Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Eva Hesse

USA/DEU

2015

Marcie Begleiter

Eva Hesse gilt als eine der bedeutendsten Kunstlerinnen der New Yorker Kunstszene der 1960er Jahre. Dennoch ist die geburtige Deutsche, die in Kunstlerkreisen schon zu Lebzeiten beruhmt war, hierzulande noch immer nicht sehr bekannt. 1970 starb Hesse mit nur 34 Jahren an einem Hirntumor, doch zuvor schuf sie Werke, deren Ausstrahlung und räumliche Präsenz beeindrucken. Anlässlich der Ausstellung „Eva Hesse – One More than One“ in der Hamburger Kunsthalle 2013 entstand dieser Dokumentarfilm, der ihr Leben, ihr Werk und dessen Wirkung aufzeigt. Dabei konnten viele Arbeiten von Eva Hesse erstmals auch filmisch festgehalten werden. Zu den Höhepunkten der Dokumentation gehört einer der seltenen öffentlichen Auftritte der Kunstkritikerin Lucy Lippard, die in den sechziger Jahren Hesses Werdegang begleitete. Eine weitere Überraschung bietet der Auftritt des mit Hesse befreundeten Konzeptkunstlers Sol LeWitt.
Einführung: Annabell Manz, M.A.

Das deutsche Volk

DEU

2025

Marcin Wierzchowski

Dokumentarfilm

In der Nacht des 19. Februar 2020 erschießt ein Rassist neun junge Menschen in Hanau. Zurück bleiben Überlebende und trauernde Familien, die nicht nur für die Ermordeten, sondern auch um Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen. Vier Jahre lang begleitete Regisseur Marcin Wierzchowski ihren unermüdlichen Widerstand gegen das Vergessen und dokumentiert ihre Forderungen nach Aufarbeitung der vielen Behördenversäumnisse und ihre Entschlossenheit, nicht als Bürger*innen zweiter Klasse behandelt zu werden. An den Hinterbliebenen wird der strukturelle Rassismus sichtbar, der sich nicht nur in der Tat selbst, sondern auch im Umgang der Behörden mit ihnen zeigt. DAS DEUTSCHE VOLK stellt die aktuell wieder drängende Frage: Wer gehört zu Deutschland und wer nicht?

„Tief humanistisch, radikal subjektiv und doch universell […] Mit seiner sensiblen, genau beobachtenden Langzeit-Doku verleiht Marcin Wierzchowski vor allem den Angehörigen der Opfer eine Stimme.“ (critic.de)

Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen

POL/ISR

2015

Marcin Wrona

Itay Tiran, Andrzej Grabowski

Eine wodkagetränkte polnische Hochzeitsfeier auf dem Lubliner Land gerät aus den Fugen, als der in England aufgewachsene Bräutigam Piotr zu ahnen beginnt, dass das ihm als Brautgeschenk angebotene Anwesen ein dunkles Geheimnis birgt. Basierend auf einem Theaterstück inszeniert Regisseur Marcin Wrona die jüdische Legende um den Dibbuk als stimmungsvollen Hochzeitstaumel und politische Parabel, mit reichlich heiteren, surrealen und unheimlichen Elementen. Ein Par-Force-Ritt durch die polnische Befindlichkeit. Dibbuk – In der jüdischen Mythologie der Geist einer verstorbenen Person.
„Wronas exzellenter kleiner Horrorfi lm ist eine nur vermeintlich unscheinbare Geschichte über die Verdrängung und über die Rache aus dem feuchten, schweren Lehmboden der Heimat.“ Rochus Wolff

Anna

ITA

2024

Marco Amenta

Rose Aste, Daniele Monachella, Marco Zucca, Stefano Cancellu, Andrea Melis

Als eines Tages Baumaschinen vor ihrer Haus- und Stallanlage unweit des Meeres an der Küste Sardiniens auftauchen, versteht Anna die Welt nicht mehr. Auf ihrem abgelegenen Stück Land, das einst ihrem verstorbenen Vater gehört hat, soll ein luxuriöser Hotelkomplex entstehen. Die junge Hirtin und Bäuerin, die sich nach einer gescheiterten Ehe in Mailand in ihre Heimat zurückgezogen hat, um mit einer kleinen Ziegenherde Käse für den lokalen Markt zu produzieren, beginnt einen schier aussichtslosen Kampf um ihre Existenz und den Schutz der Natur.

Inspiriert von wahren Ereignissen, die sich vor 15 Jahren an der Küste Sardiniens abspielten, erzählt Marco Amenta von einer mutigen Frau, die sich gegen die Macht des Geldes wehrt. Herausragend Rose Aste in der Titelrolle, die alle Facetten von Annas Charakter mit unglaublicher Intensität verkörpert.

Der Regisseur über seinen Film:

ANNA ist eine Geschichte vom Widerstand gegen die Macht, deren Handlung auf einer wahren Begebenheit basiert, die sich vor einigen Jahren auf Sardinien ereignet hat. Der Kampf der Protagonistin um ihre persönliche Rettung wird ohne jede Ideologie zu einem Kampf für den Schutz der Umwelt und zu einem erbitterten Widerstand gegen Gewalt und Chauvinismus. Anna ist eine Frau, die sich nicht unterwerfen will und darum kämpft, nicht unterdrückt zu werden. Sie will kein Opfer sein, aber sie ist auch keine Heldin. Es hat über ein Jahr gedauert, bis wir die richtige Darstellerin gefunden haben. Mir wurde schnell klar, dass sie Sardinierin sein musste, wegen der Lebenserfahrung und der Sprache, die so rau ist wie die Figur selbst und eine alte, tief verwurzelte Geschichte vermittelt. Die Klangfarbe vermittelt Bedeutung, und auf Italienisch hätte der Film nicht dieselbe Bedeutung gehabt. Nach unzähligen Castings fand ich Rose Este, die die wilde, harte Seite einer Schäferin mit einer unbewussten Erotik verbindet. Die Kameraführung und der Stil der Regie passen sich ihr an und bringen ihre Stimmung, ihre Freuden und Leiden zum Ausdruck. Die Kamera haftet regelrecht an ihrem Körper, an ihrer Stille, wir haben auch viel mit der Handkamera gearbeitet, um wackelige, unruhige Aufnahmen zu erzielen, genau wie Anna, mit dem Licht, das auf die Linse fällt und sie verletzt, so wie Anna sich verletzt fühlt.

Marco Amenta

Birdwatchers

ITA/BRA

2008

Marco Bechis

Westliche Touristen fahren per Boot auf einem Fluss mitten in Brasilien. Am Ufer sehen sie fast nackte “Indios”, samt Körperbemalung und archaischen Waffen. An dieser Stelle ist der „weiße Mann“ froh, dass er am Ende des Tages in den Räumen des 5-Sterne-Hotels übernachtet. Sobald sie weg sind, werden die Guarani, einer der ältesten Indianerstämme Brasiliens, ihre T-Shirts anziehen, ihren Lohn entgegennehmen und ins Reservat zurückkehren. Birdwatchers zeigt den Kampf der Guarani für ihre Rechte und gegen die uferlose Gier der westlichen Mächte. Diskussionspartner: Günter Kipfmüller, ehemaliger Leiter Goethe-Institut Mannheim-Heidelberg

Birdwatchers - Im Land der roten Menschen

ITA/BRA

2008

Marco Bechis

Im brasilianischen Mato Grosso do Sul hüten die reichen und gelangweilten Fazendeiros ihre Plantagen, während die Ureinwohner im Reservat gepfercht eine Existenz in bitterer Armut und ohne Zukunft fristen. Der Selbstmord zweier Jugendlicher löst eine Revolte aus. Bildintensiv und in atmosphärischer Dichte erzählt das Drama im brasilianischen Regenwald vom Kampf der Indianer um ihren Lebensraum, ihre Rechte und ihre Würde.

Junta

I/F/ARG

1999

Marco Bechis

Antonella Costa, Carlos Echeverria, Dominique Sanda

Bis 1982 war Argentinien fest in der Hand einer Militärjunta, etwa 30.000 Frauen und Männer verschwanden. Regisseur Marco Bechis geriet als junger Lehrer selbst in Folterhaft. Sein Film basiert auf einer Vielzahl von Dramen, die sich unter der scheinbar normalen Alltags-Oberflächenwelt von Buenos Aires abgespielt haben: Die Studentin Maria lebt bei ihrer Mutter in einer großen Villa, in der die einst wohlhabende Großbürgerin Zimmer untervermietet. Einer der Mitbewohner ist Felix, ein verschlossener junger Mann, der angeblich in einer Autowerkstatt arbeitet – und in Maria verliebt ist. Eines Tages wird Maria vom Militär in einen Folterkeller verschleppt. Der Verhörspezialist, der ihr etwas entlocken soll, ist Felix. Während über der Erde Marias Mutter versucht, die Spuren ihrer Tochter zu verfolgen, entwickelt sich in dem grauenvollen Keller unter der Stadt eine schwer vorstellbare „Beziehung“. „Noch nie hat sich ein argentinischer Film so offen, schonungslos und ohne falsche Sentimentalität mit dem Schicksal der „desaparecidos“ … auseinandergesetzt.“ (filmdienst)

Buongiorno, Notte - Der Fall Aldo Moro

ITA

2003

Marco Bellocchio

Maya Sansa, Luigi Lo Cascio, Roberto Herlitzka

In Deutschland gab es die RAF, in Italien die Roten Brigaden. Aldo Moro, der politische Kopf der konservativen Democrazia Cristiana wurde am 16. März 1978 von einem Brigade-Kommando entführt und nach 55 Tagen ergebnisloser Suche tot im Kofferraum eines Wagens gefunden. Marco Bellocchio erzählt in BUONGIORNO, NOTTE konsequent aus der Perspektive der Täter. Spannend und eindringlich schildert der Film, wie den Geiselnehmern unmerklich die Kontrolle über die Situation immer mehr entgleitet, was im zunehmenden Zwang zu handeln mündet. Die aktuellen politischen Geschehnisse und die heutigen Debatten um den Terrorismus verleihen BUONGIORNO, NOTTE eine Brisanz, die unter die Haut geht. Regisseur Marco Bellocchio gehört seit seinem Debutfilm MIT DER FAUST IN DER TASCHE (1965) zu den profiliertesten italienischen Filmemachern. Europäischer Filmpreis 2003: FIPRESCI Award der internationalen Filmkritik. (also ab 18 Jahren)

Träum was Schönes

ITA/FRA

2016

Marco Bellocchio

Valerio Mastandrea, Bérénice Bejo, Guido Caprino, Nicolò Cabras

Massimo hat als Neunjähriger seine Mutter verloren, an Weihnachten war sie plötzlich weg, vom Vater und vom Pfarrer erfährt das Kind nur ausweichende Antworten und Notlügen. Einsamkeit und Trauer führen zu psychischer Dauerkrise – eine negative Entwicklungsgeschichte, deren Wunden aufbrechen, als Massimo nach dem Tod des Vaters die elterliche Wohnung auflöst.
Mario Bellocchio, der seit 50 Jahren als politisch engagierter Regisseur die italienische Filmgeschichte prägt, inszeniert virtuos in mehreren Zeitebenen, um von familiärer Traumatisierung und einem misslungenen Trauerprozess zu erzählen.

Ausente

ARG

2011

Marco Berger

Javier De Pietro, Carlos Echevarría

Martin ist 16 und auf der Suche nach seiner sexuellen Identität. Die Avancen der Nachbarstochter will er nicht bemerken. Martins neugieriger Blick gilt vielmehr seinem Sportlehrer Sebastián. Unter Vorwänden schafft er es dann auch, eine Nacht in dessen Wohnzimmer zu verbringen. Ein einfühlsames Drama mit Thriller-Qualität und tollem Soundtrack, das auf der Berlinale als Bester Spielfilm mit dem TEDDY Award für Queer Cinema 2011 ausgezeichnet wurde.

High Tide

USA

2024

Marco Calvani

Marco Pigossi, James Bland, Bill Irwin, Marisa Tomei

Lourenço, ein Brasilianer in Provincetown – queeres Mekka an der US-Ostküste –, ist nach einer unglücklichen Beziehung auf sich gestellt. Inmitten der Schönheit von Cape Cod schlägt er sich mit Putzjobs durch, wobei sein Touristenvisum bald ausläuft. Dann begegnet er Maurice, einem Arzt in Ausbildung, der mit Freunden Urlaub macht. Und der sich als Afroamerikaner ebenfalls fremd fühlt.

Das Flair herrlicher Strände und der drohende Verlust der Aufenthaltsgenehmigung, zarte Verbundenheit und eine Romanze auf Zeit: Hauptdarsteller Marco Pigossi, Ehemann des Regisseurs, bringt mit seiner lebendigen Darstellung eine überzeugende Natürlichkeit in dieses emotionale Drama. „HIGH TIDE zeigt uns Figuren, die mit der Ungewissheit kämpf(t)en und daher ahnen, dass alles vergänglich und zerbrechlich ist.“ (kino-zeit.de)

Die Welt der anderen – La ragazza del mondo

ITA

ITA

Marco Danieli.

Sara Serraiocco, Michele Riondino, Marco Leonardi, Stefania Montorsi, Lucia Mascino, Pippo Delbono, Martina Verroni

Giulia und ihre Familie leben nach den strengen Glaubenssätzen der Zeugen Jehovas. Mit ihrer Mutter Costanza zieht sie von Haus zu Haus, um neue Mitglieder anzuwerben. So lernt sie den rauen, aber attraktiven Libero kennen, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Sie verliebt sich und lernt durch ihn eine völlig andere Welt kennen. Doch die Liebe zu einem Mann, der nicht der Sekte angehört, ist verboten…
Marco Danieli wirft mit intensiven Bildern einen Blick in die verschlossene Welt der Zeugen Jehovas. Die beiden jungen Schauspieler Sara Sarraiocco und Michele Riondino wurden beim Festival von Venedig mit dem Pasinetti-Preis als beste Darsteller ausgezeichnet.

Hamburger Gitter

DEU

2018

Marco Heinig, Steffen Maurer, Luise Burchard, Luca Vogel

7. und 8. Juli 2017 in Hamburg. G20-Gipfel. Aber von den politischen Ergebnissen ist keine Rede, die Bilder gehen um die Welt: Brennende Autos, geplünderte Läden, vermummte Aggressoren. Doch wie wahrhaftig ist diese öffentliche Erzählung von gewaltbereiten Demonstranten einerseits, notwendigem Handeln von Polizei und Senat andererseits? Eine Redaktionsgruppe des Videokollektivs „leftvision“ hat andere Bilder gesammelt von der anderen Seite. Gefilmt aus den Reihen der Protestierenden zeigen sich die wahren Aspekte moderner Polizeiarbeit: militarisierte Kämpfer mit Knüppeln und Pfefferspray, die an Deeskalierung kein Interesse haben. Sicherheit und Ordnung werden mit buchstäblich allen Mittel durchgesetzt – und der Staat reitet zur Attacke. Ein Dokumentarfilm um Polizeigewalt, Bürgerrechte und das Verhältnis von Zweck und Mittel.
Leider muss der Produzent seine für den 12.10.2018 geplante Anwesenheit bei der Filmvoführung krankheitshalber absagen.

Agrokalypse – Der Tag, an dem das Gensoja kam

DEU

2016

Marco Keller

Bis zu 12 kg Soja oder Getreide muss man verfüttern, um daraus 1 kg Fleisch zu gewinnen. Und um den weltweit steigenden Fleischkonsum zu decken, wird dementsprechend immer mehr Futtermittel, meist Gensoja, angebaut. Brasiliens Urwaldlandschaft ist daher Schauplatz einer menschgemachten Tragödie. Tag für Tag wird das einzigartige Ökosystem durch Sojafarmer zerstört. Vor allem kapitalkräftige Großkonzerne sind verantwortlich für den Raubbau am Urwald und für die Vertreibung der dort lebenden Menschen und Tiere. AGROKALYPSE verfolgt den Weg der brasilianischen Sojabohne bis zu ihrem Ende als Tierfutter, erzählt die Geschichte der brasilianischen Ureinwohner vor dem Hintergrund des weltweiten steigenden Fleischkonsums und zeigt, wie wir mit Lebensmitteln die Welt verändern.
Anschließend Filmdiskussion mit Felipe Bley Folly, FIAN International
In Kooperation mit Arbeitskreis Solidarität mit brasilianischen Gewerkschaften und Eine-Welt-Forum Mannheim e.V.

Kahlschlag - Der Kampf um Brasiliens letzte Wälder

DEU

2012

Marco Keller

Die Urwaldlandschaft Brasiliens ist Schauplatz einer menschlichen Tragödie. Dieses einzigartige für uns alle lebenswichtige Ökosystem wird Tag für Tag durch Holzfäller, Soja-Bauern, Maisanbauer und Viehzüchter zerstört. Vor allem aber kapitalkräftige ausländische Großkonzerne sind verantwortlich für den täglichen Raubbau am Regenwald und den dort lebenden Tiere und Menschen. Die Dokumentation zeigt, wie sich die Ureinwohner mit der Tatsache konfrontiert sehen, ihre Lebensgrundlage zu verlieren. An den Rand gedrängt und ihrer Kultur weitgehend beraubt, versuchen sie ein letztes Stück Identität zu bewahren. Marco Keller ist freier Journalist, Dokumentarfilmer und Fotograf sowie Dozent für Filmtheorie und Kameraarbeit an der PH Freiburg. Er arbeitete beim SWR in der Redaktion "Länder, Menschen, Abenteuer", danach als Redaktionsassistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medien der Pädagogischen Hochschule Freiburg. In Anwesenheit des Regisseurs. Schulvorstellung: Do, 10.5., je 9 & 11 Uhr

Sommersturm

DEU

2004

Marco Kreuzpaintner

Robert Stadlober, Kostja Ullmann, Alicja Bachleda-Curus

Tobi (Robert Stadlober) und sein bester Freund Achim (Kostja Ullmann) machen Ferien im Sommerzeltlager: Doch Achim hat nur Augen für Sandra (Miriam Morgenstern). Anke flüstert Tobi ihre Liebe für ihn zu – was ihn mächtig überfordert – und dann machen sich auch noch die „QueerSchläger“ aus Berlin am anderen Ufer des Sees breit. Die schwule Rudermannschaft sorgt bei Tobi für den Verlust jeglicher Orientierung. Und so mündet der Abend vor dem Wettkampf nicht nur wettertechnisch in einem wahren Sturm … In Kooperation mit PLUS e.V.

Trade - Willkommen In Amerika

DEU/USA

2006

Marco Kreuzpaintner

Kevin Kline, Cesar Ramos, Alicja Bachleda

Eine Geburtstagsfeier in den Slums von Mexico City – die 13-jährige Adriana bekommt von ihrem großen Bruder ein Fahrrad geschenkt. Kurz nachdem sie es erstmals ausprobiert, wird sie von zwei Männern verschleppt: Eine Geschichte, die exemplarisch für Abertausende steht – kriminelle Menschenhandelringe entführen Mädchen in Slums, verschleppen sie in die USA und verkaufen sie an den Höchstbietenden. Trade befasst sich mit dieser unbegreiflichen Thematik auf eine spannende Weise. Diskussionspartnerin: Eva Schaab , Solwodi e.V. – Solidarität mit Frauen in Not

Lea

UTA

2015

Marco Tullio Giordana

Vanessa Scalera, Linda Caridi, Alessio Praticò, Mauro Conte

Ein kleiner Ort in Kalabrien: Lea Garofalo lebt in einer Familie, die tief in die Aktionen der dortigen Mafia, der ‘Ndrangheta, verstrickt ist. Für ihre Tochter Denise jedoch wünscht sie sich ein anderes Leben, ein Leben ohne Gewalt, ohne Lügen und Angst. Sie reagiert mit der einzigen Waffe, die sie hat: Sie erstattet Anzeige gegen ihre Mafia-Familie und vertraut sich der Justiz an. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen. Schon bald steht sie mit Denise unter strengem Zeugenschutz, muss mehrfach Namen und Aufenthaltsort ändern, um der Rache ihres Clans zu entgehen. Und Lea merkt, dass sie und ihre Tochter sich auf niemanden verlassen können…
Eine wahre Geschichte, die in Italien großes Aufsehen erregte. Regisseur Marco Tullio Giordana (100 SCHRITTE, DIE BESTEN JAHRE) bleibt nah an den Tatsachen, erzählt den Fall von Lea und Denise Garofalo als nüchternes, gleichwohl intensives und packendes Dokudrama.

Elsa & Fred

ESP/ARG

2005

Marcos Carnevale

Manuel Alexandre, China Zorrilla, Carlos Alvarez-Novoa, Roberto Carnaghi, José Angel Egido

14 Jahre war er alt, der Regisseur, als er »Das süße Leben« erstmals sah und daraufhin beschloss, Filmemacher zu werden. Einmal wollte er eine Szene drehen wie die, in der Anita Ekberg in den Trevi-Brunnen steigt, begehrlich bestaunt von Marcello Mastroianni. „Seine“ Anita heißt nun Elsa, die sich mit ihren angeblich 77 Jahren jünger macht als sie ist, ein Teenager „in altem Kleid“. Sie ist frech, temperamentvoll, von umwerfendem Charme und lügt, wenn sie den Mund aufmacht. Fred, eigentlich Alfredo, ihr neuer Wohnungsnachbar, ist tatsächlich 78, gerade Witwer geworden, hypochondrisch veranlagt und eher etwas scheu. Wie ein Wirbelwind bricht Elsa in sein Leben ein, entschlossen, die wertvolle Zeit, die ihr noch bleibt, mit der Liebe ihres Lebens zu genießen. Es verlangt etwas Einsatz, wilde Entschlossenheit und eine ordentliche Portion Mut, aber die beiden verlieben sich ineinander. Wird sie ihren lang gehegten Traum verwirklichen und wie Anita Ekberg in der berühmten Szene von „La dolce vita“ ihren Geliebten in der Fontana di Trevi umarmen? Herrlich unverkrampft und optimistisch erzählt Marcos Carnevale in »Elsa & Fred« von der Last des Älterwerdens und der Kraft der Liebe. Er stellt mit der Argentinierin China Zorrilla und dem Spanier Manuel Alexandre zwei Schauspieler vor, die – selber weit über siebzig – ihre Rollen mit Verve und Verschmitztheit zu spielen verstehen. „Man braucht sehr lange, um jung zu werden!“ (Pablo Picasso) Einführung: Ernst Gramberg, Cinema Quadrat Anschließend Gesprächsrunde

Rivale

DEU/UKR

2020

Marcus Lenz

Yelizar Nazarenko, Udo Samel, Maria Bruni, Jule Böwe

Nach dem Tod seiner Großmutter gibt es in dem ukrainischen Dorf niemanden mehr, der sich um den neunjährigen Roman kümmern kann. Seine Mutter Oksana arbeitet als illegale 24-Stunden-Pflegekraft in Deutschland. In einem Lieferwagen versteckt reist Roman ihr nach, aber Oksana ist nicht allein. Sie lebt mit Gert Schwarz zusammen, dem Witwer ihrer inzwischen verstorbenen Patientin. Roman kämpft eifersüchtig und mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit seiner Mutter, gegen seinen Rivalen Gert und gegen die ganze Welt.
Marcus Lenz verschränkt sensible Sozialstudie mit Coming-of-Age und Genreelementen zu einer spannenden, unvorhersehbaren Filmerzählung. Und ganz nebenbei macht dieser mehrfach ausgezeichnete deutsch-ukrainische „Systemsprenger“ das problematische Ausbeutungsverhältnis Deutschlands zur Ukraine sichtbar. „RIVALE hat eine animalische Energie, ein Gesamtkunstwerk im besten Sinne.“ (Bayrischer Rundfunk)

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