Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Kahlschlag

DEU

2018

Max Gleschinksi

Florian Bartholomäi, Bernhard Conrad, Maike Johanna Reuter, Arne Fuhrmann, Jan „Monchi“ Gorkow, Petra Nadolny

Manchmal heißt es eben Kahlschlag: Mit kleinen Geschichten, mit Jagdmesser oder Angelhaken. KAHLSCHLAG ist die Geschichte zweier Freunde, ihrer großen Liebe und eines Angelausflugs, der verhängnisvoll enden muss: Schon als Kinder sind Martin und Eric jeden Sonntag an den Stausee gefahren, schon als Kinder waren sie in dasselbe Mädchen verliebt: Frenni. Heute, 20 Jahre später, lebt Martin mit Frenni in einem beschaulichen Einfamilienhaus auf dem Hof seiner Eltern. Und dann steht Eric vor der Tür. Ein letzter Trip zum Stausee wird für Martin zu einer Reise ins Herz der Finsternis.
Der tragisch-bis-absurde, verstörend-bis-schwarzhumorige Thriller wirkt wie FARGO in MeckPomm – und wartet mit einem Gastauftritt von Monchi von Feine Sahne Fischfilet auf.

Alaska

DEU

2023Max Gleschinski

Max Gleschinski

Christina Große, Pegah Ferydoni, Karsten Antonio Mielke, Milena Dreißig

Kerstin rudert im roten DDR-Kajak über die Seen von Mecklenburg, immer im Kreis, bemüht, allein zu bleiben. Denn sie hat eine Zäsur in ihrem Leben hinter sich und versucht abzuschließen. Bis sie Alima begegnet, die der paddelnden Einzelgängerin die richtigen Fragen stellt…
Zwischen Charakterdrama, Selbstfindungstrip und märchenhaftem Mysterium erzählt Max Gleschinski in vier Kapiteln, die sich jeweils einer anderen Perspektive widmen, von magischen Orten, wo man Vergangenes annehmen und hinter sich lassen kann und wo die Zukunft offen vor einem liegt.
Gewinner des Max Ophüls Preis Saarbrücken 2023!
Preview vor dem Kinostart!
Am 26.04. in Anwesenheit von Regisseur Max Gleschinski!

Er flog voraus - Karl Schwanzer Architektenpoem

AUT

2022

Max Gruber

Der österreichische Architekt Karl Schwanzer (1918-1975), ein wichtiger Vertreter der Nachkriegsarchitektur, gilt als Visionär und Perfektionist, dem ungewöhnliche Ideen willkommen waren. Ein Beispiel ist das BMW-Verwaltungsgebäude in München (erbaut 1968 bis 1973), bei dem die vier Bürotürme die Form eines Vier-Zylinder-Motors annehmen. Höchst ungewöhnlich für seine Zeit ließ Schwanzer in den Bavaria-Filmstudios ein 1:1-Modell eines Büros des beauftragten BMW-Turms einrichten, in dem Schauspieler den Büroalltag nachstellten, um die Funktionalität des Gebäudes bereits in der Planungsphase zu überprüfen. Ein Schauspieler übernimmt auch im Film die Rolle des Porträtierten: Nicholas Ofczarek liest Passagen aus Schwanzers Buch „Architektur aus Leidenschaft“ und führt durch verschiedene Schwanzer-Gebäude, u.a. den österreichischen Expo-58-Pavillon in Brüssel und den Erweiterungsbau der Kapuzinergruft. „Architekten besitzen ein Instrument, Menschen glücklich zu machen“, lautete Karl Schwanzers Credo.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Mannheim

L´état et moi - Der Staat und ich

DEU

2022

Max Linz

Sophie Rois, Jeremy Mockridge, Martha Mechow, Bernhard Schütz, Bernd Moss, Sarah Ralfs

Sophie Rois spielt die Richterin Josephine Praetorius-Camusot, und sie spielt Franz List – letzterer war Komponist und Kommunist, Mitkämpfer der Pariser Commune von 1871, just die Zeit, in der Bismarck und der Kaiser das moderne Strafrecht aufsetzten. Franz List wird wiedererweckt im Berlin der Jetztzeit, und die Richterin bekommt es zwischen Gerichtssaal, Stadtschloss und Staatsoper mehrfach mit ihm zu tun. Denn List ist verdächtig, sowohl Kommissar Detlev D. Detlevsen (das D. steht für Detlev) wie auch Staatsanwalt Donnerstrunkhausen wittern Staatsterrorismus. Max Linz, der in seinen vorherigen Filmen ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN (2014) und WEITERMACHEN SANSSOUCI (2019) den Kunst- bzw. Universitätsbetrieb aufgespießt hat, seziert nun das Justizwesen bis in die letzte Faser: Mit einer grandiosen Sophie Rois in der Doppelrolle von Richterin und zeitreisendem Kompo- und Kommunist gelingt eine so komische wie treffende Slapstick-Satire mit Bewusstsein und Haltung wider all die lächerlichen Autoritäten.

Weitermachen Sanssouci

DEU

2019

Max Linz

Sarah Ralfs, Sophie Rois, Philipp Hauß, Bernd Moss, Maryam Zaree, Bastian Trost

Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung droht die Schließung; Phoebe Phaidon nimmt als hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerin wieder einmal einen befristeten Lehrauftrag an; der Lehrkörper übt sich in Zynismen angesichts des Drittmittelbeschaffungssumpfes; in der Mensa wird ein gesundheitsförderndes Nudging-Projekt etabliert, und im Hintergrund droht die Evaluierungskommission: Max Linz verabsurdisiert den universitären Betrieb in turbokapitalistischen Zeiten. Exzellenzwahn, Business Consulting und Studierendenstreik führen zu einer hochkünstlerischen und hochkünstlichen Gesellschaftssatire, subversiv, agitatorisch, ratlos, intelligent, rasant und urkomisch: Eine grandiose Farce, die in der Realität gründet.

49 Problems (and my future is one)

DEU

2022

Maxi Buck

Wie weit darf Protest gehen, wenn man die eigene Lebensgrundlage gefährdet sieht? 49 PROBLEMS (AND MY FUTURE IS ONE) begleitet die Proteste gegen den Bau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst und den Gerichtsprozess gegen „Ella“. Die Aktivistin, die ihre Identität nicht preisgeben will, wird beschuldigt, einen Polizisten bei einer Räumungsaktion gefährdet zu haben. Filmemacher Maxi Buck begleitete über ein Jahr lang mit der Kamera das Geschehen und fängt die Kämpfe um den Erhalt des Waldes und gegen den Bau einer Autobahn inmitten der Klimakrise auf eindringliche Weise ein.
In Kooperation mit extinction rebellion, Kommunalinfo Mannheim e.V., Mannheim kohlefrei, Naturfreunde Mannheim, Parents for Future, Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken (Stadtverband Mannheim)
In Anwesenheit von Regisseur Maxi Buck

Aktion Schmetterling

DEU

1983

May Spils

Werner Enke, Beatrice Richter, Henry van Lyck, Michael Gahr

Spionage! Hund Wurstl schwimmt über die Saale in die DDR; zugleich wird die DDR-Agentin Charlotte nach München geschickt. Zwischen den Fronten: die Alt-Studenten Charly und Henry – letzterer das Herrchen von Wurstl und abgebrannter Herzensbrecher, ersterer notorischer Lebensverbummler und Arbeitsverweigerer. Er verliebt sich in Charlotte. Und gerät in eine Agentenfarce um ein Gewehr, das ums Eck schießen kann, und verfeindete eineiige Zwillinge in Ost und West.

Hauptdarsteller Werner Enke brennt ein Feuerwerk an Sprüchen, Gags und pseudophilosophischen Weisheiten ab, Regisseurin May Spils (ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN) setzt in perfektem Timing Slapstick vom Feinsten in Szene – dennoch hat den Film kaum einer je gesehen: Unter dem Titel „Mit mir nicht, du Knallkopp“ kam er nach langen Produktionsverzögerungen ohne Werbung ins Kino, Spils und Enke zogen ihr Werk nach wenigen Tagen zurück. Jetzt kann der Film neu entdeckt werden.

Nicht fummeln, Liebling

DEU

1970

May Spils

Werner Enke, Gila von Weitershausen, Henry van Lyck, Otto Sander, Benno Hoffmann, Karl Schönböck

Charly ist in einer Kommune von potentiellen – und dilettantischen – Kaufhausbrandstiftern untergekommen. Bei einer Brandsatzprobe wird er verhaftet. Mit Hilfe einer Polizeiuniform und der jungen Schwabinger Studentin Gila kann er sich aus dem Knast befreien – es entspinnt sich eine romantisch-poetische Liebesgeschichte, die sich zwischen Zündelbrüdern, Polizei und ausgebufften Profiganoven durchlaviert … In den Schwabinger Kneipen saßen Mitte der 60er Jahre auf der einen Seite die Clique um May Spils und Werner Enke; auf der anderen Seite steckten Andreas Baader und Horst Söhnlein die Köpfe zusammen. Alle träumten vom Kino – doch die einen zündeten in Frankfurt den Kaufhof an; die anderen hatten Riesenerfolg mit ZUR SACHE SCHÄTZCHEN. Und der Nachfolger steht diesem Kultfilm in nichts nach: Eine ausgelassene, subversive Komödie um Werner Enke, diesen anarchistischen Gammler, Quertreiber, Pseudophilosophen, Sprücheklopfer, der seine Umwelt mit Komik revolutionieren will.
Einführung: Harald Mühlbeyer

Zur Sache Schätzchen

DEU

1968

May Spils

Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck, Helmut Brasch, Rainer Basedow

Der erste Langfilm einer Regisseurin nach Leni Riefenstahl wurde mit 6,5 Millionen Zuschauern ein enormer Erfolg an der Kinokasse, taucht tief ein ins Swinging Schwabing der 60er und prägte mit seinen flotten Sprüchen die deutsche Sprache bis heute:

Martin lebt ziel- und sorglos in den Tag; sein Freund Henry ist ein richtiger Vitalbolzen gegen ihn. Doch als Martin die Studentin Barbara kennenlernt, lebt er auf: bringt ihr das Fummeln bei, zeigt sein Daumenkino. Doof nur, dass die Polizei hinter ihm her ist.

Werner Enke, der am 25. April 85 Jahre alt wird, schuf als Darsteller und Drehbuchautor den Prototyp des freigeistigen, obrigkeitsfeindlichen Müßiggängers, der sich der Leistungsgesellschaft verweigert und mit lakonisch-frechen Sprüchen den Anti-Establishment-Zeitgeist der Endsechziger auf den Punkt bringt.

Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte

DEU

2024

Medienkollektiv Leftvision (Marco Heinig, Steffen Maurer)

Dokumentarfilm

1992, Rostock-Lichtenhagen, Neonazis stürmen Wohnblöcke, die Nachbarschaft sympathisiert – die Antifa stellt sich dagegen. Auch in Reaktion auf die unsägliche rechtsextreme Gewalt nach Ende der DDR erstarkte die antifaschistische Bewegung. Fünf Aktivist*innen sprechen erstmals öffentlich über ihre Aktionen, von mititantem Widerstand gegen Nazis über politische Bildung bis zu Investigativarbeit – denn der Staat setzte den Pogromen wenig entgegen. (Und die Regierung verschärfte als Zugeständnis an die Faschist*innen das Asylrecht…)

Die Interviews und vielfältiges Archivmaterial zeigen das Vakuum, in dem sich die Antifa der 1990er entwickelte. Und die Gegenwart zeigt, dass der antifaschistische Kampf stetig weitergehen muss. „Gelungene, vielschichtige Selbstreflexion der antifaschistischen Bewegung.“ (taz)

Lebenszeichen

DEU

2007

Medienprojekt Wuppertal

Was bringt junge Menschen dazu, sich mit Rasierklingen, Scherben oder Messern selbst zu verletzen? Ist es eine Mutprobe? Wollen sie sich damit interessant machen oder die Mitmenschen schocken? Die Gründe sind vielfältig. Doch eins steht fest: Sich selbst verletzen ist oft mehr als ein harmloser Pubertätsritus. Die Schnitte, die sich vor allem Mädchen und junge Frauen zufügen, sind ein Sinnbild für große innere Not. Eine Not, für die sie häufig kein anderes Ventil finden, als die Gewalt gegen sich selbst. Der Dokumentarfilm LEBENSZEICHEN begleitet fünf Mädchen und junge Frauen im Alter von 16 bis 20 Jahren aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten auf ihrem Weg aus diesem Teufelskreis. Eindringlich beschreiben sie, wie schwierig es für sie ist, der Sucht nach Selbstverletzung zu widerstehen und die Verantwortung für ihr Leben wieder zu übernehmen.

Marie-line

F

2000

Mehdi Charef

Muriel Robin, Fejria Deliba

Marie-Line ist die Chefin einer Putzkolonne im Supermarkt und als solche eine gefürchtete Frau. Sie treibt ihre Truppe zur Arbeit an und kontrolliert nach der Schicht die Taschen auf gestohlene Waren. Ihr Ton und ihre Mimik sind abweisend, verbissen kämpft sie um ihre Autorität und darum, zum dritten Mal den Preis der „Putzstaffel des Jahres“ zu gewinnen. Von ihren Mitarbeiterinnen und deren Problemen, zur Hälfte besteht die Gruppe aus illegalen Einwanderinnen, versucht Marie-Line sich zu distanzieren, doch als von ihr konkrete Hilfe gefordert wird, kann sie sich nicht verschließen. Ohne die naheliegenden Klischees zu bedienen, schildert MARIE-LINE die schwierige Lebenswelt der Illegalen in Frankreich und die Probleme der von Arbeitslosigkeit bedrohten Unterschicht. Vor allem aber gelingt es ihm, die Ambivalenzen seiner Hauptfigur herauszuarbeiten, die von der Komödiantin Muriel Robin schlicht perfekt verkörpert wird. Mehdi Charef (TEE IM HAREM DES ARCHIMEDES) ist ein unprätentiöser, anrührender Film gelungen, der überzeugend vor Augen führt, wie nah beieinander Rassismus und Menschlichkeit liegen können.

Oray

DEU

2019

Mehmet Akif Büyükatalay

Zejhun Demirov, Cem Göktas, Deniz Orta, Faris Yüzbasioglu, Mikael Bajrami

Oray, ein junger Muslim in Hagen, spricht bei einem Ehekrach die islamische Scheidungsformel ‚talaq‘ aus. Der Imam seiner Heimatgemeinde erklärt: Oray muss sich für drei Monate von seiner Frau Burcu trennen. Er nutzt die Zwangspause für einen Neuanfang und zieht nach Köln. Hier findet er einen Job auf einem Trödelmarkt und eine neue Gemeinde, die vom jungen Imam Bilal geleitet wird. Bald wird er selbst zum beliebten Prediger. Als Burcu Oray überraschend besucht, merken sie, dass die Pause ihnen gut getan hat. Sie lieben sich nach wie vor. Doch der Imam Bilal vertritt eine strengere Auslegung des islamischen Rechts: nämlich, dass das Aussprechen von ‚talaq‘ nicht Pause, sondern endgültige Scheidung bedeutet.
Authentisch inszeniert, atmosphärisch dicht, klischeefrei und differenziert stellt der auf der Berlinale als bestes Debüt ausgezeichnete Film die Frage: Wie kann im Deutschland des 21. Jahrhunderts der Islam gelebt werden?

Revenge of the Shogun Women

TWN

1977

Mei Chung Chang

Shirley Han, Kim Yung Koo, Shiusen Leong

Zur Zeit der Wende zum 18. Jahrhundert wird die chinesische Bevölkerung geplagt von fiesen Banditenbanden, die Dörfer überfallen und sich an Frauen vergehen. Die Opfer sind nach diesem Martyrium gesellschaftlich gezwungen, im Kloster als Nonnen zu leben. Eine Gruppe von 13 Frauen hat jedoch genug: Sie beschließen, Rache zu nehmen und sich zu Kung-Fu-Kriegerinnen ausbilden zu lassen.

Extravagante Martial-Arts, dass einem die Augen übergehen: Regisseur Mei Chung Changs zweiter Kung-Fu-Klopper in 3D besticht durch tolle Action-Choreographien und eine gehörige Ladung an Pop-Out-Effekten: „Voll in die Fresse“ heißt es nicht nur für die tapferen Nonnen, sondern auch fürs Publikum.

Frühling für Hitler

USA

1968

Mel Brooks

Zero Mostel, Gene Wilder, Kenneth Mars, Dick Shawn, Estelle Winwood

Broadway-Produzent Max Bialystock steht nach einigen gnadenlosen Flops vor dem Aus. Da hat sein Buchhalter Leo Bloom die zündende Idee: Wenn das nächste Stück ebenfalls durchfällt, könnte sich Max mit den gesammelten Investoren-Geldern absetzen. Das Stück des verschrobenen Deutschnationalisten Franz Liebkind scheint goldrichtig für diesen Coup: Dessen Bühnenwerk „Frühling für Hitler“ ist eine fröhlich-feiernde Musicalrevue, die niemals erfolgreich sein kann. Sollte man meinen.

Mel Brooks legt in seinem Regiedebüt eine respektlose Broadway-Persiflage vor, die zwischen Slapstick, Irrwitz und Hintersinn alle geschmacklichen Untiefen zwischen Showbiz und Faschismus durchleuchtet.

Die Passion Christi

USA

2004

Mel Gibson

James Caviezel, Monica Bellucci, Maia Morgenstern

Mel Gibsons DIE PASSION CHRISTI ist ein Kraftakt. In der endgültigen Analyse erweist er sich als Akt großen persönlichen Mutes eines Regisseurs, der die teure Produktion aus eigener Tasche finanzierte, um seine künstlerische Vision der Passion Christi zu gestalten: eine sehr detailgetreue, sehr direkte Interpretation der letzten zwölf Stunden im Leben von Jesus Christus, fast wörtlich aus den Evangelien übernommen – gesprochen in den Originalsprachen Hebräisch, Lateinisch und Aramäisch, mit Untertiteln, und präsentiert als eine erbarmungslose, 126-minütige Tortur von Folter und Kreuzigung. Für Christen und Nichtchristen gleichermaßen ist dies kein Film der unterhält, kein Film den man im konventionellen Sinne mögen oder nicht mögen kann. Der Film ist eine cineastische Erfahrung, die fast ausschließlich einem einzigen Zweck dient: die Geißelung und den Tod von Jesus Christus in solch erschreckend deutlichen Details zu zeigen, dass selbst Nichtgläubige einen Stich von Trauer und Schuld fühlen bei der Betrachtung der letzten Momente von Gottes Sohn.
Im Anschluss diskutieren Georg Lämmlin und Dorothee Höfert über den kontrovers aufgenommenen Film.
Eintrittspreise: 9,- € normal / 7,- € ermäßigt / 6,- € für Mitglieder von Cinema Quadrat e.V.

Global Family

DEU

2018

Melanie Andernach, Andreas Köhler

Captan Shaash könnte heute Sportminister, gar Ministerpräsident sein. Er war Kapitän der Fußballnationalmannschaft, hat sich politisch engagiert, ist bis heute eine Berühmtheit in Somalia – doch in Folge des Bürgerkriegs wurde die Familie Shaash in alle Winde zerstreut. Captan, inzwischen 60, lebt seit 1990 in Deutschland, als Asylant, dessen Vorgeschichte niemanden interessiert. Einer seiner Brüder lebt in Italien, andere Verwandte in Kanada – und die 88jährige Mutter Imra hat es nach Äthiopien verschlagen, wo sie von einer Nichte gepflegt wird. Als Imra aber gezwungen ist, ihr Exil zu verlassen, muss die Familie eine Lösung finden. Captan und seine Tochter Yasmin reisen nach Äthiopien – und sind geschockt von den slumartigen Lebensumständen – ein innerfamiliärer culture clash der anderen Art. Und über allem schwebt die Frage: Was passiert mit Imra?
GLOBAL FAMILY wurde beim Max Ophüls Preis Saarbrücken als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Am 9.7. in Anwesenheit der Filmemacher

Demain – Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

FRA

2015

Mélanie Laurent, Cyril Dion

Eine Studie der Zeitschrift „Nature“ sagt das wahrscheinliche Ende unserer Zivilisation in spätestens 40 Jahren voraus – doch damit wollen sich die Schauspielerin Mélanie Laurent (INGLOURIOUS BASTERDS) und der Aktivist Cyril Dion nicht abfinden. Sie suchen Wege, die Welt zu verbessern und uns alle für ein Morgen zu rüsten. Ansätze, wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann, suchen sie in Landwirtschaft und Politik, in Bildung und Energieversorgung – und sie finden zahlreiche Projekte und Initiativen, die sich erfolgreich den Problemen von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verteilungskämpfen stellen.
Aus persönlicher Perspektive kommen Experten ebenso wie engagierte Aktivisten zu Wort, von Alternativen zum Erdöl über die Fahrradfahrerstadt Kopenhagen und Regionalwährungen bis Müllrecycling und Nahrungsmittelsouveränität. Nicht Probleme wälzen, sondern Lösungen anrollen!
Referentin: Laure Dumont, Journalistin und Autorin aus Paris

Kismet II - Weißt du, wie es ist, ein Leben lang zu träumen

DEU/TUR

2023

Merve Uslu-Ersoy

Mit der Frage: „Weißt du, wie es ist, ein Leben lang zu träumen?“ führt der Film in die Welt von Fehir Ceylan und Pakize Uslu ein, zwei Frauen, die im Zuge der „Gastarbeiter“-Migration in den 1960er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen. Sie sind die Großmütter der Mannheimer Filmemacherin Merve Uslu-Ersoy, die auf der Suche nach ihrer eigenen Identität auf Kindheit und Jugend ihrer Großmütter stößt, voll von Träumen, voll von großen Herausforderungen. So bietet der Film Einblicke in ihre Vergangenheit und in die emotionalen Auswirkungen ihrer Migration.

KISMET II ist nicht einfach Fortsetzung, sondern Vertiefung der Themen des Dokumentarfilms von 2020, der die Geschichte der Großväter thematisiert hatte, die in den ’60ern nach Mannheim kamen.

Im Rahmen der einander.Aktionstage, in Kooperation mit dem Deutsch-Türkischen Institut für Arbeit und Bildung e. V.

Im Anschluss Filmgespräch mit Regisseurin Merve Uslu-Ersoy

Eintritt frei!

L'autre Monde - Die Andere Welt

Merzak Allouche

Marie Brahimi, Karim Bouaiche, Nazim Boudjenah

Ein Road-Movie durch das Algerien der Gegenwart: Yasmine kommt ursprünglich von dort, lebt aber in Paris. Ihr Freund Rachid hatte sich in ihrer Heimat zum Wehrdienst gemeldet. Er gilt als vermißt. Yasmine kauft sich ein schwarzes Kopftuch und reist ihm nach. Fest entschlossen, ihren Freund wiederzufinden. Zwei Flugstunden von Paris entfernt gerät sie in eine völlig andere Welt. Trotz aller Warnungen läßt sie sich nicht entmutigen und dringt auf eigene Faust immer weiter in das krisengeschüttelte Gebiet vor. Yasmine erlebt am eigenen Leib die Gewaltbereitschaft, den Zwiespalt, unter dem die Menschen leiden, und vor allem die Sinnlosigkeit des Bürgerkriegs, der das Land zerrüttet. Der Regisseur Merzak Allouche führt uns in L‘autre Monde mit der Figur einer jungen Frau auf eine Reise durch das heutige Algerien, durch ein aufgewühltes Land, dessen Alltag stark von Fundamentalismen geprägt ist.

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