Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Universal Language

CAN

2024

Matthew Rankin

Rojina Esmaeili, Danielle Fichaud, Sobhan Javadi, Pirouz Nemati

In einer mysteriösen und surrealen Zwischenzone in einem Farsi-sprachigen Winnipeg verweben sich die Leben verschiedener Charaktere auf überraschende und rätselhafte Weise miteinander. Die Grundschülerinnen Negin und Nazgol finden einen im Wintereis eingefrorenen 500-Rial-Schein, den sie mit einer Axt loshacken wollen. Währenddessen führt Massoud eine Gruppe zunehmend verwirrter Touristen durch die Denkmäler und historischen Stätten von Winnipeg. Matthew kündigt seinen bedeutungslosen Job bei der Québecois-Regierung und reist zu einem Besuch bei seiner Mutter, zu Fuß durch den Schnee. Ein Truthahn verschleppt die Brille eines Schülers, eine Frau sammelt Tränen in Einweckgläsern. Dabei ist die humanistische Poesie eines Abbas Kiarostami und die lakonische Absurdität eines Roy Andersson nicht sehr weit: „ein surreal-nostalgisches Manitoba-Märchen über die Weltsprache des filmischen Geschichtenerzählens – eines der einzigartigen Highlights des Jahres.“ (Viennale)

Das Gegenteil von Grau

DEU

2017

Matthias Coers

Längst nicht alle Bewohner des Ruhrgebiets fügen sich dem etablierten deutschen Bürgermodell. Statt sich hinter grauen Stadthausfassaden zu verstecken, richten einige Menschen zwischen Dortmund und Duisburg ihr Wohnzimmer auf der Straße ein, veranstalten Kinoprogramme in leerstehenden Gebäuden, kultivieren verwilderte Gewächshäuser neu oder betreiben gemeinsam Gärten – und setzen damit ein Zeichen gegen Brachflächen, Leerstand, Anonymität und Stillstand. Das Projekt „Recht auf Ruhr“ arbeitete gemeinsam mit Dokumentarfilmer Matthias Coers (MIETREBELLEN – WIDERSTAND GEGEN DEN AUSVERKAUF DER STADT) an diesem Porträt eigenwilliger Gruppen, die für ein ökologisch motiviertes Zusammenleben inmitten eines urbanisierten Kosmos einstehen und Farbe in das dominante Städtegrau bringen wollen.
In Kooperation mit soma.jetzt – Selbstorganisiert in Mannheim
Anschließend Filmdiskussion mit dem Regisseur Matthias Coers

Die Unsichtbaren

DEU

2023

Matthias Freier

Die brutalen Säurefassmorde gingen in den 1990ern in die deutsche Kriminalgeschichte ein: Lutz Reinstrom hatte drei Frauen entführt, zwei davon nach Folterungen und Vergewaltigungen ermordet, zerstückelt und in Säurefässern im Garten vergraben. Eine dritte ließ er frei. Wegen Entführung wurde er sehr milde bestraft. Nur durch beharrliche Ermittlungen gegen den Widerstand ihrer männlichen Vorgesetzten konnte Kriminalkommissarin Marianne Atzerotz-Freier die grausamen Taten schließlich aufdecken.
Wie sie als eine der ersten Frauen in der Hamburger Mordkommission nicht ernstgenommen wurde, wie ihr niemand im Polizeiapparat Gehör und Glauben schenken wollte, wie sie gegen die patriarchalische Dominanz im Polizeiapparat für die Wahrheit kämpfte, wie sie ihre Ermittlungen auf eigene Faust und oft in ihrer Freizeit anstellte und darum kämpfte, sich durchzusetzen, erzählt Matthias Freier – Stiefsohn der Kommissarin – so spannend wie bewegend wie persönlich.
Hinweis: Mit KALTBLÜTIG beginnt am 15.4. die bis Juli laufende Filmreihe „Faszination True Crime“

Luise

FRA/DEU

2023

Matthias Luthardt

Luise Aschenbrenner, Christa Theret, Leonard Kunz, Aleksandar Jovanovic

Oktober 1918: Die fromme Bäuerin Luise lebt alleine auf einem abgeschiedenen Bauernhof in der Nähe zur französischen Grenze. Eines Morgens taucht Hélène auf, eine junge Französin auf der Flucht vor dem deutschen Soldaten Hermann. Luise nimmt beide bei sich auf: drei Menschen in einer moralischen Grenzsituation, zusammen in einem eng begrenzten Raum. Luise und Hélène kommen sich näher, eine fragile Beziehung unter ständiger Beobachtung und Bedrohung. Vor dem Hintergrund eines schier endlosen, von Männern geführten Krieges entwickelt sich LUISE zu einem präzise inszenierten und beeindruckend gespielten Überlebenskampf und einem berührenden Film über weibliche Selbstbestimmung und eine erwachende Liebe.

Pingpong

DEU

2006

Matthias Luthardt

Sebastian Urzendowsky, Marion Mitterhammer, Clemens Berg

Ohne Vorankündigung besucht der 16-jährige Paul seine Verwandten. Er hat erst vor kurzem seinen Vater verloren, auf der Suche nach einer heilen Welt geht er an einen Ort, der ihn an unbeschwerte Kindheitstage erinnert. Dabei dringt er in den Mikrokosmos einer scheinbar glücklichen Familie ein. In seiner Tante Anna lernt Paul eine Frau kennen, die seine Anwesenheit anfänglich widerwillig hinnimmt, ihn dann aber zu akzeptieren beginnt und auf ihre Seite zieht. Paul sucht immer stärker ihre Nähe und bemerkt zu spät, dass sie ihn als Spielball benutzt. Als sie dabei die Kontrolle verliert, reagiert Paul mit einer Verzweiflungstat. „Junge Berliner Schule“ in Höchstform und in Frankreich bereits als „Nouvelle Vague Allemande“ höchst aufmerksam wahrgenommen.

The Ballad of George Barrington

DEU

2022

Matthias Meyer, Alexander Rischer

George Barrington (1755-1904) war eine der berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit, eine Legende, ein Volksheld – als Taschendieb. Matthias Meyer und Alexander Rischer zeichnen sein Leben, seine Diebeskarriere, sein Handwerk des geschickten Ausraubens nach, ebenso seine Verbannung in die australische Kolonie und seine dortige Rehabilitation – er wurde ein hoher Beamter der Polizei…. Viele Jahren lang haben sich die Regisseure mit Barrington beschäftigt. Ihr Film zeichnet aus Grafiken, Dokumenten, Fotografien über Barringtons Wirken und Werden wie auch aus wiedergefundener Beute ein komplexes Bild eines ebenso komplexen Charakters, bei dem es zu jedem Fakt mindestens eine Fiktion gibt. Ein Dokumentarfilm über die hohe Kunst des Taschendiebstahls und über eine faszinierende Persönlichkeit, die sich in den höchsten Kreisen der aristokratischen Gesellschaft Londons bewegte, aus beruflichen Gründen, „scheinbar schlicht, aber doch raffiniert konstruiert – nüchtern erzählt und gerade darum oft enorm lustig.“ (taz)
In Anwesenheit der Regisseure Matthias Meyer und Alexander Rischer

Filme Von Matthias Müller & Christoph Girardet

Matthias Müller

Multitalent Christoph Girardet (Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Ton, Musik, Produzent) und Matthias Müller, derzeit Professor für Experimentellen Film an der Kunsthochschule für Medien in Köln (Filmemacher, Video- und Fotokünstler) zeigen 5 gemeinsame Filmwerke. Neben MANUAL, BEACON (11. Marler Video-Kunst-Preis 2004), PLAY und MIRROR führen sie PHOENIX TAPES vor, eine Auftragsproduktion des Museums of Modern Art in Oxford für die Ausstellung „Notorious – Alfred Hitchcock and Contemporary Art“. Das Bild- und Tonmaterial dieses Zyklus von insgesamt 6 Videos entstammt ausschließlich 40 Hitchcock-Filmen, entstanden zwischen 1926 und 1975. In Kooperation mit dem Bronnbacher Stipendium und Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI e.V. In Anwesenheit der Regisseure.

Max Frisch - Citoyen

CH

2008

Matthias von Gunten

Günter Grass, Helmut Schmidt, Christa Wolf

Der Titel des Films deutet an: Matthias von Gunten konzentriert sich nicht auf den Literaten, sondern den politischen Bürger Max Frisch, den zweifelnden Humanisten, dessen präzise Beobachtungen sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt haben („Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen“). Bekannte Persönlichkeiten wie Henry Kissinger oder Günter Grass erzählen von Begegnungen mit Frisch. Passagen aus seinen Tagebüchern von enormer gedanklicher Dichte werden durch statische Bilder etwa vom Vietnamkrieg kontrastiert. Im Interview mit Helmut Schmidt, der Frisch im deutschen Herbst als Berater nutzte, wird die Spannung zwischen Verantwortung und Schuld mit Händen greifbar.

Der Graf von Monte Christo - Le Comte de Monte-Cristo

FRA

2024

Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patellière

Pierre Niney, Bastien Bouillon, Anaïs Demoustier

Marseille 1815: Die Träume von Edmond Dantès scheinen in Erfüllung zu gehen, in Beruf und in der Liebe – doch Erfolg schürt Neid, und Rivalen bezichtigen ihn, Teil einer bonapartistischen Verschwörung zu sein. Ohne Gerichtsverfahren wird er auf einer Gefängnisinsel eingekerkert, 14 Jahre lang. Dann gelingt ihm die waghalsige Flucht, und er begibt sich auf einen ausgeklügelten Rachefeldzug…

Die Neuverfilmung des Romanklassikers von Alexandre Dumas d. Ä. ist ein spektakulärer Historien-Abenteuerfilm um Liebe, Intrige, Rache: „Das Regieduo schöpft aus den Vollen – sehr unterhaltsamer Abenteuerfilm.“ (filmstarts.de)

Still

DEU

2013

Matti Bauer

Die junge Uschi verlässt den Hof ihrer Eltern um auf eine Alm zu gehen, wo sie ein vollkommen freies und ungebundenes Leben führt. Einzig die Tiere des Almbauern, für die sie die Verantwortung übernommen hat, bestimmen ihren Tag. Die archaische Lebensweise scheint das zu sein, was sie erfüllt. Als sie im Winter schwanger und von ihrem Freund alleine gelassen wird, scheint ihr Traum von der Übernahme des Hofes der Eltern zu zerplatzen.
Matti Bauer begleitet die junge Frau über nahezu zehn Jahre auf ihrem Weg und erzählt eine berührende, ganz persönliche Geschichte.

Things We Do for Love

FIN/NOR

2013

Matti Ijäs

Krista Kosonen, Sampo Sarkola, Tommi Korpela, Hannu-Pekka Björkman

Skurrile Tragikomödie in bester finnischer Filmtradition: Toivo ist Fotograf eigenwilliger Postkarten, ein eher schüchterner, linkischer Mann. Ismo hingegen ist ein richtiger Kerl. Bis vor kurzem saß er im Gefängnis, weil er aus Eifersucht einen Verehrer seiner Frau erstochen hat. In Lappland lernen sich die beiden kennen. Hier hilft Toivo der alleinerziehenden Ansa beim Renovieren ihres Haus hilft und verliebt sich schnell in sie. Dummerweise erweist sich Ismo als ihr Ehemann. Während sich Ansa aus dem Staub macht, arbeiten Toivo und Ismo zusammen weiter am Haus…

Die Kunst der Stille - Marcel Marceaus Geheimnis

CHE/DEU

2021

Maurizius Staerkle Drux

Das weiße Ringelhemd, das weiß geschminkte Gesicht sowie der zerbeulte Seidenhut mit der roten Blume wurden ikonisch: Als tragikomischer Clown „Bip“ inspiriert der Pantomime Marcel Marceau bis heute Menschen auf der ganzen Welt. Doch seine Kunst hat einen tragischen Hintergrund: Sein jüdischer Vater wurde in Auschwitz ermordet, woraufhin sich Marceau der Résistance anschloss. Zusammen mit seinem Cousin schmuggelte er jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Samt Gesten und Mimen brachte er ihnen bei, in Gefahrensituationen nicht zu sprechen. Denn Stille verhieß Überleben. Nach dem Krieg schuf er, beeinflusst durch Stummfilmgrößen wie Buster Keaton und Charlie Chaplin, eine einzigartige Kunstform daraus, die seine Familie und Weggefährten bis heute weiterführen. 
Der Schweizer Filmemacher Maurizius Staerkle Drux ist mit einem gehörlosen Vater aufgewachsen. Mit dem Film verbindet er einen Teil seiner eigenen Erlebniswelt mit der
bewegten Geschichte des weltbekannten Pantomimen.

Die Böhms - Architektur einer Familie

DEU/CHE

2014

Maurizius Staerkle-Drux

Gottfried Böhm, Sohn eines Kirchenbauers, ist einer der wichtigsten Architekten Deutschlands. Auch seine drei Söhne Stephan, Peter und Paul setzen die Familientradition fort. Die Familie wird zusammengehalten von Gottfrieds Ehefrau Elisabeth, ebenfalls Architektin und für die vier männlichen Böhms eine besondere Inspirationsquelle. Selbst im hohen Alter von 94 Jahren arbeitet Gottfried weiterhin an Bauzeichnungen und Konstruktionsvorhaben. Als Elisabeth stirbt, bricht das gewohnte Leben der Böhm-Architekten zusammen. Über zwei Jahre hinweg hat der junge Filmemacher Maurizius Staerkle-Drux die außergewöhnliche Architekten-Familie begleitet. Zusammen mit den ausdrucksstarken Bildern seines Kameramanns Raphael Beinder vermittelt der Film ein prägnantes und emotional aufgeladenes Porträt einer einzigartigen deutschen Architektenfamilie und ihrer Bauten.
Einführung: Dr. Mathias Listl

Kahlschlag

DEU

2018

Max Gleschinksi

Florian Bartholomäi, Bernhard Conrad, Maike Johanna Reuter, Arne Fuhrmann, Jan „Monchi“ Gorkow, Petra Nadolny

Manchmal heißt es eben Kahlschlag: Mit kleinen Geschichten, mit Jagdmesser oder Angelhaken. KAHLSCHLAG ist die Geschichte zweier Freunde, ihrer großen Liebe und eines Angelausflugs, der verhängnisvoll enden muss: Schon als Kinder sind Martin und Eric jeden Sonntag an den Stausee gefahren, schon als Kinder waren sie in dasselbe Mädchen verliebt: Frenni. Heute, 20 Jahre später, lebt Martin mit Frenni in einem beschaulichen Einfamilienhaus auf dem Hof seiner Eltern. Und dann steht Eric vor der Tür. Ein letzter Trip zum Stausee wird für Martin zu einer Reise ins Herz der Finsternis.
Der tragisch-bis-absurde, verstörend-bis-schwarzhumorige Thriller wirkt wie FARGO in MeckPomm – und wartet mit einem Gastauftritt von Monchi von Feine Sahne Fischfilet auf.

Alaska

DEU

2023Max Gleschinski

Max Gleschinski

Christina Große, Pegah Ferydoni, Karsten Antonio Mielke, Milena Dreißig

Kerstin rudert im roten DDR-Kajak über die Seen von Mecklenburg, immer im Kreis, bemüht, allein zu bleiben. Denn sie hat eine Zäsur in ihrem Leben hinter sich und versucht abzuschließen. Bis sie Alima begegnet, die der paddelnden Einzelgängerin die richtigen Fragen stellt…
Zwischen Charakterdrama, Selbstfindungstrip und märchenhaftem Mysterium erzählt Max Gleschinski in vier Kapiteln, die sich jeweils einer anderen Perspektive widmen, von magischen Orten, wo man Vergangenes annehmen und hinter sich lassen kann und wo die Zukunft offen vor einem liegt.
Gewinner des Max Ophüls Preis Saarbrücken 2023!
Preview vor dem Kinostart!
Am 26.04. in Anwesenheit von Regisseur Max Gleschinski!

Er flog voraus - Karl Schwanzer Architektenpoem

AUT

2022

Max Gruber

Der österreichische Architekt Karl Schwanzer (1918-1975), ein wichtiger Vertreter der Nachkriegsarchitektur, gilt als Visionär und Perfektionist, dem ungewöhnliche Ideen willkommen waren. Ein Beispiel ist das BMW-Verwaltungsgebäude in München (erbaut 1968 bis 1973), bei dem die vier Bürotürme die Form eines Vier-Zylinder-Motors annehmen. Höchst ungewöhnlich für seine Zeit ließ Schwanzer in den Bavaria-Filmstudios ein 1:1-Modell eines Büros des beauftragten BMW-Turms einrichten, in dem Schauspieler den Büroalltag nachstellten, um die Funktionalität des Gebäudes bereits in der Planungsphase zu überprüfen. Ein Schauspieler übernimmt auch im Film die Rolle des Porträtierten: Nicholas Ofczarek liest Passagen aus Schwanzers Buch „Architektur aus Leidenschaft“ und führt durch verschiedene Schwanzer-Gebäude, u.a. den österreichischen Expo-58-Pavillon in Brüssel und den Erweiterungsbau der Kapuzinergruft. „Architekten besitzen ein Instrument, Menschen glücklich zu machen“, lautete Karl Schwanzers Credo.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Mannheim

L´état et moi - Der Staat und ich

DEU

2022

Max Linz

Sophie Rois, Jeremy Mockridge, Martha Mechow, Bernhard Schütz, Bernd Moss, Sarah Ralfs

Sophie Rois spielt die Richterin Josephine Praetorius-Camusot, und sie spielt Franz List – letzterer war Komponist und Kommunist, Mitkämpfer der Pariser Commune von 1871, just die Zeit, in der Bismarck und der Kaiser das moderne Strafrecht aufsetzten. Franz List wird wiedererweckt im Berlin der Jetztzeit, und die Richterin bekommt es zwischen Gerichtssaal, Stadtschloss und Staatsoper mehrfach mit ihm zu tun. Denn List ist verdächtig, sowohl Kommissar Detlev D. Detlevsen (das D. steht für Detlev) wie auch Staatsanwalt Donnerstrunkhausen wittern Staatsterrorismus. Max Linz, der in seinen vorherigen Filmen ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN (2014) und WEITERMACHEN SANSSOUCI (2019) den Kunst- bzw. Universitätsbetrieb aufgespießt hat, seziert nun das Justizwesen bis in die letzte Faser: Mit einer grandiosen Sophie Rois in der Doppelrolle von Richterin und zeitreisendem Kompo- und Kommunist gelingt eine so komische wie treffende Slapstick-Satire mit Bewusstsein und Haltung wider all die lächerlichen Autoritäten.

Weitermachen Sanssouci

DEU

2019

Max Linz

Sarah Ralfs, Sophie Rois, Philipp Hauß, Bernd Moss, Maryam Zaree, Bastian Trost

Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung droht die Schließung; Phoebe Phaidon nimmt als hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerin wieder einmal einen befristeten Lehrauftrag an; der Lehrkörper übt sich in Zynismen angesichts des Drittmittelbeschaffungssumpfes; in der Mensa wird ein gesundheitsförderndes Nudging-Projekt etabliert, und im Hintergrund droht die Evaluierungskommission: Max Linz verabsurdisiert den universitären Betrieb in turbokapitalistischen Zeiten. Exzellenzwahn, Business Consulting und Studierendenstreik führen zu einer hochkünstlerischen und hochkünstlichen Gesellschaftssatire, subversiv, agitatorisch, ratlos, intelligent, rasant und urkomisch: Eine grandiose Farce, die in der Realität gründet.

49 Problems (and my future is one)

DEU

2022

Maxi Buck

Wie weit darf Protest gehen, wenn man die eigene Lebensgrundlage gefährdet sieht? 49 PROBLEMS (AND MY FUTURE IS ONE) begleitet die Proteste gegen den Bau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst und den Gerichtsprozess gegen „Ella“. Die Aktivistin, die ihre Identität nicht preisgeben will, wird beschuldigt, einen Polizisten bei einer Räumungsaktion gefährdet zu haben. Filmemacher Maxi Buck begleitete über ein Jahr lang mit der Kamera das Geschehen und fängt die Kämpfe um den Erhalt des Waldes und gegen den Bau einer Autobahn inmitten der Klimakrise auf eindringliche Weise ein.
In Kooperation mit extinction rebellion, Kommunalinfo Mannheim e.V., Mannheim kohlefrei, Naturfreunde Mannheim, Parents for Future, Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken (Stadtverband Mannheim)
In Anwesenheit von Regisseur Maxi Buck

Nicht fummeln, Liebling

DEU

1970

May Spils

Werner Enke, Gila von Weitershausen, Henry van Lyck, Otto Sander, Benno Hoffmann, Karl Schönböck

Charly ist in einer Kommune von potentiellen – und dilettantischen – Kaufhausbrandstiftern untergekommen. Bei einer Brandsatzprobe wird er verhaftet. Mit Hilfe einer Polizeiuniform und der jungen Schwabinger Studentin Gila kann er sich aus dem Knast befreien – es entspinnt sich eine romantisch-poetische Liebesgeschichte, die sich zwischen Zündelbrüdern, Polizei und ausgebufften Profiganoven durchlaviert … In den Schwabinger Kneipen saßen Mitte der 60er Jahre auf der einen Seite die Clique um May Spils und Werner Enke; auf der anderen Seite steckten Andreas Baader und Horst Söhnlein die Köpfe zusammen. Alle träumten vom Kino – doch die einen zündeten in Frankfurt den Kaufhof an; die anderen hatten Riesenerfolg mit ZUR SACHE SCHÄTZCHEN. Und der Nachfolger steht diesem Kultfilm in nichts nach: Eine ausgelassene, subversive Komödie um Werner Enke, diesen anarchistischen Gammler, Quertreiber, Pseudophilosophen, Sprücheklopfer, der seine Umwelt mit Komik revolutionieren will.
Einführung: Harald Mühlbeyer

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