Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Nazarin

MEX

1959

Luis Buñuel

Francisco Rabal, Marga López, Rita Macedo

Mexiko 1900: es ist die Regierungszeit des Diktators Porfirio Diaz. Im Wirtshaus der Señora Chanfa, das einen Zufluchtsort für den Bodensatz der Bevölkerung darstellt, lebt auch der Priester Nazario. Er nimmt seine Lehre Ernst und versucht Tag und Nacht Mitleid, Liebe und Vergebung zu verwirklichen. Eine Tatsache, die ihm aber lediglich den Spott und die Verachtung seiner Amtsbrüder einbringt. Als die Prostituierte Andara, nach einem Streit in einer Taverne verletzt, in die armselige Unterkunft des Priesters flüchtet, muß dieser seinen Orden verlassen, da Andara hilft und schützt. Die Kirche stößt den, der die Gebote seines Glaubens kompromisslos verwirklichen will, aus. Am Ende steht der Zweifel am Sinn christlicher Ideale und die Gewissheit, daß Menschlichkeit sich nur in irdischer Solidarität verwirklichen läßt.

Tristana

ESP/ITA/FRA

1970

Luis Buñuel

Cathérine Deneuve, Fernando Rey, Franco Nero

Tristana (Cathérine Deneuve) kommt in die Obhut des Aristokraten Don Lope (Fernando Rey). Sein väterliches Benehmen schlägt um in ein erotisches Verlangen und den Wunsch, Tristana zu besitzen. Tristana entzieht sich ihm und verläßt mit ihrer großen Liebe, dem Maler Horacio (Franco Nero), die Stadt. Zwei Jahre später kommt sie schwer krank zurück und willigt ein, Horacio zu verlassen und den ungeliebten Don Lope zu heiraten. „Von Buñuel einfühlsam und zugleich bitter, trotz einfachen Aufbaus sehr komplex gestaltete Romanumarbeitung, in der die spanisch-bürgerliche Gesellschaft – besonders wegen ihrer signifikanten Diskrepanz zwischen Moral und Konvention – sarkastisch attackiert wird.“ (Lexikon d. intern. Films)

Un Chien Andalou (ein Andalusischer Hund) + 2 Referate

FRA

1928

Luis Buñuel

Simone Mareuil, Pierre Batcheff, Jaime Miravilles

„Als UN CHIEN ANDALOU zum erstenmal vorgeführt wurde, hatte ich mich darauf vorbereitet, die Wut des Publikums über mich ergehen lassen zu müssen. Ich füllte meine Taschen mit Steinen für den Fall daß… – Am Ende des Films erhoben sie sich und klatschten lange Beifall; die Steine wogen schwer in meiner Tasche, ich war perplex aber im Grunde zufrieden.“ So Luis Buñuel über seinen berühmten surrealistischen Erstling. 1928 zerschnitt er zu Beginn seiner phantastischen Schockbilder-Collage das Auge radikal, das bisher Kultur, Religion, Gesellschaft falsch gesehen hatte. Und: Nicht nur das Auge, die Wirklichkeit selber wurde zerschnitten und das Vertrauen in sie durch poetische Provokationen erschüttert.

Das Goldene Zeitalter

FRA

1930

Luis Buñuel & Salvador Dalì

In verstörenden Bildern, ungewöhnlichen Metaphern und Symbolen erzählen Buñuel und sein Koautor Salvador Dali die Geschichte eines „amour fou“. Ein Paar, das alle gesellschaftlichen Fesseln abgeworfen hat, erregt den Widerstand von Kirche, Armee und Polizei, versucht aber trotzdem seine Liebe zu leben. Der Film ist ein ebenso blasphemisches wie provokantes Pamphlet gegen eine den Menschen unterdrückende gesellschaftliche Ordnung und die Rigidität der katholischen Morallehre, die für Buñuel ein System absoluter Unfreiheit und Bevormundung darstellte, dem man sich mit aller Macht entziehen muß. Der Film, der als zentrales Werk des filmischen Surrealismus gilt, kam erst 1970 in die deutschen Kinos. Die Pariser Wiederaufführung nach 50 Jahren des Verbots war das Ereignis des Kinojahres 1981. (also ab 18 Jahren)

El Entusiasmo

ESP

2018

Luis E. Herrero

Spanien 1975: Der Tod des Diktators Franco macht den Weg frei für eine aufbegehrende Jugend und für die CNT – die historisch verwurzelte, anarcho-syndikalistische Gewerkschaft, die nun wiederauferstehen kann. Für einen kurzen Moment scheint alles möglich: Das Volk erhebt sich und fordert Legalisierung von Parteien und Gewerkschaften, Feminismus, Gegenkultur und Arbeiterkämpfe. Die Confederación Nacional del Trabajo, die Organisation der antifaschistischen Anarchisten und Syndikalisten, entwickelt sich zu einer Massenbewegung mit Aktionen und Versammlungen mit hunderttausenden Teilnehmern: So wird die CNT zum Dach, unter dem alle Kämpfe einen Platz zu haben schienen. Doch der Aufbruch zerfällt, nicht nur an inneren Konflikten, auch durch geheimdienstliche Interventionen. EL ENTUSIASMO ist auch die Geschichte einer Niederlage.
In Kooperation mit Solidarischer Wohn- & Kulturraum Mannheim und Infoladen Juz Mannheim
Am 24.06. in Anwesenheit des Regisseurs!

La Pluma Del Arcángel

Venezuela

2002

Luís Manzo

Iván Tamayo, Roque Valero, Elba Escobar

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts leiden die Bewohner einer kleinen Stadt in den Bergen unter der Rechtlosigkeit eines diktatorischen Regimes. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist der Telegraph, der immer wieder Telegramme mit strengen Urteilen erhält. Jedes Telegramm enthält den Grund zu Schmerz und Hoffnung. Nachdem der alte Telegraph stirbt, kommt ein neuer ins Dorf. Sein Name ist Gabriel. Er verändert jedes offizielle Telegramm, das für die Dorfbewohner und ihren Commandante bestimmt ist. Mit einem einzigen Streich kann er die Leben derjenigen beeinflussen, die unter der Diktatur leiden. Jeder derartige Betrug wird zu einem Wunder, jedes Telegramm trägt fortan mit sich das Delirium des Glücks. In Zusammenarbeit mit dem Festival „Cine Latino“.

Beat Beat Heart

DEU

2016

Luise Brinkmann

Lana Cooper, Saskia Vester, Till Wonka, Aleksandar Radenkovic, Jörg Bundschuh.

Auf dem Filmfest München wurde BEAT BEAT HEART mit dem spontan kreierten Spezialpreis für Ensemblegeist und Energie ausgezeichnet – völlig zurecht und absolut treffend. Denn Luise Brinkmann schafft es in ihrer leichtfüßig improvisierten Komödie, ein Panorama um allerlei Liebesnöte zu inszenieren, das an Charme und Verve nichts zu wünschen übrig lässt. Während die romantisch veranlagte Kerstin monatelang auf ihre verlorene Liebe wartet, schneit die Frau Mama, frisch getrennt und midlifekriselnd, ins Haus. Sie nistet sich im Saal nebenan ein, auf der Bühne mitten auf einer Baustelle, die irgendwann mal ein Kino werden soll – und während sich Liebeskummer und Nymphomanie, Partnersuche und Eifersucht entfalten, wartet irgendwo das wahre Leben…

Girl

BEL/NLD

2018

Lukas Dhont

Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart, Tijmen Govaerts

Lara ist ein 15jähriges Mädchen, das im Körper eines Jungen geboren wurde. Sie träumt davon, Ballerina zu werden. Tatsächlich wird sie an einer renommierten Ballettschule angenommen und zieht mit Vater und Bruder nach Brüssel. Doch die Wirren der Pubertät, transphobes Mobbing an der neuen Schule, die Vorbereitungen auf die Geschlechtsumwandlung setzen ihr zu. Der Leistungsdruck ist enorm. Und Lara entschließt sich zu einem radikalen Schritt.

Lukas Dhont lehnte sein fiktives Spielfilmdrama an die belgische Transfrau und Tänzerin Nora Monsecour an, die auch beratend die Drehbucharbeit begleitete. „Highlight sind die mit sehr beweglicher Kamera gedrehten Tanzszenen, bei denen sich in die Dynamik der Bewegung der Odeur der erwachenden Sexualität mischt – ein aufregendes parfum de l’exstase.“ (Viennale)

Hagazussa - Der Hexenfluch

DEU/AUT

2017

Lukas Feigelfeld

Aleksandra Cwen, Claudia Martini, Tanja Petrovsky, Haymon Maria Buttinger

Ein kalter Winter in der Alpenlandschaft des 15. Jahrhunderts. Die junge Ziegenhirtin Albrun bleibt nach dem Pesttod ihrer Mutter alleine in ihrer abgeschiedenen Berghütte zurück. 20 Jahre später ist Albrun selbst Mutter. Von einem Mann, der der Vater sein könnte, ist keine Rede. Die Dorfgemeinschaft grenzt Albrun als Heidin und als Hagazussa – althochdeutsch für „Hexe“ – aus. Und sie beginnt, in den tiefen Wäldern eine finstere Präsenz wahrzunehmen, die auf sie zu warten scheint… In dieser dunklen Sage um Armut, Ausgrenzung, Magie, Glaube und Wahn verschmelzen die Grenzen von Alptraum und Realität. Zwischen Psychodrama und Horrorfilm – mit durchaus expliziten Momenten, aber auch bildgewaltigen Tableaus – ist der Film laut kino-zeit.de „in vielerlei Hinsicht ein Frontalangriff: auf die Sinne, die Erwartungen des Zuschauers und nicht zuletzt auf unsere Empathie und unser Gerechtigkeitsempfinden.”

Wir sind die Besten

SWE

2013

Lukas Moodysson

Mira Barkhammar, Liv LeMoyne

Fucking Stockholm! In seinem neuen Film, der auf einer Comic-Erzählung seiner Frau Coco basiert, erzählt Lukas Moodysson von drei Teenager- Mädchen, die Anfang der 1980er Jahre die Straßen der schwedischen Hauptstadt unsicher machen. Bobo und Klara, zwölf Jahre alt, beherrschen zwar keine Instrumente, wollen als Musikerinnen aber ernst genommen werden. Deshalb gründen sie ausdrücklich eine Punkband und nicht etwa eine „Girlgroup“. Dritte im Bunde wird die wohlbehütete Hedvig, die sie als klassische Gitarristin beeindruckt hat. Und tatsächlich soll das Trio nach einigem Üben auf Vorschlag des Musiklehrers ein „Weihnachtskonzert“ bestreiten.
Lautstark, witzig und mit vielen stimmigen Details blickt der Streifen auf eine Zeit zurück, in der feministische und politische Losungen das Alltagsleben junger „Rebel Girls“ durchdrangen.

Ach du Scheiße!

DEU

2022

Lukas Rinker

Thomas Niehaus, Olga von Luckwald, Gedeon Burkhard, Rodney Charles, Friederike Kempter, Micaela Schäfer

Allein auf dem Klo – aber nicht einfach so. Sondern: Gefangen im Dixie-Gefängnis, umgekippt unten in einer Baugrube, eine halbe Stunde, bevor gesprengt wird. Außen bequatscht der Bürgermeister die Bevölkerung beim Dorffest, innen muss Frank rauskommen. Nur ist das Handy in der Fäkalienpampe versenkt, und der Arm festgenagelt an einer Stahlstange, die es durch die Wand geschlagen hat…
Ein Escaperoom-Erlebnis der besonderen Art, in Echtzeit erzählt und mit immer neuen überraschenden Wendungen: eine so spannende wie makabre Komödie mit heftigen Szenen und einem Protagonisten, der sich in 90 Minuten aus aussichtsloser Lage befreien, eine üble, mörderische Verschwörung aufdecken und nebenbei seine Beziehung kitten muss. Deutsches Genrekino at its best – spannend, schwarzhumorig und sehr krass.

Die Liebhaberin – Los decentes

ARG/AUT/KOR

2016

Lukas Valenta Rinner

Iride Mockert, Martin Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra

Als Belén einen Job als Hausmädchen bei einer reichen Familie annimmt, bekommt sie erstmals in ihrem Leben eine der Gated Communities von Buenos Aires zu sehen. Hohe Mauern schützen das Anwesen, hinter dem dschungelähnliches Gebiet liegt. Auf einem ihrer Spaziergänge entdeckt Belén ein Nudistencamp. Ihre heimlichen Besuche dort häufen sich, schließlich wird sie von der Nudisten-„Familie“ aufgenommen und erlebt nie gekannte Zügellosigkeit und Harmonie. Doch der Zusammenprall zweier Welten erzeugt eine Reibung, die nicht ohne Folgen bleibt.
Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Diagonale Preis und dem Wiener Filmpreis

Das Netz

DEU

2003

Lutz Dammbeck

„In jedem formal-logischen System gibt es Probleme, die nicht lösbar und entscheidbar sind. Die Wahrheit ist der Beweisbarkeit überlegen.“ Diese Kernaussage der Unvollständigkeitssätze des Wiener Mathematikers Kurt Gödel aus dem Jahr 1930 und die Geschichte von Ted Kaczynski, dem so genannten Unabomber, der zwischen 1978 und 1995 zahlreiche Bombenanschläge auf amerikanische Manager großer Fluggesellschaften und Wissenschaftler verschiedener Eliteuniversitäten verübte, dienen als Überbau für das komplexe filmische Essay über die Ursprünge des Internets. Preis: EMAF (EUROPEAN MEDIA ART FESTIVAL ) Award 2004; In Kooperation mit der Universität Mannheim. Freitag 19.05., 20,30 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs!

Bruno der Schwarze – Es blies ein Jäger wohl in sein Horn

DEU

1970

Lutz Eisholz

Der Film porträtiert Bruno S., einen Berliner Straßenmoritatensänger. Geboren 1932, wanderte er von Kindesbeinen an durch mehrere Heime und Besserungsanstalten, wurde in der NS-Zeit von brutalen Erziehungsmethoden geprägt. Wie lebt er als Erwachsener mit seiner Vergangenheit, welche gesellschaftlichen und emotionalen Konsequenzen werden bei Heimkindern spürbar?
Werner Herzog wurde durch diesen Dokumentarfilm auf Bruno S. aufmerksam und besetzte ihn 1974 in seinem Kaspar Hauser-Film und 1976 in STROSZEK als Hauptdarsteller.
Der Film lief im Programm der Mannheimer Filmwoche 1971.

Mali Blues

DEU/MLI

2016

Lutz Gregor

Mali: Das westafrikanische Land ist immer wieder Schlachtfeld islamistischen Terrors, der die reiche Kultur des Landes, insbesondere die musikalische, bedroht. Lutz Gregor porträtiert vier Musikerinnen und Musiker zwischen Weltmusik und Hip-Hop, die nicht mit Gewehren, sondern mit Gitarren für den Frieden kämpfen. Schließlich ist Mali die Wiege des Blues!

Das Goebbels-experiment

DEU

2004

Lutz Hachmeister

Lutz Hachmeister und Michael Kloft zeigen erstmals in einem Dokumentarfilm, wie sich Goebbels von seinen Anfängen als radikaler „völkischer Sozialist“ bis zum Selbstmord mit Frau und Kindern ständig neu inszenierte und ‚erfand‘. Verzichtet wird auf jeden Kommentar, nur Goebbels selbst spricht aus seinen Tagebüchern, die er von 1924-1945 ununterbrochen und akribisch führte. Erzähler der Goebbels-Tagebücher ist Udo Samel.

The Real American - Joe MacCarthy

DEU

2011

Lutz Hachmeister

Als Sohn eines Farmers streng katholisch erzogen, legte Joseph Raymond McCarthy eine so steile wie kurzweilige politische Karriere im Amerika der Fünfzigerjahre hin. Der studierte Jurist war zunächst als Bezirksrichter von Wisconsin tätig, wo er 1946 zum Senator gewählt wurde. Anfang der Fünfzigerjahre startete er seine Kampagne gegen die angebliche kommunistische Unterwanderung des Regierungsapparats. Der Ausdruck “McCarthyismus” steht heute gleichbedeutend mit moralischer Entrüstung und jeder Art daraus hervorgehender Hexenjagd. Der Film zeichnet den kometenhaften Aufstieg McCarthys, vom frisch gewählten Senator zum „commie“-jagenden Populisten. Geblendet von der Begierde „die Nummer eins in Washington“ zu werden, nahm McCarthy aussichtslose Kämpfe mit der Armee, der CIA und sogar dem Präsidenten selbst auf – bis diese Mächte ihn zu Fall brachten…

Spaziergang Nach Syrakus: 2 Filme Auf Seumes Spuren

Lutz Leonhardt

Johann Gottfried Seume (1763-1810) war Bauernsohn, Soldat, Dichter der Spätaufklärung – und Extrem-Wanderer mit einem Blick für soziale Verhältnisse. Vor fast 200 Jahren startete Seume in Grimma bei Leipzig zu einer legendären Wanderung über Prag, Wien, Ljubljana, Venedig, Rom, Neapel und Palermo nach Syrakus. Sein kritischer Reisebericht „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ wurde zum Bestseller. Neugierig auf den Menschen und Aufklärer Seume verfolgen beide Filme die Spur des Schriftstellers: im Blick die Wirklichkeit von heute genauso wie die Anliegen und die Bedeutung des „Vorläufers“. Wir zeigen den Film insbesondere für alle Leser des Buches „Spaziergang nach Syrakus“ von F.C. Delius, das als Buch im Dreieck ausgezeichnet wurde.

Bettina

DEU

2022

Lutz Pehnert

Bettina Wegner zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Liedermacherinnen. Ihr Lied „Kinder – Sind so kleine Hände“ ging, nicht zuletzt in der Interpretation durch Joan Baez, um die Welt. Geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“: Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Stalin verehrenden Kind über die hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren Liedern eine lebenswerte Gesellschaft miterschaffen will, hin zur beseelten Künstlerin mit unerschütterlich humanistischer Haltung, zu unbequem für die DDR. So heroisch das klingt, so irre und aberwitzig, mühevoll und traurig, hingebungsvoll und vergeblich ist es in den vielen Dingen des Lebens, die zwischen den Liedern eine Biografie ausmachen. Bettina Wegner erzählt ihre Geschichte, Lutz Pehnert unterfüttert sie mit zahlreichen Konzert- und Musikbeispielen, die Einblicke geben in eine andere Zeit, einen anderen Staat – in das Leben einer trotzigen, kämpferischen, melancholischen Künstlerin.
Zur Eröffnung: Laurent Leroi stimmt im Foyer musikalisch auf das Mannheim Musik Film Festival ein.
Für alle Besucherinnen und Besucher gibt es ein Freigetränk!
Eintritt: 12 Euro / ermäßigt 9 Euro / Mitglieder 8 Euro

Drei Frauen – Ein Krieg

DEU/ITA

2020

Luzia Schmid

Dokumentarfilm

Drei Fotografinnen waren die ersten Frauen, die im Zweiten Weltkrieg den Mut hatten, direkt vom Frontgeschehen zu berichten und den Krieg der Alliierten gegen die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten mit der Kamera festzuhalten: Martha Gellhorn (1908-1998), Margaret Bourke-White (1904-1971) und Lee Miller (1907-1977). Alle drei Frauen hatten schon vor ihren Einsätzen in Europa erfolgreich als Fotoreporterinnen und Journalistinnen für verschiedene Magazine gearbeitet. Luzia Schmid hat ihnen mit ihrem Dokumentarfilm ganz bewusst ein Denkmal gesetzt und lässt das Grauen des Krieges ausschließlich aus der Perspektive ihrer drei Protagonistinnen deutlich werden. Die Regisseurin nutzt dafür erhaltene Fotos, Reportagen, Briefe und Tagebucheinträge der drei berühmten Fotografinnen und bettet diese beeindruckenden historischen Zeugnisse mit großer Sorgfalt in offizielles Filmmaterial der Alliierten ein. Martha Gellhorn, Margaret Bourke-White und Lee Miller kommen im Film auch selbst zu Wort, erzählen von ihren bleibenden Eindrücken aus einem völlig zerstörten Europa.

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