Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte

DEU

2024

Medienkollektiv Leftvision (Marco Heinig, Steffen Maurer)

Dokumentarfilm

1992, Rostock-Lichtenhagen, Neonazis stürmen Wohnblöcke, die Nachbarschaft sympathisiert – die Antifa stellt sich dagegen. Auch in Reaktion auf die unsägliche rechtsextreme Gewalt nach Ende der DDR erstarkte die antifaschistische Bewegung. Fünf Aktivist*innen sprechen erstmals öffentlich über ihre Aktionen, von mititantem Widerstand gegen Nazis über politische Bildung bis zu Investigativarbeit – denn der Staat setzte den Pogromen wenig entgegen. (Und die Regierung verschärfte als Zugeständnis an die Faschist*innen das Asylrecht…)

Die Interviews und vielfältiges Archivmaterial zeigen das Vakuum, in dem sich die Antifa der 1990er entwickelte. Und die Gegenwart zeigt, dass der antifaschistische Kampf stetig weitergehen muss. „Gelungene, vielschichtige Selbstreflexion der antifaschistischen Bewegung.“ (taz)

Lebenszeichen

DEU

2007

Medienprojekt Wuppertal

Was bringt junge Menschen dazu, sich mit Rasierklingen, Scherben oder Messern selbst zu verletzen? Ist es eine Mutprobe? Wollen sie sich damit interessant machen oder die Mitmenschen schocken? Die Gründe sind vielfältig. Doch eins steht fest: Sich selbst verletzen ist oft mehr als ein harmloser Pubertätsritus. Die Schnitte, die sich vor allem Mädchen und junge Frauen zufügen, sind ein Sinnbild für große innere Not. Eine Not, für die sie häufig kein anderes Ventil finden, als die Gewalt gegen sich selbst. Der Dokumentarfilm LEBENSZEICHEN begleitet fünf Mädchen und junge Frauen im Alter von 16 bis 20 Jahren aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten auf ihrem Weg aus diesem Teufelskreis. Eindringlich beschreiben sie, wie schwierig es für sie ist, der Sucht nach Selbstverletzung zu widerstehen und die Verantwortung für ihr Leben wieder zu übernehmen.

Marie-line

F

2000

Mehdi Charef

Muriel Robin, Fejria Deliba

Marie-Line ist die Chefin einer Putzkolonne im Supermarkt und als solche eine gefürchtete Frau. Sie treibt ihre Truppe zur Arbeit an und kontrolliert nach der Schicht die Taschen auf gestohlene Waren. Ihr Ton und ihre Mimik sind abweisend, verbissen kämpft sie um ihre Autorität und darum, zum dritten Mal den Preis der „Putzstaffel des Jahres“ zu gewinnen. Von ihren Mitarbeiterinnen und deren Problemen, zur Hälfte besteht die Gruppe aus illegalen Einwanderinnen, versucht Marie-Line sich zu distanzieren, doch als von ihr konkrete Hilfe gefordert wird, kann sie sich nicht verschließen. Ohne die naheliegenden Klischees zu bedienen, schildert MARIE-LINE die schwierige Lebenswelt der Illegalen in Frankreich und die Probleme der von Arbeitslosigkeit bedrohten Unterschicht. Vor allem aber gelingt es ihm, die Ambivalenzen seiner Hauptfigur herauszuarbeiten, die von der Komödiantin Muriel Robin schlicht perfekt verkörpert wird. Mehdi Charef (TEE IM HAREM DES ARCHIMEDES) ist ein unprätentiöser, anrührender Film gelungen, der überzeugend vor Augen führt, wie nah beieinander Rassismus und Menschlichkeit liegen können.

Oray

DEU

2019

Mehmet Akif Büyükatalay

Zejhun Demirov, Cem Göktas, Deniz Orta, Faris Yüzbasioglu, Mikael Bajrami

Oray, ein junger Muslim in Hagen, spricht bei einem Ehekrach die islamische Scheidungsformel ‚talaq‘ aus. Der Imam seiner Heimatgemeinde erklärt: Oray muss sich für drei Monate von seiner Frau Burcu trennen. Er nutzt die Zwangspause für einen Neuanfang und zieht nach Köln. Hier findet er einen Job auf einem Trödelmarkt und eine neue Gemeinde, die vom jungen Imam Bilal geleitet wird. Bald wird er selbst zum beliebten Prediger. Als Burcu Oray überraschend besucht, merken sie, dass die Pause ihnen gut getan hat. Sie lieben sich nach wie vor. Doch der Imam Bilal vertritt eine strengere Auslegung des islamischen Rechts: nämlich, dass das Aussprechen von ‚talaq‘ nicht Pause, sondern endgültige Scheidung bedeutet.
Authentisch inszeniert, atmosphärisch dicht, klischeefrei und differenziert stellt der auf der Berlinale als bestes Debüt ausgezeichnete Film die Frage: Wie kann im Deutschland des 21. Jahrhunderts der Islam gelebt werden?

Revenge of the Shogun Women

TWN

1977

Mei Chung Chang

Shirley Han, Kim Yung Koo, Shiusen Leong

Zur Zeit der Wende zum 18. Jahrhundert wird die chinesische Bevölkerung geplagt von fiesen Banditenbanden, die Dörfer überfallen und sich an Frauen vergehen. Die Opfer sind nach diesem Martyrium gesellschaftlich gezwungen, im Kloster als Nonnen zu leben. Eine Gruppe von 13 Frauen hat jedoch genug: Sie beschließen, Rache zu nehmen und sich zu Kung-Fu-Kriegerinnen ausbilden zu lassen.

Extravagante Martial-Arts, dass einem die Augen übergehen: Regisseur Mei Chung Changs zweiter Kung-Fu-Klopper in 3D besticht durch tolle Action-Choreographien und eine gehörige Ladung an Pop-Out-Effekten: „Voll in die Fresse“ heißt es nicht nur für die tapferen Nonnen, sondern auch fürs Publikum.

Frühling für Hitler

USA

1968

Mel Brooks

Zero Mostel, Gene Wilder, Kenneth Mars, Dick Shawn, Estelle Winwood

Broadway-Produzent Max Bialystock steht nach einigen gnadenlosen Flops vor dem Aus. Da hat sein Buchhalter Leo Bloom die zündende Idee: Wenn das nächste Stück ebenfalls durchfällt, könnte sich Max mit den gesammelten Investoren-Geldern absetzen. Das Stück des verschrobenen Deutschnationalisten Franz Liebkind scheint goldrichtig für diesen Coup: Dessen Bühnenwerk „Frühling für Hitler“ ist eine fröhlich-feiernde Musicalrevue, die niemals erfolgreich sein kann. Sollte man meinen.

Mel Brooks legt in seinem Regiedebüt eine respektlose Broadway-Persiflage vor, die zwischen Slapstick, Irrwitz und Hintersinn alle geschmacklichen Untiefen zwischen Showbiz und Faschismus durchleuchtet.

Die Passion Christi

USA

2004

Mel Gibson

James Caviezel, Monica Bellucci, Maia Morgenstern

Mel Gibsons DIE PASSION CHRISTI ist ein Kraftakt. In der endgültigen Analyse erweist er sich als Akt großen persönlichen Mutes eines Regisseurs, der die teure Produktion aus eigener Tasche finanzierte, um seine künstlerische Vision der Passion Christi zu gestalten: eine sehr detailgetreue, sehr direkte Interpretation der letzten zwölf Stunden im Leben von Jesus Christus, fast wörtlich aus den Evangelien übernommen – gesprochen in den Originalsprachen Hebräisch, Lateinisch und Aramäisch, mit Untertiteln, und präsentiert als eine erbarmungslose, 126-minütige Tortur von Folter und Kreuzigung. Für Christen und Nichtchristen gleichermaßen ist dies kein Film der unterhält, kein Film den man im konventionellen Sinne mögen oder nicht mögen kann. Der Film ist eine cineastische Erfahrung, die fast ausschließlich einem einzigen Zweck dient: die Geißelung und den Tod von Jesus Christus in solch erschreckend deutlichen Details zu zeigen, dass selbst Nichtgläubige einen Stich von Trauer und Schuld fühlen bei der Betrachtung der letzten Momente von Gottes Sohn.
Im Anschluss diskutieren Georg Lämmlin und Dorothee Höfert über den kontrovers aufgenommenen Film.
Eintrittspreise: 9,- € normal / 7,- € ermäßigt / 6,- € für Mitglieder von Cinema Quadrat e.V.

Global Family

DEU

2018

Melanie Andernach, Andreas Köhler

Captan Shaash könnte heute Sportminister, gar Ministerpräsident sein. Er war Kapitän der Fußballnationalmannschaft, hat sich politisch engagiert, ist bis heute eine Berühmtheit in Somalia – doch in Folge des Bürgerkriegs wurde die Familie Shaash in alle Winde zerstreut. Captan, inzwischen 60, lebt seit 1990 in Deutschland, als Asylant, dessen Vorgeschichte niemanden interessiert. Einer seiner Brüder lebt in Italien, andere Verwandte in Kanada – und die 88jährige Mutter Imra hat es nach Äthiopien verschlagen, wo sie von einer Nichte gepflegt wird. Als Imra aber gezwungen ist, ihr Exil zu verlassen, muss die Familie eine Lösung finden. Captan und seine Tochter Yasmin reisen nach Äthiopien – und sind geschockt von den slumartigen Lebensumständen – ein innerfamiliärer culture clash der anderen Art. Und über allem schwebt die Frage: Was passiert mit Imra?
GLOBAL FAMILY wurde beim Max Ophüls Preis Saarbrücken als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Am 9.7. in Anwesenheit der Filmemacher

Demain – Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

FRA

2015

Mélanie Laurent, Cyril Dion

Eine Studie der Zeitschrift „Nature“ sagt das wahrscheinliche Ende unserer Zivilisation in spätestens 40 Jahren voraus – doch damit wollen sich die Schauspielerin Mélanie Laurent (INGLOURIOUS BASTERDS) und der Aktivist Cyril Dion nicht abfinden. Sie suchen Wege, die Welt zu verbessern und uns alle für ein Morgen zu rüsten. Ansätze, wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann, suchen sie in Landwirtschaft und Politik, in Bildung und Energieversorgung – und sie finden zahlreiche Projekte und Initiativen, die sich erfolgreich den Problemen von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verteilungskämpfen stellen.
Aus persönlicher Perspektive kommen Experten ebenso wie engagierte Aktivisten zu Wort, von Alternativen zum Erdöl über die Fahrradfahrerstadt Kopenhagen und Regionalwährungen bis Müllrecycling und Nahrungsmittelsouveränität. Nicht Probleme wälzen, sondern Lösungen anrollen!
Referentin: Laure Dumont, Journalistin und Autorin aus Paris

Kismet II - Weißt du, wie es ist, ein Leben lang zu träumen

DEU/TUR

2023

Merve Uslu-Ersoy

Mit der Frage: „Weißt du, wie es ist, ein Leben lang zu träumen?“ führt der Film in die Welt von Fehir Ceylan und Pakize Uslu ein, zwei Frauen, die im Zuge der „Gastarbeiter“-Migration in den 1960er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen. Sie sind die Großmütter der Mannheimer Filmemacherin Merve Uslu-Ersoy, die auf der Suche nach ihrer eigenen Identität auf Kindheit und Jugend ihrer Großmütter stößt, voll von Träumen, voll von großen Herausforderungen. So bietet der Film Einblicke in ihre Vergangenheit und in die emotionalen Auswirkungen ihrer Migration.

KISMET II ist nicht einfach Fortsetzung, sondern Vertiefung der Themen des Dokumentarfilms von 2020, der die Geschichte der Großväter thematisiert hatte, die in den ’60ern nach Mannheim kamen.

Im Rahmen der einander.Aktionstage, in Kooperation mit dem Deutsch-Türkischen Institut für Arbeit und Bildung e. V.

Im Anschluss Filmgespräch mit Regisseurin Merve Uslu-Ersoy

Eintritt frei!

L'autre Monde - Die Andere Welt

Merzak Allouche

Marie Brahimi, Karim Bouaiche, Nazim Boudjenah

Ein Road-Movie durch das Algerien der Gegenwart: Yasmine kommt ursprünglich von dort, lebt aber in Paris. Ihr Freund Rachid hatte sich in ihrer Heimat zum Wehrdienst gemeldet. Er gilt als vermißt. Yasmine kauft sich ein schwarzes Kopftuch und reist ihm nach. Fest entschlossen, ihren Freund wiederzufinden. Zwei Flugstunden von Paris entfernt gerät sie in eine völlig andere Welt. Trotz aller Warnungen läßt sie sich nicht entmutigen und dringt auf eigene Faust immer weiter in das krisengeschüttelte Gebiet vor. Yasmine erlebt am eigenen Leib die Gewaltbereitschaft, den Zwiespalt, unter dem die Menschen leiden, und vor allem die Sinnlosigkeit des Bürgerkriegs, der das Land zerrüttet. Der Regisseur Merzak Allouche führt uns in L‘autre Monde mit der Figur einer jungen Frau auf eine Reise durch das heutige Algerien, durch ein aufgewühltes Land, dessen Alltag stark von Fundamentalismen geprägt ist.

Bergman Island

FRA/BEL/DEU/SWE

2021

Mia Hansen-Løve

Vicky Krieps, Tim Roth, Mia Wasikowska, Anders Danielsen Lie

Das Künstlerpaar Tony und Christine reist zur Bergman-Woche auf die Insel Fårö. Inspiriert vom Geist der großen Regielegende wollen die beiden Filmschaffenden hier den Sommer verbringen und ihre neuen Drehbücher schreiben. Während Tony, bereits ein gefeierter Regisseur, schnell mit seiner Arbeit vorankommt, hadert die 25 Jahre jüngere Christine mit ihrer Geschichte, in der es um eine Filmemacherin geht, die auf Fårö ihre Jugendliebe wiedertrifft. Christines Zweifel belasten die Beziehung – ihr Schlafzimmer ist dasjenige, in dem Bergman SZENEN EINER EHE drehte –, und langsam beginnen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen.

Vor der Kulisse der malerischen Insel Fårö lotet Mia Hansen-Løve in ihrer biografisch inspirierten Tragikomödie mit Film-im-Film-Struktur die Tiefen künstlerischer Inspiration beim kreativen Schaffensprozess aus. „Wunderbar elegante, subtile Studie über das Verhältnis von Leben und Kunst.“ (epd Film)

Der Vater Meiner Kinder

FRA

2009

Mia Hansen-Løve

Louis-Do de Lencquesaing, Chiara Caselli, Alice de Lencquesaing

Grégoire Canvel ist kein Filmproduzent, wie man sich ihn vorstellt. Er ist kein knüppelharter Typ mit Dollarzeichen in den Augen, sondern sensibel und liebevoller Vater von drei Kindern. Er jagt neuen Ideen nach und gibt neuen Talenten eine Chance. Aber: zwischen Kalkulation und Kunst verliert er sich, seine Arbeit frisst ihn auf, und die Firma schreibt tiefrote Zahlen, weder die Liebe zum Kino noch die Liebe zur Familie kann ihn vor dem psychischen Absturz retten. Mia Hansen-Løve erzählt von einem schweren Schicksalsschlag mit einer bewundernswerten Zärtlichkeit.

Un Amour De Jeunesse

DEU/FRA

2007

Mia Hansen-Løve

Sebastian Urzendowsky, Lola Créton

Die 15-jährige Camille und der 19-jährige Sullivan lieben sich leidenschaftlich. Als Sullivan im Winter 1999 Paris für ein Jahr verlässt, um nach Südamerika zu gehen, und seine Briefe immer seltener werden, bricht für Camille die Welt zusammen. Nach einer langen Zeit voll Kummer beginnt sie 2003 mit einem Architekturstudium und verliebt sich in ihren Dozenten Lorenz. Alles scheint perfekt, würde nicht plötzlich Sullivan wieder auftauchen. UN AMOUR DE JEUNESSE ist Liebesdrama und Coming-of-Age-Geschichte zugleich, das mit bemerkenswerter Tiefgründigkeit die ambivalente Macht der Liebe beleuchtet. Der mit kurzen Einstellungen und viel Dynamik arbeitende Film verweigert sich den Konventionen des Kunstkinos und wird gerade dadurch zu einem souveränen Autorenfilm.

Die Saat

DEU

2021

Mia Maariel Meyer

Hanno Koffler, Dora Zygouri, Anna Blomeier, Andreas Döhler, Robert Stadlober

Im Schweiße seines Angesichts schuftet Rainer auf der Baustelle. Sein erster Job als Bauleiter ist die dringend benötigte große Chance. Die steigenden Mieten in der Stadt haben ihn, seine schwangere Frau und die 13-jährige Tochter Doreen bereits zum Umzug in ein renovierungsbedürftiges Häuschen im Umland gezwungen. Dort freundet sich Doreen mit dem Nachbarmädchen Mara an, deren Eltern so reich wie borniert sind. Doch Mara stachelt Doreen zu bösen Streichen an. Und Vater Rainer, der alles richtig machen will, wird auf der Arbeit degradiert und gedemütigt. Als ein älterer Mitarbeiter gefeuert werden soll, stellt sich Rainer gegen den neuen Vorgesetzten und wird unwillkürlich zum Anführer eines aufkeimenden Widerstands.
Regisseurin Mia Maariel Meyer beschreibt eine durch Kapitalismus entmenschlichte Welt, in der der Kampf für Gerechtigkeit und Integrität zur Zerreißprobe wird. Unaufhaltsam steigt der Druck, Hoffnungen werden zerschlagen, sozialer Aufstieg ist unmöglich. „Es ist schmerzhaft, mitzuerleben, wie sich die Wut in Rainer und Doreen immer mehr aufstaut. Die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse produzieren nichts als Abstumpfung, Lähmung oder eben Brutalität.“ (epd Film)

Petting Zoo

DEU/GRC/USA

2015

Micah Magee

Devon Keller, Austin Reed

Layla steht kurz vor ihrem Schulabschluss, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Ihren Freund hat sie gerade verlassen und weil sich ihre Familie weigert, einer Abtreibung zuzustimmen, fügt sich Layla in ihre Situation und lässt den Plan, auf’s College zu gehen, fallen. Weil es zwischen ihr und den Eltern nicht funktioniert, zieht sie zur Großmutter, wo auch der Onkel mit seiner Familie lebt. Sie hält sich mit einem Job in einem Call Center über Wasser und lernt nebenbei für ihre Abschlussprüfungen. Auf einem Konzert wirft Layla einen Blick auf Aaron, der so ganz anders ist als der Junge, von dem sie schwanger ist. Mit genauem und empathischem Blick und in großer Nähe zur Hauptfigur erzählt PETTING ZOO davon, wie es sich anfühlt, als Minderjährige aus der Bahn geworfen zu werden. Gedreht in einem Vorort von San Antonio, Texas – der Stadt mit der zweithöchsten Rate von Teenagerschwangerschaften in den USA.

Moskau einfach!

CHE

2020

Micha Lewinsky

Philippe Graber, Miriam Stein, Michael Maertens, Mike Müller

Zürich, Herbst 1989. Viktor Schuler ist braver Polizeibeamter und wird undercover ins Schauspielhaus eingeschleust: Die Behörde, sehr aufmerksam, wenn es um linke Umtriebe geht, will alles wissen zum revolutionären Potential am mutmaßlich moskaugesteuerten Theater. Unter dem Namen Walo lässt er sich als Statist engagieren – und lernt eine Welt kennen, die völlig anders ist als das geordnete Beamtendasein im Büro. In Deutschland fällt die Mauer, in Zürich bröckeln Viktors Überzeugungen – und dann wird ein ungeheurer Skandal publik um eine Million Geheimakten, mit denen die Bundesanwaltschaft widerrechtlich Andersdenkende bespitzelt hat.

Micha Lewnisky gelingt eine großartige Satire, die die Paranoia der Polizeibehörden aufs Korn nimmt und auch die Salonkommunisten des Theaters nicht auslässt. Zugleich ist MOSKAU EINFACH! eine ernstzunehmende filmische Aufarbeitung des Fichenskandals, in dem ein rechtsreaktionärer Staat im Staate im tiefen Selbstverständnis als wahrer Hüter der wahren Schweiz das eigene Volk beschnüffelt und drangsaliert hat.

China Blue

USA

2005

Micha X

Regisseur Peled teilt die Perspektive dreier Arbeiterinnen einer Jeansfabrik; Menschen, überwiegend junge Frauen, die täglich unter Hochdruck bis zu 14 Stunden schuften – illegal ohne einen Vertrag in der Tasche und für einen Hungerlohn von zwei Euro pro Tag. Dabei grenzen die Zustände in diesen Betrieben schon an Sklaverei. Folglich sind Filmemacher bei den Unternehmern auch nicht willkommen. Peled hat sie überlistet und nur so Bilder eingefangen, denen die Augen kaum trauen wollen: Einige Mädchen heften sich Wäscheklammern an ihre Lider, damit sie im Erschöpfungszustand nur ja nicht einschlafen. Nachts drängen sie sich in engen Achtbett-Zimmern mit dürftigen Waschmöglichkeiten. An ein Privat- oder gar Intimleben in solch bescheidenen Behausungen ist gar nicht zu denken. Männerbesuch ist nicht gestattet, Schwangeren droht eine Kündigung, wenn sie nicht abtreiben.

Auge in Auge - Eine deutsche Filmgeschichte

DEU

2008

Michael Althen u.a

100 Jahre deutsche Filmgeschichte in 100 Minuten. AUGE IN AUGE spürt den großen Momenten des deutschen Kinos nach, lässt unvergessliche Bilder Revue passieren und macht Lust auf die Wiederbegegnung mit Klassikern. Filmschaffende wie Doris Dörrie, Wim Wenders sowie unser Gast Dominik Graf erzählen anhand von ausgewählten Szenen, welche Filme für sie wichtig waren und debattieren darüber, was eigentlich so deutsch am deutschen Film ist.

James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug

GBR/USA

1999

Michael Apted

Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards.

Bond – zum dritten Mal: Pierce Brosnan – wird Leibwächter: Als im Hauptquartier des MI6 ein Industrieller getötet wird, soll Bond dessen Tochter Elektra (Sophie Marceau) beschützen. Er reist nach Aserbaidschan, wo die Tochter die Arbeit des Vaters an einer Öl-Pipeline fortsetzt. Natürlich eskaliert die Situation und steigert sich zur nuklearen Bedrohung. „Die Welt ist nicht genug“ bzw. „Orbis non sufficit“ wurde bereits in ON HER MAJESTY’S SECRET SERVICE als Motto der Familie Bond eingeführt. „Q“ wird in diesem Film zum letzten Mal von Desmond Llewelyn dargestellt, der kurz nach der Premiere bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. 

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