Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Münter & Kandinsky

DEU

2024

Marcus O. Rosenmüller

Vanessa Loibl, Vladimir Burlakov, Julian Koechlin

Sie waren eines der berühmtesten Künstlerpaare des 20. Jahrhunderts: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Ihre Werke finden sich in vielen Museen der Welt, ihr Leben und ihr jeweiliges künstlerisches Credo wurde und wird in vielen Ausstellungen und Publikationen gewürdigt. Zu Lebzeiten und bis in die 1980er Jahre lag die Aufmerksamkeit eher auf den Arbeiten von Wassily Kandinsky (1866 – 1944), der als Verfechter der abstrakten Kunst nicht nur im Kreis der Malergruppe „Der Blaue Reiter“ Weltruhm erlangt hat. Längst gilt auch das Werk der Schülerin und langjährigen Lebenspartnerin Kandinskys und schließlich selbstbewussten Malerin Gabriele Münter (1877 – 1962) als bedeutendes Zeugnis der Umbrüche in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Regisseur Marcus O. Rosenmüller widmet sich in seinem Spielfilm der komplizierten und für Münter zunehmend verletzenden Beziehung der beiden Persönlichkeiten. Auf Basis ihres umfangreichen Briefwechsels ist ein stimmungsvolles Biopic entstanden, das den Schwerpunkt auf ihr schwieriges Leben als Künstlerpaar in einer von Konventionen geprägten Epoche legt.

The Forecaster

DEU/USA

2014

Marcus Vetter, Karin Steinberger

Der Finanzberater Martin Arthur Armstrong entwickelt in den 1980ern ein Computer-Modell, mit dem er Wendedaten der Wirtschaft voraussagt: Den Oktobercrash 1987, die Dollar-Baisse 1986 und den Nikkei-Crash 1989 berechnet er mit einem System, das auf der Zahl Pi basiert, fast auf den Tag genau. So erarbeitet sich der Mann aus Philadelphia einen Ruf als Finanz-Magier und wird mit seiner Berater- Firma “Princeton Economics” in den 90ern zu einem Mann, auf dessen Meinung Wert gelegt wird.
Angebote zur Manipulation des Finanzmarktes lehnt er ab und weigert sich, seinen “Source Code”, die Formel zu seinem Erfolg, offenzulegen. 1999 stürmt das FBI sein Büro. Armstrong wird verhaftet und wandert ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung 2011 widmet sich Dokumentarfilmerin Karin Steinberger Martin Armstrongs Geschichte und lässt ihn zukünftige Lösungsansätze anbieten. Für den 1. Oktober 2015 prophezeit Armstrongs Modell den nächsten wirtschaftlichen Einschnitt: eine große Staatsschulden-Krise…

War & Justice

DEU

2023

Marcus Vetter, Michele Gentile

2022 verurteilt der Internationale Strafgerichtshof (ICC) Wladimir Putin wegen Kriegsverbrechen; 2023 untersucht der ICC Verbrechen im israelisch-palästinensischen Krieg. WAR & JUSTICE rekapituliert die 25jährige Geschichte des ICC und seinem Kampf gegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Kriegsverbrechen und Angriffskriege. Es geht um Benjamin Ferencz, einst jüngster Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen, um Luis Moreno-Ocampo und um Karim Khan, die Ankläger des ICC; es geht um die Kriege im Kongo, in Libyen, in der Ukraine, in Gaza. Und es geht um die Frage, ob und wie Kriegsverbrechen überhaupt verhindert werden können. Oder ob das größte Verbrechen nicht der Krieg selbst ist.
Vor dem Kinostart stellt Regisseur Marcus Vetter im Rahmen einer Kinotour seinen Film persönlich vor. Mit anschließendem Filmgespräch.
In Kooperation mit NaturFreunde Mannheim, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, KDA – Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Amnesty International
 

Echo

DEU

2022

Mareike Wegener

Valery Tscheplanowa, Ursula Werner, Andreas Döhler, Felix Römer, Oskar Keymer, Marina Galic, Roland Silbernagl

In Friedland ist die Welt in Ordnung. Wieder in Ordnung, die Vergangenheit ist ja schon lange her – meinen einige im Dorf. Das Moor aber vergisst nicht. Dort gibt es rätselhafte Ruinen, und manchmal spuckt es Leichen aus. Kriminalkommissarin wird wegen einer Moorleiche aus der Stadt nach Friedland geschickt, der Provinzfall soll ihr nach einem Einsatz als Ausbilderin wieder den Einstieg in die Polizeiarbeit ermöglichen. Hier gibt es allerdings gleich mehrere Vermisstenfälle, zudem den dienstbeflissenen wie tollpatschigen Dorfpolizisten, eine rätselhafte Moormeisterin, eine Weltkriegsbombe vor dem Herrenhaus von Lorenz von Hüning, dessen Tochter vor längerer Zeit verschwunden ist… Schuld und Trauma als Auslöser persönlicher und gesellschaftlicher „Echos“ bilden den Ausgangspunkt für Mareike Wegeners Langspielfilmdebüt, in dem sich Provinzkrimi und schwarze Komödie, Vergangenheit, Mythos und kollektives Unterbewusstsein verbinden. „Einer der bemerkenswertesten Filme in der diesjährigen ‚Perspektive Deutsches Kino’ der Berlinale.“ (taz)

Ha-boleshet Hokeret

IL

2000

Marek Rozenbaum

Moshe Ivgi, Aki Avni, Osnat Fishman

Micha Stein ist ein ehrgeiziger, hart arbeitender Polizist. Er erhält die Information, dass der Ex-Sänger Shalom in einen brutalen Raub verwickelt war. Shalom wird verhaftet und zur Untersuchung vorgeführt. Shaloms provokative Persönlichkeit, sein Lebensstil und sein besonderes Verhältnis zu seiner Frau erschüttern Stein. Was zunächst nach einem einfachen Fall aussieht, wird zusehends komplexer. HA-BOLESHET HOKERET wurde 2000 auf dem Filmfestival in Jerusalem mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet und erhielt 2001 in Houston den Preis als Bester Ausländischer Film.

Alle Anderen

DEU

2009

Maren Ade

Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans-Jochen Wagner, Nicole Marischka

Gitti und Chris sind ganz normal, ein glückliches Paar, und im Urlaub auf Sardinien haben sie endlich wieder Zeit füreinander. Dann begegnen die beiden einem anderen Paar, Hans und Sana – und die so fest geglaubte Beziehung gerät langsam ins Wanken. Mit subtilem Humor und grausamer Genauigkeit nehmen wir an den widersprüchlichen Sehnsüchten von Gitti und Chris Teil – und es zeigt sich die große Kunst von Maren Ade, den Zuschauer teilhaben zu lassen daran, wie sich zwei Menschen verhalten, wenn sie alleine sind, mit geheimen Ritualen, Albernheiten, unerfüllten Wünschen und subtilen Machtkämpfen: „Ein Drama über leise Liebesbeben mit so wahren Dialogen, dass man sie aus dem eigenen Leben zu kennen glaubt“ (Spiegel), berührend gespielt von Birgit Minichmayr und Lars Eidinger. Auf der Berlinale 2009 mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet: Großer Preis der Jury und beste Darstellerin.

Der Wald vor lauter Bäumen

DEU

2003

Maren Ade

Eva Löbau, Daniela Holtz, Jan Neumann

Melanie Pröschle aus der schwäbischen Provinz tritt nach ihrem Referendariat ihre erste Stelle an einer Karlsruher Realschule an. Mit großem Idealismus beginnt sie – doch die alteingesessenen Kollegen halten nicht viel von ihrer Pädagogik, die Schüler finden schnell ihre Schwachstellen, und privat ist sie noch nicht angekommen. Um der Einsamkeit zu entgehen, sucht Melanie gezielt Kontakt zu ihrer Nachbarin Tina – doch der soziale Übereifer stürzt sie in nur noch größere Peinlichkeiten. Maren Ades Debütfilm ist ein höchst beklemmendes Stück über Einsamkeit, Scheitern und Selbsterniedrigung: Unheimlich genau beobachtet sie, wie psychologische und emotionale Faktoren den Weg zur Verzweiflung weisen. Eine Verzweiflung irgendwo zwischen Bitterkeit und Komik.

Toni Erdmann

DEU/AUT/CHE

2016

Maren Ade

Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn

Winfried ist Alt-68er. Seine Tochter Ines Unternehmensberaterin. Um sich ihr anzunähern, nutzt Winfried seine Qualitäten als Spaßmacher – doof nur, dass genau diese Art von Humor Ines von ihm weggetrieben hat… Es sind traurige Gestalten, die sich in diesem Film umtreiben – und das große Wunder von TONI ERDMANN ist, wie befreiend komisch er ist. Mit diesem Film hat Maren Ade Cannes gerockt und dem deutschen Kino wieder Raum in der internationalen Filmlandschaft gegeben. Und ganz nebenbei, zwischen falschen Zähnen und Käsereibe, eine große Anzahl von Kinogängern beglückt.
TONI ERDMANN ist der große Gewinner des Europäischen Filmpreises 2016: Bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Hauptdarsteller.
Barrierefreies Kino: Dieser Film unterstützt die Greta & Starks-Apps für Audiodeskription bzw. Untertitel.

Tangerine Dream - Revolution of Sound

DEU

2017

Margarete Kreuzer

Tangerine Dream, die Band um Edgar Froese, sind Pioniere der elektronischen Musik. Seit ihrer Gründung in den 1960ern suchen sie nach dem ultimativen Sound, der zuvor noch nie gehört worden ist. Es sind Klangwelten, die den Hörer in andere Welten katapultieren und die das Bewusstsein erweitern, ob mit oder ohne Drogen. Der Film zeichnet die Bandgeschichte nach von Krautrockzeiten über Filmmusiken bis zu den Tourneen der 2010er Jahre – bis zu Froeses Tod 2015.

Auf der Suche nach Ingmar Bergman

DEU

2018

Margarethe von Trotta

Margarethe von Trotta wurde durch Ingmar Bergmans DAS SIEBENTE SIEGEL fürs Kino begeistert. Bergman selbst wiederum nannte von Trottas DIE BLEIERNE ZEIT einen Film, der ihn geprägt hat. Anlässlich des 100. Geburtstags des 2007 verstorbenen Regisseurs am 14. Juli folgt Margarethe von Trotta in ihrem ersten Dokumentarfilm den Spuren Ingmar Bergmans, einem der unbestrittenen Meister der Filmkunst, und nähert sich seinem Leben und Schaffen an, auch in vielen Diskussionen mit Weggefährten und verschiedenen zeitgenössischen Filmemachern wie Liv Ullman, Ruben Östlund, Mia Hansen-Løve oder Olivier Assayas – und immer mit einer persönlichen Perspektive, von Künstlerin zu Künstler.

Rosa Luxemburg

BRD

1986

Margarethe von Trotta

Barbara Sukowa, Daniel Olbrychski, Otto Sander, Adelheid Arndt

In opulenten Bildern erzählt die Filmemacherin Margarethe von Trotta die bewegte Lebensgeschichte der kämpferischen Sozialistin Rosa Luxemburg, die 1870 geboren und 1919 von rechten Freicorps-Offizieren ermordet wurde. Dabei macht die Filmbiographie die politische, aber auch die private Seite der Pazifistin und sozialistischen Streiterin anschaulich, nähert sich dabei insbesondere den inneren Beweggründen ihres politischen Handelns.
Zum 100. Todestag würdigt das Cinema Quadrat die Wortführerin der Linken in monarchisch-militaristischen Zeiten mit dem Klassiker engagierten deutschen Autorenkinos und mit einem Einführungsvortrag von Wolfgang Alles. In Kooperation mit dem Aktionsbündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise“

Familia sumergida – Die untergegangene Familie

ARG/BRA/DEU/NOR

2019

María Alché

Mercedes Morán, Marcelo Subiotto, Esteban Bigliardi, Laila Maltz, Ia Arteta

Marcela, ihr Mann und die drei Kinder führen ein komfortables Leben in Buenos Aires. Nach dem unerwarteten Tod ihrer Schwester Rina räumt Marcela deren Wohnung aus. Strickwaren, Zimmerpflanzen, Bücher, Pelzmäntel und Möbel, Fotografien und Briefe – Erinnerungen. Irgendwann sitzen die Geister alter Tanten und Onkel in Marcelas Wohnzimmer, sie führt Gespräche mit Verwandten aus einer anderen Dimension. Marcela fühlt sich in ihrem eigenen Haus verloren, ihre Beziehung zu ihrem Mann und ihren Kindern beginnt zu leiden. Als Nacho, ein junger Freund ihrer Tochter, vorbeikommt, geht sie mit ihm auf einen Spaziergang, und endlich kann sie reden. Aber wieder zu Hause, streifen weiter Phantome der Vergangenheit durch ihre Gegenwart und lösen sie auf: Marcela steigt immer mehr in eine Fantasiewelt ein, in der alles möglich wäre – eine Affäre, ein anderes Leben gar?
María Alchés Debütfilm fängt den Schwebezustand von Menschen in Trauer ein, in dem die Wirklichkeit entrückt, die Vergangenheit sich anschleicht und der Verlust die Welt verändert.
María Alché, 1983 in Buenos Aires geboren, studierte Regie an der an der Escuela Nacional de Experimentación y Realización Cinematográfica (ENERC). Sie führte Regie bei mehreren Kurzfilmen, die auf Festivals wie Locarno, La Habana und Rotterdam gezeigt wurden. Als Schauspielerin war sie unter anderem in einer Hauptrolle in Lucrecia Martels LA NIÑA SANTA (DAS HEILIGE MÄDCHEN, 2004) zu sehen. FAMILIE SUMERGIDA ist ihr erster Langspielfilm.

Wolfgang Laib – Here, Now and Far Beyond

DEU

2023

Maria Anna Tappeiner

Dokumentarfilm

Wolfgang Laib (*1950) muss ein sehr geduldiger Mensch sein – er sammelt jedes Frühjahr die Blütenpollen z.B. von Löwenzahn oder Haselnuss, um mit den so gewonnenen natürlichen Farbpartikeln intensiv leuchtende, gelbe Flächen auszulegen. Allein schon diese höchst ungewöhnliche Praxis sorgte seit den 1970er Jahren für Aufsehen in der Kunstwelt. Schon früh prägten östliche Philosophien sein Leben und seine künstlerische Praxis. Laib konzentriert sich seit Beginn seiner schöpferischen Tätigkeit auf wenige, essenzielle Materialien: Blütenpollen, Bienenwachs, Reis oder Milch, die er in größtmöglicher Einfachheit und zugleich Schönheit präsentiert – und die sinnliche Präsenz erschließt sich beim Betrachten sofort. Seine Arbeiten berühren philosophische und erkenntnistheoretische Fragen und ermöglichen eine Besinnung auf das Wesentliche; sie weisen damit weit über ihre physische Präsenz hinaus. „Wiederholung und Reihung waren für mich immer sehr essenziell. Ich sehe darin eine unglaubliche Potenzialität und Kraft.“ (Wolfgang Laib)

Rendezvous der Freunde

DEU

1992

Maria Hemmleb, Christian Bau

Nach Art eines Klassenfotos versammelt Max Ernst auf seinem Gemälde „Rendezvous der Freunde“ (1922) Lebende und Tote, Mitstreiter und Heroen der surrealistischen Bewegung: Hans Arp, André Breton, Gala und Paul Éluard, Giorgio de Chirico, Raffael, Dostojewski und andere stehen und sitzen in beunruhigender Umgebung vor einem Gebirge. Heute hängt das Schlüsselwerk des Surrealismus im Kölner Museum Ludwig. Die bewegende Geschichte, wie das Gemälde – in der Nazizeit als sogenannte „entartete Kunst” verunglimpft – dorthin kam, zeichnen Maria Hemmleb und Christian Bau in ihrem Dokumentarfilm nach. Mehrere Jahrzehnte hing es im Wohnzimmer der Sammler Lydia und Artur Bau. Sie waren mit Max Ernsts berühmter Galeristin Johanna Ey seit den 1920er Jahren befreundet und kauften noch Kunstwerke bei ihr, als ihr der Kunsthandel offiziell untersagt war.
Einführung: Maria Baumgärtner, M.A.

2 Girls in Love

USA

1995

Maria Maggenti

Laurel Holloman, Nicole Ari Parker, Maggie Moore, Dale Dickey

Die burschikose Randy ist schlecht in Mathe, mag Led Zeppelin, hat ein Verhältnis mit der verheirateten Wendy. Nach der Schule jobbt sie an einer Tankstelle. Dort fährt eines Tages Evie vor – eine Bankierstochter, die Opern liebt und Walt Whitman liest. Als Randy ihr Luft in die Reifen pumpt, steigt auch der Blutdruck der beiden Mädchen…
In ihrer wunderbar leichten romantischen Komödie erzählt Maria Maggenti mit erfrischender Natürlichkeit, wie es ist, wenn frau mit siebzehn die Liebe entdeckt: In ihrer abenteuerlichen Liebesgeschichte gehen Randy und Evie – trotz oder gerade wegen der ganz unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Hintergründe – durch all die Höhen und Tiefen einer neuen Romanze. Lange, bevor lesbische Themen im Mainstream-Film ankamen, wurde 2 GIRLS IN LOVE zu einem ikonischen Werk des Queer Cinema.

Tortilla Soup

USA

2001

Maria Ripoll

Hector Elizondo, Jacqueline Obradors, Elizabeth Peña, Tamara Mello, Nikolai Kinski

Der verwitwete Meisterkoch Martin Naranjo geht auch zu Hause seiner Leidenschaft nach: Täglich zaubert er seinen drei unverheirateten Töchtern kulinarische Köstlichkeiten auf den Teller. Während der konservative Hausherr den Zuschauer am Zubereiten des mehrgängigen Menüs teilhaben läßt, lassen die Töchter ihren Vater während des Essens an ihrem Leben teilnehmen. Carmen ist schön, erfolgreich und steht vor der Entscheidung, einen Super-Job in Barcelona anzunehmen. Die leicht verklemmte Lehrerin Leticia bekommt anonyme Liebesbriefe, die ihr Leben verändern, und das Nesthäkchen Maribel verliebt sich Hals über Kopf in die lockere Lebensart von Andy. Regisseurin Maria Ripoll verlegt die Handlung aus Ang Lees EAT DRINK MAN WOMAN in das Hispano-Milieu ihrer Geburtsstadt Los Angeles. Hector Elizondo, bekannt aus der Krankenhaus-Serie „Chicago Hope“, führt hier das scharfe Messer mit großer Präzision durch Berge von Fleisch und Gemüse. „Warnung: Dieser Filmgenuß macht hungrig!“ (tip)

She Said

USA

2022

Maria Schrader

Carey Mulligan, Zoe Kazan, Patricia Clarkson, Andre Braugher, Jennifer Ehle, Samantha Morton

Megan Twohey und Jodi Kantor, Journalistinnen der New York Times, recherchieren – und wollen das große Schweigen in Hollywood brechen. Es geht ihnen um die Rechte der Frauen, um weibliche Selbstbestimmung, um das Brechen männlicher Dominanz in Arbeit und Alltag – und es mündet in einem Enthüllungsartikel über Harvey Weinstein, der den Beginn der #metoo-Bewegung markierte. Der großartig besetzte Film schildert die Hartnäckigkeit der Journalistinnen, die Widerstände, denen sie begegnen, die Versuche, Betroffene wie Rose McGowan, Ashley Judd oder Gwyneth Paltrow dazu zu bringen, über ihre Erfahrungen mit den sexuellen Bedrängungen durch Filmmogul Harvey Weinstein zu sprechen. 
Maria Schrader (VOR DER MORGENRÖTE, 2016, ICH BIN DEIN MENSCH, 2021, Miniserie UNORTHODOX, 2020 – Regie-Emmy!) erzählt in ihrem neuesten Film von der engagierten Arbeit zweier beharrlicher Journalistinnen, die den Weinstein-Skandal aufdeckten. Und damit die Welt veränderten.

Dieci minuti - 10 Minuten

ITA

q024

Maria Sole Tognazzi

Barbara Ronchi, Margherita Buy, Fotini Peluso, Alessandro Tedeschi, Anna Ferruzzo

Als ihr Mann sie nach fast zwanzig Jahren Ehe plötzlich verlässt, fällt Bianca aus allen Wolken: Sie hatte nie etwas bemerkt, weder die Unzufriedenheit ihres Lebenspartners noch sein Verhältnis mit einer anderen Frau. Bianca stürzt in eine Depression, aus der sie eine unkonventionelle Psychologin herauszuholen versucht, die ihr eine Aufgabe vorschlägt: Jeden Tag zehn Minuten lang etwas Neues tun, etwas wagen, von dem sie nie gedacht hätte, dass sie dazu fähig ist. Nachdem Bianca auch noch ihren Arbeitsplatz verliert, beschließt sie, das Experiment zu wagen: auf der Beerdigung eines Fremden, per Anhalter oder mit Gelegenheitssex, sogar mit Ladendiebstahl. Damit setzt sie einiges in Bewegung…

Ein intensives und berührendes psychologisches Drama in großen Kinobildern, von Barbara Ronchi als Bianca und Margherita Buy als Psychologin brillant gespielt. Das Drehbuch schrieb Maria Sole Tognazzi gemeinsam mit ihrer berühmten Regiekollegin Francesca Archibugi.

Das Regiedebüt von Schauspielstar Margherita Buy VOLARA – FLIEGEN läuft ebenfalls im diesjährigen Cinema Italia-Programm.

Maria Sole Tognazzi über ihren Film:

Das Bedürfnis, von weiblichen Figuren zu erzählen und ihre Stärke und Zerbrechlichkeit zu erforschen, ist der Schlüssel, der alle meine Filme verbindet. Nachdem ich Chiara Gamberales Roman „Per dieci minuti (Für zehn Minuten)“ gelesen hatte, begann ich mit Francesca Archibugi darüber zu sprechen. Ich glaube, dass das Verlassenwerden die tiefste Krise ist, die ein Mensch erleben kann. Deshalb beschloss ich, diese Krise zu erzählen, wie sie sich im Inneren einer jungen Frau abspielt. Wir lernen Bianca in einem Moment tiefer Verwirrung kennen, am Boden zerstört durch das Ende ihrer Ehe, durch den Verlust ihres Arbeitsplatzes, nach einem überstandenen Autounfall und einem anschließenden Selbstmordversuch. Der Weg mit ihrer Psychiaterin und Jasmine, einer Schwester, von deren Existenz sie nicht wusste, wird durch eine Reihe von Aufgaben, die alle ihre Ängste herausfordern, zur Chance einer Wiedergeburt.

Weitere Informationen:

https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=2

Herr Bachmann und seine Klasse

DEU

2021

Maria Speth

Herr Bachmann ist Lehrer, 6. Klassenstufe der Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf. Er unterrichtet Kinder aus zwölf Nationen, alle mit verschiedenen Religionen, Sprachen, Traditionen – aber keine Problemkids, sondern der Spiegel der Gesellschaft in der mittelhessischen Industriestadt. Herr Bachmann schafft mit seiner offenen Art einen Raum des Vertrauens im Klassenzimmer, engagiert und empathisch: Er weiß, wie er den Unterrichtsstoff ans Kind bringen muss, um den jungen Menschen die Augen für die Möglichkeiten in ihren Leben zu öffnen.
Maria Speth begleitet den Lehrer und seine Klasse durch ein Schuljahr und zeigt in ihrem an Minuten zwar langen, an Kurzweil aber reichen Film: Bildung kann ein spektakulärer Vorgang sein und Pädagogik etwas Heldenhaftes an sich haben. Und ein Film über Unterricht kann das gegenwärtige Deutschland in sich tragen.

Fünf Tage Ohne Nora

MEX

2009

Mariana Chenillo

Fernando Luján, Enrique Arreola, Ari Brickman

Schon 14 Mal hat Nora versucht, sich das Leben zu nehmen – beim 15. Mal mit Erfolg. Und sie hat alles perfekt arrangiert: Ihr Ex-Mann José, der auch 20 Jahre nach der Scheidung noch in der gleichen Straße in Mexiko City lebt wie sie, muss sich um die Leiche, das Begräbnis und Formalitäten kümmern. Der Debütfilm der mexikanischen Drehbuchautorin und Regisseurin Mariana Chenillo ist ein witziges bis tiefschwarzes, einfühlsames und bittersüßes Werk über die Liebe, das Leben und den Tod. (also ab 18)

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