als neue Bühnenfassung

Limeik Topchi, Tatiana Gratchev, Artem Gratchev

Lessings Drama von 1779 in einer neuen, vom Mannheimer Autor Klaus Servene erarbeiteten Bühnenfassung: Der Gedanke von Humanismus und Toleranz ist gerade heute zentral für das gesellschaftliche Zusammenleben, wenn wie zu Lessings Zeiten religiöse Weltbilder aufeinderprallen und Religion als politischen Werkzeug der Macht benutzt wird. Die freie, internationale Theatergruppe UnserTheaTer nimmt sich des Klassikers an mit einer Energie, die den Zuschauer mitreißt. Das Ensemble hat seine „Nathan der Weise“- Inszenierung seit dem Frühjahr in der Rhein-Neckar-Region aufgeführt.
Im Rahmen des KulturQuer-Festivals zeigen wir die Aufzeichnung der Premiere im Theatersaal der Mannheimer Abendakademie. Anschließend Filmgespräch mit Limeik Topchi. Eintritt frei!

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