Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Flowers of Freedom

DEU

2014

Mirjam Leuze

Warmherzige Dokumentation über mutige Frauen in Kirgistan, die mit ihrer Organisation KAREK Widerstand gegen die negativen Folgen des Bergbaus leisten. Regisseurin Mirjam Leuze war vier Jahre lang regelmäßig vor Ort und hielt den Mut der Aktivistinnen fest, die sich durch das repressive Regime nicht einschüchtern lassen. Ihr Film schildert, dass der einfache Bürger den Kampf gegen mächtige Wirtschaftsriesen noch immer gewinnen kann – und dass Zusammenhalt die wichtigste Voraussetzung dafür ist. Ein warmherziger, humorvoller Film über Frauen im Widerstand, der ganz nebenbei Hoffnung auf einen besseren Umgang mit unseren Rohstoffen macht.
In Kooperation mit Mannheimer Bündnis gegen TTIP, CETA, TiSA
Einführung: Johannes Hauber

Building The Gherkin - Norman Foster Baut in London

CH

2005

Mirjam von Arx

Kann ein einziges Gebäude die Karriere eines Architekten beeinflussen, das Image einer globalen Firma und die Skyline einer Weltstadt? Genau ein Monat und ein Tag nach dem Anschlag aufs New Yorker World Trade Center wird in London der erste Stahlträger eines neuen Wolkenkratzers in Position gehievt. Die Frage ist unvermeidlich: Ist es richtig, einen so Aufsehen erregenden Turm mitten im Londoner Finanzviertel zu bauen, an einem Platz, wo schon einmal eine Bombe hochging? Doch auch sonst gibt das vierzigstöckige Hochhaus Anlass zu Kontroversen. Norman Foster, einer der visionärsten zeitgenössischen Architekten, nennt sein Design des Swiss Re London Hauptquartiers "radikal – in sozialer, technischer, architektonischer und räumlicher Hinsicht". Größe und Form des neuen Turmes sind in der Tat so speziell, dass das Gebäude in den Medien von Beginn weg als "erotische Gurke" bezeichnet wird. Der Film lässt die Gestaltung des öffentlichen Raumes in ihrer spektakulärsten Form hautnah erleben. (also leider ab 18)

Nomaden des Himmels

KGZ

2015

Mirlan Abdykalykov

Taalai Abazowa, Jibek Baktybekova

Ein alter Hirte und seine Frau leben in der berauschenden Berglandschaft Kirgistans. Ulan, ihr ältester Sohn, ist zum Studium in die Stadt gezogen. Schwiegertochter Shaiyr ist zur Witwe geworden, als der Fluss ihr ihren Mann nahm. Sie entscheidet sich für ein Leben in der Natur, da ihre siebenjährige Tochter Umsunai so bei den Großeltern bleiben kann. Umsunai vermisst ihren Vater und glaubt daran, dass er – wie es eine Nomaden-Legende erzählt – in einen Steinkauz verwandelt wurde, der am Himmel fliegt. Die Familie hat kaum Kontakt zur Außenwelt. Lediglich der Meteorologe einer nahen Wetterstation tritt hin und wieder mit ihnen in Kontakt. Zwischen ihm und Shaiyr beginnt sich eine vorsichtige Beziehung zu entwickeln…
Ein Film wie eine Zeitreise in das so leicht verwundbare Herz einer Familie. In weit ausgreifenden Bildern von großer Sinnlichkeit verwebt der Film eine Welt der gelebten Traditionen mit dem Anbruch einer neuen Zeit.

Citizen Havel

TCH

2008

Miroslav Janek und Pavel Koutecky

Der Dissident wird Präsident. Von den Kommunisten wurde er verfolgt. Nach dem Fall des Regimes wurde er zum ersten Staatspräsidenten der Tschechischen Republik: Václav Havel. Zehn Jahre hatte er das höchste Staatsamt der jungen Demokratie inne. Während dieser Zeit begleitet Regisseur Pavel Koutecký den Präsidenten mit der Kamera. »Citizen Havel« erlaubt außergewöhnliche Einblicke hinter die Kulissen der Macht und in das Räderwerk der Politik. Wir erleben einen Präsidenten, der mal ironisch mit der eigenen Rolle spielt, dann wieder sich selbst inszeniert, der aber auch im Konflikt mit seinem neoliberalen Gegenspieler Václav Klaus nachdrücklich Stellung bezieht.

The Tribe

UKR

2014

Miroslav Slaboshpitsky

Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy

Der Teenager Sergej ist der Neue auf einem Internat für Gehörlose, wo er endlich von den Gleichaltrigen akzeptiert werden möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, führt kein Weg an der alles dominierenden Gang The Tribe vorbei, bei der Gewalt, Raub und Prostitution an der Tagesordnung sind. Sergej wird in die kriminellen Strukturen eingegliedert und steigt schließlich zum Zuhälter auf. Allerdings verliebt er sich in ein Mädchen, das für die Gang als Prostituierte herhalten muss…
Der Debütfilm des ukrainischen Regisseurs Miroslav Slaboshpitsky ist inhaltlich schockierend und stilistisch meisterhaft. Im ganzen Film wird kein einziges Wort laut gesprochen: Sämtliche Gespräche erfolgen in Gebärdensprache. Wenn man diesen Gesprächen auch nicht wörtlich folgen kann, so doch durchaus dem Fluss des Filmes. Auf Untertitel wurde bewusst verzichtet – es geht um die Wirkung, um das Gesamtergebnis, das sich auch Nicht-Gebärdensprachlern auf eine ursprüngliche Weise erschließt, die an die Anfänge des Kinos erinnert und diesen Film zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.

Augenlied

Deutschland

2003

Mischka Popp / Thomas Bergmann

Günther Wieland, John M Hull, Nuria del Saz, Stefan Demeter

Sieht jemand, der nicht sieht, nichts? Blindheit ist für Sehende faszinierend, erschreckend und unvorstellbar. Mischka Popp und Thomas Bergmann haben eine Reise durch Europa gemacht und höchst unterschiedliche blinde Menschen getroffen. Ihr Film mit Blinden handelt vom Sehen, vom Sichtbaren und Unsichtbaren. Vom Hören, vom Riechen. Von Träumen. Von der Wahrnehmung der Welt mit allen Sinnen. „Sehende, scheint mir, sehen wirklich nicht sehr viel,“ sagt jemand an einer Stelle. Er lacht und erzählt eine Geschichte, wild und wüst, wie ein Film im Breitwandformat. AUGENLIED ist ein Film über den Verlust und über den Reichtum. Ein Reichtum, der – wie verborgen auch immer – in uns allen ist. Plötzlich, mitten in Frankfurt, sagt die blinde Mutter: „Ich rieche den Wind vom Meer.“ Und der Professor aus England weiß die Antwort auf die Frage: Warum küsst man mit geschlossenen Augen?

Mazel Tov

DEU

2009

Mischka Popp / Thomas Bergmann

Sie kamen aus Russland. Sie sind Juden. Sie kamen nach Deutschland. Ihre Religion und ihre Kultur waren in der UdSSR verboten: Sie hatten in der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland gekämpft, durften ihre Geschichte aber nie erzählen. Ein Film über Menschen, die die Welten gewechselt haben. Und davon erzählen. Spannende, anrührende, lebendige Geschichten. Die Alten im Film erzählen sie. Mit Würde. Ohne Hass. Mit Weisheit.

FRA

2022

Claire Denis

Juliette Binoche, Vincent Lindon, Grégoire Colin, Bulle Ogier, Mati Diop

Sara lebt seit zehn Jahren glücklich mit Jean zusammen. Dann sieht sie zufällig ihren früheren Partner François, und verschüttete Erinnerungen tauchen auf: François hatte Sara mit Jean bekanntgemacht, bei dieser Begegnung hatte Sara das Gefühl, mit François den falschen Mann an ihrer Seite zu haben, sie ist zu Jean gewechselt… Nun will einerseits François Jean als Geschäftspartner gewinnen, andererseits nähert sich Sara wieder François an.

Der sichere Hafen, die wilde Seite: Claire Denis inszeniert ein erotisches Dreieck mit Juliette Binoche zwischen zwei Männern, in dem sie tiefgehend die Gefühle ihrer Figuren und die Ungewissheiten der Liebe erforscht. Silberner Berlinale-Bär für die beste Regie!

Radio No Jikan - Welcome Back, Mr. Mcdonald

JAP

1997

Mitani Kōki

Toshiaki Karasawa, Kyoka Suzuki, Masahiko Nishimura

Hausfrau Miyako hat einen Hörspiel-Wettbewerb gewonnen, den eine Radiostation ausgeschrieben hatte. Nun steht ihr erstes eigenes Werk, ein ultranaives Liebesschmonzett mit dem Titel "Die Frau des Schicksals", kurz vor der Live-Ausstrahlung. Da beginnt, nur wenige Sekunden vor Sendebeginn, die Sprecherin der Hauptrolle am Skript herumzumäkeln. Kleine Änderungen sind schnell vollzogen, ein Anfang ist gemacht. Immer neue Verbesserungsvorschläge prasseln herein, eine völlig neue Story bricht sich Bahn. Frau Miyako ist nicht begeistert. Nippon-Sitcom in Vollendung. Beschränkt auf gerade mal zwei Schauplätze entfesselt Koki Mitani eine wortwitzige und originelle Satire über die Macht der Töne und Bilder.

The Village Next to Paradise

AUT/FRA /DEU/SOM

2024

Mo Harawe

Ahmed Ali Farah, Anab Ahmed Ibrahim, Ahmed Mohamud Saleban

Ein abgelegenes Dorf in Somalia und der tägliche Kampf, den der alleinerziehende Vater Mamargade führen muss: Er muss seinem Sohn gerecht werden, sich als selbständiger Totengräber gegen die großen Bestattungsfirmen behaupten, nimmt die Schwester nach ihrer Scheidung bei sich auf.

Regisseur Mo Harawe, in Mogadischu geboren und seit 2009 in Wien ansässig, erzählt über Somalia und das ganz normale Leben: Der Film zeigt die komplexe somalische Situation, die Armut, die US-Drohnen, die über die Köpfe hinwegfliegen. Aber Harawe porträtiert seine Figuren nicht als hilflose Opfer, sondern als Menschen mit ihren Bindungen in einer unkonventionellen Familie: „eine eindringliche Geschichte über gefundene Familien, Resilienz und ein aussterbendes Dorf – Weltkino im besten Sinne.“ (Der Standard)

Das atmosphärisch dichte Familiendrama wurde als erster somalischer Film nach Cannes eingeladen.

Clash

EGY/DEU/FRA

2016

Mohamed Dia

Nelly Karim, Hany Adel, Tarek Abdel Aziz.

013: Ägypten befindet sich nach Volksaufstand und Militärputsch im Chaos. Keine Regierung kann sich halten. Eine Gruppe von Menschen verfolgt die Ereignisse von Hysterie und Gewalt, eingesperrt in einem Transportfahrzeug der Polizei: Während sich draußen Muslimbrüder und Militärs Straßengefechte liefern, zwischen denen die Revolutionäre aufgerieben werden, prallen im Inneren des Fahrzeugs politische Ansichten und Emotionen aufeinander.
Auf engstem Raum liefern sich Islamisten und Militäranhänger, desillusionierte Jugendliche und ganz normale Bürger einen handfesten ideologischen Schlagabtausch – in klaustrophobischer Enge entfaltet sich ein Panorama Ägyptens unter Hochspannung, komplett aus dem Polizei-Van heraus gefilmt.

Kairo 678

EGY

2011

Mohamed Diab

Sie kommen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, haben ganz verschiedene Dinge erlebt und eigentlich nicht viel gemein. Es gibt jedoch eine Sache, die diese drei Frauen verbindet, deren Leben ansonsten ohne Berührungspunkte verläuft: Sie wurden auf die eine oder andere Art Opfer sexueller Belästigung. Ob im Bus, bei einem Überfall oder einer Massenvergewaltigung, ihre Erfahrungen sind sehr unterschiedlich – und genau deshalb reagieren sie auf verschiedene Weise, um sich zu wehren…

Goodbye Julia

SDN

2023

Mohamed Kordofani

Siran Riak, Eiman Yousif, Ger Duany, Nazar Gomaa

Die gut situierte Mona aus dem Nordsudan hat unter unglücklichen Umständen den Tod eines Mannes aus dem Süden verursacht. Sie versucht, ihre Schuld wiedergutzumachen, indem sie Julia, die ahnungslose Witwe des Toten, als Haushaltshilfe bei sich aufnimmt. Zwischen den beiden Frauen von so unterschiedlicher Herkunft entwickelt sich eine Freundschaft, doch das moralische Dilemma und die Unruhen im Land finden ihren Weg in das Haus. Denn der Film spielt 2011, kurz vor der Abspaltung des Südsudans als souveränes Land. Regisseur Mohamed Kordofani erzählt vor diesem Hintergrund der Spaltung eines Landes eine feinfühlige Geschichte von Schuld und Sühne: „Thriller, abgründige Emanzipationsgeschichte und einiges mehr […] Die Spannungsmechanik ist keineswegs Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck eines eindrücklichen Charakterportraits.“ (Filmbulletin)
GOODBYE JULIA wurde als erster Film aus dem Sudan ins offizielle Programm des Cannes-Festivals eingeladen, er gewann den Prix de la Liberté

A Man of Integrity

IRN

2017

Mohammad Rasoulof

Reza Akhlaghirad, Soudabeh Beizaee, Nasim Adabi, Misagh Zare

Reza und führt mit seiner Familie ein beschauliches Leben als Fischzüchter in einem Dorf im Norden Irans, abgewandt vom moralischen Sumpf der Stadt. Doch ein Großfabrikant, der beste Beziehungen zur Regierung unterhält, zwingt die lokalen Bauern und kleinen Unternehmer mit allen Mitteln in die Abhängigkeit. Reza ist fest entschlossen, sich nicht in das Netz aus Bestechung, Willkür und Machtmissbrauch verstricken zu lassen. Doch eines Tages sind seine Fische tot. Für den anständigen Mann beginnt ein Leidensweg.
Mohammad Rasoulof schuf eine eindringliche Parabel auf das korrupte System des Gebens und Nehmens und erhielt in Cannes den Hauptpreis der Sektion „Un Certain Regard“. Nach seiner Rückreise vom Festival wurde ihm am Teheraner Flughafen der Pass abgenommen: Er darf bis heute das Land nicht verlassen und wartet auf seinen Prozess wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und Propaganda gegen die Regierung.

Manuscripts Don't Burn

IRN

2013

Mohammad Rasoulof

Ungenannt

Dies ist nicht nur ein Film, sondern ein Politikum. Regisseur Rasoulof wurde 2010 wegen seiner regimekritischen Arbeiten im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilt; später wurde die Strafe auf ein Jahr mit Bewährung reduziert. Im Versteckten hat er "Manuscripts Don’t Burn" gedreht. Im Zentrum der Handlung steht der versuchte Anschlag auf einen Bus mit einer Gruppe kritischer Intellektueller, ein Ereignis, das der Dissident Khosrow in seinen Memoiren zu Papier gebracht hat, nach deren Veröffentlichung er aus dem Land fliehen will. Morteza, ein ehemaliger Freund Khosrows, arbeitet mittlerweile für den Geheimdienst und versucht nun, das Original sowie zwei bei befreundeten Künstlern untergebrachte Kopien in seinen Besitz zu bringen – mit Entführung, Folter und Mord. Der Film funktioniert wie ein Paranoia-Thriller – nichts bleibt privat, nichts geheim – ganz ohne plakative Effekte. Umso beunruhigender erscheint so der Alltag im Iran, der konstant von Überwachung und Einschüchterung beherrscht wird. Um Rasoulof zu schützen, feierte der Film seine Premiere in Cannes ohne Nennung des Regisseurs. Dort wurde er in der Sektion „Un Certain Regard“ mit dem Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Aus Sicherheitsgründen werden Darsteller und Crew weiterhin nicht namentlich genannt, die Credits am Ende bleiben aus, die Musik läuft vor schwarzem Hintergrund.

Die Saat des heiligen Feigenbaums

DEU/FRA/IRN

2024

Mohammad Rasulof

Missagh Zareh, Soheila Golestani, Mahsa Rostami, Setareh Maleki

Proteste im Iran: Eine junge Frau ist in Polizeigewahrsam gestorben. Just zu dieser Zeit wird Iman zum Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht befördert; zu seinen neuen Pflichten gehört das Unterzeichnen von Todesurteilen. Seine Arbeit macht ihm psychisch zu schaffen – während seine Töchter, auch aufgrund der Demonstrationen auf der Straße, das Regime mehr und mehr in Frage stellen. Dann verschwindet Imans Dienstwaffe…

Rasulof drehte seinen Film im Verborgenen: Er nahm die landesweiten „Frauen Leben Freiheit“-Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini zum Anlass, um von einem Vater zu erzählen, der im theokratischen System mehr und mehr in Paranoia und Gewalt verfällt.

Kurz vor der Uraufführung des Films in Cannes konnte Rasulof – der im Mai 2024 zu acht Jahren Haft und Peitschenhieben verurteilt worden war – aus dem Iran ins Exil fliehen.

Bad O Meh - Wind Und Nebel

IRN

2011

Mohammad-Ali Talebi

Payam Eris, Masume Shakori, Asadolah Asadnia

Der fünfjährige Iraner Sahand muss mit ansehen, wie seine Mutter während des Krieges mit dem Irak von einer Bombe getötet wird. Er spricht nicht mehr. Der Vater bringt den traumatisierten Jungen und seine Schwester daraufhin zu ihrem Großvater. Sahand hat es dort schwer, wird von den anderen Jungen gehänselt. An einem See entdeckt er eine angeschossene Wildgans. Der Großvater verbietet zwar, die Gans zu pflegen, aber der Junge widersetzt sich ihm heimlich. Der langsame Rhythmus des Films, die Natur als Rückzugsort eines Kindes, das verzweifelt versucht, mit dem Verlust eines Elternteils zurechtzukommen ist von Talebi in großartige Bilder gefasst. An die Stelle von Dialogen treten oft allgegenwärtigen Laute oder Töne aus der Natur. Trotz seiner eindeutigen zeitlichen wie räumlichen Verortung im Iran während des Krieges mit dem Nachbarland Irak in den 1980er Jahren lässt sich der Film universell sehen. Kinder als wehrlose Opfer von Krieg und Gewalt. Der Film wurde auf der Berlinale 2011 mit dem Filmpreis „Cinema Fairbindet“ des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgezeichnet. Anschließend Podiumsdiskussion zum Thema „Kinder und Krieg“. Unsere Gäste berichten von ihrer Arbeit mit traumatisierten Kindern. Moderation: Nicole Heß.

Jerusalem - Eastside Story

PSE

2008

Mohammed Alatar

Der Nahost-Konflikt beherrscht mit seinen vielen Gesichtern seit Jahrzehnten die weltpolitische Tagesordnung. Jerusalem ist dabei der Schlüssel und das Herz im Ringen um Landbesitz, Bevölkerungsmehrheit und staatliche Hoheit im Heiligen Land. Der palästinensische Filmregisseur Alatar beleuchtet die geschichtliche Entwicklung des Streites insbesondere um Ost-Jerusalem, beschreibt die Leidensgeschichte der in Jerusalem lebenden Palästinenser und untersucht und kommentiert die aktuelle Lage im Jahr 2008 aus der Perspektive seines Volkes. Einführung: Georg Stein, Leiter des Nahostarchivs Heidelberg (NOAH) Mitgliederaktion: für Mitglieder von Cinema Quadrat Eintritt frei.

Die Schuld Eine Frau Zu Sien

PAK/USA

2006

Mohammed Naqvi

Die Geschichte einer Selbstbefreiung, die um die Welt ging. Als Wiedergutmachung für ein angebliches Vergehen ihres Bruders wird die Pakistanerin Mukhtar Mai von den Männern eines Nachbarclans vergewaltigt – die Strafe eines archaischen Machtsystems. Doch die junge Frau weigert sich, die ihr zugedachte Rolle zu akzeptieren und sich aus Scham selbst zu töten, wie es üblich ist. Mit Hartnäckigkeit und gegen viele Widerstände bringt sie die Täter vor Gericht. Mit der Entschädigungszahlung baut sie in ihrem Heimatdorf die erste Schule für Mädchen und junge Frauen auf, denn Mukhtar Mai ist über zeugt: Bildung ist für Frauen der beste Schutz gegen patriarchalische Unterdrückung und das, was ihr geschehen ist.

The Laramie Project

USA

2002

Moisés Kaufman

Christina Ricci, Steve Buscemi, Laura Linney

Der Film zeigt im dokumentarischen Stil die Geschichte der Theatergruppe um Moisés Kaufman, die nach dem gewaltsamen Tod des schwulen Studenten Matthew Shepard viele Interviews in der Heimatstadt des Ermordeten führen. Sie befragen Familienangehörige, Freunde, Nachbarn und Bewohner der Stadt Laramie in Wyoming. Mit der Zeit bekommen die Mitglieder der Theatergruppe einen Einblick in das Leben der Kleinstadt mit all seinen Schattenseiten wie beispielsweise Intoleranz oder Homophobie. Der Film endet mit der Gerichtsverhandlung gegen die beiden Mörder und der Uraufführung des Theaterstücks in Laramie. Preise: Auf der Berlinale 2002 erhielt das Werk den Spezialpreis als bestes Erstlingswerk. In Zusammenarbeit mit Plus e.V.

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