Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Parkour - Film & Talk

DEU

2009

Marc Rensing

Christoph Letkowski, Nora von Waldstätten, Marlon Kittel, Constantin von Jascheroff, Georg Friedrich

Wie kommt ein Film zu seinen Drehorten, und wie kommen die Drehorte zu einer Filmproduktion? Mit der Arbeit der Locationscouts beginnt die Phase der kreativen visuellen Umsetzung eines Films. Die Scouts suchen nach Vorgaben von Regie, Kameramann und Ausstattung die Orte, an denen schließlich die Dreharbeiten stattfinden werden. Dabei stellen besonders im urbanen Umfeld Dreharbeiten eine Aneignung und Umdeutung eines Ortes oder Raumes dar. In einem Talk berichten Locationscouts von ihrer Arbeit, welche Talente Scouts benötigen und welchen Einfluss sie auf Look und Stimmung eines Films haben.
Im Anschluss läuft der Film PARKOUR: In dem hauptsächlich in Mannheim gedrehten Drama über die immer toxischer werdende Beziehung von Gerüstbauer Richie mit der Abiturientin Hanna spielt die Sportart Parkour eine zentrale Rolle, in der die Sportler urbane Räume elegant-spektakulär für sich erobern. Regie und Kamera begleiten die Protagonist*innen bei ihren Läufen und inszenieren Mannheim auf eine Art, wie das Publikum die Orte und Räume der Stadt wohl noch nie wahrgenommen hat.
Talkgäste: Mutlu Acar (Mannheim) und Pamela Schmidt (Karlsruhe), Locationscouts
Moderation: Michael Ackermann, Film Commission Nordbaden
Diese Veranstaltung wird kuratiert von STARTRAUM/NEXT Mannheim und findet im Rahmen des Projekts FutuRaum Mannheim statt, welches aus Mitteln des Förderprogramms „zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) finanziert wird.
Eintritt frei!

Heute bin ich blond

DEU

2012

Marc Rothemund

Lisa Tomaschewsky, Karoline Teska

Wenn ein Film das Thema Krebs aufgreift, ist meist das Todesmotiv dominant. Bei Rothemund geht es eher um das „Trotzdem“, um die Kraft, den Kampf und schließlich den Neuanfang. Die Geschichte der 21-jährigen Studentin Sophie, die ein Jahr lang Chemotherapie und Bestrahlung über sich ergehen lassen muss, vereint das Drama der Lebensbedrohung mit der ungebrochenen Lebenslust einer jungen Frau. Die Qualen der Krankheit werden mit dem Gefallen, den Sophie an ihren schicken Perücken findet, kontrastiert, der Klinikalltag mit Ausflügen ins rauschende Nachtleben. Vorlage zum Film war übrigens der gleichnamige autobiografische Bestseller von Sophie van der Stap, die ihre Krebstherapie zunächst in einem Internettagebuch verarbeitet hat.

Camp 14 - Total Control Zone

DEU

2012

Marc Wiese

Was bedeutet Freiheit? Und was bedeutet sie für einen Menschen, der den Begriff in seinem Leben noch nicht gehört hat? So erging es Shin Dong-Hyuk. Am 19.11.1983 wird er als Kind zweier Häftlinge in einem Umerziehungslager in Nordkorea geboren, genannt Camp 14. Dort wächst er auf, muss als Kind Strafarbeit verrichten und lebt in dem Glauben, dass alle Menschen so leben. Erst im Alter von 23 Jahren gelingt ihm, unterstützt von einem älteren Häftling, die Flucht von dem Ort, an dem die Willkür der Wärter herrscht und der Tod allgegenwärtig ist. Nach seinem Entkommen setzt er sich nach Südkorea ab und entdeckt ein Leben, das seine Vorstellungskraft gefährlich übersteigt… Wiese führt den Zuschauer in seiner betont nüchternen, ruhigen Dokumentation tief in die abgeschottete, an Grausamkeit kaum übertroffene Welt nordkoreanischer Arbeitslager.

Das letzte Land

DEU

2019

Marcel Barion

Torben Föllmer, Milan Pešl

Um einen Film zu drehen, braucht man Reichtum und Vermögen, aber kein Geld – sondern Reichtum an Ideen und das Vermögen, sie umzusetzen. Für knapp 20.000 Euro hat Marcel Barion einen großartigen Sciene-Fiction-Film geschaffen: Von einem Gefängnisplaneten fliehen zwei Männer, ein entflaufener Häftling und ein desertierter Wärter, in einem schrottreifen Raumschiff durchs Weltall. Novak will einem geheimnisvollen Funksignal folgen, Adem liest aus dem Logbuch das schlimme Schicksal der vorherigen Crew heraus. Und hofft, auf diesen einen legendären Planeten zu kommen: die Erde… 
Pfannkuchen als Wüstenlandschaft und Speisestärke als Sternenstaub: Was sich trashig anhört, entpuppt sich als hochoriginelles psychologisches Kammerspiel im All, in dem sich Einflüsse von „2001“ und SOLARIS mit dem Look von DAS BOOT verbinden. Ein starkes Statement filmischer Kreativität.

Orfeu Negro

BRA/FRA/ITA

1959

Marcel Camus

Breno Mello, Marpessa Dawn, Lourdes de Oliveira, Léa Garcia

Orfeu, Staßenbahnfahrer in Rio de Janeiro, verliebt sich in Eudidice, ein einfaches Mädchen vom Land, das zum Karneval in der Stadt ist. Doch Orfeus ist verlobt, und ein als Tod verkleideter Mann aus Euridices Heimatdorf verfolgt sie.

Marcel Camus verlegt den antiken Mythos von Orpheus und Eurydike in die Gegenwart des Karnevals in Rio de Janeiro mit überwiegend afrobrasilianischen Laiendarstellern – unter anderem mit der Goldene Palme und dem Auslands-Oscar ausgezeichnet!

Die Nacht Mit Dem Teufel

FRA

1942

Marcel Carné

Alain Cuny, Marie Déa, Marcel Herrand

Der Film DIE NACHT MIT DEM TEUFEL entstand zur Zeit der Besetzung Frankreichs im 2. Weltkrieg. Die einen sahen in ihm ein Dokument innerer Emigration, die anderen eine verschlüsselte politische Botschaft. Der Regisseur Marcel Carné handelt hier die mittelalterliche Legende von den teuflischen Sendboten ab, die die Menschen durch „Liebe“ dem Satan zuführen sollen. Im Film mißlingt aber der teuflische Plan, die Liebe siegt. Mit einer Einleitung von Herrn H. von Freytag-Loringhoven, Thema: „Liebe gegen den destruktiven Narzißmus von Macht.“

Kinder des Olymp

FRA

1945

Marcel Carné

Arletty, Jean-Louis Barrault, Pierre Brasseur, Marcel Herrand, Louis Salou

Paris in den 1820er Jahren: Vier Personen treffen aufeinander. Zum einen die hübsche und mysteriöse Garance, die das Herz jedes Mannes höher schlagen lässt. Der Pantomime Debureau verliebt sich unsterblich in sie, muss aber bald mit zwei weiteren Verehrern um Garance konkurrieren. Um einem Mordkomplott zu entgehen, heiratet sie jedoch den Grafen de Montray. Nach einigen Jahren kehrt Garance wieder nach Paris zurück. Die vier treffen erneut aufeinander und das Schicksal nimmt seinen Lauf: In der tragischen Konsequenz der Handlung sind die Figuren vielschichtig aneinandergekettet, kommen immer wieder zusammen, können sich nicht voneinander lösen…

KINDER DES OLYMP entstand zum Teil unter deutscher Besatzung in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs und musste deshalb heimlich gedreht werden. Als herausragendes Beispiel des poetischen Realismus ein Meisterwerk der französischen Filmgeschichte!

Electroboy

CHE

2013

Marcel Gisler

Florian Burkhardt hat fast alles erreicht, was er wollte. Nur nicht das, was ihm am Wichtigsten war: sich selbst zu entkommen. Erzählt wird die atemlose Lebensgeschichte von einem, der aus beengten Schweizer Verhältnissen in die Welt hinauszieht auf der Suche nach Ruhm und Anerkennung. In einer Reihe von Erfolgsstorys erfindet er sich in kürzester Zeit immer wieder neu, wechselt Milieus wie andere ihre Hemden. Dieses Leben im Eiltempo wird immer mehr zur Flucht. Ein schicksalhaftes Ereignis aus der Vergangenheit wirft einen langen Schatten auf Florian und er muss sich der Frage stellen: Wer bin ich wirklich? Schweizer Filmpreis: Beste Doku, Publikumspreis beim DOK.fest München. »Das Ende ist so wendig und überraschend wie der ganze Film.« Watson. Nicht nur für die gaycommunity: »Hingehen, anschauen. Unbedingt.« 20min – Friday
Mitgliederaktion: am 08.12. ist der Eintritt frei für Mitglieder von Cinema Quadrat e. V.

Rosie

CHE

2013

Marcel Gisler

Sibylle Brunner, Fabian Krüger, Judith Hofmann

Hier mal was Leichtes für den Spätsommer: Als Erkunder der Berliner Schwulensubkultur hat sich Schriftsteller Lorenz einen Namen gemacht. Nun muss er gleichzeitig mit seiner sperrigen Mutter Rosie hantieren, die nach einem leichten Herzinfarkt in ihrer Schweizer Dorfheimat eigentlich auf Pflege angewiesen wäre. Zum Leidwesen von Lorenz und seiner ohnehin von ihrer Partnerschaft entnervten Schwester lässt sich die resolute Alkoholikerin aber nichts sagen und testet die Geduld ihrer erwachsenen Kinder. Im Eifer des Gefechts entgeht Lorenz dabei fast, wie Mario in sein Leben tritt: ein junger Mann aus dem Dorf, der für Rosie sorgen soll und sich in ihn verliebt hat.

Atomic Africa

DEU

2013

Marcel Kolvenbach

Zwei Jahre lang reiste Filmemacher Marcel Kolvenbach durch Afrika und recherchierte im Zeichen der neuen afrikanischen Atompolitik – vom Osten des Kontinents nach Südafrika, weiter in den Kongo und von dort in die Sahara. Der Film zeigt eindrucksvoll, welche Folgen der Einstieg in die Atomkraft für die Umwelt und Sicherheit eines Kontinents haben dürfte, auf dem die wenigen Atomkraftgegner um ihr Leben fürchten müssen. ATOMIC AFRICA wird so zum politischen Road-Movie durch das nukleare Afrika.

Auf der Suche nach Fritz Kann

DEU/POL/ARG

2022

Marcel Kolvenbach

Am 22. April 1942 ging ein Transport nach Osten, in Richtung Konzentrations- und Vernichtungslager. Einer der 942 deportierten Menschen: Fritz Kann, der erste Mann der Großmutter des Filmemachers – neun Monate vor der Geburt des Vaters des Filmemachers. Lange herrschte Schweigen in der Familie über Fritz Kann, kein Foto verriet seine Existenz; nun begibt sich Marcel Kolvenbach auf Spurensuche, ausgehend von der Unterschrift auf einem Dokument, der letzten Lebensspur von Kann. Die Reise führt vom ehemaligen Schlachthof in Düsseldorf über Polen nach Argentinien; dabei kreuzen sich die Wege von Kolvenbach mit denen anderer Suchenden. Begegnungen mit Zeitzeugen, Nachkommen und Historikern werden ergänzt durch Choreographien der israelischen Tänzerin Reut Shemesh, die einen imaginären Raum schafft, der die Lücken in der Familiengeschichte neu interpretiert.
AUF DER SUCHE NACH FRITZ KANN ist ein Film über Erinnerung als aktive Entscheidung.

Die Unmenschliche

FRA

1924

Marcel L’Herbier

Georgette Leblanc, Jaque Catelain, Philippe Hériat. Set-Design: Claude Autant-Lara, Alberto Cavalcanti. Kostüme: Claude Autent-Lara, Paul Poiret.

Auf einer ihrer mondänen Abendgesellschaften verhöhnt die berühmte Sängerin Claire Lescot mitleidlos ihre vielen Verehrer. Einer von ihnen bringt sich daraufhin um. Zunächst gefühlskalt, lässt sie an seinem Grab ihre Emotionen zu – und bemerkt, dass er noch lebt. Aus Eifersucht wird sie daraufhin von einem Rivalen mit Schlangengift getötet…
Mit seinem Art-Deco-Szenenbild und der Ausstattung beispielsweise eines hochtechnisierten Labors, die futuristische Technikbegeisterung ausdrückt, gilt der Film heute als Triumph der damaligen Avantgarde-Kultur.
Einführung: Alexander Sigelen
Vom 6. bis 8. Oktober findet im Mannheimer Cinema Quadrat das 37. Filmsymposium statt, in dem diesmal die überaus spannenden Arbeitsfelder beleuchtet werden, die prägend für Atmosphäre und Stil eines Filmes sind: Die Referentinnen und Referenten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Themenfeld Setdesign, Masken- und Kostümbild. In vier Vorträgen, vier Werkstattberichten, fünf Filmvorführungen, vielen Diskussionen und auf zwei Empfängen Filmgeschichte wird damit ein Seitenblick aus den Kulissen Filmgeschichte einmal ganz anders betrachtet, nämlich anhand von Production Design, Kostümen und Make-up.

Ewige Schönheit

DEU

2003

Marcel Schwierin

„Ewige Schönheit“ ist ein Dokumentarfilm über die Ästhetik des nationalsozialistischen Films. Die Bilder von kraftstrotzenden Helden und anmutigen Frauen, von Größe, Reinheit und Volksgemeinschaft, von Landeroberung, Arbeit und Brot waren nicht nur visueller Ausdruck nationalsozialistischer Ideologie, sie bildeten den Kern der nationalsozialistischen Weltanschauung. Mit ihrer einfachen Trennung von Gut und Böse, von Über- und Untermensch setzten sie der Unübersichtlichkeit der Moderne eine einfach begreifbare, eine emotionale Ordnung entgegen, in der jeder Deutsche seinen Platz zu haben schien. Zentrales Moment der nationalsozialistischen Ästhetik war jedoch das Mortale: arische Helden waren tote Helden, ihre Größe lag nicht in ihrem Sieg, sondern in ihrem Opfer. Anhand von Filmausschnitten aus den Jahren 1919 bis 1945 untersucht der Regisseur Marcel Schwierin die Bildsprache und Bildkonstruktionen des nationalsozialistischen Films. „Ewige Schönheit“ ist die erste systematische Untersuchung der Filmästhetik des Dritten Reichs, die in einer raffinierten Montagetechnik eine Fülle von Filmausschnitten zeigt, die man noch nie gesehen hat.

Projekt A

DEU

2016

Marcel Seehuber, Moritz Springer

PROJEKT A taucht ein in die Welt der Anarchie. Ein Dokumentarfilm über Menschen, die erste Schritte in Richtung einer neuen Gesellschaft wagen. Sie träumen von einer Welt ohne Herrschaft und ohne Ausbeutung, organisiert nach dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe. Wer sich – jenseits der gängigen Klischees von Anarchisten als vermummte Chaoten oder von Anarchie als bürgerkriegsähnlichen Zustand – mit der Idee einer anarchistischen Gesellschaft als ernstzunehmende, gesellschaftliche Alternative auseinandersetzen möchte, ist hier genau richtig.
In Kooperation mit der Anarchistischen Gruppe Mannheim.

Ein Hells Angel unter Brüdern

DEU

2013

Marcel Wehn

Lutz Schelhorn hat bereits in seiner Jugend gegen das gutbürgerliche Umfeld rebelliert und sich schon damals den Hells Angels angeschlossen: Der Rocker-Club stand für Freiheit, Rebellion und Zusammenhalt. Heute ist er beruflich Fotograf, privat aber immer noch der Motorradbande verbunden, ist sogar der Anführer der Stuttgarter Fraktion. Jetzt will er einen Bildband über die Hells Angels herausbringen, um der Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und mit Vorurteilen aufzuräumen… Regisseur Marcel Wehn polarisiert mit seinem Film über die Hells Angels, die bereits mit Gewalt, Drogen und sogar Menschenhandel auf sich aufmerksam machten. Ein Funken Mythos bleibt nach diesem erhellenden Filmerlebnis bestehen…

Der Sommer der fliegenden Fische

CHL

2013

Marcela Said

In einer abgelegenen Gegend im Süden Chiles: Die Eltern von Manena besitzen ein Ferienhaus und schotten sich aus Angst und Gewohnheit von den Ureinwohnern, den Mapuche, ab. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen den weißen Landbesitzern und der Mapuche Bevölkerung. Die Regisseurin erzählt in metaphorischen Bildern von den unterschiedlichen Welten der Beteiligten. Bald lernt Manena Pedro, einen Jungen der Mapuche, kennen, der ihr eine neue Sichtweise auf die Dinge eröffnet.
Gewinner des Preises für das beste Erstlingswerk auf dem Filmfest Havanna und ausgewählt für die Reihe "Quinzaine" des Filmfestivals von Cannes.

Birkenau Und Rosenfeld

F

2003

Marceline Loridan-Ivens

Anouk Aimée, August Diehl

Die Filmemacherin und Reporterin Myriam Rosenfeld kommt aus New York nach Paris, um an einem Treffen von KZ-Überlebenden teilzunehmen. Sie trifft Freunde, Leidensgenossen. Myriam hat sich ihr Leben lang geweigert, die Orte des Schreckens noch einmal zu besuchen. Doch als sie bei einer Tombola ein Flugticket nach Krakau gewinnt, beschließt die inzwischen 70-jährige Frau, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Marceline Loridan-Ivens ist eine verstörende und ehrliche Konfrontation mit dem Schrecken gelungen. Nie zuvor durfte für einen Spielfilm innerhalb von Birkenau gedreht werden. Anouk Aimée, selbst eine Jüdin, die Angehörige im Holocaust verlor, spielt zunächst die strahlende Frau, die sich dann bei ihren Gängen durch das Lager vollkommen verwandelt. „Wenn ich so viele Jahre habe vergehen lassen, um endlich meinen eigenen Beitrag zum lebendigen Shoah-Gedenken zu leisten, das aus den Erinnerungen derer besteht, die überlebt haben, dann ganz einfach deshalb, weil ich während dieser Zeit nicht dazu fähig war. Das, was ich durch mein Zeugnis hätte weitergeben können, erschien mir dermaßen lächerlich im Vergleich zur erlebten Wirklichkeit, dass ich lieber schweigen wollte“. (M. Loridan-Ivens)

Sohn der weißen Stute

HUN

1981

Marcell Jankovics

 “Es war einmal vor langer Zeit, da stand in einem Land so weit von hier, fast schon am Höllentor, eine alte Zerreiche. Sie hatte 77 Wurzeln und 77 Äste. Auf den 77 Wurzeln standen 77 Drachen. Auf den 77 Ästen saßen 77 Raben… Hör lieber zu, mein Sohn”, sprach die Weiße Stute, “auf dass die Drachen dir nicht die Seele stehlen und dir die Raben nicht die Augen aushacken! Es waren einmal ein König und eine Königin, die hatten drei Söhne, alle groß und stark. Sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie die Warnungen des Königs missachteten und die Kette des Drachen zerbrachen. Und über uns brach die Hölle herein…”
Der psychotronische Trickfilmklassiker SOHN DER WEISSEN STUTE wurde Mitte der 1980er von den Filmkritikern von Los Angeles zu den 50 besten Animationsfilme aller Zeiten gezählt: Marcell Jankovics brennt in seinem psychedelischen Märchen ein wahres Feuerwerk an Farben, Formen und Geräuschen ab und schuf damit einen einzigartigen Animationsfilm, bei dem noch heute Augen und Ohren übergehen. Ein kaleidoskopischer Farbenrausch, der bisher nicht in deutschen Kinos zu sehen war.

Las herederas – Die Erbinnen

PRY/URY/BRA/DEU/NOR/FRA

2018

Marcello Martinessi

Ana Brun, Margarita Irún, Ana Ivanova, Nilda Gonzalez

Chela und Chiquita leben seit langem schon als Paar in einem gutbürgerlichen Viertel in der paraguayischen Hauptstadt Asunción. Über die Jahre sind sie in ihren Rollen innerhalb der Beziehung erstarrt: Während die extrovertierte Chiquita das gemeinsame Leben organisiert, verbringt Chela die Tage lieber bei gedämpftem Licht hinter ihrer Staffelei. Sie leben von ihrem Erbe, doch langsam geraten sie in finanzielle Schwierigkeiten. Als Chiquita wegen Überschuldung ins Gefängnis kommt, ist Chela auf sich allein gestellt – eine große Herausforderung, da nun sie sich in der Rolle findet, sich um Autofahrten, Haushaltshilfen und Finanzen zu kümmern. Chela kommt auf die Idee, mit ihrem alten Daimler einen Taxi-Service für wohlhabende ältere Damen aus der Nachbarschaft anzubieten. Beim Chauffieren lernt sie die junge, lebensfrohe Angy kennen… LAS HEREDERAS erzählt von Sehnsüchten, von Abhängigkeiten und einem späten Neubeginn und spiegelt die gesellschaftliche Entwicklung, die Paraguay nach langen Jahren der Diktatur und der Absetzung der ersten demokratischen Regierung genommen hat. Der Film wurde vielfach preisgekrönt, unter anderem auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären, dem FIPRESCI-Preis, dem Alfred Bauer-Preis und dem Preis der Teddy-Leserjury des Mannschaft-Magazins sowie in San Sebastián als bester lateinamerikanischer Film.
Marcelo Martinessi, 1973 in Asunción geboren, studierte Kommunikationswissenschaft in seiner Heimatstadt sowie Filmwissenschaft an der London Film School. Nach mehreren Kurzfilmen baute er nach dem demokratischen Machtwechsel 2010 den ersten öffentlichen Fernsehsender von Paraguay auf. Nach dem Staatsstreich 2012 drehte er eine in Venedig ausgezeichnete Kurz-Doku über das politische Chaos. LAS HEREDERAS ist sein Langfilmdebüt.

Mein Großvater Salvador Allende – Allende, mi abuelo Allende

CHL/MEX

2015

Marcia Tambutti Allende

Salvador Allende war der erste gewählte demokratisch-sozialistische Präsident Chiles und kam am 11. September 1973 durch einen Militärputsch ums Leben. Es folgten 17 Jahre Militärdiktatur unter Pinochet. Vier Jahrzehnte später begibt sich Allendes Enkelin Marcia auf Spurensuche nach dem Erbe ihres Großvaters. Wie sich herausstellt, liegen Teile der Familiengeschichte im Dunkeln, die zutage geförderten Spannungen und der begrabene Schmerz eröffnen eine intime Sicht. Die bewegende Dokumentation zeichnet mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen ein neues Bild des Präsidenten.
In Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet

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